10. MIDI-Noten bearbeiten

Ein MIDI-Clip in Live enth√§lt Noten- und Controllerdaten f√ľr das Spielen eines MIDI-Instruments. Dieses Instrument kann ein virtuelles Instrument in der Ger√§te-Kette einer MIDI-Spur (siehe Kapitel 19) oder ein externer Synthesizer sein, der √ľber das Ausgangs-Routing (siehe Kapitel 15) der Spur mit Daten beschickt wird. Ein MIDI-Clip (siehe 4.7) stellt die zu spielende Musik bereit, die sich aus den Tonh√∂hen-, L√§ngen-, Positions- und den Dynamikwerten (auch als Anschlagsgeschwindigkeit oder Velocity bekannt) der Noten zusammensetzt. MIDI wird im MIDI-Editor von Live komponiert und bearbeitet.

10.1 Einen leeren MIDI-Clip erzeugen

MIDI-Clips werden erzeugt

  • durch Aufnehmen (siehe Kapitel 17) ;
  • durch das Einfangen von MIDI (Capture) (siehe 17.10) ;
  • durch Doppelklicken eines leeren Session-Slots in einer MIDI-Spur;
  • durch Anw√§hlen eines leeren Session-Slots in einer MIDI-Spur und das Aufrufen des Befehls "MIDI-Clip(s) erzeugen" aus dem Erzeugen-Men√ľ;
  • oder durch Doppelklicken auf die Spur-Anzeige einer MIDI-Spur in der Arrangement-Ansicht.
  • durch Ausw√§hlen eines Zeitabschnitts in einer Arrangement-MIDI-Spur und das Aufrufen des Befehls "MIDI-Clip(s) erzeugen" aus dem Erzeugen-Men√ľ.

10.2 Der MIDI-Editor

Doppelklicken Sie einen MIDI-Clip, um die Clip-Ansicht zu √∂ffnen und den MIDI-Editor anzuzeigen. Sie k√∂nnen nun eine der drei vorhandenen Clip-Ansicht-Seiten w√§hlen, indem Sie oben auf die gew√ľnschte Seiten-Titelzeile klicken oder die folgenden Tastenkombinationen verwenden:

  • ALT-1 schaltet zur Notes-Seite
  • ALT-2 schaltet zur Envelopes-Seite
  • ALT-3 schaltet zur Expression-Seite

Abh√§ngig davon welche Seite der Clip-Ansicht ausgew√§hlt ist, zeigt die Clip-Ansicht unterschiedliche Informationen an. Mehr √ľber die Funktionen dieser Seiten k√∂nnen Sie im Kapitel Clip-Ansicht (siehe Kapitel 8) erfahren.

Der MIDI-Editor.

Ist die Notes-Seite ausgew√§hlt und sichtbar, ist der MIDI-Editor in zwei Bearbeitungsbereiche unterteilt: oben den Noten-Editor und unten die Expression-Editor-Lanes (mit den Lanes f√ľr MIDI-Velocity-Editor und MIDI-Chance-Editor).

W√§hrend die Editor-Lane f√ľr die Velocity standardm√§√üig angezeigt wird, lassen sich die beiden Lanes des Velocity- und Chance-Editors mit ihren jeweiligen Lane-Schaltern links ein- und ausblenden. Unter den Lane-Schaltern befindet sich ein Dreieck-Schalter, mit dem die aktivierten Lanes gleichzeitig ein- und ausgeblendet werden k√∂nnen. Sollten beide Lanes ausgeblendet sein, k√∂nnen sie mit Klick auf den Dreieck-Schalter gleichzeitig angezeigt werden.

Diese Tasten steuern die Sichtbarkeit der Velocity- and Chance-Editor-Lanes.

Die Höhe der Velocity- und Chance-Editor-Lanes kann unabhängig voneinander durch Ziehen ihrer Trennlinien geändert werden. Die Höhe beider Lanes lässt sich auch gleichzeitig durch Ziehen der Übergangslinie zwischen den Lanes und dem MIDI-Noten-Editor einstellen.

Der Schalter f√ľr den Zeichen-Modus im Transportbereich.

Schalten Sie in den Zeichen-Modus, indem Sie den Zeichen-Modus-Schalter im Transportbereich aktivieren oder durch Dr√ľcken der B Taste. Sie k√∂nnen nun mit der Maus MIDI-Noten in den Noten-Editor einzeichnen. Ist der Zeichen-Modus ausgeschaltet, k√∂nnen Sie Noten ausw√§hlen und verschieben, bzw. mit den Befehlen im Bearbeiten-Men√ľ editieren. Eine Bearbeitung ist auch durch Klicken und Ziehen der Auswahl m√∂glich, entweder vertikal zum √Ąndern der Tonh√∂he oder horizontal zum √Ąndern der Zeitposition. Im ausgeschalteten Zeichen-Modus k√∂nnen MIDI-Noten auch mit Doppelklick eingef√ľgt oder gel√∂scht werden.

Der Schalter ‚ÄúZeichen-Modus mit eingerasteter Tonh√∂he‚ÄĚ in den Record/Warp/Launch-Voreinstellungen erm√∂glicht es, zwei verschiedene Methoden f√ľr das Zeichnen im Zeichen-Modus auszuw√§hlen. Aktiviert, wird das Zeichnen von MIDI-Noten auf eine Notenzeile (oder Tonh√∂he) gleichzeitig beschr√§nkt, w√§hrend das Halten der ALT Taste freih√§ndiges Zeichnen von Melodien erm√∂glicht. Deaktiviert, ist der Zeichen-Modus standardm√§√üig auf das Freihandzeichnen eingestellt und das Halten der ALT Taste erm√∂glicht es, mit eingerasteter Tonh√∂he zu zeichnen. Der melodische Zeichen-Modus kann auch zum L√∂schen von Noten eingesetzt werden, wenn das Zeichnen auf einer vorhandenen Note startet. Liegt der MIDI-Editor im Fokus, ist im Kontextmen√ľ die Option ‚ÄěZeichen-Modus (Eingerastete Tonh√∂he an)‚ÄĚ sichtbar zeigt und kann dort direkt aktiviert/deaktiviert werden. Der Status wird mit einem H√§kchen angezeigt.

Das Vorhören von MIDI-Noten.

Vorausgesetzt die Ger√§tekette einer MIDI-Spur enth√§lt ein Instrument (siehe Kapitel 19), bewirkt das Aktivieren des Vorh√∂r-Schalters im MIDI-Editor, dass Sie Noten beim Selektieren und Verschieben h√∂ren k√∂nnen. Ist die Aufnahmebereitschaft f√ľr die MIDI-Spur aktiviert, k√∂nnen bei eingeschalteter Vorh√∂r-Funktion neue Noten auch mit der Step-Aufnahme (siehe 17.3.4) schrittweise in den Clip eingef√ľgt werden. Beachten Sie, dass der Ein/Aus-Status des Vorh√∂r-Schalters f√ľr alle MIDI-Spuren im gesamten Live-Set gilt.

Nachdem Sie ein paar Noten eingezeichnet und herumbewegt haben, werden Sie wahrscheinlich wissen wollen, wie man sich im Noten-Editor bewegt. Bevor wir uns näher mit den Editiermöglichkeiten beschäftigen, wollen wir deshalb die Navigation im MIDI-Editor erläutern.

10.3 Navigation und Transportfunktionen im MIDI-Editor

Die Tonhöhe einer Note wird vertikal, ihre Position auf dem musikalischen Zeitraster horizontal angezeigt.

Im MIDI-Editor kann man sowohl vertikal, als auch horizontal navigieren. In horizontaler Richtung ist ein Zeitlineal zu sehen, das die Position der Noten in Z√§hlzeiten anzeigt. Die vertikale Achse enth√§lt eine Noten-Legende, die die Oktaven C-2 bis C8 anzeigt, sowie die Darstellung einer Piano-Tastatur (die Pianorolle). Beachten Sie, dass Sie dort gespielte Noten h√∂ren k√∂nnen, falls der Vorh√∂r-Schalter √ľber dem Pianorollen-Editor aktiviert ist.

Navigation im MIDI-Editor.
  1. Klicken Sie in das Zeitlineal und ziehen Sie die Maus vertikal, um den zeitlichen Zoom fließend zu verändern. Ziehen Sie die Maus horizontal, um nach links oder rechts zu scrollen. Beim Hoch- oder Runterscrollen mit dem Mausrad, können Sie STRG[(PC) / CMD[(Mac) halten, um horizontal zu zoomen oder ALT, um vertikal zu zoomen.
  2. Klicken Sie in das Notenlineal und ziehen Sie die Maus vertikal, um die dargestellte Oktave zu wählen oder ziehen Sie horizontal, um den vertikalen Zoom und damit die Größe der Klaviertasten und MIDI-Noten zu bestimmen.
  3. Klicken und ziehen Sie √ľber eine oder mehrere Noten, um sie auszuw√§hlen oder √ľber einen Teil im Hintergrund des Editors, um einen Zeitabschnitt auszuw√§hlen. Klicken Sie dann doppelt auf das Notenlineal oder das Zeitlineal, um automatisch in Ihre Auswahl hineinzuzoomen. Sind keine Noten oder ist kein Zeitabschnitt ausgew√§hlt, zoomt ein Doppelklick auf das Zeitlineal die Anzeige so, dass sie von der ersten bis zur letzten Note des Clips reicht. Sie k√∂nnen die Notenauswahl mit STRG(PC) / ALT(Mac) in Kombination mit den Pfeiltasten hoch und runter √§ndern.
  4. Benutzen Sie die Tasten + und - auf der Rechnertastatur, um den aktuellen Zoom zu vergrößern oder zu verkleinern.
  5. Die Clip-√úbersicht unterhalb des MIDI-Editors kann ebenfalls f√ľr die Navigation genutzt werden. Sie zeigt immer den gesamten Inhalt des selektierten Clips an. Der schwarze Rahmen repr√§sentiert den Ausschnitt des Clips, der gerade im Editor dar√ľber dargestellt wird. Um zu scrollen, klicken Sie in das Rechteck und ziehen es nach links oder rechts; um ein- oder auszuzoomen ziehen Sie darin nach oben oder unten.
  6. Die Länge des im Editor dargestellten Ausschnitts können Sie durch Ziehen der linken oder rechten Seite des schwarzen Rahmens in der Clip-Übersicht verändern.
  7. Um den im Editor dargestellten Inhalt schnell zu ver√§ndern, klicken Sie auf die gew√ľnschte Stelle der Clip-√úbersicht und ziehen die Maus nach unten zum Hineinzoomen und nach links oder rechts zum Scrollen.
Der Song-folgen-Schalter im Transportbereich.

Durch Aktivieren des Folgen-Schalters im Transportbereich kann der dargestellte Bereich im Noten-Editor automatisch gemäß der Wiedergabeposition gescrollt werden. (Das Folgen pausiert, wenn Sie eine Bearbeitung im Noten-Editor machen und wird wieder aufgenommen, sobald Sie die Wiedergabe stoppen oder wieder starten oder, wenn Sie in das Arrangement oder den Scrub-Bereich des Clips klicken.)

Ist die Scrub-Bereiche-immer-aktiv-Option in Lives Look/Feel-Voreinstellungen aktiviert, k√∂nnen Sie mit Klick in den Scrub-Bereich unterhalb des Takt/Zeitlineals die Wiedergabe von diesem Punkt aus starten lassen, gerundet um den eingestellten, globalen Quantisierungswert. (Tipp: Durch Aktivieren des MIDI-Noten-verfolgen-Befehls aus dem Optionen-Men√ľ werden MIDI-Noten auch dann abgespielt, wenn die Wiedergabe in deren Mitte startet.)

Sie k√∂nnen auch bei ausgeschalteter Scrub-Bereiche-immer-aktiv-Option scrubben, indem Sie mit gehaltener Shift-Taste auf eine beliebige Stelle im Scrub-Bereich oder im Takt/Zeitlineal klicken. Auch das Erlernen der Loop/Region-Parameter (siehe 8.4) und der zugeh√∂rigen Tastenk√ľrzel kann Ihnen bei der Bedienung des MIDI-Editors und der schnellen und einfachen Auswahl und Wiedergabe von gew√ľnschten Abschnitten hilfreich sein.

Wenn Sie mit MIDI arbeiten, werden Sie sich eventuell mehr Platz f√ľr die Darstellung des Editors w√ľnschen. Sie k√∂nnen auf die Trennlinie zwischen dem MIDI-Editor und der Session- beziehungsweise Arrangement-Ansicht klicken und vertikal ziehen, um den MIDI-Editor zu vergr√∂√üern.

Vergrößern des MIDI-Editors durch Ziehen der Trennlinie zwischen Session- und Clip-Ansicht.

10.4 MIDI-Bearbeitung

10.4.1 Nicht-destruktives Bearbeiten

Sie k√∂nnen w√§hrend der Bearbeitung immer zum vorherigen Zustand des Clips zur√ľckkehren, indem Sie den Widerrufen-Befehl aus dem Bearbeiten-Men√ľ aufrufen. Sollte der bearbeitete Clip aus einer MIDI-Datei von der Festplatte stammen, wird Ihre Bearbeitung diese Originaldatei nicht ver√§ndern, da beim Importieren eine Kopie der Daten zum Bestandteil des Live-Sets wird.

10.4.2 Skalen, Zusammenfalten und Loopen

Indem er passende Noten in der Pianorolle eines MIDI-Clips optisch hervorhebt, erleichtert der Scale-Modus das Schreiben von Melodien in einer gew√§hlten Skala (Tonleiter). Der Scale-Modus kann mit der Taste Scale in der Clip-Box an und ausgeschaltet werden. Rechts neben der Scale-Taste lassen sich mit den beiden Men√ľs Root Note und Scale Name der Grundton und die Skala f√ľr den/die ausgew√§hlten Clip(s) bestimmen.

Die Scale-Modus-Einstellung eines MIDI-Clips.

Ist bei einem ausgew√§hlten Clip der Scale-Modus aktiviert und eine Skala ausgew√§hlt, werden die zur Skala geh√∂renden Noten optisch in der Pianorolle hervorgehoben. Standardm√§√üig sind zus√§tzlich auch die zur Skala geh√∂renden Notenzeilen im MIDI-Noten-Editor hervorgehoben, wobei der Grundton besonders deutlich in der Pianorolle markiert ist. Das Hervorheben von Skalen kann mit der Taste K an- und ausgeschaltet werden, wenn der MIDI-Noten-Editor im Fokus liegt oder mit dem Eintrag Skalen hervorheben im Kontextmen√ľ oder dem Ansicht-Men√ľ.

Notenzeilen, die zur gewählten Skala gehören, werden farblich hervorgehoben.

Neu erzeugte MIDI-Clips √ľbernehmen die zuletzt bearbeitete oder angezeigte Clip-Skala, selbst wenn bei ihnen der Scale-Modus deaktiviert ist. Beim Bearbeiten mehrerer Clips mit verschiedenen Tonart- und Skalen-Einstellungen, aktualisiert jeder Clip im Vordergrund mit eingeschaltetem Scale-Modus auch die globalen Scale-Einstellungen, die dann beim Erzeugen neuer Clips verwendet werden.

Ist bei einem selektierten Clip der Scale-Modus eingeschaltet und wird eine Skala ausgew√§hlt, werden beim Dr√ľcken der Scale-Fold-Taste rechts neben der Fold-Taste nur die zur gew√§hlten Skala geh√∂renden Notenzeilen angezeigt. Zus√§tzlich werden auch alle Notenzeilen mit Noten angezeigt, die nicht zur aktuell gew√§hlten Skala geh√∂ren.

Im Kontextmen√ľ der Pianorolle k√∂nnen Sie w√§hlen, wie Kreuze und Bes, oder beide Vorzeichen zusammen bezeichnet werden sollen. Ist der Scale-Modus nicht eingeschaltet, betrifft diese Einstellung komplett alle Noten. Ist der Scale-Modus jedoch aktiviert, betrifft sie nur Noten, die nicht zur gew√§hlten Skala geh√∂ren. Alle zur Skala geh√∂renden Noten behalten Ihre korrekten Vorzeichen. Eine zus√§tzliche ‚ÄúAuto‚ÄĚ-Option w√§hlt automatisch Kreuze und Bes, basierend auf der Position des Grundtons im Quintenzirkel.

Voreinstellung f√ľr die Schreibweise von Vorzeichen bei Noten im Clip.

Eine wichtige Funktion des MIDI-Editors ist der Fold-Schalter in der oberen linken Ecke. Sein Aktivieren verbirgt sofort alle Reihen und Notenreihen im Editor, die keine MIDI-Noten enthalten. Das bedeutet, dass sich die angezeigten Notenreihen bei jedem Clip in Ihrem Set unterscheiden, abhängig davon, welche Noten im Clip vorhanden sind.

Dieses Zusammenfalten ist u.a. bei der Arbeit mit Percussion-Kits sehr n√ľtzlich, bei denen die Kl√§nge oft in Kategorien auf der Tastatur verteilt sind (zum Beispiel eine Gruppe mit Snares, die zwei Oktaven unter den Hi-Hats und Becken liegt, etc.). Wenn man mit einer MIDI-Datei arbeitet, die ein solches Kit steuert, werden h√§ufig nur ein oder zwei Kl√§nge einer bestimmten Kategorie ben√∂tigt und es ist √ľberfl√ľssig, den gesamten Tastaturumfang im Editor zu sehen. (Hinweis: das Zusammenfalten des Noten-Editors ist beim Bearbeiten mehrerer Clips (siehe 10.5) nicht m√∂glich.)

Der Fold-Schalter zeigt nur Notenreihen an, die Noten enthalten.

Beim Editieren von MIDI werden Sie hin und wieder den h√∂rbaren Ausschnitt des Clips √§ndern oder den Clip loopen wollen, um ihn wiederholt anzuh√∂ren. Sie k√∂nnen die Loop/Region-Marker (siehe 8.2.5) f√ľr diesen Zweck nutzen.

Die Loop/Region-Marker werden verwendet, um einen Ausschnitt des Clips f√ľr die Wiedergabe zu bestimmen.

Ist das Zusammenfalten (Fold-Schalter) auf einer Spur mit einem Drum-Rack (siehe 20.6) deaktiviert, zeigt der MIDI-Noten-Editor nur Reihen f√ľr Pads, die Ger√§te enthalten. Ist Fold aktiviert, werden nur Reihen angezeigt, die Noten enthalten.

Tipp: Das Ausw√§hlen der Loop-Klammer in einem MIDI-Clip und Dr√ľcken von CTRL-D(PC) / CMD-D(Mac) verdoppelt die L√§nge der Loop-Klammer und zoomt die Darstelung so, dass der gesamte Loop angezeigt wird. All Noten rechts vom Loop werden verschoben, so dass sie Ihre Positionen relativ zum Loop-Ende behalten.

10.4.3 Am Raster einrasten

Bei den meisten Funktionen im MIDI-Editor spielt das Einrasten am Raster (siehe 6.9) eine Rolle. Beim √Ąndern von Events mit der Maus verh√§lt sich das Raster jedoch "magnetisch"; Event-Positionen k√∂nnen frei bis zur vorherigen oder n√§chsten Rasterlinie verschoben werden und rasten dann ein, wenn Sie weiter ziehen. Sie k√∂nnen die ALT(PC) / CMD(Mac) Taste beim Ausf√ľhren von Aktionen dr√ľcken, um das Einrasten am Raster vor√ľbergehend zu deaktivieren.

Das Einrasten beim Verschieben von Noten ber√ľcksichtigt auch einen "Offset‚Äú (Versatz), der von der urspr√ľnglichen Position der Note relativ zum Raster abh√§ngt. Dieses Verhalten ist sehr n√ľtzlich, wenn man beim Bearbeiten ein bestimmtes Timing oder einen Groove beibehalten und nicht einfach "begradigen" will.

10.4.4 Noten bearbeiten

Die Bearbeitung im MIDI-Editor ist der Bearbeitung im Arrangement √§hnlich (siehe 6.8). In beiden F√§llen ist sie selektions-basiert: Sie selektieren etwas mit der Maus und wenden dann einen Men√ľ-Befehl (z.B. Ausschneiden, Kopieren, Einsetzen, Duplizieren) auf Ihre Auswahl an.

So funktioniert die Selektion:

  • Klicken Sie auf eine Note, um sie auszuw√§hlen. Es k√∂nnen auch mehrere Noten gleichzeitig ausgew√§hlt werden: Klicken Sie mit der Maus auf einen leeren Bereich und ziehen dann ein "Gummiband" (gestrichelte Linien) auf, das die gew√ľnschten Noten umschlie√üt. Esc hebt die Noten-Auswahl wieder auf.
  • Klicken Sie in den Hintergrund des MIDI-Editors, um einen Zeitpunkt zu w√§hlen, repr√§sentiert von dem blinkenden Einf√ľge-Marker.
  • Das Klicken und Ziehen in den Hintergrund w√§hlt einen Zeitabschnitt aus. Dr√ľcken Sie Enter, um die Auswahl zwischen der gesamten Zeitspanne und allen Noten, die in der Zeitspanne starten, hin- und herzuschalten.

Nach dem Setzen des Einf√ľge-Markers, k√∂nnen Sie seine Position mit den Pfeiltasten Ihrer Rechnertastatur anpassen:

  • Dr√ľcken Sie [Pfeiltaste Links] oder [Pfeiltaste Rechts] um den Einf√ľge-Marker nach links oder rechts mit der gew√§hlten Rasterschrittweite zu verschieben. STRG(PC) / Alt(Mac) + Pfeiltaste Links oder Pfeiltaste Rechts bewegen den Einf√ľge-Marker zur n√§chsten Notengrenze.
  • Halten von Shift w√§hrend des Dr√ľckens der Pfeiltasten verk√ľrzt oder verl√§ngert den gew√§hlten Zeitabschnitt, indem der Einf√ľge-Marker verschoben wird. Halten von ALT(PC) / ALT(Mac) + Shift w√§hrend des Dr√ľckens der Pfeiltasten, verk√ľrzt oder verl√§ngert, ausgehend von der gegen√ľberliegenden Seite der Auswahl.
  • Der Einf√ľge-Marker kann durch Dr√ľcken der Pos1- bzw. Ende-Tasten an den Anfang oder das Ende eines MIDI-Clips gesetzt werden.

Wir haben gesehen, dass Noten im MIDI-Editor sowohl horizontal (Ver√§ndern der zeitlichen Position), als auch vertikal verschoben werden k√∂nnen (Ver√§ndern der Transposition). Sie k√∂nnen durch Klicken und Ziehen oder mit den Pfeiltasten der Rechnertastatur bewegt werden. Mit den Pfeiltasten verschobene Noten rasten immer am Raster bzw. Offset ein, w√§hrend mit der Maus gezogene Noten bis zum Erreichen des n√§chste Raster- oder Offset-Punkts frei verschoben werden k√∂nnen. Wird der Clip w√§hrend der Notenbearbeitung abgespielt, k√∂nnen Sie die √Ąnderung sofort, also w√§hrend des Verschiebens h√∂ren.

Die verschiedenen Modifikationstasten können auch bei der Notenbearbeitung angewendet werden:

  • Um die gew√§hlten Noten in Oktav-Schritten (+12/-12 Halbt√∂ne) zu transponieren, halten Sie Shift, w√§hrend Sie [Pfeiltaste hoch] oder [Pfeiltaste runter] dr√ľcken.
  • Shift zusammen mit [Pfeiltaste links] oder [Pfeiltaste rechts] verl√§ngert oder verk√ľrzt die gew√§hlten Noten um den Wert der eingestellten Rasterweite. Um Noten ohne das Einrasten am Raster zu verl√§ngern oder verk√ľrzen, halten Sie zus√§tzlich bitte ALT(PC) / CMD(Mac).
  • Um die folgende Note mit der gleichen Tonh√∂he auszuw√§hlen, halten Sie STRG(PC) / ALT(Mac), w√§hrend Sie [Pfeiltaste links] oder [Pfeiltaste rechts] dr√ľcken. STRG(PC) / ALT(Mac) zusammen mit [Pfeiltaste hoch] oder [Pfeiltaste runter] verschiebt die gew√§hlten Noten auf die Position der zeitlich n√§chsten Note.
  • Um Noten ganz ohne Raster zu verschieben, halten Sie ALT(PC) / CMD(Mac) und dr√ľcken die [Pfeiltaste links] oder [Pfeiltaste rechts].
  • Halten Sie die Shift-Taste, um der momentanen Auswahl einzelne Noten durch Klicken oder auch zus√§tzliche Selektionen mittels "Gummiband" hinzuzuf√ľgen. Eine einzelne Note kann von der Auswahl wieder entfernt werden, indem bei gehaltener Shift-Taste auf sie geklickt wird. Das Halten von Shift beim Klicken auf eine Note der Pianorolle f√ľgt der momentanen Auswahl alle Noten mit gleicher Tonh√∂he hinzu, oder entfernt diese, falls sie bereits selektiert waren.

Sobald eine oder mehrere Noten selektiert wurden, k√∂nnen sie mit den Befehlen aus dem Bearbeiten-Men√ľ, wie Kopieren oder Einsetzen editiert werden. Noten aus der Zwischenablage werden immer ausgehend von der Position des Einf√ľge-Markers eingesetzt. Sie k√∂nnen auch die STRG(PC) / ALT(Mac) Taste benutzen, um eine Kopie der momentanen gew√§hlten Noten auf eine neue Position zu ziehen. Wenn Sie Noten durch Klicken und Ziehen verschieben, sich dann jedoch entscheiden, dass Sie diese Noten stattdessen kopieren m√∂chten, k√∂nnen Sie die STRG(PC) / ALT(Mac) Modifikationstaste auch nach dem Starten des Ziehens benutzen.

Beim Bearbeiten oder Einzeichnen kann es vorkommen, dass Sie eine neue Note √ľber eine bereits vorhandene Note setzen. Wenn sich die neue Note mit dem Anfang der urspr√ľnglichen Note √ľberlappt, verschwindet die urspr√ľngliche Note. Wenn sich die neue Note und das Ende der urspr√ľnglichen √ľberschneiden, √§ndert sich die L√§nge der urspr√ľnglichen Note. Diese dauert dann genau bis zum Anfang der neuen Note.

10.4.5 Verändern der Notenlänge

Das Anklicken und Ziehen der linken oder rechten Ecke einer Note ver√§ndert ihre L√§nge. Genau wie die Notenpositionen k√∂nnen auch Notenl√§ngen frei bis zur vorherigen oder n√§chsten Rasterlinie eingestellt werden, jedoch werden sie quantisiert, sobald sie √ľber die Linie hinaus gezogen werden, wenn nicht die Taste ALT(PC) / CMD(Mac) beim Ziehen gehalten wird.

Das Verändern der Notenlänge.

Tipp: Um eine Gruppe von Noten auf die gleiche L√§nge zu bringen, w√§hlen Sie alle aus, greifen das Ende der l√§ngsten Note, verk√ľrzen die Noten durch Ziehen auf das Minimum und verl√§ngern sie dann wieder.

10.4.6 Die Zeit...-Befehle im MIDI-Editor

Standardbefehle wie Ausschneiden, Kopieren und Einsetzen beeinflussen immer nur momentan ausgewählte Noten (oder Noten, die sich in einem gewählten Zeitabschnitt befinden). Genau wie bei der Arrangement-Bearbeitung (siehe 6.10), gibt es jedoch auch "Zeit... "-Befehle, die durch Einsetzen oder Löschen von Zeitabschnitten den gesamten MIDI-Clip betreffen.

Beachten Sie, dass diese Bearbeitungen die Start/End-Position oder die Loop-Klammer-Einstellungen des Clips nicht ändern.

  • Zeit duplizieren setzt eine Kopie des gew√§hlten Zeitabschnitts, zusammen mit allen Noten, die in diesem Abschnitt enthalten waren, in den Clip ein.
  • Zeit l√∂schen entfernt einen gew√§hlten Zeitabschnitt aus dem MIDI-Clip. Hierdurch r√ľcken alle Noten auf beiden Seiten des gel√∂schten Bereichs n√§her auf der Zeitachse zusammen.
  • Zeit einf√ľgen f√ľgt einen leeren Zeitabschnitt mit der L√§nge der aktuellen Auswahl vor der aktuellen Auswahl ein.

10.4.7 Noten quantisieren

In Live gibt es drei verschiedene Methoden f√ľr die Quantisierung von MIDI-Noten. Erstens k√∂nnen Sie MIDI-Noten sofort bei der Aufnahme (siehe 17.5) quantisieren. Zweitens, wie oben bereits erw√§hnt, k√∂nnen Sie Noten so verschieben, dass sie auf die sichtbaren Rasterlinien einrasten. Schlie√ülich k√∂nnen Sie eine oder mehrere Noten ausw√§hlen und dann den Quantisieren-Befehl aus dem Bearbeiten-Men√ľ oder STRG-U(PC) / CMD-U(Mac) benutzen. Wenn Sie dies zum ersten Mal machen, sehen Sie eine Dialogbox mit verschiedenen Quantisierungs-Optionen. Hierdurch wird die Quantisierung mit den Standardeinstellungen oder Ihren im Vorfeld gemachten Einstellungen angewendet.

Um Ihre Quantisierungs-Parameter zu √§ndern, √∂ffnen Sie den Quantisierungs-Einstellungen-Dialog √ľber das Bearbeiten-Men√ľ.

MIDI-Noten quantisieren.

In der Dialogbox k√∂nnen Sie entweder den momentan eingestellten Rasterwert oder einen Notenwert f√ľr die Quantisierung ausw√§hlen und entscheiden, ob der Beginn oder das Ende (oder beide) der selektierten Noten quantisiert werden soll. Das Quantisieren der Notenenden wird die Noten so dehnen, dass sie an der n√§chsterreichbaren Unterteilung des gew√§hlten Rasters enden. Sie k√∂nnen Noten ohne das typische "maschinell-perfekte" Feeling quantisieren, indem Sie sie mit dem Amount-Parameter nur um einen w√§hlbaren Prozentsatz auf die theoretisch perfekte Position bewegen.

10.4.8 Velocities bearbeiten

Um die Anschlagsgeschwindigkeit (Velocity) f√ľr eine MIDI-Note zu ver√§ndern, klicken Sie auf den zugeh√∂rigen Marker im Velocity-Editor und ziehen ihn nach oben oder unten. Um Ihnen dabei zu helfen, den Velocity-Marker einer Note zu finden, die den gleichen Startpunkt wie andere Noten besitzt, hebt Live den Velocity-Marker jeder Note,die Sie mit der Maus √ľberstreichen, farblich hervor. Die Velocity-Werte werden beim Ziehen der Marker numerisch in der Titelzeile der Velocity-Lane angezeigt.

√Ąndern der Noten-Velocity.

Genau wie im Noten-Editor können Sie auch im Velocity-Editor bei gehaltener Shift-Taste mehrere Velocity-Marker selektieren und gemeinsam ändern.

Tipp: Um eine Gruppe von Noten mit dem gleichen Velocity-Wert zu versehen, w√§hlen Sie ihre Marker im Velocity-Editor an, ziehen alle entweder auf den minimalen oder maximalen Velocity-Wert und setzen die Velocity dann auf den gew√ľnschten Wert.

Wie wir bereits weiter oben gesehen haben, ist es im Zeichen-Modus m√∂glich, identische Velocity-Werte f√ľr alle Noten innerhalb des sichtbaren Rasters einzuzeichnen. Im Zeichen-Modus kann das Einzeichnen von Velocity-Werten auf die selektierten Noten beschr√§nkt werden, wenn dabei die SHIFT Taste gehalten wird. Um den Markern beim Einzeichnen individuelle Werte zu geben (wie das beispielsweise f√ľr ein Crescendo n√∂tig ist), deaktivieren Sie das Einrasten am Raster mit CTRL-4(PC) / CMD-4 oder halten einfach ALT(PC) / CMD(Mac) gedr√ľckt.

Das Einzeichnen von identischen Anschlagswerten (links) und einem Crescendo (rechts).

Tipp: Um einen Velocity-Verlauf f√ľr Noten mit gleicher Tonh√∂he zu zeichnen, klicken Sie auf eine Taste der Pianorolle, um die Noten der gew√ľnschten Zeile zu selektieren. Vergewissern Sie sich dann, dass der Zeichen-Modus aktiviert ist und zeichnen Sie den gew√ľnschten Verlauf in den Velocity-Editor. Dies beeinflusst nur die ausgew√§hlten Noten beeinflusst.

Tipp # 2: Um einen linearen Velocity-Verlauf f√ľr eine Auswahl von Noten zu zeichnen, selektieren Sie zun√§chst die gew√ľnschten Noten (erforderlichenfalls mit Shift, um auch nicht nebeneinanderliegende Noten selektieren zu k√∂nnen). Stellen Sie sicher, dass der Zeichen-Modus aktiviert ist und zeichnen Sie die Linie in den Velocity-Editor ein, w√§hrend Sie STRG(PC) / CMD(Mac) gedr√ľckt halten.

Die Anschlagsgeschwindigkeit der Noten ist im Editor an der F√§rbung zu erkennen ‚ÄĒ helle Noten besitzen niedrige, dunkle hohe Velocity-Werte. Um die Velocity-Werte von Noten zu √§ndern, ohne den Velocity-Editor zu √∂ffnen, k√∂nnen Sie auf eine selektierte Note klicken und mit gehaltener ALT(PC) / CMD(Mac)-Taste vertikal ziehen.

Wird STRG(PC) / CMD(Mac) gehalten, bewirken vertikale Bewegungen im Zeichen-Modus √Ąnderungen der Velocity-Werte. Das bedeutet, dass Sie mit nur einer horizontalen und einer vertikalen Bewegung mehrere Noten und ihre Velocity-Werten einzeichnen k√∂nnen, ohne die Maustaste loszulassen. Wenn Sie die Velocity mit dieser vertikalen Bewegung √§ndern, merkt sich Live die √Ąnderung und verwendet den neuen Velocity-Wert f√ľr alle danach eingezeichneten Noten.

Velocity-Werte lassen sich jedoch auch manuell eingeben. Selektieren Sie zuerst den Velocity-Marker, geben dann den gew√ľnschten Wert als Zahl √ľber die Computertastatur ein und best√§tigen mit Enter. Das Halten von Shift erm√∂glicht es, die Werte selektierter Velocity-Marker feiner einzustellen. Werden die Pfeiltasten hoch/runter zusammen mit STRG(PC) / CMD(Mac) genutzt, √§ndern sich die Werte der ausgew√§hlten Velocity-Marker um +/-10.

Velocity-Werte können auch randomisiert (zufällig geändert) werden, indem zuerst auf die Velocity-Editor-Lane geklickt wird, wodurch der Randomize Range-Regler einen ganzzahligen Wert anzeigt. Mit Klick auf die Randomize-Taste werden dann die Velocity-Werte der gewählten Noten (oder der Noten mit den selektierten Markern) zufällig geändert. Sind keine Marker ausgewählt, werden die Werte aller Noten randomisiert.

Die Randomize-Taste f√ľr Zufallswerte.

Der Randomize-Range-Parameter rechts neben der Randomize Taste erm√∂glicht es, den maximalen Umfang der zuf√§lligen Velocity-√Ąnderung festzulegen. Der maximale Wert f√ľr die Randomisierung kann auch direkt als Zahl √ľber die Tastatur eingegeben werden. Nach der Eingabe kann die Randomisierung mit Enter ausgef√ľhrt werden. Die Velocities werden zuf√§llig mit einem Wert zwischen Null und dem angezeigten Wert des Randomize-Range-Parameters verringert oder erh√∂ht.

Der Randomize-Range-Regler.

Der Velocity Range-Regler gibt Ihnen zusätzlich die Möglichkeit den Velocity-Wert jeder Note beim Abspielen in einem definierten Bereich zu variieren. Die Velocity-Werte werden zufällig aus dem angegebenen Bereich gewählt. So wird zum Beispiel eine Note mit einem Velocity-Wert von 60 in Kombination mit einem Velocity Range von +20 mit einem zufällig ausgewählten Wert zwischen 60 und 80 gespielt. Positive Werte erhöhen die zufällige Velocity, während sie durch negative Werte verringert wird.

Der Velocity-Range-Regler.

Wird beim vertikalen Ziehen eines Velocity-Markers STRG(PC) / CMD(Mac) gehalten, erscheint ein kleiner horizontaler Anfasser, der - nach oben oder unten gezogen - den maximalen oder minimalen Velocity-Range-Wert einstellt. Die Velocity-Range wird grafisch mit dem Feld zwischen dem horizontalen Anfasser und dem Velocity-Marker angezeigt. Mit Doppelklick auf den Velocity-Marker kann die Range schnell wieder auf Null zur√ľckgesetzt werden.

Note-Off-Velocity

Standardm√§√üig zeigt der Velocity-Editor die Note-On-Velocitys zur Bearbeitung an. Sie k√∂nnen den Editor mit den Optionen im Kontextmen√ľ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) des Editors jedoch auf die Anzeige der Note-Off-Velocitys umschalten.

Der Velocity-Editor zeigt Note-Off-Velocitys an.

Bitte beachten Sie, dass Note-Off- (oder "Release-") -Velocity ein vergleichsweise selten benutzter Parameter ist, der nur von bestimmten Ger√§ten unterst√ľtzt wird. Abletons Sampler-Instrument (siehe 26.7) beispielsweise nutzt die Note-Off-Velocity als Controller zur Steuerung verschiedener Parameter.

10.4.9 Probabilities bearbeiten

Der Chance-Editor erlaubt es, die Wahrscheinlichkeit zu bestimmen, mit der eine MIDI-Note in einem Clip gespielt wird oder nicht. Die Chance-Editor-Lane ist standardmäßig ausgeblendet und kann mit Klick auf ihren Schalter links angezeigt werden.

Der Chance-Editor.

Um die Probability (Wahrscheinlichkeit) einer MIDI-Note zu √§ndern, klicken und ziehen Sie einfach den zugeh√∂rigen Marker im Chance-Editor. Sie k√∂nnen den Probability-Marker einer Note nach oben oder unten ziehen, um den Probability-Wert zwischen 0-100% einzustellen. Um Ihnen zu helfen, den Probability-Marker einer Note zu finden, die den gleichen Startpunkt wie andere Noten besitzt, hebt Live den Probability-Marker jeder Note, die Sie mit der Maus √ľberstreichen, farblich hervor. Die Probability-Werte werden beim Ziehen der Marker numerisch in der Titelzeile der Chance-Editor-Lane angezeigt.

Die Probability-Werte lassen sich jedoch auch manuell eingeben. Selektieren Sie zuerst den Probability-Marker, geben dann den gew√ľnschten Wert als Zahl √ľber die Computertastatur ein und best√§tigen mit Enter. Das Halten von Shift erm√∂glicht es, die Werte selektierter Probability-Marker feiner einzustellen. Werden die Pfeiltasten hoch/runter zusammen mit STRG(PC) / CMD(Mac) verwendet, √§ndern sich die Werte der ausgew√§hlten Probability-Marker um +/-10.

Um die Probability-Werte zu randomisieren, klicken Sie zuerst auf die Chance-Editor-Lane. Dies ändert den Randomize-Range-Regler zur Anzeige eines Prozentwerts. Mit Klick auf die Randomize-Taste werden dann die Probability-Werte der gewählten Noten (oder der Noten mit den selektierten Markern) zufällig geändert, abhängig von der im Fokus liegenden Lane. Sind keine Marker ausgewählt, werden die Werte aller Noten randomisiert.

Die Randomize-Taste f√ľr Zufallswerte.

Der Randomize-Range-Parameter rechts neben der Randomize Taste erm√∂glicht es, den maximalen Umfang der zuf√§lligen Probability-√Ąnderung festzulegen. Der maximale Wert f√ľr die Randomisierung kann auch direkt als Zahl √ľber die Tastatur eingegeben werden. Nach der Eingabe kann die Randomisierung mit Enter ausgef√ľhrt werden. Die Probability-Werte werden zuf√§llig mit einem Wert zwischen Null und dem angezeigten Wert des Randomize-Range-Parameters verringert oder erh√∂ht.

Der Randomize-Range-Regler.

Noten mit einem Probability-Wert unter 100% sind mit einem kleinen Dreieck in der oberen linken Ecke gekennzeichnet. Dieses ist nur sichtbar, wenn die Notenzeile eine f√ľr die Darstellung ausreichende H√∂he hat, andernfalls ist die kleine Markierung ausgeblendet.

10.4.10 Funktion f√ľr das Dehnen und Stauchen von MIDI-Noten

Skalierungs-Marker f√ľr MIDI-Noten

Sind im Noten-Editor mehrere Noten oder eine Zeitspanne ausgew√§hlt, erscheinen Skalierungs-Marker, mit denen die Noten zeitlich proportional verl√§ngert oder verk√ľrzt werden k√∂nnen. Die Marker sind ein Paar von nach unten zeigenden Indikatoren, die auf den Rasterlinien einrasten, die den Grenzen der Selektion am n√§chsten sind.

Zieht man einen der Marker horizontal, werden die selektierten Noten so bewegt und gedehnt/gestaucht, dass sie das gleiche Zeitverhältnis zueinander beibehalten, das sie im Moment ihrer Selektion hatten. Genau wie Noten können auch Skalierungsmarker bis zum Erreichen des nächste Raster- oder Offset-Punkts frei verschoben werden. Danach rasten sie an den Rasterlinien des Noten-Editors ein, außer wenn das Raster nicht angezeigt oder die Taste ALT(PC) / CMD(Mac) während des Ziehens gehalten wird.

Befindet sich die Maus zwischen den Noten-Skalierungs-Markern erscheinen "Pseudo"-Skalierungs-Marker. Das Ziehen an diesen dehnt oder staucht das Material zwischen den festen Markern ohne dabei das Material au√üerhalb der Marker zu beeinflussen. Pseudo-Skalierungs-Marker verhalten sich bez√ľglich des Einrastens genau wie feste Skalierungs-Marker.

Zieht man einen Marker √ľber den anderen hinaus, so wird die urspr√ľngliche Sequenz an diesem Marker "gespiegelt‚Äú und die Reihenfolge der bearbeiteten Noten umgekehrt.

Beim Einstellen der Skalierungs-Marker wird auch das Timing aller im Clip verkn√ľpften Clip-H√ľllkurven ge√§ndert. Entkoppelte Clip-H√ľllkurven (Unlinked) werden nicht beeinflusst.

10.4.11 MIDI-Clips stutzen

MIDI-Daten, die sich au√üerhalb der Loop-Klammer befinden, k√∂nnen mit dem Clip-stutzen-Befehl gel√∂scht werden. Benutzen Sie mit Rechts-Klick(PC) / [CTRL-Klick](Mac) einfach das Kontextmen√ľ eines MIDI-Clips in der Session- oder Arrangement-Ansicht und w√§hlen die Option aus. Im Gegensatz zum Stutzen von Samples (siehe 8.2.8), wird beim Stutzen von MIDI-Clips keine neue Datei auf der Festplatte erzeugt.

10.4.12 Noten deaktivieren

Um eine Note (oder Noten) im MIDI-Editor zu deaktivieren und stummzuschalten, w√§hlen Sie sie aus und dr√ľcken dann 0. Der Note(n)-deaktivieren-Befehl schaltet die Auswahl stumm, wodurch sie grau dargestellt wird. Dr√ľcken Sie erneut 0, um die Noten wieder zu aktivieren. Sie k√∂nnen auch alle Noten mit gleicher Tonh√∂he auf einmal aktivieren/deaktivieren, indem Sie auf eine Taste der Pianorolle klicken und 0 dr√ľcken.

10.4.13 Die Transform-Werkzeuge

Zusätzlich zu den Bearbeitungsmöglichkeiten im MIDI-Editor selbst, bieten die Transform-Werkzeuge(siehe 8.3) der Notes-Seite mehrere Optionen, um die Noten eines MIDI-Clips schnell zu manipulieren.

10.5 Multi-Clip-Bearbeitung

Im Noten-Editor k√∂nnen Sie die Noten mehrerer MIDI-Clips gleichzeitig sehen. Dies hilft Ihnen, die melodischen und rhythmischen Beziehungen verschiedener Clips untereinander zu erkennen und Ihre musikalischen Ideen zu verfeinern. Es erm√∂glicht Ihnen auch, das Material √ľber mehrere Clips und Szenen hinweg schneller zu bearbeiten. Zus√§tzlich zu der Bearbeitung von Noten mehrerer Clips k√∂nnen Sie bei den ausgew√§hlten Clips auch einige der Parameter √§ndern.

Wenn mehrere MIDI-Clips selektiert sind:

  • Werden die Noten dieser Clips zusammen im Noten-Editor angezeigt. Sie k√∂nnen Noten aus verschiedenen Clips ausw√§hlen und gleichzeitig zusammen bearbeiten, oder im Focus-Modus (siehe 10.5.1) auch nur die Noten eines einzelnen Clips gezielt bearbeiten. Die Noten der anderen Clips sind dabei jedoch weiterhin sichtbar.
  • Es erscheinen Loop-Leisten, die √ľber dem Noten-Editor angezeigt werden. Jede Loop-Leiste repr√§sentiert jeweils einen Clip aus Ihrer aktuellen Clip-Auswahl und die Farben der Loop-Leisten stimmen mit den Farben der Clips √ľberein. Mit Klick auf eine Note oder auf die Loop-Leiste eines Clips, w√§hlen Sie den gew√ľnschten Clip f√ľr die Bearbeitung aus.
Die Loop-Leisten mehrerer Clips im Noten-Editor.
  • Sie k√∂nnen die Loop-L√§nge einzelner Clips √§ndern, indem Sie die Marker der Loop-Leiste des jeweiligen Clips ziehen. Sie k√∂nnen jedoch auch die Loop-Leisten beliebiger Clips der Mehrfach-Selektion gleichzeitig ausw√§hlen und bearbeiten, indem Sie auf die gew√ľnschten Loop-Marker klicken und ziehen, w√§hrend Sie STRG(PC) / CMD(Mac) gedr√ľckt halten. Die Verwendung der Shift Taste erm√∂glicht Ihnen dabei die Auswahl mehrerer Loop-Leisten nacheinander. (Hinweis: Ist der Focus-Modus aktiv, kann immer nur eine Loop-Leiste ausgew√§hlt werden. Eine bereits vorhandene Mehrfach-Auswahl wird ignoriert.)
  • In der Titelzeile wird der Name des zur Bearbeitung ausgew√§hlten Clips angezeigt. Das ist besonders hilfreich beim Identifizieren verschiedener Clips mit gleicher Farbe. (Hinweis: f√ľr Clips ohne Namen, zeigt die Titelzeile stattdessen den Namen der Spur, auf der der Clip enthalten ist.)
  • Einige Parameter der Clip-Box (siehe 8.1) lassen sich √§ndern, wenn mehrere MIDI-Clips selektiert sind und k√∂nnen dann f√ľr alle ausgew√§hlten Clips zusammen eingestellt werden. Zu diesen Parametern geh√∂ren die Loop-Einstellungen, die Einstellungen f√ľr Clip-Taktart und Clip-Groove, sowie die Einstellungen der Skalen-Modi.
  • Auch alle Fold-Funktionen (Fold und das skalenabh√§ngige Fold to Scale) k√∂nnen f√ľr alle ausgew√§hlten Clips zusammen ge√§ndert werden.
  • Die Randomisierung der Velocity- und Probability-Werte wird jedoch immer nur bei einem einzelnen Clip ausgef√ľhrt. Es ist nicht m√∂glich, Zufallswerte f√ľr alle Noten aller ausgew√§hlten Clips auf einmal zu bewirken.
  • Die H√∂he der Loop-Leisten-Darstellung kann durch Klicken und Ziehen der Trennlinie direkt √ľber dem Scrub-Bereich der Noten-Ansicht angepasst werden.

Beachten Sie bitte, dass die Multi-Clip-Bearbeitung, je nachdem, ob Sie in der Session- oder der Arrangement-Ansicht arbeiten, unterschiedlich funktioniert. Diese Unterschiede werden in den jeweils eigenen Abschnitten f√ľr die Session-Ansicht (siehe 10.5.2) und die Arrangement-Ansicht (siehe 10.5.3) weiter unten in diesem Kapitel genauer beschrieben.

10.5.1 Fokus-Modus

Der Fokus-Modus erm√∂glicht Ihnen, gezielt einen einzelnen Clip f√ľr die Bearbeitung auszuw√§hlen, dabei jedoch mehrere Clips zu sehen. Der Fokus-Modus l√§sst sich mit der Focus-Taste oder dem Tastaturbefehl N an- und ausschalten. Bei ausgeschaltetem Fokus-Modus gibt es zudem die M√∂glichkeit durch Halten von N beim Editieren mit der Maus den Fokus-Modus auch nur vor√ľbergehend zu aktivieren. Die Multi-Clip-Bearbeitung funktioniert unterschiedlich, je nachdem, ob der Fokus-Modus aktiviert ist oder nicht.

Die Focus-Taste schaltet den Fokus-Modus an/aus.

Wenn der Fokus-Modus aktiviert ist:

  • Die Noten des aktiven Clips werden in der Farbe des Clips angezeigt, w√§hrend die Noten aller inaktiven Clips in grau angezeigt werden.
  • Die Loop-Leiste des aktiven Clips wird in Farbe angezeigt, w√§hrend die Loop-Leisten der inaktiven Clips in grau angezeigt werden.
  • Der Name des aktiven Clips wird unter der Loop-Leiste angezeigt.
  • Wenn Sie mit der Maus √ľber die Noten oder die Loop-Leisten eines inaktiven Clips gehen, erscheinen die Farben der jeweiligen Clips, was die Auswahl anderer Clips f√ľr die Bearbeitung erleichtert. Mit Klick auf eine Note oder die Loop-Leiste eines Clips, w√§hlen Sie den Clip f√ľr die Bearbeitung aus.
  • Die Loop Length-Parameter f√ľr die Loop-L√§nge und die Noten-Werkzeuge sind zur Bearbeitung des aktiven Clips verf√ľgbar.
  • Durch Einschalten des Skala-Modus erscheinen der Grundton und den Skalenname des aktuell ausgew√§hlten Clips.
  • Ist die skalenabh√§ngige Fold-to-Scale-Funktion aktiviert, werden die Notenzeilen f√ľr alle Skalen aller selektierten Clips gefalten. Das Aktivieren der Fold-Funktion deaktiviert automatisch die Fold-to-Scale-Funktion und faltet stattdessen alle Notenzeilen aller selektierten Clips.
  • Die Parameter Transpose, Reverse, Invert, Legato und Duplicate auf der Notes-Seite sind nur f√ľr den aktiven Clip wirksam.

Wenn der Fokus-Modus deaktiviert ist:

  • Werden alle Noten in ihrer jeweiligen Clip-Farbe angezeigt und alle Noten sind f√ľr die Bearbeitung aktiv.
  • Die Loop-Leiste eines Clips wird schwarz, nachdem auf sie geklickt wurde. Dies erm√∂glicht dann Velocity oder Chance f√ľr Noten in dem ausgew√§hlten Clip zu randomisieren. Die nicht ausgew√§hlten Loop-Klammern werden mit der Farbe ihrer Clips angezeigt.
  • Das Aktivieren des Skalen-Modus zeigt den Grundton und Skalennamen des aktuell ausgew√§hlten Clips nur dann, wenn sie √ľber alle Clips hinweg gleich sind. Andernfalls wird bei abweichenden Grundt√∂nen bzw. Skalennamen ein Sternchen angezeigt.
  • Die Parameter Transpose, Reverse, Invert und Legato auf der Notes-Seite werden auf alle ausgew√§hlten Clips angewendet. Beachten Sie bitte, dass zumindest eine Note selektiert sein muss, damit die Reverse-, Invert- und Legato-Parameter funktionieren.
  • Die Funktionen Duplicate und Mit halben/doppeltem Tempo spielen k√∂nnen nicht verwendet werden; um diese einzusetzen, m√ľssen Sie zuerst den Fokus-Modus aktivieren.

10.5.2 Bearbeitungen in der Session-Ansicht

In der Session-Ansicht können Sie gleichzeitig bis zu acht geloopte MIDI-Clips sehen und auswählen. Im Noten-Editor sind die Loop-Leisten vertikal angeordnet (zuerst nach Spur und dann nach Szene).

Werden mehrere Clips mit unterschiedlicher L√§nge ausgew√§hlt, zeigt der Noten-Editor so viele Loop-Wiederholungen wie notwendig an, damit die Clips zueinander passen. Die Loop-Punkte des ausgew√§hlten Clips werden durch vertikale Linien im Noten-Editor dargestellt. Clips, deren Start-Marker und/oder End-Marker √ľber die Loop-Grenzen hinaus gehen, werden durch ihre Leiste oben im Noten-Editor repr√§sentiert.

Die Multi-Clip-Bearbeitung ist nicht nur n√ľtzlich f√ľr mehrere Clips auf verschiedenen Spuren, sondern auch, wenn Sie mehrere Clips auf der gleichen Spur vergleichen und bearbeiten m√∂chten. So k√∂nnen Sie z.B. Patterns auch nach und nach aufbauen, indem Sie Noten in einen Clip einf√ľgen, dann eine Variation des Clips in der n√§chsten Szene machen, und so weiter, w√§hrend Sie die anderen Clips der Spur immer im √úberblick haben.

10.5.3 Bearbeitungen in der Arrangement-Ansicht

In der Arrangement-Ansicht ist es möglich, gleichzeitig bis zu acht geloopte MIDI-Clips zu sehen und auszuwählen. Im Noten-Editor sind die Loop-Leisten vertikal nach Spur und dann horizontal nach Zeit angeordnet.

Der Noten-Editor zeigt keine Stille vor und nach den gew√§hlten Clips ‚Äď stattdessen passt er den angezeigten Bereich so an, dass der Anfang des ersten Clips und das Ende des letzten Clips in der Auswahl zu sehen sind. Sollte Ihre Auswahl geloopte und ungeloopte Clips enthalten, erscheint die Loop-Taste halb diagonal eingef√§rbt.