10. MIDI-Bearbeitung

Ein MIDI-Clip in Live enthÀlt Noten und Controller-Daten zum Spielen eines MIDI-Instruments. Dieses Instrument kann ein virtuelles Instrument in der Device-Kette einer MIDI-Spur sein oder ein externer Synthesizer, der seine Daten vom Ausgangs-Routing der Spur erhÀlt. Ein MIDI-Clip stellt die zu spielenden Noten bereit, die sich aus Tonhöhen-, LÀngen-, Positions- und Dynamikwerten (auch als Anschlagsgeschwindigkeit oder Velocity bekannt) zusammensetzen. MIDI-Clips lassen sich in Lives MIDI-Noteneditor komponieren und mit verschiedenen Utilities der Clip-Ansicht-Bedienfelder bearbeiten, sowie mit den Velocity- bzw. Chance-Editoren.

10.1 Das Layout des MIDI-Noteneditors

Im MIDI-Noteneditor kannst du MIDI-Noten hinzufĂŒgen, verschieben und anpassen, um deine musikalischen Ideen zum Leben zu erwecken.

Um Zugriff auf den MIDI-Noteneditor zu erhalten, öffne die Clip-Ansicht per Doppelklick auf einen Clip oder mit dem TastenkĂŒrzelStrgAlt3 (Win) / CmdOption3 (Mac).

Die Clip-Ansicht hat drei Editor-Ansichtsmodi: den in diesem Kapitel beschriebenen MIDI-Noteneditor sowie den HĂŒllkurven-Editor und den MPE-Editor, die in eigenen Kapiteln detailliert beschrieben werden. Diese Editor-Ansichtsmodi lassen sich ĂŒber Tabs in der Titelzeile der Clip-Ansicht aufrufen. WĂ€hle den Tab Notes und öffne so den MIDI-Noteneditor.

Das Layout des MIDI-Noteneditors.
  1. Verwende die Tabs in der Clip-Ansicht-Titelzeile, um die verschiedenen Editor-Ansichtsmodi aufzurufen. Vergewissere dich, dass der Notes-Tab ausgewĂ€hlt ist, wenn du MIDI-Noten hinzuzufĂŒgen und bearbeiten willst.

  2. Du kannst MIDI-Noten direkt ins Raster des MIDI-Noteneditors eingeben.

  3. Im MIDI-Noteneditor kann man sowohl vertikal, als auch horizontal navigieren. In horizontaler Richtung ist ein Zeitlineal zu sehen, das die Position der Noten in ZĂ€hlzeiten anzeigt. Die vertikale Achse zeigt das Notenlineal an, entweder mit den Oktaven C-2–C8, den von einem geladenen Tuning-System verwendeten Tonhöhen oder mit einer Liste von Drum-Pads, wenn ein Drum-Rack geladen ist. Die vertikale Achse enthĂ€lt außerdem die Darstellung einer Klaviertastatur (die Pianorolle).

Die Tonhöhe einer Note wird vertikal, ihre Position auf dem rhythmischen Zeitraster horizontal angezeigt.
  1. Links in der Clip-Ansicht-Titelzeile finden sich Optionen zum Zusammenfalten von Notenlinien und Hervorheben von Skalen (sofern im MIDI-Clip eine Skala aktiviert ist), sowie die SchaltflÀche Noten auffinden und auswÀhlen.

  2. Ist der Schalter Noten auffinden und auswÀhlen aktiviert, werden oberhalb des Zeitlineals Filter zur Notenauswahl angezeigt.

  3. Wenn der Vorhörschalter ĂŒber der Pianorolle aktiviert ist, hörst du den Klang der entsprechenden Note bzw. des Drum-Pads, wenn du eine Taste der Pianorolle anklickst oder eine MIDI-Note hinzufĂŒgst oder verschiebst.

  4. Unterhalb des MIDI-Noteneditors befinden sich Editor-Spuren und SchaltflĂ€chen fĂŒr Velocity und Chance, zum Einstellen der AnschlagstĂ€rke und der Abspielwahrscheinlichkeit. StandardmĂ€ĂŸig ist nur der Velocity-Editor zu sehen, aber die Anzeige lĂ€sst sich wie die des Chance-Editors umschalten. Nutze dafĂŒr das dreieckige Dropdown-MenĂŒ des Lane-Selectors. Mit dem Schalter Alle Expression-Editoren ein-/ausblenden links daneben lassen sich alle aktivierten Spuren gleichzeitig ein- oder ausblenden.

Der Schalter Alle Expression-Editoren ein/ausblenden.

Mit der Option Lane austauschen im KontextmenĂŒ der Kopfzeile kannst du außerdem bestimmen, ob der Velocity- oder der Chance-Editor in der sichtbaren Lane angezeigt wird.

Durch Ziehen der Trennlinie zwischen MIDI-Noteneditor und den Velocity- und/oder Chance-Editor-Spuren kannst du die GrĂ¶ĂŸe Ă€ndern oder die Lanes und Steuerelemente ein-/ausblenden. Die Spurhöhe einer Expression-Lane lĂ€sst sich mit Ihrer Trennlinie auch individuell einstellen. Auch mit dem Mausrad oder dem Zweifinger-Zoom bei gehaltener Taste Alt (Win) / Option (Mac) sind GrĂ¶ĂŸenĂ€nderungen möglich.

  1. Auf der rechten Seite der Clip-Ansicht-Titelzeile siehst du die aktuelle Rastereinstellung und kannst sie ĂŒber das AuswahlmenĂŒ anpassen.

10.2 Zoomen und Navigieren im MIDI-Noteneditor

Es gibt verschiedene Wege, mit dem MIDI-Noteneditor und seinen Inhalten zu arbeiten:

Navigation im MIDI-Noteneditor.
  1. Klicke in das Zeitlineal und ziehe die Maus vertikal, um auf der zeitlichen Ebene fließend zu zoomen. Ziehe die Maus horizontal, um nach links oder rechts zu scrollen. Du kannst die Zoomstufe auch verĂ€ndern, indem du bei gehaltener Taste Strg (Win) / Cmd (Mac) im MIDI-Noteneditor auf und ab scrollst.
  2. Scrolle das Notenlineal nach oben und unten, um die Oktavlage anzupassen. Die Zoomstufe fĂŒr Notenlinien, MIDI-Noten und Tasten der Pianorolle Ă€nderst du mit Klick und horizontalem Ziehen im Notenlineal. Du kannst die Zoomstufe der Notenlinien auch verĂ€ndern, indem du bei gehaltener Taste Alt (Win) / Option (Mac) im MIDI-Noteneditor auf und ab scrollst.
  3. Klicke und ziehe ĂŒber eine oder mehrere Noten, um sie auszuwĂ€hlen oder ĂŒber einen Bereich im Hintergrund des Editors, um einen Zeitabschnitt auszuwĂ€hlen. Klicke dann doppelt auf das Notenlineal oder das Zeitlineal, um automatisch in die Auswahl hineinzuzoomen. Per Doppelklick auf das Notenlineal werden die Notenlinien vergrĂ¶ĂŸert, durch Doppelklick auf das Zeitlineal die Zeitauswahl. Sind keine Noten oder ist kein Zeitabschnitt ausgewĂ€hlt, zoomt ein Doppelklick auf das Zeitlineal die Anzeige so, dass sie von der ersten bis zur letzten Note des Clips reicht. Wenn du soweit hineingezoomt hast, dass die Zeitauswahl nicht mehr vollstĂ€ndig angezeigt wird, sorgt ein Doppelklick auf das Notenlineal oder das Zeitlineal dafĂŒr, dass wieder die gesamte Auswahl in den MIDI-Noteneditor passt.
  4. Auch die Clip-Übersicht im Clip-Ansichts-Wahlschalter unten rechts in Lives Programmfenster lĂ€sst sich zum Navigieren nutzen. Sie zeigt immer den gesamten Inhalt des selektierten Clips an. Der schwarze Rahmen reprĂ€sentiert den Ausschnitt des Clips, der gerade im MIDI-Noteneditor darĂŒber dargestellt wird. Um zu scrollen, klicke in das Rechteck und ziehe es nach links oder rechts; um ein- oder auszuzoomen ziehe darin nach oben oder unten. Die GrĂ¶ĂŸe lĂ€sst sich auch anpassen, indem du an der linken oder rechten Kante ziehst.

Verwende auch die Computertastatur zum schnellen Navigieren in der aktuellen Auswahl des MIDI-Noteneditors. Mit Bild hoch/runter blÀtterst du eine Oktave auf/abwÀrts. Zusammen mit Shift scrollst du nur um eine Notenlinie nach oben/unten. Die Tasten + und - zoomen in die Zeitauswahl hinein oder aus ihr heraus. Die Taste Z zoomt vollstÀndig in die Auswahl hinein. Mit X zeigt die Zoomstufe den gesamten Clip an. Mit Alt (Win) / Option (Mac) und + oder - zoomst du in den MIDI-Noteneditor hinein oder heraus.

Beim Arbeiten mit MIDI wĂŒnschst du dir eventuell mehr Platz fĂŒr die Darstellung. Mit Anklicken und vertikalem Ziehen der Trennlinie zwischen Session- oder Arrangement-Ansicht und der Clip-Ansicht kannst du die Höhe des MIDI-Noteneditors vergrĂ¶ĂŸern.

VergrĂ¶ĂŸere den MIDI-Noteneditor, indem du die Trennlinie zwischen Session und Clip-Ansicht ziehst

Mit den TastaturkĂŒrzeln StrgAltE (Win) / CmdOptionE (Mac) oder dem Befehl Clip-Ansicht erweitern im Ansicht-MenĂŒ kann die Clip-Ansicht auf maximale Höhe gestellt werden.

10.2.1 Am Raster einrasten

Bei den meisten Funktionen im MIDI-Editor spielt das Einrasten am Grid eine Rolle. Das bedeutet, dass sich das Raster sozusagen magnetisch verhĂ€lt, wenn du eine Note bewegst: ZunĂ€chst bewegt sie sich frei, bis du auf die erste Gitterlinie stĂ¶ĂŸt und wenn du die Note dann weiter ziehst, rastet sie an den Gitterlinien ein, anstatt sich frei zu bewegen. Das Einrasten lĂ€sst sich umgehen, indem du das Raster mit der SchaltflĂ€che Raster-Einstellungen ausschaltest, im Optionen-MenĂŒ den Eintrag Am Raster einrasten deaktivierst oder die Tastenkombination Strg4 (Win) / Cmd4 (Mac) drĂŒckst. Wenn du wĂ€hrend der Bearbeitung Alt (Win) / Cmd (Mac) gedrĂŒckt hĂ€ltst, wird das Einrasten nur vorĂŒbergehend deaktiviert. Andersherum funktioniert es genauso: Bei deaktiviertem Raster kannst du es so vorĂŒbergehend aktivieren.

Das Verschieben von Noten am Raster berĂŒcksichtigt auch einen etwaigen Versatz der ursprĂŒnglichen Noten-Position relativ zum Raster. Das ist sehr hilfreich, wenn man ein bestimmtes Timing oder einen Groove beibehalten und nicht einfach “begradigen” will.

10.2.2 Wiedergabe-Optionen

Bei aktiviertem Folgen-Schalter im Transportbereich scrollt der Noteneditor gemĂ€ĂŸ der Wiedergabeposition. Folgen wird bei Bearbeitungen im MIDI-Noteneditor angehalten und wieder gestartet, wenn du den Folgen-Schalter erneut drĂŒckst, die Wiedergabe stoppst und neu startest oder wenn du die Wiedergabe stoppst und in den Scrub-Bereich des Clips oder der Arrangement-Ansicht klickst.

Der Folgen-Schalter im Transportbereich.

Ist die Option Scrub-Bereiche immer aktiv in Lives Voreinstellungen unter Display & Input aktiviert, kannst du per Klick in den Scrub-Bereich unterhalb des Takt/Zeitlineals die Wiedergabe von diesem Punkt aus starten, gerundet um den globalen Quantisierungswert. Aktivierst du den Befehl MIDI-Noten verfolgen aus dem Optionen-MenĂŒ, werden MIDI-Noten auch dann abgespielt, wenn die Wiedergabe nach deren Startpunkt beginnt.

Du kannst auch trotz ausgeschalteter Voreinstellung Scrub-Bereiche immer aktiv scrubben, indem du mit gehaltener Taste Shift auf eine beliebige Stelle im Scrub-Bereich oder im Takt/Zeitlineal klickst. Zu erlernen, wie sich Clips loopen und scrubben lassen und welche TastenkĂŒrzel es dafĂŒr gibt, hilft dir, dich im MIDI-Noteneditor zurechtzufinden und Notenselektionen schnell und einfach abzuspielen.

10.3 Einen MIDI-Clip erzeugen

MIDI-Clips werden erzeugt

  • durch Aufnehmen in eine MIDI-Spur;
  • oder durch das Einfangen von MIDI (Capture);
  • durch Doppelklicken eines leeren Session-Slots in einer MIDI-Spur;
  • oder durch AnwĂ€hlen eines leeren Session-Slots in einer MIDI-Spur und dem Befehl Leeren MIDI-Clip einfĂŒgen aus dem Erzeugen-MenĂŒ, auch abrufbar ĂŒber die Tastenkombination StrgShiftM (Win) / CmdShiftM (Mac);
  • oder durch Doppelklicken auf die Spur-Anzeige einer MIDI-Spur in der Arrangement-Ansicht.
  • oder in der Arrangement-Ansicht durch eine Zeitauswahl in einer MIDI-Spur und dem Befehl Leeren MIDI-Clip einfĂŒgen aus dem Erzeugen-MenĂŒ, auch abrufbar ĂŒber die Tastenkombination StrgShiftM (Win) / CmdShiftM (Mac).

10.4 MIDI-Noten hinzufĂŒgen

Du fĂŒgst MIDI-Clips Noten hinzu, wenn du dich beim Spielen eines Instruments in einer aufnahmebereiten Spur aufnimmst oder wenn du mit dem Befehl Capture MIDI die soeben gespielten Noten abrufst. Mit Doppelklick an der gewĂŒnschten Position im MIDI-Noteneditor oder, bei aktiviertem Zeichen-Modus, durch Bewegen der Maus kannst du Noten manuell hinzufĂŒgen.

Der Zeichen-Modus-Schalter im Transportbereich.

10.4.1 Zeichen-Modus

Den Zeichen-Modus aktivierst du mit dem entsprechenden Schalter im Transportbereich oder durch DrĂŒcken der Taste B. Dann kannst du im MIDI-Noteneditor durch Klicken und Ziehen Noten hinzufĂŒgen. Ist der Zeichen-Modus aktiv, löscht ein Klick auf eine vorhandene Note diese.

Neue Noten hinzufĂŒgen im Zeichen-Modus.

Es gibt zwei verschiedene Arten, den Zeichen-Modus zu verwenden: Ist in den Einstellungen unter Display & Input Zeichnen mit fester Tonhöhe aktiviert, werden MIDI-Noten nur in eine einzige Notenlinie (bzw. Tonhöhe) eingetragen. Mit gedrĂŒckter Taste Alt (Win) / Option (Mac) zeichnest du Melodien freihĂ€ndig. Wenn deaktiviert, ist der Zeichen-Modus standardmĂ€ĂŸig auf das Freihandzeichnen eingestellt und das Halten der Taste Alt (Win) / Option (Mac) ermöglicht es, mit eingerasteter Tonhöhe zu zeichnen. Im melodischen Zeichen-Modus werden existierende Noten beim Übermalen gelöscht. Beim Zeichnen mit fester Tonhöhe werden Noten gelöscht, wenn du den Cursor zurĂŒck in Richtung der ersten zugefĂŒgten Note bewegst. Liegt der MIDI-Notenditor im Fokus, zeigt die Option „Zeichen-Modus" im KontextmenĂŒ die Voreinstellung von “Eingerastete Tonhöhe” an, die dort auch direkt geĂ€ndert werden kann.

Der Zeichen-Modus hilft dabei, schnell Noten oder Patterns einzutragen. Ist der Zeichen-Modus ausgeschaltet, kannst du Noten mit den Pfeiltasten oder durch Klicken und Ziehen verschieben, entweder vertikal zum Transponieren oder horizontal fĂŒr zeitliche PositionsĂ€nderungen. Bei deaktiviertem Zeichen-Modus werden Noten durch Doppelklick gelöscht.

10.4.2 Noten vorhören

EnthĂ€lt die GerĂ€tekette einer MIDI-Spur ein Instrument und ist der Vorhör-Schalter im MIDI-Editor aktiviert, kannst du Noten beim HinzufĂŒgen, Selektieren und Verschieben hören. Ist die MIDI-Spur aufnahmebereit und die Vorhör-Funktion eingeschaltet, können neue Noten auch schrittweise per Step-Recording in den Clip eingegeben werden. Beachte dabei, dass der Ein/Aus-Status des Vorhör-Schalters fĂŒr alle MIDI-Spuren im gesamten Live-Set gilt.

MIDI-Noten vorhören

10.5 MIDI-Noten bearbeiten

Die Bearbeitung im MIDI-Noteneditor Àhnelt der Bearbeitung im Arrangement. In beiden FÀllen basiert sie auf einer Auswahl: Man selektiert etwas mit der Maus und wendet dann einen Befehl (z.B. Ausschneiden, Kopieren, Einsetzen, Duplizieren) darauf an.

10.5.1 Nicht-destruktives Bearbeiten

Sie können wĂ€hrend der Bearbeitung immer zum vorherigen Zustand des Clips zurĂŒckkehren, indem Sie den Widerrufen-Befehl aus dem Bearbeiten-MenĂŒ aufrufen. Sollte der bearbeitete Clip aus einer MIDI-Datei von der Festplatte stammen, wird Ihre Bearbeitung diese Originaldatei nicht verĂ€ndern, da beim Importieren eine Kopie der Daten zum Bestandteil des Live-Sets wird.

10.5.2 Noten und Zeitabschnitte auswÀhlen

Ein Klick in den Hintergrund des MIDI-Noteneditors wĂ€hlt einen Zeitpunkt aus, dargestellt durch einen blinkenden EinfĂŒge-Marker. Der EinfĂŒge-Marker lĂ€sst sich je nach Raster-Einstellung auch mit den Pfeiltasten links/rechts an eine bestimmte Position bringen. Bei gehaltener Taste Strg (Win) / Option (Mac) bewegen die Pfeiltasten links/rechts den EinfĂŒge-Marker zur vorherigen bzw. nĂ€chsten Notengrenze. Durch DrĂŒcken der Tasten Home bzw. End kann der EinfĂŒge-Marker an den Anfang oder das Ende eines MIDI-Clips gesetzt werden.

Klicken und Ziehen im MIDI-Noteneditor wĂ€hlt einen Zeitabschnitt aus. Umfasst die gestrichelte Linie der Zeitauswahl Noten, werden diese automatisch mit ausgewĂ€hlt. Mit Enter lĂ€sst sich die Auswahl zwischen der Zeitspanne und den in ihr enthaltenen Noten umschalten. Mit Klick in den MIDI-Noteneditor außerhalb der Auswahl oder mit der Taste Esc wird die Auswahl aufgehoben. Die Zeitauswahl kannst du auch mit den Pfeiltasten aufheben, wodurch sich der EinfĂŒge-Marker bewegt. Benutzt du die Pfeiltasten allerdings mit selektierten Noten, bewegen sich diese auf der Zeitachse (Pfeiltasten links/rechts) oder werden transponiert (Pfeiltasten oben/unten).

Du kannst eine Zeitspanne auch mit der Computer-Tastatur auswĂ€hlen. Halte dazu Shift gedrĂŒckt, wĂ€hrend du mit den Pfeiltasten beginnend am EinfĂŒge-Marker eine Zeitspanne entsprechend der Rastereinstellung auswĂ€hlst. Mit dieser Tastenkombination lĂ€sst sich eine vorhandene Auswahl erweitern oder verkleinern. Wird zusĂ€tzlich Alt (Win) / Cmd (Mac) gehalten, lĂ€sst sich die Zeitspanne unabhĂ€ngig vom Raster vergrĂ¶ĂŸern oder verkleinern. Mit gehaltenen Tasten Alt (Win) / Option (Mac) und Shift kannst du mit den Pfeiltasten die Zeitspanne zur vorherigen oder nĂ€chsten Notengrenze bewegen.

Eine Note kannst du durch Anklicken auswĂ€hlen. Mit der Tastatur geht es auch: Positioniere den EinfĂŒge-Marker neben die Note, die du auswĂ€hlen willst. DrĂŒcke dann Strg (Win) / Option (Mac) zusammen mit der Pfeiltaste oben/unten, um die nĂ€chstliegende Note auszuwĂ€hlen. Wiederholst du diese Tastenkombination, wechselt die Auswahl zur nĂ€chsten bzw. vorherigen Note. Um die nĂ€chste Note auf der gleichen Notenlinie auszuwĂ€hlen, halte Strg (Win) / Option (Mac) beim DrĂŒcken der Pfeiltaste links/rechts.

Mehrere Noten werden durch Klicken und Ziehen im MIDI-Noteneditor ausgewĂ€hlt. Mit gehaltener Taste Shift kannst Du Noten zur bestehenden Auswahl zufĂŒgen. Eine einzelne Note kann von der Auswahl wieder entfernt werden, indem man bei gehaltener Taste Shift auf sie klickt. HĂ€ltst du Shift gedrĂŒckt und klickst auf die Pianorolle, werden alle Noten dieser Notenlinie der bestehenden Auswahl hinzugefĂŒgt bzw. entfernt, falls sie bereits selektiert waren. Mit Klick außerhalb der Notenauswahl oder mit Esc deselektierst du alle Noten.

Auch mit der Tastatur lassen sich mehrere Noten auswĂ€hlen. WĂ€hle dazu erst eine Note aus und drĂŒcke dann StrgShift (Win) / OptionShift (Mac) in Verbindung mit den Pfeiltasten oben/unten. Nutzt du diese Kombination mehrfach oder hĂ€ltst sie gedrĂŒckt, erweiterst du damit die Auswahl. Das KĂŒrzel StrgA (Win) / CmdA (Mac) wĂ€hlt alle Noten aus, wĂ€hrend Esc alle deselektiert.

Sind mehrere, aber nicht alle Noten des Clips ausgewĂ€hlt, kannst du zwischen selektierten und nicht selektierten Noten umschalten. Nutze dazu den Befehl Auswahl umkehren aus dem Bearbeiten-MenĂŒ oder dem KontextmenĂŒ des MIDI-Noteneditors. Stattdessen kannst du auch das KĂŒrzel StrgShiftA (Win) / CmdShiftA (Mac) verwenden.

10.5.3 Noten auffinden und auswÀhlen

Mithilfe von Auswahlfiltern kannst du nach Noten suchen, die bestimmte Kriterien erfĂŒllen. Auf diese Weise eingegrenzte Noten werden automatisch selektiert, was dabei hilft, mehrere Noten etwa einer bestimmten Tonhöhe oder Dauer schnell zu bearbeiten.

Noten mithilfe von Filtern auffinden und selektieren.

Die Filter werden angezeigt, wenn du den Schalter Noten auffinden und auswĂ€hlen in der Clip-Ansicht-Titelzeile betĂ€tigst. Bestimme mit dem Dropdown-MenĂŒ unter der SchaltflĂ€che ein Filter fĂŒr das Suchen und AuswĂ€hlen von Noten. Jedes Filter verfĂŒgt ĂŒber eine Reihe spezieller Steuerelemente, darunter auch als Option die invertierte Suche, mit der alle Noten ausgewĂ€hlt werden, die nicht den Suchkriterien des Filters entsprechen. Mehrere Filter lassen sich auch kombinieren, um eine Notenauswahl genauer einzugrenzen.

Du kannst nach acht verschiedenen Noten-Eigenschaften filtern:

  • Pitch findet und selektiert alle Noten mit der/den Tonhöhe(n), die du mit den Tonhöhen-SchaltflĂ€chen bestimmt hast. Das Filter findet Noten in allen Oktaven.
  • Time findet und selektiert Noten innerhalb eines bestimmten Zeitbereichs. Lege mit den Feldern Start und Length Startpunkt und LĂ€nge des Zeitbereichs in Takten fest, sowie mit dem Feld Repeat das Wiederholungsintervall fĂŒr den ausgewĂ€hlten Bereich in SchlĂ€gen.
  • Chance findet und selektiert Noten mit der angegebenen Chance bzw. innerhalb des Chance-Bereichs. Beides wird mit den Schiebereglern Minimale/Maximale Wahrscheinlichkeit eingestellt.
  • Condition findet und selektiert Noten, die eine der folgenden Bedingungen erfĂŒllen: Active, Chance oder Velocity Deviation. BetĂ€tigst du den Schalter Active, werden alle aktiven Noten ausgewĂ€hlt. Ist Chance aktiviert, werden alle Noten mit Chance-Werten unter 100% ausgewĂ€hlt. Ist Velocity-Deviation aktiviert, werden alle Noten mit abweichender Velocity ausgewĂ€hlt.
  • Count findet und selektiert jede n-te Note oder jeden n-ten Akkord in einer Sequenz. Der Schieberegler Every gibt an, welche n-te Note in die Auswahl kommt. Steht etwa der Wert auf 2, wird jede zweite Note ausgewĂ€hlt. Stelle mit dem Offset-Regler ein, welche Note als die erste in der Auswahl gilt. Der Quantized-Schalter gruppiert ausgewĂ€hlte Noten je nach den aktuellen Raster-Einstellungen. Wenn aktiviert, entspricht jede Notengruppe innerhalb eines Rasterschritts einem Wert von 1 des Every-Reglers. Steht beispielsweise Every auf 3 und die Option Quantized ist mit einem festen Raster von 1/16 aktiviert, wird jede dritte Sechzehntelnote ausgewĂ€hlt.
  • Duration findet und selektiert Noten mit der angegebenen LĂ€nge bzw. innerhalb des LĂ€ngen-Bereichs. Beides wird mit den Schiebereglern Minimale/Maximale Dauer eingestellt.
  • Scale findet und selektiert Noten, die zur angegebenen Tonleiter gehören. Ist der Schalter Clip-Skala verwenden des Filters aktiviert, werden zugehörige Noten der aktuellen Clip-Skala ausgewĂ€hlt. Ist der Schalter deaktiviert, kannst du mit den Auswahlfeldern Skala-Grundton und Skala-Name eine Tonleiter zum Filtern von Noten definieren.
  • Velocity findet und selektiert Noten mit der angegebenen AnschlagstĂ€rke bzw. innerhalb des AnschlagstĂ€rken-Bereichs. Beides wird mit den Schiebereglern Minimale/Maximale Velocity eingestellt.

Sobald du Filter-Parameter verĂ€nderst, wird das Filter angewendet und die betreffenden Noten werden ausgewĂ€hlt, was auch durch einen gelben Punkt neben dem Filter-Namen im WahlmenĂŒ angezeigt wird. Willst du ein anderes Filter verwenden, wĂ€hle es im WahlmenĂŒ aus und verĂ€ndere seine Parameter. Um alle Filter von Noten auffinden und auswĂ€hlen zu deaktivieren, klicke irgendwo in den MIDI-Noteneditor. Dadurch werden alle Noten deselektiert.

Jedes Filter hat zwei allgemeine Steuerelemente: die Schalter Invert und Select. DrĂŒckst du den Invert-Schalter, werden alle Noten ausgewĂ€hlt, die die Filter-Suchkriterien nicht erfĂŒllen. Der Select-Button wĂ€hlt alle Noten aus, die die Filter-Kriterien erfĂŒllen und wendet ein deaktiviertes Filter erneut an, ohne seine Parameter zu verĂ€ndern.

Bei aktiviertem Schalter Noten auffinden und auswĂ€hlen kannst du mit der Maus die von den Filtern bestimmte Notenauswahl anpassen. Du kannst z.B. Shift halten, auf eine Taste der Pianorolle klicken und so alle Noten dieser Tonhöhe der Auswahl hinzufĂŒgen. Du kannst auch Zeitauswahlen in gleichmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden wiederholen, indem du Shift hĂ€ltst, in den MIDI-Noteneditor klickst und nach links oder rechts ziehst.

10.5.4 Noten bewegen

Noten können im MIDI-Noteneditor sowohl horizontal (zeitliche Position Ă€ndern), als auch vertikal verschoben werden (Transposition). Sie können durch Klicken und Ziehen oder mit den Pfeiltasten der Rechnertastatur bewegt werden. Noten rasten am Raster ein, außer es ist deaktiviert. Um Noten ganz ohne Rasterung zu verschieben, halte Alt (Win) / Cmd (Mac) und drĂŒcke die Pfeiltaste links/rechts.

Sind Noten ausgewĂ€hlt, kannst du Befehle aus dem Bearbeiten-MenĂŒ auf sie anwenden, z.B. Kopieren und EinfĂŒgen. Noten aus der Zwischenablage werden immer ausgehend von der Position des EinfĂŒge-Markers eingesetzt. Du kannst auch die Taste Strg (Win) / Option (Mac) benutzen, um Kopien der ausgewĂ€hlten Noten auf eine neue Position zu ziehen. Hast du schon begonnen, Noten durch Klicken und Ziehen zu bewegen, möchtest dann aber diese Noten doch lieber kopieren, kannst du Strg (Win) / Option (Mac) immer noch benutzen.

Beim Bearbeiten oder Einzeichnen kann es vorkommen, dass du eine neue Note ĂŒber eine bereits vorhandene Note setzt. Überlappt die neue Note den Anfang der ursprĂŒnglichen Note, wird diese ĂŒberschrieben. Überlappt die neue Note das Ende der ursprĂŒnglichen Note, wird diese gekĂŒrzt.

10.5.5 VerÀndern der NotenlÀnge

Du kannst auf den linken oder rechten Rand einer Note klicken und dann mit Ziehen ihre LĂ€nge Ă€ndern. Genau wie die Notenpositionen können auch NotenlĂ€ngen frei bis zur vorherigen oder nĂ€chsten Rasterlinie eingestellt werden. Sie werden jedoch quantisiert, sobald sie ĂŒber die Linie hinaus gezogen werden, sofern nicht Alt (Win) / Cmd (Mac) beim Ziehen gehalten wird.

Du kannst die NotenlĂ€nge auch mit der Computer-Tastatur Ă€ndern. Shift zusammen mit den Pfeiltasten links/rechts verlĂ€ngert oder verkĂŒrzt die gewĂ€hlten Noten je nach Rasterweite. Um Noten ohne Rasterung zu verlĂ€ngern oder zu verkĂŒrzen, halte zusĂ€tzlich Alt (Win) / Cmd (Mac).

NotenlÀnge Àndern.

Du kannst die Dauern aller ausgewĂ€hlten Noten verlĂ€ngern, sodass ihre Start- und Endzeiten der aktuellen Zeit- oder Notenauswahl entsprechen. Verwende dazu die Option An Zeitbereich anpassen oder das KĂŒrzel StrgAltJ (Win) / CmdOptionJ (Mac). Dieser Befehl befindet sich im Bearbeiten-MenĂŒ und im KontextmenĂŒ des MIDI-Noteneditors. Du findest diese Option auch im Bedienfeld Utilities fĂŒr Tonhöhe und Timing der Clip-Ansicht. WĂ€hle sie dort im Dropdown-MenĂŒ Duration aus und drĂŒcke den Button Set Length.

Noten an die Zeitauswahl anpassen.

10.5.6 Funktion fĂŒr das Dehnen und Stauchen von MIDI-Noten

Stretch-Marker fĂŒr MIDI-Noten.

Sind mehrere Noten oder eine Zeitspanne ausgewĂ€hlt, erscheinen Stretch-Marker unterhalb des Scrub-Bereichs, mit denen die Noten proportional verlĂ€ngert oder verkĂŒrzt werden können. Die Marker sind ein Paar von nach unten zeigenden Indikatoren, die auf den Rasterlinien einrasten, die den Grenzen der Selektion am nĂ€chsten sind.

Durch Klicken und horizontales Ziehen der Marker werden die ausgewĂ€hlten Noten proportional zu ihrer ursprĂŒnglichen LĂ€nge gedehnt. Stretch-Marker lassen sich bis zum nĂ€chsten oder vorigen Raster- oder Offset-Punkt frei verschieben. Danach rasten sie an den Gitterlinien des Noteneditors ein, außer wenn das Raster nicht angezeigt oder Alt (Win) / Cmd (Mac) beim Ziehen gehalten wird.

Befindet sich die Maus zwischen den Noten-Stretch-Markern, erscheinen "Pseudo"-Skalierungs-Marker. Das Ziehen an diesen dehnt oder staucht das Material zwischen den festen Markern ohne dabei das Material außerhalb der Marker zu beeinflussen. Pseudo-Skalierungs-Marker verhalten sich bezĂŒglich des Einrastens genau wie feste Stretch-Marker.

Ein Marker lĂ€sst sich ĂŒber den anderen hinweg ziehen. Das dreht die Reihenfolge der gedehnten Noten um, im selben VerhĂ€ltnis wie die ursprĂŒngliche Abfolge.

Beim Einstellen der Stretch-Marker wird auch das Timing aller im Clip verknĂŒpften Clip-HĂŒllkurven geĂ€ndert. Entkoppelte Clip-HĂŒllkurven (Unlinked) werden nicht beeinflusst.

Du kannst Noten auch mit den Stretch-Steuerelementen im Clip-Bedienfeld Utilities fĂŒr Tonhöhe und Timing dehnen.

10.5.7 Noten deaktivieren

Um Noten zu deaktivieren oder stumm zu schalten, wĂ€hle sie aus und drĂŒcke 0 oder nutze den Befehl Noten deaktivieren aus dem Bearbeiten-MenĂŒ bzw. dem KontextmenĂŒ von Pianorolle oder Noteneditor. Deaktivierte Noten sind ausgegraut und werden nicht abgespielt. DrĂŒcke erneut 0, um die Noten wieder zu aktivieren.

10.5.8 Noten-Bearbeitungen

Es gibt mehrere weitere Wege, Noten im MIDI-Noteneditor zu bearbeiten: Noten lassen sich in zwei oder mehr Teile auftrennen mit den Befehlen Teilen bzw. Zerschneiden, und der Befehl Noten verbinden fĂŒgt Noten gleicher Tonhöhe zusammen.

10.5.8.1 Teilen

Teilen trennt die Noten in zwei Teile auf. Halte dazu E gedrĂŒckt und ziehe zum Auftrennen eine Linie durch die Noten. Du kannst auch E gedrĂŒckt halten, klicken und dann horizontal ziehen, um die Trennlinie sofort anzupassen.

Halte außerdem Strg (Win) / Cmd (Mac) gedrĂŒckt, um die Trennlinie an den Gitterlinien einrasten zu lassen.

Noten mit der Maus auftrennen.

Sind keine Noten ausgewĂ€hlt, trennt das KĂŒrzel StrgE (Win) / CmdE (Mac) alle Noten auf, die den EinfĂŒge-Marker oder die Grenzen der Zeitauswahl ĂŒberlappen. Du kannst dazu auch den Befehl Note(n) auftrennen aus dem Bearbeiten-MenĂŒ oder dem KontextmenĂŒ des MIDI-Noteneditors verwenden. Dieser Befehl ist nur verfĂŒgbar, wenn zumindest eine Note den EinfĂŒge-Marker oder die Grenzen der Zeitauswahl ĂŒberlappt.

10.5.8.2 Zerschneiden

Mit Chop (Zerschneiden) können Noten je nach Rastereinstellung in mehrere TeilstĂŒcke zerlegt werden.

Noten zerschneiden.

Zum Zerschneiden gibt es unterschiedliche Wege, entweder mit der Computer-Tastatur oder der Maus.

Noten mit der Tastatur zerschneiden:

  • WĂ€hle Noten aus und drĂŒcke die Tastenkombination StrgE (Win) / CmdE (Mac), um die Auswahl an den aktuellen Rasterlinien zu zerschneiden. Dazu kannst du auch den Befehl Note(n) am Raster auftrennen aus dem Bearbeiten-MenĂŒ oder dem KontextmenĂŒ des MIDI-Noteneditors verwenden.
  • WĂ€hle Noten aus, drĂŒcke das Zerschneiden-TastaturkĂŒrzel und halte Strg (Win) / Cmd (Mac) weiterhin gedrĂŒckt. Dann kannst du mit den Pfeiltasten oben/unten die Anzahl der Noten-TeilstĂŒcke vergrĂ¶ĂŸern oder verkleinern. HĂ€ltst du dabei außerdem Shift gedrĂŒckt, Ă€ndert sich die Menge in Zweierpotenzen.

Noten mit der Maus zerschneiden:

  • WĂ€hle Noten aus, drĂŒcke die Tastenkombination EStrg (Win) / EOption (Mac) und fahre mit der Maus aufwĂ€rts oder abwĂ€rts ĂŒber eine der ausgewĂ€hlten Noten. Damit erhöhst bzw. verringerst du die Anzahl der Noten-TeilstĂŒcke. HĂ€ltst du dabei außerdem Shift gedrĂŒckt, Ă€ndert sich die Menge in Zweierpotenzen.
Die Anzahl der TeilstĂŒcke erhöhen, in die Noten zerschnitten werden

10.5.8.3 Verbinden

Der Befehl Noten verbinden fĂŒgt alle Noten derselben Tonhöhe zu einer einzigen zusammen. Dabei bleiben MPE-Daten erhalten und MPE-HĂŒllkurven werden zusammen mit den MIDI-Noten verbunden.

WĂ€hle Noten auf derselben Notenlinie zum Verbinden aus und drĂŒcke das KĂŒrzel StrgJ (Win) / CmdJ (Mac) oder verwende den Befehl Noten verbinden aus dem Bearbeiten-MenĂŒ oder dem KontextmenĂŒ des MIDI-Noteneditors.

Der KontextmenĂŒ-Befehl Noten verbinden.

10.5.9 Utilities fĂŒr Tonhöhe und Timing

Das Bedienfeld Utilities fĂŒr Tonhöhe und Timing enthĂ€lt verschiedene Tools, um Noten innerhalb eines MIDI-Clips schnell zu bearbeiten. Diese Werkzeuge wirken sich auf die Noten- oder Zeitauswahl aus. Ist nichts selektiert, betreffen durch die Schalter ausgelöste Änderungen den gesamten Clip.

10.5.9.1 Transpose

Der Transpose-Regler zeigt den Tonumfang der Noten an. Man kann mit ihm auch Note(n) innerhalb der Zeitauswahl transponieren. Ziehe den Regler nach oben/unten oder gib eine Zahl ein, um Noten um eine Anzahl von Halbtönen oder Skalengraden (bei aktivierter Clip-Skala) zu transponieren.

Der Transpose-Regler.

Du kannst die Noten auch direkt im MIDI-Noteneditor mit den Pfeiltasten oben/unten transponieren. Um in Oktaven zu transponieren, halte gleichzeitig mit den Pfeiltasten auch Shift gedrĂŒckt.

10.5.9.2 Fit to Scale

Die SchaltflĂ€che Fit to Scale transponiert die Tonhöhen des Clips oder der Auswahl so, dass sie zur gewĂ€hlten Clip-Skala passen. Die Noten werden zur nĂ€chstgelegenen Stufe der gewĂ€hlten Tonleiter bewegt bzw. bei gleichem Abstand zur tieferen Stufe. Ist fĂŒr den Clip keine Skala aktiv, ist dieser Schalter ausgegraut.

Der Schalter Fit to Scale.

10.5.9.3 Invert

Die Umkehrung stellt die Notenauswahl sozusagen “auf den Kopf”. Dabei tauscht die höchste Note mit der tiefsten die Tonhöhe und die anderen Noten werden vertikal gespiegelt.

Der Invert-Schalter.

Hat der Clip eine aktive Skala, werden die umgekehrten Tonhöhen gemĂ€ĂŸ der Skala berechnet.

Hinweis: Verwechsle Invert nicht mit dem weiter oben im Abschnitt Noten und Zeitabschnitte auswĂ€hlen beschriebenen Befehl Auswahl umkehren: Bei ersterem geht es um eine Tonhöhen-Änderung der Notenauswahl, wĂ€hrend letzterer bestimmt, was ausgewĂ€hlt wird.

10.5.9.4 Intervals

Mit dem Regler Interval Size und dem Schalter Add Interval kannst du bestimmen, um wie viele Halbtöne oder Skalengrade (bei aktivierter Clip-Skala) die neuen Noten im VerhĂ€ltnis zur ursprĂŒnglichen Notenauswahl transponiert werden sollen. Das ist hilfreich, um schnell Akkorde zu bilden.

Bei einer vorhandenen Notenauswahl werden neue Noten sofort erzeugt und im MIDI-Noteneditor selektiert, sobald mit dem Regler Interval Size ein Wert eingestellt ist. Sind keine Noten ausgewĂ€hlt, legt der Regler nur das Intervall fest, das dann mit dem Button Add Interval angewendet wird. DrĂŒckst du diesen Schalter ohne Notenauswahl, werden neue Noten im angegebenen Intervall fĂŒr alle Noten im Clip erzeugt.

Der Regler Interval Size und der Schalter Add Interval.

10.5.9.5 Stretch

Die BedienflĂ€che Utilities fĂŒr Tonhöhe und Timing verfĂŒgt ĂŒber drei Möglichkeiten, die LĂ€nge ausgewĂ€hlter Noten schnell anzupassen: Der Regler Stretch Factor und die Schalter Double (×2) und Halve (/2).

Stretch bestimmt einen Faktor zur Änderung der Notendauer. Die Schalter x2 und /2 rechts des Stretch-Reglers dehnen bzw. stauchen die NotenlĂ€ngen, die Zeitauswahl oder den Loop-Bereich um den Faktor 2.

Optionen zum Noten-Stretching.

Bitte beachte, dass der Stretch-Regler sich nicht auf die Loop-LĂ€nge auswirkt.

10.5.9.6 Note Duration

Du kannst allen ausgewĂ€hlten Noten dieselbe LĂ€nge bzw. Dauer geben. Noten lassen sich an einen Zeitbereich anpassen, man kann das Raster als Grundlage fĂŒr Notendauern nehmen oder eine bestimmte LĂ€nge aus dem Drop-down-MenĂŒ von Duration auswĂ€hlen.

Hast du dich fĂŒr eine NotenlĂ€nge entschieden, wende sie mit dem Schalter Set Length auf die Auswahl an. Sind keine Noten ausgewĂ€hlt, setzt der Schalter alle Noten im Clip auf die eingestellte Dauer.

Notendauer-Optionen.

10.5.9.7 Humanize

Humanize variiert den Startpunkt von Noten und beseitigt dadurch ggfs. den mechanischen Charakter einer Komposition. Die StÀrke der Variation um die Originalposition herum wird mit dem Regler Humanize Amount bis zu einem Viertel der Rasterweite in Prozent eingestellt und mit dem Schalter Humanize angewendet.

Humanize-Optionen.

10.5.9.8 Reverse

Der Schalter Reverse dreht die Notenauswahl um, sodass die letzte Note mit der ersten die Position tauscht und die Noten dazwischen horizontal gespiegelt werden. Sind keine Noten ausgewÀhlt, wird der ganze Clip gespiegelt.

Der Reverse-Button.

10.5.9.9 Legato

Durch den Legato-Schalter wird die LÀnge jeder Note der Auswahl so angepasst, dass sie genau bis zum Anfang der nÀchsten Note reicht. Die letzte Note verlÀngert sich bis zum Ende des Loops.

Der Legato-Schalter.

Du kannst auch das Span-MIDI-Tool fĂŒr Legato-NotenlĂ€ngen verwenden.

10.5.10 MIDI-Tools

Die MIDI-Werkzeuge der Bedienfelder Transformations-Tools und Generative Tools eröffnen weitere Möglichkeiten, MIDI-Noten zu bearbeiten. Unter anderem können existierende Noten durch Artikulation, Interpolation und Verzierung verÀndert werden oder gleich ganz neue Noten-Patterns nach bestimmten Parametern erzeugt werden.

WeiterfĂŒhrende Informationen zum Transformieren und Generieren von Noten findest Du im Kapitel MIDI-Tools.

10.5.11 Noten quantisieren

In Live gibt es vier Wege, MIDI-Noten zu quantisieren:

  1. Quantisieren von Noten wÀhrend der Aufnahme.
  2. Quantisieren durch Bewegen der Noten, sodass sie an den Gitterlinien einrasten.
  3. Quantisieren von Noten mithilfe des Quantize-MIDI-Tools im Transform-Bedienfeld der Clip-Ansicht fĂŒr eine prĂ€zise einstellbare Quantisierung. Damit kannst du den Wert bestimmen, auf den die Noten quantisiert werden sollen (mit der Möglichkeit, Notenbeginn und -ende zu quantisieren). Du kannst Noten ohne das typische "maschinell-perfekte" Feeling quantisieren, indem du sie mit dem Amount-Parameter nur um einen wĂ€hlbaren Prozentsatz auf die theoretisch perfekte Position bewegst.
Das Quantize-MIDI-Tool.
  1. Quantisieren durch die Auswahl einer oder mehrerer Noten und dem Quantisieren-Befehl aus dem Bearbeiten-MenĂŒ oder dem TastaturkĂŒrzel StrgU (Win) / CmdU (Mac). DafĂŒr werden die Einstellungen des oben beschriebenen Quantize-Tools genutzt. Diese Einstellungen lassen sich auch mit dem KĂŒrzel StrgShiftU (Win) / CmdShiftU (Mac) öffnen.

10.5.12 Velocities bearbeiten

Die AnschlagsstÀrke wird aufgezeichnet, sobald eine MIDI-Note durch Druck auf eine Taste oder ein Pad gespielt wird und lÀsst sich als LautstÀrke der Note verstehen. Im MIDI-Noteneditor wird die Velocity durch den SÀttigungsgrad der Noten-Farbe visuell dargestellt - blassere Noten erklingen leiser und stÀrker gesÀttigte lauter. Mit dem Velocity-Editor kannst du die AnschlagstÀrke der Noten im Clip anpassen.

Um die Anschlagsgeschwindigkeit (Velocity) fĂŒr eine MIDI-Note zu verĂ€ndern, klicken Sie auf den zugehörigen Marker im Velocity-Editor und ziehen ihn nach oben oder unten. Um Ihnen dabei zu helfen, den Velocity-Marker einer Note zu finden, die den gleichen Startpunkt wie andere Noten besitzt, hebt Live den Velocity-Marker jeder Note,die Sie mit der Maus ĂŒberstreichen, farblich hervor. Die Velocity-Werte werden beim Ziehen der Marker numerisch in der Titelzeile der Velocity-Lane angezeigt.

Noten-Velocity-Marker.

Du kannst im Velocity-Editor bei gehaltener Taste Shift mehrere Velocity-Marker selektieren und gemeinsam Ă€ndern. Um einer Gruppe von Noten die gleiche AnschlagstĂ€rke zu geben, wĂ€hle ihre Marker im Velocity-Editor an, ziehe alle entweder auf den minimalen oder maximalen Wert und setze die Velocity dann auf den gewĂŒnschten Wert.

Um die Velocity von Noten zu Àndern, ohne den Velocity-Editor zu öffnen, klicke auf eine selektierte Note und ziehe vertikal bei gehaltener Taste Alt (Win) / Cmd (Mac).

Velocity-Werte lassen sich jedoch auch manuell eingeben. Selektiere zuerst den Velocity-Marker, gib dann den gewĂŒnschten Wert als Zahl ĂŒber die Computertastatur ein und bestĂ€tige mit Enter.

Mit den Pfeiltasten hoch/runter zusammen mit Strg (Win) / Cmd (Mac) kannst du die Werte der ausgewĂ€hlten Velocity-Marker um +/-10 Ă€ndern. HĂ€ltst du gleichzeitig Shift gedrĂŒckt, kannst du die Werte selektierter Velocity-Marker feiner einstellen.

Abgesehen vom manuellen Einstellen der Noten-Velocity, kannst du bei ausgewĂ€hltem Velocity-Editor mit den SchaltflĂ€chen unterhalb der Editor-Lanes eine Bandbreite fĂŒr die AnschlagstĂ€rken vorgeben oder sie per Zufall bestimmen lassen.

Velocity-SchaltflÀchen.

Die Velocity ausgewÀhlter Noten (oder Noten mit ausgewÀhlten Markern) wird per Klick auf den Randomize-Button zufallsbestimmt. Sind keine Noten oder Marker ausgewÀhlt, werden die Werte aller Noten randomisiert.

Der Randomize-Button.

Mit dem Regler Randomization Amount rechts des Randomize-Schalters lĂ€sst sich fĂŒr die Velocity-Werte ein Zufallsbereich angeben. Die AnschlagstĂ€rke verringert oder erhöht sich zufĂ€llig um einen Wert zwischen Null und der im Regler angezeigten Zahl. Der Wert des Reglers lĂ€sst sich auch mit der Tastatur eingeben und die Zufallsberechnung wird ausgelöst, sobald der neue Wert mit Enter bestĂ€tigt wurde.

Der Regler Randomization Amount

Mit den Ramp-Reglern kann man eine Velocity-Rampe fĂŒr mehrere Noten erzeugen. Der Regler Ramp-Anfangswert bestimmt die AnschlagstĂ€rke der ersten ausgewĂ€hlten Note, Ramp-Zielwert stellt den Wert der letzten Note ein. Die dazwischen liegenden Noten der Auswahl bilden gleichmĂ€ĂŸig den Wertebereich der Ramp-Regler ab.

Die Ramp-Regler.

Mit dem Regler Velocity Deviation kannst du außerdem den Velocity-Wert jeder Note variieren. Die Velocity-Werte werden zufĂ€llig aus dem angegebenen Bereich gewĂ€hlt. Positive Werte erhöhen die zufĂ€llige Velocity, wĂ€hrend sie durch negative Werte verringert wird. So wird zum Beispiel eine Note mit einem Velocity-Wert von 60 in Kombination mit einem Velocity Range von +20 mit einem zufĂ€llig ausgewĂ€hlten Wert zwischen 60 und 80 gespielt.

Der Regler Velocity Deviation.

Der Velocity-Bereich wird durch eine Schattierung ober- oder unterhalb des Velocity-Markers und durch einen Punkt innerhalb des Velocity-Markers angezeigt. Ein Doppelklick auf einen Velocity-Marker mit Velocity-Deviation setzt den Bereich auf 0 zurĂŒck.

Velocity-Marker mit Deviation.

Sind mehrere Noten ausgewĂ€hlt, berĂŒcksichtigt die angezeigte Velocity -Deviation die existierenden Velocity-Werte. Wenn zum Beispiel eine Note eine Velocity von 50 hat eine andere 25, kann der Velocity-Bereich fĂŒr die erste Note höchstens +77 betragen und fĂŒr die zweite +102. In diesem Fall werden beide Werte berĂŒcksichtigt und im Regler angezeigt.

Der Regler Velocity-Deviation mit unterschiedlichen Bereichen

Der Velocity-Bereich lĂ€sst sich auch mit Strg (Win) / Cmd (Mac) und vertikalem Ziehen eines Velocity-Markers einstellen. Das gilt fĂŒr einzelne Noten und fĂŒr eine Notenauswahl.

10.5.12.1 Velocitywerte einzeichnen

Mit dem Zeichenmodus kannst du im Velocity-Editor die AnschlagstĂ€rken einzeichnen, anstatt sie manuell anzupassen. Den Zeichen-Modus aktivierst du mit dem entsprechenden Schalter im Transportbereich oder durch DrĂŒcken der TasteB.

Das Einzeichnen der Velocity wirkt sich auf die Noten innerhalb eines Rasterschritts aus. Sind Noten ausgewĂ€hlt, werden nur diese beeinflusst, auch wenn sich andere Noten innerhalb des Rasterschritts befinden. Sind keine Noten ausgewĂ€hlt, werden alle beeinflusst. Die einzelnen betroffenen Noten werden beim Überfahren mit der Maus im Velocity-Editor blau hervorgehoben.

Um den Markern beim Einzeichnen individuelle Werte zu geben (wie das beispielsweise fĂŒr ein Crescendo nötig ist), deaktiviere das Einrasten an den Gitterlinien mit Strg4 (Win) / Cmd4 (Mac) oder halte einfach Alt (Win) / Cmd (Mac) gedrĂŒckt. Um Marker entlang einer geraden Linie zu zeichnen, halte Alt (Win) / Option (Mac) beim Ziehen gedrĂŒckt. Mit zusĂ€tzlich Shift wird die Linie horizontal.

Einzeichnen gleicher AnschlagstÀrken (links) und eines Crescendos (rechts).

Um einen Velocity-Verlauf fĂŒr Noten gleicher Tonhöhe zu zeichnen, selektiere die Noten der gewĂŒnschten Zeile durch Klick auf eine Taste der Pianorolle und zeichne die Rampe im Velocity-Editor ein.

10.5.12.2 Note-Off-Velocity

WÀhrend sich mit dem Velocity-Editor die Anschlagdynamik anpassen lÀsst, kannst du auch den Release-Velocity-Editor öffnen und damit die Note-Off-Velocity anzeigen.

WĂ€hle den Release-Velocity-Editor ĂŒber den Lane-Selector aus.

Die Note-Off-Velocity (oder “Loslass-Geschwindigkeit”) ist ein etwas esoterischer Parameter. Wenn die AnschlagstĂ€rke der Geschwindigkeit des Tastendrucks entspricht, entspricht die Note-Off-Velocity der Geschwindigkeit des Tasten-Loslassens. Note-Off-Velocity wird nur von bestimmten GerĂ€ten genutzt. Lives Sampler-Instrument zum Beispiel nutzt Note-Off-Velocity fĂŒr verschiedene Parameter als Steuersignal.

10.5.13 Probabilities bearbeiten

Die Noten-Wahrscheinlichkeit bestimmt die Chance, mit der eine MIDI-Note wÀhrend der Clip-Wiedergabe abgespielt wird. Die Abspielwahrscheinlichkeit kannst du im Cnace-Editor steuern.

Der Chance-Editor.

Der Chance-Editor ist standardmĂ€ĂŸig ausgeblendet und wird per Klick auf das dreiecksförmige Lane-AuswahlmenĂŒ links in der Clip-Inhaltsleiste aufgerufen, rechts neben dem Schalter Alle Expression-Editoren ein-/ausblenden.

Die Abspielwahrscheinlichkeit zwischen 0-100% einer MIDI-Note Ă€nderst du mit Klick und Ziehen auf den Probability-Marker im Chance-Editor. Live hilft dir, den Probability-Marker einer Note von mehreren mit dem gleichen Startpunkt zu finden, indem der Probability-Marker jeder Note beim Überfahren mit der Maus farblich hervorgehoben wird. Beim Ziehen des Markers wird der aktuelle Wert in der Chance-Editor-Lane und in der Statuszeile angezeigt. Sind mehrere Noten mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeitswerten ausgewĂ€hlt, wird eine Wertespanne angezeigt.

Die Probability-Werte lassen sich jedoch auch manuell eingeben. Selektiere zuerst den Probability-Marker, gib dann den gewĂŒnschten Zahlenwert ĂŒber die Computertastatur ein und bestĂ€tige mit Enter. Die Pfeiltasten hoch/runter Ă€ndern die Werte ausgewĂ€hlter Probability-Marker um +/- 10%. HĂ€ltst du gleichzeitig Shift gedrĂŒckt, stellen die Pfeiltasten die Werte selektierter Probability-Marker feiner ein.

Ein kleines Dreieck erscheint in der linken oberen Ecke von Noten mit Abspielwahrscheinlichkeit unterhalb 100%. Das Dreieck ist nur bei ausreichender Höhe der Notenlinie sichtbar; andernfalls wird es ausgeblendet. Um die Höhe der Notenlinie zu Àndern, zoome in den MIDI-Noteneditor hinein durch Klick auf die Pianorolle und Ziehen nach rechts.

Es ist möglich, die Abspielwahrscheinlichkeit relativ zum ursprĂŒnglichen Wert in einer bestimmten Bandbreite per Zufall zu steuern. Diese Bandbreite wird mit dem Regler Randomization Amount in der Clip-Inhaltsleiste eingestellt und kann dazu beitragen, Loops zu variieren und damit interessanter und menschlicher zu gestalten.

Der Regler Randomize Amount

Die Abspielwahrscheinlichkeit weicht zufĂ€llig vom originalen Wert ab, mit einem neuen Wert ober- oder unterhalb der ursprĂŒnglichen Wahrscheinlichkeit, je nach mit Randomization Amount eingestellter Bandbreite. BetrĂ€gt z. B. die ursprĂŒngliche Wahrscheinlichkeit 50% und Randomization Amount 25%, reichen die randomisierten Wahrscheinlichkeitswerte von 25-75%. Sind Noten ausgewĂ€hlt, werden durch eine Änderung des Reglerwerts sofort die Wahrscheinlichkeitswerte all dieser Noten randomisiert. Du kannst auch mit der Tastatur einen Wert fĂŒr die Zufalls-Bandbreite eingeben und die neue Bandbreite mit Enter anwenden. Sind keine Noten ausgewĂ€hlt, wirken sich WerteĂ€nderungen des Reglers erst aus, wenn Enter oder der Randomize-Schalter gedrĂŒckt wird, womit sich die Zufallssteuerung auf die Abspielwahrscheinlichkeit aller Noten auswirkt.

Der Randomize-Button.

10.5.13.1 Chance-Gruppen

ZusĂ€tzlich zur Abspielwahrscheinlichkeit einzelner Noten kannst du einen Wahrscheinlichkeitswert fĂŒr eine Noten-Gruppe angeben, mit dem entweder alle Noten der Gruppe gemeinsam abgespielt werden, oder nur eine einzelne Note daraus. Diese zwei Typen von Chance-Gruppen gibt es:

Alle abspielen – alle Noten werden mit dem eingestellten Wert eines Probability-Markers abgespielt. Einzeln abspielen — es erklingt immer nur eine Note der Gruppe, mit der eingestellten Wahrscheinlichkeit. Welche Note das ist, entscheidet der Zufall.

Eine Chance-Gruppe erzeugst du, indem du die gewĂŒnschten Noten auswĂ€hlst und entweder Play All oder Play one in der Clip-Inhaltsleiste drĂŒckst, je nachdem welchen Typ Chance-Gruppe du erzeugen willst.

Die Schalter Play All und Play One.

Einmal gruppiert, wird fĂŒr die Noten ein gemeinsamer Probability-Marker im Chance-Editor angezeigt: Der Marker hat einen Diamanten als Anfasser fĂŒr den Typ Alle abspielen und ein Dreieck fĂŒr den Typ Einzeln abspielen. Per Rechtsklick auf einen Gruppen-Probability-Marker kannst du den Typ der Chance-Gruppe Ă€ndern. Das funktioniert auch mit den Schaltern Play All oder Play one in der Clip-Inhaltsleiste.

Abgesehen von den dedizierten Schaltern lassen sich Noten-Chance-Gruppen auch auf andere Weise erstellen:

  • Verwende im MIDI-Noten-Editor das KontextmenĂŒ Noten gruppieren (Alle abspielen) oder Noten gruppieren (Einzeln abspielen).
  • Nutze im Bearbeiten-MenĂŒ die Befehle Noten gruppieren (Alle abspielen) oder Noten gruppieren (Einzeln abspielen).
  • Verwende das TastaturkĂŒrzel StrgG (Win) / CmdG (Mac). Die Tastenkombination erzeugt eine Gruppe desselben Typs wie die Gruppe, die zuletzt mit den entsprechenden SchaltflĂ€chen oder das KontextmenĂŒ erstellt wurde.

ÜberfĂ€hrst du eine gruppierte Note mit der Maus, werden alle Noten der Gruppe hervorgehoben. Gehören ausgewĂ€hlte Noten zu einer Chance-Gruppe, zeigt die Statuszeile den Gruppen-Typ an. Gehören alle Noten derselben Gruppe an, wird der Typ explizit benannt, ansonsten wird er mit einem Asterisk gekennzeichnet.

Das kleine Dreieck in der linken oberen Ecke von Noten mit Abspielwahrscheinlichkeit unterhalb 100% wird immer angezeigt, wenn Noten einer Chance-Gruppe angehören, auch wenn die Gruppen-Wahrscheinlichkeit bei 100% liegt.

Um eine Note aus einer Chance-Gruppe herauszulösen, nutze den Schalter Ungroup in der Clip-Inhaltsleiste. Wird eine Note einer anderen Gruppe zugefĂŒgt, wird sie automatisch aus der ursprĂŒnglichen entfernt. Um eine ganze Chance-Gruppe aufzulösen, wĂ€hle alle betreffenden Noten aus und drĂŒcke dann Ungroup.

Der Ungroup-Schalter.

Du kannst dazu auch den Bearbeiten-MenĂŒbefehl Notengruppe auflösen bzw. das KĂŒrzel StrgShiftG (Win) / CmdShiftG (Mac) verwenden oder per Rechtsklick auf einen gruppierten Noten-Marker die Option Noten-Gruppe auflösen wĂ€hlen. Wurden Noten aus einer Gruppe herausgelöst, zeigt der Chance-Editor wieder die individuellen Probability-Marker jeder Note an.

10.6 Zusammenfalten und Skalen

Der MIDI-Noteneditor enthĂ€lt Optionen zum Zusammenfalten, mit denen man ausgewĂ€hlte Reihen oder Notenlinien im MIDI-Noteneditor ausblenden kann. Diese Optionen gelten fĂŒr alle MIDI-Clips im Set, die sichtbaren Zeilen unterscheiden sich also in jedem Clip deines Sets, je nach den darin enthaltenen Noten.

Die erste Folding-Option ist Auf Noten reduzieren, was alle leeren Notenlinien verbirgt. Dies ist z.B. bei der Arbeit mit Percussion-Kits sehr nĂŒtzlich, bei denen die KlĂ€nge oft nach Schlagzeug-Typen auf Tastatur-Bereiche verteilt sind (zum Beispiel eine Gruppe mit Snares, die zwei Oktaven unter den Hi-Hats und Becken liegt, etc.). Wenn man mit einer so gemappten MIDI-Datei arbeitet, werden hĂ€ufig nur ein oder zwei Typen von Percussion-Sounds benötigt und man braucht nicht den gesamten Tastaturumfang zu sehen.

Auf Noten reduzieren kann durch den Fold-Button links in der Clip-Ansicht-Titelzeile aktiviert werden, durch das KĂŒrzel F, wenn der MIDI-Noteneditor im Fokus liegt, oder durch den Eintrag im MenĂŒ Ansicht.

Der Fold-Button reduziert die Ansicht auf Notenlinien mit Noten.

Ist in eine Spur ein Drum Rack geladen, reduziert Fold die Ansicht auf Reihen mit MIDI-Noten. Bei deaktivierter Option werden im MIDI-Noteneditor alle Notenlinien von Drum-Pads angezeigt, die ein Device enthalten.

Ist der Skala-Modus fĂŒr einen Clip aktiviert, werden die zur Skala gehörenden Noten in der Pianorolle hervorgehoben. Damit siehst du auf den ersten Blick, welche Noten zu dieser Tonleiter gehören und kannst einfach passende Melodien schreiben. Der Skala-Modus wird mit einem eigenen Schalter im Bedienfeld Grundlegende Clip-Eigenschaften der Clip-Ansicht aktiviert, oder in der Steuerleiste. Rechts neben der Taste fĂŒr den Skala-Modus lassen sich mit den beiden MenĂŒs Root Note und Scale Name der Grundton und die Skala fĂŒr den/die ausgewĂ€hlten Clip(s) bestimmen.

Die Einstellungen fĂŒr den Skala-Modus im MIDI-Clip

StandardmĂ€ĂŸig werden zur Tonleiter gehörende Notenlinien nur in der Pianorolle hervorgehoben. Wenn du noch deutlicher sehen möchtest, welche Notenlinien zur aktuellen Tonleiter gehören, aktiviere die Option Highlight Scale. Wenn aktiviert, werden alle in der Skala enthaltenen Notenlinien hervorgehoben, genau wie die entsprechenden Tasten der Pianorolle. Der Grundton wird dabei besonders deutlich in der Pianorolle markiert. Die Skalen-Hervorhebung kann mit dem Schalter Highlight Scale in der Clip-Ansicht-Titelzeile eingeschaltet werden, mit dem KĂŒrzel K, sofern der MIDI-Noteneditor im Fokus liegt, oder mit dem Eintrag Skalen hervorheben im KontextmenĂŒ bzw. im Optionen-MenĂŒ. Die Skalen-Hervorhebung gilt global.

Notenlinien, die zur Skala gehören, werden hervorgehoben.

Sind mehrere Clips mit verschiedenen Tonleitern ausgewĂ€hlt, bestimmt der Clip im Vordergrund die Skala-Einstellung fĂŒr neu erstellte Clips. Ist der Skala-Modus deaktiviert, ĂŒbernehmen neu erstellte Clips die Skala-Einstellung des zuletzt ausgewĂ€hlten Clips, aber die Skala bleibt inaktiv.

Im KontextmenĂŒ der Pianorolle kannst du bestimmen, ob Noten im Clip mit Kreuzen, Bs oder beiden Vorzeichen bezeichnet werden sollen. Ist der Skala-Modus deaktiviert, betrifft diese Einstellung alle Noten. Ist er jedoch aktiv, betrifft sie nur Noten, die nicht zur gewĂ€hlten Skala gehören. Alle zur Skala gehörenden Noten behalten Ihre korrekten Vorzeichen. Eine zusĂ€tzliche “Auto”-Option wĂ€hlt automatisch Kreuze und Bs, basierend auf der Position des Grundtons im Quintenzirkel. Es ist außerdem möglich, die Noten mit ihren MIDI-Nummern statt den Tonhöhen anzeigen zu lassen.

Notenbezeichnung fĂŒr den Clip einstellen.

Hat ein Clip eine aktive Skala, gibt es eine weitere Folding-Option: Auf Skala reduzieren, aktivierbar mit dem Schalter Scale in der Clip-Ansicht-Titelzeile, mit dem KĂŒrzel G, sofern der MIDI-Noteneditor im Fokus liegt, oder mit dem Eintrag im Ansichts-MenĂŒ. Durch Auf Skala reduzieren werden alle Notenlinien ausgeblendet, die nicht in der Tonleiter enthalten sind, die fĂŒr den Clip aktiviert ist. Sollten sich bereits Noten in Notenlinien befinden, die nicht zur aktuellen Skala gehören, bleiben diese Linien trotzdem bestehen, auch wenn Auf Skala reduzieren aktiviert ist.

Diese Option dient als melodische Kompositions-Referenz, um passende Noten auszuwĂ€hlen. Sie ist besonders hilfreich, wenn du dich in Musiktheorie nicht sicher fĂŒhlst und Melodien gestalten willst, ohne stĂ€ndig die Noten hin- und herzuschieben, bis sich der Klang “richtig anfĂŒhlt”.

Zur aktuellen Skala gehörende Notenlinien, angezeigt nach Druck auf den Scale-Button.

10.7 MIDI-Clips bearbeiten

Abgesehen von den individuellen Noten eines Clips gibt es auch Bearbeitungsschritte, die auf den gesamten Clip wirken. Viele davon werden im Kapitel Clip-Ansicht behandelt, im Folgenden werden jedoch noch weitere Arbeitsweisen mit MIDI-Clips beschrieben.

10.7.1 MIDI-Clips stutzen

MIDI-Daten, die sich außerhalb der Loop-Klammer befinden, können mit dem Clip-stutzen-Befehl gelöscht werden. Existiert eine Zeitauswahl, werden MIDI-Daten außerhalb der Auswahl stattdessen mit dem Befehl Auf Zeitauswahl stutzen gelöscht. WĂ€hle einfach per Rechtsklick auf einen Clip in der Session- oder Arrangement-Ansicht die entsprechende Option aus oder verwende das KĂŒrzel StrgShiftJ (Win) / CmdShiftJ (Mac).

Im Gegensatz zum Stutzen von Audio-Clips erzeugt das Stutzen von MIDI-Clips keine neue Datei auf der Festplatte.

10.7.2 Die Befehle Zeit
 im MIDI-Noteneditor

Standardbefehle wie Ausschneiden, Kopieren und Einsetzen beeinflussen immer nur momentan ausgewĂ€hlte Noten (oder Noten, die sich in einem gewĂ€hlten Zeitabschnitt befinden). Aber wie bei Bearbeitungen im Arrangement gibt es“
 "-Befehle, die durch Einsetzen oder Löschen von Zeitabschnitten den gesamten MIDI-Clip betreffen.

Diese Bearbeitungen Àndern nicht die Start/End-Position oder die Loop-Klammer-Einstellungen des Clips.

  • Zeit duplizieren setzt eine Kopie des gewĂ€hlten Zeitabschnitts mit allen enthaltenen Noten in den Clip ein.
  • Zeit löschen entfernt eine Zeitauswahl aus dem MIDI-Clip. Hierdurch rĂŒcken alle Noten auf beiden Seiten des gelöschten Bereichs nĂ€her auf der Zeitachse zusammen.
  • Zeit einfĂŒgen fĂŒgt einen leeren Zeitabschnitt mit der LĂ€nge der aktuellen Auswahl vor dieser Auswahl ein.

10.7.3 Looping

Beim Arbeiten mit MIDI möchtest du eventuell einen Clip-Abschnitt loopen und wiederholt abhören, um an Details arbeiten zu können. DafĂŒr kannst du die Loop-Marker nutzen.

Um einen Abschnitt zu loopen, bewege die Start/End-Marker des Loops auf die gewĂŒnschte Position. Das funktioniert auch wĂ€hrend der Wiedergabe.

WĂ€hle mit den Loop/Region-Markern einen bestimmten Clip-Abschnitt zur Wiedergabe aus.

Ist im MIDI-Clip eine Loop-Klammer ausgewĂ€hlt, verdoppelt StrgD (Win) / CmdD (Mac) ihre LĂ€nge, dupliziert die Noten der ursprĂŒnglichen Loop-Klammer und zoomt so weit heraus, dass der ganze Loop angezeigt wird. All Noten rechts vom Loop werden verschoben, so dass sie Ihre Positionen relativ zum Loop-Ende behalten.

MIDI-Clips sind standardmĂ€ĂŸig geloopt. FĂŒr einzelne Clips deaktivierst du den Loop mit dem entsprechenden Schalter im Bedienfeld Grundlegende Clip-Eigenschaften der Clip-Ansicht. Bei deaktiviertem Loop ist die Loop-Klammer ausgegraut.

Clip mit ausgeschaltetem Loop.

10.8 Multi-Clip-Bearbeitung

Im MIDI-Noteneditor kannst du die Noten mehrerer MIDI-Clips gleichzeitig ansehen und bearbeiten. Dies hilft Ihnen, die melodischen und rhythmischen Beziehungen verschiedener Clips untereinander zu erkennen und Ihre musikalischen Ideen zu verfeinern. Es ermöglicht Ihnen auch, das Material ĂŒber mehrere Clips und Szenen hinweg schneller zu bearbeiten. ZusĂ€tzlich zu der Bearbeitung von Noten mehrerer Clips können Sie bei den ausgewĂ€hlten Clips auch einige der Parameter Ă€ndern.

Die Multi-Clip-Bearbeitung ist nicht nur nĂŒtzlich fĂŒr mehrere Clips auf verschiedenen Spuren, sondern auch, wenn Sie mehrere Clips auf der gleichen Spur vergleichen und bearbeiten möchten. So können Sie z.B. Patterns auch nach und nach aufbauen, indem Sie Noten in einen Clip einfĂŒgen, dann eine Variation des Clips in der nĂ€chsten Szene machen, und so weiter, wĂ€hrend Sie die anderen Clips der Spur immer im Überblick haben.

Wenn mehrere MIDI-Clips selektiert sind:

  • Werden die Noten dieser Clips zusammen im Noten-Editor angezeigt. Du kannst Noten aus verschiedenen Clips auswĂ€hlen und zusammen bearbeiten, oder im Fokus-Modus die Noten eines einzelnen Clips gezielt bearbeiten. Die Noten der anderen Clips bleiben dabei sichtbar.
  • Es erscheinen Loop-Leisten, die ĂŒber dem Noten-Editor angezeigt werden. Jede Loop-Leiste reprĂ€sentiert jeweils einen Clip aus Ihrer aktuellen Clip-Auswahl und die Farben der Loop-Leisten stimmen mit den Farben der Clips ĂŒberein. Mit Klick auf eine Note oder auf die Loop-Leiste eines Clips, wĂ€hlen Sie den gewĂŒnschten Clip fĂŒr die Bearbeitung aus.
Multi-Clip-Loop-Leisten im MIDI-Noteneditor.
  • Sie können die Loop-LĂ€nge einzelner Clips Ă€ndern, indem Sie die Marker der Loop-Leiste des jeweiligen Clips ziehen. Die Loop-Leisten beliebiger Clips der Mehrfach-Selektion lassen sich auch gleichzeitig auswĂ€hlen und bearbeiten, durch Klicken und Ziehen auf die gewĂŒnschten Loop-Marker bei gehaltener Taste Strg (Win) / Cmd (Mac). Die Verwendung von Shift ermöglicht dabei die Auswahl mehrerer Loop-Leisten nacheinander. Hinweis: Ist der Fokus-Modus aktiv, kann immer nur eine Loop-Leiste ausgewĂ€hlt werden. Eine bereits vorhandene Mehrfach-Auswahl wird ignoriert.
  • Du kannst ausgewĂ€hlte Loop-Klammern duplizieren, entweder ĂŒber das KontextmenĂŒ oder mit dem KĂŒrzel StrgD (Win) / CmdD (Mac).
  • In der Titelzeile wird der Name des zur Bearbeitung ausgewĂ€hlten Clips angezeigt. Das ist besonders hilfreich beim Identifizieren verschiedener Clips mit gleicher Farbe. Hinweis: FĂŒr unbenannte Clips zeigt die Titelzeile stattdessen den Namen der Spur an, die den Clip enthĂ€lt.
  • Bestimmte Steuerelemente der Clip-Ansicht-Bedienfelder lassen sich gemeinsam fĂŒr alle ausgewĂ€hlten Clips anwenden. Dazu gehören die Einstellungen fĂŒr Loop, Taktart, Groove und Skala.
  • Auf Noten reduzieren und Auf Skala reduzieren kann fĂŒr alle ausgewĂ€hlten Clips genutzt werden.
  • Bearbeitungen im Velocity- oder Chance-Editor wirken sich immer nur auf einen Clip aus. Die Velocity- und Probability-Marker werden nur fĂŒr den Clip im Vordergrund angezeigt, nicht fĂŒr alle. AnschlagstĂ€rke und Chance können nicht fĂŒr alle Noten in allen ausgewĂ€hlten Clips geĂ€ndert werden.
  • Die Darstellungshöhe der Loop-Leisten wird durch Klicken und vertikales Ziehen der Trennlinie direkt ĂŒber dem Scrub-Bereich der Multi-Clip-Ansicht-Ansicht angepasst.

Die Multi-Clip-Bearbeitung funktioniert unterschiedlich, je nachdem ob du in der Session-Ansicht oder der Arrangement-Ansicht arbeitest.

10.8.1 Fokus-Modus

Der Fokus-Modus ermöglicht Ihnen, gezielt einen einzelnen Clip fĂŒr die Bearbeitung auszuwĂ€hlen, dabei jedoch mehrere Clips zu sehen. Der Fokus-Modus lĂ€sst sich mit der Focus-Taste oder dem Tastaturbefehl N an- und ausschalten. Beim Editieren mit der Maus schaltet die gehaltene Taste N den Fokus-Modus vorĂŒbergehend um. Die Multi-Clip-Bearbeitung funktioniert unterschiedlich, je nachdem, ob der Fokus-Modus aktiviert ist oder nicht.

Der Focus-Button aktiviert den Fokus-Modus.

Wenn der Fokus-Modus aktiviert ist:

  • Die Noten des aktiven Clips werden in der Farbe des Clips angezeigt, wĂ€hrend die Noten aller inaktiven Clips in grau angezeigt werden.
  • Die Loop-Leiste des aktiven Clips wird in der Clip-Farbe angezeigt, die Loop-Leisten der inaktiven Clips in grau. Beim Anklicken wird die Loop-Leiste des aktiven Clips in schwarz angezeigt. Mit einem Klick irgendwo in die Zeitachse des aktiven Clips kehrt die Loop-Leiste wieder zur Clip-Farbe zurĂŒck, wĂ€hrend der Clip im Fokus bleibt.
  • Der Name des aktiven Clips wird unter der Loop-Leiste angezeigt.
  • Beim Fahren mit der Maus ĂŒber die Noten oder Loop-Leisten eines inaktiven Clips erscheinen die Farben der jeweiligen Clips, was die Auswahl anderer Clips fĂŒr die Bearbeitung erleichtert. Mit Klick auf eine Note oder auf die Loop-Leiste eines Clips, wĂ€hlen Sie den gewĂŒnschten Clip fĂŒr die Bearbeitung aus.
  • Alle Bearbeitungsmöglichkeiten der Clip-Ansicht und des MIDI-Noteneditors stehen nur fĂŒr den aktiven Clip zur VerfĂŒgung.
  • Die in der Clip-Ansicht angezeigte Skala ist die des aktuell ausgewĂ€hlten Clips. Diese Skala ist maßgeblich fĂŒr die Option Auf Skala reduzieren.
  • Auf Noten reduzieren blendet die ungenutzten Notenlinien aller ausgewĂ€hlten Clips aus.

Wenn der Fokus-Modus deaktiviert ist:

  • Werden alle Noten in ihrer jeweiligen Clip-Farbe angezeigt und alle Noten sind fĂŒr die Bearbeitung aktiv.
  • Die Loop-Leiste eines Clips wird schwarz, nachdem auf sie geklickt wurde. Dies ermöglicht dann Velocity oder Chance fĂŒr Noten in dem ausgewĂ€hlten Clip zu randomisieren. Die nicht ausgewĂ€hlten Loop-Klammern werden mit der Farbe ihrer Clips angezeigt.
  • Der Grundton und die Tonleiter der ausgewĂ€hlten Clips werden nur in der Clip-Ansicht angezeigt, wenn sie bei allen Clips ĂŒbereinstimmen. Andernfalls wird bei abweichenden Grundtönen bzw. Skalennamen ein Sternchen angezeigt.
  • Alle Bearbeitungsmöglichkeiten der Clip-Ansicht und des MIDI-Noteneditors stehen fĂŒr alle ausgewĂ€hlten Clips zur VerfĂŒgung.
  • Noten lassen sich aus mehreren Clips ausschneiden oder kopieren und innerhalb dieser Clip-Auswahl wieder einfĂŒgen, vorausgesetzt die Auswahl bzw. der Clip im Vordergrund bleiben unverĂ€ndert. Andernfalls können die Noten in einen neu ausgewĂ€hlten Clip eingefĂŒgt werden.
  • Beim Arbeiten mit einer Notenauswahl ĂŒber Clip- und Loopgrenzen hinweg sind die Grundfunktionen fĂŒrs Noten-Editing verfĂŒgbar (z.B. Kopieren, Ausschneiden, EinfĂŒgen, Löschen).
  • Der Zeitabschnitt ist ĂŒber Loop- und Clipgrenzen hinweg selektierbar.

10.8.2 Multi-Clip-Bearbeitung in der Session-Ansicht

In der Session-Ansicht lassen sich bis zu acht MIDI-Clips gleichzeitig auswĂ€hlen und anzeigen, die alle geloopt sein mĂŒssen. Im Noten-Editor sind die Loop-Leisten vertikal angeordnet (zuerst nach Spur und dann nach Szene).

Werden mehrere Clips mit unterschiedlicher LĂ€nge ausgewĂ€hlt, zeigt der Noten-Editor so viele Loop-Wiederholungen wie notwendig an, damit die Clips zueinander passen. Liegt ein Teil der Zeitachse außerhalb des Clip-Loops, wird dieser in einer dunkleren Version der Clip-Farbe markiert. Beim Überfahren des Clips mit der Maus werden Loop-Start und -Ende durch schwarze vertikale Linien im MIDI-Noteneditor dargestellt. Ist der Startmarker eines Clips vor dem Loop-Start gesetzt, werden die Loop-Marker fĂŒr den Clip entsprechend verschoben.

10.8.3 Multi-Clip-Bearbeitung in der Arrangement-Ansicht

In der Arrangement-Ansicht ist es möglich, gleichzeitig bis zu acht geloopte MIDI-Clips zu sehen und auszuwÀhlen. Im Noten-Editor sind die Loop-Leisten vertikal nach Spur und dann horizontal nach Zeit angeordnet.

Noten können auch kontinuierlich ĂŒber Clip-Grenzen hinaus eingezeichnet werden, es sei denn der Clip ist im Fokus-Modus.

Der Noten-Editor zeigt keine Stille vor und nach den gewĂ€hlten Clips – stattdessen passt er den angezeigten Bereich so an, dass der Anfang des ersten Clips und das Ende des letzten Clips in der Auswahl zu sehen sind. Sollte die Auswahl geloopte und ungeloopte Clips enthalten, erscheint die Loop-Taste halb diagonal eingefĂ€rbt.