29. Referenzteil zu Lives MIDI-Effekten
Live wird mit einer Auswahl integrierter MIDI-Effekte ausgeliefert. Diese Effekte können eingehende MIDI-Daten wie Tonhöhe, LÀnge und AnschlagstÀrke auf verschiedene Weise verÀndern. Du kannst Patterns mit einem einzigen MIDI-Effekt variieren oder mehrere MIDI-Effekte kombinieren und so komplexere Notenfolgen erzeugen.
Alle MIDI-Effekte mit Tonhöhen-Parametern unterstĂŒtzen SkalensensibilitĂ€t. Ist der Schalter Aktuelle Skala verwenden in der Device-Titelleiste aktiviert, werden alle tonhöhenbezogenen Werte in Skalengraden statt Halbtönen eingestellt. Damit erfolgen alle Transpositionen im Rahmen einer bestimmten Harmonie.
Wie Effekte in Live grundsĂ€tzlich funktionieren, vermittelt das Kapitel ĂŒber das Arbeiten mit Instrumenten und Effekten.
29.1 Arpeggiator

Arpeggiator erzeugt aus einer einzelnen Note oder einem Akkord rhythmische Patterns. Er bietet das volle Programm aus ĂŒblichen Funktionen und einzigartigen Features.
Arpeggiatoren sind typisch fĂŒr die Synth-Musik der achtziger Jahre. Der Name entspringt dem musikalischen Konzept des Arpeggios, bei dem die Noten eines Akkords nacheinander statt gleichzeitig gespielt werden. âArpeggioâ stammt vom italienischen Wort âarpeggiareâ ab, was sich auf das Spielen einer Harfe bezieht.
Im Style-MenĂŒ wird die Notenfolge des rhythmischen Patterns bestimmt. Ist ein Style ausgewĂ€hlt, wird das Pattern im Display visuell dargestellt. Mit den Tasten Vorheriges bzw. NĂ€chstes Abspielmuster im Display blĂ€tterst du durch die Muster.
Die meisten Abspielmuster wie Up, Down, Converge und Diverge sind von Standard-Arpeggiatoren bekannt. Daneben gibt es eine Reihe einzigartiger Muster:
- Play Order platziert die Noten im Pattern in genau der Reihenfolge, in der sie gespielt wurden. Deswegen ist das Muster erst dann erkennbar, wenn mehr als eine Note oder ein Akkord gespielt worden ist.
- Chord Trigger wiederholt die eingehenden Noten als Akkordblöcke.
DarĂŒber hinaus gibt es drei Patterns mit Zufalls-Arpeggio:
- Random erzeugt aus den eingehenden MIDI-Noten eine fortlaufend zufÀllige Notenfolge.
- Random Other erzeugt ein Zufalls-Pattern aus den MIDI-Noten, wiederholt jedoch keine Note, bevor alle anderen eingehenden Noten im Muster verwendet wurden.
- Random Once erzeugt ein Zufalls-Muster aus den eingehenden MIDI-Noten und wiederholt es so lange, bis sich die eingehenden MIDI-Noten Àndern, woraufhin ein neues Pattern erzeugt wird.
Das Arpeggio-Pattern spielt in der mit dem Rate-Regler eingestellten Geschwindigkeit, je nach Stellung der Sync/Free-Schalter in Millisekunden oder temposynchronen Takt-Unterteilungen.
Mit den Reglern Distance und Steps kannst du das Pattern transponieren. Distance regelt die Transposition in Halbtönen oder Skalengraden, Steps bestimmt, wie oft das Pattern transponiert wird. Das Pattern wird einmal in Originaltonhöhe abgespielt und dann bei positiven Distance-Werten mit jeder Wiederholung höher transponiert, bzw. bei negativen Werten tiefer. Steht z.B. Distance auf +12 st und Steps auf 2, beginnt ein Pattern mit Startnote C3 beim ersten Mal auf C3, dann auf C4 und schlieĂlich auf C5.
Sollen Patterns innerhalb einer bestimmten Tonart transponiert werden, kannst du die WahlmenĂŒs Root und Scale entsprechend einstellen. Wenn du den Schalter Aktuelle Skala verwenden in der Device-Titelzeile aktivierst, folgen Pattern-Transpositionen der Clip-Skala. Ist diese Option aktiviert, sind die WahlmenĂŒs Root und Scale ohne Funktion, da der Clip diese Parameter bestimmt.
Der Gate-Regler bestimmt die NotenlĂ€ngen im Pattern als Prozentsatz des Rate-Wertes. Bei Gate-Werten ĂŒber 100% ĂŒberlappen sich die Noten und ein Legato-Effekt entsteht.
Spielst du Noten mit einem MIDI-Controller ein und aktivierst den Hold-Schalter, spielt das Pattern auch nach dem Loslassen der Tasten weiter. Das Muster wird wiederholt, bis eine andere Taste gedrĂŒckt wird. HĂ€ltst du die ersten Noten gedrĂŒckt, kannst du mit weiteren Tasten dem momentan gehaltenen Pattern neue Noten zufĂŒgen. Willst du Noten entfernen, spiele sie ein zweites Mal. So kannst du das Muster im Laufe der Zeit allmĂ€hlich aufbauen und umgestalten.
Der Regler Pattern Offset verschiebt die Notenfolge im Pattern um eine bestimmte Anzahl von Schritten. Stelle dir das Muster als einen Kreis von Noten vor, der vom Startpunkt aus im Uhrzeigersinn abgespielt wird â Pattern Offset verschiebt diesen Kreis Note fĂŒr Note gegen den Uhrzeigersinn und damit auch den Startpunkt. Ist der Versatz beispielsweise auf 1 gestellt, beginnt das Pattern mit seiner zweiten Note und endet mit der ersten.
Suche einen Groove aus dem entsprechenden MenĂŒ aus und bringe damit Swing ins Pattern. Grooves funktionieren in Arpeggiator Ă€hnlich wie in Clips. Der Regler Globale Groove-IntensitĂ€t im Groove Pool oder in der Steuerleiste bestimmt die StĂ€rke des Grooves.
Je nach gewÀhlter Retrigger-Option kann das Pattern in bestimmten AbstÀnden neu gestartet werden:
- Off â Das Pattern wird nicht neu getriggert.
- Note - Das Pattern wird durch eine neue Note erneut getriggert.
- Beat - Das Pattern wird gemÀà Interval-Regler in Takten oder SchlÀgen neu getriggert.
Die LED neben der Retrigger-Steuerung blinkt bei jedem Retrigger.
Der Regler Repeats bestimmt, wie oft das Pattern wiederholt wird. StandardmĂ€Ăig steht Repeats auf â, womit sich das Muster unendlich wiederholt. Mit Repeats-Werten von 1 oder 2 lĂ€sst sich z.B. ein Gitarren-Anschlag emulieren. In Kombination mit unterschiedlichen Retrigger-Einstellungen kannst du durch verschiedene Repeats-Werte rhythmische Arpeggios mit Pausen dazwischen erzeugen.
Aktiviere den Velocity-Schalter und erhalte Zugriff auf die Velocity-Steuerung fĂŒr das Pattern. Decay legt die Zeit fest, nach der der mit dem Target-Regler bestimmte Velocity-Wert erreicht wird. Zum Beispiel entsteht mit langer Decay-Zeit und einem Target-Wert von 0 ein allmĂ€hliches Fade-Out.
Ist der Retrigger-Schalter aktiviert, wird der Velocity-Verlauf bei jedem Pattern-Retrigger neu ausgelöst. Werden Beat- und Velocity-Retriggering kombiniert, sorgt der Velocity-Verlauf fĂŒr rhythmische Variationen des Patterns.
29.2 CC Control

Mit CC Control sendest du MIDI-CC-Daten an Hardware-GerĂ€te. Es gibt drei vordefinierte Regler (Mod Wheel, Pitch Bend, Pressure), einen frei belegbaren Button (Custom A) fĂŒr Befehle wie An/Aus oder Minimalwert/Maximalwert sowie zwölf frei belegbare Regler (Custom B-M).
Die vordefinierten Regler des Effekts funktionieren wie folgt:
Mod Wheel â Bestimmt, wie stark das angesteuerte Device die Modulation verarbeitet.
Pitch Bend â Sendet Pitch-Bend-Daten an das angesteuerte Device. Negative Werte senken die Tonhöhe ab, positive erhöhen sie.
Pressure â Bestimmt, wie stark das angesteuerte Device Channel-Pressure/Aftertouch verarbeitet.
Der Button Custom A sendet An/Aus oder Minimalwert/Maximalwert, was sich durch An/Ausschalten des Buttons umschalten lĂ€sst. Dies ist vor allem fĂŒr Sustain/Haltepedal-Befehle (CC 64) vorgesehen, man kann fĂŒr den Button aber auch mit dem Dropdown-MenĂŒ CC-Type jeden anderen MIDI-CC-Parameter auswĂ€hlen.
Die Regler Custom B-M können unbenannt und ĂŒber das Dropdown-MenĂŒ Auswahl CC-Typ jedem MIDI-CC-Parameter zugewiesen werden. Benutzerdefinierte Namen und Zuweisungen dieser Regler werden auf Push angezeigt und sie lassen sich zur einfachen Wiederverwendung und Navigation als Preset abspeichern. Parameterwerte lassen sich ĂŒber Automationsspuren steuern oder in Echtzeit ĂŒber die Device-Regler modulieren, was sowohl bei der Strukturierung als auch der Improvisation von Performances hilfreich ist.
In der Device-Titelleiste befinden sich zwei Umschalter fĂŒr die Anzeige der Regler 1 - 8 oder 9 - 16 sowie ein Send-Button, der mit einem Klick alle aktuellen MIDI-CC-Daten aussendet. DrĂŒckst du den Learn-Button, kannst du CC-Daten von MIDI-Eingangsquellen an jedes frei belegbare Steuerelement senden. So lĂ€sst sich das Device schnell personalisieren. Mit Learn ist auch einfach zu erkennen, welche CC-Message ein externer Controller sendet.
Wird ein GerĂ€t bereits per Automation mit einem CC-Befehl angesteuert, der auch von CC Control verwendet wird, werden die beiden MIDI-Datenströme zusammengefĂŒhrt.
29.3 Chord

Wie der Name schon sagt, bildet dieser Effekt ausgehend von der Tonhöhe jeder eingehenden Note einen Akkord mit bis zu sechs weiteren Tonhöhen.
Lege mit den Reglern 1-6 fest, welche Tonhöhen aus einem Bereich von ±36 Halbtönen um die Originalnote herum zum Akkord gehören sollen. Stellst du bspw. Shift 1 auf +4 Halbtöne und Shift 2 auf +7, ergibt das einen Dur-Akkord mit der Originalnote als Grundton. Die Tonhöhen lassen sich in beliebiger Reihenfolge bestimmen - welcher Shift-Regler welche Tonhöhe einstellt, ist egal. Die LEDs neben den Shift-Reglern blinken, wenn die entsprechende Note gespielt wird.
Beachte bitte, dass dieselbe Tonhöhe nicht mehreren Shift-Reglern zugewiesen werden kann. Du kannst also z.B. nicht Shift 2 und Shift 3 beide auf +8 st einstellen. Ist eine Tonhöhe bereits einem Shift-Regler zugewiesen, werden alle weiteren Zuweisungen derselben Tonhöhe deaktiviert.
Du kannst Tonhöhen nicht nur manuell einstellen, sondern auch bei aktiviertem Learn-Button in der Device-Titelzeile den Akkord auf einem MIDI-Controller spielen und so die Tonhöhen zuweisen. Halte dazu die Tasten gedrĂŒckt, die zum Akkord gehören sollen. Die Tonhöhe der ersten gehaltenen Taste bestimmt den Grundton und belegt keinen Shift-Regler; alle weiteren Tonhöhen werden der Reihe nach auf die Shift-Regler gelegt. FĂŒge mit neu gehaltenen Tasten weitere Tonhöhen hinzu, wĂ€hrend du die ursprĂŒnglichen weiterhin hĂ€ltst. Sind alle gewĂŒnschten Tonhöhen zugewiesen, deaktiviere den Learn-Button.
Je nach Stellung der Buttons Velocity / Chance kannst du mit den Slidern unter jedem Shift-Regler die LautstÀrke jeder erzeugten Note anpassen:
- Velocity stellt die AnschlagsstĂ€rke der erzeugten Note ein. Dies ist eine relative Einstellung im Bereich von 1% bis 200%. Bei 100% gleicht die AnschlagsstĂ€rke der erzeugten Note derjenigen der eingehenden Note. Durch unterschiedliche AnschlagstĂ€rken der Noten können subtile Obertöne entstehen bis hin zu drastischen Ănderungen der Akkord-Balance.
- Chance legt die Wahrscheinlichkeit fest, mit der eine Akkord-Note durch die eingehende Note ausgelöst wird. Die Wahrscheinlichkeit lÀsst sich zwischen 0% und 100% einstellen. Bei 100% wird die Akkord-Note von jeder eingehenden Note ausgelöst.
Durch die Kombination von Velocity und Chance lÀsst sich ein Akkord prima in seiner Dynamik variieren.
Mit dem Strum-Regler kannst du zwischen jeder erzeugten Akkordnote ein Delay von bis zu 400 ms einfĂŒgen. Bei positiven Werten beginnt der Anschlag mit der Originalnote, gefolgt von den Tonhöhen Shift 1 bis Shift 6. Bei negativen Werten ist die Reihenfolge umgekehrt. Aktivierst du im KontextmenĂŒ in der Device-Titelzeile die Option Noten-Duplikate beim Strumming berĂŒcksichtigen, lassen sich Noten doppelt abspielen.
Es gibt zwei weitere Parameter, mit denen sich die Akkordbrechung weiter formen lÀsst:
- Tension regelt die Beschleunigung des Strummings. Bei positiven Werten beginnt die Akkordbrechung langsam und beschleunigt sich mit jeder Note, negative Werte starten schnell und werden allmÀhlich langsamer.
- Crescendo wendet eine Velocity-Rampe auf die Akkordbrechung an. Positive Werte erzeugen eine Rampe aufwÀrts, negative Werte abwÀrts.
StandardmĂ€Ăig werden die Tonhöhen in Halbtönen angegeben, bei aktivierter Option Aktuelle Skala verwenden in der Device-Titelleiste stattdessen in Skalengraden.
Mit der Option Per-Note-Events an generierte Noten senden im KontextmenĂŒ der Device-Titelleiste lassen sich MPE-Daten an die Noten des erzeugten Akkords senden. Ist auĂerdem SkalensensibilitĂ€t aktiviert, folgen die Pitchbend-Daten individuell pro Note der Clip-Skala, sodass das Akkord-Bending innerhalb des erwarteten harmonischen Bereichs bleibt.
29.4 Note Length

Note Length beeinflusst die LĂ€nge eingespeister MIDI-Noten. Er kann auch dazu verwendet werden, Noten durch die Note-Off-, statt wie ĂŒblich durch die Note-On-Befehle zu triggern.
Der Schalter Trigger-Quelle bestimmt, ob das Device vom Note-On oder Note-Off getriggert wird. Bei der Einstellung Note On bestimmen die Regler Gate und Length, welche LĂ€nge eingehende Noten bekommen. Der Gate-Regler legt fest, wie der Parameterwert von Length angewendet wird. Bei 100% entspricht die Notendauer exakt dem Wert des Length-Reglers. Ein Gate-Wert von 200% verdoppelt die Dauer, bei 50% halbiert sie sich. Mit den Zeitmodus-Schaltern kannst du die LĂ€nge in Millisekunden oder temposynchronen rhythmischen Werten einstellen.
Wird das Device durch den Note-Off (dem Moment, an dem die Taste losgelassen wird) getriggert, verzögern sich die eingehenden Noten um ihre eigene LĂ€nge â sie starten also zu dem Zeitpunkt, an dem sie bei Auslösung durch den Note-On enden wĂŒrden. Nach dieser Startverzögerung wird das Timing durch die Regler Gate und Length bestimmt.
Drei weitere Parameter stehen bei Nutzung der Note-Off-Befehle zur VerfĂŒgung:
- Release Velocity â Bestimmt die AnschlagstĂ€rke der ausgegebenen Note. Der Prozentsatz justiert das VerhĂ€ltnis zwischen Note-On- und Note-Off-Velocity der eingehenden Note. Stelle ihn einfach auf 0%, wenn dein MIDI-Keyboard keine Note-Off-Velocity unterstĂŒtzt.
- Decay Time â Stellt die Zeit ein, in der der Velocity-Wert einer empfangenen Note auf Null abfĂ€llt. Das Absinken beginnt sofort in dem Moment, in dem das Device einen Note-On empfĂ€ngt. Der Wert zum Zeitpunkt des Note Offs wird dann zur AnschlagstĂ€rke der ausgegebenen Note.
- Key Scale - Ăndert die LĂ€nge ausgehender Noten in AbhĂ€ngigkeit von der Tonhöhe der eingehenden Noten. Positive Werte verlĂ€ngern sukzessive Noten unterhalb von C3 und verkĂŒrzen diejenigen ĂŒber C3. Negative Werte kehren dieses Verhalten um.
Mit dem Latch-Schalter aktivierst du die Noten-Verkettung. Bei Auslösung durch den Note-On werden Noten so lange gehalten, bis der nĂ€chste Note-On eingeht. Bei Note-Off-Befehlen werden die Noten getriggert, sobald alle Tasten (oder ggfs. das Haltepedal) losgelassen wurden und ein neuer Note-Off eingetroffen ist. In beiden FĂ€llen sind die Gate- und Length-Regler deaktiviert, da die LĂ€nge der ausgehenden Noten von den Note On/Off-Meldungen abhĂ€ngt. AuĂerdem werden die Regler Release Velocity, Decay Time und Key Scale fĂŒr Note Off-Meldungen deaktiviert.
29.5 Pitch

Pitch transponiert eingehende MIDI-Noten um ±128 Halbtöne oder ±30 Skalengrade.
Mit dem Pitch-Regler stellst du die Transposition fĂŒr eingehende Tonhöhen ein. StandardmĂ€Ăig werden die Noten in Halbtonschritten transponiert. Aktivierst du den Schalter Aktuelle Skala verwenden in der Device-Titelleiste, kannst du Noten in Skalengraden transponieren.
Die Tasten Step Up und Step Down erhöhen oder verringern den Wert des Pitch-Reglers um den mit dem Regler Step Width eingestellten Betrag. Step Width kann zwischen 1 und 48 Halbtönen liegen bzw. zwischen 1 und 30 Skalengraden, wenn Aktuelle Skala verwenden aktiviert ist. All diesen Bedienelementen können zur Steuerung in Echtzeit MIDI und/oder die Computertastatur zugewiesen werden.
Die Regler Lowest und Range legen den Tonhöhenbereich fest, innerhalb dessen Noten den Effekt passieren können.
Im Modus-WahlmenĂŒ kannst du auswĂ€hlen, wie Noten auĂerhalb dieses Bereichs behandelt werden:
- Im Modus Block werden Noten auĂerhalb des Bereichs geblockt. In diesem Fall blinkt die LED neben dem Range-Regler.
- Der Modus Fold transponiert Noten auĂerhalb des Bereichs so, dass sie hineinpassen.
- Der Modus Limit zwingt die Noten in den Bereich. Alle Noten unterhalb der Bereichs-Untergrenze werden also zu diesem Wert hoch transponiert und alle Noten oberhalb der Obergrenze passend herunter transponiert.
29.6 Random

Random fĂŒgt Notensequenzen ein unvorhersehbares Element hinzu, indem die Tonhöhe eingehender Noten zufĂ€llig festgelegt wird.
Der Chance-Regler bestimmt die Wahrscheinlichkeit, mit der die Tonhöhen eingehender Noten zufĂ€llig verĂ€ndert werden. Stelle dir diesen Parameter als eine Art Dry/Wet-Regler fĂŒr den Zufall vor.
Der Zufallswert fĂŒr die TonhöhenĂ€nderung wird durch zwei Variablen gebildet: die Regler Choices und Interval. Choices definiert die Anzahl möglicher Tonhöhen von 1 bis 24. Interval bestimmt die Anzahl möglicher AbstĂ€nde zwischen den Tonhöhen. Die Werte beider Regler werden multipliziert und bestimmen damit den gesamten Bereich möglicher Tonhöhen in Bezug auf die eingehende Note.
Steht z.B. Chance auf 50%, Choices auf 1 und Interval auf 12, wird ein wiederholt gespieltes C3 zur einen HĂ€lfte mit C3 und zur anderen mit C4 wiedergegeben, in zufĂ€lliger Reihenfolge. Vertauschst du die Werte fĂŒr Choices und Interval, sodass Choices auf 12 und Interval auf 1 stehen, erklingt die eine HĂ€lfte der Noten auf C3 und die andere irgendwo zwischen C#3 und C4. Diese Beispiele setzen voraus, dass Mode auf Random eingestellt ist und Sign auf Add, was die Standardeinstellungen sind.
Es gibt zwei Modi, die die Zufallsverteilung bestimmen: Bei Random haben die Tonhöhen keine bestimmte Ordnung, wÀhrend sie bei Alt in einer festen Reihenfolge durchlaufen werden. In diesem Modus verhÀlt sich der Chance-Parameter anders: Bei 100% entspricht die nÀchste ausgegebene Note immer der nÀchsten Note der Sequenz, bei 0% entspricht sie immer der eingehenden Note.
Steht z. B. Chance auf 100%, Choices auf 12 und Interval auf 1, ergibt ein gespieltes C3 beim ersten Mal C3 und bei jedem weiteren Mal den nÀchsthöheren Halbton bis zu C4. Danach fÀngt der Zyklus von vorn bei C3 an. Ist Chance auf 100% gestellt und Choices sowie Interval liegen bei 2, haben eingehende C3s abwechselnd C3 und D3 zur Folge. Dies eignet sich ideal, um Auf- und Abstriche bei Streichinstrumenten zu simulieren, oder abwechselnd mit rechter und linker Hand gespielte Drum-Samples.
Sign bestimmt, wie Tonhöhen relativ zur eingehenden Note zufallsgeneriert werden:
- Bei Add sind die zufĂ€llig generierten Tonhöhen höher als die ursprĂŒngliche Note.
- Bei Sub sind die zufĂ€llig generierten Tonhöhen tiefer als die ursprĂŒngliche Note.
- Bi erzeugt zufÀllige Tonhöhen, die höher und tiefer als die Originalnote liegen können.
Die LEDs rechts neben dem Chance-Regler zeigen an, wie die Zufalls-Tonhöhen zugewiesen werden:
- Die LED + blinkt, wenn eine Tonhöhe oberhalb der Originalnote erzeugt wird.
- Die LED 0 blinkt bei unverÀnderter Tonhöhe.
- Die LED - blinkt, wenn eine Tonhöhe unterhalb der Originalnote erzeugt wird.
Aktiviere den Schalter Aktuelle Skala verwenden in der Device-Titelleiste und sorge so dafĂŒr, dass die Zufalls-Tonhöhen zur Clip-Tonleiter passen. Damit bleiben alle Ausgangsnoten im Rahmen einer bestimmten Harmonie. Nutzt du den Alt-Modus von Random mit einer bestimmten Skala, erhĂ€ltst du im Endeffekt einen einfachen, aber unvorhersehbaren Step-Sequencer.
29.7 Skala

Scale ordnet Noten auf Grundlage einer definierten Skala neu zu. Jeder eingehenden Note wird in einer Matrix ein Ausgangswert zugeordnet. So kannst du z.B. alle eingehenden Cs in Ds umwandeln.
Die Notenmatrix besteht aus einem 13x13-Raster, wobei jede Zeile und Spalte den 12 Noten einer vollen Oktave entspricht. Die Spalten reprÀsentieren die eingehenden Notenwerte, die Zeilen die ausgehenden.
Die dunklen Quadrate stellen die schwarzen Tasten einer Tastatur dar. Hervorgehobene Quadrate zeigen an, wie die Noten entsprechend der Skala abgebildet werden. Die Zuweisung zur Tonleiter beginnt mit dem Grundton im unteren linken Eck der Notenmatrix. Lege im WahlmenĂŒ Basis den Grundton fest und im WahlmenĂŒ Skala eine Tonleiter. Alternativ kannst du auch Grundton und Skala des Clips verwenden, indem du den Schalter Aktuelle Skala verwenden in der Device-Titelzeile aktivierst. In diesem Fall sind die WahlmenĂŒs Basis und Skala deaktiviert, da der Clip diese Parameter bestimmt.
Ist das WahlmenĂŒ Skala auf User gestellt, kannst du deine eigene Tonleiter erstellen. StandardmĂ€Ăig ist jedes hervorgehobenes Quadrat der entsprechenden Note in der Oktave zugewiesen â C ergibt C, C# ergibt C# und so weiter. Per Mausklick kannst du die hervorgehobenen Quadrate versetzen oder löschen und damit bestimmen, welche Noten Teil der Skala sind. Ist eine Note aus der Matrix entfernt, wird sie nicht mehr durchgelassen, wenn sie gespielt wird.
Mit dem Transpose-Regler lassen sich eingehende MIDI-Noten um ± 36 Halbtöne transponieren. Sie können zum Beispiel eine in C-Dur geschriebene Melodie nach G-Dur transponieren, indem Sie Transpose auf +7 st stellen.
Ist User als Tonleiter ausgewĂ€hlt, kannst du mit aktiviertem Fold-Button diejenigen Noten zurĂŒckfalten, deren Abstand zur Originalnote mehr als sechs Halbtöne betrĂ€gt. Ist z.B. ein eingehendes C3 auf ein ausgehendes A3 geschaltet, wird mit Fold stattdessen A2 ausgegeben.
Die Regler Lowest und Range definieren den Notenbereich fĂŒr die Skalen-Zuweisung. StandardmĂ€Ăig sind alle Oktaven enthalten. Ist der Bereich begrenzt, kannst du aber ausgewĂ€hlte Noten kreativ neu zuzuordnen, ohne den Rest zu beeinflussen. Steht z.B. Lowest auf C2 und Range auf +36, werden einer C-Dur-Tonleiter nur die Noten C2 bis B4 entsprechend zugeordnet. In Verbindung mit dem Transpose-Regler lassen sich diese Regler nutzen, nur einen bestimmten Notenbereich zu transponieren. Mit den gleichen Einstellungen wie im obigen Beispiel kannst du etwa Transpose auf +7 einstellen und damit nur die Noten zwischen C2 und B4 transponieren, ohne Auswirkung auf den Rest.
29.8 Velocity

Velocity Àndert die AnschlagstÀrke (1-127) eingehender MIDI-Noten und begrenzt die ausgehenden Werte auf einen angegebenen Bereich.
Das Gitternetz mit der Velocity-Kurve veranschaulicht, wie die innerhalb des mit Range und Lowest bestimmten Bereichs eingehenden Velocity-Werte (X-Achse) neu zugeordnet werden, innerhalb der Spanne, die mit Out Hi und Out Low (Y-Achse) eingestellt wurde. Die sich daraus ergebende Kurve zeigt an, wie sich die Velocity-Werte verÀndern.
Du kannst z.B. Out Low auf 80 und Out High auf 127 setzen und damit alle ausgehenden AnschlagstĂ€rken in einen höheren Bereich befördern, auch wenn die Noten ursprĂŒnglich weich angeschlagen wurden. Beachte bitte, dass der Effekt praktisch umgangen wird, wenn Lowest und Out Low auf Null sowie Range und Out Hi auf 127 stehen. Eingehende AnschlagstĂ€rken werden dann in einem Ă€hnlichen Bereich auch ausgegeben.
Die AnschlagstĂ€rke lĂ€sst sich fĂŒr MIDI Note On (Velocity) oder Note Off (Rel. Vel.) neu zuordnen, oder auch fĂŒr beide, je nach Einstellung im Operation-WahlmenĂŒ.
Mit den Mode-Schaltern bestimmst du, wie mit denjenigen AnschlagstĂ€rken verfahren wird, die auĂerhalb des mit Range und Lowest definierten Bereichs liegen:
- Im Clip-Modus wird die eingehende Velocity passend auf den Bereich begrenzt.
- Im Gate-Modus werden AnschlagstĂ€rken auĂerhalb des Bereichs entfernt. Blockiert das Gate eine Note, blinkt die LED unterhalb des Gitters mit der Velocity-Kurve.
- Im Fixed-Modus erhalten alle ausgehenden Velocities den Wert von Out Hi, unabhÀngig von der AnschlagstÀrke eingehender Noten.
Random moduliert die eingehenden AnschlagstĂ€rken per Zufall. Der Modulationsbereich richtet sich nach dem eingestellten Wert, in AbhĂ€ngigkeit von den Reglern fĂŒr die Output-Range. Steht z.B. Out Hi auf 127 und Out Low auf 60, verschiebt ein Random-Wert von 50 die AnschlagstĂ€rken innerhalb des Bereichs von 60-127 um bis zu 50 auf- oder abwĂ€rts.
Bei positiven Zufallswerten zeigt ein grau schattierter Bereich um die Velocity-Kurve herum den Zufallsbereich an, dem die AnschlagstÀrken unterliegen.
Mit den Parametern Drive und Compand lassen sich komplexere Kurven erzeugen. Drive drĂŒckt alle Werte an die Ă€uĂeren Enden der Kurve; Compand kann die Werte innerhalb der Kurvengrenzen ausdehnen oder komprimieren.
Positive Drive-Werte bewegen die AnschlagstÀrken in den oberen Bereich, sodass die meisten Noten laut gespielt werden. Negative Werte verschieben sie in den unteren Bereich, womit die meisten Noten leise wiedergegeben werden.
Positive Compand-Werte verschieben die Eingangs-Velocity an die AuĂengrenze der Kurve, womit sich die Ausgangswerte den oberen bzw. unteren Extremen annĂ€hern. Negative Compand-Werte verdichten die ausgehenden AnschlagstĂ€rken zum mittleren Bereich hin.
Nutze die beiden Regler einzeln oder zusammen, um die Velocity-Kurve innerhalb ihres Bereichs ausdifferenziert zu gestalten.