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14. Eingänge/Ausgänge und Signal-Routing

"Routing" bedeutet bei Live das Konfigurieren von Signalquelle und -ziel einer Spur, also ihres Ein- und Ausgangs. Das Routing wird meistens im Eingänge/Ausgänge-Bereich der Spuren im Mixer bestimmt, wo sich in jeder Spur Ausklappmenüs für die Wahl von Ein- und Ausgang finden. Der Eingänge/Ausgänge-Bereich des Mixers ist Lives "Patchbay."

Der Eingänge/Ausgänge-Bereich kann unabhängig voneinander in der Session- und der Arrangement-Sicht ein- oder ausgeblendet werden. Wählen Sie seine Sichtbarkeit mit dem I/O-Schalter bei den Wahlschaltern für das Einblenden der Mixerbereiche oder mit der Eingänge/Ausgänge-Option im Ansicht-Menü.

SessionMixerInOutSectionAndSectionSelector.png
Der Eingänge/Ausgänge-Bereich im Mixer und der Wahlschalter für die Anzeige der Mixerabteilungen

Der Eingänge/Ausgänge-Bereich besitzt für alle Spuren, die Clips abspielen können, das gleiche Layout:

  • Das obere Menü-Paar ("Audio/MIDI From") wählt den Eingang der Spur. Audio-Spuren besitzen einen Audio-Eingang, MIDI-Spuren einen MIDI-Eingang. Return-Spuren erhalten ihr Signal von ihren Sends (siehe 15.4).
  • Der Monitor-Wahlschalter wählt die Monitor-Betriebsart, das ist die Bedingung, unter der das Eingangssignal durch die Spur abgehört wird.
  • Das untere Menü-Paar ("Audio/MIDI To") wählt den Ausgang der Spur. Alle Spuren geben Audiosignale aus, mit Ausnahme der MIDI-Spuren ohne Instrumente. Sie erinnern sich: Instrumente konvertieren MIDI zu Audio (siehe 4.8).

Das obere der beiden Menüs in einem Menü-Paar wählt die Signalkategorie ("Ext." zum Beispiel, für von außen über ein Audio- oder MIDI-Interface zugeführte Signale); dieses Menü wird als Eingangs-/Ausgangstyp-Wahlmenü bezeichnet. Wenn der gewählte Signaltyp eine Unterauswahl ermöglicht beziehungsweise mehrere Kanäle besitzt, kann die entsprechende Auswahl im unteren der beiden Menüs getroffen werden, dem Eingangs/Ausgangskanal-Wahlmenü. Bezogen auf unser "Ext."-Beispiel, wären hier die individuellen Audio/MIDI-Ein- und -Ausgänge wählbar.

14.1 Monitor-Funktion

Mit "Monitoring" ist bei Live gemeint, dass das Eingangssignal einer Spur zu ihrem Ausgang geleitet wird. Nehmen wir an, Sie haben eine Audio-Spur so konfiguriert, dass sie ihr Signal von einer Gitarre erhält. Monitoring bedeutet dann, dass das Signal der live gespielten Gitarre am Ausgang der Spur abgehört wird, nachdem es die Gerätekette der Spur durchquert hat. Ist der Ausgang der Spur auf "Master" gestellt, können Sie das Gitarrensignal nach dem Durchqueren aller eingesetzten Effekte und verzögert um die Latenz der verwendeten Audio-Hardware über Ihre Lautsprecher abhören.

Der Eingänge/Ausgänge-Bereich bietet in jeder Audio- und MIDI-Spur einen Monitor-Wahlschalter mit den folgenden drei Optionen:

  • Die standardmäßige Monitor-Einstellung Auto ist für die meisten üblichen Aufnahmeanwendungen die richtige Wahl: Das Monitoring ist an, wenn die Spur scharf geschaltet (aufnahmebereit) ist (siehe Kapitel 16), jedoch aus, solange wie Clips auf der Spur abgespielt werden.
ArmButtons.png
Schalter für die Aufnahmebereitschaft von Audio- und MIDI-Spuren.
  • Um das Eingangssignal des Tracks dauerhaft und unabhängig davon abzuhören, ob er scharf geschaltet ist oder einen Clip spielt, wählen Sie In . Diese Einstellung verwandelt den Track in das, was bei manchen Systemen als "Aux" bezeichnet wird: Der Track wird nicht zum Aufnehmen, sondern zum Einspeisen eines externen Signals benutzt (zum Beispiel von einem ReWire-Programm). Mit dieser Einstellung wird das Ausgangssignal von Clips unterdrückt. Eine Monitor-Einstellung von "In" ist auch bei ausgeblendetem Eingänge/Ausgänge-Bereich leicht an der orangenen Farbe des Track-Ein/Aus-Schalters zu erkennen.
  • Das Monitoring kann durch Wahl von Off komplett unterbunden werden. Das ist nützlich, wenn man akustische Instrumente aufnimmt, die "durch die Luft" abgehört werden, wenn man ein externes Mischpult zum Abhören benutzt oder eine Audio-Hardware mit "Direct-Monitoring"-Option besitzt, die den Rechner beim Abhören umgeht, um Latenz zu vermeiden. Es ist prinzipiell empfehlenswert, mit einem Audio-Interface zu arbeiten, das eine vernachlässigbare Latenz (ein paar Millisekunden) besitzt. Wenn Sie mit abgeschaltetem Monitoring in Live aufnehmen, werden Sie eventuell die Einstellung für die globale Latenz in den Audio-Voreinstellungen justieren wollen, wie es in dem in das Programm integrierten Kurs zum Vornehmen der Audio-Einstellungen beschrieben ist.

Sind mehrere Spuren gleichzeitig selektiert, wird eine neu gemachte Monitoreinstellung (Klick auf den gewünschten Monitor-Schalter) auf alle gewählten Spuren angewendet.

14.2 Ein- und Ausgabe externer Audiosignale

Die Eingänge des verwendeten Audio-Interfaces werden durch Auswahl von "Ext. In" im Eingangstyp-Wahlmenü einer Audio-Spur gewählt. Im Wahlmenü für den Eingangskanal stehen dann die individuellen Eingangskanäle zur Wahl. Den Einträgen in diesem Menü stehen kleine Aussteuerungsanzeigen zur Seite, die Ihnen dabei helfen, das Anliegen eines Signals und eventuelle Übersteuerungen (die Aussteuerungsanzeige blinkt rot) zu erkennen. Das Auswählen von Ausgängen des Audio-Interfaces erfolgt entsprechend über das Menü-Paar für die Ausgangswahl. Sind mehrere Spuren gleichzeitig selektiert, werden alle Änderung dieser Wahlmenüs auf alle gewählten Spuren übertragen.

Die Liste der zur Verfügung stehenden Ein- und Ausgänge hängt von den Audio-Voreinstellungen ab, die durch die Option "Configure..." in den Eingangs- und Ausgangs-Wahlmenüs aufgerufen werden können. Beachten Sie, dass die Audio-Voreinstellungen auch Zugriff auf den Kanal-Konfigurationsdialog erlauben, der bestimmt, welche Ein- und Ausgänge benutzt werden sollen und ob sie Live als Mono oder paarweise als Stereokanäle zur Verfügung stehen sollen. Der Kanal-Konfigurationsdialog teilt Live alles mit, was das Programm über die Verbindung des Rechners mit den anderen Audio-Komponenten Ihres Studios wissen muss.

14.2.1 Mono/Stereo-Konvertierungen

Wenn ein Monosignal als Eingang eine Spur gewählt wird, zeichnet die Spur Mono-Samples auf, andernfalls Stereo-Samples. Die Signale in der Gerätekette der Spur sind immer stereo, auch wenn das Eingangssignal der Spur mono ist oder die Spur ein Mono-Sample abspielt.

Mono wird einfach dadurch zu stereo, dass für den linken und den rechten Kanal dasselbe Signal verwendet wird. Wenn eine Spur auf einen Monoausgang geroutet wird, werden linke und rechte Seite einfach addiert und um 6 dB im Pegel reduziert, um Übersteuerungen zu vermeiden.

14.3 Ein- und Ausgabe von MIDI

MIDI aus der Außenwelt wird genau wie Audio in Live hinein geleitet. Im Wahlmenü für den Eingangstyp einer MIDI-Spur können Sie entweder einen bestimmten MIDI-Eingangs-Port oder den Eintrag "All Ins" wählen, der für die gemischten Signale aller externen MIDI-Eingangs-Ports steht. Das Wahlmenü für den Eingangskanal stellt die individuellen MIDI-Kanäle des gewählten MIDI-Ports und mit "All" das gemischte Signal aller Kanäle zur Wahl. Wie bei den Audiokanälen, finden sich auch im MIDI-Kanal-Wahlmenü neben jedem Eintrag kleine LED-Ketten, die eine MIDI-Aktivität auf dem entsprechenden Kanal anzeigen. Sind mehrere MIDI-Spuren gleichzeitig selektiert, werden alle Änderung dieser Wahlmenüs auf alle gewählten Spuren übertragen.

14.3.1 Die MIDI-Port-Liste in den Voreinstellungen

MidiPreferencesDeviceList.png
Die MIDI-Port-Liste in den Voreinstellungen.

Im MIDI Ports-Bereich der MIDI/Sync-Voreinstellungen können Sie konfigurieren, welche MIDI-Ports für Live verfügbar sein sollen. Alle insgesamt verfügbaren Ein- und Ausgangs-Ports sind hier gelistet. Damit Lives Spuren von einem bestimmten MIDI-Port Daten empfangen oder Daten an ihn senden können, muss der betreffende Schalter in der Spur-Spalte auf An stehen. Sie können eine beliebige Anzahl von MIDI-Ports für das Senden und Empfangen von Daten mit den Spuren verwenden; in den Eingänge/Ausgänge-Menüs des Mixers können Sie diese separat anwählen.

14.3.2 MIDI mit der Rechnertastatur erzeugen

Auch die Computer-Tastatur kann zur Eingabe von MIDI-Noten benutzt werden. Um die MIDI-Rechnertastatur zu aktivieren, schalten Sie den MIDI-Rechnertastatur-Schalter im Transportbereich ein oder drücken CTRL - Shift - K (PC) / CMD [Shift K (Mac) als Tastaturbefehl für den entsprechenden Befehl im Optionen-Menü.

ComputerMidiKeyboard.png
Aktivieren der MIDI-Rechnertastatur.

Auf der Tastatur können mit der mittleren Buchstabenreihe Noten gespielt werden, die den weißen Klaviertasten entsprechen. Die linke Taste (A) startet dabei mit der Note C3. Die schwarzen Klaviertasten sind auf der obersten Buchstabenreihe der Tastatur angeordnet. Die fünf links liegenden Buchstaben der unteren Reihe (Y,X,C,V, und B) werden zur Transponierung des Notenbereichs und zum Einstellen der Anschlaggeschwindigkeit (Velocity) wie folgt benutzt:

  • Die beiden ganz links liegenden Tasten (Y und X) stellen die Oktave (jeweils +12/-12 Halbtöne) für das Keyboard ein.
  • Die beiden nächsten Tasten (C and V) ändern die Anschlagsgeschwindigkeit (Velocity) der gespielten Noten in 20er-Schritten (20, 40, 60, usw.).

Wenn die Rechnertastatur so eingestellt ist, dass sie Noten zwischen C3 und C4 erzeugt, entspricht die mittlere Reihe der Tastatur (ASDF...) genau den Sample-Slots des Percussion-Samplers Impulse (siehe 24.5). Das bedeutet, dass Sie Drum-Pattern auch nur mit einer Computer-Tastatur spielen und aufnehmen können.

Beachten Sie, dass die aktivierte MIDI-Rechnertastatur Tasten "stehlen" kann, die eventuell für die Fernbedienung (siehe 26.2.5) von Elementen der Live-Oberfläche zugewiesen wurden. Um das zu vermeiden, können Sie die MIDI-Rechnertastatur deaktivieren, wenn sie nicht gebraucht wird.

14.3.3 Externe Synthesizer ansteuern

Das Routen von MIDI an einen externen Synthesizer ist sehr einfach: Im Ausgangstyp-Wahlmenü wird der MIDI-Port gewählt, an den der Synthesizer angeschlossen ist; im Ausgangskanal-Wahlmenü wählt man den MIDI-Kanal, auf dem gesendet werden soll.

Zusätzlich zum Routing über den Eingänge/Ausgänge-Bereich einer Spur besteht auch die Möglichkeit, mithilfe eines External-Instrument-Geräts (siehe 24.4) direkt aus der Gerätekette einer Spur zu routen. In diesem Fall können Sie MIDI zum externen Synthesizer senden und sein Audiosignal zurückführen -- und zwar beides innerhalb einer einzelnen Spur. (Hinweis: Das External-Instrument-Gerät ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfügbar.)

Wichtig: Wenn Sie einen Synthesizer mit Tastatur als Masterkeyboard zum Einspielen in Live und gleichzeitig als Klangerzeuger nutzen, dann überprüfen Sie bitte seine "Local Off"-Funktion. Jeder Synthesizer mit Tastatur besitzt diese Funktion, die dazu dient, die Tastatur von der Klangerzeugung abzukoppeln und es so erlaubt, beide Komponenten als unabhängige Geräte zu nutzen. Sie können dadurch Live als Zentrale Ihres MIDI-Studios und mithin dazu verwenden, die von der Tastatur empfangenen MIDI-Daten wie gewünscht an die Klangerzeuger zu verteilen und mit den MIDI-Daten der Clips zu mischen.

14.3.4 MIDI-Eingangs/Ausgangs-Anzeigen

In Lives Transportbereich finden sich drei "LED"-Paare, die empfangene und ausgegebene MIDI-Daten anzeigen. Diese Anzeigen informieren nicht nur über das Vorhandensein von Signalen, sondern auch über ihre Verwendung. In jedem Paar zeigt die obere LED empfangene und die untere gesendete MIDI-Daten an.

ControlBarMidiIndicators.png
Die MIDI-Anzeigen in der Transportleiste

Die drei Anzeigenpaare repräsentieren von links nach rechts:

  1. MIDI-Clock- und Timecode-Signale, die zum Synchronisieren von Live mit anderen Sequencern verwendet werden (siehe 30.1). Beachten Sie, dass diese Anzeigen nur dann zu sehen sind, wenn Sie eine externe Sync-Quelle in der MIDI-Port-Liste der Voreinstellungen aktiviert haben;
  2. MIDI-Nachrichten, die für die Fernsteuerung von Elementen der Bedienoberfläche genutzt werden (siehe Kapitel 26);
  3. MIDI-Nachrichten, die von Lives MIDI-Spuren stammen oder zu diesen geleitet werden.

MIDI-Nachrichten, die für die Fernsteuerung von Elementen der Live-Bedienoberfläche genutzt werden, sind durch diese Zuweisung "aufgebraucht" und werden nicht mehr an die MIDI-Spuren geleitet. Das kann Verwirrung stiften, die durch einen Blick auf die Anzeigen aber leicht zu beseitigen ist.

14.4 Das Routen von ReWire-Slaves

Live kann im Zusammenspiel mit anderen ReWire-Anwendungen als Master oder Slave benutzt werden. Als ReWire-Master kann Live MIDI an jeden ReWire-Slave senden und Audio von jedem Slave empfangen, der auf dem gleichen Rechner installiert ist.

MixerInOutForMidiToAudioFromReason.png
Eine MIDI-Spur, die MIDI an Reason sendet, und eine Audio-Spur, die Audio von dort empfängt.

Das folgende Beispiel zeigt, wie MIDI-Daten von eine MIDI-Spur in Live an ein Instrument in Propellerheads Reason und die erzeugten Audiosignale zurück in eine Audio-Spur geleitet werden:

  1. Zuerst starten Sie bitte Live.
  2. Dann starten Sie Reason und konfigurieren das Reason-Rack wie gewünscht.
  3. Wählen Sie in der MIDI-Spur "Reason" aus dem Wahlmenü für den Ausgangstyp.
  4. Das Menü darunter zeigt Ihnen eine Liste der Instrumente an, die sich gerade im Reason-Rack befinden; wählen Sie das Instrument aus, das Sie ansteuern wollen.
  5. Wählen Sie in der Audio-Spur "Reason" aus dem Wahlmenü für den Eingangstyp.
  6. Wählen Sie in der Audio-Spur aus dem Eingangskanal-Wahlmenü den Audiokanal des Instruments, zu dem Sie MIDI senden.
  7. Stellen Sie den Monitor-Wahlschalter der Audio-Spur auf "In".
  8. Wählen Sie "All Ins" mit dem Wahlmenü für den Eingangstyp der MIDI-Spur.
  9. Schalten Sie die MIDI-Spur aufnahmebereit.

Nun werden alle an Live geschickten MIDI-Daten an Reason weitergeleitet, die von Reason erzeugten Audiosignale dagegen werden zur Audio-Spur geschickt und können mit Lives Mixer und Effekten bearbeitet werden. Wenn Sie die Arbeit an einem Projekt ohne erneutes Öffnen von Reason fortsetzen wollen, können Sie seine Audiosignale einfach durch Scharfschalten der Audio-Spur und Einschalten der Aufnahmebetriebsart aufzeichnen.

Eine ähnliche Verbindung ist mit einem External-Instrument-Gerät möglich. Das folgende Beispiel zeigt, wie MIDI-Daten aus der Gerätekette einer Spur gesendet und das Audiosignal in die gleiche Spur zurückgeführt wird:

  1. Zuerst starten Sie bitte Live.
  2. Dann starten Sie Reason und konfigurieren das Reason-Rack wie gewünscht.
  3. Fügen Sie ein External-Instrument-Gerät in eine MIDI-Spur ein.
  4. Wählen Sie "Reason" aus dem oberen MIDI-To-Menü des External-Instrument-Geräts.
  5. Das Menü darunter zeigt Ihnen eine Liste der Instrumente an, die sich gerade im Reason-Rack befinden; wählen Sie das Instrument aus, das Sie ansteuern wollen.
  6. Wählen Sie im Audio-From-Menü des External-Instrument-Geräts den Audiokanal des Instruments, zu dem Sie MIDI senden.
  7. Schalten Sie die MIDI-Spur aufnahmebereit.
  8. Passen Sie den Pegel des externen Instruments mit dem Gain-Regler des External-Instrument-Geräts wie gewünscht an.

14.5 Resampling

Lives Master-Ausgang kann auf eine Audio-Spur geleitet und dort aufgenommen werden, was man als Resampling bezeichnet. Resampling kann eine spaßige und nützliche Sache sein, da Sie damit Samples von dem Erzeugen können, was gerade in einem Live Set vorgeht und diese sofort integrieren können. Es kann auch verwendet werden, um Tracks mit Prozessor-intensiven Geräten aufzuzeichnen, so dass die Geräte gelöscht werden können, oder um vor dem Rendern auf die Festplatte etwas vorzuhören (siehe 5.2.3).

Die Option "Resampling" im Eingangstyp-Menü jeder Audio-Spur routet den Master-Ausgang zu dieser Spur. Sie können dann entscheiden, was genau Sie resampeln wollen, indem Sie die Spuren, die den Master speisen, nach Belieben einstellen und stumm oder solo schalten. Sie werden wahrscheinlich die Aussteuerungsanzeige des Masters im Auge behalten und den Pegel so einstellen wollen, dass er möglichst hoch ist, ohne Verzerrungen hervorzurufen (angezeigt durch Rot in der Aussteuerungsanzeige). Dann können Sie die Spur aufnahmebereit schalten und in beliebige ihrer leeren Clip-Slots aufnehmen (siehe 16.3.2). Beachten Sie, dass der Ausgang der Aufnahme-Spur während des Resamplings unterdrückt und nicht zum Bestandteil der Aufnahme wird.

Samples die mittels Resampling erzeugt wurden, werden im Projekt-Ordner (siehe 5.6) des aktuellen Sets unter Samples/Recorded abgelegt. Solange das Set noch nicht gesichert ist, befinden Sie sich im Temporären Ordner (siehe 16.8).

14.6 Internes Routing

Lives Mixer und die Geräte für das externe Routing ermöglichen es auch, Signale zwischen Spuren hin und her zu routen. Diese Routing-Möglichkeiten wirken möglicherweise auf den ersten Blick verwirrend, bieten aber sehr nützliche kreative und technische Optionen. Im Mixer kann das Routing von Spur zu Spur auf zwei Weisen erfolgen:

  1. Spur A ist so konfiguriert, dass sie ihr Ausgangssignal zu Spur B schickt. Dies ist möglich, da jede Spur, die das Signal von Spur A empfangen kann, in deren Ausgangstyp-Wahlmenü auftaucht.
  2. Spur B ist so konfiguriert, dass sie ihr Eingangssignal von Spur A empfängt. Dies ist möglich, da jede Spur, die ein Signal des passenden Typs liefert, im Eingangstyp-Wahlmenü von Spur B auftaucht.
TwoWaysToRouteTrackAIntoTrackB.png
Zwei Möglichkeiten, um Spur A in Spur B zu routen.

Beide Varianten führen dazu, dass das Signal von Track A in Track B geleitet wird. Bei der ersten werden die Eingangs/Ausgangs-Wahlmöglichkeiten von Track B nicht benutzt, und wir können jederzeit weitere Tracks so konfigurieren, dass sie ihre Signale zusätzlich an Track B leiten. In diesem Szenario lässt das Soloschalten von Spur B weiterhin erlauben die Ausgänge der Spuren hören, die in Spur B geleitet werden. Sie können auch Spur A soloschalten und ihr Ausgangssignal hören. In diesem Fall werden alle anderen Spuren stumm geschaltet, einschließlich derjenigen, die eventuell ebenfalls in Spur B geleitet werden. Technisch gesehen ist das was Sie hören der Ausgang von Spur B, aus dem alles mit Ausnahme des Signals von Spur A entfernt wurde.

Die zweite Variante wiederum lässt die Eingangs/Ausgangs-Wahlmöglichkeiten von Spur A unangetastet und weist lediglich Spur B an, das Ausgangssignal von Spur A als Eingangssignal zu nutzen. Wir können ganz einfach mehrere Spuren anweisen, genau das gleiche wie Spur B zu tun und ebenfalls das Ausgangssignal von Spur A zu führen. Das Schichten mehrerer Instrumente ist ein gutes Beispiel für ein entsprechendes "Eine-zu-vielen"-Routing.

14.6.1 Abgriffe für das interne Routing

Signale wandern von Lives Spuren in die Geräteketten dieser Spuren und dann in den Mixer, wo sie eventuell gepannt und mit den Fadern in der Lautstärke angepasst werden.

Immer wenn im Eingänge-Menü einer Spur eine andere Spur ausgewählt wurde (wie im letzten Abschnitt unter 2. beschrieben), kann das empfangene Signal an einem von drei verschiedenen Punkten abgegriffen werden, die im Eingangskanal-Menü wählbar sind: Pre FX, Post FX oder Post Mixer.

TrackRoutingTapPoints.png
Abgriffe für das Spur-Routing.
  • Pre FX greift das Signal direkt von der Spur ab, bevor es an die Gerätekette (FX) oder den Mixer geleitet wird. Darum haben Änderungen an den Geräten oder dem Mixer keinen Einfluss auf das hier abgegriffene Signal. Das Solo-Schalten einer Spur, die das Signal einer anderen Spur Pre FX abgreift, erlaubt Ihnen ein Abhören der abgegriffenen Spur.
  • Post FX greift das Signal am Ausgang der Gerätekette (FX) der Spur ab, aber bevor es an den Mixer der Spur geleitet wird. Änderungen an der Gerätekette werden deswegen in diesem Fall einen Einfluss auf das abgegriffene Signal haben, Änderungen am Mixer jedoch nicht. Das Solo-Schalten einer Spur, die das Signal einer anderen Spur Post FX abgreift, erlaubt Ihnen ein Abhören der abgegriffenen Spur.
  • Post Mixer greift das endgültige Ausgangssignal der Spur ab, nachdem dieses die Gerätekette und den Mixer passiert hat. Das Solo-schalten einer Spur, die das Signal einer anderen Spur Post Mixer abgreift, erlaubt Ihnen kein Abhören der abgegriffenen Spur.

Routing-Abgriffe in Racks

TrackRoutingChainTapPoints.png
Abgriffpunkte für jede Kette in einer Spur.

Besitzt eine Spur ein oder mehrere Instrument- oder Effekt-Racks (siehe Kapitel 18) in ihrer Gerätekette, stehen interne Routing-Punkte (Pre FX, Post FX und Post Mixer) für jede Kette innerhalb des Racks zur Verfügung. Enthält eine Spur ein oder mehrere Drum-Racks (siehe 18.6), stehen interne Routing-Punkte für jede Return-Kette des Racks zur Verfügung. Jedes Rack wird auch im Eingangskanal-Menü erscheinen:

  • (Name des Racks) | (Name der Kette) | Pre FX -- Das Signal wird dort abgegriffen, wo es ins Rack eingespeist wird und bevor es die Geräte der Kette erreicht.
  • (Name des Racks) | (Name der Kette) | Post FX -- Das Signal will am Ende der Kette abgegriffen und bevor es den Mixer der Kette erreicht.
  • (Name des Racks) | (Name der Kette) | Post Mixer -- Das Signal wird am Ausgang des Mixers der Kette abgegriffen, das ist genau vor dem Punkt, an dem alle Ketten des Racks summiert werden, um den Ausgang des Racks zu bilden.

Das Soloschalten einer Spur, die eine Kette an einem dieser Punkte abgreift, erlaubt es Ihnen weiterhin, den Ausgang dieses Punkts zu hören.

14.6.2 Internes Routing verwenden

Dieser Abschnitt bietet verschiedene detaillierte Anwendungsbeispiele für das interne Routing.

Aufnehmen mit Effekten

Nehmen wir an, dass Sie das Signal einer Gitarre in Live leiten und Spur für Spur einen Song aufbauen, indem Sie eine Aufnahme nach der anderen machen. Es ist zweifellos nützlich, separate Effektketten in jeder Spur zu haben, um die einzelnen Aufnahmen mit unterschiedlichen Effekten versehen zu können - nach dem Aufnehmen. Sie werden das Gitarrensignal jedoch eventuell auch vor der Aufnahme durch verschieden Effekte leiten (ein Noise Gate oder eine Ampsimulation zum Beispiel) und das mit diesen Effekten bearbeitete Signal aufnehmen wollen.

PostFxRecordingRoutingExample.png
Eine Beispiel-Konfiguration für das Aufnehmen "Post FX".

Das ist einfach zu bewerkstelligen, indem man eine spezielle Audiospur nur für das Bearbeiten und Abhören des ankommenden Gitarrensignals verwendet. Wir nennen diese Spur "Gitarre" und ziehen die gewünschten Effekte in ihre Gerätekette. Wir nehmen nicht direkt in der Gitarren-Spur auf; stattdessen erzeugen wir einige weitere Spuren für das Aufnehmen. Diese Spuren sind alle so eingestellt, dass sie ihr Signal Post FX von der Gitarren-Spur erhalten. Beachten Sie, dass wir das Signal auch Post Mixer hätten abgreifen können, falls wir auch die Panorama- oder Lautstärke-Einstellung hätten aufnehmen wollen.

Zum Abhören stellen wir den Monitor-Wahlschalter der Guitar-Spur auf On, denn wir wollen die Gitarre unabhängig vom sonstigen Geschehen in Live immer durch diese Spur abhören. Die Monitor-Schalter der anderen Spuren stellen wir auf Off.

MIDI als Audio aufnehmen

Wenn man mit MIDI und komplexen Software-Instrumenten arbeitet, ist es manchmal sinnvoller, die resultierenden Audiosignale und nicht die empfangenen MIDI-Daten aufzuzeichnen. Eine einzelne MIDI-Note kann beispielsweise Native Instruments' Synthesizer Absynth dazu veranlassen, etwas zu produzieren, was sich mehr nach einem ganzen Stück als nach einer einzelnen Note anhört. Ein solches Klangereignis bietet sich eher für die Weiterverarbeitung als Audioaufnahme, denn als MIDI-Note in einem MIDI-Clip an - besonders wenn man die Bearbeitungs-Optionen vergleicht.

RecordingAbsynthAsAudioRoutingExample.png
Das Signal eines komplexen Instruments in Audio-Spuren aufzeichnen.

Mit einer Konfiguration, die der oben beschriebenen (siehe “Aufnehmen mit Effekten”) ähnelt, lässt sich diese Aufgabe lösen. Wir nutzen eine MIDI-Spur zum Spielen des virtuellen Instruments und zusätzliche Audio-Spuren, um das Signal des Instruments aufzuzeichnen.

Submixe erzeugen

DrumSubMixRoutingExample.png
Einen Submix für einzelne Sounds eines Drumkits erzeugen.

Nehmen wir an, dass die einzelnen Sounds eines Drumkits nach einer Mehrspuraufnahme auf einzelnen Spuren liegen. Im Mix können wir sehr einfach die Lautstärke der einzelnen Sounds beeinflussen, der Lautstärkeabgleich zwischen dem gesamten Drumkit und dem Rest der Musik ist dagegen weniger bequem zu bewerkstelligen. Wir verwenden deswegen eine zusätzliche Audio-Spur für den Submix der Drums. Die einzelnen Drum-Spuren sind alle so konfiguriert, dass sie ihre Signale an die Submix-Spur leiten, die ihr Signal wiederum zum Master schickt. Die Submix-Spur stellt uns eine handliche Möglichkeit zur Lautstärkeregelung des gesamten Drumkits zur Verfügung.

Alternativ können Sie die einzelnen Drum-Spuren auf eine Gruppen-Spur (siehe 15.3) zusammenlegen und so die Flexibilität Ihrer Bearbeitung weiter erhöhen. Das Gruppieren ermöglicht Ihnen auch das schnelle Anzeigen und Verbergen aller in der Gruppe enthaltenen Spuren.

SendsOnlySubmix.png
Submixe durch Setzen des Ausgangstyps einer Spur auf Sends Only.

Eine dritte Möglichkeit für Submixe bieten Lives Return-Spuren. Hierfür wird die Sends-Only-Option beim Ausgangstyp einer Spur gewählt und die gewünschte Lautstärke mittels Send-Regler eingestellt. Die entsprechende Return-Spur agiert dann als Submixer-Kanal.

Mehrere MIDI-Spuren spielen das gleiche Instrument

Stellen Sie sich eine MIDI-Spur mit einem virtuellen Instrument vor - beispielsweise einem Simpler, der einen Flächen-Sound spielt. Wir haben bereits MIDI-Clips in der Spur aufgenommen und merken dann, dass wir eine unabhängige parallele Aufnahme für das gleiche Instrument wünschen. Wir fügen darum eine weitere MIDI-Spur ein. Zwar könnten wir nun einfach einen weiteren Simpler in die neue Spur ziehen, wir würden aber lieber auch für diese Spur den Simpler aus der Pad-Spur verwenden, damit wir durch Ändern seiner Klangeinstellungen die Noten beider Spuren gleichzeitig beeinflussen können.

SeveralMidiTracksPlayingSameInstrumentRoutingExample.png
Das Einspeisen einer zusätzlichen MIDI-Spur in eine bestehende, um ebenfalls deren Instrument zu verwenden.

Dies erreichen wir dadurch, dass wir im Ausgangstyp-Wahlmenü der neuen MIDI-Spur "Pad" auswählen. Beachten Sie, dass im Ausgangskanal-Wahlmenü daraufhin mehrere mögliche Ziele erscheinen: Wir können das Ausgangssignal der neuen Spur entweder in den Eingang der Pad-Spur oder direkt an den Simpler leiten. Die Option "Track In" im Ausgangskanal-Wahlmenü repräsentiert das Eingangssignal der Pad-Spur (das aufgenommen werden kann). Das Aufnehmen ist aber nicht unsere Absicht, deswegen wählen wir stattdessen "Simpler Ch.1", um das Signal der neuen Spur direkt und unter Umgehung der Aufnahme- und Monitoringstufen an den Simpler zu senden. Mit dieser Konfiguration können wir MIDI-Aufnahmen auf jeder der beiden Spuren erzeugen und alle werden den gleichen Pad-Sound spielen.

SeveralMidiTracksPlayingSameInstrumentRoutingExample2.png
Das Instrument wurde in einer gesonderten Spur isoliert.

Wir könnten uns nun daran stören, dass das Stummschalten der Pad-Spur (durch das Ausschalten seines Aktivierungsschalters) auch die andere MIDI-Spur deaktiviert. Um genau zu sein spielt sie zwar noch, sendet ihre MIDI-Daten aber an ein aus dem Mix entferntes Instrument. Dergleichen lässt sich leicht vermeiden, indem man die Clips aus der Pad-Spur ausschneidet und in eine dritte Spur einfügt, die separat stummgeschaltet werden kann (und auch ihre eigenen MIDI-Effekte besitzen kann). Die ursprüngliche Pad-Spur beherbergt nun nur noch das Instrument. Da wir keine neuen Clips in dieser Spur aufzeichnen werden, können wir ihr Eingangstyp-Wahlmenü auf "No Input" stellen. Dadurch verschwindet ihr Schalter für das Aktivieren der Aufnahmebereitschaft, was bei ausgeblendetem Eingangs/Ausgangsbereich im Mixer Verwirrung vermeiden hilft.

Einzelausgänge von Instrumenten abgreifen

Manche Software-Instrumente wie beispielsweise Lives Percussion-Sampler Impulse, bieten mehrere Ausgänge für die von ihnen erzeugten Signale an. Standardmäßig mischt Impulse die Ausgänge seiner acht Sample-Slots intern und liefert diese Mischung an den Audioausgang des Instruments. Alle nachgeschalteten Effekte in der gleichen Spur bearbeiten diese Signalmischung. Manchmal ist es aber wünschenswert, einzelne Sounds aus dieser Mischung zu extrahieren, um sie gesondert zu bearbeiten. Da Impulse seine Sample-Slots als separate Signalquellen für Spuren anbietet, ist dies kein Problem.

ImpulseIndividualOutRoutingExample.png
Die Einzelausgänge von Impulse für die unabhängige Bearbeitung von Sample-Slots nutzen.

Wir erzeugen einfach einen Audio-Track, in dessen Eingangstyp-Wahlmenü wir den Track mit Impulse wählen. Das Eingangskanal-Wahlmenü bietet daraufhin zusätzlich zu Pre FX, Post FX und Post Mixer die den acht Sample-Slots zugehörigen Einzelausgänge von Impulse an, die jeweils den Namen des im Slot verwendeten Samples tragen. Beachten Sie, dass das Routen eines Einzelausgangs auf einen individuellen Track automatisch sein Signal aus dem internen Hauptmix von Impulse entfernt. Dieses praktische und bequeme Verhalten ist allerdings leider nicht bei allen Plug-In-Instrumenten Standard. Das Solo-schalten einer Spur, die einen Einzelausgang von Impulse abgreift, wird Ihnen weiterhin erlauben, den Ausgang des betreffenden Slots zu hören.

Das Verwenden multitimbraler Plug-In-Instrumente

Viele Plug-In-Instrumente unterstützen den multitimbralen Betrieb. Ein multitimbrales Instrument verhält sich wie mehrere Instrumente in einem, wobei jede Komponente oder jeder "Part" (oder welchen Begriff der Hersteller auch immer verwendet) MIDI auf einem separaten MIDI-Kanal empfängt. Üblicherweise bietet ein multitimbrales Instrument Einzelausgänge an, so dass die Parts separat an den Mixer geführt werden können. Eventuell bietet das Instrument auch selbst einen Submixer an.

MultiTimbralInstrumentRoutingExample.png
Mehrere Spuren leiten MIDI an die Parts eines multitimbralen Instruments und empfangen ihre Audiosignale.

Das Senden von MIDI aus dem Mixer an ein multitimbrales Instrument ist eine Variation des weiter oben beschriebenen Falls (siehe “Mehrere MIDI-Spuren spielen das gleiche Instrument”). Eine MIDI-Spur beherbergt das multitimbrale Instrument und zusätzliche MIDI-Spuren spielen die einzelnen Parts. Im Ausgangstyp-Wahlmenü jeder zusätzlichen MIDI-Spur ist die Spur mit dem Instrument ausgewählt; im Wahlmenü für den Ausgangskanal der gewünschte MIDI-Kanal. Für das Abgreifen der Einzelausgänge können dann wie weiter oben beschrieben (siehe “Einzelausgänge von Instrumenten abgreifen”)zusätzliche Audio-Spuren verwendet werden.

Es ist möglich, das Gerät External Instrument auch zum Routen von MIDI an (und Audio von) die zusätzlichen Parts/Ausgänge von multitimbralen Plug-Ins zu verwenden. Dies macht es überflüssig, eine zusätzliche Audio-Spur für jeden abgegriffenen Ausgang zu erzeugen:

  1. Fügen Sie das multitimbrale Instrument in eine MIDI-Spur ein.
  2. Fügen Sie ein External-Instrument-Gerät in eine andere MIDI-Spur ein.
  3. Wählen Sie die Spur, die das Instrument enthält, im ersten MIDI-To-Menü des External-Instrument-Geräts aus.
  4. Wählen Sie den MIDI-Kanal, auf dem gesendet werden soll, im zweiten MIDI-To-Menü des External-Instrument-Geräts aus.
  5. Wählen Sie im Audio-From-Menü des External-Instrument-Geräts den zusätzlichen Ausgang des Plug-Ins an, an den der mit MIDI angesteuerte Part sein Signal sendet.

Wiederholen Sie die Schritte 2-5, um weitere Parts Ihres multitimbralen Instruments abzugreifen. Sie könnten auch das ganze System mit den External-Instrument-Geräten in eine Spur packen, indem Sie jedes in der Kette eines Racks platzieren.

Beachten Sie, dass der Hauptausgang des multitimbralen Instruments immer in der Spur zu hören ist, die das Instrument enthält - nur die weiteren Ausgänge stehen in External-Instrument-Geräten zur Verfügung.

Das Speisen von Sidechain-Eingängen

Manche Effekte besitzen sogenannte "Sidechain-Eingänge". Ein Vocoder beispielsweise prägt die spektrale Charakteristik eines Signals (zum Beispiel von Sprache) einem anderen Signal auf, zum Beispiel einem Streicherteppich. Der Vocoder wird als Audio-Effekt in die Streicher-Spur eingefügt. Er besitzt einen Sidechain-Eingang für das Sprachsignal, das von einer anderen Spur geliefert werden muss. Wir erzeugen also eine neue Spur namens "Sprache" und wählen in ihrem Ausgangstyp-Wahlmenü die Spur "Streicher." Aus dem Ausgangskanal-Wahlmenü wählen wir dann den Sidechain-Eingang des Vocoders.

VocoderRoutingExample.png
Das Routen eines Sprachsignals in den Sidechain-Eingang eines Vocoders.

Manche Vocoder-Plug-Ins enthalten einen eingebauten Synthesizer zum Erzeugen des "Träger"-Signals. In diesem Fall besteht der einzige Unterschied zur oben beschriebenen Prozedur darin, dass das Vocoder-Instrument in eine MIDI-Spur gezogen wird. Das Zuführen des Sidechain-Signals funktioniert hier wie oben beschrieben.

Einige der Ableton-Geräte besitzen ihre eigenen Sidechain-Parameter mit integrierten Routing-Menüs, die denen in den Spuren entsprechen. Wenn Sie diese Geräte verwenden, ist es also nicht nötig, wie oben beschrieben vorzugehen - Sie können ganz einfach die Sidechain-Quelle im Gerät selbst wählen.

Schichtklänge aus mehreren Instrumenten

Nehmen wir an, ein Instrument in einer MIDI-Spur spielt einen Streicher-Sound, den wir durch Doppeln mit einem Bläser-Sound etwas anreichern wollen -- der Bläser-Sound soll also die exakt gleichen Noten spielen. Dies lässt sich sehr leicht bewerkstelligen: Ein MIDI-Track wird hinzugefügt und mit dem Bläser-Instrument ausgestattet; in seinem Eingangstyp-Wahlmenü wird das Post-FX-Signal des Streicher-Tracks ausgewählt.

InstrumentLayeringRoutingExample.png
Das Verwenden einer zusätzlichen MIDI-Spur für das Schichten von Instrumenten.

Vielleicht wundern Sie sich nun, dass das funktioniert - denn das Ausgangssignal der Streicher-Spur ist ja Audio, nicht MIDI. Beim Einspeisen des MIDI-Signals eine andere Spur werden die Daten an der letzten möglichen Stelle abgegriffen: nach eventuellen MIDI-Effekten und genau vor dem Instrument.

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