16. Neue Clips aufnehmen

Dieses Kapitel beschreibt das Aufnehmen neuer Clips mit Audio- und MIDI-Eingangssignalen. Beachten Sie, dass es sich hierbei um eine andere Art von Aufnahme handelt als das Aufzeichnen von Session-Clips im Arrangement (siehe 7.5).

Um erfolgreich Audio aufnehmen zu k√∂nnen, sollten Sie sicherstellen, dass die Audio-Voreinstellungen korrekt gew√§hlt sind. Mehr hier√ľber erfahren Sie in dem integrierten Kurs zum Einstellen der Audio-Voreinstellungen. Denken Sie bitte auch daran, dass Ger√§te wie Mikrofone, Gitarren oder Plattenspieler nicht mit Line-Pegel arbeiten und deswegen einer Vorverst√§rkung bed√ľrfen, bevor man sie aufnehmen kann. F√ľr solche Ger√§te m√ľssen Sie deswegen ein Audio-Interface mit einem Vorverst√§rker oder einen externen Vorverst√§rker verwenden.

Bei MIDI-Spuren ist es auch m√∂glich, das von Ihnen gespielte Material ‚Äúeinzufangen‚ÄĚ, ohne vorher die Aufnahmetaste zu dr√ľcken. Hierdurch erhalten Sie mehr Freiraum und Flexibilit√§t beim Improvisieren und Experimentieren. N√§here Informationen dazu finden Sie im Abschnitt MIDI einfangen (Capture) (siehe 16.10).

16.1 Einen Eingang wählen

Ein Track wird die Signalquelle aufnehmen, die in seinem Eing√§nge/Ausg√§nge-Bereich gew√§hlt ist. Dieser Bereich ist sichtbar, wenn der Eintrag "Eing√§nge/Ausg√§nge" im Ansicht-Men√ľ aktiviert ist. (In der Arrangement-Ansicht muss ein Track ausgeklappt und gr√∂√üer gezogen werden, damit der Eing√§nge/Ausg√§nge-Bereich ganz sichtbar werden kann.)

TrackInOutSection.png
Der Eingänge/Ausgänge-Bereich in der Arrangement- (links) und der Session-Ansicht (rechts).

Audio-Spuren sind standardm√§√üig so eingestellt, dass sie ein Monosignal von den externen Eing√§ngen 1 oder 2 aufnehmen. MIDI-Spuren nehmen standardm√§√üig alle MIDI-Daten auf, die von den aktiven externen MIDI-Eingangsger√§ten (siehe 14.3.1) stammen. Die Tastatur des Rechners ist standardm√§√üig als Pseudo-MIDI-Eingangsger√§t (siehe 14.3.2) aktiviert und erlaubt es Ihnen dadurch, MIDI sogar dann aufzunehmen, wenn gerade keine MIDI-Controller-Hardware verf√ľgbar ist.

Sie k√∂nnen f√ľr jede Spur ein anderes Eingangssignal als das standardm√§√üig voreingestellte ausw√§hlen: Zur Wahl stehen externe Mono- oder Stereosignale von den Eing√§ngen der Audio-Hardware, w√§hlbare MIDI-Kan√§le w√§hlbarer MIDI-Eingangsger√§te, Audiosignale von ReWire-Slave-Programmen oder Signale von anderen Spuren. Im Kapitel √ľber das Routing (siehe Kapitel 14) werden diese Optionen im Detail beschrieben.

16.2 Spuren aufnahmebereit schalten (Arming)

ArmButtonsSessionAndArrangement.png
Die Schalter f√ľr die Aufnahmebereitschaft im Arrangement- (links) und im Session-Mixer (rechts).

Um eine Spur f√ľr die Aufnahme auszuw√§hlen, klicken Sie auf ihren Schalter f√ľr das Aktivieren der Aufnahmebereitschaft. Es ist egal, ob Sie das in der Arrangement oder der Session-Ansicht tun, da beide Ansichten auf die gleichen Spuren zugreifen.

Das bedeutet, dass das Eingangssignal durch die Geräte-Kette hindurch zum Ausgang der Spur geleitet wird, so dass Sie hören können, was aufgenommen wird. Dieses Verhalten wird als "Auto-Monitoring" bezeichnet und Sie können es nach Bedarf ändern (siehe 14.1).

Wenn Sie eine nativ unterst√ľtzte Hardware-Bedienoberfl√§che einsetzen, f√ľhrt die Aktivierung der Aufnahmebereitschaft einer MIDI-Spur automatisch zum Binden dieser Bedienoberfl√§che an das Instrument in der Spur (siehe 26.1.1).

Das Anklicken des Schalters f√ľr das Aktivieren der Aufnahmebereitschaft in einer Spur hebt die Aufnahmebereitschaft aller anderen Spuren auf, sofern nicht gleichzeitig die CTRL(PC) / CMD(Mac)-Taste gedr√ľckt wird. Sind mehrere Spuren gleichzeitig ausgew√§hlt, wird die Aufnahmebereitschaft f√ľr alle gew√§hlten Spuren zusammen aktiviert bzw. deaktiviert. Das Scharfschalten einer Spur selektiert sie gleichzeitig, so dass Sie gleich Zugriff auf seine Ger√§te in der Ger√§te-Ansicht haben.

16.3 Aufnehmen

Das Aufnehmen kann wahlweise in der Session- oder der Arrangement-Ansicht erfolgen. Wenn Sie auf mehr als eine Spur gleichzeitig aufnehmen und/oder das Fortschreiten der Aufnahme in einem linearen Sinne beobachten wollen, ist wahrscheinlich die Arrangement-Ansicht die bessere Wahl. Wenn Sie die Aufnahme nahtlos in mehrere Clips aufteilen oder während des Aufnehmens Clips in Live starten wollen, verwenden Sie die Session-Ansicht.

16.3.1 Aufnehmen im Arrangement

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Das Aufnehmen im Arrangement.
  1. Das Dr√ľcken der Arrangement-Aufnahme-Taste im Transportbereich startet die Aufnahme. Das genaue Verhalten h√§ngt von der Einstellung der Option "Wiedergabe bei Aufnahme starten" in den Record/Warp/Launch-Voreinstellungen ab. Ist diese aktiviert, startet die Aufnahme sobald die Aufnahme-Taste gedr√ľckt wird. Ist sie deaktiviert, startet die Aufnahme erst nach dem Dr√ľcken der Wiedergabe-Taste (oder beim Starten von Session-Clips) Tipp: Unabh√§ngig von der Einstellung der Option, f√ľhrt ein Halten von Shift beim Dr√ľcken der Arrangement-Aufnahme-Taste genau zum entgegengesetzten Verhalten.
  2. Das Aufnehmen erzeugt neue Clips in allen aufnahmebereit geschalteten Spuren.
  3. Ist MIDI-Arrangement- Overdub aktiviert, enthalten neue MIDI-Clips eine Mischung aus den bereits auf der Spur enthaltenen und den neu aufgenommenen MIDI-Noten und -Daten. Die Overdub-Option steht nur bei MIDI-Spuren zur Verf√ľgung.
  4. Um das Aufnehmen vor dem gew√ľnschten Zeitpunkt zu verhindern, aktivieren Sie den Punch-In-Schalter. Dies ist n√ľtzlich um die Teile der Spur zu sch√ľtzen, auf die Sie nicht aufnehmen wollen, und gibt ihnen vor der Aufnahme etwas zus√§tzliche Zeit zum "warm werden." Der Punch-In-Punkt entspricht dem Beginn des Arrangement-Loops.
  5. Um entsprechend ein Weiterlaufen der Aufnahme nach dem gew√ľnschten Ende zu unterbinden, aktivieren Sie den Punch-Out-Schalter. Der Punch-Out-Punkt entspricht dem Endpunkt des Arrangement-Loops.
  6. Wenn Sie bei aktivem Arrangement-Loop (siehe 6.5)aufnehmen, speichert Live die Aufnahme √ľber ihre gesamte L√§nge, auch wenn sich diese √ľber mehrere Loop-Durchl√§ufe erstreckt.

Sie k√∂nnen sp√§ter eine Loop-Aufnahme "ausrollen", und zwar entweder durch mehrmaliges Ausf√ľhren des Widerrufen-Befehls aus dem Bearbeiten-Men√ľ oder grafisch in der Clip-Ansicht: Klicken Sie dazu den neuen Clip nach der Aufnahme doppelt an. In der Wellenformdarstellung der Clip-Ansicht k√∂nnen Sie die gesamte Aufnahme mit allen aufgenommenen Loop-Durchg√§ngen sehen. Die Loop-Klammer des Clips zeigt den im letzten Durchgang aufgenommenen Abschnitt; ein Bewegen der Marker nach links l√§sst fr√ľhere Aufnahme-Durchg√§nge h√∂rbar werden.

16.3.2 Aufnehmen in Session-Slots

Sie können neue Clips - auch ganz spontan - in beliebige Session-Slots aufnehmen.

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Das Aufnehmen in der Session-Ansicht.
  1. W√§hlen Sie aus dem globalen Quantisierungs-Men√ľ einen beliebigen anderen Wert als "None", um korrekt geschnittene Clips zu erhalten.
  2. Aktivieren Sie den Arm-Schalter f√ľr die Aufnahmebereitschaft bei den Spuren, auf denen Sie aufnehmen wollen. In den leeren Slots der aufnahmebereit geschalteten Spuren erscheinen Clip-Aufnahmeschalter.
  3. Klicken Sie auf die Session-Aufnahme-Taste, um in der gewählten Szene auf aufnahmebereit geschalteten Spuren aufzunehmen. Es erscheint ein neuer Clip in jedem Slot. Er besitzt einen roten Clip-Start-Taster und zeigt so an, dass gerade aufgenommen wird. Klicken Sie diesen Schalter an, um von der Aufnahme sofort in die Loop-Wiedergabe zu wechseln.
  4. Alternativ können Sie auch auf einen der Clip-Aufnahmeschalter klicken, um im entsprechenden Slot aufzunehmen. Klicken Sie diesen Schalter an, um aus dem Aufnahmebetrieb sofort in den Loop-Wiedergabebetrieb zu wechseln.
  5. Stoppen Sie die Aufnahme, indem Sie einen Clip-Stop-Taster oder den Stop-Taster im Transportbereich betätigen.

Mit der New-Taste ist es m√∂glich, die Wiedergabe zu stoppen und f√ľr einen neuen Aufnahmedurchgang (Take) vorzubereiten. Die New-Taste stoppt die Clips auf allen aufnahmebereit geschalteten Spuren, w√§hlt eine Szene aus, in der neue Clips aufgenommen werden k√∂nnen oder erzeugt eine ganz neue Szene, falls erforderlich. Beachten Sie bitte, das die New-Taste nur im Rechnertasten-Zuweisungs-Modus oder MIDI-Zuweisungs-Modus verf√ľgbar ist. Die genauen Schritte zum Erzeugen von Tastenzuweisungen sind im Abschnitt Fernsteuerung mit der Rechnertastatur beschrieben (siehe 26.2.5). Im Abschnitt Fernsteuerung √ľber MIDI undRechnertastatur (siehe 26.1) finden Sie weitere Informationen √ľber MIDI-Zuweisungen.

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Die New-Taste erscheint im Transportbereich, wenn der Rechnertasten-Zuweisungs-Modus aktiv ist.

Beachten Sie, dass das Starten einer Szene in der Session-Ansicht nicht auch automatisch die Aufnahme in aufnahmebereit geschalteten Slots der betreffenden Szene aktiviert. Sie k√∂nnen allerdings die Option "Szene-Start startet Aufnahme" unter den Record/Warp/Launch-Voreinstellungen aktivieren, falls Sie w√ľnschen, dass die Aufnahme unter diesen Umst√§nden in leeren Slots gestartet werden soll.

16.3.3 Aufnahme von MIDI mit Overdub

Live macht das Pattern-orientierte Aufnehmen von Drums und √Ąhnlichem sehr einfach. Mit Lives Instrument Impulse und der im Folgenden beschriebenen Technik k√∂nnen Sie nach und nach Drum-Figuren aufbauen, w√§hrend Sie das Ergebnis abh√∂ren. Mit einem Instrument wie Simpler, das ein chromatisches Spielen erlaubt, k√∂nnen Sie dagegen Melodien oder Harmonien Note f√ľr Note aufbauen.

  1. Stellen Sie die Quantisierung mit Hilfe des globalen Quantisierungs-Men√ľs auf einen Takt.
  2. Um die aufzunehmenden Noten automatisch zu quantisieren, w√§hlen Sie einen passenden Wert f√ľr die Aufnahme-Quantisierung (siehe 16.5).
  3. Doppelklicken Sie einen der Session-Slots in der gew√ľnschten MIDI-Spur (der Spur mit Impulse oder dem anderen Instrument). Ein neuer leerer Clip wird im Slot erscheinen. Der neue Clip wird eine L√§nge von einem Takt haben, aber Sie k√∂nnen das jederzeit √§ndern, indem Sie den Clip doppelklicken und seine Loop-Einstellungen √§ndern (siehe 8.3).
  4. Aktivieren Sie die Aufnahmebereitschaft der Spur.
  5. Dr√ľcken Sie die Session-Aufnahmetaste.
  6. Die gespielten Noten werden in den geloopten Clip eingef√ľgt und Sie k√∂nnen Ihre Aufnahme in der Clip-Ansicht beobachten.
  7. Der Clip overdubbt w√§hrend er loopt, wodurch Sie Ihr Pattern Schicht f√ľr Schicht aufbauen k√∂nnen. Wenn Sie die Aufnahme f√ľr ein Weilchen unterbrechen wollen, um zu √ľben, k√∂nnen Sie das Overdubbing deaktivieren, indem Sie die Session-Aufnahmetaste erneut dr√ľcken. Der aufgenommene Clip-Inhalt wird dann weiterhin wiedergegeben, aber Sie k√∂nnen ohne aufgenommen zu werden dazu spielen. Wenn Sie f√ľr die Aufnahme wieder bereit sind, dr√ľcken Sie erneut die Session-Aufnahme-Taste. Nachfolgendes Dr√ľcken der Session-Aufnahmetaste wechselt zwischen Wiedergabe und Overdub.

Beachten Sie, dass das Doppelklicken in einen leeren Slot bei gehaltener ALT(PC) / ALT(Mac)-Taste die Spur auch gleich aufnahmebereit schaltet und den neuen Clip startet.

Sie k√∂nnen jederzeit bei laufender Overdub-Aufnahme den letzten Aufnahmedurchgang mit dem Widerrufen-Befehl r√ľckg√§ngig machen oder einfach im Noten-Editor der Clip-Ansicht Noten l√∂schen, verschieben oder neue Noten einzeichnen.

16.3.4 MIDI-Step-Aufnahme

Der MIDI-Editor bietet Ihnen die M√∂glichkeit Noten auch bei gestopptem Transport aufzunehmen, indem Sie die Tasten Ihres MIDI-Keyboards, Controllers oder der MIDI-Rechnertastatur halten und den Einf√ľge-Marker mit der gew√§hlten Raster-Einstellung weiter bewegen. Dieser Vorgang, auch unter dem Begriff Step-Aufnahme bekannt, erm√∂glicht Ihnen die Noten schrittweise, mit einer f√ľr Sie geeigneten Geschwindigkeit einzugeben, ohne sich nach einem Metronom oder einer Guide-Spur richten zu m√ľssen.

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Step-Aufnahme im MIDI-Editor.
  1. Aktivieren Sie die Aufnahmebereitschaft bei der MIDI-Spur, die den Clip enthält, in den Sie aufnehmen möchten.
  2. Aktivieren Sie den Vorhör-Schalter im MIDI-Editor des Clips.
  3. Klicken Sie in den MIDI-Editor, um die Position des Einf√ľge-Markers zu bestimmen und somit die Stelle, an der die Aufnahme starten soll.

Dr√ľcken von ARROWRIGHT auf Ihrer Rechnertastatur bewegt den Einf√ľge-Marker mit dem gew√§hlten Rasterwert nach rechts. Alle Noten, die Sie w√§hrend ARROWRIGHT halten, werden dem Clip hinzugef√ľgt. Werden die Noten weiterhin gehalten, verl√§ngert ein erneutes Dr√ľcken von ARROWRIGHT die Notenl√§nge. Um gerade eingegebene Noten wieder zu l√∂schen, halten Sie die Noten gedr√ľckt und benutzen dann die Taste ARROWLEFT.

Die Navigationstasten der Step-Aufnahme k√∂nnen auch √ľber MIDI-Zuweisung (siehe 16.9) ferngesteuert werden.

16.4 Synchron aufnehmen

Live spielt alle aufgenommenen Audio- und MIDI-Daten perfekt synchron ab, selbst wenn Sie später das Song-Tempo ändern sollten. Tatsächlich erlaubt Live es Ihnen, das Tempo jederzeit zu ändern - vor, nach oder sogar während der Aufnahme. Sie könnten beispielsweise ein bisschen schummeln, indem Sie das Tempo zum Aufnehmen eines schwierigen Teils reduzieren und es dann wieder erhöhen.

Es ist wichtig synchron aufzunehmen, damit später alles synchron abgespielt werden kann.

Metronome.png
Der Metronom-Schalter

Die einfachste Möglichkeit synchron aufzunehmen besteht darin, zu bereits vorhandenen Rhythmen oder zum integrierten Metronom zu spielen, das im Transportbereich aktiviert werden kann.

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Der Regler f√ľr die Vorh√∂r-Lautst√§rke.

Stellen Sie die Lautst√§rke f√ľr das Metronom mit dem Regler f√ľr die Vorh√∂r-Lautst√§rke im Mixer ein. Weitere Metronom-Einstellungen k√∂nnen mit dem Ausklappmen√ľ neben dem Metronom-Schalter gemacht werden.

Beachten Sie bitte, dass Lives metrische Interpretation des aufgenommenen Audiomaterials jederzeit mit den Warp-Markern (siehe 9.2.2) bearbeitet werden kann. Warp-Marker können verwendet werden, um Timingfehler zu korrigieren und den Groove oder das rhythmische Feeling Ihrer Audio- oder MIDI-Aufnahmen zu ändern. Mit den Warp-Markern können Dinge in Aufnahmen repariert werden, die sonst nur durch komplizierte Bearbeitung oder gar nicht zu reparieren wären.

16.4.1 Metronom-Einstellungen

Sie k√∂nnen auf die Metronom-Einstellungen mit dem Ausklappmen√ľ rechts neben dem Metronom zugreifen oder durch √Ėffnen des Kontextmen√ľs mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf das Metronom.

Das Men√ľ l√§sst Sie die L√§nge des Vorz√§hlers vor einer Aufnahme einstellen (siehe 16.6). Sie k√∂nnen auch den Sound des Metronoms w√§hlen.

Die Rhythmus-Einstellungen erm√∂glichen Ihnen, die Taktunterteilungen und Notenwerte festzulegen, mit denen das Metronom tickt. Bei der Standardeinstellung ‚ÄúAuto‚ÄĚ folgt das Ticken dem Taktnenner. Taktunterteilungen, die nicht in einen Takt der aktuellen Taktart hineinpassen, erscheinen deaktiviert.

Sollte die aktuell gew√§hlte Taktunterteilung aufgrund eines Taktartwechsels nicht mehr in einen Takt hineinpassen, kehrt das Metronom zur ‚ÄúAuto‚ÄĚ-Einstellung zur√ľck. Wird jedoch die Taktart so ge√§ndert, dass die Unterteilung in den Takt wieder hineinpasst, kehrt auch das Metronom wieder zu der zuvor gew√§hlten Taktunterteilung zur√ľck.

Ist die Option Nur bei Aufnahme aktiv mit einem Häkchen versehen und das Metronom aktiviert, können Sie das Metronom nur während der Aufnahme hören. Wenn Sie im Arrangement mit aktiviertem Punch-In-Schalter aufnehmen, ist das Metronom erst nach dem Punch-In-Punkt zu hören.

Ist die Option Nur bei Aufnahme aktiv mit einem Häkchen versehen und die Wiedergabe läuft, erscheint das Metronom leuchtend markiert, als ob es an wäre, spielt jedoch erst, wenn die Aufnahme startet.

16.5 Das Aufnehmen quantisierter MIDI-Noten

Beim Aufnehmen von MIDI haben Sie die M√∂glichkeit, MIDI-Noten direkt w√§hrend der Aufnahme zu quantisieren. Die Wahlm√∂glichkeiten f√ľr die Quantisierung w√§hrend der Aufnahme im Bearbeiten-Men√ľ bestimmen, an welcher Taktunterteilung die aufgenommenen Noten ausgerichtet werden. Beim Aufnehmen in das Arrangement ist die Aufnahme-Quantisierung ein separater Schritt in Lives Widerrufen-Historie. Das bedeutet, dass sie mit dem Widerrufen-Befehl bei einer Aufnahme, die Sie mit Achteltriolen quantisiert haben, im Bedarfsfall lediglich die Quantisierung r√ľckg√§ngig machen k√∂nnen, ohne die Aufnahme selbst anzutasten.

Die Quantisierung kann nicht während einer Aufnahme in der Session- oder Arrangement-Ansicht geändert werden.

Bei der Overdub-Aufnahme mit aktiviertem Loop in der Clip-Ansicht wirken sich √Ąnderungen der Aufnahme-Quantisierung gleich aus und k√∂nnen nicht separat mit dem Widerrufen-Befehl r√ľckg√§ngig gemacht werden.

Mit dem Quantisieren-Befehl aus dem Bearbeiten-Men√ľ k√∂nnen MIDI-Noten auch nach der Aufnahme quantisiert werden, wie im Kapitel √ľber das Editieren von MIDI (siehe 10.4.7) beschrieben.

16.6 Aufnehmen mit Vorzähler

Der Vorz√§hler f√ľr die Aufnahme kann mit dem Ausklappmen√ľ neben dem Metronom-Schalter eingestellt werden. Wenn der Vorz√§hler-Wert dort auf etwas anderem als "None" steht, beginnt Live erst nach Ablauf des Vorz√§hlers mit der Aufnahme. Die Arrangement-Positionsanzeige im Transportbereich zeigt den Vorz√§hler in blau in Takten-Viertel-Sechzehntelnoten an.

CountIn.png
Der Vorzähler wird im Transportbereich angezeigt.

Der Vorzähler läuft von negativen Takten-Schlägen-Sechzehntelnoten (bei einer Vorzähler-Einstellung von zwei Takten beispielsweise beginnend bei -2.1.1.) bis zu 1.1.1., wo die Aufnahme dann beginnt.

Beachten Sie, dass der Vorzähler bei der Aufnahme nicht aktiv ist, wenn Live Link nutzt, zu einem externen MIDI-Gerät synchronisiert wird oder als ReWire-Slave (siehe Kapitel 29) betrieben wird.

16.7 Dateiformat f√ľr Aufnahmen w√§hlen

Die folgenden Einstellmöglichkeiten auf der Aufnehmen/Warpen/Launchen-Seite beziehen sich auf Dateien, die durch das Aufnehmen erzeugt werden:

  • Das Dateiformat f√ľr die von Live zu erzeugenden Audiodateien kann im Dateityp-Ausklappmen√ľ auf der Aufnehmen/Warpen/Launchen-Seite der Voreinstellungen gew√§hlt werden.
  • Die Bitaufl√∂sung f√ľr die von Live zu erzeugende Audiodateien kann im Bitaufl√∂sung-Ausklappmen√ľ auf der Aufnehmen/Warpen/Launchen-Seite der Voreinstellungen gew√§hlt werden.

Es kann sich sp√§ter als zeitsparend erweisen, sinnvolle Standardeinstellungen f√ľr die aufzunehmenden Clips auf der Aufnehmen/Warpen/Launchen-Seite der Voreinstellungen zu w√§hlen. Es ist insbesondere n√ľtzlich, durch eine entsprechende Grundeinstellung f√ľr den Warp-Modus grob die Art des aufzunehmenden Materials anzugeben. Falls Sie sich sp√§ter f√ľr ein anderes Song-Tempo entscheiden, kann das Programm automatisch und √ľblicherweise ohne weiteres Zutun eine gute Klangqualit√§t (siehe 9.3)gew√§hrleisten.

16.8 Wo sind die aufgenommenen Samples?

Aufgenommene Samples werden im Projekt-Ordner des aktuellen Sets unter Samples/Recorded abgelegt. Solange das Set nicht gesichert wurde, befinden sie sich im Temporären Ordner, dessen Speicherort auf der Dateien/Ordner-Seite der Voreinstellungen gewählt werden kann. Um zu gewährleisten, dass Live während der Aufnahme in ein neues Set nicht der Speicherplatz ausgeht, sollten Sie sicherstellen, dass der Temporäre Ordner auf einer Festplatte/Partition mit ausreichend viel freiem Platz liegt.

16.9 Die Fernsteuerung f√ľr das Aufnehmen verwenden

Durch das Verwenden der Tasten-Zuweisung und MIDI-Zuweisung (siehe Kapitel 26) können Sie Lives Aufnahmefunktionen steuern, ohne die Maus zu benutzen.

Sie k√∂nnen den Aufnahme- und die Transporttaster aus dem Transportbereich genauso fernsteuern wie die Arm-Schalter f√ľr das Aktivieren der Aufnahmebereitschaft. Um in Session-Slots aufzunehmen, k√∂nnen Sie die einzelnen Slot-Taster und auch die Bedienelemente f√ľr die relative Navigation fernsteuern, um die Aufnahme auszul√∂sen; zum Beispiel:

RelativeSessionMapUpDownButtons.png
Die Szene-Auf/Ab-Taster

Ein Taster wird verwendet, um zur nächsten Szene/dem nächsten Slot zu springen...

RelativeSessionMapTrackLaunch.png
Ein Spur-Start-Taster

... w√§hrend ein zweiter Taster die Aufnahme in dem gew√ľnschten Track startet und stoppt.

Auch die Pfeiltasten zum Navigieren bei der Step-Aufnahme (siehe 16.3.4) lassen sich zuweisen.

MapStepRecording.png
Die Step-Aufnahme Pfeiltasten.

Dies erm√∂glicht Ihnen zum Beispiel MIDI-Fu√üpedale f√ľr das Vor- und Zur√ľcksetzen des Einf√ľge-Markers im Clip zu verwenden, um beide H√§nde f√ľr das Spielen Ihres MIDI-Keyboards frei zu haben.

16.10 Capture - Das Einfangen von MIDI

Live scannt durchg√§ngig die MIDI-Eing√§nge von allen aufnahmebereit geschalteten Spuren (siehe 16.2) und allen Spuren mit aktiviertem Monitoring (siehe 14.1). Mit Capture k√∂nnen Sie Ihr gerade gespieltes Material auf diesen Spuren zur√ľckholen und in Clips umwandeln. Das ist besonders n√ľtzlich, wenn Sie vergessen haben, vor Ihrem Spiel die Aufnahmetaste zu dr√ľcken oder wenn Sie es bevorzugen, ohne jeglichen Aufnahmestress frei zu improvisieren und experimentieren.

CaptureButton.png
Die Capture-Taste im Transportbereich.

Um die MIDI-Noten einzufangen, die Sie gerade gespielt haben, dr√ľcken Sie die Capture-Taste. (Hinweis: mit Push (siehe Kapitel 27) oder Push 2 (siehe Kapitel 28) k√∂nnen Sie Capture triggern, indem Sie die Record-Taste halten und dann die New-Taste dr√ľcken.)

Capture verhält sich unterschiedlich, abhängig davon, in welchem Zustand sich Ihr Live-Set befindet. Wir schauen uns diese Unterschiede einmal näher an.

(Hinweis: Capture ist in der Lite-Edition nicht verf√ľgbar.)

16.10.1 Nach dem Start eines neuen Live-Sets

Enthält das Live-Set noch keine Clips und ist die Wiedergabe gestoppt:

  • Es wird ein neuer Clip auf jeder MIDI-Spur mit aktiviertem Monitoring erzeugt, der Ihre gespielte Phrase enth√§lt. Beachten Sie, dass Capture die Clips entweder nur der Session- oder der Arrangement-Ansicht hinzuf√ľgt, je nachdem, welche Ansicht gerade im Fokus ist.
  • Capture erkennt das Tempo Ihres Spiels, stellt das Song-Tempo dazu passend ein, setzt geeignete Loop-Grenzen und Ihre gespielten Noten passend ins Raster. Beachten Sie, dass Captures Tempo-Erkennung das Tempo in einem Bereich von 80-160 BPM setzt. Sollte ihr gespieltes Material au√üerhalb dieses Tempo-Bereichs liegen, k√∂nnen Sie das Song-Tempo auch einfach frei einstellen. (Tipp: um Capture das korrekte Erkennen einer Phrase zu erleichtern, empfehlen wir Ihr Spiel im nachfolgenden Takt auf der Eins oder einem Downbeat abzuschlie√üen.)
  • Lives Transport startet sofort und spielt den eingefangenen Loop ab. Hierdurch k√∂nnen Sie, wenn Sie m√∂chten, direkt Overdubs machen (im Abschnitt ‚ÄúIm bestehenden Set Material hinzuf√ľgen‚ÄĚ finden Sie mehr Informationen zum Overdubben mit Capture).
  • Ihr gespieltes Material wird komplett im Clip gespeichert und alle Noten, die Sie vor der erkannten Phrase gespielt haben, liegen vor dem Clip-Start. Hierdurch k√∂nnen Sie mit den Start/End- oder Loop-Markern einen anderen Loop einstellen. (Tipp: um nicht ben√∂tigtes Material au√üerhalb der Loop-Grenzen zu verwerfen, w√§hlen Sie nach [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf den Clip den Befehl Clip(s) stutzen.

16.10.2 Einem bestehenden Live-Set Material hinzuf√ľgen

Sollte Lives Wiedergabe laufen, es bereits andere Clips im Live-Set geben, oder das Tempo synchronisiert (siehe 29.4.2) oder automatisiert sein (siehe 19.5.5):

  • Capture probiert nicht ein Tempo zu erkennen und wird auch nicht das Song-Tempo √§ndern. Stattdessen nutzt Capture das aktuelle Tempo, um in ihrem Spiel eine musikalisch sinnvolle Phrase zu erkennen und daraus einen passenden Loop zu erzeugen.
  • W√§hrend die Wiedergabe l√§uft, k√∂nnen Sie zu den anderen Clips dazu spielen und improvisieren. Sie k√∂nnen Capture auch einsetzen, um einen spielenden Clip zu overdubben, einfach indem Sie auf der gleichen Spur dr√ľber spielen. Dr√ľcken der Capture-Taste f√ľgt ihr gerade gespieltes Material dem bestehenden Material im Clip hinzu, wodurch Sie Ihr Pattern nach und nach aufbauen k√∂nnen.
  • Ihr gesamtes gespieltes Material wird im Clip gespeichert und alle Noten, die sie vor der erkannten Phrase gespielt haben, liegen vor dem Clip-Start-Marker. Dies erm√∂glicht Ihnen, mit den Start/End- oder Loop-Markern auch einen anderen Loop einzustellen.

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