15. Mischen

15.1 Der Mixer von Live

Live besitzt einen Mixer, auf den aus zwei verschiedenen Ansichten zugegriffen werden kann:

ArrangementViewMixer.png
Der Mixer in der Arrangement-Ansicht.

In der Arrangement-Ansicht ist der Mixer als horizontaler Abschnitt rechts neben der Spur-Darstellung sichtbar. Klappen Sie eine Spur mit dem 30050.png Schalter neben ihrem Namen aus und stellen Sie ihre Höhe entsprechend ein, um alle Mixer-Bedienelemente anzuzeigen.

SessionViewMixer.png
Der Mixer in der Session-Ansicht.

In der Session-Ansicht ist ein typisches vertikales Mixer-Layout zu sehen, das Sie eventuell intuitiver zu bedienen finden als den Arrangement-Mixer. Beachten Sie bitte, dass die Tab-Taste zwischen Arrangement und Session wechselt, wenn Sie mit einem Fenster arbeiten. Wenn Sie mit zwei Fenstern arbeiten, tauscht die Tab-Taste Arrangement und Session zwischen den Fenstern, wodurch Sie z.B. Ihr Arrangement sehen können, wÀhrend Sie den Session-Mixer bedienen.

Die unten angefĂŒhrten Optionen im Ansicht-MenĂŒ zeigen oder verbergen die entsprechenden Komponenten des Mixers. Sie können unterschiedliche Ansichten des Mixers in der Session- und der Arrangement-Ansicht verwenden:

  • In/Out
  • Sends
  • Returns
  • Mixer
  • Spur-Delay
  • Crossfader

Die Schalter fĂŒr die Anzeige der verschiedenen Mixer-Elemente duplizieren die im Ansicht-MenĂŒ zu findenden Optionen und ermöglichen es, schnell die gewĂŒnschten Teile des Mixers ein- oder auszublenden.

MixerSectionSelector.png
Die Schalter fĂŒr die Anzeige der Mixer-Elemente.

Lassen Sie uns einen Blick auf die Bedienelemente des Mixers werfen:

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Die Bedienelemente des Mixers.
  1. Die Anzeige zeigt sowohl den Peak- als auch den RMS-Ausgangspegel der Spur an. Bei aktiviertem Monitoring werden stattdessen die Peak- und RMS-Eingangspegel angezeigt. Peak-Anzeigen reagieren auf plötzliche Änderungen des Pegels, wĂ€hrend RMS-Anzeigen einen besseren Eindruck von der wahrgenommenen LautstĂ€rke vermitteln.
  2. Der LautstĂ€rke-Fader stellt den Ausgangspegel eines Tracks ein. Sind mehrere Spuren gleichzeitig ausgewĂ€hlt, fĂŒhrt eine Faderbewegung bei eine der Spuren auch zu einer Bewegung bei allen anderen gewĂ€hlten Spuren.
  3. Der Pan-Regler bietet zwei unterschiedliche Modi: den standardmĂ€ĂŸigen Stereo-Pan-Modus und den Split-Stereo-Pan-Modus. Im Stereo-Pan-Modus bestimmt der Pan-Regler die Position im Stereopanorama fĂŒr das Ausgangsignal einer Spur. Um den Regler in die Mittenposition zurĂŒckzusetzen, können Sie sein kleines Dreieck anklicken. Im Split-Stereo-Pan-Modus können Sie mit den Reglern die Positionen der linken und rechten EingangskanĂ€le unabhĂ€ngig voneinander einstellen. Doppelklicken Sie auf die Regler, um sie zurĂŒckzusetzen. Sie können zwischen den beiden Pan-Modi mit dem [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ des Pan-Reglers wechseln. Sind mehrere Spuren gleichzeitig ausgewĂ€hlt, fĂŒhrt eine Änderung des Pan-Reglers bei eine der Spuren auch zu einer Änderung bei allen anderen gewĂ€hlten Spuren.
  4. Klicken Sie auf den Track-Aktivierungsschalter, um einen Track ein- oder auszuschalten. Sind mehrere Spuren gleichzeitig ausgewĂ€hlt, fĂŒhrt ein Umschalten der Spur-Aktivierung bei eine der Spuren auch zum Umschalten bei allen anderen gewĂ€hlten Spuren.
  5. Klick auf den Solo-Schalter (oder DrĂŒcken der S Taste ) schaltet Spuren auf solo, indem er die anderen Spuren stumm schaltet, er kann aber auch fĂŒr das Vorhören eingesetzt werden (siehe 15.6). Sind mehrere Spuren gleichzeitig ausgewĂ€hlt, fĂŒhrt ein DrĂŒcken des Solo-Schalters bei eine der Spuren auch zur Aktivierung der Solo-Funktion bei allen anderen gewĂ€hlten Spuren. Ansonsten kann immer nur eine Spur zur gleichen Zeit Solo geschaltet werden, außer wenn die CTRL(PC) / CMD(Mac)Taste dabei gehalten wird oder die Option "Exklusiv-Schaltung fĂŒr Solo" auf der Record/Warp/Launch-Seite der Voreinstellungen deaktiviert ist.
  6. Wenn der Taster fĂŒr die Aufnahmebereitschaft aktiv ist, ist der Track fĂŒr die Aufnahme scharf geschaltet (siehe Kapitel 16). Sind mehrere Spuren gleichzeitig ausgewĂ€hlt, fĂŒhrt eine Aktivierung der Aufnahmebereitschaft bei eine der Spuren auch zur Aktivierung der Aufnahmebereitschaft bei allen anderen gewĂ€hlten Spuren. Ansonsten kann immer nur eine Spur zur gleichen Zeit aufnahmebereit geschaltet werden, außer wenn die CTRL(PC) / CMD(Mac) Taste dabei gehalten wird oder die Option "Exklusiv-Schaltung fĂŒr Aufnahmebereitschaft (Arm)" auf der Record/Warp/Launch-Seite der Voreinstellungen deaktiviert ist. Ist diese Exklusiv-Schaltung aktiviert, wird beim EinfĂŒgen eines Instruments in eine neue oder leere MIDI-Spur, diese Spur automatisch aufnahmebereit geschaltet.

15.1.1 Eigenschaften des Session-Mixers

ProSessionMixerSizes.png
Die Möglichkeiten des Session-Mixers

Der Mischpult-Bereich des Session-Mixers hat verschiedene zusĂ€tzliche Eigenschaften, die standardmĂ€ĂŸig nicht sichtbar sind. Der Bereich kann in der GrĂ¶ĂŸe geĂ€ndert werden; das Ziehen seiner Grenze nach oben vergrĂ¶ĂŸert die Pegelanzeigen, fĂŒgt Skalenmarkierungen hinzu sowie eine numerische Anzeige und einen Taster zum ZurĂŒcksetzen der Peak-Anzeigen. Zieht man eine Spur breiter, erscheint eine Dezibel-Skala neben den Skalenmarkierungen.

Diese Verbesserungen des Mixers wurden im Hinblick auf die Anforderungen traditioneller Mixing-Situationen eingefĂŒhrt, sind aber immer verfĂŒgbar, wenn der Session-Mixer angezeigt wird.

Durch die enorme Übersteuerungsreserve von Lives 32-Bit-Fließkomma-Audio-Engine können Lives Audio- und MIDI-Spuren bis weit "in den roten Bereich" gefahren werden, ohne das Signal zu verzerren. Der einzige Moment, an dem Signale ĂŒber 0 dB problematisch werden ist, wenn Audio Live verlĂ€sst und an die Außenwelt geht. Beispiele sind unter anderem:

  • Beim Routing zu oder von physikalischen Ein- und AusgĂ€ngen, wie z.B. Ihrer Soundkarte
  • Audio auf der Master-Spur (die fast immer direkt an einen physikalischen Ausgang angeschlossen ist)
  • Beim Sichern oder Exportieren von Audio als Datei.

Nichtsdestotrotz bietet Live eine optionale optische RĂŒckmeldung, falls der Signalpegel in einer Spur ĂŒber 0 dB hinausgeht.

15.2 Audio- und MIDI-Spuren

Audio- und MIDI-Spuren in Live dienen wie weiter oben beschrieben (siehe Kapitel 4)dem Beherbergen und Abspielen von Clips.

Sie können mit den entsprechenden Befehlen aus dem Erzeugen-MenĂŒ jederzeit neue Audio- und MIDI-Spuren zum Mixer Ihres Live Sets hinzufĂŒgen.

Spuren können auch erzeugt werden, indem man Dateien im Browser doppelklickt, sie selektiert und Enter drĂŒckt oder sie aus dem Browser auf die FlĂ€che rechts neben den Spuren der Session-Ansicht oder unter die Arrangement-Spuren zieht. GerĂ€te oder Dateien, die auf diese Weise in Live geladen werden, erzeugen die passende Spurart automatisch (so wird zum Beispiel eine MIDI-Spur erzeugt, wenn eine MIDI-Datei oder ein MIDI-Effekt in das Programm gezogen wird).

Das Ziehen eines oder mehrerer Clips von einer bestehenden Spur auf die freie FlÀche rechts neben den Session-Spuren oder unter die Arrangement-Spuren erzeugt eine neue Spur und platziert den oder die Clip(s) dort zusammen mit den GerÀten der Originalspur.

Eine Spur wird durch ihre Spur-Titelzeile reprĂ€sentiert. Sie können auf die Titelzeile einer Spur klicken, um sie auszuwĂ€hlen und dann einen Befehl aus dem Bearbeiten-MenĂŒ auf der Spur anwenden. Einer dieser Befehle ist der Umbenennen-Befehl. Eine Reihe von Spuren kann schnell nacheinander umbenannt werden, indem zuerst dieser Befehl ausgefĂŒhrt wird (oder das entsprechende TastenkĂŒrzel fĂŒr das Umbenennen CTRL-R(PC) / CMD-R(Mac)) und dann die Tab-Taste des Computers benutzt wird, um von einer Titelzeile zur nĂ€chsten zu springen. Ist dem Spurnamen ein # Symbol vorangestellt, bekommt die Spur eine Nummer zugewiesen, die automatisch aktualisiert wird, sobald die Spur verschoben wird. Werden weitere # Symbole hinzugefĂŒgt, werden der Spur-Nummerierung weitere Nullen vorangestellt. Sie können fĂŒr die Spur auch Ihren eigenen Infotext (siehe 2.1.1) eingeben mit dem Befehl Infotext bearbeiten aus dem Bearbeiten-MenĂŒ oder dem [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ der Spur.

TrackHeadersCircled.png
Tracks werden durch ihre Titelzeilen reprÀsentiert.

Sie können Tracks an ihrer Titelzeile ziehen, um sie umzusortieren, oder am Rand der Titelzeile ziehen, um ihre Breite (in der Session-Ansicht) beziehungsweise Höhe (in der Arrangement-Ansicht) zu Àndern.

Mehrere zusammen liegende Spuren oder auch auseinander liegende Spuren lassen sich gleichzeitig auswÀhlen, indem auf sie mit gehaltener Shift-Taste bzw. CTRL-Taste geklickt wird. Wenn Sie eine Auswahl auseinander liegender Spuren ziehen, fÀllt deren Anordnung beim Fallenlassen in sich zusammen (d.h. die vorher auseinander liegenden Spuren liegen nach dem Fallenlassen zusammen). Um auseinander liegende Spuren ohne Zusammenfallen der Anordnung (der Abstand zwischen den Spuren bleibt erhalten) zu verschieben, können Sie anstelle der Maus die CTRL zusammen mit den [Pfeiltasten] benutzen.

Sind mehrere Spuren gleichzeitig ausgewĂ€hlt, fĂŒhrt eine Parameter-Änderung im Mixer bei eine der Spuren auch zur Änderung des gleichen Parameters bei allen anderen gewĂ€hlten Spuren. Besitzen die Spuren der Mehrfachauswahl unterschiedliche Werte fĂŒr einen bestimmten Regler oder Fader (z.B. beim LautstĂ€rkefader), bleibt dieser Unterschied beim Einstellen des Parameters erhalten.

Wenn Sie eine Spur an ihrer Titelzeile in den Browser ziehen, wird sie als neues Set gespeichert. EnthĂ€lt die Spur dabei Audio-Clips, sorgt Live fĂŒr das Kopieren der referenzierten Samples an den neuen Speicherort, basierend auf der Einstellung der Option Dateien beim Export kopieren (siehe 5.8.1). Sie können dann einen Namen fĂŒr das neu erzeugte Set eingeben oder den von Live vorgeschlagenen Namen mit der Enter Taste bestĂ€tigen.

Spuren können mit dem Löschen-Befehl aus dem Bearbeiten-MenĂŒ gelöscht werden.

15.3 Gruppen-Spuren

Sie können eine beliebige Anzahl "normaler" Audio- oder MIDI-Spuren in einer speziellen Art Sammel-Container zusammenfassen, der sogenannten Gruppen-Spur. Um eine Gruppen-Spur zu erzeugen, wĂ€hlen Sie zuerst die Spuren aus, die in der Gruppen-Spur enthalten sein sollen und benutzen dann den Spuren- gruppieren-Befehl aus dem Bearbeiten-MenĂŒ. Sie können diesen Befehl auch verwenden, um mehrere bestehende Gruppenspuren in eine neue Gruppenspur zu legen. Solche Gruppen in Gruppen können praktisch unendlich ineinander verschachtelt werden.

Gruppen-Spuren können keine Clips enthalten, sie besitzen jedoch Ähnlichkeit zu Audio-Spuren, indem sie ebenfalls Mixer-Parameter besitzen und auch Audio-Effekte bei ihnen eingesetzt werden können. Mit Gruppen-Spuren lassen sich sehr schnell Sub-Mischungen (siehe “Submixe erzeugen”)erzeugen; sie bieten darĂŒber hinaus die Möglichkeit, die enthaltenen Clip-Spuren mit der 30201.png- Taste in ihrer Titelzeile ein - oder auszuklappen. Dies hilft Ihnen bei der Organisation umfangreicher Sets und sorgt fĂŒr eine bessere Übersicht, indem Sie z.B. Spuren, die sie nicht sehen möchten, verbergen.

GroupTrackSession.png
Die Darstellung einer ausgeklappten Gruppen-Spur in der Session-Ansicht...

Werden Spuren in eine Gruppe gesetzt, stellt sich ihr AusgĂ€nge-WahlmenĂŒ (siehe 14.6) automatisch auf "Group" um, es sei denn, dass sie zuvor bereits ein benutzerdefiniertes Routing hatten (z.B. zu einem anderen Ziel als "Master"). Sie können jedoch eine Gruppen-Spur auch einfach nur als "Ordner"-Spur benutzen, indem Sie die AusgĂ€nge der einzelnen enthaltenen Spuren beliebig zu anderen Zielen routen.

GroupTrackArrangement.png
...und in der Arrangement-Ansicht.

Sobald eine Gruppen-Spur erzeugt wurde, können Spuren beliebig in die Gruppe hinein oder aus ihr heraus gezogen werden. Das Löschen einer Gruppenspur löscht auch Ihre gesamten Inhalte, wie z.B. die enthaltenen Clips etc., eine Gruppe kann jedoch jederzeit wieder in einzelne Spuren aufgelöst werden, indem der Befehl "Spurgruppierung aufheben" im Bearbeiten-MenĂŒ ausgefĂŒhrt wird.

Die Gruppen-Spuren in der Arrangement-Ansicht zeigen eine Übersicht mit allen Clips an, die sich auf allen in der Gruppe enthaltenen Spuren befinden. In der Session-Ansicht besitzen die Slots von Gruppen-Spuren eigene Start- und Stopp-Taster, wenn zumindest ein Clip fĂŒr eine gegebene Szene vorhanden ist. Das Starten oder Stoppen mit diesen Tastern besitzt die gleiche Wirkung, wie das Starten oder Stoppen aller enthaltenen Clips. Ebenso dient die Auswahl eines Gruppen-Slots als AbkĂŒrzung fĂŒr das AuswĂ€hlen aller enthaltenen Clips.

Um die Farbe einer Gruppenspur allen enthaltenen Spuren oder Clips zuzuweisen, können Sie den Befehl Spurfarbe auf gruppierte Spuren und Clips ĂŒbertragen aus dem [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ der Titelzeile der Gruppenspur nutzen.

Beachten Sie bitte, dass sich mit dem Befehl Spurfarbe auf alle gruppierten Spuren und Clips ĂŒbertragen in der Session-Ansicht nur die Farbe der betroffenen Session-Clips Ă€ndert. Entsprechend Ă€ndert sich mit einem der Befehle in der Arrangement-Ansicht auch nur die Farbe der zugehörigen Arrangement-Clips.

EnthÀlt eine Gruppenspur eine solo geschaltete Spur oder verschachtelte Gruppenspur, so erscheint die Solo-Taste der Gruppenspur halb schrÀg eingefÀrbt.

GroupTrackSoloButtonHalfColored.png
Die Solo-Taste einer Gruppenspur mit einer solo geschalteten verschachtelten Gruppenspur.

15.4 Return-Spuren und die Master-Spur

ZusÀtzlich zu Gruppen-Spuren und Clips spielenden Spuren hat ein Live-Set auch eine Master-Spur und Return-Spuren, die keine Clips abspielen, aber ein flexibleres Signal-Routing ermöglichen.

Die Return-Spuren und die Master-Spur sind rechts in der Mixer-Darstellung der Session-Ansicht und unten in der Mixer-Darstellung der Arrangement-Ansicht zu sehen.

Beachten Sie, dass Sie die Return-Spuren durch Aktivieren/Deaktivieren der Option Returns im Ansicht-MenĂŒ ein- oder ausblenden können.

Die Return-Spuren und die Master-Spur können wie die "normalen" Clip-Spuren Effekte enthalten. WĂ€hrend aber die Effekte einer Clip-Spur nur das Signal dieser Spur bearbeiten, kann den Return-Spuren eine Signalmischung von verschiedenen Spuren zugefĂŒhrt werden.

Nehmen wir beispielsweise an, dass Sie rhythmische Echos mit einem Delay-Effekt erzeugen wollen. Wenn Sie den Effekt in eine Clip-Spur ziehen, werden nur die auf dieser Spur abgespielten Clips mit einem Echo versehen. Wenn Sie ihn stattdessen in eine Return-Spur ziehen, können Sie die Clips mehrerer Spuren mit dem Echo bearbeiten.

SessionAndArrangerSends.png
Die Send-Regler und Pre/Post-Wahlschalter.

Ein Send-Regler einer Gruppen- oder Clip-Spur bestimmt, wie viel des Spurpegels an den Eingang der zugehörigen Return-Spur geleitet wird. Selbst der Ausgang einer Return-Spur kann wieder an ihren Eingang geleitet werden, was Ihnen das Erzeugen von Feedback (RĂŒckkopplungen) erlaubt. Da ein sich aufschaukelndes Feedback den Pegel unvermittelt dramatisch ansteigen lassen kann, sind die Send-Regler in den Return-Spuren standardmĂ€ĂŸig deaktiviert. Um sie zu aktivieren, wĂ€hlen Sie per [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) den Befehl Send aktivieren oder Alle Sends aktivieren aus dem KontextmenĂŒ des Send-Reglers einer Return-Spur.

Jede Return-Spur besitzt einen Pre/Post-Wahlschalter, der bestimmt, ob das von einer Clip-Spur an ihn geschickte Signal vor oder nach der Mixerstufe (der Panorama- und LautstĂ€rkeregelung sowie dem Aktivierungsschalter) abgegriffen wird. Die Wahl von "Pre" erlaubt es Ihnen, einen Hilfsmix zu erzeugen, der in der Return-Spur bearbeitet werden kann und unabhĂ€ngig vom Hauptmix ist. Da die Return-Spur zu einem separaten Ausgang geroutet werden kann, lĂ€sst sich so beispielsweise ein individueller Monitormix fĂŒr einen Musiker der Band erzeugen.

Die Master-Spur ist das Standard-Ziel fĂŒr die Signale aller anderen Spuren. Ziehen Sie Effekte in diese Spur, um den gesamten Mix zu bearbeiten, bevor er an den Hauptausgang gelangt. In der Master-Spur verwendet man ĂŒblicherweise Effekte mit Mastering-Funktionen wie beispielsweise einen Kompressor und/oder einen EQ.

Sie können mit dem Befehl "Return-Spur erzeugen" aus dem Erzeugen-MenĂŒ mehrere Return-Spuren einfĂŒgen, es gibt definitionsgemĂ€ĂŸ jedoch nur eine Master-Spur.

15.5 Lives Crossfader einsetzen

Live bietet einen Crossfader, der weiche Überblendungen zwischen Clips ermöglicht, die auf unterschiedlichen Spuren spielen. Lives Crossfader arbeitet wie ein typischer DJ-Mixer-Crossfader kann jedoch nicht nur zwei, sondern beliebig viele Spuren ĂŒberblenden — inklusive der Returns.

CrossFader.png
Crossfader und Zuweisungs-Schalter

Der Crossfader kann mit den Bereich-Wahlschaltern im Mixer der Session-Ansicht sichtbar gemacht werden. Er bietet sieben verschiedene Crossfade-Kurven unter denen Sie die wĂ€hlen können, die Ihrem Stil am besten entspricht. Um die Kurve zu Ă€ndern, fĂŒhren Sie einen [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf dem Crossfader aus und wĂ€hlen dann den gewĂŒnschten Typ aus dem KontextmenĂŒ.

CrossfaderCurvesContextMenu.png
WĂ€hlen Sie unter sieben Crossfader-Kurven.

Die Grafik unten gibt detailliert Aufschluss ĂŒber Eigenschaften und Verhalten der einzelnen Crossfade-Kurven.

30326.png
Eigenschaften der Crossfade-Kurven.

Der Crossfader kann durch einen beliebigen MIDI-Controller (absolut oder inkrementell) (siehe Kapitel 27)gesteuert werden. ZusĂ€tzlich zum eigentlichen Crossfader können separat seine extremen Links- und Rechts-Positionen ĂŒber MIDI oder Rechnertasten gesteuert werden. Es gibt bei der Fernsteuerung zwei spezielle Szenarios hinsichtlich des Crossfaders:

  • Eine Taste, die einer der drei zuweisbaren Crossfader-Position zugewiesen ist (links, Mitte oder rechts) wird zwischen der absolut linken und der absolut rechten Position des Crossfaders umschalten.
  • Indem man zwei der drei Felder zuweist, erhĂ€lt man ein "ZurĂŒckschnapp"-Verhalten wenn man eine der Tasten hĂ€lt, die zweite drĂŒckt und dann wieder loslĂ€sst.
TrackCrossFadeAssignSwitches.png
Crossfader-Zuweisungs-Schalter.

Jede Spur besitzt die beiden Crossfader-Zuweisungsschalter A und B. Eine Spur kann in Bezug auf den Crossfader drei ZustÀnde haben:

  • Wenn keiner der beiden Schalter aktiv ist, beeinflusst der Crossfader die Spur nicht.
  • Wenn der Schalter A aktiv ist, spielt die Spur in ihrer normalen LautstĂ€rke, solange der Crossfader in der linken HĂ€lfte seines Regelwegs ist. Wird er ĂŒber die Mitte hinaus in die rechte HĂ€lfte des Regelwegs bewegt, wird die Spur ausgeblendet. Steht der Crossfader ganz rechts, ist von der Spur nichts mehr zu hören.
  • Wenn der Schalter B aktiv ist, wird die Spur entsprechend ausgeblendet, wenn der Crossfader ĂŒber die Mitte hinaus nach links bewegt wird.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Crossfader-Zuweisungsschalter in den Spuren keinen Einfluss auf das Routing des Signals haben: Sie beeinflussen lediglich den normalen LautstÀrkeparameter eine Spur. Eine Spur kann unbesehen ihrer Crossfader-Zuweisung zu einem beliebigen Ausgang der Audio-Hardware geroutet werden. Wenn Sie mit Studiotechnik vertraut sind, können Sie sich den Crossfader wie eine schnell zuweisbare VCA-Gruppe vorstellen.

Wie fast alles in Live, kann auch die Bedienung des Crossfaders und der Zuweisungschalter in ein Arrangement (siehe Kapitel 19) aufgenommen und spĂ€ter prĂ€zise nachbearbeitet werden. Um die Automation der Zuweisungsschalter zu bearbeiten, wĂ€hlen Sie bitte "Mixer" aus dem GerĂ€te-MenĂŒ der AutomationshĂŒllkurven und "X-Fade Assign" aus dem Parameter-MenĂŒ darunter. Die Automationskurve des Crossfaders ist dann sichtbar, wenn "Mixer" im GerĂ€te-MenĂŒ und "Crossfade" im Parameter-MenĂŒ ausgewĂ€hlt sind.

15.6 Solo schalten und Vorhören

StandardmĂ€ĂŸig fĂŒhrt das Soloschalten einer Spur einfach dazu, dass alle anderen Spuren stumm geschaltet werden (außer in manchen FĂ€llen, in denen Spuren zu anderen Spuren geroutet sind(siehe 14.6)). Das Signal der Solo geschalteten Spuren ist durch ihre jeweiligen AusgĂ€nge hörbar, wobei die Panorama-Einstellung erhalten bleibt. Das Soloschalten einer Clip-Spur lĂ€sst auch die Return-Spuren hörbar, vorausgesetzt, die Option In-place-Solo ist im KontextmenĂŒ ([Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac)) des Solo-Schalters aktiviert. In-place-Solo kann durch Aktivieren der entsprechenden Option im Optionen-MenĂŒ auch zum Standard gemacht werden.

Das Soloschalten einer Spur schaltet alle anderen Spuren stumm, lĂ€sst Sie aber weiterhin alle Signale hören, die ĂŒber Spur-Sends zu Return-KanĂ€len geleitet werden.

Live erlaubt es Ihnen, die Standard-Solo-Betriebsart durch ein Vorhören zu ersetzen. Dieses ermöglicht es Ihnen Tracks und Clips anzuhören bevor Sie sie in den Mix integrieren, und zwar Àhnlich wie Platten bei einem DJ-Mixer, nÀmlich so, dass das Publikum nichts davon hört.

Um Live fĂŒr das Vorhören einzurichten, mĂŒssen Sie ein Audio-Interface mit mindestens vier separaten AusgĂ€ngen (oder zwei separaten StereoausgĂ€ngen) besitzen. Die entsprechenden Einstellmöglichkeiten finden Sie im Mixer in der Session-Ansicht. Stellen Sie sicher, dass Sie "Mixer" und die EingĂ€nge/AusgĂ€nge-Option im Ansicht-MenĂŒ aktiviert haben.

30373.png
Die Einstellmöglichkeiten fĂŒr das Vorhören beim Mixer in der Session-Ansicht.
  1. Das Master-Out-MenĂŒ wĂ€hlt den Ausgang Ihres Audio-Interface, der als Hauptausgang verwendet werden soll.
  2. Das Cue-Out-MenĂŒ wĂ€hlt den Ausgang Ihres Audio-Interfaces, der fĂŒr das Vorhören verwendet werden soll. Dabei muss es sich um einen anderen Ausgang als den handeln, der fĂŒr den Master verwendet wird. Falls die gewĂŒnschten AusgĂ€nge nicht in diesen MenĂŒs zu sehen sind, kontrollieren Sie bitte die Audio-Voreinstellungen.
  3. Aktivieren Sie das Vorhören, indem Sie den Schalter fĂŒr die Solo/Vorhör-Betriebsart auf "Cue" stellen.
  4. Die Solo-Schalter der Tracks werden nun durch Vorhör-Schalter mit einem Kopfhörersymbol ersetzt. Wird der Vorhör-Schalter eines Tracks gedrĂŒckt, dann wird das Signal des Tracks zu dem Ausgang gefĂŒhrt, der mit dem Cue-Out-MenĂŒ fĂŒr das Vorhören ausgewĂ€hlt wurde. Beachten Sie, dass der Schalter fĂŒr das Stummschalten der gleichen Spur immer noch darĂŒber entscheidet, ob die Spur am Master-Ausgang zu hören ist.
  5. Der Cue-LautstÀrkeregler bestimmt die LautstÀrke des Vorhörens.

Beachten Sie, dass im Browser vorgehörte Audio-Dateien bei aktivierter Vorhör-Funktion ebenfalls auf dem fĂŒr das Vorhören gewĂ€hlten Ausgang wiedergegeben werden.

15.7 Spur-Delay

In jeder Spur von Live steht ein Spur-Delay-Parameter zur VerfĂŒgung. Er erlaubt es, den Ausgang einer Spur in Millisekunden zu verzögern oder vorzuziehen, um menschliche, akustische, Hardware-bedingte oder sonstige auftretende Verzögerungen zu kompensieren.

Diese Parameter der BedienoberflÀche können mit ihrem zugehörigen Mixerbereichs-Wahlschalter angezeigt oder ausgeblendet werden.

TrackDelaySection.png
Spur-Delay-Parameter und -Wahlschalter.

Wir empfehlen, Spur-Delays nicht auf der BĂŒhne zu Ă€ndern, da dadurch unerwĂŒnschte Clicks oder Aussetzer im Audiosignal entstehen können. Mikro-Offsets bei Clips in der Session-Ansicht kann man mit den Nudge-RĂŒckwĂ€rts/VorwĂ€rts-Tasten in der Clip-Ansicht (siehe 8.1.5) erzielen, in der Arrangement-Ansicht jedoch können fĂŒr solche Offsets Spur-Delays verwendet werden.

Beachten Sie, dass die Latenzkompensation fĂŒr Plug-ins und Live-GerĂ€te eine separate Funktion (siehe 17.5)ist, die standardmĂ€ĂŸig ganz automatisch arbeitet. Üblicherweise bewirken hohe Spur-Delay-Einstellungen oder hohe von Plug-ins gemeldete Latenzwerte eine wahrnehmbare SchwerfĂ€lligkeit der Software. Wenn Sie beim Spielen von Instrumenten oder beim Aufnehmen Latenz-bedingte Schwierigkeiten haben, werden Sie die Latenzkompensation möglicherweise deaktivieren wollen, obwohl das normalerweise nicht zu empfehlen ist. In solchen FĂ€llen kann es auch nĂŒtzlich sein, die Spur-Delays manuell einzustellen. Beachten Sie, dass die Spur-Delay-Parameter nur dann zur VerfĂŒgung stehen, wenn die Latenzkompensation aktiviert ist.

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