17. Neue Clips aufnehmen

Dieses Kapitel beschreibt das Aufnehmen neuer Clips mit Audio- und MIDI-Eingangssignalen. Zu beachten ist, dass es sich hier um eine andere Art von Aufnahme als das Aufzeichnen von Session-Clips ins Arrangement handelt (siehe Sessions in das Arrangment aufzeichnen).

Um erfolgreich Audio aufnehmen zu können, sollten Sie sicherstellen, dass die Audio-Voreinstellungen korrekt gewĂ€hlt sind. Mehr hierĂŒber erfahren Sie in dem integrierten Kurs zum Einstellen der Audio-Voreinstellungen. Denken Sie bitte auch daran, dass GerĂ€te wie Mikrofone, Gitarren oder Plattenspieler nicht mit Line-Pegel arbeiten und deswegen einer VorverstĂ€rkung bedĂŒrfen, bevor man sie aufnehmen kann. FĂŒr solche GerĂ€te mĂŒssen Sie deswegen ein Audio-Interface mit einem VorverstĂ€rker oder einen externen VorverstĂ€rker verwenden.

Bei MIDI-Spuren ist es auch möglich, das von Ihnen gespielte Material “einzufangen”, ohne vorher die Aufnahmetaste zu drĂŒcken. Hierdurch erhalten Sie mehr Freiraum und FlexibilitĂ€t beim Improvisieren und Experimentieren. NĂ€here Informationen hierĂŒber gibt der Abschnitt ĂŒber Capture (siehe MIDI einfangen (Capture)).

17.1 Einen Eingang wÀhlen

Ein Track wird die Signalquelle aufnehmen, die in seinem EingĂ€nge/AusgĂ€nge-Bereich gewĂ€hlt ist. Dieser Bereich ist sichtbar, wenn der Eintrag "EingĂ€nge/AusgĂ€nge" im Ansicht-MenĂŒ aktiviert ist. (In der Arrangement-Ansicht muss ein Track ausgeklappt und grĂ¶ĂŸer gezogen werden, damit der EingĂ€nge/AusgĂ€nge-Bereich ganz sichtbar werden kann.)

Der EingÀnge/AusgÀnge-Bereich in der Arrangement- (links) und der Session-Ansicht (rechts).

Audio-Spuren sind standardmĂ€ĂŸig so eingestellt, dass sie ein Monosignal von den externen EingĂ€ngen 1 oder 2 aufnehmen. MIDI-Spuren nehmen standardmĂ€ĂŸig alle MIDI-Daten auf, die von den aktiven externen MIDI-EingangsgerĂ€ten stammen (siehe Die MIDI-Port-Liste in den Voreinstellungen). Die Tastatur des Rechners kann als Pseudo-MIDI-EingangsgerĂ€t aktiviert werden und erlaubt es, MIDI auch dann aufzunehmen, wenn gerade keine MIDI-Controller-Hardware verfĂŒgbar ist (siehe MIDI-Noten mit der Rechnertastatur spielen).

Sie können fĂŒr jede Spur ein anderes Eingangssignal als das standardmĂ€ĂŸig voreingestellte auswĂ€hlen: Zur Wahl stehen externe Mono- oder Stereosignale von den EingĂ€ngen der Audio-Hardware, wĂ€hlbare MIDI-KanĂ€le wĂ€hlbarer MIDI-EingangsgerĂ€te, oder Signale von anderen Spuren. Im Kapitel ĂŒber das Routing (siehe Routing, EingĂ€nge, AusgĂ€nge) werden diese Optionen im Detail beschrieben.

17.2 Spuren aufnahmebereit schalten (Arming)

Die Schalter fĂŒr die Aufnahmebereitschaft im Arrangement- (links) und im Session-Mixer (rechts).

Um eine Spur fĂŒr die Aufnahme auszuwĂ€hlen, klicken Sie auf ihren Schalter fĂŒr das Aktivieren der Aufnahmebereitschaft. Es ist egal, ob Sie das in der Arrangement oder der Session-Ansicht tun, da beide Ansichten auf die gleichen Spuren zugreifen.

Das bedeutet, dass das Eingangssignal durch die GerÀte-Kette hindurch zum Ausgang der Spur geleitet wird, so dass Sie hören können, was aufgenommen wird. Dieses Verhalten wird als Auto-Monitoring bezeichnet und lÀsst sich bei Bedarf Àndern (siehe Monitor-Funktion).

Wird eine nativ unterstĂŒtzte Hardware-BedienoberflĂ€che verwendet und eine MIDI-Spur ist aufnahmebereit, dann wird diese OberflĂ€che automatisch an das Instrument in der Spur gekoppelt (siehe Nativ unterstĂŒtzte Hardware-BedienoberflĂ€chen).

Das Anklicken des Schalters fĂŒr das Aktivieren der Aufnahmebereitschaft in einer Spur hebt die Aufnahmebereitschaft aller anderen Spuren auf, sofern nicht gleichzeitig die STRG(PC) / CMD(Mac)-Taste gedrĂŒckt wird. Sind mehrere Spuren gleichzeitig ausgewĂ€hlt, wird die Aufnahmebereitschaft fĂŒr alle gewĂ€hlten Spuren zusammen aktiviert bzw. deaktiviert. Das Scharfschalten einer Spur selektiert sie gleichzeitig, so dass Sie gleich Zugriff auf seine GerĂ€te in der GerĂ€te-Ansicht haben.

17.3 Aufnehmen

Das Aufnehmen kann wahlweise in der Session- oder der Arrangement-Ansicht erfolgen. Wenn Sie auf mehr als eine Spur gleichzeitig aufnehmen und/oder das Fortschreiten der Aufnahme in einem linearen Sinne beobachten wollen, ist wahrscheinlich die Arrangement-Ansicht die bessere Wahl. Wenn Sie die Aufnahme nahtlos in mehrere Clips aufteilen oder wÀhrend des Aufnehmens Clips in Live starten wollen, verwenden Sie die Session-Ansicht.

17.3.1 Aufnehmen im Arrangement

Das Aufnehmen im Arrangement.
  1. Das DrĂŒcken der Arrangement-Aufnahme-Taste im Transportbereich startet die Aufnahme. Das genaue Verhalten hĂ€ngt von der Einstellung der Option "Wiedergabe bei Aufnahme starten" in den Record/Warp/Launch-Voreinstellungen ab. Ist diese aktiviert, startet die Aufnahme sobald die Aufnahme-Taste gedrĂŒckt wird. Ist sie deaktiviert, startet die Aufnahme erst nach dem DrĂŒcken der Wiedergabe-Taste (oder beim Starten von Session-Clips) Tipp: UnabhĂ€ngig von der Einstellung der Option, fĂŒhrt ein Halten von Shift beim DrĂŒcken der Arrangement-Aufnahme-Taste genau zum entgegengesetzten Verhalten.
  2. Das Aufnehmen erzeugt neue Clips in allen aufnahmebereit geschalteten Spuren.
  3. Ist MIDI-Arrangement- Overdub aktiviert, enthalten neue MIDI-Clips eine Mischung aus den bereits auf der Spur enthaltenen und den neu aufgenommenen MIDI-Noten und -Daten. Die Overdub-Option steht nur bei MIDI-Spuren zur VerfĂŒgung.
  4. Um das Aufnehmen vor dem gewĂŒnschten Zeitpunkt zu verhindern, aktivieren Sie den Punch-In-Schalter. Dies ist nĂŒtzlich um die Teile der Spur zu schĂŒtzen, auf die Sie nicht aufnehmen wollen, und gibt ihnen vor der Aufnahme etwas zusĂ€tzliche Zeit zum “warm werden.” Der Punch-In-Punkt entspricht dem Beginn des Arrangement-Loops.
  5. Um entsprechend ein Weiterlaufen der Aufnahme nach dem gewĂŒnschten Ende zu unterbinden, aktivieren Sie den Punch-Out-Schalter. Der Punch-Out-Punkt entspricht dem Endpunkt des Arrangement-Loops.
  6. Bei der Aufnahme in einen aktiven Arrangement-Loop (siehe Der Loop im Arrangement) speichert Live die Aufnahme in der gesamten LĂ€nge, auch wenn sie sich ĂŒber mehrere Loop-DurchlĂ€ufe erstreckt.

Sie können spĂ€ter eine Loop-Aufnahme "ausrollen", und zwar entweder durch mehrmaliges AusfĂŒhren des Widerrufen-Befehls aus dem Bearbeiten-MenĂŒ oder grafisch in der Clip-Ansicht: Klicken Sie dazu den neuen Clip nach der Aufnahme doppelt an. In der Wellenformdarstellung der Clip-Ansicht können Sie die gesamte Aufnahme mit allen aufgenommenen Loop-DurchgĂ€ngen sehen. Die Loop-Klammer des Clips zeigt den im letzten Durchgang aufgenommenen Abschnitt; ein Bewegen der Marker nach links lĂ€sst frĂŒhere Aufnahme-DurchgĂ€nge hörbar werden.

17.3.2 Aufnehmen in Session-Slots

Sie können neue Clips - auch ganz spontan - in beliebige Session-Slots aufnehmen.

Das Aufnehmen in der Session-Ansicht.
  1. WĂ€hlen Sie aus dem globalen Quantisierungs-MenĂŒ einen beliebigen anderen Wert als "None", um korrekt geschnittene Clips zu erhalten.
  2. Aktivieren Sie den Arm-Schalter fĂŒr die Aufnahmebereitschaft bei den Spuren, auf denen Sie aufnehmen wollen. In den leeren Slots der aufnahmebereit geschalteten Spuren erscheinen Clip-Aufnahmeschalter.
  3. Klicken Sie auf die Session-Aufnahme-Taste, um in der gewĂ€hlten Szene auf aufnahmebereit geschalteten Spuren aufzunehmen. Es erscheint ein neuer Clip in jedem Slot. Er besitzt einen roten Clip-Start-Taster und zeigt so an, dass gerade aufgenommen wird. Klicken Sie diesen Schalter an, um von der Aufnahme sofort in die Loop-Wiedergabe zu wechseln. Klicken Sie diesen Schalter an, um von der Aufnahme sofort in die  Loop-Wiedergabe zu wechseln.
  4. Alternativ können Sie auch auf einen der Clip-Aufnahmeschalter klicken, um in den entsprechenden Slot aufzunehmen. Klicken Sie diesen Schalter an, um aus dem Aufnahmebetrieb sofort in den Loop-Wiedergabebetrieb zu wechseln.
  5. Stoppen Sie die Aufnahme, indem Sie einen Clip-Stop-Taster oder den Stop-Taster im Transportbereich betÀtigen.

Mit der New-Taste ist es möglich, die Wiedergabe zu stoppen und fĂŒr einen neuen Aufnahmedurchgang (Take) vorzubereiten. Die New-Taste stoppt die Clips auf allen aufnahmebereit geschalteten Spuren und wĂ€hlt eine Szene aus, in der neue Clips aufgenommen werden können oder erzeugt, falls erforderlich, eine ganz neue Szene. Beachten Sie bitte, das die New-Taste nur im Rechnertasten-Zuweisungs-Modus oder MIDI-Zuweisungs-Modus verfĂŒgbar ist. Die genauen Schritte zum Erzeugen von Tastenzuweisungen sind im Abschnitt Fernsteuerung mit der Rechnertastatur beschrieben (siehe Fernsteuerung mit der Rechnertastatur). Im Abschnitt Fernsteuerung ĂŒber MIDI und Rechnertastatur finden Sie weitere Informationen ĂŒber MIDI-Zuweisungen (siehe Fernsteuerung ĂŒber MIDI).

Bei aktiver Tastenzuweisung erscheint der New-Button im Transportbereich.

Beachten Sie, dass das Starten einer Szene in der Session-Ansicht nicht auch automatisch die Aufnahme in aufnahmebereit geschalteten Slots der betreffenden Szene aktiviert. Sie können allerdings die Option "Szene-Start startet Aufnahme" unter den Record/Warp/Launch-Voreinstellungen aktivieren, falls Sie wĂŒnschen, dass die Aufnahme unter diesen UmstĂ€nden in leeren Slots gestartet werden soll.

17.3.3 Aufnahme von MIDI mit Overdub

Live macht das Pattern-orientierte Aufnehmen von Drums und Ähnlichem sehr einfach. Mit Lives Instrument Impulse und der im Folgenden beschriebenen Technik können Sie nach und nach Drum-Figuren aufbauen, wĂ€hrend Sie das Ergebnis abhören. Mit einem Instrument wie Simpler, das ein chromatisches Spielen erlaubt, können Sie dagegen Melodien oder Harmonien Note fĂŒr Note aufbauen.

  1. Als globale Quantisierung wird 1 Bar eingestellt.
  2. Um die aufzunehmenden Noten automatisch zu quantisieren, sollte ein passender Wert ausgewÀhlt werden (siehe Das Aufnehmen quantisierter MIDI-Noten).
  3. Doppelklicken Sie einen der Session-Slots in der gewĂŒnschten MIDI-Spur (der Spur mit Impulse oder dem anderen Instrument). Ein neuer leerer Clip wird im Slot erscheinen. Der neue Clip hat nun eine LĂ€nge von einem Takt, dies lĂ€sst sich jedoch per Doppelklick auf den Clip und Ändern der Loop-Einstellungen anpassen (siehe Notes-Reiter / Notes-Bedienfeld).
  4. Spur aufnahmebereit schalten.
  5. DrĂŒcken Sie die Session-Aufnahmetaste.
  6. Die gespielten Noten werden in den geloopten Clip eingefĂŒgt und Sie können Ihre Aufnahme in der Clip-Ansicht beobachten.
  7. Der Clip overdubbt wĂ€hrend er loopt, wodurch Sie Ihr Pattern Schicht fĂŒr Schicht aufbauen können. Wenn Sie die Aufnahme fĂŒr ein Weilchen unterbrechen wollen, um zu ĂŒben, können Sie das Overdubbing deaktivieren, indem Sie die Session-Aufnahmetaste erneut drĂŒcken. Der aufgenommene Clip-Inhalt wird dann weiterhin wiedergegeben, aber Sie können ohne aufgenommen zu werden dazu spielen. Wenn Sie fĂŒr die Aufnahme wieder bereit sind, drĂŒcken Sie erneut die Session-Aufnahme-Taste. Nachfolgendes DrĂŒcken der Session-Aufnahmetaste wechselt zwischen Wiedergabe und Overdub.

Beachten Sie, dass das Doppelklicken in einen leeren Slot bei gehaltener ALT(PC) / ALT(Mac)-Taste die Spur auch gleich aufnahmebereit schaltet und den neuen Clip startet.

Sie können jederzeit bei laufender Overdub-Aufnahme den letzten Aufnahmedurchgang mit dem Widerrufen-Befehl rĂŒckgĂ€ngig machen oder einfach im Noten-Editor der Clip-Ansicht Noten löschen, verschieben oder neue Noten einzeichnen.

17.3.4 Schrittweise Aufnahme von MIDI (Step Recording)

Der MIDI-Editor bietet Ihnen die Möglichkeit Noten auch bei gestopptem Transport aufzunehmen, indem Sie die Tasten Ihres MIDI-Keyboards, Controllers oder der MIDI-Rechnertastatur halten und den EinfĂŒge-Marker mit der gewĂ€hlten Raster-Einstellung weiter bewegen. Dieser Vorgang, auch unter dem Begriff Step-Aufnahme bekannt, ermöglicht Ihnen die Noten schrittweise, mit einer fĂŒr Sie geeigneten Geschwindigkeit einzugeben, ohne sich nach einem Metronom oder einer Guide-Spur richten zu mĂŒssen.

Step-Aufnahme im MIDI-Editor.
  1. Aktivieren Sie die Aufnahmebereitschaft bei der MIDI-Spur, die den Clip enthÀlt, in den Sie aufnehmen möchten.
  2. Aktivieren Sie den Vorhör-Schalter im MIDI-Editor des Clips.
  3. Klicken Sie in den MIDI-Editor, um die Position des EinfĂŒge-Markers zu bestimmen und somit die Stelle, an der die Aufnahme starten soll.

DrĂŒcken von ARROWRIGHT auf Ihrer Rechnertastatur bewegt den EinfĂŒge-Marker mit dem gewĂ€hlten Rasterwert nach rechts. Alle Noten, die Sie wĂ€hrend ARROWRIGHT halten, werden dem Clip hinzugefĂŒgt. Werden die Noten weiterhin gehalten, verlĂ€ngert ein erneutes DrĂŒcken von ARROWRIGHT die NotenlĂ€nge. Um gerade eingegebene Noten wieder zu löschen, halten Sie die Noten gedrĂŒckt und benutzen dann die Taste ARROWLEFT.

Die Navigationstasten der Step-Aufnahme können auch ĂŒber eine MIDI-Zuweisung ferngesteuert werden (siehe Fernsteuerung von Aufnahmen).

17.4 Synchrones Aufnehmen

Live spielt alle aufgenommenen Audio- und MIDI-Daten perfekt synchron ab, selbst wenn Sie spÀter das Song-Tempo Àndern sollten. TatsÀchlich erlaubt Live es Ihnen, das Tempo jederzeit zu Àndern - vor, nach oder sogar wÀhrend der Aufnahme. Sie könnten beispielsweise ein bisschen schummeln, indem Sie das Tempo zum Aufnehmen eines schwierigen Teils reduzieren und es dann wieder erhöhen.

Es ist wichtig synchron aufzunehmen, damit spÀter alles synchron abgespielt werden kann.

Der Metronom-Schalter

Die einfachste Möglichkeit synchron aufzunehmen besteht darin, zu bereits vorhandenen Rhythmen oder zum integrierten Metronom zu spielen, das im Transportbereich aktiviert werden kann.

Der LautstĂ€rke-Regler fĂŒr das Vorhören.

Stellen Sie die LautstĂ€rke fĂŒr das Metronom mit dem Regler fĂŒr die Vorhör-LautstĂ€rke im Mixer ein. Weitere Metronom-Einstellungen können mit dem AusklappmenĂŒ neben dem Metronom-Schalter gemacht werden.

Zu beachten ist, dass Lives metrische Interpretation des aufgenommenen Audiomaterials jederzeit mit den Warp-Markern bearbeitet werden kann (siehe Warp-Marker). Warp-Marker können verwendet werden, um Timingfehler zu korrigieren und den Groove oder das rhythmische Feeling Ihrer Audio- oder MIDI-Aufnahmen zu Àndern. Mit den Warp-Markern können Dinge in Aufnahmen repariert werden, die sonst nur durch komplizierte Bearbeitung oder gar nicht zu reparieren wÀren.

17.4.1 Metronom-Einstellungen

Sie können auf die Metronom-Einstellungen mit dem AusklappmenĂŒ rechts neben dem Metronom zugreifen oder durch Öffnen des KontextmenĂŒs mit Rechts-Klick(PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf das Metronom.

Im MenĂŒ lĂ€sst sich die LĂ€nge des VorzĂ€hlers vor einer Aufnahme einstellen (siehe Aufnehmen mit VorzĂ€hler). Sie können auch den Sound des Metronoms wĂ€hlen.

Die Rhythmus-Einstellungen ermöglichen Ihnen, die Taktunterteilungen und Notenwerte festzulegen, mit denen das Metronom tickt. Bei der Standardeinstellung “Auto” folgt das Ticken dem Taktnenner. Taktunterteilungen, die nicht in einen Takt der aktuellen Taktart hineinpassen, erscheinen deaktiviert.

Sollte die aktuell gewĂ€hlte Taktunterteilung aufgrund eines Taktartwechsels nicht mehr in einen Takt hineinpassen, kehrt das Metronom zur “Auto”-Einstellung zurĂŒck. Wird jedoch die Taktart so geĂ€ndert, dass die Unterteilung in den Takt wieder hineinpasst, kehrt auch das Metronom wieder zu der zuvor gewĂ€hlten Taktunterteilung zurĂŒck.

Wird Nur bei Aufnahme aktiv angeklickt und ist das Metronom aktiviert, ist der Metronom Schalter bei laufendem Transport farblich markiert, das Metronom ist jedoch nur wÀhrend der Aufnahme zu hören. Wenn Sie im Arrangement mit aktiviertem Punch-In-Schalter aufnehmen, ist das Metronom erst nach dem Punch-In-Punkt zu hören.

17.5 Das Aufnehmen quantisierter MIDI-Noten

Beim Aufnehmen von MIDI haben Sie die Möglichkeit, MIDI-Noten direkt wĂ€hrend der Aufnahme zu quantisieren. Die Wahlmöglichkeiten fĂŒr die Quantisierung wĂ€hrend der Aufnahme im Bearbeiten-MenĂŒ bestimmen, an welcher Taktunterteilung die aufgenommenen Noten ausgerichtet werden. Beim Aufnehmen in das Arrangement ist die Aufnahme-Quantisierung ein separater Schritt in Lives Widerrufen-Historie. Das bedeutet, dass sie mit dem Widerrufen-Befehl bei einer Aufnahme, die Sie mit Achteltriolen quantisiert haben, im Bedarfsfall lediglich die Quantisierung rĂŒckgĂ€ngig machen können, ohne die Aufnahme selbst anzutasten.

Die Quantisierung kann nicht wÀhrend einer Aufnahme in der Session- oder Arrangement-Ansicht geÀndert werden.

Bei der Overdub-Aufnahme mit aktiviertem Loop in der Clip-Ansicht wirken sich Änderungen der Aufnahme-Quantisierung gleich aus und können nicht separat mit dem Widerrufen-Befehl rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden.

Mit dem Quantisieren-Befehl aus dem Bearbeiten-MenĂŒ können MIDI-Noten auch nach der Aufnahme quantisiert werden, wie im Kapitel ĂŒber das Editieren von MIDI beschrieben (siehe Noten quantisieren).

17.6 Aufnehmen mit VorzÀhler

Ein VorzĂ€hler fĂŒr Aufnahmen kann mit dem AusklappmenĂŒ neben dem Metronom-Schalter eingestellt werden. Wenn der VorzĂ€hler-Wert dort auf etwas anderem als "None" steht, beginnt Live erst nach Ablauf des VorzĂ€hlers mit der Aufnahme. Die Arrangement-Positionsanzeige im Transportbereich zeigt den VorzĂ€hler in blau in Takten-Viertel-Sechzehntelnoten an.

Der VorzÀhler erscheint im Transportbereich.

Der VorzÀhler lÀuft von negativen Takten-SchlÀgen-Sechzehntelnoten (bei einer VorzÀhler-Einstellung von zwei Takten beispielsweise beginnend bei -2.1.1.) bis zu 1.1.1., wo die Aufnahme dann beginnt.

17.7 Dateiformat fĂŒr Aufnahmen wĂ€hlen

Die folgenden Voreinstellungen im Reiter Record/Warp/Launch beziehen sich auf die Dateien, die durch das Aufnehmen erzeugt werden:

  • Das Dateiformat fĂŒr die von Live zu erzeugenden Audiodateien kann in der Dateitypen-Liste unter Record/Warp/Launch in den Voreinstellungen gewĂ€hlt werden.
  • Die Bit-Tiefe fĂŒr die von Live zu erzeugenden Audiodateien kann in der Bitauflösungs-Liste unter Record/Warp/Launch in den Voreinstellungen gewĂ€hlt werden.

Es kann sich spĂ€ter als zeitsparend erweisen, sinnvolle Standardeinstellungen fĂŒr die aufzunehmenden Clips auf der Aufnehmen/Warpen/Launchen-Seite der Voreinstellungen zu wĂ€hlen. Es ist insbesondere nĂŒtzlich, durch eine entsprechende Grundeinstellung fĂŒr den Warp-Modus grob die Art des aufzunehmenden Materials anzugeben. Falls du dich spĂ€ter fĂŒr ein anderes Song-Tempo entscheidest, sorgt Live automatisch und ĂŒblicherweise ohne weiteres Zutun fĂŒr eine gute KlangqualitĂ€t (siehe Anpassungen fĂŒr eine optimale Stretching-QualitĂ€t vornehmen).

17.8 Wo sind die aufgenommenen Samples?

Aufgenommene Samples werden im Projekt-Ordner des aktuellen Sets unter Samples/Recorded abgelegt. Solange das Set nicht gesichert wurde, befinden sie sich im TemporÀren Ordner, dessen Speicherort auf der Dateien/Ordner-Seite der Voreinstellungen gewÀhlt werden kann. Um zu gewÀhrleisten, dass Live wÀhrend der Aufnahme in ein neues Set nicht der Speicherplatz ausgeht, sollten Sie sicherstellen, dass der TemporÀre Ordner auf einer Festplatte/Partition mit ausreichend viel freiem Platz liegt.

17.9 Fernsteuerung von Aufnahmen

Mit der Tasten- oder MIDI-Zuweisung lĂ€sst sich Lives Aufnahmefunktionen steuern, ohne die Maus zu benutzen (siehe Fernsteuerung ĂŒber MIDI und Rechnertastatur).

Sie können den Aufnahme- und die Transporttaster aus dem Transportbereich genauso fernsteuern wie die Arm-Schalter fĂŒr das Aktivieren der Aufnahmebereitschaft. Um in Session-Slots aufzunehmen, können Sie die einzelnen Slot-Taster und auch die Bedienelemente fĂŒr die relative Navigation fernsteuern, um die Aufnahme auszulösen; zum Beispiel:

Die Szene-Hoch/Runter-Buttons.

Ein Taster wird verwendet, um zur nÀchsten Szene/dem nÀchsten Slot zu springen...

Ein Spur-Start-Taster.

... wĂ€hrend ein zweiter Taster die Aufnahme in dem gewĂŒnschten Track startet und stoppt.

Auch die Pfeiltasten zum Navigieren bei der Step-Aufnahme (siehe Schrittweise Aufnahme von MIDI (Step Recording)).

Die Step-Aufnahme Pfeiltasten.

Dies ermöglicht Ihnen zum Beispiel MIDI-Fußpedale fĂŒr das Vor- und ZurĂŒcksetzen des EinfĂŒge-Markers im Clip zu verwenden, um beide HĂ€nde fĂŒr das Spielen Ihres MIDI-Keyboards frei zu haben.

17.10 Capture MIDI

Live scannt durchgĂ€ngig die MIDI-EingĂ€nge bei allen aufnahmebereit geschalteten Spuren (siehe Spuren aufnahmebereit schalten (Arming)) und bei allen Spuren mit aktivem Monitoring (siehe Monitor-Funktion). Die Capture-Funktion macht die MIDI-Daten wieder verfĂŒgbar, die auf diesen Spuren gespielt wurden. Das ist besonders nĂŒtzlich, wenn Sie vergessen haben, vor Ihrem Spiel die Aufnahmetaste zu drĂŒcken oder wenn Sie es bevorzugen, ohne jeglichen Aufnahmestress frei zu improvisieren und experimentieren.

Die Capture-MIDI-Taste im Transportbereich.

Um die MIDI-Noten einzufangen, die Sie gerade gespielt haben, drĂŒcken Sie die Capture-MIDI-Taste. Tipp: Mit Push 1 (siehe Push 1 verwenden) oder Push 2 (siehe Push 2 verwenden) lĂ€sst sich Capture triggern, indem Record gehalten und dann New gedrĂŒckt wird.

Capture MIDI verhÀlt sich unterschiedlich, abhÀngig davon, in welchem Zustand sich Ihr Live-Set befindet. Wir schauen uns diese Unterschiede einmal nÀher an.

17.10.1 Nach dem Start eines neuen Live-Sets

EnthÀlt das Live-Set noch keine Clips und ist die Wiedergabe gestoppt:

  • Es wird ein neuer Clip auf jeder MIDI-Spur mit aktiviertem Monitoring erzeugt, der Ihre gespielte Phrase enthĂ€lt. Beachten Sie, dass Capture MIDI die Clips entweder nur in der Session- oder der Arrangement-Ansicht hinzufĂŒgt, je nachdem, welche Ansicht gerade im Fokus ist.
  • Capture MIDI erkennt das Tempo Ihres Spiels, stellt das Song-Tempo dazu passend ein, setzt geeignete Loop-Grenzen und Ihre gespielten Noten passend ins Raster. Beachten Sie, dass die Tempo-Erkennung von Capture MIDI das Tempo in einem Bereich von 80-160 BPM schĂ€tzt. Sollte ihr gespieltes Material außerhalb dieses Tempo-Bereichs liegen, können Sie das Song-Tempo auch einfach frei einstellen. (Tipp: um Capture MIDI das korrekte Erkennen einer Phrase zu erleichtern, empfehlen wir Ihr Spiel im nachfolgenden Takt auf der Eins oder einem Downbeat abzuschließen.)
  • Lives Transport startet sofort und spielt den eingefangenen Loop ab. Hierdurch können Sie, wenn Sie möchten, Overdubs machen (weitere Informationen ĂŒber das Overdubben mit Capture MIDI finden Sie weiter unten im Abschnitt Einem bestehenden Live-Set Material hinzufĂŒgen).
  • Ihr gesamtes gespieltes Material wird im Clip gespeichert und alle Noten, die sie vor der erkannten Phrase gespielt haben, liegen vor dem Clip-Start-Marker. Hierdurch können Sie mit den Start/End- oder Loop-Markern einen anderen Loop einstellen. (Tipp: um nicht benötigtes Material außerhalb des Loops zu verwerfen, klicken Sie einfach mit Rechts-Klick(PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf den Clip und wĂ€hlen den Befehl Clip(s) stutzen.

Hinweis: EnthÀlt der erste eingefangene MIDI-Clip nur eine Note, werden die Loopgrenzen durch Noten-Beginn und Noten-Ende definiert, daraufhin wird das Tempo berechnet und es entsteht ein Loop von einem, zwei, vier oder acht Takten. Das bietet sich besonders an, wenn eine einzige MIDI-Note ein lÀngeres Rhythmus-Sample spielt.

17.10.2 Einem bestehenden Live-Set Material hinzufĂŒgen

Sollte Lives Wiedergabe laufen oder es gibt bereits andere Clips im Live-Set oder das Tempo ist automatisiert (siehe Bearbeiten der Tempo-Automation), dann gilt Folgendes:

  • Capture MIDI wird nicht probieren, ein Tempo zu erkennen und auch nicht das Song-Tempo Ă€ndern. Stattdessen nutzt Capture MIDI das aktuelle Tempo, um in ihrem Spiel eine musikalisch sinnvolle Phrase zu erkennen und daraus einen passenden Loop zu erzeugen.
  • WĂ€hrend die Wiedergabe lĂ€uft, können Sie zu den anderen Clips dazu spielen und improvisieren. Sie können Capture MIDI auch verwenden, um einen spielenden Clip zu overdubben, einfach indem Sie auf der gleichen Spur drĂŒber spielen. DrĂŒcken der Capture-MIDI-Taste fĂŒgt ihr gerade gespieltes Material dem bestehenden Material im Clip hinzu, wodurch Sie Ihr Pattern nach und nach aufbauen können.
  • Ihr gesamtes gespieltes Material wird im Clip gespeichert und alle Noten, die sie vor der erkannten Phrase gespielt haben, liegen vor dem Clip-Start-Marker. Dies ermöglicht Ihnen, mit den Start/End- oder Loop-Markern auch einen anderen Loop einzustellen.