24. Referenzteil zu Lives Instrumenten

Live wird mit einer Auswahl integrierter virtueller Instrumente geliefert. Im "Kapitel ĂŒber das Arbeiten mit Instrumenten und Effekten" (siehe Kapitel 17) werden die Grundlagen bei der Arbeit mit diesen Instrumenten in Live besprochen.

24.1 Analog

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Das Instrument Analog.

(Hinweis: Das Analog-Instrument ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Analog ist ein virtuell-analoger Synthesizer, der zusammen mit Applied Acoustics Systems erstellt wurde. Mit diesem Instrument wollten wir nicht einen ganz bestimmten altehrwĂŒrdigen Analogsynthesizer nachahmen, sondern vielmehr unterschiedliche Eigenschaften legendĂ€rer Synthesizer in einem modernen Instrument vereinen. Analog erzeugt seine KlĂ€nge, indem er die verschiedenen Synthesizer-Komponenten mittels Physical Modeling nachbildet. Diese Technologie verwendet die Regeln der Physik, um zu reproduzieren, wie ein Objekt oder ein System Klang erzeugt. Im Fall von Analog beschreiben mathematische Gleichungen in Echtzeit, wie sich die analogen Schaltkreise verhalten. Analog verwendet keine Samples oder Wavetables; der Klang wird einfach in Echtzeit und entsprechend der Werte jedes Parameters von der CPU berechnet. Diese Klangerzeugungsmethode garantiert eine unvergleichliche QualitĂ€t im Hinblick auf Klang, Realismus, WĂ€rme und Spieldynamik.

24.1.1 Architektur und OberflÀche

Der Signalfluss von Analog ist in der folgenden Abbildung dargestellt:

34130.png
Schema von Analogs Signalfluss.

Die primÀren Klangquellen des Synthesizers sind zwei Oszillatoren und ein Rauschgenerator. Diese Quellen können unabhÀngig voneinander zu zwei verschiedenen Multimode-Filtern geroutet werden, die jeweils an einen VerstÀrker geleitet werden. Das Signal kann die beiden Filter ferner seriell oder parallel durchlaufen.

Analog besitzt auch zwei Niederfrequenz-Oszillatoren (LFOs), die die Oszillatoren, Filter und VerstĂ€rker modulieren können. Jedes Filter und jeder VerstĂ€rker hat darĂŒber hinaus seinen eigenen HĂŒllkurvengenerator.

Analogs OberflĂ€che besteht aus zwei Teilen: Dem Display, das von der Shell umgeben wird. Die Shell enthĂ€lt die meisten wichtigen Parameter fĂŒr einen bestimmten Bereich, wĂ€hrend im Display Visualisierungen der Parameter sowie weitere Einstellmöglichkeiten fĂŒr den gewĂ€hlten Bereich zu finden sind. ZusĂ€tzlich zu den Synthese-Modulen gibt es einen globalen Bereich mit allgemeinen Einstellmöglichkeiten, etwa fĂŒr LautstĂ€rke, Vibrato und Polyphonie.

24.1.2 Oszillatoren

AnalogOscillators.png
Display- und Shell-Parameter fĂŒr die beiden Oszillatoren.

Die beiden Oszillatoren von Analog verwenden Physical Modeling, um den Charakter echter Analog-Oszillatoren nachzubilden. Da sie eine Modellierung statt Wavetables verwenden, vermeiden Sie Aliasing.

Jeder Oszillator kann unabhÀngig mit dem Schalter Osc 1 bzw. Osc 2 in der Shell aktiviert werden, sein Ausgangspegel kann mit dem Regler rechts neben diesem Schalter eingestellt werden.

Der Regler F1/F2 bestimmt, wie viel vom Pegel des Rauschgenerators jedem der beiden Filter zugefĂŒhrt wird. Ist der Regler in der Mittelstellung, wird das Signal mit gleichem Pegel an beide Filter geschickt. Ist er ganz nach oben oder unten geregelt, wird das Signal nur an Filter 1 bzw. Filter 2 geschickt.

Im Shape-MenĂŒ wird die Wellenform des Oszillators gewĂ€hlt. Zur Auswahl stehen Sinus, SĂ€gezahn, Rechteck und Weißes Rauschen. Ist Rechteck ausgewĂ€hlt, wird der Pulse-Width-Parameter im Display aktiv, der eine Regelung der Pulsweite der Wellenform erlaubt. Niedrige Width-Wert fĂŒhren zu einer sehr schmalen Wellenform, die dĂŒnn und "nĂ€selnd" klingt. Bei 100% hat die Wellenform perfekte Rechteckform und erzeugt nur ungeradzahlige Obertöne. Die Pulsweite kann mit dem Regler neben dem Width-Parameter auch durch einen LFO moduliert werden. Beachten Sie, dass dieser Parameter nur aktiv ist, wenn der entsprechende LFO eingeschaltet ist.

Die Regler Octave, Semi und Detune in der Shell dienen der Grob- und Feinstimmung. Octave transponiert den Oszillator in Oktaven, Semi in Halbtonschritten nach oben oder unten. Der Detune-Regler variiert die Stimmung in Cent-Schritten (bis zu einem Maximum von drei Halbtönen (300 Cents) nach oben oder unten).

Die Oszillator-Tonhöhe wird entsprechend der Einstellungen fĂŒr Pitch Mod und Pitch Env im Display moduliert. Der LFO-Regler bestimmt, wie stark der LFO die Tonhöhe moduliert. Wiederum ist dieser Parameter nur aktiv, wenn der LFO eingeschaltet ist. Der Parameter Key regelt, wie stark die Tonhöhe durch die gespielten MIDI-Noten beeinflusst wird. Der Standardwert 100% bedeutet, dass der Oszillator einer konventionellen wohltemperierten Skala folgt. Höhere oder niedrigere Werte Ă€ndern den Abstand zwischen den Noten auf der Tastatur. Bei 0% wird die Oszillator-Tonhöhe gar nicht durch die gespielten Noten moduliert. Um ein GefĂŒhl fĂŒr die Wirkung zu bekommen, können Sie einen Oszillator bei 100% belassen und fĂŒr den anderen einen etwas abweichenden Key-Wert wĂ€hlen. Spielen Sie dann Noten in der NĂ€he des mittleren C. Da C3 unabhĂ€ngig vom gewĂ€hlten Key-Wert immer die gleiche Tonhöhe erzeugt, werden die Oszillatoren umso stĂ€rker gegeneinander verstimmt, je weiter Sie sich beim Spielen von C3 entfernen.

Die Pitch-Env-Parameter erzeugen eine Rampe, die die Tonhöhe des Oszillators im Zeitverlauf moduliert. Initial wĂ€hlt den Startpunkt der Oszillator-Tonhöhe, wĂ€hrend Time die Dauer bestimmt, mit der die Tonhöhe auf den Endwert gleitet. Sie können beide Parameter mit den Reglern oder durch Ziehen der Punkte in der HĂŒllkurvengrafik einstellen.

Mit den Parametern Sub/Sync im Display können Sie entweder einen Sub-Oszillator- oder einen Hard-Sync-Modus aktivieren. Ist Sub gewĂ€hlt, regelt der Level-Parameter den Pegel eines zusĂ€tzlichen Oszillators, der eine Oktave tiefer als der Hauptoszillator gestimmt ist. Wenn fĂŒr den Hauptoszillator als Wellenform Rechteck oder SĂ€gezahn gewĂ€hlt ist, erzeugt der Suboszillator eine Rechteckwelle, ist Sinus gewĂ€hlt, erzeugt er eine Sinuswelle. Beachten Sie, dass der Suboszillator inaktiv ist, wenn fĂŒr den Hauptoszillator Weißes Rauschen gewĂ€hlt wurde.

Ist als Modus Sync gewĂ€hlt, wird die die Wellenform des Oszillators durch einen internen Oszillator neu gestartet, dessen Frequenz mit dem Ratio-Regler gewĂ€hlt werden kann. Bei 0% entspricht die Frequenz dieses internen Oszillators der des hörbaren Oszillators, sodass Sync keinen Effekt hat. Drehen Sie Ratio auf, wird die Frequenz des internen Oszillators erhöht, wodurch das Spektrum des hörbaren Oszillators verĂ€ndert wird. FĂŒr das maximale Analog-GefĂŒhl sollten Sie probieren, die Sync-Ratio durch das Modulationsrad oder einen anderen MIDI-Controller zu steuern.

24.1.3 Rauschgenerator

AnalogNoise.png
Analogs Rauschgenerator

Der Rauschgenerator erzeugt Weißes Rauschen und besitzt ein eigenes -6db/Oktave-Tiefpassfilter. Der Generator kann mit dem Noise-Schalter in der Shell ein- oder ausgeschaltet werden. Sein Ausgangspegel kann mit dem Regler rechts neben diesem Schalter eingestellt werden.

Der Regler F1/F2 bestimmt, wie viel vom Pegel des Rauschgenerators jedem der beiden Filter zugefĂŒhrt wird. Ist der Regler in der Mittelstellung, wird das Signal mit gleichem Pegel an beide Filter geschickt. Ist er ganz nach oben oder unten geregelt, wird das Signal nur an Filter 1 bzw. Filter 2 geschickt.

Der Color-Regler bestimmt die Frequenz des internen Tiefpassfilters. Höhere Werte erzeugen ein höhenreicheres Rauschen.

Beachten Sie, dass der Rauschgenerator nur Shell-Parameter besitzt.

24.1.4 Filter

AnalogFilters.png
Display- und Shell-Parameter fĂŒr die beiden Filter.

Die beiden Multimode-Filter von Analog sind mit einer flexiblen Routing-Architektur, mehreren SĂ€ttigungs-Optionen sowie einer Vielzahl von Modulationsmöglichkeiten ausgestattet. Wie bei den Oszillatoren, können alle Einstellungen separat fĂŒr jedes Filter vorgenommen werden.

Die Schalter Fil 1 und Fil 2 in der Shell schalten das entsprechende Filter ein oder aus. Im MenĂŒ neben diesen Filtern kann der Filtertyp gewĂ€hlt werden. Zur Auswahl stehen Tiefpass-, Bandpass-, Notch-, Hochpass- und Formantfilter zweiter und vierter Ordnung.

Der Freq-Regler in der Shell bestimmt die Arbeitsfrequenz des Filters, der Reso-Regler die IntensitĂ€t der Resonanz. Ist ein Formant-Filtertyp ausgewĂ€hlt, ĂŒberblendet der Reso-Regler zwischen verschiedenen VokalklĂ€ngen.

Unter dem MenĂŒ fĂŒr den Filtertyp befindet sich ein weiterer Parameter, der sich bei den beiden Filter unterscheidet. Bei Filter 1 regelt der To-F2-Parameter, wie viel vom Ausgang von Filter 1 an Filter 2 geleitet wird. Der Slave-Schalter unter dem Filtertypen-MenĂŒ bei Filter 2 lĂ€sst die Arbeitsfrequenz von Filter 2 der von Filter 1 folgen. Ist er aktiviert, bestimmt der Frequenzregler von Filter 2 den Versatz zwischen den Arbeitsfrequenzen der beiden Filter. Jede Modulation, die eine Modulationsquelle von Analog auf die Frequenz von Filter 1 ausĂŒbt, wirkt auch auf Filter 2, falls Slave aktiviert ist.

ZusĂ€tzlich zu den Parametern fĂŒr die HĂŒllkurve (siehe 24.1.6) enthĂ€lt das Display verschiedene Modulations-Parameter sowie das Drive-MenĂŒ. Die Frequenz des Filters sowie die Resonanz können unabhĂ€ngig voneinander mit den entsprechenden Parametern in den Bereichen Freq Mod and Res Mod durch den LFO, die gespielte Tonhöhe und die Filter-HĂŒllkurve moduliert werden. Positive Modulationswerte erhöhen Frequenz beziehungsweise Resonanz, negative vermindern sie.

Das Drive-MenĂŒ wĂ€hlt die Art der SĂ€ttigung fĂŒr den Filterausgang. Die drei Sym-Optionen erzeugen eine symmetrische SĂ€ttigung, was bedeutet, dass positive und negative Werte gleich behandelt werden. Die Asym-Optionen erzeugen eine asymmetrische SĂ€ttigung. In beiden FĂ€llen fĂŒhren höhere Werte zu einer stĂ€rkeren Verzerrung. Durch die Auswahl von Off im MenĂŒ kann Drive auch komplett deaktiviert werden. Experimentieren Sie etwas mit den verschiedenen Optionen, um ein GefĂŒhl dafĂŒr zu bekommen, wie sie das Signal verĂ€ndern.

24.1.5 VerstÀrker (Amplifiers)

AnalogAmps.png
Display- und Shell-Parameter fĂŒr die beiden VerstĂ€rker.

Das gefilterte Signal wird einem VerstĂ€rker zugefĂŒhrt, der den Klang mittels einer Amplituden-HĂŒllkurve formt und sein Panorama regelt. Alle Parameter können unabhĂ€ngig fĂŒr jeden der beiden VerstĂ€rker eingestellt werden.

Die Schalter Amp 1 und Amp 2 in der Shell schalten den entsprechenden VerstÀrker ein oder aus, der Level-Regler bestimmt den Ausgangspegel. Der Pan-Regler bestimmt die Position des VerstÀrkerausgangs im Stereofeld.

ZusĂ€tzlich zu den Parametern fĂŒr die HĂŒllkurve enthĂ€lt das Display der VerstĂ€rker verschiedene Modulations-Parameter. Pan und Level können unabhĂ€ngig voneinander mit den entsprechenden Parametern in den Bereichen Pan Mod and Level Mod durch den LFO, die gespielte Tonhöhe und die Amp-HĂŒllkurve moduliert werden. Beachten Sie, dass bei Verwendung der gespielten Tonhöhe als Modulationsquelle fĂŒr Level das mittlere C unabhĂ€ngig von der gewĂ€hlten ModulationsintensitĂ€t immer gleich laut erklingt. Positive Werte fĂŒhren dazu, dass höhere Noten lauter werden.

24.1.6 HĂŒllkurven

AnalogEnvelopes.png
Analogs HĂŒllkurven-Parameter.

ZusĂ€tzlich zu den Pitch-HĂŒllkurven in den Oszillator-Bereichen besitzt Analog unabhĂ€ngige HĂŒllkurven fĂŒr jedes Filter und jeden VerstĂ€rker. Jede dieser vier HĂŒllkurven hat identische Parameter, die alle im Display zu finden sind. Alle vier HĂŒllkurven sind Standard-ADSR-Typen (Attack, Decay, Sustain, Release), die durch Velocity moduliert und geloopt werden können.

Die Einschwingzeit wird mit dem Attack-Regler bestimmt. Diese Zeit kann mit dem Parameter Att<Vel durch die Velocity moduliert werden. Indem Sie den Wert fĂŒr Att<Vel erhöhen, wird die Attackzeit bei stĂ€rker angeschlagenen Noten zunehmend kĂŒrzer.

Die Zeit, mit der die HĂŒllkurve nach der Attackphase auf den Sustain-Level abfĂ€llt, wird mit dem Decay-Parameter eingestellt.

Sustain bestimmt, auf welchem Wert die HĂŒllkurve nach Ablauf der Decay-Phase und bis zum Loslassen der Note verbleibt. Ist dieser Regler ganz nach links gedreht, gibt es keine Sustain-Phase. Ist er ganz nach rechts gedreht, gibt es keine Decay-Phase.

Mit dem Parameter Env<Vel kann die gesamte Auslenkung der HĂŒllkurve durch die Velocity moduliert werden.

Der Parameter S.Time kann den Sustain-Wert auch bei gehaltenen Noten abfallen lassen. Niedrige Werte beschleunigen dieses Abfallen des Sustain-Levels.

Die Ausklingzeit wird mit dem Release-Regler eingestellt. Dies ist die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um nach dem Loslassen der Taste auf Null abzufallen.

Der Slope-Schalter schaltet die HĂŒllkurve zwischen linearem und exponentiellem Verlauf um. Der gewĂ€hlte Verlauf wird auch in der HĂŒllkurvengrafik reprĂ€sentiert.

Normalerweise triggert jede neue Note die HĂŒllkurve beim Beginn der Attack-Phase. Wenn Legato aktiviert ist und eine neue Note angeschlagen wird, wĂ€hrend eine andere noch gehalten wird, startet die neue Note jedoch mit der HĂŒllkurve der noch gehaltenen Note und an deren aktueller Position.

Ist Free aktiviert, ĂŒberspringt die HĂŒllkurve ihre Sustain-Phase und geht von der Decay-Phase direkt in die Release-Phase ĂŒber. Dieses Verhalten wird manchmal auch als "Trigger"-Modus bezeichnet, da es unabhĂ€ngig davon, wie lange eine Taste gedrĂŒckt wird, Noten gleicher LĂ€nge produziert. Der Free-Modus ist ideal fĂŒr perkussive KlĂ€nge.

Das Loop-MenĂŒ bietet verschiedene Optionen zum Wiederholen bestimmter HĂŒllkurven-Phasen, wĂ€hrend eine Note gehalten wird. Ist Off ausgewĂ€hlt, werden alle HĂŒllkurven-Phasen einmal ohne Loop abgespielt.

Ist AD-R gewĂ€hlt, durchlĂ€uft die HĂŒllkurve wie gewöhnlich die Attack- und Decay-Phase, bleibt dann aber nicht auf dem Sustain-Level stehen, sondern wiederholt die Attack- und die Decay-Phase solange die Note gehalten wird und geht danach in die Release-Phase ĂŒber. Der Modus ADR-R arbeitet Ă€hnlich, schließt aber die Release-Phase in den Loop wĂ€hrend einer gehaltenen Note ein.

Beachten Sie, dass das Aktivieren von Free in den Modi AD-R und ADR-R Noten sich so verhalten lĂ€sst, als wĂŒrden sie dauerhaft gehalten.

Der Modus ADS-R spielt die HĂŒllkurve ohne Loop ab, wiederholt aber die Attack- und Release-Phasen beim Loslassen von Noten. Bei kleinen Attack- und Release-Werten kann dieser Modus Instrumente mit hörbarem DĂ€mpfer simulieren.

24.1.7 LFOs

AnalogLFOs.png
Display- und Shell-Parameter fĂŒr die beiden LFOs.

Die beiden LFOs von Analog können fĂŒr die Modulation der Oszillatoren, der Filter und der VerstĂ€rker genutzt werden. Wie diese Bereiche, hat auch jeder LFO unabhĂ€ngige Parameter.

Die Schalter LFO 1 und LFO 2 in der Shell schalten den jeweiligen LFO ein oder aus, der Rate-Regler bestimmt die Geschwindigkeit des LFOs. Der Schalter neben diesem Regler schaltet Rate zwischen einer Einstellung der Frequenz in Hertz oder Tempo-synchronen Notenwerten um.

Das Wave-MenĂŒ im Display wĂ€hlt die Wellenform fĂŒr den LFO. Zur Auswahl stehen Sinus, Dreieck, Rechteck und zwei verschiedene Zufallswellenformen (Noise). Der erste Typ Rauschen benutzt stufenförmige Zufallswerte, der zweite hingegen benutzt stufenlose ÜbergĂ€nge zwischen den Zufallswerten. Bei den Wellenformen Tri (Dreieck) oder Rect (Rechteck) erlaubt es der Width-Parameter, die Symmetrie der Wellenform einzustellen. Ist Tri gewĂ€hlt, verschieben niedrige Width-Werte die Wellenform in Richtung aufsteigender SĂ€gezahn, hohe Werte dagegen in Richtung fallender SĂ€gezahn. Bei 50% entspricht die Wellenform einer perfekten Dreieckwelle. Bei Auswahl von Rect ist das Verhalten entsprechend. Bei 50% ist die Wellenform eine perfekte Rechteckwelle, wĂ€hrend niedrigere oder höhere Wert zu negativen bzw. positiven Pulswellen fĂŒhren. Bei Auswahl von Sine oder einer der Noise-Wellenformen fĂŒr den LFO ist Width nicht aktiv.

Der Delay-Regler wÀhlt, mit welcher Verzögerung der LFO nach dem Anschlagen einer Note startet und der Rate-Regler bestimmt, wie schnell er seine maximale Amplitude erreicht.

Ist Retrig aktiviert, wird der LFO durch jede Note bei gleicher Phasenlage neu gestartet. Mit Offset kann diese Phase der LFO-Wellenform gewÀhlt werden.

24.1.8 Global-Parameter

AnalogGlobal.png
Display- und Shell-Parameter fĂŒr die globalen Optionen.

Die globalen Display- und Shell-Parameter entscheiden darĂŒber, wie Analog auf MIDI-Daten reagiert und kontrollieren Performance-Aspekte wie Vibrato und Portamento.

Der Volume-Parameter in der Shell bestimmt den Ausgangspegel des Instruments. Dies ist der Haupt-LautstÀrkeregler von Analog, der den Ausgang der VerstÀrker-Bereiche weiter verstÀrken oder abschwÀchen kann.

Der Vib-Schalter aktiviert oder deaktiviert das Vibrato, dessen Amplitude mit dem Prozent-Regler daneben gewÀhlt werden kann. Analogs Vibrato entstammt einem zusÀtzlichen LFO, der aber fest mit der Tonhöhe der beiden Oszillatoren verbunden ist. Mit Rate wird die Geschwindigkeit des Vibratos gewÀhlt.

Das Aktivieren des Vibrato-Effekts aktiviert vier zusÀtzliche Vibrato-Parameter im Display. Der Delay-Parameter wÀhlt, mit welcher Verzögerung das Vibrato nach dem Anschlagen einer Note startet und der Attack-Parameter bestimmt, wie schnell es seine maximale Amplitude erreicht.

Der Error-Parameter versieht die Rate-, Amount-, Delay- und Attack-Werte jeder gespielten Stimme mit einer zufÀlligen Abweichung.

Der Parameter Amt<MW bestimmt, wie stark das Modulationsrad die VibratointensitÀt beeinflusst. Dieser Parameter arbeitet relativ zu der IntensitÀt, die mit dem Prozent-Regler in der Shell gewÀhlt wurde.

Mit dem Uni-Schalter in der Shell wird der Unisono-Effekt aktiviert, der mehrere Stimmen fĂŒr jede gespielte Note stapelt. Detune regelt die Verstimmung dieser gestapelten Stimmen gegeneinander.

Das Aktivieren des Unisono-Effekts aktiviert zwei zusĂ€tzliche Unisono-Parameter im Display. Das Voices-MenĂŒ wĂ€hlt zwischen zwei und vier gestapelten Stimmen, wĂ€hrend Delay das Einstarten jeder gestapelten Stimme etwas verzögert.

Der Gli-Schalter schaltet das Portamento (Glide) ein oder aus. Portamento lÀsst die Tonhöhe von einer Note zur nÀchsten gleiten, statt sie abrupt zu wechseln. Ist Legato aktiviert, erfolgt das Gleiten der Tonhöhe nur dann, wenn die zweite Note gespielt wird, bevor die erste freigegeben wird. Mit Time wird die Dauer des Portamentos gewÀhlt.

Das Aktivieren des Portamento-Effekts aktiviert ein zusĂ€tzliches Glide-Mode-MenĂŒ im Display. Durch Auswahl von Const dauert das Gleiten unbesehen des Intervalls immer gleich lange. Durch Auswahl von Prop (proportional) richtet sich die Dauer des Gleitens nach dem Intervall zwischen den Noten. Bei großen Intervallen dauert das Gleiten lĂ€nger als bei kleinen.

Der Keyboard-Bereich im Display enthĂ€lt alle Parameter fĂŒr Analogs Polyphonie und Stimmung. Im Voices-MenĂŒ wird die maximale Stimmenzahl gewĂ€hlt, wĂ€hrend Priority darĂŒber entscheidet, welche Noten abgeschnitten werden, wenn die maximale Stimmenzahl ĂŒberschritten wird. Ist Priority auf High gestellt, haben neue Noten, die höher als bereits klingende sind, PrioritĂ€t; der Stimmenklau beginnt bei den tiefsten Noten. Low ist das Gegenteil. Ein Priority-Einstellung von Last gibt den neuesten Noten PrioritĂ€t und schneidet bei Bedarf die Ă€ltesten ab.

Die Parameter Octave, Semi und Tuning bestimmen die Grob- und Feinstimmung. Octave transponiert das gesamte Instrument in Oktavschritten, Semi nach oben oder unten in Halbtonschritten. Tuning bestimmt die Feinstimmung in einzelnen Cent (bis zu 50 Cents hoch oder runter).

PB-Range bestimmt den Pitchbend-Umfang in Halbtönen.

Stretch simuliert eine als ‘gestreckte Stimmung' bekannte und gebrĂ€uchliche Modifikation, der sowohl elektrische als auch akustische Pianos unterzogen werden und die ein wesentliches Merkmal ihres charakteristischen Klangs ist. Bei einem Wert von 0% spielt Analog in wohltemperierter Stimmung, was bedeutet, dass zwei Noten eine Oktave auseinander liegen, wenn der Grundton der höheren Note exakt doppelt so hoch ist wie der der tieferen Note. Die gestreckte Stimmung versucht dies zu kompensieren, indem sie die Tonhöhe höherer Noten etwas erhöht und die tieferer etwas absenkt. Das Ergebnis ist ein strahlenderer Klang. Negative Stretch-Werte simulieren eine "negative" gestreckte Stimmung: Höhere Noten werden tiefer, tiefere Noten höher gestimmt.

Der Error-Parameter versieht die Tonhöhe jeder Note mit einer wÀhlbaren zufÀlligen Abweichung.

Die vier Quick-Routing-Taster links im Display erlauben es, schnell und einfach gebrĂ€uchliche Parameter-Routings vorzunehmen. Die obere linke Option konfiguriert eine parallele Routing-Struktur, bei der jeder Oszillator sein eigenes Filter und seinen eigenen VerstĂ€rker besitzt. Die obere rechte Option ist Ă€hnlich, verteilt die Signale der beiden Oszillatoren aber gleichmĂ€ĂŸig auf beide Filter. Die Option links unten schickt beide Oszillatoren durch Filter 1 und Amp 1 und verwendet Filter 2 und Amp 2 gar nicht. Die Option rechts unten schließlich konfiguriert eine serielle Routing-Struktur, bei der beide Oszillatoren in Filter 1 geleitet werden, dessen Ausgang dann Filter 2 und Amp 2 speist.

Beachten Sie, dass die Quick-Routing-Optionen keinen Einfluss auf Änderungen haben, die Sie an den Level-, Tuning- oder Wellenform-Parametern der Oszillatoren vorgenommen haben -- sie bestimmen nur das Routing der Oszillatoren zu den Filtern und den nachgeschalteten VerstĂ€rkern.

24.2 Collision

Collision.png
Das Instrument Collision.

(Hinweis: Das Collision-Instrument ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Collision ist ein Synthesizer, der die Eigenschaften von Stabspiel-Instrumenten und -Perkussion simuliert. In Zusammenarbeit mit Applied Acoustics Systems entwickelt, benutzt Collision Physical-Modeling-Technologie, um die verschiedenen klangerzeugenden und resonierenden Komponenten von echten (oder auch vollkommen neuartigen) Instrumenten nachzubilden.

24.2.1 Architektur und OberflÀche

Collisions Klang wird von einem Oszillator-Paar, genannt Mallet und Noise, erzeugt. Das Ausgangssignal dieser beiden Oszillatoren wird dann in ein Paar unabhĂ€ngiger (oder auch miteinander verknĂŒpfter) Stereo-Resonatoren geleitet. Zwar erzeugen die Oszillatoren die Anfangskomponente des Klangs, den grĂ¶ĂŸten Einfluss auf den Klangcharakter besitzen jedoch die Resonator-Parameter.

Die OberflÀche von Collision ist in einzelne Seiten unterteilt, von denen jede Seite weitere Unterbereiche besitzt. Die Excitator-Seite enthÀlt die Parameter der Mallet- und Noise-Oszillatoren. Die beiden Resonator-Seiten (1+2) enthalten, unabhÀngig voneinander, die Parameter der Resonator-Bereiche, wÀhrend die Link-Funktion ermöglicht, die Parameter beider Resonatoren zu verkoppeln und somit gleichzeitig einzustellen.

Die LFO-Seite enthÀlt zwei voneinander unabhÀngige Niederfrequenz-Oszillatoren (LFOs), von denen jeder mehrere Parameter modulieren kann. Auf Àhnliche Weise erlaubt auch die MIDI-Seite das Routing von MIDI-Pitchbend-, Modulationsrad- und Aftertouch-Befehlen zu mehreren Modulationszielen.

Rechts von den Resonatoren befindet sich ein Bereich mit globalen Parametern, mit denen unter anderem die GesamtlautstĂ€rke, die Polyphonie und die Routing-Optionen fĂŒr die Resonatoren eingestellt werden können.

Um die Übersicht zu verbessern und die Organisation zu erleichtern, besitzt jede Seite von Collision LEDs, die aufleuchten, sobald die Seite selbst oder zugehörige Unterbereiche aktiv sind. Das Deaktivieren von nicht benutzten Bereichen hilft beim Einsparen von CPU-Ressourcen.

24.2.2 Die Excitator-Seite

Die Excitator-Seite enthÀlt die Parameter der Mallet- und Noise-Bereiche. Diese bilden das Verhalten eines Schlegels nach, der auf eine OberflÀche auftrifft und liefern somit den Ausgangsklang von Collision. Die Parameter dieses Bereichs steuern nur den Anfangsimpuls, der einen weitaus kleineren Anteil am Gesamtsound von Collision hat als die Resonatoren.

Beachten Sie bitte, dass Collision keinen Klang erzeugt, wenn beide Bereiche ausgeschaltet sind (also sowohl der Mallet- als auch der Noise-Bereich).

Der Mallet-Bereich

CollisionMallet.png
Collisions Mallet-Bereich

Der Mallet-Bereich simuliert den Klang, der beim Anschlagen eines Schlegels (Mallet) auf eine OberflÀche entsteht. Mit den Parametern können Sie die physikalischen Eigenschaften des Schlegels einstellen.

Volume regelt die GesamtlautstĂ€rke des Bereichs, wĂ€hrend der Noise-Parameter die StĂ€rke fĂŒr das in jedem Schlag enthaltene AnschlagsgerĂ€usch bestimmt. Noise ist sehr nĂŒtzlich, um z.B. das charakteristische AnschlagsgerĂ€usch zu simulieren, das beim Spielen mit Filz-Schlegeln entsteht. Die Volume- und Noise-Parameter können von der Tonhöhe und der Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden, indem die entsprechenden K (Key) bzw. V (Velocity) Regler eingestellt werden.

Der Stiffness-Regler bestimmt die HÀrte des SchlÀgels. Bei niedrigen Werten ist der Schlegel weich und der Klang besitzt weniger hohe Frequenzen und einen lÀngeren, weniger deutlichen Anschlag. Wenn Sie Stiffness erhöhen, nimmt die Anschlagszeit ab und die hohen Frequenzen nehmen zu. Dieser Parameter kann ebenfalls mit den Key- und Vel-Reglern von Tonhöhe und Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden.

Der Color-Regler bestimmt die Klangfarbe der Rauschkomponente. Bei höheren Werten sind im Rauschen weniger tiefe Frequenzen enthalten. Dieser Parameter zeigt keine Wirkung, wenn Noise auf 0 gestellt ist.

Der Mallet-Bereich kann mit dem Schalter neben dem Namen des Bereichs ein- oder ausgeschaltet werden.

Der Noise-Bereich

CollisionNoise.png
Collisions Noise-Bereich

Der Noise-Bereich kann anstelle des Mallet-Bereichs oder zusĂ€tzlich zu ihm benutzt werden. Wie Mallet, dient auch der Noise-Bereich zum Erzeugen des ersten AnschlagsgerĂ€uschs. Aber Noise kann auch eine Klangkomponente mit weißem Rauschen erzeugen, die dann in einen Multimode-Filter mit zugehörigem HĂŒllkurvengenerator geleitet wird.

Volume regelt den Gesamtausgangspegel des Noise-Bereichs und kann von der Tonhöhe und der Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden, indem die K (Key) bzw. V (Velocity) -Regler eingestellt werden.

Rechts befinden sich die Filterparameter. Das Type-WahlmenĂŒ ermöglicht Ihnen eine Auswahl aus Tiefpass, Hochpass und zwei Arten von Bandpassfiltern. Filterfrequenz und -resonanz lassen sich mit den Reglern ĂŒber der Filteranzeige oder durch Ziehen in der Anzeige selbst einstellen. Im BP-Modus bestimmt der zweite Regler die Resonanz, wĂ€hrend er im LP+HP-Modus die Bandbreite bestimmt. Die Filterfrequenz kann auch von der Tonhöhe, der Anschlagsgeschwindigkeit oder dem HĂŒllkurvengenerator mit den K-, V- und E-Reglern unter der Anzeige moduliert werden.

Der HĂŒllkurvengenerator erzeugt eine Standard-ADSR-HĂŒllkurve (Attack, Decay, Sustain, Release).

Die Attack-Zeit -- wie schnell Noise die maximale LautstĂ€rke erreicht -- wird mit dem Attack-Regler (A) eingestellt.Die Zeit hingegen, die die HĂŒllkurve zum Erreichen des Sustain-Levels nach der Attack-Phase benötigt, mit dem Decay-Regler (D).

Der Sustain-Regler (S) bestimmt den Pegel, auf dem die HĂŒllkurve vom Ende der Decay-Phase bis zum Loslassen der Taste stehen bleibt. Steht dieser Regler auf 0, gibt es keine Sustain-Phase. Steht er auf 100, gibt es keine Decay-Phase.

Die Release-Zeit wird mit dem Release-Regler (R) eingestellt. Dies ist die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um nach dem Loslassen der Taste auf Null abzufallen.

Der Noise-Bereich kann mit dem Schalter neben dem Namen des Bereichs ein- oder ausgeschaltet werden.

24.2.3 Die Resonator-Seiten

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Collisions Resonatoren

Den grĂ¶ĂŸten Anteil am Klangcharakter von Collision haben die Parameter der beiden Resonator-Seiten. Jeder Stereo-Resonator kann mit dem zugehörigen Schalter auf der jeweiligen Seite ein- oder ausgeschaltet werden. Bedenken Sie bitte, dass kein Klang erzeugt wird, wenn beide Resonatoren ausgeschaltet sind.

Jeder Resonator-Bereich ist in drei weitere Unterbereiche aufgeteilt. Links befinden sich alle Parameter, die sich auf die Stimmung beziehen. In der Mitte sind alle Parameter, die die physikalischen Eigenschaften der Resonanzkörper bestimmen. Rechts befinden sich Mixer-Parameter. Jeder Unterbereich in der Mitte besitzt einen "Copy to"-Taster. Das DrĂŒcken dieses Tasters kopiert die Parametereinstellungen dieses Unterbereichs von dem momentan gewĂ€hlten Resonator auf den anderen Resonator.

Die "Link"-Funktion zwischen den Resonator-Seiten ermöglicht Ihnen, die Parameter fĂŒr beide Resonatoren gleichzeitig einzustellen. Das Verhalten Ă€hnelt dabei dem Ändern von Eigenschaften bei einer Mehrfachauswahl von Clips (siehe Kapitel 8): Parameter mit unterschiedlichen Werten zeigen diese Werte als Spanne an (entweder bei Drehreglern direkt am jeweiligen Parameter selbst oder bei Schiebereglern und WahlmenĂŒs in der Statuszeile) und können mit dem verkoppelten Parameter-Regler oder MenĂŒ gemeinsam eingestellt werden. Das Ziehen eines Parameters auf seinen absoluten Maximal- oder Minimalwert, lĂ€sst die Einstellung identisch werden, d.h. im Anschluss ist nur noch ein einzelner Wert vorhanden und einstellbar.

Der Tuning-Bereich

CollisionTuning.png
Die Resonator-Seiten

Die Tune- und Fine-Regler bestimmen die Grob- oder Feinstimmung der Resonatorfrequenz. Tune stellt die Frequenz in Halbtonschritten nach oben oder unten ein, wÀhrend Fine der Einstellung in Cent-Schritten, maximal bis zu einem Viertelton (50 Cent) nach oben oder unten, dient.

Der Key-Regler unter den beiden Tune-Reglern steuert, wie stark die Stimmung des Resonators auf eine Änderung der MIDI-Notentonhöhe reagiert. Ein Standardwert von 100% fĂŒhrt dazu, dass der Resonator seine Stimmung der normalen wohltemperierten Stimmung anpasst. Bei 200% fĂŒhrt jeder Halbtonschritt auf der Tastatur zu einer Änderung der Stimmung mit einem Ganztonschritt. Bei negativen Werten fĂ€llt die Stimmung des Resonators, wenn Sie höhere Noten auf der Tastatur spielen.

Die Pitch-HĂŒllkurven-Parameter wenden eine Rampe an, die die Tonhöhe des Resonators ĂŒber Zeit moduliert. Pitch bestimmt die Anfangstonhöhe und Time, wie lange die Tohöhe fĂŒr das Gleiten bis zum Endwert benötigt. Die Anfangstonhöhe kann auch mit dem Vel-Regler von der Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden.

Der Physical-Properties-Bereich

CollisionProperties.png
Physical-Properties-Bereich zur Bestimmung der physikalischen Eigenschaften eines Resonators.

Der Wahlschalter Type ermöglicht Ihnen die Auswahl aus sieben verschiedenen physikalischen Modellen resonanter Klangkörper:

  • Beam simuliert die Resonanzeigenschaften von KlangstĂ€ben aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸen.
  • Marimba, eine Sondervariante des Beam-Modells, reproduziert die charakteristischen Obertöne von KlangstĂ€ben des Marimbaphons, die sich aufgrund der starken Schnittwölbung der Stabunterseite ergeben.
  • String simuliert den Klang von Saiten aus verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen StĂ€rken.
  • Membrane ist das Modell einer rechteckigen Membran (wie z.B Schlagzeugfell) mit unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe und Konstruktion.
  • Plate simuliert den Klang, der von einer rechteckigen, flachen Platte aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen GrĂ¶ĂŸen erzeugt wird.
  • Pipe simuliert ein zylinderförmiges Rohr, das an einem Ende vollstĂ€ndig geöffnet ist und am anderen Ende eine variable Öffnung besitzt (deren GrĂ¶ĂŸe mit dem Opening-Parameter eingestellt wird.)
  • Tube simuliert ein zylinderförmiges Rohr, das an beiden Enden vollstĂ€ndig geöffnet ist.

Mit dem Quality-Wahlschalter kann die KlangqualitÀt des Resonator-Modells bestimmt, bzw. ein guter Kompromiss zwischen KlangqualitÀt und CPU-Bedarf gefunden werden, indem die Anzahl der berechneten Obertöne reduziert wird. "Basic" benutzt die geringsten CPU-Ressourcen, wÀhrend "Full" wesentlich komplexere Resonanzen erzeugt. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt.

Der Decay-Parameter stellt das interne DĂ€mpfungsverhalten des Resonators ein und bestimmt somit seine Decay-Zeit. Off Decay bestimmt, in welchem Maße MIDI-Note-Off-Meldungen die Resonanzschwingung abdĂ€mpfen. Bei 0% werden Note-Offs ignoriert und die Decay-Zeit wird nur von dem eingestellten Wert des Decay-Parameters bestimmt. Dies entspricht dem Verhalten echter Stabspiel-Instrumente wie Marimba oder Glockenspiel. Bei 100% wird die Resonanz unabhĂ€ngig von der Decay-Zeit sofort nach einer Note-Off-Meldung abgedĂ€mpft.

Der Material-Regler stellt die Abweichung des DÀmpfungsverhaltens bei unterschiedlichen Frequenzen ein. Bei niedrigen Werten klingen tiefe Frequenzanteile lÀnger nach als hohe (wodurch Klangkörper simuliert werden, die aus Holz, Nylon oder Gummi sind). Bei höheren Werten klingen hohe Frequenzanteile lÀnger nach (wodurch Klangkörper aus Glas oder Metall simuliert werden). Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt.

Der Radius-Parameter ist nur bei den Pipe- und Tube-Resonatoren vorhanden. Er bestimmt bei beiden Rohr-Modellen den Radius des modellierten Rohrs. Wenn der Radius zunimmt, erhöhen sich fĂŒr hohe Frequenzen sowohl die Decay-Zeit als auch die Sustain-Dauer. Bei sehr großen Rohren verĂ€ndert sich auch die Grundtonhöhe des Resonators.

Die Decay- und Material/Radius-Parameter lassen sich auch ĂŒber das X-Y-Feld einstellen und von der Tonhöhe und Anschlagsgeschwindigkeit mit den Reglern unter dem X-Y-Feld modulieren.

Ratio ist nur bei den Membrane- und Plate-Resonatoren vorhanden und bestimmt das SeitenverhÀltnis des Klangkörpers.

Der Brightness-Parameter bestimmt die Amplitude der unterschiedlichen Frequenzbestandteile. Bei höheren Werten sind hohe Frequenzen lauter. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt.

Der Inharmonics-Regler Àndert die Stimmung der vom Resonator erzeugten Obertöne bzw. ihr ObertonverhÀltnis. Bei negativen Werten werden die Frequenzen zusammengepresst, wodurch die Anzahl an tiefen Teiltönen zunimmt. Bei positiven Werten werden die Teilton-Frequenzen gedehnt, wodurch die Anzahl an oberen Teiltönen zunimmt. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt. Der Parameter kann mit dem Regler unter dem Inharmonics-Regler von der Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden.

Opening ist nur bei dem Pipe-Resonator vorhanden und skaliert die GrĂ¶ĂŸe zwischen offenem und geschlossenem Rohr. Bei 0% ist das Rohr an einem Ende vollstĂ€ndig geschlossen, wĂ€hrend bei 100% das Rohr an beiden Enden geöffnet ist. Auch dieser Parameter kann mit dem Parameter unter dem Opening-Regler von der Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden.

Die Parameter Listening L und R bestimmen fĂŒr den linken und rechten Resonator die Positionen, an denen die Vibrationen gemessen werden. Bei 0% werden die Resonanzen praktisch in der Mitte des Klangkörpers abgehört. Höhere Werte verschieben den Abhörpunkt nĂ€her zum Rand hin. Diese Parameter werden bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt, da bei diesen Modellen immer in der Mitte des dauerhaft geöffneten Endes gemessen wird.

Der Hit-Regler bestimmt die Stelle, an der der Klangkörper angeschlagen oder auf andere Weise zum Schwingen angeregt wird. Bei 0% wird der Klangkörper in der Mitte angeschlagen bzw. angeregt. Höhere Werte verschieben diesen Punkt nÀher zu den Randbereichen hin. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt. Die Anschlagsposition lÀsst sich auch zufÀllig variieren, indem der Wert des Random-Parameters (Rd.) erhöht wird, der unter dem Hit-Regler liegt.

Der Mixer-Bereich

CollisionMixer.png
Resonator-Mixer

Jeder Resonator besitzt eigene Regler fĂŒr LautstĂ€rke (Volume) und Stereo-Panorama (Pan). Pan kann auch mit dem Key-Regler (K) unter dem Pan-Parameter von der Notentonhöhe moduliert werden.

Der Bleed-Regler mischt dem Resonanzsignal wieder einen Teil des unbearbeiteten Signals hinzu. Bei höheren Werten ist also mehr vom Originalsignal zu hören. Die Funktion ist sehr nĂŒtzlich, um hohe Frequenzen zurĂŒckzugewinnen, die oft abgedĂ€mpft werden, wenn sehr tiefe Resonator-Frequenzen (Tonhöhen) eingestellt sind oder wenn ein Modell mit einer geringeren QualitĂ€t berechnet wird.

24.2.4 Die LFO-Seite

CollisionLFO.png
Collisions LFOs.

Die beiden unabhĂ€ngigen LFOs von Collision lassen sich als Modulationsquellen fĂŒr eine ganze Reihe der Excitator- und Resonator-Parameter einsetzen, die mit den Destination-WahlmenĂŒs ausgewĂ€hlt werden. ZusĂ€tzlich können sich die LFOs auch gegenseitig modulieren.

Die Schalter LFO 1 und LFO 2 schalten den entsprechenden LFO ein oder aus und mit dem Waveform-WahlmenĂŒ wird die LFO-Wellenform bestimmt. Zur Auswahl stehen Sinus, Rechteck, Dreieck, SĂ€gezahn aufsteigend, SĂ€gezahn absteigend und zwei Arten von Rauschen. Der erste Typ Rauschen benutzt stufenförmige Zufallswerte, der zweite hingegen benutzt stufenlose ÜbergĂ€nge zwischen den Zufallswerten.

Der Schalter neben dem Waveform-WahlmenĂŒ bestimmt, ob die LFO-Frequenz in Hertz oder in einer musikalischen Taktunterteilung synchron zum Tempo eingestellt werden kann.

Depth bestimmt die Gesamt-IntensitÀt des LFOs und Rate stellt seine Geschwindigkeit ein. Die Regler unter diesen Parametern ermöglichen weitere Modulationen; Depth kann von der Anschlagsgeschwindigkeit (Velocity) und Rate von der Notentonhöhe (Pitch) moduliert werden.

Ist Retrig aktiviert, startet jedes Triggern einer Note den LFO neu in seiner Wellenform-Phase. Der Offset-Regler bestimmt die Phase der Wellenform.

Jeder LFO kann zwei Ziele modulieren, die mit den Destination-WahlmenĂŒs bestimmt werden. Die ModulationsstĂ€rke wird mit den Amount-Reglern eingestellt. Beachten Sie bitte, dass die ModulationsstĂ€rken relativ zu den eingestellten Depth-Werten des LFOs sind.

24.2.5 Die MIDI-Seite

CollisionMIDI.png
Collisions MIDI-Seite.

Die MIDI-Seite ermöglicht eine umfangreiche Auswahl an internen MIDI-Zuordnungen. Die MIDI-Controller Pitchbend, Modulations-Rad und Aftertouch können jeweils zwei Zielen zugeordnet werden. Mit den Amount-Reglern lassen sich fĂŒr beide Ziele unabhĂ€ngige ModulationsstĂ€rken einstellen. Beachten Sie bitte, dass Pitchbend fest der Tonhöhenmodulation zugeordnet ist, jedoch noch zu einem weiteren Modulationsziel geroutet werden kann.

Der Global-Bereich

CollisionGlobal.png
Collisions Global-Bereich

Der Global-Bereich enthÀlt Parameter, die das Gesamtverhalten von Collision beeinflussen.

Der Volume-Regler bestimmt die Gesamt-AusgangslautstÀrke von Collision.

Collision enthĂ€lt einen integrierten Limiter, der bei zu hohen LautstĂ€rken automatisch eingeschaltet wird. Sobald der Limiter aktiv ist, leuchtet die LED ĂŒber dem globalen Volume-Regler von Collision auf.

Die Structure-Taster legen fest, ob Collisions Resonatoren seriell (1 > 2) oder parallel (1 + 2) angeordnet sind.

Seriell angeordnet, wird der Ausgang von Mallet und Noise in den Resonator 1 geleitet. Der Ausgang dieses Resonators wird dann mono zusammengemischt und in den Resonator 2 weitergeleitet, sowie in den eigenen Mixer (in Stereo). Beachten Sie bitte, dass Resonator 1 eingeschaltet sein muss, wenn der serielle Modus benutzt wird:

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Die Resonatoren in der seriellen 1 > 2 Konfiguration.

Im Parallel-Modus wird der Ausgang von Mallet und Noise zusammengemischt und direkt in die beiden Resonatoren geleitet, die danach ihr Ausgangssignal jeweils an ihren eigenen Mixer weiterleiten.

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Die Resonatoren in der parallelen 1 + 2 Konfiguration.

Das Voices-MenĂŒ bestimmt die maximale Polyphonie. Da jede zusĂ€tzlich genutzte Stimme die CPU auch zusĂ€tzlich beansprucht, mĂŒssen Sie vor allem bei Ă€lteren Rechnern eventuell etwas mit dem Voices-Wert experimentieren, um eine gute Balance zwischen Spielbarkeit und Leistungsbedarf zu finden.

Mit aktivierter Retrig.-Funktion werden bereits erklingende Noten beim erneuten Triggern der gleichen Noten sofort gestoppt und es werden fĂŒr diese neuen Noten keine zusĂ€tzlichen Polyphonie-Stimmen verbraucht. Dies kann beim Einsparen von CPU-Ressourcen helfen, vor allem bei KlĂ€ngen mit langen Decay-Zeiten.

24.2.6 Sound-Design-Tipps

Obwohl Collision entwickelt wurde, um das Verhalten von echten Klangkörpern nachzubilden, sollten Sie sich daran erinnern, dass die Modelle eine weitaus höhere FlexibilitĂ€t als ihre natĂŒrlichen GegenstĂŒcke besitzen. Collision kann einerseits außergewöhnlich realistische Simulationen von normalen Stabspiel-Instrumenten wie Marimba, Vibraphon und Glockenspiel erzeugen. Es ist jedoch auch sehr leicht, die Parameter des Instruments zu "missbrauchen" und KlĂ€nge zu erzeugen, die mit einem rein akustischen Instrument niemals möglich wĂ€ren.

Um realistische Instrumenten-Simulationen zu programmieren, hilft es, sich die Abfolge der einzelnen Ereignisse vorzustellen, die den Klang eines Stabspiel-Instruments verursachen (z.B. bei einer Marimba), um dann diese Ereignisse mit den einzelnen Bereichen von Collision nach und nach umzusetzen:

  • ein Schlegel (Mallet-Bereich) schlĂ€gt einen auf Tonhöhe gestimmten Klangstab an (Resonator 1).
  • Die Resonanz dieses gestimmten Klangstabes wird dann durch ein resonierendes Rohr verstĂ€rkt (Resonator 2).

Das normale Modell besteht also aus dem Mallet-Excitator und den zwei Resonatoren in serieller Konfiguration (1 > 2).

Aber natĂŒrlich ist alles erlaubt, um unrealistische KlĂ€nge zu programmieren:

  • versuchen Sie den Noise-Excitator, insbesonderen mit langen HĂŒllkurvenzeiten einzusetzen, um verwaschene, granular-Ă€hnliche Texturen zu erzeugen. Diese Parameter lassen sich auch hervorragend einsetzen, um akustische Spezialeffekte zu simulieren, wie z.B. mit einem Bogen gestrichene Vibraphone oder auch den Klang von KristallglĂ€sern.
  • experimentieren Sie mit den Resonatoren in Parallel-Konfiguration (1 + 2).
  • benutzen Sie die LFOs und MIDI-Controller zur Modulation von Collisions Parametern.

Doch Vorsicht: in vielen Punkten sind Collisions Modelle idealisierte Versionen von echten Klangkörpern. Es lassen sich darum sehr einfach Resonanzen programmieren, die weitaus empfindlicher auf das Eingangssignal reagieren, als es mit einem real existierenden Resonator jemals möglich wĂ€re. Bestimmte Parameterkombinationen können unerwartet zu extremen LautstĂ€rkeschwankungen fĂŒhren. Vergewissern Sie sich, dass Sie beim Experimentieren mit neuen KlĂ€ngen mit niedrigen Ausgangspegeln arbeiten.

24.3 Electric

Electric.png
Das Instrument Electric.

(Hinweis: Das Electric-Instrument ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Electric ist ein Software-E-Piano, das in Zusammenarbeit mit Applied Acoustics Systems entwickelt wurde und auf den klassischen Instrumenten der 70er Jahre basiert. Jede Komponente dieser Instrumente wurde mittels fortschrittlicher Physical-Modeling-Technologie nachgebildet, um ein Höchstmaß an Klangtreue und Lebendigkeit zu erzielen. Physical Modeling verwendet die Regeln der Physik, um das Verhalten eines Objekts zu reproduzieren. In anderen Worten: Electric berechnet in Echtzeit mathematische Gleichungen, die beschreiben, wie sich seine verschiedenen Komponenten verhalten. In Electric kommen weder Sampling noch Wavetables zum Einsatz; der Klang wird einfach in Echtzeit und entsprechend der Werte jedes Parameters von der CPU berechnet. Electric ist mehr als eine einfach Nachbildung legendĂ€rer Instrumente; seine Parameter können Werte annehmen, die mit den echten Instrumenten nicht möglich sind. So lassen sich hervorragende neue KlĂ€nge erzeugen, die aber stets eine warme akustische QualitĂ€t besitzen.

24.3.1 Architektur und OberflÀche

Der Mechanismus eines Elektrischen Pianos ist eigentlich ganz einfach. Eine auf der Tastatur gespielte Note setzt ein HĂ€mmerchen (Mallet) in Bewegung, das auf eine Stimmgabel (Fork) schlĂ€gt. Der Klang dieser Stimmgabel wird durch eine magnetische Spule (Pickup) verstĂ€rkt und an den Ausgang geleitet -- Ă€hnlich wie bei einer Elektrischen Gitarre. Die Stimmgabel besteht aus zwei Teilen, dem Stimmstab (Tine) und dem Tonriegel (Tone). Der Tine ist der Teil, auf den der Hammer schlĂ€gt, wĂ€hrend Tone ein gestimmter metallener Resonator ist, dessen GrĂ¶ĂŸe ungefĂ€hr so bemessen ist, dass er die richtige Tonhöhe erzeugen kann. Wird die Stimmgabel angeschlagen, so schwingt sie fĂŒr eine lĂ€ngere Zeit nach. Das Loslassen der Taste bringt sie jedoch mit einem DĂ€mpfer (Damper) in BerĂŒhrung, der das Abklingen verkĂŒrzt.

Die OberflĂ€che von Electric ist in fĂŒnf Hauptbereiche unterteilt, von denen manche weitere Unterbereiche besitzen. Die ersten vier Hauptbereiche (Mallet, Fork, Damper und Pickup) entsprechen den oben genannten Komponenten der Klangerzeugung. Der Bereich Global enthĂ€lt Parameter fĂŒr das allgemeine Verhalten, etwa fĂŒr Pitch Bend und Polyphonie.

24.3.2 Mallet-Bereich

Der Mallet-Bereich enthĂ€lt Parameter fĂŒr die physikalischen Eigenschaften des Hammers selbst und dafĂŒr, wie er auf Ihr Spiel reagiert.

Der Parameter Stiffness bestimmt, wie hart die SchlagflĂ€che des Hammers ist. Höhere Werte simulieren eine hĂ€rtere OberflĂ€che, was zu einem höhenreicheren Klang fĂŒhrt. Kleinere Werte fĂŒhren zu einer weicheren OberflĂ€che und einem sanfteren Klang. Der Parameter Force regelt die StĂ€rke, mit der der Hammer auf die Stimmgabel einwirkt. Niedrige Werte simulieren ein schwĂ€cheres Auftreffen, höhere ein stĂ€rkeres.

Stiffness und Strength können mit den Parametern Vel und Key unterhalb der Regler auch in AbhÀngigkeit der Velocity beziehungsweise der Notennummer beeinflusst werden.

Der Unterbereich Noise simuliert das GerÀusch, das durch das Auftreffen des Hammers auf der Stimmgabel verursacht wird. Der Decay-Parameter regelt die Abklinggeschwindigkeit dieses GerÀuschs, wÀhrend der Pitch-Parameter seine mittlere Frequenz bestimmt. Level regelt die LautstÀrke dieser GerÀusch-Komponente. Ein Key-Scaling-Parameter kann die LautstÀrke zusÀtzlich von der gespielten Tonhöhe abhÀngig machen.

24.3.3 Fork-Bereich

Der Fork-Bereich ist in die Unterbereiche Tine und Tone gegliedert. Dieser Bereich ist das Herz von Electrics Klangerzeugungsmechanismus.

Im Unterbereich Tine wird mit dem Stimmstab jener Teil der Stimmgabel kontrolliert, der direkt vom Hammer getroffen wird. Der Decay-Parameter bestimmt, wie lange der Tine-Klang wĂ€hrend einer gehaltenen Note ausklingt. Color regelt die relative Amplitude fĂŒr die höheren und die tieferen Teiltöne im Spektrum des Tine. Niedrige Werte betonen die tieferen Obertöne, höhere Werte die höheren Teiltöne. Die LautstĂ€rke der Tine wird mit dem Level-Parameter bestimmt. Ein Key-Scaling-Parameter kann diese LautstĂ€rke zusĂ€tzlich von der gespielten Tonhöhe abhĂ€ngig machen.

Der Unterbereich Tone kontrolliert mit dem Tonriegel den zweiten Resonanzbereich der Stimmgabel. Die Parameter Decay und Level arbeiten hier entsprechend zu ihren Tine-GegenstĂŒcken.

Der Release-Regler wirkt auf Tine und Tone gemeinsam und bestimmt die Abklingdauer nach Loslassen einer Taste.

24.3.4 Damper-Bereich

Die metallenen Stimmgabeln in einem Elektrischen Piano sind so konstruiert, dass sie lange ausklingen, wĂ€hrend eine Note gehalten wird. Der Mechanismus, der dieses Ausklingen steuert, ist der DĂ€mpfer. Wenn eine Taste gedrĂŒckt wird, entfernt sich der DĂ€mpfer von seiner Stimmgabel. Wird die Taste losgelassen, so wird er wieder an die Stimmgabel angedrĂŒckt und stoppt ihre Vibration. Die DĂ€mpfer selbst erzeugen ebenfalls einen kleinen Klanganteil, sowohl beim AndrĂŒcken als auch beim Entfernen. Dieses charakteristische GerĂ€usch wird in Electrics DĂ€mpfer-Bereich modelliert.

Der Tone-Regler bestimmt die HĂ€rte des DĂ€mpfers. Eine Linksdrehung simuliert weiche DĂ€mpfer, die ein sanftes GerĂ€usch erzeugen. Eine Rechtsdrehung fĂŒhrt zu hĂ€rteren DĂ€mpfern, die einen höhenreicheres GerĂ€usch produzieren. Die LautstĂ€rke des DĂ€mpfer-GerĂ€uschs wird mit Level geregelt.

Der Att/Rel-Regler bestimmt, ob das DĂ€mpfer-GerĂ€usch beim AndrĂŒcken und/oder beim Entfernen von der Stimmgabel hörbar wird. Ist er ganz nach links gedreht, tritt es nur beim Anschlagen einer Note auf. Ist er ganz nach rechts gedreht, tritt es nur beim Ausklingen auf. In der Mittelstellung ist das DĂ€mpfer-GerĂ€usch gleichermaßen wĂ€hrend der Attack- und Release-Phase einer Note zu hören.

24.3.5 Pickup-Bereich

Der Pickup-Bereich simuliert das Verhalten des elektromagnetischen Pickups, der den Klang der schwingenden Stimmgabel verstÀrkt.

Die Schalter R-W wÀhlen zwischen zwei verschiedenen Pickup-Typen. Bei Auswahl von R simuliert Electric elektrodynamische Pickups, bei Auswahl von W ein elektrostatisches Modell.

Der Input-Regler bestimmt den Anteil des Fork-Signals, das an den Pickup geleitet wird und beeinflusst damit auch den Grad der Verzerrung, die dem gesamten Signal hinzugefĂŒgt wird. Der Output-Regler bestimmt den Anteil des Signals, der aus dem Pickup-Bereich herausgefĂŒhrt wird. Unterschiedliche Kombinationen dieser beiden Regler können sehr unterschiedliche Ergebnisse bewirken. Eine niedrigere Einstellung fĂŒr Input mit einer höheren Einstellung fĂŒr Output wird beispielsweise einen reineren Klang produzieren als viel Input und wenig Output. Ein Key-Scaling-Parameter kann Output zusĂ€tzlich durch die gespielte Tonhöhe modulieren.

Die Parameter Symmetry und Distance entscheiden ĂŒber die Position des Pickups im VerhĂ€ltnis zum Tine. Symmetry bestimmt die vertikale Position des Pickups. In der Mittelstellung ist der Pickup direkt vor dem Tine platziert, was zu einem höhenreichen Klang fĂŒhrt. Das Drehen nach links oder rechts bewegt den Pickup unter beziehungsweise ĂŒber den Tine. Distance bestimmt die Entfernung des Pickups vom Tine. Das Drehen nach rechts entfernt ihn vom Tine, das Drehen nach links rĂŒckt ihn nĂ€her heran. Beachten Sie, dass mit abnehmender Entfernung die Verzerrung im Klang zunimmt.

24.3.6 Global-Bereich

Der Global-Bereich enhÀlt Parameter, die das allgemeine Verhalten von Electric kontrollieren.

Der Volume-Regler bestimmt Electrics GesamtlautstÀrke.

Das Voices-MenĂŒ bestimmt die maximale Polyphonie. Da jede zusĂ€tzlich genutzte Stimme die CPU auch zusĂ€tzlich beansprucht, mĂŒssen Sie vor allem bei Ă€lteren Rechnern eventuell etwas mit dem Voices-Wert experimentieren, um eine gute Balance zwischen Spielbarkeit und Leistungsbedarf zu finden.

Die Parameter Semi und Detune regeln die Grob- und Feinstimmung. Semi transponiert das ganze Instrument in Halbtonschritten auf oder ab, wÀhrend Detune die Stimmung in Cent-Schritten justiert (maximal 50 Cents hoch oder runter).

Stretch simuliert eine als ‘gestreckte Stimmung' bekannte und gebrĂ€uchliche Modifikation, der sowohl elektrische als auch akustische Pianos unterzogen werden und die ein wesentliches Merkmal ihres charakteristischen Klangs ist. Bei einem Wert von 0% spielt Electric in wohltemperierter Stimmung. Das bedeutet, dass zwei Noten eine Oktave auseinander liegen, wenn der Grundton der höheren Note exakt doppelt so hoch ist wie der der tieferen Note. Da das tatsĂ€chliche Resonanzverhalten eines Tine oder einer Saite aber von diesem theoretischen Modell abweicht, tendiert die wohltemperierte Stimmung dazu, auf Pianos "falsch" zu klingen. Die gestreckte Stimmung versucht dies zu kompensieren, indem sie die Tonhöhe höherer Noten etwas erhöht und die tieferer etwas absenkt. Das Ergebnis ist ein strahlenderer Klang. Negative Stretch-Werte simulieren eine "negative" gestreckte Stimmung: Höhere Noten werden tiefer, tiefere Noten höher gestimmt.

P Bend wÀhlt den Pitchbend-Modulationsbereich in Halbtönen.

24.4 External Instrument

(Hinweis: Das External-Instrument-GerĂ€t ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

ExternalInstrument.png
Die in den Routing-MenĂŒs angezeigten ReWire-Optionen.

Das External Instrument.

Das GerĂ€t External Instrument ist nicht selbst ein Instrument, sondern vielmehr ein Routing-Werkzeug das es Ihnen erlaubt, externe (Hardware-)Synthesizer, ReWire-GerĂ€te und multitimbrale Plug-Ins einfach in Ihre Projekte einzubinden. Es sendet MIDI aus und fĂŒhrt Audio zurĂŒck.

Die beiden MIDI-an-MenĂŒs wĂ€hlen den Ausgang, an den das GerĂ€t MIDI-Daten sendet. Das obere MenĂŒ wĂ€hlt entweder einen physikalischen MIDI-Port (siehe 14.3.1), einen ReWire-Slave (siehe 14.4)oder ein multitimbrales Plug-In als Ziel. Wenn Sie einen MIDI-Port wĂ€hlen (um einen externen Synthesizer anzusprechen), erlaubt Ihnen das zweite MenĂŒ die Auswahl der MIDI-Kanalnummer. Haben Sie einen ReWire-Slave wie etwa Reason als Ziel gewĂ€hlt, können Sie im zweiten MenĂŒ die verfĂŒgbaren GerĂ€te im Slave-Projekt auswĂ€hlen:

ExternalInstrumentRewireChoosers.png
Die in den Routing-MenĂŒs angezeigten ReWire-Optionen.

EnthĂ€lt eine andere Spur in Ihrem Projekt ein multitimbrales Plug-In, können Sie im oberen MenĂŒ diese Spur auswĂ€hlen. In diesem Fall stehen im MenĂŒ darunter die einzelnen MIDI-KanĂ€le des Plug-Ins zur Auswahl.

Das Audio-von-MenĂŒ ermöglicht es, das Audiosignal vom Hardware-Synthesizer, dem Plug-In oder dem ReWire-GerĂ€t zurĂŒckzufĂŒhren. Nutzen Sie einen externen Hardware-Synthesizer als Ziel, verwenden Sie dieses MenĂŒ, um den Eingang Ihrer Audio-Hardware auszuwĂ€hlen, an den der Ausgang des Synthesizers angeschlossen ist. Die verfĂŒgbaren Optionen hĂ€ngen hier von den Audio-Voreinstellungen ab.

Nutzen Sie einen ReWire-Slave als Ziel, listet das Audio-von-MenĂŒ alle verfĂŒgbaren AudiokanĂ€le im Slave auf. WĂ€hlen Sie den Kanal, der das Signal des Instruments fĂŒhrt, zu dem Sie MIDI senden. Nutzen Sie ein multitimbrales Plug-In auf einer anderen Spur in Ihrem Live Set als Ziel, listet das Audio-von-MenĂŒ die verfĂŒgbaren EinzelausgĂ€nge des Plug-Ins auf. Beachten Sie, dass der Hauptausgang des multitimbralen Instruments immer in der Spur zu hören ist, die das Instrument enthĂ€lt.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des Audiosignals, das vom Ziel zurĂŒckgefĂŒhrt wird. Er sollte sorgfĂ€ltig eingestellt werden, um Übersteuerungen zu vermeiden.

Da externe GerĂ€te eine Latenz besitzen können, die Live nicht automatisch erkennen kann, lassen sich Verzögerungen mit dem Hardware-Latenz-Regler manuell ausgleichen. Der Schalter neben diesem Regler erlaubt es Ihnen, die Kompensation wahlweise in Millisekunden oder Samples vorzunehmen. Ist Ihr externes GerĂ€t ĂŒber eine Digitalverbindung an Live angeschlossen, werden Sie die Latenz in Samples einstellen wollen, da die Anzahl der eingestellten Samples auch bei einem Wechsel der Sampling-Rate erhalten bleibt. Ist Ihr externes GerĂ€t ĂŒber eine Analogverbindung an Live angeschlossen, werden Sie die Latenz lieber in Millisekunden einstellen wollen, da bei einem Wechsel der Sampling-Rate in diesem Fall die eingestellte Zeitdauer konstant bleibt. Beachten Sie, dass die Einstellung in Samples eine feinere Justierung erlaubt. Sie werden diese daher auch beim Arbeiten mit analogen GerĂ€ten verwenden wollen, um durch "Feintuning" eine möglichst niedrige Latenz zu erzielen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt zurĂŒck auf Millisekunden schalten, bevor Sie die Sampling-Rate Ă€ndern. Jede Latenz, die durch GerĂ€te innerhalb von Live entsteht, wird automatisch kompensiert; der Regler ist daher nicht verfĂŒgbar, falls das External-Instrument-GerĂ€t fĂŒr ein internes Routing verwendet wird. Beim Routing von ReWire-GerĂ€ten wird eine Latenz-Kompensation wahrscheinlich nicht nötig sein, da die meisten ReWire-fĂ€higen Programme die Latenz ebenfalls automatisch kompensieren. Sollte jedoch etwas in Ihrem Set timingmĂ€ĂŸig mal aus dem Tritt sein, können Sie eine Anpassung mit diesem Parameter probieren.

Hinweis: Ist die Option zur Latenzkompensation (siehe 17.5) im Optionen-MenĂŒ deaktiviert, ist auch der Hardware-Latenz-Regler inaktiv.

Um nÀhere Informationen zu verschiedenen Routing-Szenarien mit dem External-Instrument-GerÀt zu erhalten, lesen Sie bitte das Kapitel EingÀnge/AusgÀnge und Signal-Routing (siehe Kapitel 14).

24.5 Impulse

Impulse.png
Das Instrument Impulse.

Impulse ist ein Drum-Sampler mit komplexen Modulationsmöglichkeiten. Die acht in die Slots von Impulse geladenen Drum-Samples können mit Timestretching bearbeitet, gefiltert, mit einer HĂŒllkurve und Saturation versehen und im Panorama und in der LautstĂ€rke geregelt werden. Fast alle dieser Parameter können zufĂ€llig oder durch Velocity moduliert werden.

24.5.1 Die Sample-Slots

Ziehen Sie Samples aus dem Browser oder der Session- oder Arrangement-Ansicht in die Slots von Impulse. Alternativ bietet jeder Sample-Slot einen Hot-Swap-Taster (siehe “Hot-Swap-Modus”) zum schnellen Laden von Samples . Geladene Samples können Sie mit den Tasten Backspace oder Delete Ihrer Rechnertastatur löschen.

Geladene Samples werden automatisch Tasten auf einer MIDI-Tastatur zugeordnet, sofern diese angeschlossen und von Live erkannt wurde. C3 wird das Sample ganz links triggern, die anderen Samples werden durch die Tasten zwischen C3 und C4 gesteuert. Die acht Slots von Impulse sind in den Notenzeilen MIDI-.Editors (siehe Kapitel 10)sichtbar, wenn dort der "Fold"-Schalter aktiviert ist - und zwar auch dann, wenn nicht alle Notenzeilen MIDI-Noten enthalten. Die Zuordnung zu den Noten kann mit Hilfe eines Pitch-Effekts (siehe 23.4) durch Transponieren oder mit Hilfe eines Scale-Effekts (siehe 23.6) geÀndert werden.

Jedes der acht Samples hat einen eigenen Parametersatz, der nach Anklicken des Samples im Bereich unterhalb der Sample-Slots zu sehen ist. Änderungen der Einstellungen werden erst beim Anschlagen einer neuen Note wirksam - sie beeinflussen nicht die gerade spielenden Noten. Beachten Sie, dass dieses Verhalten auch die Reaktion von Impulse auf ParameterĂ€nderungen durch Clip-HĂŒllkurven oder die Automation bestimmt: auch sie werden erst bei neuen Noten wirksam. Verwenden Sie den Simpler (siehe 24.8), falls Sie kontinuierliche ParameterĂ€nderungen bei gehaltenen Noten erzeugen wollen.

Die Parameter von Slot 8 enthalten auch einen "Link"-Schalter in der linken unteren Ecke, der Slot 8 mit Slot 7 koppelt. Das Koppeln der beiden Slots fĂŒhrt dazu, dass das Aktivieren der Wiedergabe von Slot 7 die Wiedergabe von Slot 8 stoppt und andersrum. Diese Möglichkeit wurde besonders fĂŒr eine bestimmte Anwendung vorgesehen (kann aber natĂŒrlich auch fĂŒr andere Zwecke verwendet werden): z.B. um bei akustischen Hihats das Abschneiden der offenen durch die geschlossene nachzubilden..

Bei jedem Slot kann mit Bedienelementen, die beim Überstreichen mit der Maus erscheinen, das Sample abgespielt, solo- oder stummgeschaltet oder das Hot-Swapping fĂŒr den Slot aktiviert werden.

24.5.2 Start, Transpose und Stretch

Der Start-Parameter bestimmt den Beginn der Wiedergabe im Sample und erlaubt es, diese maximal 100 mS hinter dem eigentlichen Sample-Startpunkt beginnen zu lassen. Der Parameter Transp (Transpose) bestimmt die Transponierung des Samples, ist im Bereich von +/- 48 Halbtönen einstellbar und kann mit den entsprechenden Parametern durch die Velocity oder einen Zufallswert moduliert werden.

Der Stretch-Parameter hat einen Regelbereich von -100 bis 100 Prozent. Negative Werte verkĂŒrzen das Samples, positive dehnen es. Zwei Stretching-Algorithmen stehen zur Wahl: Modus A ist ideal fĂŒr tiefe KlĂ€nge wie Toms oder Bass geeignet, Modus B eignet sich fĂŒr hohe KlĂ€nge, beispielsweise fĂŒr Becken. Der Stretch-Wert kann ebenfalls durch die Anschlagsgeschwindigkeit der MIDI-Noten moduliert werden.

24.5.3 Filter

Die Filterabteilung bietet eine Reihe verschiedener Filtertypen, von denen jeder dem Sample durch das Entfernen bestimmter Frequenzen einen individuellen Charakter aufprÀgt. Der Frequency-Parameter bestimmt dabei, wo im Frequenzspektrum das Filter wirksam wird, der Resonance-Parameter verstÀrkt die Frequenzen an diesem Punkt des Spektrums. Der Frequency-Parameter des Filters kann entweder durch einen Zufallswert oder die Velocity der MIDI-Noten moduliert werden.

24.5.4 SĂ€ttigung und HĂŒllkurve

Der Saturator gibt dem Sample einen fetteren, runderen und analogtypischeren Klang und kann wahlweise aktiviert oder deaktiviert werden. Der Drive-Parameter verstĂ€rkt das Signal und fĂŒgt Verzerrungen hinzu. Dadurch wird das Signal in der Regel viel lauter -- ein Effekt, den man ĂŒblicherweise durch ZurĂŒckdrehen seines LautstĂ€rke-Parameters kompensieren sollte. Bei tiefen KlĂ€ngen erzeugen extreme Drive-Einstellungen die typischen verzerrten analogen Synth-Drum-Sounds.

Die HĂŒllkurve kann mit dem Decay-Parameter eingestellt werden, der auf ein Maximum von 10.0 Sekunden eingestellt werden kann. Impulse hat zwei Betriebsarten fĂŒr das Abklingen: Der Trigger-Modus erlaubt ein Abklingen innerhalb der Note; der Gate-Modus lĂ€sst das Abklingen erst nach dem Loslassen der Taste (nach dem Note Off) beginnen. Diese Betriebsart ist in Situationen nĂŒtzlich, in denen man variable Abklingzeiten benötigt, zum Beispiel bei Hi-Hat-Sounds.

24.5.5 Panorama und LautstÀrke

Jedes Sample besitzt Parameter fĂŒr Volume und Pan, mit denen seine LautstĂ€rke beziehungsweise seine Platzierung im Stereopanorama eingestellt werden können. Beide Parameter können moduliert werden: Pan durch Velocity und einen Zufallswert, Volume nur durch Velocity.

24.5.6 Globale Parameter

Die Parameter rechts neben den Sample-Slots bieten eine globale Kontrolle ĂŒber alle in Impulse geladenen Samples. Volume stellt die LautstĂ€rke des gesamten Instruments ein, Transp die Transponierung aller Samples. Der Time-Parameter beeinflusst das Timestretching und das Decay aller Samples und ermöglicht es Ihnen, zwischen kurzen und gedehnten Sounds zu morphen.

24.5.7 EinzelausgÀnge

Wenn eine neue Instanz von Impulse in eine Spur gezogen wird, so wird ihr Signal mit den Signalen anderer Instrumente und Effekte gemischt, die die GerĂ€te-Kette der betreffenden Spur speisen. HĂ€ufig ist es aber sinnvoller, das Instrument oder eines seiner Samples zu isolieren und zu einer separaten Spur zu schicken. Bitte lesen Sie das Kapitel ĂŒber das Routing (siehe “EinzelausgĂ€nge von Instrumenten abgreifen”) um zu erfahren, wie man den Gesamtausgang von Impulse oder die AusgĂ€nge einzelner Sample-Slots auf separate Spuren leitet.

24.6 Operator

Operator.png
Das Instrument Operator.

(Hinweis: Das Operator-Instrument ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Operator ist ein leistungsfĂ€higer und flexibler Synthesizer, der das Prinzip der "Frequenzmodulation" (FM) mit klassischer subtraktiver und additiver Synthese verbindet. Er nutzt vier Oszillatoren mit mehreren Wellenformen, die sich gegenseitig frequenzmodulieren und mit nur wenigen Klangerzeugungs-Elementen sehr komplexe Spektren erzeugen können. Operator hat einen Filterbereich, einen LFO und einige globale Parameter, sowie unabhĂ€ngige HĂŒllkurven fĂŒr Oszillatoren, Filter, LFO und Tonhöhe.

24.6.1 Allgemeiner Überblick

Die OberflĂ€che von Operator besteht aus zwei Teilen: der Anzeige und der Shell, die die Anzeige auf beiden Seiten umgibt. Diese Shell zeigt die wichtigsten Parameter auf einen Blick und ist in acht Bereiche unterteilt. Auf der linken Seite sind die vier Oszillatoren zu sehen, auf der rechten Seite, von oben nach unten, der LFO, der Filterbereich, die Tonhöhen-Parameter und die globalen Parameter. Sobald Sie einen der Parameter in der Shell verĂ€ndern, zeigt das Display in der Mitte automatisch die Details des betreffenden Abschnitts. Wenn Sie Ihre eigenen Sounds erzeugen, können Sie zum Beispiel zuerst bequem die LautstĂ€rken und Frequenzen aller Oszillatoren in der Shell und dann die HĂŒllkurve, die Wellenform und die anderen Parameter jedes einzelnen Oszillators in seinem Display einstellen.

Operator kann mit dem kleinen dreieckigen Schalter in seiner oberen linken Ecke eingeklappt werden. Das spart Platz, wenn Sie keinen Zugriff auf die Details im Display benötigen.

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Operator eingeklappt.

Jeder von Operators Oszillatoren kann sein Signal entweder direkt ausgeben oder zum Modulieren eines anderen Oszillators verwenden. Operator bietet elf vorgegebene Algorithmen, die bestimmen, wie die Oszillatoren verschaltet sind. Ein Algorithmus wird durch Anklicken eines der Struktur-Symbole im Global-Display gewĂ€hlt, das nach Auswahl des Abschnitts mit den globalen Parametern rechts unten in der Shell erscheint. Das Signal fließt in den Algorithmus-Symbolen von oben nach unten durch die dargestellten Oszillatoren. Auch der Algorithmus-Wahlschalter kann einem MIDI-Controller zugeordnet, automatisiert oder in Echtzeit moduliert werden, so wie jeder andere Parameter.

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Operators Globale Anzeige und Shell-Parameter.

Üblicherweise nutzt die FM-Synthese fĂŒr die Klangerzeugung reine Sinus-Schwingungen, aus denen dann durch Modulation komplexe Wellenformen entstehen. Um das Sound-Design jedoch zu vereinfachen und die Bandbreite möglicher KlĂ€nge zu vergrĂ¶ĂŸern, haben wir Operator so ausgelegt, dass er auch eine Vielzahl anderer Wellenformen, sowie zwei verschiedene Arten von Rauschen erzeugen kann. ZusĂ€tzlich können Sie mit einem Teilton-Editor auch eigene Wellenformen zeichnen. VervollstĂ€ndigt wird das Instrument durch einen LFO, eine Tonhöhen-HĂŒllkurve und eine Filterabteilung. Beachten Sie, dass viele "klassische" FM-Synthesizer fantastische Sounds ganz ohne Filter erzeugen, darum empfehlen wir, die Möglichkeiten der FM-Synthese zuerst ohne Filter zu erforschen und es bei Bedarf dann spĂ€ter hinzuzufĂŒgen.

Operator wird Sie bei Laune halten, wenn Sie tiefer in die Sound-Design-Möglichkeiten eintauchen wollen! Und falls Sie das Universum komplett zerlegen und wieder neu zusammensetzen wollen, sollten Sie unbedingt probieren, Operators Parameter mit Clip-HĂŒllkurven (siehe Kapitel 20) oder der Spur-Automation (siehe Kapitel 19)zu modulieren.

24.6.2 Oszillator-Bereich

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Das Display und die Shell-Parameter von Oszillator A.

Preset-Wellenformen

Die Oszillatoren sind mit einer Reihe Standard-Wellenformen ausgestattet -- Sinus (sine), SĂ€gezahn (saw), Rechteck (pulse), Dreieck (triangle) und Rauschen (noise) --, die mit dem Wave-Wahlschalter in der jeweiligen Oszillator-Anzeige gewĂ€hlt werden können. Die erste dieser Wellenformen ist eine reine, mathematische Sinusschwingung, die ĂŒblicherweise die erste Wahl fĂŒr viele FM-KlĂ€nge ist. Wir haben auch die Wellenformen "Sine 4 Bit" und "Sine 8 Bit" hinzugefĂŒgt um den Retro-Sound zu ermöglichen, der von C64-Fans verehrt wird, sowie die Digital-Wellenformen "Saw D" und "Square D", die sich besonders gut fĂŒr digitale Bass-Sounds eignen. Die Rechteck-, Dreieck- und SĂ€gezahnwellenformen sind resynthetisierte AnnĂ€herungen an die Idealform. Die im dargestellten Namen sichtbaren Nummern (z.B. "Square 6") geben an, wieviele Obertöne fĂŒr die Resynthese verwendet werden. Wellenformen mit kleineren Zahlenwerten klingen gedĂ€mpfter und erzeugen weniger Aliasing, vor allem, wenn sie mit hohen Pitch-Werten eingesetzt werden. Ferner sind zwei Noise-Wellenformen integriert. Die erste, "Noise Looped", ist ein gelooptes Sample mit Rauschen. FĂŒr echtes Zufallsrauschen können Sie "Noise White" wĂ€hlen.

User-Wellenformen

Der Eintrag "User" beim Wave-Wahlschalter ermöglicht Ihnen Ihre eigenen Wellenformen zu erzeugen, indem Sie die Amplituden der einzelnen harmonischen Teiltöne des Oszillators einzeichnen. Auch Preset-Wellenformen können als Ausgangsmaterial gewĂ€hlt und dann auf die gleiche Weise bearbeitet werden. Die kleine Anzeige neben dem Wave-Wahlschalter gibt Ihnen eine Übersicht Ihrer gerade gezeichneten Wellenform, die in Echtzeit aktualisiert wird.

Wenn Sie mit der Maus ĂŒber die Teilton-Anzeige fĂŒr den Oszillator gehen, Ă€ndert sich der Cursor zum Bleistift. Das Zeichnen in diesen Anzeigebereich hebt oder senkt dann die Amplituden der harmonischen Teiltöne. Sobald Sie eine Amplitude Ă€ndern, zeigt die Statuszeile unten in Live sowohl die Nummer des Teiltons, als auch seine Amplitude an. Solange beim Ziehen bzw. Zeichnen Shift gehalten wird, sind horizontale Mausbewegungen nicht möglich. Dies gestattet Ihnen die Amplitude eines einzelnen Teiltons gezielt zu Ă€ndern.

Mit dem Schalter rechts von der Anzeige können Sie wĂ€hlen, ob Sie jeweils die ersten 16, 32 oder 64 Teiltöne bearbeiten möchten. Basierend auf den Einstellungen des "Repeat"-Wahlschalters, können höher liegende Teiltöne durch Wiederholung der gezeichneten Teiltöne nach oben hin mit allmĂ€hlich leiser werdendem Pegel (Fade-Out) erzeugt werden. Niedrige Repeat-Werte ergeben einen helleren Klang, wĂ€hrend höhere Werte zu einer stĂ€rkeren Absenkung der hohen Frequenzen und zu eher dominierenden Grundtönen fĂŒhren. Steht Repeat auf "Off" werden Teiltöne, die ĂŒber dem 16., 32. oder 64. liegen, abgeschnitten.

Das [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ der Teilton-Anzeige (Harmonics) bietet Optionen, die bestimmen, ob nur gerade oder ungerade Teiltöne editiert werden sollen. StandardmĂ€ĂŸig steht der Wert auf "All". Das KontextmenĂŒ bietet darĂŒberhinaus noch eine Option fĂŒr das Umschalten der "Normalize"-Funktion. Wenn die Funktion aktiviert ist, bleibt der Gesamtausgangspegel des Oszillators konstant, wĂ€hrend Sie zusĂ€tzliche Teiltöne einzeichnen. Ist sie deaktiviert, erhöhen zusĂ€tzliche Teiltöne auch den Ausgangspegel. Beachten Sie, dass die LautstĂ€rke extrem ansteigen kann, wenn Normalize deaktiviert ist.

Sie können Ihre Wellenform im .ams-Format in den Library/Samples/Waveforms-Ordner mit der entsprechenden Option im [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ exportieren. Ams-Dateien können auch wieder zurĂŒck in Operator importiert werden, indem sie aus dem Browser auf den Anzeigebereich eines Oszillators gezogen werden. Ams-Dateien lassen sich auch in Simpler oder Sampler einladen.

Hinweis: Sowohl Preset- als auch User-Wellenformen können mit Kopieren und EinfĂŒgen aus dem [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ von einem Oszillator auf den anderen ĂŒbertragen werden.

Weitere Parameter der Oszillatoren

Die Frequenz eines Oszillators kann in der Shell mit seinen Parametern fĂŒr die Grob- und Feinstimmung eingestellt werden. Die Frequenz eines Oszillators folgt ĂŒblicherweise den gespielten Noten, aber fĂŒr manche KlĂ€nge kann es nĂŒtzlich sein, einen oder mehrere Oszillatoren auf fixe Frequenzen zu stellen. Dies kann getrennt fĂŒr jeden Oszillator durch Aktivieren seiner Fixed-Option geschehen. So lassen sich KlĂ€nge erzeugen, bei denen sich nur die Klangfarbe beim Spielen anderer Noten Ă€ndert, nicht jedoch die Tonhöhe. Der Modus mit fixer Tonhöhe ist beispielsweise beim Erzeugen von Drum-Sounds nĂŒtzlich. Er eignet sich auch zum Erzeugen sehr niedriger Frequenzen bis hinunter zu 0.1 Hz. Beachten Sie, dass bei aktiviertem Fixed-Modus die Frequenz des Oszillators in der Shell mit den Parametern fĂŒr die Frequenz (Freq) und einen Multiplikator (Multi) gewĂ€hlt wird.

Operator besitzt fĂŒr jeden Oszillator einen speziellen Parameter Osc<Vel, der das Beeinflussen der Frequenz durch die Anschlagsgeschwindigkeit erlaubt. Diese Funktion kann bei der Arbeit mit gesequenzten KlĂ€ngen sehr nĂŒtzlich sein, wo man die Velocity jeder Note mit Sorgfalt einstellen kann. Ein Teil dieser Funktion ist der benachbarte Q (Quantize)-Schalter. Ist er aktiviert, verĂ€ndert sich die Frequenz nur in ganzen Zahlen, also genau wie beim Drehen am Regler fĂŒr die Grobstimmung. Ist die Quantisierung nicht aktiv, wird die Frequenz unquantisiert verschoben, was zu Verstimmungen und unharmonischen KlĂ€ngen fĂŒhren kann (und möglicherweise genau das ist, was Sie wollen...).

Die Amplitude eines Oszillators hĂ€ngt von dem in der Shell eingestellten Pegel fĂŒr ihn (mit dem Level-Regler) und von seiner HĂŒllkurve ab, die angezeigt wird und geĂ€ndert werden kann, sobald die Envelope-Anzeige sichtbar ist. HĂŒllkurven lassen sich auch abhĂ€ngig von der Noten-Anschlagsgeschwindigkeit (Velocity) und Notenhöhe (Note Pitch) mit den "Vel" und "Key"-Parametern steuern, auf die im HĂŒllkurven-Bereich der Anzeige fĂŒr den jeweiligen Oszillator zugegriffen werden kann.

Die Phase jedes Oszillators kann mit dem Phase-Parameter in seinem Display justiert werden. Ist der R-Schalter (Retrigger) aktiviert, startet die Wellenform bezogen auf die Phase jedes Mal, wenn eine Note getriggert wird, an der gleichen Position. Ist R deaktiviert, lÀuft der Oszillator unabhÀngig.

Wie weiter oben erlÀutert, können Oszillatoren andere Oszillatoren modulieren, wenn der im Global-Display gewÀhlte Algorithmus das vorsieht. Wenn ein Oszillator einen anderen moduliert, bestimmen im Wesentlichen zwei Dinge das Ergebnis: die Amplitude des modulierenden Oszillators und das FrequenzverhÀltnis der beiden Oszillatoren. Jeder Oszillator, der nicht von einem anderen Oszillator moduliert wird, kann sich auch selbst modulieren.

Aliasing

Aliasing-Verzerrungen sind ein ĂŒblicher Nebeneffekt bei digitaler Synthese und resultieren aus der begrenzten Samplingrate und PrĂ€zision digitaler Systeme. Meist treten Sie bei hohen Frequenzen auf. Bei FM-Synthese ist das Auftreten von Aliasing besonders wahrscheinlich, da man sehr leicht KlĂ€nge mit vielen hohen Obertönen erzeugen kann. Das bedeutet auch, dass komplexe Oszillator-Wellenformen wie beispielsweise "Saw 32" leichter zu Aliasing fĂŒhren als pure Sinuswellen. Aliasing hat zwei Gesichter: Etwas davon kann genau richtig fĂŒr einen gelungenen Sound sein, etwas zu viel davon kann einen Sound jedoch unspielbar machen, nĂ€mlich dann, wenn die Wahrnehmung der Tonhöhe verloren geht, weil hohe Noten plötzlich in eine beliebige Tonhöhe gefaltet werden. Operator minimiert Aliasing durch den Einsatz eines hochwertigen Antialiasing-Modus. Dieser ist bei neu erstellten KlĂ€ngen standardmĂ€ĂŸig aktiviert, kann jedoch im Global-Bereich auf Wunsch auch wieder deaktiviert werden. Der Tone-Parameter im Globalbereich erlaubt das Kontrollieren von Aliasing. Seine Wirkung erinnert manchmal an ein Tiefpass-Filter, hĂ€ngt aber von der Natur des jeweiligen Sounds ab und kann nicht generell vorhergesagt werden. Wenn Sie sich mit dem Klang von Aliasing vertraut machen wollen, drehen Sie Tone ganz auf und spielen Sie ein paar sehr hohe Noten. Sie werden sicher bemerken, dass einige Noten ganz anders als andere klingen. Wenn Sie dann Tone reduzieren, nimmt dieser Effekt ab, allerdings wird auch der Klang dadurch dumpfer.

24.6.3 Der LFO

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Operators LFO-Anzeige und Shell-Parameter.

Der LFO in Operator ist praktisch ein fĂŒnfter Oszillator. Er arbeitet mit Frequenzen im hörbaren Bereich und moduliert die Frequenz der anderen Oszillatoren. Es ist möglich, die LFO-Modulation fĂŒr jeden einzelnen Oszillator (und das Filter) unabhĂ€ngig ein- oder auszuschalten, mit den "Dest A"-Schaltern in der LFO-Anzeige-. Die StĂ€rke, mit der der LFO diese Ziele moduliert, kann mit dem Dest. A-Regler eingestellt werden. Der LFO lĂ€sst sich auch vollstĂ€ndig abschalten, wenn er nicht benötigt wird.

Der "Dest. B"-Wahlschalter ermöglicht dem LFO einen zusÀtzlichen Parameter zu modulieren. Die StÀrke dieser Modulation wird von dem Dest. B-Regler bestimmt.

Der LFO bietet eine Auswahl klassischer LFO-Wellenformen, Sample und Hold (S&H), sowie Noise. Sample und Hold gibt Zufallswerte im Takt der LFO-Frequenz aus und erzeugt so zufĂ€llige Treppenmuster, die nĂŒtzlich beim Erzeugen typischer retro-futuristischer Sci-Fi-Sounds sind. Bei der Noise-Wellenform handelt es sich um Bandpass-gefiltertes Rauschen.

Tipp: Tipp: FM-Synthese kann fĂŒr fantastische Percussion-Sounds benutzt werden, und das Verwenden des LFO mit der Noise-Wellenform ist der SchlĂŒssel zu guten Hi-Hat- und Snare-Sounds.

Die Frequenz des LFOs wird mit dem "LFO Rate"-Parameter in der Shell bestimmt, sowie der "Low (L)/High (H)/Sync (S)"-Einstellung des benachbarten "LFO Range"-Wahlschalters. Sie kann der gespielten Note folgen, auf einen festen Wert oder auf irgendetwas dazwischen gestellt werden. ZustĂ€ndig dafĂŒr ist der Parameter Rate<Key im LFO-Display. Ist der R-(Retrigger)-Schalter aktiviert, startet der LFO an der selben Position in seiner Phase neu, jedes Mal, wenn eine Note getriggert wird. Ist R deaktiviert, lĂ€uft der LFO unabhĂ€ngig.

Die Gesamt-IntensitĂ€t des LFOs wird mit dem LFO-Amount-Regler in der Shell eingestellt. Dieser Parameter skaliert die beiden Dest. A- und B-StĂ€rken und kann von der Anschlagsgeschwindigkeit mit dem Amt<Vel-Parameter des Displays moduliert werden. Die IntensitĂ€t des LFOs wird außerdem von seiner HĂŒllkurve beeinflusst.

24.6.4 HĂŒllkurven

Operator hat sieben HĂŒllkurven: eine fĂŒr jeden Oszillator, eine HĂŒllkurve fĂŒr das Filter, eine fĂŒr die Tonhöhe und eine fĂŒr den LFO. Alle HĂŒllkurven bieten einige besondere Looping-Modi. ZusĂ€tzlich haben die Filter- und Pitch-HĂŒllkurve einstellbare Kurvenformen.

Die HĂŒllkurve jedes Oszillators wird von sechs Parametern bestimmt: drei Rate- und drei Level-Parametern. Mit Rate wird die Zeit bestimmt, die die HĂŒllkurve benötigt, um von einem Level zum nĂ€chsten zu gelangen. Ein typischer Pad-Sound beispielsweise startet bei einem Initial-Level "-inf dB" (was Stille entspricht), bewegt sich mit der Attack-Rate zu seinem Peak-Level, dann von dort mit der Decay-Rate zum Sustain-Level, von wo er schließlich nach dem Empfang eines Note-offs mit der Release-Rate zurĂŒck auf "-inf dB" fĂ€llt. Operators Display bietet einen guten Überblick ĂŒber die tatsĂ€chliche Form einer bestimmten HĂŒllkurve und erlaubt es Ihnen, die Kurve direkt durch Anklicken und Ziehen der StĂŒtzpunkte einzustellen. Die StĂŒtzpunkte behalten ihre Selektion nach dem Loslassen der Maus bei und können auf Wunsch mit den Pfeiltasten der Tastatur eingestellt werden.

Hinweis: HĂŒllkurveneinstellungen können mit Hilfe von Kopieren/EinfĂŒgen aus dem [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ von einem Oszillator in Operator zu einem anderen kopiert werden.

Wie oben beschrieben, besitzen die Filter- und die Pitch-HĂŒllkurve auch einstellbare Kurvenformen (Slopes). Wird auf das Diamant-Symbol zwischen den Kurvenpunkten geklickt, kann die Kurvenform fĂŒr den gewĂ€hlten HĂŒllkurven-Abschnitt eingestellt werden. Positive Werte verursachen einen zu Beginn sehr schnellen Kurvenverlauf, der dann langsamer wird. Bei negativen Werten bleibt die Kurvenform zu Beginn ĂŒber eine lĂ€ngere Zeit flach und steigt dann zum Ende hin schneller an. Steht die Kurvenform auf Null, verlĂ€uft sie linear, d.h. die HĂŒllkurve verlĂ€uft ĂŒber das gesamte Segment hinweg mit der gleichen Geschwindigkeit.

Mit der FM-Synthese ist es möglich, spektakulĂ€re und sich endlos entwickelnde Sounds zu erzeugen; der SchlĂŒssel dazu ist das Loopen von HĂŒllkurven. Der Loop-Modus kann in der linken unteren Ecke des Displays aktiviert werden. Ist eine HĂŒllkurve von Operator geloopt und erreicht bei noch gehaltener Note den Sustain-Level, dann wird sie neu getriggert. Die Geschwindigkeit dieses Vorgangs wird durch den Parameter Loop Time bestimmt. (Beachten Sie, dass die HĂŒllkurven im Loop-Modus sehr schnelle Loops erzeugen können und damit Effekte erzielen können, die man normalerweise nicht von einem HĂŒllkurvengenerator erwartet.)

WĂ€hrend sich der Loop-Modus gut fĂŒr Texturen und experimentelle KlĂ€nge eignet, besitzt Operator auch Beat- und Sync-Betriebsarten, die das Erzeugen rhythmischer KlĂ€nge sehr einfach machen. Im Beat-Modus startet eine HĂŒllkurve nach der im Repeat-MenĂŒ gewĂ€hlten Zeit neu. Die Repeat-Zeiten im Beat-Modus entsprechen vom Songtempo abgeleiteten Notenwerten, Noten werden jedoch nicht quantisiert. Wenn Sie eine Note etwas außerhalb des korrekten Timings spielen, wird sie zwar perfekt wiederholt, bleibt aber außerhalb des Timings. Im Sync-Modus dagegen wird die erste Wiederholung auf die nĂ€chste Sechzehntelnote quantisiert. Als Ergebnis sind auch alle nachfolgenden Wiederholungen perfekt zum Song synchronisiert. Beachten Sie, dass der Sync-Modus nur bei laufender Wiedergabe funktioniert und sich andernfalls wie der Beats-Modus verhĂ€lt.

Hinweis: Um die hörbaren Knackser zu vermeiden, die das Neustarten bei ihrem Initial Level bewirken wĂŒrde, startet eine geloopte HĂŒllkurve bei ihrem aktuellen Level neu und bewegt sich dann mit der eingestellten Attack-Rate zum Peak-Level.

Es steht auch ein mit Trigger bezeichneter Modus zur VerfĂŒgung, der ideal fĂŒr das Arbeiten mit perkussiven KlĂ€ngen ist. In diesem Modus werden Note-Off-Befehle ignoriert. Das bedeutet, dass die Dauer des Tastendrucks keinen Einfluss auf die LĂ€nge des Klangs hat.

Die Rate-Einstellungen aller HĂŒllkurven in Operator können simultan mit dem Time-Parameter im Global-Bereich der Shell skaliert werden. Beachten Sie, dass Beat-Zeitwerte im Beat- und Sync-Modus vom globalen Time-Parameter nicht beeinflusst werden. Die Rates der HĂŒllkurven können außerdem mit Hilfe des Time<Key-Parameters im Global-Bereich des Displays durch die gespielten Noten beeinflusst werden. Die Rates einer individuellen HĂŒllkurve lassen sich ferner mit dem Parameter Time<Vel durch die Velocity modulieren. Diese Modulationen können in Verbindung mit den Loop-Möglichkeiten dazu verwendet werden, außerordentlich komplexe KlĂ€nge zu erzeugen...

Die TonhöhenhĂŒllkurve kann mit den A-D- und LFO-Schaltern in ihrem Display separat fĂŒr jeden Oszillator und den LFO aktiviert werden. Die ModulationsstĂ€rke der HĂŒllkurve fĂŒr diese Ziele kann mit dem Dest. A-Regler eingestellt werden. Die HĂŒllkurve lĂ€sst sich auch insgesamt mit dem Schalter im Pitch-Bereich der Shell ausschalten.

Wie der LFO, kann auch die Pitch-HĂŒllkurve einen zusĂ€tzlichen Parameter modulieren, der mit dem "Dest. B"-Wahlschalter bestimmt werden kann. Die StĂ€rke dieser Modulation wird mit dem "Amt. B"-Regler und dem "Pitch Env"-Wert der Shell eingestellt.

Die Pitch- und Filter-HĂŒllkurven besitzen jeweils einen zusĂ€tzlichen sogenannten End-Parameter. Dieser bestimmt den Level, auf den die HĂŒllkurve nach dem Loslassen einer Taste geht. Die Geschwindigkeit dieses HĂŒllkurven-Segments wird mit der Release-Zeit bestimmt.

Tipp: Wenn die Pitch-HĂŒllkurve nur auf den LFO angewendet und geloopt wird, kann sie als zweiter LFO dienen, der die Geschwindigkeit des ersten LFO moduliert. Da auch die HĂŒllkurve des LFO selbst geloopt werden kann, kann sie als dritter LFO fungieren, der die IntensitĂ€t des regulĂ€ren LFO moduliert!

24.6.5 Filterabteilung

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Operators Filter-Anzeige und Shell-Parameter.

Die Filter von Operator sind sehr nĂŒtzlich, um die harmonisch reichhaltigen Klangfarben, die von den Oszillatoren kommen, weiter zu formen. Und da die Oszillatoren auch die klassischen Wellenformen von Analogsynthesizern erzeugen, können Sie sehr einfach einen subtraktiven Synthesizer mit ihnen nachbauen.

Operator bietet eine ganze Reihe verschiedener Filtertypen an, darunter Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und ein spezielles Morph-Filter. Jedes Filter kann zwischen 12 und 24 dB Flankensteilheit umgeschaltet werden. Dazu kann das Verhalten mehrerer analog-modellierter Schaltungen gewÀhlt werden, die zusammen mit Cytomic entwickelt wurden. Diese emulieren die Hardware-Filter einiger analoger Synthesizerklassiker.

Die Schaltungs-Option Clean bietet ein CPU-effizientes Design hoher QualitĂ€t, das auch bei den Filtern von EQ Eight (siehe 22.12) eingesetzt wird. Diese Option ist fĂŒr alle Filter-Typen vorhanden.

Die OSR-Schaltungsoption ist ein State-Variable-Typ, bei dem die Resonanz von einer speziellen, hart clippende Diode begrenzt wird. Diese ist nach Filtern modelliert, die in einem sehr seltenen, britischen Monosynth zu finden sind und ist fĂŒr alle Filtertypen vorhanden.

Die MS2-Schaltung nutzt ein Sallen-Key-Design und Soft Clipping, um die Resonanz zu begrenzen. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem berĂŒhmten, halbmodularen Synth aus Japan zu finden sind und fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die SMP-Schaltung ist ein spezielles Design, das keine bestimmten Hardware-Vorbilder hat. Es teilt den Charakter der beiden MS2- und PRD-Schaltungen und ist fĂŒr die Tiefpass- und Hochpass-Filter vorhanden.

Die PRD-Filter nutzen ein Ladder-Design und haben kein ausgesprochene Begrenzung der Resonanz. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem alten Monosynth mit 2 Oszillatoren aus den USA eingesetzt werden und fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die wichtigsten Filter-Parameter sind die typischen Synthesizer-Regler Frequenz und Resonanz. Der Frequency-Parameter bestimmt dabei, wo im Frequenzspektrum das Filter wirksam wird, der Resonance-Parameter verstÀrkt die Frequenzen an diesem Punkt des Spektrums.

Werden die Tiefpass, Hochpass oder Bandpass-Filter eingesetzt, gibt es fĂŒr jeden Schaltungstyp bis auf Clean einen zusĂ€tzlichen Drive-Parameter, mit dem das Signal vor dem Filtereingang verstĂ€rkt oder auch verzerrt werden kann.

Das Morph-Filter hat einen zusĂ€tzlichen Morph-Regler, mit dem der Filtertyp kontinuierlich von Tiefpass nach Bandpass nach Hochpass nach Notch und zurĂŒck nach Tiefpass durchlaufen werden kann.

Tipp: springen Sie beim Morph-Parameter direkt zu einer reinen Tiefpass-, Bandpass-, Hochpass- oder Notch-Einstellung, indem Sie die jeweilige Option mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) im KontextmenĂŒ des Morph-Parameters wĂ€hlen.

Mit den Envelope- und Filter-Schaltern in der Anzeige des Filter-Bereichs kann zwischen der Darstellung der FilterhĂŒllkurve und des Filter-Frequenzgangs umgeschaltet werden. Die Grenzfrequenz des Filters und seine Resonanz können entweder mit den Reglern Freq und Res in der Shell oder durch Ziehen des gelben Punkts in der Darstellung des Filter-Frequenzgangs eingestellt werden. Die Filterfrequenz lĂ€sst sich auch wie folgt modulieren:

  • durch die AnschlagstĂ€rke der Noten, mittels Freq<Vel-Regler im Display des Filters.
  • durch die Tonhöhe der Noten, mittels Freq<Key-Regler im Display des Filters.
  • durch die Filter-HĂŒllkurve, mit dem HĂŒllkurven-Parameter im Display des Filters.
  • durch den LFO, indem im Display des LFOs der Schalter "FIL" unter Dest. A aktiviert oder Dest. B auf Filter Freq. gestellt wird.

Tipp: Das [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ des Filterfrequenz-Reglers (Freq) enthĂ€lt den Eintrag "Tonhöhe folgen". Wenn die Filterfrequenz der Tonhöhe der gespielten Noten folgen soll, wird der Filter mit diesem Befehl optimal konfiguriert, indem Freq<Key auf 100% und die Filterfreqenz auf 466 Hz eingestellt wird.

Das Filtersignal kann durch einen Waveshaper geleitet werden, dessen Kurvenform sich mit dem Shaper-Wahlschalter bestimmen lÀsst. Der Regler Shaper Drive (Shp. Drive) verstÀrkt oder verringert den Pegel des Signals, das in den Waveshaper gesendet wird, wÀhrend sich das VerhÀltnis zwischen trockenem und bearbeitetem Signal mit dem Dry/Wet-Regler einstellen lÀsst. Steht dieser auf 0% werden die Shaper und Shaper-Drive-Parameter umgangen.

Legacy-Filter

Wenn Sie ein Set öffnen, das mit einer Ă€lteren Version als Live 9.5 erzeugt wurde, öffnet jede Operator-Instanz im Set mit den alten Legacy-Filtern, anstelle der zuvor besprochenen neuen Filter. Das alte Filterset besteht aus Tiefpass-, Bandpass- und Hochpass-Filtern, jeweils mit 12 dB oder 24 dB, einem Notch-Filter, alle Filter ohne Drive-Parameter. Jedes Operator-GerĂ€t, das mit diesen Legacy-Filtern geladen wird, zeigt eine Aktualisieren-Taste in der Titelzeile an.Mit Klick auf diese Taste, wird die Filter-Auswahl fĂŒr diese Instanz von Operator dauerhaft auf die neuen Modelle umgeschaltet. Beachten Sie, dass Ihr Live-Set nach der Filter-Aktualisierung etwas anders klingen kann.

24.6.6 Globale Parameter

Der Global-Bereich enthĂ€lt Parameter, die das Gesamtverhalten von Operator beeinflussen. DarĂŒberhinaus bietet die Anzeige des Global-Bereichs einen umfangreichen Parametersatz fĂŒr ModulationsverknĂŒpfungen.

Die maximale Anzahl von Operator-Stimmen (Noten), die gleichzeitig erklingen können, wird mit dem Parameter Voices im Global-Display bestimmt. Idealerweise wĂŒrde man diese Einstellung immer hoch genug wĂ€hlen, um jegliches Abschneiden von Noten im Spielbetrieb zu vermeiden. Zieht man aber die CPU-Belastung in Betracht, so ist eine Einstellung zwischen 6 und 12 ĂŒblicherweise realistischer.

Tipp: Manche Sounds sollten naturgemĂ€ĂŸ einstimmig erklingen, also jeweils nur eine Note spielen - eine Flöte ist ein gutes Beispiel. Bei solchen KlĂ€ngen können Sie Voices auf 1 stellen. Bei diesem Wert tritt noch ein anderer Effekt auf: Überlappende Stimmen werden legato gespielt, das bedeutet, dass die HĂŒllkurve bei neuen Noten nicht neu getriggert wird und sich nur die Tonhöhe Ă€ndert.

Im Global-Bereich der Shell befindet sich ein Parameter fĂŒr die GesamtlautstĂ€rke des Instruments; ein Pan-Parameter findet sich im Global-Display. Ferner kann Pan durch die Tonhöhe der gespielten Note oder auch durch einen Zufallswert mit den Parametern Pan<Key bzw. Pan<Rnd moduliert werden.

Der mittlere Bereich in der Global-Anzeige ermöglicht Ihnen eine umfangreiche Auswahl interner MIDI-Zuordnungen. Die MIDI-Controller Velocity (Anschlagsgeschwindigkeit), Key (Tonhöhe der Note), Aftertouch, Pitchbend und Mod Wheel (Modulationsrad) können jeweils zwei Zielen zugeordnet werden. Beachten Sie, dass "Time<Key" und "Pitch Bend Range" feste Zuordnungen haben, beide Modulationsquellen jedoch noch zu einem zusÀtzlichen Ziel geroutet werden können. Genauere Informationen zu den vorhandenen Modulationsmöglichkeiten finden Sie in der kompletten Parameter-Liste (siehe 24.6.10).

24.6.7 Glide und Spread

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Operators Pitch-Anzeige und Shell-Parameter.

Operator ist mit einer polyphonen Glide-Funktion ausgestattet. Wenn sie aktiviert ist, starten Noten mit der Tonhöhe der zuletzt gespielten Noten und gleiten dann nach und nach zu ihrer eigentlichen Tonhöhe. Glide kann ein- oder ausgeschaltet werden; die Glide-Zeit kann im Pitch-Display eingestellt werden.

Operator bietet auch einen speziellen Spread-Parameter, der einen fĂŒlligen Stereo Chorus erzeugt. Er verwendet dazu zwei Stimmen pro Note, von denen eine nach links und die andere nach rechts gepannt wird. Die beiden Stimmen werden gegeneinander verstimmt; den Grad der Verstimmung regelt der Spread-Parameter im Pitch-Bereich der Shell.

Tipp: Ob eine bestimmte Note mit Spread versehen wird, hĂ€ngt von der Einstellung des Parameters zu Notenbeginn ab. Um einen speziellen Effekt zu erzielen, könnten Sie beispielsweise eine Sequenz erzeugen, bei der Spread die meiste Zeit ĂŒber auf 0 und nur bei manchen Noten aufgedreht ist. Diese Noten werden dann in Stereo wiedergegeben, die anderen in Mono. (Hinweis: Spread ist ein CPU-intensiver Parameter.)

Der Pitch-Bereich enthÀlt auch einen globalen Transpose-Regler.

24.6.8 Maßnahmen zum Sparen von Rechenleistung

Deaktivieren Sie nicht benötigte Funktionen und vermindern Sie die Anzahl maximaler Stimmen, wenn Sie die CPU-Last senken wollen. Falls diese ohnehin nicht fĂŒr den Sound benötigt werden, vermindert insbesondere das Deaktivieren von Filter und LFO die CPU-Last.

Um die CPU-Belastung in Grenzen zu halten, werden Sie ĂŒblicherweise auch die Anzahl möglicher Stimmen auf einen Wert zwischen etwa 6 und 12 begrenzen und nur mit Bedacht Gebrauch von der Spread-Funktion machen wollen. Die Interpolation und das Antialiasing können im Global-Display ebenfalls deaktiviert werden, um die CPU-Last zu senken.

Beachten Sie, dass das Deaktivieren der Oszillatoren die CPU-Last nicht senkt.

24.6.9 Zu guter Letzt...

Operator ist das Ergebnis einer langen, intensiven und leidenschaftlichen BeschĂ€ftigung mit der FM-Synthese und alten Hardware-FM-Synthesizern wie dem Yamaha SY77, dem Yamaha TX81Z und dem NED Synclavier II. Die FM-Synthese wurde musikalisch zuerst vom Komponisten und Computermusik-Pionier John Chowning in der Mitte der 1960er-Jahre erforscht. 1973 begannen er und die Stanford UniversitĂ€t eine Kooperation mit Yamaha, die schließlich zu einem der erfolgreichsten kommerziellen Musikinstrumente ĂŒberhaupt gefĂŒhrt hat: dem DX7.

John Chowning verwirklichte einige sehr beeindruckende und schöne MusikstĂŒcke auf der Basis des Synthesekonzepts, das Sie durch Experimentieren mit Operator in Live nun ganz einfach selbst erforschen können!

Wir wĂŒnschen Ihnen sehr viel Spaß dabei!

24.6.10 Die komplette Parameter-Liste

In den folgenden Abschnitten wird die Funktion jedes Operator-Parameters erlĂ€utert. Bitte erinnern Sie sich daran, dass Sie auch in Live selbst ErlĂ€uterungen zu Parametern (einschließlich der Operator-Parameter) aufrufen können, indem Sie die Maus ĂŒber das betreffende Bedienelement halten und den Text lesen, der in der Info-Ansicht erscheint. Die Parameter in der folgenden Liste sind nach dem Ort ihres Erscheinens in Operator in verschiedene Abschnitte gruppiert.

Shell und Anzeige der globalen Parameter

Time -- Globale Steuerung aller HĂŒllkurvenzeiten.

Tone -- Operator kann Klangfarben mit sehr hohen Frequenzen erzeugen, die manchmal zu Aliasing-Artefakten fĂŒhren. Der Tone-Parameter kontrolliert den Höhenanteil im Klang. Hohe Werte klingen höhenreicher, erzeugen aber auch leichter Aliasing.

Volume -- Bestimmt die GesamtlautstÀrke des Instruments.

Algorithm -- Ein Oszillator kann andere Oszillatoren modulieren, von diesen moduliert werden oder beides. Der Algorithmus bestimmt die Verschaltung der Oszillatoren und hat deswegen einen starken Einfluss auf den erzeugten Klang.

Voices -- Bestimmt die maximale Anzahl der Noten (Stimmen), die gleichzeitig erklingen können. Werden mehr Noten gespielt, als hier Stimmen eingestellt sind, werden die Àltesten Noten zugunsten der neuen abgeschaltet.

Retrigger (R) -- Bestimmt, ob bei Neuanschlagen einer Taste mit gleicher Tonhöhe die verwendete Stimme neu getriggert wird, anstatt eine weitere Stimme zu erzeugen.

Interpolation -- Aktiviert oder deaktiviert den Interpolations-Algorithmus der Oszillatoren und des LFO. Ist die Option deaktiviert, klingen einige KlÀnge rauer, besonders die Noise-Wellenform. Das Deaktivieren spart auch etwas CPU-Leistung.

Antialias -- Aktiviert oder deaktiviert Operators High-Quality-Antialias-Modus, der Verzerrungen in den hohen Frequenzen zu minimieren hilft. Das Deaktivieren spart etwas CPU-Leistung.

Time<Key -- Die Geschwindigkeiten aller HĂŒllkurven können durch die Tonhöhe der gespielten Noten beeinflusst werden. Ist der globale Parameter Time < Key auf höhere Werte eingestellt, werden die HĂŒllkurvenzeiten fĂŒr höhere Noten verkĂŒrzt.

Pitch Bend Range (PB Range) -- Bestimmt die IntensitÀt von MIDI-Pitchbend-Befehlen.

Pan -- Bestimmen Sie hiermit das Panorama jeder Note. Dieser Parameter ist besonders als Modulationsziel fĂŒr Clip-HĂŒllkurven nĂŒtzlich.

Pan<Key (Key) -- Wenn der Parameter Panorama<Note höhere Werte hat, erklingen tiefere Noten weiter links im Stereobild, höhere weiter rechts. Dies wird typischerweise fĂŒr Piano-Ă€hnliche KlĂ€nge genutzt.

Pan<Random (Rnd) -- Bestimmt, wie stark Noten zufÀllig zwischen linker und rechter Seite des Stereobilds verteilt werden.

Modulationsziele

Diese Modulationsziele sind als MIDI-Routing-Ziele in der Global-Anzeige vorhanden, sowie als Modulationsziele fĂŒr den LFO und die Pitch-HĂŒllkurve.

Off -- Deaktiviert das Modulations-Routing fĂŒr den jeweiligen Controller.

OSC Volume A-D -- Moduliert die LautstÀrke des gewÀhlten Oszillators.

OSC Crossfade A/C -- Moduliert eine LautstÀrkenblende zwischen den Oszillatoren A und C, basierend auf dem Parameterwert der Modulationsquelle.

OSC Crossfade B/D -- Moduliert eine LautstÀrkenblende zwischen den Oszillatoren B und D, basierend auf dem Parameterwert der Modulationsquelle.

OSC Feedback -- Moduliert die Feedback-StĂ€rke fĂŒr alle Oszillatoren. Beachten Sie, dass Feedback nur auf die Oszillatoren angewendet wird, die nicht von anderen Oszillatoren moduliert werden.

OSC Fixed Frequency -- Moduliert die Tonhöhe aller Oszillatoren im Fixed-Frequency-Modus.

FM Drive -- Moduliert die LautstÀrke aller Oszillatoren, die andere Oszillatoren modulieren und Àndert somit die Klangfarbe.

Filter Frequency -- Moduliert die Grenzfrequenz des Filters.

Filter Q (Legacy) — Moduliert die Resonanz des Filters, wenn die alten Legacy-Filtertypen eingesetzt werden.

Filter Res — Moduliert die Filter-Resonanz, wenn die aktualisierten neuen Filter-Typen verwendet werden.

Filter Morph — Moduliert die Position im Morph-Zyklus des Filters (nur beim Morph-Filtertyp.)

Filter Drive — Moduliert die StĂ€rke von Drive (wirkt nicht, wenn Morph gewĂ€hlt ist.)

Filter Envelope Amount — Moduliert die IntensitĂ€t der Filter-HĂŒllkurve.

Shaper Drive -- Moduliert die Pegelanhebung, die auf den Waveshaper des Filters angewendet wird.

LFO Rate -- Moduliert die Geschwindigkeit (Frequenz) des LFOs.

LFO Amount -- Moduliert die IntensitÀt des LFOs.

Pitch Envelope Amount -- Moduliert die StĂ€rke der Tonhöhen-HĂŒllkurve.

Volume -- Moduliert die Gesamt-LautstÀrke von Operator.

Panorama -- Moduliert die Stereoposition von Operators Ausgangssignal.

Tone -- Moduliert den globalen Tone-Parameter.

Time -- Moduliert den globalen Parameter fĂŒr alle HĂŒllkurvenzeiten.

Shell und Display der Tonhöhen-Parameter

Pitch Envelope On -- Schaltet die Pitch-HĂŒllkurve ein oder aus. Das Ausschalten der nicht benutzten HĂŒllkurve vermindert die CPU-Last etwas.

Pitch Envelope Amount (Pitch Env) -- Bestimmt die Gesamt-IntensitĂ€t der Pitch-HĂŒllkurve. Ein Wert von 100% bedeutet, dass die Tonhöhenverschiebungen genau durch die Levels der Pitch-HĂŒllkurve definiert werden. Ein Wert von -100% invertiert die Vorzeichen der Levels und damit die Richtung der Tonhöhenverschiebung.

Spread -- Wird Spread aufgedreht, verwendet der Synthesizer zwei gegeneinander verstimmte Stimmen pro Note, von denen die eine links, die andere rechts im Stereobild platziert wird. Spread ist ein CPU-intensiver Effekt.

Transpose -- Dies ist der Parameter fĂŒr die globale Transponierung des Instruments. Das Ändern der Einstellung betrifft auch die bereits erklingenden Noten.

Pitch Envelope Rates<Velocity (Time<Vel) -- Dieser Parameter existiert bei den HĂŒllkurven fĂŒr Filter, Pitch, LFO und Volume. Er wird deshalb in den Abschnitten ĂŒber die HĂŒllkurven erlĂ€utert (siehe “Display der HĂŒllkurven”).

Glide (G) -- Wenn Glide aktiv ist, gleiten Noten von der zuletzt gespielten zu der neu gespielten Tonhöhe. Beachten Sie, dass in diesem Fall bei legato gespielten Noten alle HĂŒllkurven nicht erneut getriggert werden.

Glide Time (Time) -- Stellt die Zeit ein, die eine Note braucht, um bei aktivem Glide von der Tonhöhe der zuletzt gespielten Note zu der finalen neuen Tonhöhe zu gleiten. Bei deaktiviertem Glide hat dieser Parameter keinen Effekt.

Pitch Envelope to Osc (Destination A-D) -- Mit diesen Schaltern kann bestimmt werden, bei welchen Oszillatoren die Pitch-HĂŒllkurve die Frequenz beeinflussen soll.

Pitch Envelope to LFO (Destination LFO) -- Ist dieser Schalter an, beeinflusst die Pitch-HĂŒllkurve die Frequenz des LFOs.

Pitch Envelope Amount A -- Bestimmt die StĂ€rke, mit der die Pitch-HĂŒllkurve die Oszillatoren und den LFO moduliert.

Pitch Envelope Destination B -- Legt das zweite Modulationsziel fĂŒr die Pitch-HĂŒllkurve fest.

Pitch Envelope Amount B -- Bestimmt die ModulationsstĂ€rke der Pitch-HĂŒllkurve beim zweiten Ziel.

Shell und Display des Filters

Filter On -- Schaltet das Filter ein oder aus. Das Ausschalten des nicht benutzten Filters vermindert die CPU-Last.

Filter Type — Diese MenĂŒ wĂ€hlt zwischen Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und Morph-Filter.

Circuit Type — Dieses MenĂŒ wĂ€hlt aus verschiedenen Schaltungstypen, die den Charakter klassischer Analog-Synthesizer emulieren.

Filter Frequency (Freq) -- WĂ€hlt den Arbeitspunkt des Filters. Beachten Sie, dass die Frequenz auch von der Modulation durch die Noten-Velocity und die Filter-HĂŒllkurve beeinflusst werden kann.

Filter Resonance (Res) -- Bestimmt die Resonanz im Bereich der Filterfrequenz bei Tiefpass- und Hochpass- sowie die Breite bei Bandpass- und Notchfilter.

Envelope / Filter Switches -- Mit den Schaltern kann zwischen der Darstellung der Filter-HĂŒllkurve und des Filter-Frequenzgangs gewĂ€hlt werden.

Filter Frequency<Velocity (Freq<Vel) -- Die Filterfrequenz wird nach Maßgabe dieser Einstellung durch die Noten-Velocity moduliert.

Filter Frequency<Key (Freq<Key) -- Dieser Parameter bewirkt eine Modulation der Filterfrequenz durch die gespielten Noten. Ein Wert von 100% bedeutet, dass sich die Frequenz mit jeder Oktave verdoppelt. Der Angelpunkt fĂŒr diese Funktion ist C3.

Filter Envelope Rates<Velocity (Time<Vel) -- Dieser Parameter existiert bei den HĂŒllkurven fĂŒr Filter, Pitch, LFO und Volume. Er wird deshalb in den Abschnitten ĂŒber die HĂŒllkurven erlĂ€utert.

Filter Frequency<Envelope (Envelope) -- Die Filterfrequenz wird nach Maßgabe dieser Einstellung durch die FilterhĂŒllkurve moduliert. Ein Wert von 100% bedeutet, dass die HĂŒllkurve eine maximale Frequenzverschiebung von etwa 9 Oktaven bewirken kann.

Filter Drive (Flt. Drive) — FĂŒgt dem Signal zusĂ€tzlichen Eingangspegel vor der Filterstufe hinzu.

Morph — Bestimmt die Position des Filters in seinem Morph-Zyklus.

Shaper — Dieser Wahlschalter bestimmt die Kurve, mit der der Waveshaper des Filters arbeitet.

Shaper Drive (Shp. Drive — Bestimmt den Pegel (Anhebung/Absenkung) mit dem das Signal in den Waveshaper geleitet wird.

Dry/Wet — Der Parameter bestimmt das VerhĂ€ltnis zwischen dem trockenen und dem vom Waveshaper bearbeiteten Signal.

Shell und Display des LFO

LFO On -- Schaltet den LFO (Low Frequency Oscillator) an oder aus. Das Ausschalten des ungenutzten LFOs vermindert die CPU-Last etwas.

LFO Waveform -- LĂ€sst Sie aus mehreren, typischen LFO-Wellenformen wĂ€hlen. Sample und Hold (S&H) erzeugt Zufallswerte und Noise liefert durch einen Bandpass gefiltertes Rauschen. Alle Wellenformen sind in ihrer Bandbreite begrenzt, um unerwĂŒnschte Klicks im Audiosignal zu vermeiden.

LFO Range -- Der LFO deckt einen sehr großen Frequenzbereich ab. WĂ€hlen Sie Low fĂŒr einen Bereich von 50 Sekunden bis 30 Hz oder Hi fĂŒr 8 Hz bis 12 kHz. "Sync" synchronisiert die LFO-Geschwindgkeit zum Tempo Ihres Live-Sets. Aufgrund der möglichen hohen Frequenzen kann der LFO auch als fĂŒnfter Oszillator eingesetzt werden.

Retrigger (R) -- Ist R aktiviert, startet der LFO in seiner Phase jedesmal, wenn eine neue Note getriggert wird, immer an der gleichen Stelle. Ist R deaktiviert, lÀuft der LFO unabhÀngig.

LFO Rate (Rate) -- Bestimmt die Geschwindigkeit des LFO. Die tatsÀchliche Frequenz hÀngt auch von der Einstellung der Parameter LFO-Bereich und LFO-Geschwindigkeit<Note ab.

LFO Amount (Amount) -- Bestimmt die GesamtintensitĂ€t des LFO. Beachten Sie, dass die tatsĂ€chliche IntensitĂ€t auch von der LFO-HĂŒllkurve abhĂ€ngt.

LFO to Osc (Destination A-D) -- Mit diesen Schaltern kann bestimmt werden, bei welchen Oszillatoren der LFO die Frequenz beeinflussen soll.

FO to Filter Cutoff Frequency (Destination FIL) - Der LFO moduliert die Cutoff-Frequenz des Filters, wenn dieser eingeschaltet ist.

LFO Amount A -- Bestimmt die IntensitÀt, mit der der LFO die Oszillatoren und den Filter moduliert.

LFO Destination B -- Legt das zweite Modulationsziel fĂŒr den LFO fest.

LFO Amount B -- Bestimmt die ModulationsstÀrke des LFOs beim zweiten Ziel.

LFO Envelope Rates<Velocity (Time<Vel) -- Dieser Parameter existiert bei den HĂŒllkurven fĂŒr Filter, Pitch, LFO und Volume. Er wird deshalb in den Abschnitten ĂŒber die HĂŒllkurven erlĂ€utert.

LFO Rate<Key (Rate<Key) -- Die LFO-Frequenz kann durch die gespielten Noten gesteuert werden Bei einem Wert von 100% verdoppelt der LFO seine Frequenz mit jeder Oktave und funktioniert dadurch wie ein normaler Oszillator.

LFO Amount<Velocity (Amt<Vel) -- Bestimmt, wie stark die LFO-IntensitÀt durch die Noten-Velocity beeinflusst wird.

Shell und Display der Oszillatoren A-D

Osc On -- Schaltet den betreffenden Oszillator an oder aus.

Osc Coarse Frequency (Coarse) -- Das VerhĂ€ltnis zwischen der Frequenz des Oszillators und der gespielten Note wird durch die Parameter fĂŒr Grob- und Feinstimmung eingestellt. Coarse gibt das VerhĂ€ltnis in ganzen Zahlen an und erzeugt so eine harmonische Beziehung.

Osc Fine Frequency (Fine) -- Das VerhĂ€ltnis zwischen der Frequenz des Oszillators und der gespielten Note wird durch die Parameter fĂŒr Grob- und Feinstimmung eingestellt. Fine regelt das VerhĂ€ltnis in Bruchteilen ganzer Zahlen und erzeugt so eine inharmonische Beziehung.

Osc Fixed Frequency On (Fixed) -- Im Fixed-Modus reagiert ein Oszillator nicht auf die gespielten Noten, sondern erzeugt eine feste Tonhöhe.

Osc Fixed Frequency (Freq) -- Dies ist die Frequenz des Oszillators in Hertz, falls dieser auf "Fixed" gestellt ist. Sie ist konstant und unabhÀngig von der gespielten Note.

Osc Fixed Multiplier (Multi) -- Bestimmt den Bereich der fixen Frequenz. Multiplizieren Sie diesen Wert mit dem Wert des Frequenzreglers des Oszillators, um seine tatsÀchliche Frequenz in Hz zu erhalten.

Osc Output Level (Level) -- Bestimmt den Ausgangspegel des Oszillators. Falls der Oszillator einen anderen moduliert, hat sein Pegel einen starken Einfluss auf den resultierenden Klang. Höhere Pegel bewirken ĂŒblicherweise höhenreichere/rauschhaftere KlĂ€nge.

Envelope / Oscillator Switches -- Mit den Schaltern kann zwischen der Darstellung der Oszillator-HĂŒllkurve und des Teilton-Editors gewĂ€hlt werden.

16/32/64 -- Diese Schalter bestimmen die Anzahl der Teiltöne, die vom Anwender geÀndert werden können.

Osc Waveform (Wave) -- WÀhlen Sie aus einer Sammlung sorgfÀltig ausgewÀhlter Wellenformen aus. Sie können Ihre Wahl dann mit dem Teilton-Editor weiter bearbeiten.

Osc Feedback (Feedback) -- Ein Oszillator kann sich selbst modulieren, wenn er nicht von einem anderen Oszillator moduliert wird. Diese Modulation ist nicht nur von der Einstellung des Feedback-Parameters abhĂ€ngig, sondern auch vom Ausgangspegel des Oszillators und der HĂŒllkurve. Höhere Feedback-Werte ergeben komplexere Wellenformen.

Osc Phase (Phase) -- Bestimmt die Startphase des Oszillators. Der Regelbereich deckt einen kompletten Zyklus ab.

Retrigger (R) -- Ist R aktiviert, startet der Oszillator in seiner Phase jedesmal, wenn eine neue Note getriggert wird, immer an der gleichen Stelle. Ist R deaktiviert, lÀuft der Oszillator unabhÀngig.

Repeat -- Basierend auf den Einstellungen des "Repeat"-Wahlschalters, können höher liegende Teiltöne durch Wiederholung der gezeichneten Teiltöne nach oben hin mit allmĂ€hlich leiser werdendem Pegel (Fade-Out) erzeugt werden. Niedrige Repeat-Werte ergeben einen helleren Klang, wĂ€hrend höhere Werte zu einer stĂ€rkeren Absenkung der hohen Frequenzen und zu eher dominierenden Grundtönen fĂŒhren. Steht Repeat auf "Off" werden Teiltöne, die ĂŒber dem 16., 32. oder 64. liegen, abgeschnitten.

Osc Frequency<Velocity (Osc<Vel) -- Die Frequenz eines Oszillators kann durch die Velocity moduliert werden. Positive Werte erhöhen die Frequenz bei grĂ¶ĂŸerer Anschlagsgeschwindigkeit, negative vermindern sie.

Osc Freq<Vel Quantized (Q) -- Hier kann die Wirkung des Parameters Frequenz < Velocity quantisiert werden. Ist die Quantisierung aktiv, entspricht der Effekt dem manuellen VerĂ€ndern des Coarse-Parameters fĂŒr jede Note.

Volume Envelope Rates<Velocity (Time<Vel) -- Dieser Parameter existiert bei den HĂŒllkurven fĂŒr Filter, Pitch, LFO und Volume. Er wird deshalb in den Abschnitten ĂŒber die HĂŒllkurven erlĂ€utert.

Osc Output Level<Velocity (Vel) -- Dieser Parameter bestimmt, wie stark der Pegel des Oszillators von der Velocity abhÀngt. Wird er bei modulierenden Oszillatoren verwendet, entstehen Velocity-abhÀngige Klangunterschiede.

Osc Output Level<Key (Key) -- Dieser Parameter bestimmt, wie stark der Pegel des Oszillators von der Velocity abhĂ€ngt. Der Angelpunkt fĂŒr diese Funktion ist C3.

Display der HĂŒllkurven

Envelope Attack Time (Attack) -- Bestimmt die Zeit, die eine Note benötigt, um ausgehend vom Start-Level den Peak-Level zu erreichen. Bei Oszillator-HĂŒllkurven ist die Kurvenform dieses Abschnitts linear. Bei der Pitch- und der Filter-HĂŒllkurve kann die Kurvenform des Abschnitts eingestellt werden.

Envelope Decay Time (Decay) -- Legt die Zeit fest, die eine Note benötigt um den Sustain-Level ausgehend vom Peak-Level zu erreichen. Bei Oszillator-HĂŒllkurven ist die Kurvenform des Abschnitts exponentiell. Bei der Pitch- und der Filter-HĂŒllkurve kann die Kurvenform des Abschnitts eingestellt werden.

Envelope Release Time (Release) -- Bestimmt die Zeit, die eine Note benötigt, um nach Loslassen der Taste den End-Level zu erreichen. Bei den Oszillator-HĂŒllkurven ist dieser Wert immer -inf dB und die Kurvenform des Abschnitts exponentiell. Bei der Pitch- und der Filter-HĂŒllkurve wird dieser Wert mit dem End-Level-Parameter gewĂ€hlt und die Kurvenform des Abschnitts kann eingestellt werden. Es beginnt bei dem Wert, den die HĂŒllkurve beim Loslassen der Taste hat, unabhĂ€ngig davon, welches Segment gerade aktiv ist.

Envelope Initial Level (Initial) -- Bestimmt den Start-Wert der HĂŒllkurve.

Envelope Peak Level (Peak) -- Dies ist der Peak-Level am Ende des Noten-Attacks.

Envelope Sustain Level (Sustain) -- Dies ist der Sustain-Level am Ende des Decay-Segments. Sofern sie nicht im Loop-, Sync- oder Beat-Modus genutzt wird, verbleibt die HĂŒllkurve bis zur Freigabe der Note auf diesem Level.

Envelope End Level (End) -- (nur bei LFO, Filter- und Pitch Envelope) Dies ist der Wert, der am Ende der Release-Phase erreicht wird.

Envelope Loop Mode (Loop) -- Wenn hier Loop gewĂ€hlt ist, beginnt die HĂŒllkurve nach dem Beenden des Decay-Segments wieder von vorne. Ist Beat oder Sync gewĂ€hlt, startet sie nach einer bestimmten in Notenwerten wĂ€hlbaren Zeit erneut. Im Sync-Modus wird dieses Verhalten entsprechend der Song-Zeit quantisiert. Im Trigger-Modus ignoriert die HĂŒllkurve Note-Off-Befehle.

Envelope Beat/Sync Rate (Repeat) -- Solange die Note im Beat-Modus gehalten wird, startet die HĂŒllkurve nach Maßgabe des hier eingestellten Notenwerts neu. Bei diesem Neu-Triggern bewegt sich die HĂŒllkurve mit der eingestellten Attackzeit vom gerade aktuellen Wert zum Peak-Level.

Envelope Loop Time (Time) -- Wenn eine Note im Loop-Modus nach dem Ende des Decay/Sustain-Segments noch an ist, beginnt die HĂŒllkurve erneut beim Start-Level. Dieser Parameter bestimmt die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um vom Sustain- zum Start-Level zu gelangen.

Envelope Rates<Velocity (Time<Vel) -- Die HĂŒllkurven-Segmente werden nach Maßgabe dieser Einstellung durch die Noten-Velocity moduliert. Dies ist besonders bei geloopten HĂŒllkurven interessant. Beachten Sie, dass diese Modulation nicht den Notenwert im Beat- oder Sync-Modus, sondern die HĂŒllkurven-Segmente selbst beeinflusst.

Die Filter- und Pitch-HĂŒllkurven besitzen auch Parameter zum Einstellem der Kurvenformen fĂŒr einzelne HĂŒllkurven-Abschnitte. Positive Werte verursachen einen zu Beginn sehr schnellen Kurvenverlauf, der dann langsamer wird. Bei negativen Werten bleibt die Kurvenform zu Beginn ĂŒber eine lĂ€ngere Zeit flach und steigt dann zum Ende hin schneller an. Steht die Kurvenform auf Null, verlĂ€uft sie linear, d.h. die HĂŒllkurve verlĂ€uft ĂŒber das gesamte Segment hinweg mit der gleichen Geschwindigkeit.

Attack Slope (A.Slope) -- Bestimmt die Form des Attack-HĂŒllkurvenabschnitts.

Decay Slope (D.Slope) -- Bestimmt die Form des Decay-HĂŒllkurvenabschnitts.

Release Slope (R.Slope) -- Bestimmt die Form des Release-HĂŒllkurvenabschnitts.

Parameter im KontextmenĂŒ

Bestimmte Funktionen und Parameter in Operator sind nur ĂŒber das KontextmenĂŒ [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) zu erreichen. Diese sind:

Kopieren der Oszillator-Einstellungen -- Das KontextmenĂŒ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) der Oszillator-Shell und HĂŒllkurven-Anzeige bietet Optionen zum Kopieren von Parametern zwischen den Oszillatoren.

HĂŒllkurven-Befehle -- Das KontextmenĂŒ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) bei allen HĂŒllkurven-Anzeigen bietet Optionen, um alle Level der HĂŒllkurve auf den Maximalwert, Minimalwert oder einen mittleren Wert zu setzen.

Befehle im Teilton-Editor -- Im KontextmenĂŒ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) des Teilton-Editors kann das Zeichnen von Teiltönen auf gerade oder ungerade Harmonische beschrĂ€nkt und die Normalisierungs-Funktion fĂŒr den Ausgangspegel eines Oszillators ein- und ausgeschaltet werden. Ferner gibt es einen Befehl zum Exportieren der Wellenform als .ams-Datei.

Tonhöhe folgen -- Dieser Befehl im KontextmenĂŒ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) fĂŒr den Regler der Filterferquenz optimiert den Filter fĂŒr das Folgen der Tonhöhe gespielter Noten. HierfĂŒr wird die Filterfrequenz auf 466 Hz und der Freq<Key Parameter auf 100% gestellt.

Live-8-Legacy-Modus — Dieser Befehl im KontextmenĂŒ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) von Operators Titelzeile, bestimmt die MIDI-Note, die als zentraler Punkt bei der MIDI-Tonhöhe als Modulationsquelle angesehen wird. Aktiviert ist E3 die Mitte. Deaktiviert ist C3 die MItte. Beachten Sie bitte, dass diese Option nur verfĂŒgbar ist, wenn Operator-Presets eingeladen werden, die mit Versionen vor Live 9 erzeugt worden sind.

24.7 Sampler

SamplerColor.png
Das Instrument Sampler

(Hinweis: Das Sampler-Instrument ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verfĂŒgbar.) Sampler-Anwender, die ihre Presets mit allen Live-Anwendern tauschen möchten, können ihre Arbeit zu Presets konvertieren, die mit Simpler (siehe 24.8) eingesetzt werden können. Um die Konvertierung durchzufĂŒhren, öffnen Sie mit [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) das KontextmenĂŒ in der Titelzeile von Sampler und wĂ€hlen den Befehl "Sampler -> Simpler".

Sampler ist ein schlankes, aber umfassend ausgestattetes Multisampling-Instrument, das vollen Nutzen aus Lives agiler Audio-Engine zieht. Es wurde von Grund auf dafĂŒr geschaffen, Gigabyte-große Instrumenten-Librarys zu nutzen und es importiert die meisten gebrĂ€uchlichen Library-Formate. Mit Sampler ist die Wiedergabe jedoch erst der Beginn; sein umfangreiches internes Modulationssystem, das nahezu jeden Aspekt seiner KlĂ€nge kontrolliert, ist Sampler die natĂŒrliche Erweiterung von Lives Klangformungstechniken.

24.7.1 Erste Schritte mit Sampler

Um das Arbeiten mit Sampler zu beginnen, mĂŒssen Sie einfach nur ein Preset aus dem GerĂ€te-Browser auswĂ€hlen. Wie bei allen GerĂ€ten von Live, finden sich auch Samplers Presets in Ordnern unterhalb seines Namens. Importierte Presets von Drittanbieter-Librarys finden sich ebenfalls hier, im Ordner Imports.

Nachdem Sie ein Sampler-Preset in eine Spur geladen haben, sollten Sie daran denken die Spur aufnahmebereit zu schalten (was die gespielten MIDI-Noten hörbar macht), dann können Sie das Instrument spielen.

24.7.2 Multisampling

ZunĂ€chst wollen wir das Konzept des Multisamplings vorstellen. Diese Technik wird verwendet, um prĂ€zise die KomplexitĂ€t von Instrumenten einzufangen, die viele unterschiedliche Klangnuancen produzieren. Statt sich auf die einfache Transponierung eines einzelnen aufgenommenen Samples zu verlassen, nimmt man beim Multisampling das Instrument an verschiedenen Stellen seines kritischen Klangbereichs auf. Das bedeutet ĂŒblicherweise, dass verschiedene gespielte Tonhöhen, aber auch verschiedene AusdrucksstĂ€rken (leise, mittel, laut gespielt, etc) eingefangen werden. Das resultierende Multisample ist eine Sammlung all dieser individuell aufgenommenen Samples.

Das akustische Klavier ist ein typisches Beispiel fĂŒr ein multigesampletes Instrument. Da der Ton- und Dynamikumfang des Klaviers sehr groß sind, dazu die Klangfarbe komplex, wĂŒrde das Transponieren eines Samples ĂŒber viele Oktaven hinweg die feinen Nuancen des Instruments nicht reproduzieren. Da beim Multisampling mehrere unterschiedliche Klangquellen das Instrument formen, könnten z.B. fĂŒr jede einzelne Taste drei oder mehr Samples gemacht werden (leise, mittel, laut, sehr laut), wodurch die Ausdrucksmöglichkeiten maximiert werden.

Sampler wurde so gestaltet, dass Sie sich dem Thema Multisampling ganz nach Wunsch nĂ€hern können: Sie können Multisample-Presets wie die der Ableton Essential Instrument Collection laden und spielen, Multisamples von Drittanbietern (siehe 24.7.11) importieren oder eigene Multisamples von Grund auf herstellen. Und schließlich: Sie mĂŒssen ja nicht unbedingt immer Multisamples einsetzen — ziehen Sie ein einzelnes Sample in Sampler hinein und experimentieren beliebig mit dem internen Modulationssystem von Sampler.

24.7.3 Optionen in der Titelzeile

Bevor wir uns in Samplers Modulations-Möglichkeiten vertiefen, lassen Sie uns einen kurzen Blick auf das KontextmenĂŒ von Samplers Titelzeile werfen.

TitleBarContextMenu.png
Das KontextmenĂŒ in Samplers Titelzeile.

Mit den Optionen Ausschneiden, Kopieren, Umbenennen, Info-Text bearbeiten und Löschen sind Sie sicherlich schon vertraut, daher benötigen nur die weiteren Optionen eine ErklÀrung

Gruppieren — lĂ€dt Sampler in eine neues Instrument-Rack.

Einklappen — klappt Sampler ein, so dass nur die Titelzeile des GerĂ€ts sichtbar ist. Mit Doppelklick auf die Titelzeile können Sie Sampler wieder ausklappen.

Preset-Namen zeigen — StandardmĂ€ĂŸig zeigt Sampler den Namen des obersten Samples aus der Sample-Liste als Titel an. Durch Deaktivieren von "Zeige Preset Name" wird der aktuelle Titel mit "Sampler" ersetzt.

An BedienoberflĂ€che binden — Bindet Sampler an eine von Live nativ unterstĂŒtzte BedienoberflĂ€che, wie in den Link/MIDI-Voreinstellungen definiert, wodurch Sie garantierten Zugriff auf Samplers Parameter haben, egal wo in Ihrem Live-Set der aktuelle Fokus liegt. Sampler wird standardmĂ€ĂŸig an die BedienoberflĂ€che gebunden, sobald die Spur aufnahmebereit geschaltet wird. Ein Hand-Symbol in seiner Titelleiste erinnert daran, wenn ein GerĂ€t an eine BedienoberflĂ€che gebunden wurde.

Als Standard-Preset sichern — Sichert die aktuellen Einstellungen von Sampler als Standardpreset.

Constant-Power-Überblendung (Fade) bei Loops — StandardmĂ€ĂŸig nutzt Sampler Constant-Power-Überblendungen an den Loop-ÜbergĂ€ngen. Deaktivieren Sie diesen Eintrag, wenn Sie lineare Überblendungen an den Loop-Punkten verwenden möchten.

Sampler -> Simpler — Wandelt Sampler-Presets in Simpler-Presets um.

24.7.4 Samplers Parameter-Seiten

Die Features von Sampler sind nach Kategorien geordnet auf verschiedenen Seiten untergebracht (Zone, Sample, Pitch/Osc, Filter/Global, Modulation und MIDI), die in Samplers Titelzeile ausgewÀhlt werden können. Wenn Sie auf eine Seite klicken, werden alle zugehörigen Parameter und Eigenschaften darunter angezeigt, mit Ausnahme der Zone-Seite. ZusÀtzlich zu seiner Funktion als Organisationselement bietet jeder Seiten-Reiter in der Titelzeile LEDs, die anzeigen, ob im entsprechenden Bereich Modulations-Informationen vorliegen. Wir werden Sampler kennen lernen, indem wir seine Seiten nacheinander nÀher betrachten.

SamplerColor.png
Samplers Seiten-Reiter in der Titelzeile.

24.7.5 Die Zone-Seite

ZoneTabColor.png
Die Zone-Seite.

Mit Klick auf den Zone-Reiter schaltet Samplers Anzeige auf den Zonen-Editor um, einer intuitiven BenutzeroberflĂ€che fĂŒr die Zuweisung einer beliebigen Anzahl von Samples zu den drei verschiedenen Zonentypen - den Noten-Zonen (Key), den Zonen fĂŒr AnschlagstĂ€rke (Vel) und den Sample-Wahl-Zonen (Sel).

KeyZoneEditor.png
Der Editor fĂŒr die Noten-Zonen.

Der Zonen-Editor wird in einer separaten, eigenen Ansicht direkt ĂŒber der GerĂ€te-Ansicht geöffnet. Wird er im Zusammenspiel mit Samplers anderen Seiten verwendet, erlaubt dieses Layout ein sehr schnelles Erzeugen und Bearbeiten von Multisamples.

Links neben dem Zonen-Editor ist die Liste zu sehen, in der die Multisamples organisiert werden. Alle zu einem Multisample gehörenden Einzelsamples sind hier als Layer gelistet, sie stellen die Ebenen des Multisamples dar. Bei komplexen Multisamples kann diese Liste ziemlich lang werden.

Der Rest der Ansicht wird von einem von drei Editoren ausgefĂŒllt, die sich auf die Samples in der Liste beziehen: dem Editor fĂŒr die Noten-Zonen (siehe “Noten-Zonen”), dem fĂŒr die Velocity-Zonen (siehe “Zonen fĂŒr die AnschlagsstĂ€rke”) oder dem fĂŒr die Sample-Wahl (siehe “Sample-Wahl-Zonen”). Die Editoren können horizontal gezoomt werden, indem Sie mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) das KontextmenĂŒ öffnen und "Klein", "Mittel" oder "Groß" wĂ€hlen.

Auto-Selektion (Auto) — Wenn MIDI-Noten bei Sampler ankommen, werden Sie durch die Tastatur-, Velocity- und Sample-Wahl-Zonen jedes Sample-Eintrags gefiltert. Ist die Auto-Selektion aktiviert, werden alle Samples, die eine ankommende Note spielen können, fĂŒr die Dauer dieser Note automatisch in der Sample-Liste selektiert.

Zonen-Überblendungs-Modus (Lin/Pow) —Dieser Schalter wĂ€hlt fĂŒr alle Zonen zwischen einer linearen und einer exponentiellen (constant-power) Überblendkurve.

AutoLinPOW.png
Auto-Selektion und Zonen-Überblendungs-Modus (Lin/Pow)

Zone Editor View (Key/Vel/Sel) — Diese Schalter wĂ€hlen zwischen der Anzeige des Key-Zonen-, des Velocity-Zonen- und des Sample-Wahl-Zonen-Editors.

KeyVelSelZoneButtons.png
Die Key-Zonen-, Velocity-Zonen- und Sample-Wahl-Zonen-Editoren.

Die Liste der Sample-EintrÀge

SampleLayerListColor.png
Die Liste der Sample-EintrÀge.

Alle im aktuell geladenen Multisample enthaltenen Samples sind hier gelistet, wobei jedes Sample einen eigenen Eintrag erhĂ€lt. Bei sehr großen Multisamples kann diese Liste Hunderte von EintrĂ€gen enthalten! GlĂŒcklicherweise können die EintrĂ€ge mit aussagekrĂ€ftigen Namen versehen werden (zum Beispiel mit ihrem Root Key). Bewegen Sie die Maus ĂŒber einen Eintrag der Liste oder eine Zone im Editor, werden in der Statuszeile alle relevanten Informationen zum betreffenden Sample angezeigt. Indem Sie einen Eintrag auswĂ€hlen, wird das entsprechende Sample auf der Seite Sample zur nĂ€heren Begutachtung und Bearbeitung geladen.

SamplerLayerListContextMenu.png
Das KontextmenĂŒ der Sample-Liste

Mit [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) innerhalb der Sample-Liste öffnen Sie ein KontextmenĂŒ, in dem verschiedene Optionen fĂŒr das Sortieren und Anzeigen der Sample-EintrĂ€ge, fĂŒr ihr Verteilen ĂŒber die Tastatur sowie verschiedene weitere Verwaltungs- und "Hausmeister"-Funktionen zu finden sind.

Löschen — löscht die momentan ausgewĂ€hlten Samples.

Duplizieren — dupliziert die momentan ausgewĂ€hlten Samples.

Umbenennen — Ermöglicht es, die momentan ausgewĂ€hlten Samples umzubenennen.

UmfĂ€nge gleichmĂ€ĂŸig verteilen — Verteilt die Samples gleichmĂ€ĂŸig ĂŒber den Gesamt-Umfang der MIDI-Noten (C-2 bis G8).

UmfĂ€nge rund um Root-Key verteilen — FĂŒr Layer mit unterschiedlichen Root-Keys verteilt diese Option ihre UmfĂ€nge so gleichmĂ€ĂŸig wie möglich um ihre Root-Keys herum, ohne dabei jedoch zu ĂŒberlappen. Bei Layern, die einen Root-Key gemeinsam teilen, werden die UmfĂ€nge gleichmĂ€ĂŸig verteilt.

Klein/Mittel/Groß — Bestimmt den Zoom-Level fĂŒr den Zonen-Editor.

Im Browser zeigen — Navigiert zum gewĂ€hlten Sample im Browser und wĂ€hlt es aus.

Sample verwalten — Öffnet den Datei-Manager und selektiert das gewĂ€hlte Sample.

LautstĂ€rke normalisieren — Stellt Samplers LautstĂ€rke-Parameter so ein, dass der Spitzenpegel fĂŒr jedes ausgewĂ€hlte Sample Vollaussteuerung erreicht.

Panorama normalisieren — Stellt Samplers Pan-Parameter so ein, dass jedes gewĂ€hlte Sample gleichmĂ€ĂŸig ĂŒber das Stereospektrum verteilt wird. Beachten Sie bitte, das hierdurch nicht unbedingt nach links oder rechts verteilte Stereo-Samples in die Mitte zurĂŒckwandern; stattdessen kalkuliert Live eine Panorama-Position, um ein gleichmĂ€ĂŸiges Stereobild zu erzeugen.

Alle mit gleichem Bereich auswĂ€hlen — WĂ€hlt alle Layer, dessen Zonenumfang identisch mit dem Umfang des aktuell ausgewĂ€hlten Layers ist. Die Ergebnisse hĂ€ngen davon ab, welcher Zonen-Editor (Key, Velocity oder Sample) gerade aktiv ist.

Alphabetisch sortieren (aufsteigend und absteigend) — Ordnet die Sample alphabetisch nach Ihrem Namen an.

Nach Note sortieren (aufsteigend und absteigend) — Sortiert die Noten-Zonen nach Tonhöhe auf- oder absteigend.

Nach Velocity sortieren (aufsteigend und absteigend) — Sortiert die Velocity-Zonen nach AnschlagstĂ€rke auf- oder absteigend.

Nach Selektor sortieren (aufsteigend und absteigend) — Sortiert die Sample-Wahl-Zonen auf- oder absteigend.

Noten-Zonen

KeyZoneEditor.png
Der Editor fĂŒr die Noten-Zonen.

Eine Tastaturzone (Key-Zone) bestimmt den Bereich von MIDI-Noten, in dem ein Sample gespielt wird. Ein Samples wird nur getriggert, wenn empfangene MIDI-Noten innerhalb seiner Tastaturzone liegen. Jedes Sample besitzt eine eigene Tastaturzone, die von einer einzelnen Note bis zum maximalen MIDI-Notenbereich von 127 Noten reichen kann.

Ein typisches multigesampeltes Instrument enthĂ€lt zahlreiche Einzelsamples, die auf viele Tastaturzonen aufgeteilt sind. In den Samples sind bestimmte Tonhöhen aus dem Notenbereich des Instruments eingefangen (diese werden auch als Root Key bezeichnet), die Samples können aber auch bei Transponierung um ein paar Halbtöne nach oben oder unten noch authentisch klingen. Dieser Umfang entspricht ĂŒblicherweise der Tastaturzone eines Samples; Bereiche außerhalb einer solchen Zone werden durch die erforderliche Anzahl zusĂ€tzlicher Samples reprĂ€sentiert.

StandardmĂ€ĂŸig umfasst die Tastaturzone eines frisch importierten Samples den gesamten MIDI-Notenbereich. Zonen können wie Clips im Arrangement bewegt und in der GrĂ¶ĂŸe geĂ€ndert werden: Ziehen der linken oder rechten Seite verĂ€ndert ihre GrĂ¶ĂŸe, durch Anfassen und Ziehen der Mitte lassen sie sich dann an eine neue Position ziehen.

Durch Ziehen ihrer oberen linken oder rechten Ecke können Zonen auch ĂŒber eine wĂ€hlbare Anzahl von Halbtönen ein- beziehungsweise ausgeblendet werden. Das macht es möglich, entlang der Tastatur sanft zwischen verschiedenen Samples zu ĂŒberblenden. Mit den Lin/Pow-Schaltern ĂŒber der Sample-Liste kann gewĂ€hlt werden, ob diese Überblendung linear oder exponentiell erfolgen soll.

Zonen fĂŒr die AnschlagsstĂ€rke

SamplerTabZoneVelColor.png
Der Editor fĂŒr die Velocity-Zonen

Velocityzonen bestimmen, in welchem Bereich der AnschlagsstÀrke (1-127) von MIDI-Noten jedes Sample gespielt wird. Die Klangfarbe der meisten Musikinstrumente Àndert sich stark in AbhÀngigkeit der Spiel-IntensitÀt. Darum fangen bessere Multisamples nicht nur unterschiedliche Noten der Instrumente ein, sondern auch unterschiedlich stark gespielte Versionen dieser Noten ein.

Wird er ausgewÀhlt, erscheint der Velocityzonen-Editor in der Anzeige neben der Sample-Liste. Die AnschlagsstÀrke wird auf einer Skala von 1-127 angegeben, und genau dieser Bereich möglicher Velocitywerte ist oben im Editor zu sehen. Davon abgesehen, entspricht die FunktionalitÀt exakt dem Tastaturzonen-Editor.

Sample-Wahl-Zonen

SamplerSelectorColor.png
Der Editor fĂŒr die Sample-Wahl-Zonen.

Sie entspricht einem Datenfilter, der jedoch nicht an eine bestimmte Art von empfangenen MIDI-Information gebunden ist. Sample-Wahl-Zonen sind den Ketten-Wahl-Zonen (siehe 18.5.4) in Racks sehr Ă€hnlich: Nur Samples, deren Sample-Wahl-Werte den aktuellen Wert des Sample-Selektors ĂŒberlappen, werden getriggert.

Wird er ausgewĂ€hlt, erscheint der Sample-Wahl-Zonen-Editor in der Anzeige neben der Sample-Liste. Der Editor zeigt Ă€hnlich wie der Velocity-Editor eine Skala von 0-127 an. Über der Werteskala befindet sich ein verschiebbarer Indikator, der sogenannte Sample-Selektor.

SampleSelectorColor.png
Der Sample-Selektor.

Bitte beachten Sie, dass die Position des Sample-Selektors nur darĂŒber entscheidet, welche Samples fĂŒr das Triggern zur VerfĂŒgung stehen. Nach dem Triggern eines Samples fĂŒhrt das VerĂ€ndern der Sample-Selektor-Position nicht dazu, dass wĂ€hrend der Wiedergabe auf ein anderes Sample umgeschaltet wird.

24.7.6 Die Sample-Seite

SamplerColor.png
Die Sample-Seite.

Die Wiedergabe-Eigenschaften einzelner Samples werden auf der Sample-Seite gewĂ€hlt. Ein Großteil der Seite ist der Wellenformdarstellung des ausgewĂ€hlten Samples gewidmet. Wenn Sie die Maus ĂŒber die Wellenformanzeige bewegen, werden relevante Informationen ĂŒber das Sample in der Statusleiste dargestellt. Es ist wichtig, daran zu denken, dass die meisten Werte auf dieser Seite lediglich das Verhalten des gerade ausgewĂ€hlten Samples betreffen. Das Sample-AufklappmenĂŒ zeigt den Namen des gewĂ€hlten Samples an und bietet eine weitere Möglichkeit, beim Editieren zwischen den Samples der Liste zu wechseln.

Tipp: Um in das aktuelle Sample einzuzoomen, scrollen Sie mit dem Mausrad oder Trackpad, wĂ€hrend Sie [STRG](PC) / CMD(Mac) gedrĂŒckt halten.

Umkehren (Reverse) -- Dies ist ein globaler, modulierbarer Schalter, der die Wiedergaberichtung des gesamten Multisamples umkehrt. Anders als bei der Reverse-Funktion in der Clip-Ansicht, wird hier jedoch keine neue Sample-Datei erzeugt. Stattdessen beginnt die Wiedergabe am Sample-Endpunkt, bewegt sich rĂŒckwĂ€rts durch den Sustain-Loop (falls aktiv) und endet am Sample-Startpunkt.

Snap — LĂ€sst die gewĂ€hlten Start- und Endpunkte auf NulldurchgĂ€ngen der Wellenform (Punkte mit einer Amplitude von Null) einrasten, um Klicks zu vermeiden. Sehr deutlich wird die Wirkung der Snap-Funktion bei Rechteckwellenformen. Wie bei Simpler, basiert diese Funktion auf dem linken Kanal von Stereosamples, so dass in manchen FĂ€llen ein kleiner Crossfade erforderlich werden kann, um Klicks komplett zu vermeiden.

Tipp: Sie können individuelle Loop-Regionen mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf eine Loop-Klammer und durch AuswĂ€hlen von “Snap Marker" einrasten lassen.

Sample — Dieses AusklappmenĂŒ zeigt den Namen des gerade aus der Liste gewĂ€hlten Samples an und kann benutzt werden, um schnell zwischen den Samples des geladenen Multisamples umzuschalten.

SampleChooserColor.png
Das Sample-WahlmenĂŒ.

Originalnote (RootKey) — WĂ€hlt die Root-Note (die Originaltonhöhe) fĂŒr das aktuelle Sample.

Feinstimmung (Detune) — Hier kann das gewĂ€hlte Sample im Bereich von +/- 50 Cent feingestimmt werden.

Volume — Ein LautstĂ€rke-Parameter mit großzĂŒgigem Regelbereich, von vollstĂ€ndiger DĂ€mpfung bis zu einer VerstĂ€rkung von 24 dB.

Pan — Samples können individuell im Stereopanorama platziert werden.

Sample-Wiedergabe

Alle der folgenden Sample-spezifischen Parameter erzeugen im Zusammenspiel mit der globalen LautstĂ€rkehĂŒllkurve (auf der Filter/Global-Seite) die Basis von Samplers Stimmen. Diese HĂŒllkurven nutzen unter anderem Standard-ADSR-Parameter (Attack, Decay, Sustain, Release).

Envelope Attack Time (Attack) -- Bestimmt die Zeit, die eine Note benötigt, um ausgehend vom Start-Level den Peak-Level zu erreichen. Die Form des Attack-HĂŒllkurvenabschnitts kann mit dem Parameter Attack Slope (A. Slope) eingestellt werden.

Envelope Decay Time (Decay) -- Legt die Zeit fest, die eine Note benötigt um den Sustain-Level ausgehend vom Peak-Level zu erreichen. Die Form des Decay-HĂŒllkurvenabschnitts kann mit dem Parameter Decay Slope (D. Slope) eingestellt werden.

Envelope Sustain Level (Sustain) -- Dies ist der Sustain-Level am Ende des Decay-Segments. Sofern sie nicht im Loop-, Sync- oder Beat-Modus genutzt wird, verbleibt die HĂŒllkurve bis zur Freigabe der Note auf diesem Level.

Envelope Release Time (Release) -- Bestimmt die Zeit, die eine Note benötigt, um nach Loslassen der Taste den End-Level zu erreichen. Die Form dieses HĂŒllkurvenabschnitts wird mit dem Parameter Release Slope (R. Slope) eingestellt.

Envelope Initial Level (Initial) -- Bestimmt den Start-Wert der HĂŒllkurve.

Envelope Peak Level (Peak) -- Dies ist der Peak-Level am Ende des Noten-Attacks und zu Anfang der Decay-Phase.

Envelope End Level (End) -- (nur bei LFO, Filter- und Pitch Envelope) Dies ist der Wert, der am Ende der Release-Phase erreicht wird.

Envelope Rates<Velocity (Time<Vel) -- Die HĂŒllkurven-Segmente werden nach Maßgabe dieser Einstellung durch die Noten-Velocity moduliert. Dies ist besonders bei geloopten HĂŒllkurven interessant. Beachten Sie, dass diese Modulation nicht den Notenwert im Beat- oder Sync-Modus, sondern die HĂŒllkurven-Segmente selbst beeinflusst.

Envelope Loop Mode (Loop) -- Wenn hier Loop gewĂ€hlt ist, beginnt die HĂŒllkurve nach dem Beenden des Decay-Segments wieder von vorne. Ist Beat oder Sync gewĂ€hlt, startet sie nach einer bestimmten in Notenwerten wĂ€hlbaren Zeit erneut. Im Sync-Modus wird dieses Verhalten entsprechend der Song-Zeit quantisiert. Im Trigger-Modus ignoriert die HĂŒllkurve Note-Off-Befehle.

Envelope Beat/Sync Rate (Repeat) -- Solange die Note im Beat-Modus gehalten wird, startet die HĂŒllkurve nach Maßgabe des hier eingestellten Notenwerts neu. Bei diesem Neu-Triggern bewegt sich die HĂŒllkurve mit der eingestellten Attackzeit vom gerade aktuellen Wert zum Peak-Level.

Envelope Loop Time (Time) -- Wenn eine Note im Loop-Modus nach dem Ende des Decay/Sustain-Segments noch an ist, beginnt die HĂŒllkurve erneut beim Start-Level. Dieser Parameter bestimmt die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um vom Sustain- zum Start-Level zu gelangen.

Wie oben beschrieben besitzen Samplers HĂŒllkurven auch Parameter zum Einstellen der Kurvenformen fĂŒr einzelne HĂŒllkurven-Abschnitte. Positive Werte verursachen einen zu Beginn sehr schnellen Kurvenverlauf, der dann langsamer wird. Bei negativen Werten bleibt die Kurvenform zu Beginn ĂŒber eine lĂ€ngere Zeit flach und steigt dann zum Ende hin schneller an. Steht die Kurvenform auf Null, verlĂ€uft sie linear, d.h. die HĂŒllkurve verlĂ€uft ĂŒber das gesamte Segment hinweg mit der gleichen Geschwindigkeit.

Alle zeitbezogenen Werte auf dieser Seite werden entweder in Samples oder in Minuten:Sekunden:Millisekunden angezeigt, die Darstellung lĂ€sst sich mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) ĂŒber das KontextmenĂŒ ĂŒber jedem der Wertefelder umschalten. Samples bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die kleinste messbare Einheit des digitalen Audiomaterials und nicht auf die Dateien selbst, die man ĂŒblicherweise allerdings ebenfalls als "Samples" bezeichnet.

Sample Start — Die Zeitposition, an der die Wiedergabe beginnt. Besitzt die LautstĂ€rkehĂŒllkurve eine hohe Einstellung fĂŒr die Attackzeit, so ist es möglich, dass der hörbare Klang spĂ€ter zu beginnen scheint als hier eingestellt.

Sample End — Die Zeitposition, an der die Wiedergabe endet (sofern kein Loop aktiviert ist), auch wenn die LautstĂ€rkehĂŒllkurve noch nicht abgelaufen ist.

Sustain Mode — Der optionale Sustain-Loop definiert einen Bereich des Samples, in dem die Wiedergabe wiederholt wird, solange sich die Note in der Sustain-Phase ihrer HĂŒllkurve befindet. Das Aktivieren des Sustain-Loops ermöglicht es auch, den Release-Loop zu aktivieren. Das bietet verschiedene Optionen fĂŒr die Wiedergabe:

SamplerLoopNo.pngKein Sustain-Loop — Die Wiedergabe erfolgt linear bis der eingestellte Sample-Endpunkt erreicht ist oder die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase komplett durchlaufen hat.

SamplerLoopEnabled.pngSustain-Loop aktiviert —Die Wiedergabe erfolgt linear bis der eingestellte Loop-Endpunkt erreicht ist, springt dann zum Loop-Startpunkt und wird geloopt fortgesetzt. Ist der Release-Modus OFF, wird die geloopte Wiedergabe fortgesetzt, bis die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase fertig durchlaufen hat.

SamplerLoopBack.pngVor-und-zurĂŒck-Sustain-Loop aktiviert — Die Wiedergabe erfolgt bis zum Loop-Endpunkt, dann von dort rĂŒckwĂ€rts bis zum Loop-Startpunkt und dann wieder vorwĂ€rts in Richtung Loop-Endpunkt. Ist der Release-Modus OFF, wird dieses Muster fortgesetzt, bis die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase fertig durchlaufen hat.

Link — Das Aktivieren des Link-Schalters setzt den Sample-Startpunkt auf den Loop-Startpunkt. Beachten Sie, dass das Wertefeld fĂŒr den Sample-Startpunkt seinen ursprĂŒnglichen Wert nicht verliert -- es wird nur deaktiviert und kann mit einem einfachen Klick wieder genutzt werden.

Loop Start — Der Sustain-Loop-Startpunkt, gemessen in Samples.

Loop End — Der Sustain-Loop-Endpunkt, gemessen in Samples.

Release Mode — Wenn der Sustain-Loop genutzt wird, kann auch der Release-Modus aktiviert werden.

SamplerLoopReleaseOff.png — Die Release-Phase der LautstĂ€rkehĂŒllkurve ist aktiv, aber wĂ€hrend ihres Verlaufs wird der Sustain-Loop hörbar. Die Wiedergabe geht nie ĂŒber dessen Loop-Endpunkt hinaus.

SamplerLoopNo.pngRelease aktiviert — Wenn die LautstĂ€rke-HĂŒllkurve ihre Release-Phase erreicht, wird die Wiedergabe linear Richtung Sample-Ende fortgesetzt.

SamplerLoopEnabled.pngRelease-Loop aktiviert — Wenn die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase erreicht, wird die Wiedergabe linear bis zum Sample-Endpunkt fortgesetzt, springt dann zum Release-Loop und wiederholt diesen Loop bis die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase komplett durchlaufen hat.

SamplerLoopBack.pngVor-und-zurĂŒck-Release-Loop aktiviert — Wenn die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase erreicht, wird die Wiedergabe linear bis zum Sample-Endpunkt fortgesetzt, erfolgt dann von dort rĂŒckwĂ€rts bis zum Release-Loop-Startpunkt und dann wieder vorwĂ€rts in Richtung Sample-Endpunkt. Dieses Muster wird wiederholt, bis die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase fertig durchlaufen hat.

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Sustain- und Release-Loops.

Release Loop — bestimmt den Startpunkt des Release-Loop. Das Ende des Release-Loop ist das Sample-Ende.

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Der Release-Loop-Parameter.

Sustain- and Release-Loop-Überblendung (Crossfade) — Die Loop-Überblendungen helfen Klicks an den Loop-ÜbergĂ€ngen zu vermeiden. StandardmĂ€ĂŸig verwendet Sampler "Constant Power"-Überblendungen an Loop-ÜbergĂ€ngen. Durch das Deaktivieren der Option "Constant-Power-Überblendungen fĂŒr Loops verwenden" im [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ können Sie lineare Überblendungen verwenden.

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Crossfades fĂŒr Sustain- und Release-Loop

Sustain- and Release-Loop Detune (Detune) — Da Loops nichts anderes als Oszillationen sind, kann die Tonhöhe von Samples sich innerhalb von Loops und in AbhĂ€ngigkeit von deren LĂ€nge verschieben. Tipp: dies ist besonders gut mit sehr kurzen Loops zu hören. Mit dem Detune-Parameter kann die Tonhöhe der geloopten Region an den Rest des Samples angeglichen werden.

DetuneSliders.png
Regler fĂŒr Sustain- und Release-Loop-Feinstimmung

Interpolation (Interpol) — Diese globale Einstellung bestimmt, wie akkurat Samples transponiert werden. Bitte seien Sie sich bewusst, dass QualitĂ€ts-Werte oberhalb von "Normal" (Einstellung "Good" oder "Best") die CPU-Last deutlich erhöhen.

RAM Mode (RAM) — Dies ist ebenfalls ein globaler Parameter, der das gesamte Multisample in den Arbeitsspeicher lĂ€dt. Dieser Modus kann beim Modulieren von Start- und Endpunkten zu besseren Ergebnissen fĂŒhren, aber das Laden großer Multisamples ins RAM kann andererseits den Speicher Ihres Rechners fĂŒr andere Aufgaben knapp werden lassen. Es ist in jedem Fall zu empfehlen, Ihren Rechner mit soviel Arbeitsspeicher wie möglich auszurĂŒsten, da dies erhebliche Leistungssteigerungen bewirken kann.

Das Überqueren der Wellenfom mit der Maus und [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) liefert Ihnen mehrere Bearbeitungs- und Anzeige-Optionen. Wie beim KontextmenĂŒ der Sample-Liste sind Im Browser zeigen, Sample verwalten, LautstĂ€rke normalisieren und Panorama normalisieren verfĂŒgbar. ZusĂ€tzlich können Sie in spielende oder loopende Regionen hinein oder heraus zoomen, abhĂ€ngig davon, welche Loop-Modi ausgewĂ€hlt sind.

SamplerWaveformContextMenu.png
Wellenform-KontextmenĂŒ

Schließlich gibt es noch ein paar Optionen ganz rechts auf der Sample-Seite.

Vertikaler Zoom (Regler ) — VergrĂ¶ĂŸert die Höhe der Wellenform in der Sample-Anzeige. Die Funktion verbessert ausschließlich die Übersichtlichkeit der Darstellung und beeinflusst in keiner Weise die Audiodatei selbst.

Die Tasten B, M, L und R — Die Tasten stehen fĂŒr Beide, Mono, Links und Rechts und ermöglichen Ihnen zu bestimmen, welche KanĂ€le des Samples angezeigt werden sollen.

SamplerZoomAndChannels.png
Der vertikale Zoom-Regler und die Channel-Tasten der Sample-Seite.

24.7.7 Die Pitch/Osc-Seite

SamplerTabPitchColor.png
Die Pitch/Osc-Seite.

Der Modulations-Oszillator (Osc)

Sampler besitzt einen speziellen Modulations-Oszillator pro Stimme, der eine Amplituden- oder Frequenzmodulation (FM oder AM) mit dem Multisample ausfĂŒhren kann. Der Oszillator ist umfassend ausgestattet; er besitzt 21 Wellenformen sowie seine eigene AmplitudenhĂŒllkurve mit Loop-Funktion fĂŒr dynamisches Waveshaping. Beachten Sie, dass dieser Oszillator lediglich eine Modulation ausfĂŒhrt -- sein Signal ist nie direkt zu hören. Was man hört, ist die Wirkung seines Ausgangs auf das Multisample.

FM — Bei diesem Modus moduliert der Oszillator die Frequenz des Samples, wodurch sich komplexere und anders klingende Wellenfomen ergeben.

AM — In diesem Modus moduliert der Oszillator die Amplitude des Samples. Niedrige Infraschall-Frequenzen ergeben langsame oder auch schnellere Variation der LautstĂ€rke; hörbare Modulationsfrequenzen hingegen erzeugen zusammengesetzte Wellenformen

Der Modulations-Oszillator wird mit den Parametern Initial, Peak, Sustain, End, Loop, Attack und Time<Velocity gesteuert. Die genaue Funktion dieser Parameter finden Sie im Abschnitt Sample-Wiedergabe erklĂ€rt (siehe “Sample-Wiedergabe”). Die rechte Seite des Oszillator-Bereichs bietet weitere Parameter:

Type — hier können Sie die Oszillator-Wellenform wĂ€hlen.

Volume — bestimmt die ModulationsstĂ€rke des Oszillators auf das Sample.

Vol<Vel — der LautstĂ€rke-Parameter kann sich abhĂ€ngig von der Anschlagsgeschwindigkeit (Velocity) der empfangenen MIDI-Noten Ă€ndern. Er bestimmt die StĂ€rke der Modulation.

Fixed — Ist Fixed aktiviert, hat die Modulationsfrequenz einen festen Wert, der mit den Freq- und Multi-Parametern eingestellt wird und reagiert auch nicht auf empfangene MIDI-Noten.

Freq — Ist Fixed aktiviert (On) wird die hier eingestellte Frequenz mit dem Wert des Multi-Parameters multipliziert, um die feste Modulations-Frequenz zu bestimmen.

Multi — Ist Fixed aktiviert (On) ist dies der Wert, mit dem die fest eingestellte Frequenz multipliziert wird, um die feste Modulations-Frequenz zu bestimmen.

Coarse — Die grobe Stimmung der Modulations-Frequenz (0.125-48). Auch dieser Parameter ist nur vorhanden, wenn Fixed deaktiviert ist (Off).

Fine — Die Feinstimmung der Modulations-Frequenz (0-1000). Auch dieser Parameter ist nur vorhanden, wenn Fixed deaktiviert ist (Off).

Die Pitch-HĂŒllkurve

Die Pitch-HĂŒllkurve moduliert die Tonhöhe des Samples ĂŒber Zeit, sowie auch dem Modulations-Oszillator, falls dieser aktiviert ist. Es handelt sich um eine mehrstufige HĂŒllkurve mit Initial-, Peak-, Sustain- und End-Level, wie im Abschnitt Sample-Wiedergabe beschrieben(siehe “Sample-Wiedergabe”). Die Werte der HĂŒllkurven-Parameter können mit den Reglern oder durch Ziehen der Ankerpunkte in der HĂŒllkurvenanzeige eingestellt werden.

Unten links im Bereich der Pitch-HĂŒllkurve ist der Amount-Regler. Er definiert den Umfang der Pitch-HĂŒllkurve in Halbtonschritten. Der tatsĂ€chliche Umfang der Tonhöhe hĂ€ngt von der Dynamik der HĂŒllkurve selbst ab.

Die rechte Seite in diesem Bereich enthĂ€lt noch fĂŒnf Regler und ein WahlmenĂŒ. Die Parameter haben keinen Bezug zur Pitch-HĂŒllkurve, wirken sich jedoch global auf Samplers Ausgang aus:

PitchEnvelopeRightSideColor.png
Die untere rechte Ecke der Pitch/Osc-Seite.

Spread — Wird Spread genutzt, werden fĂŒr jede Note zwei gegeneinander verstimmte Stimmen erzeugt. Dies verdoppelt jedoch auch die benötigte CPU-Leistung.

Transpose (Transp) — Die globale Transponierung in Halbtönen.

Detune — Globale Feinstimmug, angezeigt in Cent.

Key Zone Shift (Zn Shft) — Hierdurch werden MIDI-Noten ausschließlich im Noten-Zonen-Editor transponiert, sodass unterschiedliche Samples fĂŒr die Wiedergabe gewĂ€hlt werden, die jedoch Ihre gespielte Tonhöhe beibehalten. Wunderbar fĂŒr interessante Artefakte mit Multisamples geeignet.

Glide — Der globale Glide-Modus, der im Zusammenhang mit dem Time-Parameter sanfte TonhöhenĂŒbergĂ€nge erzeugt. ‚Glide' ist dabei ein typisch monophoner Glide, wĂ€hrend 'Portamento' polyphon funktioniert.

Time — Durch das Aktivieren eines Glide-Modus wird ein weicher Übergang zwischen den Tonhöhen der gespielten Noten erzeugt. Dieser Parameter bestimmt die Dauer des Gleitens.

24.7.8 Die Filter/Global-Seite

SamplerTabFilterColor.png
Die Filter/Global-Seite.

Das Filter

Sampler besitzt ein polyphones Filter mit einem integrierten Waveshaper. Der Filterbereich bietet verschiedene Filtertypen an, darunter Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und ein spezielles Morph-Filter. Jedes Filter kann zwischen 12 und 24 dB Flankensteilheit umgeschaltet werden, dazu kann das Verhalten mehrerer analog-modellierter, zusammen mit Cytomic entwickelter Schaltungen gewÀhlt werden, die die Hardware-Filter einiger analoger Synthesizerklassiker emulieren.

Die Schaltungs-Option Clean hat ein CPU-effizientes Design mit hoher QualitĂ€t, das auch bei den Filtern von EQ Eight (siehe 22.12) eingesetzt wird. Diese Option ist fĂŒr alle Filter-Typen vorhanden.

Die OSR-Schaltungsoption ist ein State-Variable-Typ, bei dem die Resonanz von einer speziellen, hart clippende Diode begrenzt wird. Diese ist nach Filtern modelliert, die in einem sehr seltenen, britischen Monosynth zu finden sind und ist fĂŒr alle Filtertypen vorhanden.

Die MS2-Schaltung nutzt ein Sallen-Key-Design und Soft Clipping, um die Resonanz zu begrenzen. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem berĂŒhmten, halbmodularen Synth aus Japan zu finden sind und fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die SMP-Schaltung ist ein spezielles Design, das keine bestimmten Hardware-Vorbilder hat. Es teilt den Charakter der beiden MS2- und PRD-Schaltungen und ist fĂŒr die Tiefpass- und Hochpass-Filter vorhanden.

Die PRD-Filter nutzen ein Ladder-Design und haben kein ausgesprochene Begrenzung der Resonanz. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem alten Monosynth mit 2 Oszillatoren aus den USA eingesetzt werden und fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die wichtigsten Filter-Parameter sind die typischen Synthesizer-Regler Frequenz und Resonanz. Der Frequency-Parameter bestimmt dabei, wo im Frequenzspektrum das Filter wirksam wird, der Resonance-Parameter verstÀrkt die Frequenzen an diesem Punkt des Spektrums.

Werden die Tiefpass, Hochpass oder Bandpass-Filter eingesetzt, gibt es fĂŒr jeden Schaltungstyp bis auf Clean einen zusĂ€tzlichen Drive-Parameter, mit dem das Signal vor dem Filtereingang verstĂ€rkt oder auch verzerrt werden kann.

Das Morph-Filter hat einen zusĂ€tzlichen Morph-Regler, mit dem der Filtertyp kontinuierlich von Tiefpass nach Bandpass nach Hochpass nach Notch und zurĂŒck nach Tiefpass durchlaufen werden kann.

Tipp: springen Sie beim Morph-Parameter direkt zu einer reinen Tiefpass-, Bandpass-, Hochpass- oder Notch-Einstellung, indem Sie die jeweilige Option mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) im KontextmenĂŒ des Morph-Parameters wĂ€hlen.

Im Bereich rechts kann die Cutoff-Frequenz des Filters mit der zugehörigen Filter-HĂŒllkurve im Zeitablauf moduliert werden. Diese HĂŒllkurve funktioniert Ă€hnlich wie die HĂŒllkurven der Pitch/Osc-Seite mit Initial, Peak, Sustain und End-Leveln, ADSR, Loop-Modus und Kurven-Punkten. Der Bereich kann mit der Taste F. Env ein/ausgeschaltet werden. Der Amount-Regler bestimmt, wie stark der Einfluss der Filter-HĂŒllkurve auf die FIlter-Cutoff-Frequenz ist, und muss auf einen Wert ungleich Null gesetzt werden, damit die HĂŒllkurve ein Wirkung hat.

Unter dem Filter befindet sich ist ein Waveshaper, der mit der Shaper-Taste ein/ausgeschaltet werden kann. Im Type-MenĂŒ können Sie aus vier verschiedenen Kurven wĂ€hlen: Soft, Hard, Sine und 4bit. Die GesamtintensitĂ€t des Shapers kann mit dem Amount-Regler eingestellt werden. ZusĂ€tzlich kann der Signalfluss mit einem kleinen Schalter ĂŒber dem Waveshaper-Bereich beeinflusst werden: Zeigt das Dreieck nach oben, fließt das Signal vom Shaper in das Filter, zeigt das Dreieck nach unten, fließt es vom Filter in den Shaper.

Legacy-Filter

Wenn Sie ein Set öffnen, das mit einer Ă€lteren Version als Live 9.5 erzeugt wurde, öffnet jede Sampler-Instanz im Set mit den alten Legacy-Filtern, anstelle der zuvor besprochenen neuen Filter. Das alte Filterset besteht aus Tiefpass-, Bandpass- und Hochpass-Filtern, jeweils mit 12 dB oder 24 dB, einem Notch-Filter, alle Filter ohne Drive-Parameter. Jedes Sampler-GerĂ€t, das mit diesen Legacy-Filtern geladen wird, zeigt eine Aktualisieren-Taste in der Titelzeile an. Mit Klick auf diese Taste, wird die Filter-Auswahl fĂŒr diese Instanz von Sampler dauerhaft auf die neuen Modelle umgeschaltet. Beachten Sie, dass Ihr Live-Set nach der Filter-Aktualisierung etwas anders klingen kann.

Die LautstĂ€rkehĂŒllkurve

FilterGlobalVolumeEnvelope.png
Die LautstĂ€rkehĂŒllkurve

Die LautstĂ€rkehĂŒllkurve wirkt global und definiert den LaustĂ€rkeverlauf von Samplers KlĂ€ngen mit Hilfe von Standard ADSR-Parametern (Attack, Decay, Sustain, Release). Details zu diesen Parametern finden Sie im Handbuch-Abschnitt ĂŒber die Sample-Wiedergabe (siehe “Sample-Wiedergabe”).

Die HĂŒllkurve kann mit dem Loop-WahlmenĂŒ auch geloopt werden. Sobald einer der Loop-Modi ausgewĂ€hlt ist, spielt der Time-Parameter ein wichtige Rolle. FĂŒr die Loop- und Trigger-Mdi startet, falls die Note am Ende der Decay-Phase noch gehalten wird, die HĂŒllkurve neu ausgehend vom Anfangspegel (Initial). Dieser Parameter bestimmt die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um vom Sustain- zum Start-Level zu gelangen. FĂŒr die Beat- und Sync-Modi startet, falls die Note lĂ€nger als der mit dem Repeat-Regler eingestellten Dauer gehalten wird, die HĂŒllkurve neu ausgehend vom Anfangspegel (Initial).

Der Pan-Regler ist die gobale Panorama-Einstellung (d.h. er wirkt auf alle Samples), wĂ€hrend Pan<Rnd der globalen Panoramaposition eine Zufallsmodulation hinzufĂŒgt. Time (Global Time Envelope) verkĂŒrzt oder verlĂ€ngert proportional die zeitlichen AblĂ€ufe aller HĂŒllkurven in Sampler. Time<Key (Global Envelope Time<Key) verkĂŒrzt oder verlĂ€ngert proportional die zeitlichen AblĂ€ufe von allen HĂŒllkurven in Sampler in Bezug zur Tonhöhe der empfangenen MIDI-Noten.

VolumePanTimeColor.png
Parameter fĂŒr Global Pan und Global Time.

Und schließlich bestimmt der Voices-Wahlschalter die maximale Stimmenanzahl, bis zu 32 gleichzeitigen Stimmen sind fĂŒr jede Instanz von Sampler möglich. Das Neutriggern von Stimmen kann optional mit der Retrigger-Taste (R) aktiviert werden, die sich rechts vom Voices-WahlmenĂŒ befindet. Bestimmt, ob bei Neuanschlagen einer Taste mit gleicher Tonhöhe die verwendete Stimme neu getriggert wird, anstatt eine weitere Stimme zu erzeugen. Das Aktivieren von Retrigger ermöglicht es CPU-Leistung einzusparen, besonders, wenn eine Note mit langer Release-Zeit sehr schnell und oft neu angeschlagen wird.

24.7.9 Die Modulations-Seite

SamplerTabModColor.png
Die Modulations-Seite

Die Modulations-Seite bietet eine zusĂ€tzliche HĂŒllkurve mit Loop-Funktion sowie drei LFOs, die jeweils mehrere Parameter, darunter ihre eigenen, modulieren können. Jeder LFO kann frei laufen oder zum Tempo des Live Set synchronisiert werden; die LFOs 2 und 3 können Stereo-Modulationseffekte erzeugen.

Die Auxiliary-HĂŒllkurve

Links befindet sich die Auxiliary-HĂŒllkurve (Aux), die Ă€hnlich funktioniert wie die HĂŒllkurven der Pitch/Osc-Seite mit Initial, Peak, Sustain und End-Leveln, ADSR, Loop-Modus und Kurven-Punkten. Diese HĂŒllkurve kann mit den beiden A und B MenĂŒs 29 Zielen zugeordnet werden. Wie stark die Aux-HĂŒllkurve die Ziele A und B moduliert, wird mit den beiden Reglern rechts eingestellt.

Die LFOs 1, 2 und 3.

Der restliche Bereich der Modulation-Seite enthÀlt drei Niederfrequenz-Oszillatoren (LFOs). Wie der Name schon sagt, modulieren Samplers LFOs Parameter mit einer niedrigen Frequenz (unter 30Hz). Sie können die Oszillatoren mit den Schaltern LFO 1, LFO 2 oder LFO 3 aktivieren/deaktivieren.

Type — Samplers LFOs bieten 6 verschiedene Wellenformen: Sine (Sinus), Square (Rechteck), Triangle (Dreieck) , Sawtooth Down (SĂ€gezahn aufsteigend), Sawtooth Up (SĂ€gezahn absteigend) und Sample and Hold (Zufallswellenform).

Rate — Ist Hz gewĂ€hlt, wird die Geschwindigkeit des LFOs mit dem Freq-Regler rechts bestimmt. Ist das Notensymbol gewĂ€hlt wird die LFO-Rate zum Takt synchronisiert und kann in Notenwerten mit dem Beats-Regler rechts eingestellt werden.

Freq — Die LFO-Geschwindigkeit in Hertz (Schwingungen pro Sekunde), einstellbar von 0.01 bis 30 Hz.

Beats — stellt die LFO-Geschwindigkeit in Notenwerten bzw. Takten ein (von 1/64 Note bis 8 Takte).

LFO Attack (Attack) — Die Zeit die der LFO benötigt, um seine maximale IntensitĂ€t zu erreichen. Verwenden Sie diesen Parameter zum Beispiel dafĂŒr, um bei einer gehaltenen Note ein Vibrato langsam einzublenden.

LFO Retrigger (Retrig) — Wenn Sie Retrigger fĂŒr einen LFO aktivieren, wird er durch jede MIDI-Note an seinem Startpunkt, der eingestellten Phase, neu gestartet. Wird der LFO vor dem Beendigen eines Zyklus' neu gestartet, kann dies neue, hybride Schwingungsformen erzeugen.

LFO Offset (Offset) — WĂ€hlt den Startpunkt beziehungsweise die Startphase des LFO und lĂ€sst die Wellenform dadurch an einer anderen Stelle ihres Zyklus' beginnen. Wird der LFO vor dem Beendigen eines Zyklus' neu gestartet, kann dies neue, hybride Schwingungsformen erzeugen.

LFO Rate < Key (Key) — Auch bekannt als Keyboard Tracking. Werte ungleich Null lassen den LFO im VerhĂ€ltnis zu aufsteigenden MIDI-Noten schneller schwingen.

LFO 1 hat vier Regler zur schnellen Modulation globaler Parameter:

Volume (Vol) — LFO 1 kann die globale LautstĂ€rke modulieren. Der Regler bestimmt die IntensitĂ€t der Modulation mit einer Skala von 0-100.

Pan (Pan) — LFO 1 kann die globale Panorama-Position modulieren. Der Regler bestimmt die IntensitĂ€t der Modulation mit einer Skala von 0-100.

Filter — LFO 1 kann die Cutoff-Frequenz des Filters (Freq auf der Filter/Global-Seite) modulieren. Der Regler bestimmt die IntensitĂ€t der Modulation mit einer Skala von 0-24.

Pitch — LFO 1 kann die Tonhöhe der Samples modulieren. Der Regler bestimmt die IntensitĂ€t der Modulation mit einer Skala von 0-100.

SamplerLFO1.png
LFO 1.

LFO Stereo Mode (Stereo) — Die LFOs 2 und 3 können zwei verschieden Arten Stereo-Modulation erzeugen: Phase oder Spin. Im Phase-Modus haben der linke und der rechte Kanal des LFO die gleiche Geschwindigkeit, wobei der Parameter Phase den rechten gegenĂŒber dem linken Kanal verschiebt. Im Spin-Modus kann der Parameter Spin den rechten Kanal gegenĂŒber dem linken um bis zu 50 % beschleunigen.

Wie die Auxiliary-HĂŒllkurve, enthalten die LFOs 2 und 3 ebenfalls A und B WahlmenĂŒs, mit denen Sie die LFOs vielen Zielen zuordnen können.

SamplerLFO2And3.png
Die LFOs 2 und 3.

24.7.10 Die MIDI-Seite

SamplerTabMIDIColor.png
Die MIDI-Seite.

Die Parameter auf der MIDI-Seite verwandeln Sampler in ein dynamisches Performance-Instrument. Die MIDI-Informationen Note, Velocity, Release Velocity, Aftertouch, Modulation Wheel, Foot Controller und Pitch Bend können mit unterschiedlicher Modulationswirkung jeweils zwei Zielen zugewiesen werden.

Wenn wir z.B. der Destination A (Ziel A) fĂŒr Velocity die Loop-LĂ€nge (Loop Length) zuweisen und mit Amount A die IntensitĂ€t auf 100 stellen, ergeben hohe Velocity-Werte lange Loop-LĂ€ngen, wĂ€hrend niedrige Velocity-Werte kĂŒrzere Loops erzeugen.

Unten finden Sie den Regler "Pitch Bend Range" (0 bis 24 Schritte). Die 14-Bit-Werte des Pitch-Rads können auf maximal 24 Halbtöne Pitchbend in Sampler skaliert werden.

Und schließlich fĂŒhrt ein Klick auf das Sampler-Logo rechts zu einem Film-typischen Abspann: der Credit-Liste fĂŒr Sampler. Dies sind die Menschen, denen Sie danken können!

24.7.11 Multisamples von Drittanbietern importieren

Sampler kann die Multisamples einer ganzen Reihe anderer Soft- und Hardware-Sampler einsetzen. Um ein Multisample eines Drittanbieters zu importieren, navigieren Sie mit Lives Browser zur entsprechenden Datei und ziehen Sie sie in ein Live- Set. Hierdurch wird es in Ihre User-Library importiert

Das Importieren wird neue Sampler-Presets erzeugen, die Sie im Browser unter User Library/Sampler/Imports finden.

Beachten Sie, dass einige Multisample-Dateien zu Instrument-Rack-Presets (siehe Kapitel 18) mit mehreren Sampler-Instanzen konvertiert werden, damit das Original genauer emuliert werden kann.

Bei allen Multisample-Formaten außer Apple EXS24/GarageBand und Kontakt importiert Live die zugehörigen Audio-Daten und erzeugt neue Samples. Dies bedeutet, dass die neuen Sampler-Presets unabhĂ€ngig davon funktionieren, ob die original Multisample-Daten noch verfĂŒgbar sind oder nicht.

Beim Importieren von Apple-EXS-24/Garage-Band- und Kontakt-Multisamples erzeugt Live neue Sampler-Presets, die auf die ursprĂŒnglichen WAV- oder AIF-Dateien zugreifen. Dies bedeutet, dass ein Entfernen der ursprĂŒnglichen WAV- oder AIF-Dateien die neuen Sampler-Presets nutzlos machen wĂŒrde. Lives Datei-Manager bietet die Option zum Sammeln und Sichern dieser externen Samples in die Library (siehe 5.8).

24.8 Simpler

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Das Simpler-Instrument.

Simpler ist ein Instrument, das die grundlegenden Elemente eines Samplers mit einem Satz klassischer Synthesizer-Parameter kombiniert. Ein Stimme in Simpler gibt einen beliebigen Abschnitt eine Samples (Sample-Region) wieder, die dann mit HĂŒllkurven, Filtern, LFO, LautstĂ€rke- und Tonhöhen-Werkzeugen weiter bearbeitet wird. Anders als konventionelle Sampler bietet Simpler jedoch einige einzigartige Funktionen, die von den Clips in Live abstammen. Als Besonderheit kann Simpler Samples mit der Warping-Engine von Live wiedergeben. Gewarpte Samples werden mit dem Tempo Ihres Sets abgespielt, unabhĂ€ngig davon, welche Note Sie spielen. Das Warping in Simpler funktioniert Ă€hnlich wie bei Audio-Clips; wird ein gewarpter Clip von einer Audiospur, dem Browser oder Schreibtisch in Simpler eingesetzt, bleiben die manuellen Warp-Einstellungen erhalten. Weitere Informationen ĂŒber das Warping finden Sie im Kapitel Audio Clips, Tempo und Warping. (siehe Kapitel 9)

Simplers OberflĂ€che ist in zwei Bereiche unterteilt: der Sample- und der Controls-Sektion. Um eine noch bessere Darstellung zu erhalten, können Sie mit dem 35519.png Schalter in Simplers Titelzeile die Position der Anzeige zwischen GerĂ€tekette und Lives Hauptfenster wechseln. Bei der erweiterten Sample-Anzeige fĂŒllen die Parameter der Controls-Sektion die OberflĂ€che von Simpler in der GerĂ€te-Ansicht aus.

Im Sample-Bereich wird die Wellenform des Samples dargestellt. Samples können aus dem Browser oder in Form von Clips aus der Session- oder Arrangement-Ansicht in Simpler gezogen werden. In den letzten beiden FÀllen wird Simpler nur den Teil des Samples verwenden, der durch die Start/End- oder die Loop-Marker des Clips markiert ist. SÀmtliche Einstellungen der Warp-Marker oder anderer Warping-Eigenschaften bleiben beim Hineinziehen eines Clips in Simpler erhalten. Samples lassen sich austauschen, indem Sie neues Sample auf die Wellenform ziehen oder durch Aktivierung des Hot-Swap-Schalters in der Ecke unten rechts der Wellenform-Anzeige.

SimplerHotswap.png
Hot-Swappen eines Samples

Tipp: Um in die Sample-Wellenform einzuzoomen, scrollen Sie mit dem Mausrad oder Trackpad, wĂ€hrend Sie [STRG](PC) / CMD(Mac) gedrĂŒckt halten.

24.8.1 Playback-Modi

Der wichtigste Parameter, der bestimmt, wie Simpler mit Samples umgeht, ist der Mode-Schalter, mit dem einer von drei Wiedergabe-Modi gewÀhlt werden kann. Sie finden diesen Schalter in der Sample-Sektion links oder in der erweiterten Sample-Ansicht unten.

SimplerModesTab.png
Der Mode-Schalter in der Sample-Sektion.
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Der Mode-Schalter in der erweiterten Ansicht.
  • Classic-Playback-Modus ist der Standard-Modus von Simpler, optimiert fĂŒr “konventionelle” Melodie- und Harmonie-Instrumente, die Samples mit unterschiedlichen Tonhöhen einsetzen. Er bietet eine komplette ADSR-HĂŒllkurve und unterstĂŒtzt das Loopen, wodurch Samples solange klingen, wie eine Note gehalten wird. Der Classic-Modus ist standardmĂ€ĂŸig polyphon.
  • One-Shot-Playback-Modus ist ausschließlich fĂŒr monophone Wiedergabe und fĂŒr den Einsatz von One-Shot-Samples wie Drums oder kurzen gesampelten Phrasen optimiert. Dieser Modus hat einen vereinfachten Satz HĂŒllkurven-Parameter und unterstĂŒtzt kein Looping. Sobald eine Note getriggert wird, spielt immer das gesamte Sample ab, unabhĂ€ngig von der LĂ€nge der gehaltenen Note.
  • Slicing-Playback-Modus zerteilt das Sample automatisch nicht-destruktiv, sodass die einzelne Slices chromatisch gespielt werden können. Sie können Slices manuell erzeugen und verschieben oder verschiedene Optionen wĂ€hlen, wie Simpler automatisch Slices erzeugt. Der Modus ist optimal fĂŒr die Arbeit mit rhythmischen Drum-Loops geeignet.

Classic-Playback-Modus

SimplerClassicMode.png
Die Sample-Sektion im Classic-Playback-Modus.

Im Classic-Playback-Modus bestimmen die verschiedenen Sample-Positions-Parameter, welchen Abschnitt des Samples Sie wiedergeben. Zu diesen gehören die Parameter Start und Lenght, sowie die zwei “Flaggen”, die in der Wellenform-Anzeige erscheinen. Die linke Flagge legt die absolute Position im Sample fest, von der die Wiedergabe starten kann, wĂ€hrend der End-Parameter rechts bestimmt, wo die Wiedergabe stoppen kann. Die Parameter Start und Length werden dann als Prozentwert der gesamten, mit den beiden Flaggen definierten Sample-LĂ€nge eingestellt. Zum Beispiel gibt ein Length-Wert von 50% die HĂ€lfte des Abschnitts zwischen beiden Flaggen wieder. Der Loop-Regler bestimmt, wie viel von dem verfĂŒgbaren Sample geloopt wird. Dieser Parameter ist nur mit aktiviertem Loop-Schalter vorhanden.

(Hinweis: es ist möglich gehaltene Loops zu erzeugen, die so kurz sind, dass sie einen glitchenden oder granularen Charakter erhalten oder sogar eine Tonhöhe als Loop-Ergebnis mit Audiofrequenzen annehmen. Das kann natĂŒrlich ein gewĂŒnschter Effekt sein, der jedoch auch viel CPU-Leistung fordert, besonders beim Warpen mit den Complex- oder Complex-Pro-Modi.)

Sehr oft werden Sie mit einem lĂ€ngeren Ausschnitt eines Samples starten und dann nur einen kleinen Teil daraus verwenden. Simplers Sample-Anzeige kann genau wie andere Darstellungen in Live gezoomt und verschoben werden — ziehen Sie vertikal oder scrollen Sie mit dem Mausrad oder Trackpad, wĂ€hrend Sie [STRG](PC) / CMDMac) gedrĂŒckt halten, um zu Zoomen und horizontal, um die Darstellung auf andere Bereiche des Samples zu verschieben. Das Zoomen funktioniert bei allen drei Playback-Modi gleich.

Die Loop On/Off-Taste bestimmt, ob ein Sample loopt, wenn eine Note gehalten wird, oder nicht. Es ist durch unterschiedliche Amplitudenwerte (sprich LautstĂ€rken) in der Sample-Wellenform möglich, dass es zwischen Loop-Endpunkt und Loop-Startpunkt zu SprĂŒngen und Knacksern kommt. Der Snap-Schalter kann diesen Effekt verhindern helfen, indem er Simpler seine Loop- und Regions-Marker nur auf NulldurchgĂ€ngen in der Sample-Wellenform setzen lĂ€sst (Punkte, an denen die Amplitude Null ist). Hinweis: Die Snap-Funktion basiert bei Stereo-Samples auf dem linken Kanal. Es kann deshalb auch bei aktiviertem Snap zu Knacksern bei Stereo-Samples kommen.

Man kann den Übergang zwischen Loop-Endpunkt und Loop-Startpunkt auch mit dem Fade-Parameter glĂ€tten, der fĂŒr eine Überblendung zwischen den beiden Punkten sorgt. Diese Vorgehensweise ist besonders beim Arbeiten mit langen, texturalen Samples sehr nĂŒtzlich.

Der Gain-Regler ermöglicht Ihnen den Pegel des Samples anzuheben oder abzusenken. Beachten Sie, dass dies eine von Simplers LautstĂ€rke-Regler unabhĂ€ngige Pegelstufe ist, die den Gesamtausgangspegel des Instruments bestimmt (nach der Filterbearbeitung). Dieser Parameter ist fĂŒr alle drei Playback-Modi verfĂŒgbar.

Der Voices-Parameter bestimmt die maximale Anzahl an Stimmen, die Simpler gleichzeitig wiedergeben kann. Werden mehr Stimmen benötigt, als mit dem Parameter eingestellt, beginnt der "Stimmenklau", bei dem die Àlteste(n) Stimme(n) zugunsten der neuen abgeschnitten werden. Haben Sie den Voices-Parameter beispielsweise auf 8 gestellt, rufen aber 10 Stimmen ab, werden die beiden Àltesten Stimmen abgeschaltet. (Simpler versucht, bei diesem Stimmenklau so unauffÀllig wie möglich vorzugehen).

Ist Retrig aktiviert, wird eine ausklingende Note abgeschnitten, wenn die gleiche Note erneut gespielt wird. Ist Retrig deaktiviert können mehrere Kopien der gleichen Note ĂŒberlappen. Beachten Sie, dass Retrig nur hörbar wird, wenn das Sample eine lange Release-Zeit hat und die Stimmenanzahl auf mehr als eine Stimme gestellt ist.

Die verschiedenen Warp-Parameter sind bei allen drei Playback-Modi gleich und werden weiter unten besprochen (siehe 24.8.2).

One-Shot-Playback-Modus

SimplerOneShotMode.png
Die Sample-Sektion im One-Shot-Playback-Modus.

Im One-Shot-Playback-Modus bestimmen die Flaggen links und rechts die aktive Wiedergabe-Region, genau wie beim Classic-Modus, es gibt jedoch keine Loop- oder Length-Parameter. Auch der Voices-Parameter ist nicht vorhanden; der One-Shot-Modus ist strikt monophon.

Ist Trigger aktiviert, spielt das Sample auch nach dem Loslassen der Taste weiter; wie lange Sie das Pad gedrĂŒckt halten macht keinen Unterschied, wenn Trigger eingeschaltet ist.

Sie können den LautstÀrkeverlauf des Samples mit den Parametern Fade In und Fade Out formen. Fade In bestimmt, wie lange es dauert, bis das Sample seine maximale LautstÀrke erreicht nachdem ein Note angeschlagen wurde, wÀhrend Fade Out mit dem Ausblenden mit der angegebenen Zeit vor dem Ende der Sample-Region beginnt.

SimplerFadeControls.png
Die Fade-In und Fade-Out-Parameter.

Ist Gate aktiviert, startet das Sample mit dem Fade Out, sobald Sie die Note loslassen. Die Fade-Out-Zeit bestimmt, wie lange es nach dem Loslassen dauert, bis nichts mehr zu hören ist.

Snap funktioniert in seiner Funktion Àhnlich wie beim Classic-Modus, betrifft jedoch nur die Start- und End-Flaggen, da es keine Loop-Optionen gibt.

Slicing-Playback-Modus

SimplerSliceMode.png
Die Sample-Sektion im Slicing-Playback-Modus.

Im Slicing-Playback-Modus (wie beim One-Shot-Playback-Modus) legen die linke und rechte Flagge die verfĂŒgbare Wiedergabe-Region fest.

Im Slice-By-MenĂŒ legen Sie die Methode fest, wie Slices erzeugt werden:

  • Transient - Slices werden automatisch an den Transienten im Sample gesetzt. Der Sensitivity-Regler bestimmt, wie empfindlich Simpler auf Transienten und relativen Pegelspitzen im Sample reagiert und damit wie viele Slices automatisch erzeugt werden. Höhere Werte ergeben mehr Slices, es sind maximal 64 Slices möglich.
  • Beat - Slices werden auf musikalische Taktunterteilungen gesetzt. Der Division-Schalter wĂ€hlt die Taktunterteilung, mit der Sampler Slices im Sample setzt.
  • Region - Slices werden in gleichmĂ€ĂŸigen Zeitabschnitten gesetzt. Der Regions-Schalter legt die Anzahl gleichmĂ€ĂŸiger Zeitabschnitte fest, die erzeugt werden.
  • Manual - Slices werden manuell mit Doppelklick in das Sample erzeugt. Ist Manual ausgewĂ€hlt, werden keine Slices automatisch gesetzt.

Der Playback-Wahlschalter bestimmt, wie viele Slices gleichzeitig getriggert werden können. Mono ist monophon; zur gleichen Zeit kann immer nur eine Slice abgespielt werden. Auf Poly gestellt, können mehrere Slices zusammen getriggert werden. Die Voices- und Retrig-Parameter sind verfĂŒgbar, wenn Poly aktiviert ist und funktionieren wie im Classic-Playback-Modus. Auf Through gestellt, ist die Wiedergabe monophon, bei jedem Triggern einer Slice, wird diese jedoch bis zum Ende der Sample-Region weitergespielt.

Der Trigger/Gate-Schalter funktioniert genau wie im One-Shot-Playback-Modus. Die Fade-In- und Fade-Out-Parameter verhalten sich etwas anders, abhÀngig von der Einstellung des Playback-Wahlschalters. Bei der Mono- oder Poly-Einstellung werden die Fade-Zeiten vom Anfang bis zum Ende jeder individuellen Slice gemessen, wÀhrend sie bei der Through-Einstellung von der jeweils getriggerten Slice bis zum Ende der Region gemessen werden. Hierdurch können gleiche Fade-Zeiten unterschiedlich klingen, je nachdem wo in Ihrer gesamten Region die Slice liegt, die Sie triggern

Automatisch erzeugte Slices erscheinen als vertikal orange Linie in der Wellenform-Darstellung. Doppelklick auf eine Slice löscht diese. Sollten Sie mit Simplers automatischem Setzen von Slices nicht zufrieden sein, können Sie eine Slice auch anklicken und auf eine neue Position ziehen. Doppelklicken auf die Wellenform zwischen Slices erzeugt neue manuelle Slices, die weiß erscheinen. Wird im Transient-Modus beim Klicken auf eine Slice ALT(PC) / ALT(Mac) gehalten, wechselt diese zwischen manueller und automatischer Slice. Manuell erzeugte Slices im Transient-Modus bleiben unabhĂ€ngig vom eingestellten Sensitivity-Wert erhalten.

24.8.2 Warp-Parameter

SimplerWarpParameters.png
Simplers Warp-Parameter.

Ist der Warp-Schalter aus, verhĂ€lt sich Simpler wie ein “konventioneller” Sampler; wenn Sie das Sample mit unterschiedlichen Tonhöhen wiedergeben, spielt das Sample mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Manchmal ist das genau das gewĂŒnschte Verhalten. Wenn Sie jedoch mit Samples arbeiten, bei denen ein rhythmische Struktur im Sample vorhanden ist, möchten Sie eventuell Warp aktivieren. Hierdurch spielt Simpler das Sample synchron zum aktuellen Songtempo, unabhĂ€ngig davon, welche Noten Sie spielen.

Wenn Sie die Warping-Funktionen von Audio-Clips kennen, werden Sie schnell herausfinden, dass sich Simplers Warp-Modi und Einstellungen auf die gleiche Weise verhalten. Weitere Informationen hierĂŒber finden Sie im Abschnitt "Anpassungen fĂŒr eine optimale Stretching-QualitĂ€t vornehmen" (siehe 9.3).

Die Taste "Als ... warpen" stellt das Warping des Samples so ein, dass es genau in der angegebenen Anzahl Takte und SchlÀge abspielt. Live probiert den Wert ausgehend von der LÀnge des Samples so gut wie möglich zu finden, sollte Live jedoch daneben liegen, können Sie die :2 oder x2 Tasten nutzen, um die Wiedergabegeschwindigkeit zu verdoppeln bzw. zu halbieren.

24.8.3 Filter

SimplerFilters.png
Die Filter-Parameter von Simpler.

Simplers Filterbereich bietet verschiedene Filtertypen an, darunter Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und ein spezielles Morph-Filter. Jedes Filter kann zwischen 12 und 24 dB Flankensteilheit umgeschaltet werden, dazu kann das Verhalten mehrerer analog-modellierter, zusammen mit Cytomic entwickelter Schaltungen gewÀhlt werden, die die Hardware-Filter einiger analoger Synthesizerklassiker emulieren.

Die Schaltungs-Option Clean hat ein CPU-effizientes Design mit hoher QualitĂ€t, das auch bei den Filtern von EQ Eight (siehe 22.12) eingesetzt wird. Diese Option ist fĂŒr alle Filter-Typen vorhanden.

Die OSR-Schaltungsoption ist ein State-Variable-Typ, bei dem die Resonanz von einer speziellen, hart clippende Diode begrenzt wird. Diese ist nach Filtern modelliert, die in einem sehr seltenen, britischen Monosynth zu finden sind und ist fĂŒr alle Filtertypen vorhanden.

Die MS2-Schaltung nutzt ein Sallen-Key-Design und Soft Clipping, um die Resonanz zu begrenzen. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem berĂŒhmten, halbmodularen Synth aus Japan zu finden sind und fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die SMP-Schaltung ist ein spezielles Design, das keine bestimmten Hardware-Vorbilder hat. Es teilt den Charakter der beiden MS2- und PRD-Schaltungen und ist fĂŒr die Tiefpass- und Hochpass-Filter vorhanden.

Die PRD-Filter nutzen ein Ladder-Design und haben kein ausgesprochene Begrenzung der Resonanz. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem alten Monosynth mit 2 Oszillatoren aus den USA eingesetzt werden und fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die wichtigsten Filter-Parameter sind die typischen Synthesizer-Regler Frequenz und Resonanz. Der Frequency-Parameter bestimmt dabei, wo im Frequenzspektrum das Filter wirksam wird, der Resonance-Parameter verstÀrkt die Frequenzen an diesem Punkt des Spektrums.

Werden die Tiefpass, Hochpass oder Bandpass-Filter eingesetzt, gibt es fĂŒr jeden Schaltungstyp bis auf Clean einen zusĂ€tzlichen Drive-Parameter, mit dem das Signal vor dem Filtereingang verstĂ€rkt oder auch verzerrt werden kann.

Das Morph-Filter hat einen zusĂ€tzlichen Morph-Regler, mit dem der Filtertyp kontinuierlich von Tiefpass nach Bandpass nach Hochpass nach Notch und zurĂŒck nach Tiefpass durchlaufen werden kann.

Tipp: springen Sie beim Morph-Parameter direkt zu einer reinen Tiefpass-, Bandpass-, Hochpass- oder Notch-Einstellung, indem Sie die jeweilige Option mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) im KontextmenĂŒ des Morph-Parameters wĂ€hlen.

Mit den Frequency- und Envelope-Schaltern in der Anzeige des Filter-Bereichs kann zwischen der Darstellung des Filter-Frequenzgangs und der FilterhĂŒllkurve umgeschaltet werden. Die Grenzfrequenz des Filters und seine Resonanz können entweder mit den Reglern oder durch Ziehen des Filterpunktes in der Anzeige eingestellt werden. Die Filterfrequenz lĂ€sst sich auch wie folgt modulieren:

  • durch die AnschlagstĂ€rke der Noten, mit dem Vel-Regler im Display des Filters.
  • durch die Tonhöhe der Noten, mit dem Key-Regler im Display des Filters.
  • durch die Filter-HĂŒllkurve, mit dem HĂŒllkurven-Parameter im Display des Filters.
  • den LFO, mit dem Filter-Regler in der LFO-Sektion.

Legacy-Filter

Wenn Sie ein Set öffnen, das mit einer Àlteren Version als Live 9.5 erzeugt wurde, öffnet jede Simpler-Instanz im Set mit den alten Legacy-Filtern, anstelle der zuvor besprochenen neuen Filter. Das alte Filterset besteht aus Tiefpass-, Bandpass- und Hochpass-Filtern, jeweils mit 12 dB oder 24 dB, einem Notch-Filter, alle Filter ohne Drive-Parameter. Jedes Simpler-GerÀt, das mit diesen Legacy-Filtern geladen wird, zeigt eine Aktualisieren-Taste in der Titelzeile an.

SimplerLegacyButton.png
Simplers Filter-aktualisieren-Taste

Mit Klick auf diese Taste, wird die Filter-Auswahl fĂŒr diese Instanz von Simpler dauerhaft auf die neuen Modelle umgeschaltet. Beachten Sie, dass Ihr Live-Set nach der Filter-Aktualisierung etwas anders klingen kann.

24.8.4 HĂŒllkurven

SimplerEnvelopes.png
Simplers Filter- und Amplituden-HĂŒllkurven-Parameter.

Simpler bietet wie die meisten Synthesizer drei klassische ADSR-HĂŒllkurven zum Formen dynamischer KlangverlĂ€ufe. LautstĂ€rke, Filterfrequenz und Tonhöhe können nach Umschalten mit den entsprechenden Schaltern in der HĂŒllkurvenabteilung moduliert werden. Attack bestimmt in Millisekunden die Einblend-Dauer, also die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um nach dem Anschlagen einer Note ihr Maximum zu erreichen. Decay bestimmt dann die Dauer, die die HĂŒllkurve benötigt, um den Sustain-Level zu erreichen, der dann bis zum Loslassen der Note gehalten wird. Release bestimmt nach dem Ende der Note die Dauer, die die HĂŒllkurve braucht, um vom Sustain-Level wieder auf Null abzufallen. Diese Parameter können entweder mit Ihren jeweiligen Reglern oder grafisch durch Ziehen der HĂŒllkurvenpunkte eingestellt werden.

Der Einfluss der HĂŒllkurven auf Tonhöhe und Filter-Cutoff kann mit den Envelope-Amount-Parametern (Amount) oben rechts in jedem der Bereiche bestimmt werden.

SimplerPitchEnvAmount.png
Der Pitch-Envelope-Amount-Parameter

24.8.5 LFO

SimplerLFO.png
Simplers LFO-Sektion.

Der LFO (Low-Frequency Oscillator) bietet die Schwingungsformen Sinus, Rechteck, Dreieck, fallenden und aufsteigenden SĂ€gezahn sowie Zufall. Der LFO kann mit Frequenzen zwischen 0.01 und 30 Hz laufen oder zu Taktunterteilungen des Set-Tempos synchronisiert werden. Der LFO in Simpler ist individuell pro Stimme, beziehungsweise gespielter Note, verfĂŒgbar.

Die Zeit, die der LFO bis zum Erreichen seiner maximalen IntensitĂ€t benötigt, wird mit dem Attack-Parameter bestimmt. Der R-Schalter aktiviert/deaktiviert Retrigger. Aktiviert, wird die LFO-Phase bei jeder neuen Note um den Offset-Wert zurĂŒckgesetzt. (Beachten Sie, dass Offset keine Wirkung hat, wenn Retrigger deaktiviert ist.)

Der Key-Parameter skaliert die Frequenz jedes LFOs in AbhÀngigkeit der empfangenen Notennummern. Ein hoher Key-Wert erhöht bei höheren Noten auch die LFO-Geschwindigkeit. Steht Key auf Null, haben die LFOs aller Stimmen die gleiche Geschwindigkeit, können sich aber in ihrer Phase unterscheiden.

Die Regler Volume, Pitch, Pan und Filter bestimmen, wie stark der LFO LautstÀrke, Tonhöhe, Panorama und Filter moduliert.

24.8.6 Global-Parameter

SimplerGlobal.png
Simplers Globale Parameter.

Das Panorama wird mit dem Pan-Parameter bestimmt, kann aber auch (mit dem Random>Pan-Regler) durch einen Zufallswert variiert oder mit dem LFO moduliert werden.

Simpler bietet auch einen speziellen Spread-Parameter, der einen vollen Stereo-Chorus-Sound erzeugt, indem er zwei Stimmen pro Note verwendet und eine nach links und die andere nach rechts pannt. Die beiden Stimmen werden gegeneinander verstimmt, wobei der Grad der Verstimmung mit dem Spread-Parameter regelbar ist.

Tipp: Ob eine bestimmte Note mit Spread versehen wird, hĂ€ngt von der Einstellung des Parameters zu Notenbeginn ab. Um einen speziellen Effekt zu erzielen, könnten Sie beispielsweise eine Sequenz erzeugen, bei der Spread die meiste Zeit ĂŒber auf Null und nur bei manchen Noten aufgedreht ist. Diese Noten werden dann in Stereo wiedergegeben, die anderen in Mono.

Die AusgangslautstÀrke von Simpler wird mit dem Volume-Regler gesteuert, sie kann jedoch auch von der Anschlaggeschwindigkeit der Noten abhÀngig sein. Die IntensitÀt wird mit dem Velocity>Volume-Parameter bestimmt. Tremolo-Effekte lassen sich erzeugen, indem man die LautstÀrke mit dem LFO moduliert.

Ist die empfangene MIDI-Note C3, gibt Simpler ein Sample in der Originaltonhöhe wieder, mit dem Transpose-Parameter ist jedoch eine Transponierung im Bereich von +/- 48 Halbtönen möglich. Die Tonhöhe kann auch durch den LFO oder die Pitch-HĂŒllkurve moduliert werden. Die Tonhöhen-HĂŒllkurve ist besonders beim Erzeugen von perkussiven Sounds hilfreich. Simpler reagiert auf MIDI-Pitchbend-Daten mit einer Empfindlichkeit von +/- 5 Halbtönen. Sie können den Transpose-Parameter mit Clip-HĂŒllkurven oder externen Controllern steuern. FĂŒr die Feinstimmung der Tonhöhe nutzen Sie den Detune-Regler, der in einem Bereich von +/- 50 Cents eingestellt werden kann.

Simpler besitzt eine Glide-Funktion. Ist sie aktiviert, startet eine neue Note mit der Tonhöhe der zuletzt gespielten Note und gleitet dann auf ihre eigene Tonhöhe. Zwei Glide-Modi stehen zur Auswahl: Glide, das monophon und Portamento, das polyphon arbeitet. Die Geschwindigkeit des Gleitens wird mit dem Time-Parameter eingestellt.

24.8.7 Parameter im KontextmenĂŒ

Auf einige Funktionen von Simpler kann nur durch Öffnen des KontextmenĂŒs mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf die Sample-Anzeige oder Simplers Titelzeile zugegriffen werden.

StandardmĂ€ĂŸig verwendet Simpler "Constant Power"-Überblendungen an Loop-ÜbergĂ€ngen. Durch Ausschalten der Option "Constant-Power-Überblendungen fĂŒr Loops verwenden" im [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ von Simplers Titelzeile können Sie lineare Überblendungen verwenden. Beachten Sie bitte, dass der Fade-Parameter bei aktiviertem Warp nicht verfĂŒgbar ist.

Presets, die mit Simpler erzeugt wurden, können fĂŒr die Benutzung mit Sampler (siehe 24.7) konvertiert werden und umgekehrt. Um die Konvertierung durchzufĂŒhren, öffnen Sie das KontextmenĂŒ mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) in der Titelzeile von Sampler und wĂ€hlen dann den "Simpler -> Sampler"-Befehl. Auf diese Weise können Presets, die mit Simpler erzeugt wurden, in den Multisample-Kontext von Sampler ĂŒbertragen werden. Beachten Sie jedoch, dass die Warping- und Slicing-FunktionalitĂ€t Simplers in Sampler nicht vorhanden ist und daher Presets, die diese Funktionen nutzen, in Sampler anders klingen und reagieren.

"Sample verwalten" zeigt das geladene Sample in Lives Datei-Manager (siehe 5.6.3) an, wÀhrend "Im Browser zeigen" das Sample in Lives Browser darstellt. "Im Finder/Explorer zeigen" öffnet das Sample in seinem Ordner im Betriebssystem Ihres Rechners. Beachten Sie, dass dieser Befehl nicht vorhanden ist, wenn Sie mit Samples arbeiten, die von offiziellen Ableton Packs geladen wurden.

"LautstĂ€rke normalisieren" Ă€ndert die LautstĂ€rke des geladenen Samples, sodass die grĂ¶ĂŸte Pegelspitze den maximalen verfĂŒgbaren Headroom nutzt.

"Sample stutzen" entfernt die Bereiche des Samples, die außerhalb der eingestellten Start- und Endpunkte liegen und "Umkehren" spielt das gesamte Sample rĂŒckwĂ€rts ab. Beachten Sie, dass das Stutzen (Crop) und Umkehren (Reverse) nicht-destruktiv sind; sie erzeugen ein Kopie des Samples und wenden die gewĂŒnschte Bearbeitung auf diese Kopie an, Ihr Original-Sample wird somit nicht geĂ€ndert.

Wenn Sie im Slicing-Playback-Modus arbeiten, stehen zwei weitere Optionen im KontextmenĂŒ zur VerfĂŒgung: Bei "Als Drum Rack slicen" wird Simpler durch ein Drum Rack ersetzt, in dem jede aktuelle Slice jeweils einem Pad zugewiesen wird. "Auf neue MIDI-Spur slicen" ist Ă€hnlich, erzeugt jedoch eine zusĂ€tzliche Spur mit dem Drum Rack, anstatt Simpler zu ersetzen. Dazu wird beim Slicen auf eine neue Spur ein Clip erzeugt, der die Slices in Reihenfolge abspielt. Mehr ĂŒber das Slicen finden Sie im Kapitel mit diesem Thema (siehe 11.1).

24.8.8 Maßnahmen zum Sparen von Rechenleistung

Echtzeit-Klangerzeugung benötigt eine hohe Rechenleistung. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, mit denen sich die erforderliche Leistung reduzieren lĂ€sst. Um bei Simpler Rechenleistung zu sparen, können Sie Folgendes tun:

  • Wenn Sie Warping nutzen, sollte Sie sich davon bewusst sein, dass die Complex- und Complex-Pro-Modi wesentlich mehr CPU-Leistung als die anderen Warp-Modi erfordern.
  • Deaktivieren Sie das Filter, wenn es nicht benötigt wird.
  • Die Flankensteilheit eines Filters beeinflusst den CPU-Verbrauch — bei 24dB liegt er etwas höher als bei 12 dB.
  • Auch das Deaktivieren des LFO spart ein wenig Rechenleistung.
  • Stereo-Samples benötigen deutlich mehr Rechenleistung als Mono-Samples, da sie die doppelte Signalbearbeitung erforderlich machen.
  • Vermindern Sie die Anzahl maximal möglicher Stimmen mit dem Voices-Parameter.
  • Stellen Sie den Spread-Parameter auf 0%, wenn er nicht benötigt wird.

24.9 Tension

TensionStringTab.png
Das Instrument Tension.

(Hinweis: Das Tension-Instrument ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Der in Zusammenarbeit mit Applied Acoustics Systems entwickelte Synthesizer Tension emuliert Saiteninstrumente. Er basiert ausschließlich auf Physical-Modeling-Technologie und verwendet kein Sampling und auch keine Wavetables. Er erzeugt seine KlĂ€nge stattdessen, indem er mathematische Gleichungen berechnet, die die Komponenten von Saiteninstrumenten und ihre Interaktion modellieren. Dieses fortschrittliche Klangerzeugungsverfahren reagiert dynamisch auf die Steuerinformationen die es wĂ€hrend Ihres Spiels erhĂ€lt und reproduziert so die Ausdrucksvielfalt und den Nuancenreichtum echter Saiteninstrumente.

Tension bietet vier verschiedene Erreger-Typen (zwei verschiedene HĂ€mmer, ein Plektrum und einen Bogen), das akkurate Modell einer Saite, ein Modell der Bund/Finger-Interaktion, ein DĂ€mpfer-Modell und verschiedene Resonanzboden-Typen. Die Kombination dieser verschiedenen Elemente erlaubt das Reproduzieren einer breiten Palette von Saiteninstrumenten. Tension ist außerdem mit Filtern, LFOs und HĂŒllkurven-Parametern ausgestattet, die die Klangformungsmöglichkeiten ĂŒber das hinausgehen lassen, was mit "echten" Instrumenten möglich wĂ€re. Zu guter Letzt bietet Tension zahlreiche Performance-Funktionen, etwa unterschiedliche Keyboard-Modi, Portamento, Vibrato und Legato-Funktionen.

24.9.1 Architektur und OberflÀche

Die Vibration der Saite (String) stellt den wesentlichen Klangerzeugungsmechanismus des Instruments dar. Die Saite wird durch das Verhalten eines Erregers (Excitator) in Schwingung vesetzt, das kann ein Hammer, ein Plektrum oder ein Bogen sein. Die Frequenz der Schwingung wird durch die tatsĂ€chliche LĂ€nge der Saite bestimmt, die ĂŒber die Finger/Bund-Interaktion (Termination) kontrolliert wird. Ein DĂ€mpfer (Damper) kann auf die Saiten angewendet werden, um die Ausklingzeit der Schwingung zu verkĂŒrzen. Dies ist beispielsweise bei einem Piano der Fall, wo beim Loslassen der Tasten und des Haltepedals Filz auf die Saiten gedrĂŒckt wird. Die Vibration der Saite wird zum Korpus (Body) des Instruments geleitet, der den Klang effizient verbreiten kann. In manchen Instrumenten wird die Saitenvibration ĂŒber die BrĂŒcke direkt auf den Korpus ĂŒbertragen. In anderen, etwa der Elektrischen Gitarre wird ein Pickup verwendet, um die Schwingung zu einem VerstĂ€rker zu ĂŒbertragen. ZusĂ€tzlich zu diesen wichtigsten Bereichen wurde ein Filter-Bereich zwischen dem String- und dem Body-Bereich integriert, um die klanglichen Möglichkeiten des Instruments zu erweitern.

Die OberflÀche von Tension besitzt zwei Seiten, die wiederum verschiedene Unterbereiche besitzen. Die String-Seite enthÀlt alle grundlegenden klangerzeugenden Komponenten, die mit der Saite selbst zu tun haben: Excitator, String, Damper, Termination, Pickup und Body. Die Seite Filter/Global enthÀlt den Filter-Bereich sowie globale Performance-Parameter. Jeder Bereich (mit Ausnahme von String sowie des globalen Keyboard-Bereichs) kann individuell ein- oder ausgeschaltet werden. Das Ausschalten eines Bereichs vermindert die CPU-Belastung.

24.9.2 String-Seite

Die String-Seite enthĂ€lt die Parameter fĂŒr die physikalischen Eigenschaften der Saite selbst sowie dafĂŒr, wie sie gespielt wird.

Der Excitator-Bereich

TensionExcitatorSection.png
Tensions Excitator-Bereich.

Die modellierte Saite kann mit verschiedenen Erregern gespielt werden, um unterschiedliche Instrumente und Spieltechniken zu reproduzieren. Der Erreger wird im Type-MenĂŒ gewĂ€hlt, zur Auswahl stehen Bow, Hammer, Hammer (bouncing) und Plectrum.

Bow - dieser Erreger passt zu gestrichenen Instrumenten wie der Geige, der Bratsche oder dem Cello. Der Bogen versetzt die Saite in eine anhaltende Schwingung. Die Bewegung des Bogenhaars ĂŒber die Saite erzeugt eine Reibung, die die Saite abwechselnd mit dem Haar mitzieht und aus dieser Bewegung ausbrechen lĂ€sst. Die Frequenz dieses Wechsels zwischen dem Mitziehen und dem Ausbrechen bestimmt den Grundton.

Der Parameter Force regelt den Druck, der mit dem Bogen auf die Saite ausgeĂŒbt wird. Bei höheren Werten wird der Klang "kratziger". Die Reibung zwischen dem Bogen und der Saite kann mit dem Friction-Parameter eingestellt werden. Höhere Werte fĂŒhren ĂŒblicherweise zu einem schnelleren Einschwingen. Velocity bestimmt die Geschwindigkeit, mit der der Bogen ĂŒber die Saite bewegt wird. Die Parameter Vel und Key unter diesen Reglern erlauben es schließlich, die Werte durch die AnschlagsstĂ€rke beziehungsweise Tonhöhe der gespielten Noten zu modulieren.

Hammer und Hammer (bouncing) - diese beiden Erreger-Typen simulieren das Verhalten weicher HĂ€mmer oder Schlegel. Hammer modelliert einen Hammer, der unter der Saite angebracht ist, sie einmal anschlĂ€gt und sich dann wieder von der Saite entfernt. Dieser Mechanismus findet sich beispielsweise in einem Piano. Hammer (bouncing) modelliert einen Hammer, der ĂŒber der Saite angebracht ist und auf sie herabfĂ€llt, wobei er die Saite mehrere Male anschlagen kann. Dieser Spielmechanismus findet sich zum Beispiel bei einem hammergespielten Hackbrett.

Mit Mass und Stiffness wird die Masse beziehungsweise HĂ€rte des Hammers eingestellt, wĂ€hrend Velocity die Geschwindigkeit bestimmt, mit der der Hammer gegen die Saite schlĂ€gt. Wie beim Bogen-Erreger, können diese drei Parameter ĂŒber Vel und Key auch durch die AnschlagsstĂ€rke der Noten sowie die gespielte Tonhöhe moduliert werden. Das Verhalten des Hammers wird außerdem durch den Damping-Parameter beeinflusst. Dieser bestimmt, wie viel der Schlagkraft des Hammers von diesem selbst wieder absorbiert wird. Dieser Parameter hat eine gewissen Entsprechung zu Stiffness, regelt aber nicht die HĂ€rte der HammeroberflĂ€che, sondern die HĂ€rte der virtuellen "Feder", die den Hammer an die Masse bindet, die ihn antreibt. Indem Sie Damping erhöhen, wird die Interaktion zwischen Hammer und Saite kĂŒrzer, was im Allgemeinen zu einem lauteren, höhenreicheren Klang fĂŒhrt.

Plectrum - ein Plektrum oder "Pick" wird bei Instrumenten wie Gitarre oder Cembalo verwendet. Man kann es sich als ein angewinkeltes Objekt vorstellen, das unter der Saite platziert wird und diese durch Anreissen in Bewegung setzt.

Der Protrusion-Regler bestimmt, wie viel von der FlĂ€che des Plektrums unter der Saite platziert wird. Kleine Werte fĂŒhren zu einem dĂŒnneren, "kleineren" Klang, da weniger Masse die Saite in Bewegung setzt. Die Parameter Stiffness, Velocity und Damping verhalten sich wie beim Hammer. Protrusion, Stiffness, Velocity und Position können mit den darunterliegenden Vel- und Key-Parametern durch die AnschlagsstĂ€rke oder die Tonhöhe der gespielten Noten moduliert werden.

Der Regler Position ist auf jeden Erreger-Typ anwendbar. Er wĂ€hlt die Stelle, an der die Saite vom Erreger berĂŒhrt wird. Bei 0% berĂŒhrt der Erreger die Saite an ihrem Terminationspunkt, bei 50% genau in ihrer Mitte. Dieses Verhalten ist jedoch etwas anders, wenn der Schalter Fix. Pos aktiviert ist. In diesem Fall ist der Kontaktpunkt auf eine bestimmte Stelle fixiert und Ă€ndert sich nicht, wenn sich die LĂ€nge der Saite Ă€ndert. Dieses Verhalten entspricht dem bei der Gitarre, wo die Saite unabhĂ€ngig von der gespielten Tonhöhe immer etwa an der gleichen Position angerissen wird. Bei einem Klavier ist die Position der Erregung relativ; die HĂ€mmer schlagen die Saiten normalerweise bei etwa einem Siebtel ihrer LĂ€nge an. Dies wird am besten mit deaktiviertem Fix.-Pos-Schalter modelliert. Die Position der Erregung kann ebenfalls mittels Vel und Key durch die AnschlagsstĂ€rke und die Tonhöhe der Noten moduliert werden.

Der Erreger-Bereich kann mit dem Schalter neben seinem Namen ein- oder ausgeschaltet werden. Ist er ausgeschaltet, kann die Saite nur durch die Interaktion mit ihrem DĂ€mpfer aktiviert werden. (Sind sowohl der Excitator- als auch der Damper-Bereich ausgeschaltet, kann nichts die Saite in Schwingung versetzen - sollte das Instrument keinen Klang erzeugen, ĂŒberprĂŒfen Sie bitte, ob mindestens einer dieser beiden Bereiche eingeschaltet ist.)

Bitte beachten Sie, dass die Parameter des Erreger-Bereichs eng zusammenwirken, um das gesamte Verhalten des Instruments zu beeinflussen. So mag es beispielsweise passieren, dass bestimmte Werte-Kombinationen gar keinen Klang produzieren.

Der String-Bereich

TensionStringSection.png
Tensions String-Bereich.

Die Vibration der Saite ist die wesentliche Komponente des Klangs eines Saiteninstruments. Die LĂ€nge der Saite ist auch fĂŒr die wahrgenommene Tonhöhe des Klangs verantwortlich.

Das theoretische Modell einer resonierenden Saite ist harmonisch. Das bedeutet, dass die Obertöne der Saite alle exakte Vielfache des Grundtons sind. Saiten in der wahren Welt sind aber mehr oder weniger inharmonisch, wobei diese Eigenschaft mit der Dicke der Saite zunimmt. Der Inharm-Parameter modelliert dieses Verhalten und verstimmt höhere Teiltöne umso stĂ€rker, je grĂ¶ĂŸer sein Wert ist.

Der Damping-Parameter bestimmt den Anteil höherer Frequenzen in der Saitenschwingung. Höhere Werte fĂŒhren zu mehr höheren Teiltöne (weniger DĂ€mpfung). Der Parameter kann mittels <Key zu seiner Rechten durch die gespielte Tonhöhe beeinflusst werden.

Der Decay-Parameter regelt die Abklingzeit der schwingenden Saite. Höhere Werte verlÀngern die Zeit, bis die Saitenschwingung zum Stillstand kommt. Der Parameter <Key neben dem Decay-Regler erlaubt eine Modulation der Abklingzeit durch die gespielte Tonhöhe.

Der Ratio-Parameter bestimmt verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig die Decay-Zeit zwischen dem Notenanfang und dem Loslassen (Release) einer Note. Bei 0% gilt die mit dem Decay-Regler eingestellte Zeit sowohl am Anfang als auch beim Loslassen. Wird Ratio erhöht, nimmt die Release-Zeit im VerhĂ€ltnis ab, die Decay-Zeit am Anfang bleibt jedoch gleich.

Der Vibrato-Bereich

TensionVibratoSection.png
Tensions Vibrato-Bereich.

Im Vibrato-Bereich findet sich ein LFO, der die Tonhöhe der Saite modulieren kann. Wie alle Parameter von Tension können auch die in diesem Bereich verwendet werden, um den Realismus des Saiteninstruments zu erhöhen -- oder um gÀnzlich neue KlÀnge zu formen.

Die beiden wichtigsten Parameter in diesem Bereich sind Rate und Amount. Rate bestimmt die Geschwindigkeit der Tonhöhenvariation, wÀhrend Amount ihre IntensitÀt (Amplitude) regelt.

Der Delay-Regler wÀhlt, mit welcher Verzögerung das Vibrato nach dem Anschlagen einer Note startet und der Attack-Regler bestimmt, wie schnell es seine maximale Amplitude erreicht (die mit dem Amount-Regler eingestellt wird).

Der Parameter <Mod bestimmt, wie stark das Modulationsrad die VibratointensitÀt beeinflusst. Dieser Parameter arbeitet relativ zu der mit Amount gewÀhlten IntensitÀt.

Der Error-Parameter versieht die Vibrato-Parameter Rate, Amount, Delay und Attack mit zufÀlligen Abweichungen und lÀsst das Vibrato dadurch weniger vorhersehbar wirken.

Der Damper-Bereich

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Tensions Damper-Bereich.

Alle Saiteninstrumente verwenden irgendeine Art von DĂ€mpfer, um die Schwingung der Saite zu stoppen. Bei Klavieren ist dies ein Filzpuffer, der beim Loslassen der Taste auf die Saite gedrĂŒckt wird. Bei Instrumenten wie der Gitarre oder der Geige dĂ€mpft der Spieler die Saite mit den Fingern. DĂ€mpfer regeln die Abklingzeit der Saite, erzeugen aber auch selbst einen gewissen Klanganteil, der wesentlich zum charakteristischen Timbre eines Saiteninstruments beitrĂ€gt.

Obwohl ein DÀmpfer eher die Aufgabe hat, die Saite zu stoppen und nicht zu aktivieren, ist er einem Hammer nicht unÀhnlich und besitzt deswegen einige identische Parameter

Der Mass-Parameter bestimmt, wie stark die OberflĂ€che des DĂ€mpfers auf die Saite gedrĂŒckt wird. Indem Sie den Wert erhöhen, kommt die Saite schneller zum Stillstand.

Stiffness regelt die HĂ€rte des DĂ€mpfer-Materials. Niedrige Werte simulieren weiches Material wie Filz, hohe modellieren einen DĂ€mpfer aus Metall.

Beachten Sie, dass sehr hohe Mass- und Stiffness-Werte einen DĂ€mpfer simulieren können, der die Saite so hart dĂ€mpft, dass er ihre effektive LĂ€nge Ă€ndern und so eine Änderung der Stimmung verursachen kann.

Der Velocity-Regler bestimmt die Geschwindigkeit, mit der der DĂ€mpfer nach Loslassen der Taste an die Saite angepresst wird, sowie die Geschwindigkeit, mit der er beim DrĂŒcken einer Taste von der Saite entfernt wird. Seien Sie mit diesem Parameter vorsichtig - sehr hohe Velocity-Werte können den DĂ€mpfer so hart auf die Saite schlagen lassen, dass beim Loslassen von Tasten sehr laute GerĂ€usche entstehen können. Beachten Sie, dass der Gated-Schalter darĂŒber entscheidet, ob der Velocity-Regler aktiviert ist. Ist der Gated-Schalter aktiviert, wird der DĂ€mpfer beim Loslassen der Taste an die Saite angedrĂŒckt. Ist Gated deaktiviert, verbleibt der DĂ€mpfer permanent auf der Saite, wodurch der Velocity-Parameter keine Wirkung hat.

Mass, Stiffness und Velocity können mit den Parametern unter den Reglern durch die gespielte Tonhöhe moduliert werden.

Die HĂ€rte des DĂ€mpfer-Mechanismus' kann mit dem Damping-Regler eingestellt werden, der den Anteil der Vibration bestimmt, der durch den DĂ€mpfer absorbiert wird. Niedrige Werte bewirken eine geringere DĂ€mpfung (lĂ€ngere Ausklingzeiten). Dies wird jedoch etwas weniger vorhersehbar, wenn der Damp-Wert ĂŒber 50% liegt. Bei höheren Werten arbeitet der Mechanismus so hart, das er von der Saite abprallt. Dies wiederum reduziert die Verweildauer des DĂ€mpfer auf der Saite und erhöht dadurch die Ausklingzeit. Am besten kriegen Sie diesen Parameter in den Griff, indem Sie seinen Wert vorsichtig erhöhen, wĂ€hrend Sie wiederholt eine Taste anschlagen.

Position arbeitet analog zum gleichnamigen Parameter im Erreger-Bereich, bestimmt hier aber den Punkt, an dem der DĂ€mpfer die Saite berĂŒhrt. Bei 0% berĂŒhrt der DĂ€mpfer die Saite an ihrem Ende (dem Termination-Punkt), bei 50% wird die Saite in der Mitte gedĂ€mpft. Dieses Verhalten ist jedoch etwas anders, wenn der Schalter Fix. Pos aktiviert ist. In diesem Fall ist der Kontaktpunkt auf eine bestimmte Stelle fixiert und Ă€ndert sich nicht, wenn sich die LĂ€nge der Saite Ă€ndert. Die Position der Erregung kann ebenfalls mittels Vel und Key durch die AnschlagsstĂ€rke und die Tonhöhe der Noten moduliert werden.

Der DĂ€mpfer-Bereich kann mit dem Schalter neben dem Namen des Bereichs ein- oder ausgeschaltet werden.

Der Termination-Bereich

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Tensions Termination-Bereich.

Der Termination-Bereich modelliert die Interaktion von Bund, Finger und Saite. Bei einem physikalischen Instrument wird diese Interaktion genutzt, um die tatsÀchliche LÀnge der Saite zu Àndern, was wiederum die Tonhöhe der gespielten Note bestimmt. Die physikalischen Eigenschaften des Fingers werden mit den Reglern Fing Mass und Fing Stiff bestimmt, die die StÀrke des Fingerdrucks auf die Saite sowie seine HÀrte regeln. Die Mass-IntensitÀt kann mithilfe der beiden entsprechenden Parameter durch Velocity oder die gespielte Note moduliert werden. Die HÀrte des Bundes wird mit dem Parameter Fret Stiff bestimmt.

Der Pickup-Bereich

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Tensions Pickup-Bereich.

Der Pickup-Bereich modelliert einen elektromagnetischen Pickup, Ă€hnlich wie er in Elektrischen Gitarren oder E-Pianos zu finden ist. Der einzige Parameter hier ist Position, der genau wie in den Bereichen Excitator und Damper arbeitet. Bei 0% befindet sich der Pickup am Terminierungs-Punkt, bei 50% ist er unter dem Mittelpunkt der Saite platziert. Niedrige Werte erzeugen im Allgemeinen einen höhenreicheren, dĂŒnneren Klang, wĂ€hrend höhere Werte mehr FĂŒlle und Tiefe produzieren.

Der Pickup-Bereich kann mit dem Schalter neben dem Namen des Bereichs ein- oder ausgeschaltet werden.

Der Body-Bereich

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Tensions Body-Bereich.

Die Funktion des Korpus oder Resonanzboden eines Saiteninstruments ist es, die Schwingungsenergie der Saite abzustrahlen. In AbhĂ€ngigkeit seiner GrĂ¶ĂŸe und Form filtert der Korpus diese Schwingungen auch. In manchen Instrumenten wie der Gitarre besitzt der Korpus auch ein Schallloch, das die tieferen Frequenzen verstĂ€rkt.

Im Body-Typ-MenĂŒ können Sie zwischen verschiedenen Korpus-Modellen wĂ€hlen, die physikalischen Instrumenten nachgebildet sind.

Das WahlmenĂŒ Body Size rechts neben dem Body-MenĂŒ bestimmt die relative Korpus-GrĂ¶ĂŸe, von sehr klein (XS) bis hin zu sehr groß (XL). Im Allgemeinen liegt die Resonanzfrequenz bei einem grĂ¶ĂŸeren Korpus tiefer. Sie können das Frequenzverhalten des Korpus zusĂ€tzlich mit den Reglern Hi Cut und Low Cut beeinflussen.

Die Ausklingzeit der Korpus-Resonanz kann mit Decay eingestellt werden. Höhere Werte fĂŒhren zu einer lĂ€ngeren Ausklingzeit.

Der Regler Str/Body bestimmt das VerhÀltnis zwischen dem direkten Saitenklang und dem Signal, das durch den Korpus gefiltert wird. Ist er ganz nach rechts gedreht, ist nichts vom ungefilterten Signal des String-Bereichs zu hören. Ist er ganz nach links gedreht, ist vom Body-Bereich nichts zu hören.

Der Body-Bereich kann mit dem Schalter neben dem Namen des Bereichs ein- oder ausgeschaltet werden.

Der einsame Volume-Regler rechts neben diesem Bereich bestimmt die GesamtlautstÀrke des Instruments. Er ist auch im Filter/Global-Bereich zu finden.

24.9.3 Filter/Global-Bereich

Der Filter/Global-Bereich enthĂ€lt die Filter-Parameter sowie globale Parameter fĂŒr das Instrument.

Der Filter-Bereich

TensionFilterSection.png
Tensions Filter-Bereich.

Tensions Filter-Bereich bietet ein flexibel konfigurierbares Multimode-Filter, das im Signalfluss zwischen String und Body liegt. Das Filter kann durch eine eigene HĂŒllkurve sowie einen Niederfrequenzoszillator (LFO) moduliert werden.

Im Type-MenĂŒ können Sie den Filtertyp wĂ€hlen. Zur Auswahl stehen Tiefpass-, Bandpass-, Notch-, Hochpass- und Formant-Filter zweiter und vierter Ordnung.

Die Resonanzfrequenz des Filters wird mit dem Freq-Parameter eingestellt, die StĂ€rke der Resonanz mit dem Res-Parameter. Ist im Typ-MenĂŒ ein Formantfilter gewĂ€hlt, wechselt der Res-Parameter zwischen verschiedenen VokalklĂ€ngen. Sowohl Freq als auch Res können mithilfe der Parameter darunter durch den LFO, die HĂŒllkurve oder die gespielte Tonhöhe moduliert werden. Beachten Sie, dass die Parameter fĂŒr LFO und Env nur dann eine Wirkung haben, wenn die Unterbereiche Envelope und LFO aktiviert sind.

Der HĂŒllkurvengenerator erzeugt eine Standard-ADSR-HĂŒllkurve (Attack, Decay, Sustain, Release). Dieser Bereich kann mit dem Schalter neben seinem Namen ein- oder ausgeschaltet werden.

Die Zeit hingegen, die die HĂŒllkurve zum Erreichen des Sustain-Levels nach der Attack-Phase benötigt, mit dem Decay-Regler (D). Die Anstiegszeit der HĂŒllkurve wird mit dem Attack-Regler gewĂ€hlt. Diese Zeit kann mithilfe des Vel-Parameters unter dem Regler durch die Velocity moduliert werden.

Die Zeit, mit der die HĂŒllkurve nach der Attackphase auf den Sustain-Level abfĂ€llt, wird mit dem Decay-Regler eingestellt.

Der Sustain-Regler bestimmt, auf welchem Wert die HĂŒllkurve nach Ablauf der Decay-Phase und bis zum Loslassen der Note verbleibt. Ist dieser Regler ganz nach links gedreht, gibt es keine Sustain-Phase. Ist er ganz nach rechts gedreht, gibt es keine Decay-Phase. Der Sustain-Level kann mit dem Parameter unter dem Regler durch die Velocity moduliert werden. Je höher der Wert, desto höher ist der Sustain-Level bei höheren Velocity-Werten.

Die Ausklingzeit wird mit dem Release-Regler eingestellt. Dies ist die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um nach dem Loslassen der Taste auf Null abzufallen.

Der LFO-Unterbereich bietet eine weitere Modulationsquelle fĂŒr das Filter. Dieser Bereich kann mit dem Schalter neben seinem Namen ein- oder ausgeschaltet werden.

Das Waveform-MenĂŒ wĂ€hlt die vom LFO benutzte Wellenform. Zur Auswahl stehen Sinus, Dreieck, Rechteck sowie zwei verschiedene Zufallswellenformen. Die erste bietet gestufte Zufallswerte, die zweite geglĂ€ttete zufĂ€llige WerteverlĂ€ufe.

Der Delay-Regler wÀhlt, mit welcher Verzögerung der LFO nach dem Anschlagen einer Note startet, und der Attack-Regler bestimmt, wie schnell er seine maximale Amplitude erreicht.

Die Geschwindigkeit des LFO wird mit dem Rate-Regler eingestellt. Der Schalter unter diesem Regler wÀhlt, ob die Geschwindigkeit in Hertz oder Tempo-synchron in Notenwerten eingestellt wird.

Der gesamte Filter-Bereich kann mit dem Schalter neben seinem Namen ein- oder ausgeschaltet werden.

Globale und Keyboard-Parameter

TensionGlobalSection.png
Tensions globale und Keyboard-Parameter.

Der verbleibende Bereich enthÀlt all jene Parameter, die Tensions Reaktion auf MIDI-Daten betreffen sowie Performance-Parameter wie Stimmung oder Portamento.

Der Keyboard-Bereich enthĂ€lt alle Parameter fĂŒr Tensions Polyphonie und Stimmung. Im Voices-MenĂŒ wird die maximale Stimmenzahl gewĂ€hlt, wĂ€hrend Priority darĂŒber entscheidet, welche Noten abgeschnitten werden, wenn die maximale Stimmenzahl ĂŒberschritten wird. Ist Priority auf High gestellt, haben neue Noten, die höher als bereits klingende sind, PrioritĂ€t; der Stimmenklau beginnt bei den tiefsten Noten. Low Priority ist das Gegenteil. Ein Priority-Einstellung von Last gibt den neuesten Noten PrioritĂ€t und schneidet bei Bedarf die Ă€ltesten ab.

Die Parameter Octave, Semi und Tuning bestimmen die Grob- und Feinstimmung. Octave transponiert das gesamte Instrument in Oktavschritten, Semi nach oben oder unten in Halbtonschritten. Tuning bestimmt die Feinstimmung in einzelnen Cent (bis zu 50 Cents hoch oder runter).

Der Parameter P. Bend bestimmt den Pitchbend-Umfang in Halbtönen.

Stretch simuliert eine als ‘gestreckte Stimmung' bekannte und gebrĂ€uchliche Modifikation, der sowohl elektrische als auch akustische Pianos unterzogen werden und die ein wesentliches Merkmal ihres charakteristischen Klangs ist. Bei einem Wert von 0% spielt Electric in wohltemperierter Stimmung. Das bedeutet, dass zwei Noten eine Oktave auseinander liegen, wenn der Grundton der höheren Note exakt doppelt so hoch ist wie der der tieferen Note. Da das tatsĂ€chliche Resonanzverhalten eines Tine oder einer Saite aber von diesem theoretischen Modell abweicht, tendiert die wohltemperierte Stimmung dazu, auf Pianos "falsch" zu klingen. Die gestreckte Stimmung lĂ€sst höhere Noten etwas höher und tiefere etwas tiefer erklingen. Das Ergebnis ist ein strahlenderer Klang. Negative Stretch-Werte simulieren eine "negative" gestreckte Stimmung: Höhere Noten werden tiefer, tiefere Noten höher gestimmt.

Der Error-Parameter versieht die Tonhöhe jeder Note mit einer wÀhlbaren zufÀlligen Abweichung. Probieren Sie hohe Werte aus, wenn Sie sich an eine typische erste Geigenstunde erinnern lassen wollen...

Im Unison-Bereich können Sie mehrere Stimmen fĂŒr jede gespielte Note stapeln. Der Bereich kann mit dem Schalter neben seinem Namen ein- oder ausgeschaltet werden.

Der Voices-Schalter wĂ€hlt zwischen zwei oder vier unisono gespielten Stimmen, wĂ€hrend Detune die Verstimmung dieser Stimmen gegeneinander regelt. Niedrige Werte eignen sich gut zum Erzeugen eines subtilen Chorus-Effekts, hohe Werte zur Simulation eines ungeĂŒbten Schulorchesters. Indem Sie den Delay-Wert erhöhen, verzögern Sie das Einstarten jeder der gestapelten Stimmen etwas.

Der Portamento-Bereich dient dazu, die Tonhöhe von einer Note zur nÀchsten gleiten zu lassen, statt sie abrupt zu wechseln. Der Effekt kann mit dem Schalter neben seinem Namen ein- oder ausgeschaltet werden.

Ist Legato aktiviert, erfolgt das Gleiten der Tonhöhe nur dann, wenn die zweite Note gespielt wird, bevor die erste freigegeben wird.

Proportional regelt die Dauer des Gleitens in AbhĂ€ngigkeit des Intervalls zwischen den Noten. Bei großen Intervallen dauert das Gleiten lĂ€nger als bei kleinen. Ist Prop deaktiviert, dauert das Gleiten unbesehen des Intervalls immer gleich lange.

Mit Time wird die Dauer des Portamentos gewÀhlt.

Der Volume-Regler bestimmt die GesamtlautstÀrke des Instruments.

24.9.4 Sound-Design-Tipps

Auf den ersten Blick mag Tensions modulare Architektur gar nicht so anders aussehen als das, was Sie von anderen Synthesizern kennen; sie besteht aus Funktionsblöcken, die das Signal auf seinem Weg durch das Instrument beeinflussen. Es ist jedoch wichtig sich daran zu erinnern, dass Tensions Komponenten nicht isoliert voneinander sind; wenn Sie einen Parameter Àndern, kann das eine drastische Auswirkung auf einen Parameter an einer ganz anderen Stelle haben. Es ist darum auch leicht möglich, eine Kombination von Einstellungen zu finden, die gar keinen Klang produziert. Genau so leicht ist es, extrem laute KlÀnge zu erzeugen -- seien Sie darum bei der Einstellung von Level-Parametern vorsichtig!

Bei der Programmierung von Tension kann es hilfreich sein, sich vorzustellen, dass die verschiedenen Bereiche tatsÀchlich auf ein einzelnes, physikalisches Objekt einwirken. Ein langsam bewegter Bogen kann vielleicht eine ungedÀmpfte Saite in Schwingung versetzen. Wird die Saite jedoch mit einem gewaltigen DÀmpfer am Schwingen gehindert, muss der Bogen schneller bewegt werden, um eine Wirkung zu entfalten.

Um einen Eindruck von den Möglichkeiten zu bekommen, kann es hilfreich sein die Presets zu analysieren. Sie werden schnell entdecken, dass Tension weit mehr als nur Saiten kann.

24.10 Wavetable

WavetableInstrument.png
Das Wavetable-Instrument

Wavetable ist ein Synthesizer, der zwei Wavetable-basierte Oszillatoren, zwei analog modellierte Filter und ein enorm leistungsfĂ€higes, intuitiv bedienbares Modulations-System kombiniert. Er wurde so designt, dass er fĂŒr Musiker und Sound-Designer und fĂŒr AnfĂ€nger und Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet ist; er ist einfach genug zu bedienen, um mĂŒhelos ausdrucksstarke KlĂ€nge zu gestalten, eröffnet jedoch fast unbegrenztes Klangpotential, wenn Sie in die Tiefe gehen.

Wavetables OberflĂ€che ist in drei Hauptbereiche unterteilt: die Oszillatoren (von denen jeder einen eigenen Reiter hat), die beiden Filter und der Modulationsbereich (der auf drei Reiter verteilt ist). Um mehr Parameter in einer einzigen Ansicht angezeigt zu bekommen, klicken Sie auf die 36019.png Taste in Wavetables Titelzeile. Die Parameter verlagern sich von der GerĂ€te-Ansicht in die erweiterte Anzeige, deren GrĂ¶ĂŸe und Aufteilung von Ihrer Bildschirmdarstellung abhĂ€ngt.

24.10.1 Wavetable Synthese

Wavetables Oszillatoren produzieren Ihren Sound mit einer besonderen Technik, der sogenannten Wavetable Synthese. Eine Wavetable ist, einfach betrachtet, eine beliebige Sammlung von kurzen, geloopten Samples, die in einer Tabelle zusammen angeordnet sind. Das Spielen einer Note, bei der der Oszillator auf nur eines dieser Samples fest eingestellt ist, erzeugt eine durchgehend konsistente Klangfarbe. Die wirkliche StĂ€rke der Wavetable-Synthese liegt jedoch in der Möglichkeit, sich beim Halten einer Note zwischen den verschiedenen Samples einer Tabelle zu bewegen, wodurch sich die Klangfarbe verschiebt. Die Wavetable-Synthese ist daher besonders gut fĂŒr dynamische KlĂ€nge geeignet, die sich im Zeitablauf Ă€ndern.

24.10.2 Oszillatoren

Wavetables Oszillatoren wurden im Hinblick auf maximale KlangqualitÀt optimiert. Solange keine Modulation stattfindet, ist der rohe Ausgangsklang der Oszillatoren perfekt band-limitiert und produziert bei allen Tonhöhen keine Aliasing-Artefakte.

WavetableOscillators.png
Wavetables Oszillatoren.

Jeder Oszillator kann unabhÀngig voneinander mit dem Schalter im jeweiligen Reiter Osc1/Osc2 ein- und ausgeschaltet werden. Das Klicken auf den Reiter wÀhlt den jeweiligen Oszillator aus, wodurch seine Bearbeitungs-Parameter erscheinen.

Der Gesamt-Ausgangspegel jedes Oszillators wird mit seinem Gain-Regler eingestellt, wÀhrend seine Stereoposition mit dem Pan-Regler bestimmt wird. Die Grob- und Feinstimmung jedes Oszillators lÀsst sich mit den Semi- und Detune-Reglern einstellen. Beachten Sie, dass diese Stimmung relativ zur globalen Stimmung ist, die mit dem Transposition-Regler eingestellt wird.

WĂ€hlen Sie eine Wavetable mit den MenĂŒs oder Pfeiltasten aus. Das erste MenĂŒ wĂ€hlt die Wavetable-Kategorie, wĂ€hrend das zweite MenĂŒ eine spezielle Wavetable in der Kategorie wĂ€hlt. Die Pfeiltasten wechseln automatisch in die nĂ€chste Kategorie, sobald Sie das Ende der aktuellen Kategorie erreicht haben, Sie können somit die Wavetables ohne Unterbrechung durchgehen.

Die Wavetable des Oszillators wird in der Mitte des Oszillator-Reiters grafisch dargestellt. Das Klicken und Ziehen der Grafik Àndert die Position in der Wavetable. Sie können die Wavetable-Position auch mit dem Wave-Position-Regler einstellen.

Es gibt zwei verschiedenen Arten, wie Wavetables dargestellt werden, die sich mit dem Visualisierungs-Schalter umschalten lassen. Beide Grafiken reprĂ€sentieren die gleichen Informationen, jedoch auf unterschiedliche Weise grafisch umgesetzt. Die lineare Ansicht ordnet die Wellenformen von unten nach oben an, mit der Zeit von links nach rechts verlaufend. Die polare Ansicht zeigt die Wellenformen als Ringe von innen nach außen, wobei die Zeit im Uhrzeigersinn lĂ€uft.

Obwohl eine große Auswahl verschiedener Wavetables vorhanden ist, kann der Sound jeder Wavetable mit eine Reihe von Oszillator-Effekten zusĂ€tzlich verformt werden. Sie können im Effect-MenĂŒ einen von drei Effekten wĂ€hlen und dann die Parameter fĂŒr den gewĂŒnschten Effekt jeweils mit den Reglern rechts daneben einstellen. Die Oszillator-Effekte umfassen:

  • FM - wendet Frequenzmodulation auf den Oszillator an. Der Amt-Regler bestimmt die IntensitĂ€t der Frequenzmodulation, wĂ€hrend der Tune-Regler die Frequenz des Modulations-Oszillators festlegt. Bei einer Stimmung von 50% (und -50%) liegt der Modulations-Oszillator eine Oktave höher (bzw. tiefer) als der Haupt-Oszillator. Bei 100% (und -100%) ist der Modulations-Oszillator zwei Oktaven höher (oder tiefer). Bei Zwischenwerten weist der Modulations-Oszillator ein unharmonisches VerhĂ€ltnis zum Hauptoszillator auf, ideal, um gerĂ€uschartige Obertöne zu produzieren.
  • Classic - liefert zwei Modulations-Typen, die bei klassischen Analog-Synthesizern ĂŒblich sind. PW Ă€ndert die Pulsweite der Wellenform (Beachten Sie, dass bei Hardware-Synthesizern normalerweise nur die Pulsweite von Rechteck-Wellenformen geĂ€ndert werden kann. In Wavetable kann die Pulsweite jedoch mit allen Wavetables geĂ€ndert werden.) Sync wendet einen “versteckten” Oszillator an, der die Phase des hörbaren Oszillators zurĂŒcksetzt, was zu einer KlangĂ€nderung bei ihm fĂŒhrt.
  • Modern - liefert zwei weitere Optionen zu Verzerren der Wellenform. Warp Ă€hnelt Pulsweite (Pulse Width), wĂ€hrend Fold eine Verzerrung mittels ZurĂŒckfalten der Wellenform anwendet (Wavefolding Distortion).

Beachten Sie, dass sich beim Wechsel des Effekt-Typs die Werte der beiden Effekt-Parameter nicht Àndern. Hierdurch wird es möglich, zwischen den Effekten hin- und herzuwechseln und zu experimentieren, wie sich die verschiedenen Prozesse mit den gleichen Werten auf den Klang auswirken.

24.10.3 Sub-Oszillator

WavetableSubOscillator.png
Wavetables Sub-Oszillator.

ZusĂ€tzlich zu den beiden Haupt-Oszillatoren bietet Wavetable einen Sub-Oszillator. Dieser kann ĂŒber den Sub-Schalter ein-/ausgeschaltet werden, sein Ausgangspegel wird mit dem Gain-Regler eingestellt.

Der Tone-Regler Àndert die Klangfarbe des Sub-Oszillators. Bei 0% erzeugt der Oszillator eine reine Sinuswelle. Das Aufdrehen von Tone reichert die Wellenform mit weiteren Obertönen (Harmonischen) an.

Die Stimmung von Sub wird von der gespielten Note und dem globalen Transpose-Wert bestimmt, Sie können jedoch Sub mit seinen Octave-Schaltern um ein oder zwei Oktaven nach unten verschieben.

24.10.4 Filter

Wavetables Filter sind sehr nĂŒtzlich, um die obertonreichen Klangfarben der Oszillatoren und ihrer Effekte weiter zu formen. Da die Oszillatoren auch die klassischen Wellenformen analoger Synthesizer erzeugen können, lassen sich sehr einfach typisch analoge, subtraktive KlĂ€nge mit den Filtern nachbilden.

WavetableFilters.png
Wavetables Filter.

Wavetable bietet eine ganze Reihe verschiedener Filtertypen an, darunter Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und ein spezielles Morph-Filter. Jedes Filter kann zwischen 12 und 24 dB Flankensteilheit umgeschaltet werden. Dazu kann das Verhalten mehrerer analog-modellierter Schaltungen gewÀhlt werden, die zusammen mit Cytomic entwickelt wurden. Diese emulieren die Hardware-Filter einiger analoger Synthesizerklassiker.

Die Schaltungs-Option Clean bietet ein CPU-effizientes Design hoher QualitĂ€t, das auch bei den Filtern von EQ Eight eingesetzt wird. Diese Option ist fĂŒr alle Filter-Typen vorhanden.

Die OSR-Schaltungsoption ist ein State-Variable-Typ, bei dem die Resonanz von einer speziellen, hart clippende Diode begrenzt wird. Diese ist nach Filtern modelliert, die in einem sehr seltenen, britischen Monosynth zu finden sind und ist fĂŒr alle Filtertypen vorhanden.

Die MS2-Schaltung nutzt ein Sallen-Key-Design und Soft Clipping, um die Resonanz zu begrenzen. Sie ist nach Filtern modelliert, die in einem berĂŒhmten, halbmodularen Synth aus Japan zu finden sind und ist fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die SMP-Schaltung ist ein spezielles Design, das keine bestimmten Hardware-Vorbilder hat. Es teilt den Charakter der beiden MS2- und PRD-Schaltungen und ist fĂŒr die Tiefpass- und Hochpass-Filter vorhanden.

Die PRD-Filter nutzen ein Ladder-Design und haben keine ausgesprochene Begrenzung der Resonanz. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem alten Monosynth mit 2 Oszillatoren aus den USA eingesetzt werden und fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die wichtigsten Filter-Parameter sind die fĂŒr Synthesizer typischen Regler Frequenz und Resonanz. Der Frequency-Parameter bestimmt dabei, wo im Frequenzspektrum das Filter wirksam wird, der Resonance-Parameter verstĂ€rkt die Frequenzen an diesem Punkt des Spektrums. Sie können die Frequenz- und Resonanz-Parameter auch durch Klicken und Ziehen der Filterpunkte in der Anzeige einstellen.

Werden die Tiefpass-, Hochpass- oder Bandpass-Filter eingesetzt, gibt es fĂŒr jeden Schaltungstyp außer Clean einen zusĂ€tzlichen Drive-Parameter, mit dem das Signal vor dem Filtereingang verstĂ€rkt oder auch verzerrt werden kann.

Das Morph-Filter hat einen zusĂ€tzlichen Morph-Regler, mit dem der Filtertyp kontinuierlich von Tiefpass nach Bandpass nach Hochpass nach Notch und zurĂŒck nach Tiefpass durchlaufen werden kann.

Das Filter-Routing ermöglicht verschiedene Anordnungen der Filter, wodurch sich extrem unterschiedliche Techniken zur Klanggestaltung ergeben. Sie können aus einem von drei Routings wÀhlen:

  • Serial – routet alle Oszillatoren in Filter 1 und leitet dann Filter 1 in Filter 2. Sub wird in beide Filter geschickt.
  • Parallel – routet beide Hauptoszillatoren in die Filter 1 und Filter 2.
  • Split – leitet Oszillator 1 in Filter 1 und Oszillator 2 in Filter 2. Sub wird zu gleichen Teilen an beide Filter gesendet. Sollte eines der Filter ausgeschaltet sein, ist das entsprechende Oszillator-Signal weiterhin hörbar. Split kann verwendet werden, um jedes Filter unabhĂ€ngig zu behandeln und ist z.B. FĂŒr gelayerte Synthesizer-KlĂ€nge nĂŒtzlich. Wenn die Haupt-Oszillatoren deaktiviert sind, wĂ€hrend beide Filter eingeschaltet sind, kann Split auch fĂŒr eine zusĂ€tzliche Klangbearbeitung des Sub-Oszillators genutzt werden.

24.10.5 Matrix-Reiter

Die Modulations-Matrix ermöglicht Modulationen durch Zuweisung der HĂŒllkurven und LFOs (der sog. “internen Modulationsquellen”) zu den einzelnen Parametern im Instrument (oder “Modulationszielen”).

WavetableMatrixTab.png
Wavetables Matrix-Reiter.

Die Modulations-Quellen verlaufen horizontal, die Modulationsziele vertikal. Klicken und Ziehen Sie ein Feld in der Matrix, um die StÀrke der Modulation zu bestimmen, mit der die gewÀhlte Quelle den gewÀhlten Parameter moduliert.

Beachten Sie, dass bestimmte Parameter additive Modulationszielesind, andere wiederum multiplikative Modulationsziele.

Additive Modulation wird auf einen Parameter nach folgendem Schema angewendet:

  1. Die AusgÀnge der Modulationsquellen eines Parameters werden zusammen addiert.
  2. Dieser addierte Modulationswert wird dem aktuell eingestellten Parameterwert hinzuaddiert.

Modulations-Werte fĂŒr additive Modulation sind immer um 0 herum zentriert, mit 0 als “neutralem” Wert. Additive Modulationswerte können negativ oder positiv sein. Modulationsquellen, die negative und positive Werte ausgeben, sind “bipolare” Quellen. Modulationsquellen, die nur positive Werte ausgeben sind “unipolare” Quellen.

Multiplikative Modulation wird auf einen Parameter nach folgendem Schema angewendet:

  1. Die AusgÀnge der Modulationsquellen eines Parameters werden miteinander multipliziert.
  2. Dieser multiplizierte Modulationswert wird mit dem aktuell eingestellten Parameterwert multipliziert.

Der neutrale Wert fĂŒr multiplikative Modulation ist 1 und der Minimalwert 0. Parameter mit multiplikativer Modulation werden im gesamten Wavetable-Kapitel gesondert erwĂ€hnt.

Klicken Sie auf einen Parameter im Instrument, um ihn vorĂŒbergehend in der Matrix anzeigen zu lassen. Sobald Sie diesem Parameter eine Modulation zuweisen, verbleibt er in der Matrix. Wird keine Modulation angewendet, verschwindet der Parameter wieder aus der Matrix, sobald Sie auf einen anderen Parameter klicken. Beachten Sie, dass sich der Matrix- und MIDI-Reiter die gleichen Reihen teilen.

Der Time-Regler skaliert die Zeitwerte aller Modulatoren. Negative Werte machen die HĂŒllkurven und LFOs schneller, wĂ€hrend positive Werte sie langsamer machen. Die Modulation dieses Werts mit einer HĂŒllkurve oder einem LFO beeinflusst nicht den zugewiesenen Modulator, dieser Modulator skaliert jedoch weiterhin andere Ziele.

Der Amount-Regler bestimmt die GesamtstĂ€rke fĂŒr alle Modulationen in der Modulations-Matrix. Beachten Sie, dass es sich hierbei um ein multiplikatives Modulationsziel handelt.

24.10.6 Mod-Sources-Reiter

Der Mod-Sources-Reiter ermöglicht Ihnen, die HĂŒllkurven und LFO-Einstellungen vorzunehmen, die nachfolgend genauer beschrieben werden.

WavetableModSourcesTab.png
Wavetables Mod-Sources-Reiter.

HĂŒllkurven

Wavetables HĂŒllkurven (Amp, Env 2 und Env 3) können mit den Time- und Slope-Parametern angepasst werden, die HĂŒllkurven Env 2 und Env 3 bieten zusĂ€tzlich noch Value-Parameter. Sie können die Time-, Slope- und Value-Parameter auch durch Klicken und Ziehen in der HĂŒllkurven-Anzeige einstellen.

Attack bestimmt die Zeit, die benötigt wird, um vom Ausgangswert auf den Peak-Wert zu gehen. Die Kurvenform dieses HĂŒllkurvenabschnitts wird mit dem Parameter Attack Slope eingestellt.

Decay bestimmt die Zeit, die benötigt wird, um vom Peak-Wert auf den Sustain-Wert zu gehen. Die Kurvenform dieses HĂŒllkurvenabschnitts wird mit dem Parameter Decay Slope eingestellt.

Sustain legt den Wert fest, der am Ende der Decay-Phase erreicht wird. Die HĂŒllkurve bleibt auf diesem Wert stehen, bis ein Note-Off-Meldung auftritt, außer wenn der Loop-Modus auf Trigger oder Loop gestellt ist. In diesem Fall lĂ€uft die HĂŒllkurve weiter zur Release-Phase, sobald diese zeitlich erreicht wird. Beachten Sie, dass es sich hierbei um ein multiplikatives Modulationsziel handelt.

Release bestimmt die Zeit, die benötigt wird, um zum End-Wert zu gehen, nachdem ein Note-Off auftritt. Die Form dieses HĂŒllkurvenabschnitts wird mit dem Parameter Release Slope eingestellt.

Wie oben beschrieben, besitzen Wavetables HĂŒllkurven auch Parameter zum Einstellen der Kurvenformen fĂŒr einzelne HĂŒllkurven-Abschnitte. Positive Slope-Werte lassen die HĂŒllkurve zu Beginn schneller und danach langsamer ansteigen. Bei negativen Werten bleibt die Kurvenform zu Beginn ĂŒber eine lĂ€ngere Zeit flach und steigt dann zum Ende hin schneller an. Ein Slope-Wert von Null erzeugt einen linearen Verlauf; die HĂŒllkurve bewegt sich dabei von Beginn bis Ende des Segments mit der gleichen Geschwindigkeit.

Der Initial-Regler bestimmt den Anfangswert der HĂŒllkurve, wenn sie getriggert wird. Beachten Sie, dass es sich hierbei um ein multiplikatives Modulationsziel handelt. Dieser Parameter ist bei der Amp-HĂŒllkurve nicht vorhanden.

Der Peak-Regler bestimmt den Wert, der das Ende der Attack-Phase markiert und den Anfang der Decay-Phase Dieser Parameter ist bei der Amp-HĂŒllkurve nicht vorhanden.

Der Final-Regler legt den Wert am Ende der Release-Phase fest. Dieser Parameter ist bei der Amp-HĂŒllkurve nicht vorhanden.

Im Loop-Modes-MenĂŒ können Sie einen von drei Modi wĂ€hlen:

  • None hĂ€lt den Sustainabschnitt bis zum Note-Off und loopt nicht.
  • Trigger spielt alle Segmente, sobald eine Note-On-Meldung empfangen wird.
  • Loop wiederholt die gesamte HĂŒllkurve ohne den Sustain zu halten, bis die Stimme endet.

LFOs

Wavetable enthÀlt zwei LFOs, die mit den Parameter, die in diesem Abschnitt beschrieben werden, unabhÀngig voneinander eingestellt werden können.

WavetableLFOs.png
Wavetables LFOs.

Sie können eine von fĂŒnf LFO-Wellenformen wĂ€hlen und mit dem Shape-Regler die Kurvenform der gewĂ€hlten Modulations-Wellenform Ă€ndern:

  • Sine und Saw: wendet ein ansteigende oder absteigende Kurvenform an
  • Triangle: morpht die Symmetrie von Rampe nach SĂ€gezahn mit Dreieck in der Mitte
  • Square: Ă€ndert die Pulsweite
  • Random: Ă€ndert die Verteilung extremer Zufallswerte

Der Sync-Schalter bestimmt die LFO-Rate in Hertz oder synchron zum Songtempo, wÀhrend der Rate-Parameter die LFO-Frequenz in Hertz oder als musikalische Taktunterteilung einstellt. Sie können die LFO-Frequenz auch durch Ziehen in der Wellenform-Anzeige Àndern.

Amnt bestimmt die StÀrke der LFO-Modulation, die auf Eingangssignale angewendet wird. Beachten Sie, dass es sich hierbei um ein multiplikatives Modulationsziel handelt.

Der Offset-Regler stellt einen Versatz in der Phase des LFOs ein, sodass die Wellenform mit einem anderen Wert startet. Beachten Sie, dass Offset nicht moduliert werden kann.

Sie können den LFO-Attack-Regler verwenden, um die Zeit festzulegen, die der LFO braucht, um einzufaden, nachdem er von einem Note-On-Befehl getriggert wurde.

Ist er aktiviert, sorgt der LFO-Retrigger-Schaltern ein ZurĂŒcksetzen des LFOs an seinen Startpunkt bzw. seiner Anfangsphase, bei jeder neuen MIDI-Note. Wird der LFO vor dem Beendigen eines Durchgangs neu gestartet, kann dies spannende hybride LFO-Formen erzeugen.

24.10.7 Der MIDI-Reiter

Das Zuweisen von MIDI-Daten zu den Parametern verwandelt Wavetable in ein dynamisches Performance-Instrument. In der MIDI-Modulations-Matrix können MIDI-Modulationsquellen mehreren Parametern (oder “Modulations-Zielen”) im Instrument zugewiesen werden.

WavetableMIDITab.png
Wavetables MIDI-Reiter

Ist Velocity zugewiesen, nutzt Wavetable die Velocity-Werte der empfangenen MIDI-Note zum Modulieren der Zielparameter, solange diese Note gespielt wird.

Ist Note zugewiesen, nutzt Wavetable die Tonhöhe empfangenen MIDI-Note zum Modulieren der Zielparameter, solange diese Note gespielt wird. (Tipp: Der mittlere Tonhöhe des Modulationsbereichs liegt bei C3. Ist somit die Filterfrequenz als Ziel mit einem Modulationswert von 100% zugewiesen, folgt das Filter exakt der gespielten Note.)

Pitch Bend, Aftertouch und Modulationsrad: Dies sind Hardware-bezogene Parameter, die bei vielen MIDI-BedienoberflĂ€chen und Keyboards vorhanden sind. Wenn Sie ein solches GerĂ€t nicht haben sollten, können Sie diese Parameter alternativ auch mit den Clip-HĂŒllkurven modulieren(siehe 20.4).

Klicken Sie auf einen Parameter im Instrument, um ihn vorĂŒbergehend in der Matrix anzeigen zu lassen. Sobald Sie diesem Parameter eine Modulation zuweisen, verbleibt er in der Matrix. Wird keine Modulation angewendet, verschwindet der Parameter wieder aus der Matrix, sobald Sie auf einen anderen Parameter klicken. Beachten Sie, dass sich der Matrix- und MIDI-Reiter die gleichen Reihen teilen.

24.10.8 Global- und Unison-Parameter

Wavetables globale Parameter beeinflussen das Gesamtverhalten und die Performance des Instruments.

WavetableGlobalControls.png
Wavetables Globale Parameter.

Transpose stellt die relative Tonhöhe des Wavetable Instruments in Halbtonschritten ein.

Volume bestimmt die GesamtlautstÀrke des Instruments. Beachten Sie, dass es sich hierbei um ein multiplikatives Modulationsziel handelt.

Der Poly/Mono-Schalter schaltet das Instrument von einer Stimme mit Legato-HĂŒllkurven (Mono) auf ein polyphones Instrument (Poly).

Mit dem Poly-Voices-MenĂŒ legen Sie die maximale Anzahl an Noten fest, die gleichzeitig erklingen können. Poly Voices ist nur aktiv, wenn der Poly/Mono-Schalter auf Poly steht.

Glide stellt die Zeit ein, die ĂŒberlappende Noten brauchen, um von ihrer Tonhöhe auf die Tonhöhe der nĂ€chsten empfangene Note zu gleiten. Beachten Sie, dass Glide nur aktiv ist, wenn der Poly/Mono-Schalter auf Mono steht.

Das Unison-MenĂŒ lĂ€sst Sie einen von sechs Unison-Modi wĂ€hlen (oder keinen). Die Unison-Modi setzen mehrere Oszillatoren mit unterschiedlichen Phasen, Stereo- oder Wavetable-Positionen ein, um dem Klang mehr FĂŒlle zu geben.

  • Classic: die Oszillatoren sind im gleichen Abstand verstimmt und abwechselnd im Stereopanorama verteilt.
  • Shimmer: die Oszillator-Tonhöhen werden in zufĂ€lligen Intervallen mit Jitter versehen, wodurch ein schimmernder, hallartiger Effekt entsteht. ZusĂ€tzlich wird eine kleiner Wavetable-Versatz angewendet, um extra FĂŒlle zu erhalten.
  • Noise: die Tonhöhen werden wie im Shimmer-Unison-Modus mit Jitter versehen, jedoch mit wesentlich höherer Geschwindigkeit, wodurch rauschartige, atmende Texturen entstehen. ZusĂ€tzlich wird eine kleiner Wavetable-Versatz angewendet, um extra FĂŒlle zu erhalten.
  • Phase Sync: die Oszillatoren werden wie beim Classic-Unison-Modus verstimmt, aber die Phasen werden synchronisiert, wenn eine Note gestartet wird, was zu stark Phaser-artigen Effekten fĂŒhrt.
  • Position Spread: die Wavetable-Position jedes Oszillators wird gleichmĂ€ĂŸig um einen bestimmten Wert verteilt. Eine zusĂ€tzlich minimale Verstimmung sorgt fĂŒr extra Breite im Sound.
  • Random note: die Wavetable-Positionen und die StĂ€rke der Verstimmung wird fĂŒr jeden Oszillator zufĂ€llig variiert, jedes Mal wenn eine Note gestartet wird.

Der Voices-Regler legt die Anzahl gleichzeitig spielender Stimmen pro Wavetable-Oszillator fest. Mehr Stimmen ergeben einen fetteren Sound, wÀhrend weniger Stimmen klarer klingen.

Der Amount-Regler bestimmt die IntensitÀt des Unison-Effekts und verhÀlt sich bei jedem Unison-Modus anders. Beachten Sie, dass es sich hierbei um ein multiplikatives Modulationsziel handelt.

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