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5. Das Handhaben von Dateien und Sets

Beim Musikmachen mit Live kommen ganz unterschiedliche Dateitypen zum Einsatz, darunter solche, die MIDI (siehe 5.3) und Audio (siehe 5.2) enthalten, aber auch eher Programm-spezifische Dateien wie Live-Clips (siehe 5.4) und Live-Sets (siehe 5.5). In diesem Kapitel erfahren Sie alles, was Sie über das Arbeiten mit all diesen Dateitypen in Live wissen müssen. Zuerst werfen wir einen Blick auf Lives Browser, über die die meisten Dateien im Programm landen.

5.1 Das Arbeiten mit dem Browser

Lives Browser ist der Ort an dem Sie mit Ihrer gesamten Library interagieren: Die Core-Library, die zusammen mit dem Programm installiert wird, alle zusätzlichen Sounds, die Sie über Ableton- Packs installiert haben, Presets und Samples, die Sie gesichert haben, Ihre Geräte von Ableton oder Drittanbietern und alle Ordner auf Ihrer Festplatte mit Samples, Tracks, etc.

BrowserComplete.png
Der Browser.

Die Browser-Anzeige ist in eine linken und einen rechten Bereich unterteilt, der Seitenleiste und dem Inhaltsfenster . Die Größe der beiden Bereiche kann durch horizontales Ziehen der Trennlinien bestimmt werden.

5.1.1 Die Hierarchie des Browser verstehen.

Das Arbeiten im Browser erfordert die Auswahl eines der Labels aus dem CATEGORIES oder PLACES -Bereich in der Seitenleiste und danach die Auswahl des gewünschten Elements, das daraufhin im Inhaltsfenster erscheint.

Das CATEGORIES-Label zeigt alle Dateien eines bestimmten Typs an, unabhängig davon, wo sich diese in Ihrer Library befinden. Verwenden Sie diesen Bereich einfach zum Erkunden und Entdecken all Ihrer installierten Instrumente und Klänge. Der CATEGORIES-Bereich ist folgendermaßen organisiert.

  • Sounds — Ihre gesamten Instrument-Racks (siehe Kapitel 18) und Instrument-Presets, sortiert nach Klangtyp (nicht nach Gerät).
  • Drums — Ihre gesamten Drum-Presets. Enthalten sind komplette Drum-Kits im Drum-Rack-Format, sowie einzelne Drum-Hits, die als Instrument-Racks vorliegen.
  • Instruments — Ihre gesamten Instrument-Racks, sowie alle "rohen" Live-Instrumente und deren Presets, sortiert nach Gerät (und nicht nach Klangtyp)
  • Audio-Effects — Ihre gesamten Audio-Effekt-Racks, sowie alle "rohen" Live-Audio-Effekt-Geräte und Presets.
  • MIDI-Effects — Ihre gesamten MIDI-Effekt-Racks, sowie alle "rohen" Live-MIDI-Effekt-Geräte und Presets.
  • Max for Live — Ihre gesamten Max-for-Live-Geräte und Presets (siehe Kapitel 25), sowie alle Racks, die Max-Geräte enthalten, sortiert in den Unterordnern "Audio-Effect", "Instrument" und "MIDI-Effect".
  • Plug-Ins — Ihre VST- und/oder Audio-Units-Plug-Ins von Drittanbietern (siehe 17.2).
  • Clips — Ihre gesamten Live-Clips.
  • Samples — Ihre rohen Sample-Dateien.
  • All results — Dieser Bereich erscheint , nachdem Sie etwas in das Suchfeld eingetippt haben. Er zeigt die Suchergebnisse für alle Kategorien des Browsers in einer Liste an.

Die PLACES-Labels zeigen die Inhalte von Ordnern auf Ihren Festplatten. Verwenden Sie diesen Bereich, wenn Sie auf einen bestimmten Speicherort zugreifen möchten, wie z.B. einem von Ihnen hinzugefügten Ordner, oder auch eines Ihrer optionalen Live-Packs. Der tatsächlich angezeigte Inhalt im PLACES-Bereich variiert etwas, je nachdem, wie Sie Ihre Library konfiguriert haben. Er enthält aber zumindest folgende Inhalte:

  • Packs — alle Packs, die zur Standard-Live-Installation gehören, sowie alle, die Sie selbst installiert haben. Jedes Live-Pack erscheint als eigenständiger Ordner im Inhaltsfenster, der ausgeklappt werden kann, um die zum Pack gehörenden Dateien anzuzeigen. Von Packs installierte Presets, Samples und Live-Clips erscheinen ebenfalls unter den entsprechenden CATEGORIES-Labels.
  • User Library — die User-Library ist der Standardort für Dateien, die Sie selbst abgespeichert haben, inklusive Ihren Standard-Presets, Grooves, eigenen Racks, Geräte-Presets, Samples und Live-Clips usw.. Dateien, die Sie in Ihre User-Library speichern, sind auch unter den jeweils passenden CATEGORIES-Labels verfügbar.
  • Aktuelles Projekt — alle Dateien, die im zurzeit aktiven Projekt enthalten sind (siehe 5.6). Wenn Sie an einem Live-Set arbeiten, das Sie noch nicht gesichert haben, bezieht sich das aktuelle Projekt auf einen temporären Speicherort.
  • sämtliche Ordner von eine Ihrer Festplatten, die Sie in Lives Browser hinzugefügt haben.

Das Navigieren durch die Dateien in Lives Browser kann mit Hilfe der Maus oder der Rechnertastatur erfolgen:

  • Scrollen Sie nach oben oder unten, indem Sie die Pfeiltasten hoch/runter oder das Mausrad verwenden oder indem Sie mit gehaltener Taste [STRG] ALT (PC) / CMD - ALT (Mac) klicken und ziehen.
  • Mit den Pfeiltasten links/rechts können Sie Ordner schließen und öffnen oder sich zwischen Seitenleiste und Inhaltsfenster bewegen.

Standardmäßig schließen alle zuvor geöffneten Ordner, wenn Sie einen neuen Ordner öffnen. Sie können jedoch dieses Verhalten außer Kraft setzen, indem Sie [STRG](PC) / CMD (Mac) beim Öffnen neuer Ordner gedrückt halten.

5.1.2 User-Ordner

Lives Browser ermöglicht es Ihnen mit Ihren kreativen Werkzeugen zu arbeiten, ganz gleich wo diese auf Ihrem Rechner installiert sind. Dies erlaubt Ihnen zum Beispiel das Verteilen von sehr großen Sample-Libraries auf einer oder mehreren externen Festplatten, wobei der Browser trotzdem zusammen auf Ihre Inhalte zugreifen kann - es ist somit nicht mehr notwendig, sie an einem zentralen Speicherort abzulegen.

Um in Live mit Ihren eigenen Ordnern zu arbeiten, müssen Sie sie zuerst zum Browser hinzufügen, entweder indem Sie sie aus dem Explorer (Windows)/Finder (Mac) in Live ziehen oder durch Klick auf den Add Folder -Schalter in der Seitenleiste des Browsers.

Nachdem Sie einen User-Ordner hinzugefügt haben, scannt Live diesen Ordner, wodurch der Browser seinen gesamten Inhalt "kennenlernt". Im Anschluss daran erscheint er im PLACES-Bereich in der Seitenleiste.

Hinweis: Durch Hinzufügen eines User-Ordners wird der Ordner nicht an einen neuen Ort verschoben, sondern einfach nur in Lives Browser verfügbar gemacht. Wenn Sie Ihre Festplatten mit dem Explorer (Windows)/Finder (Mac) umorganisieren, kann es sein, dass Live Ihre User-Ordner nicht mehr finden kann, falls sie verschoben wurden. Ist ein User-Ordner zum Beispiel auf einer externen Platte enthalten und Live wird geöffnet, ohne dass diese Platte angeschlossen ist, erscheint der User-Ordner zwar im Browser, jedoch in grau deaktiviert. Sie können probieren ihn über das Kontextmenü [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick] mit dem Befehl Ordner suchen wiederzufinden, oder mit dem Befehl Aus Seitenleiste entfernen Live sagen, das Live diesen Ordner "vergessen" soll. Sie können diesen Befehl auch zum Entfernen von Ordnern verwenden, die Sie nicht vermissen, sondern mit denen Sie in Zukunft einfach nicht mehr arbeiten möchten..

5.1.3 Das Suchen nach Dateien

Lives Browser ist mit einem Suchfeld ausgestattet, das die Inhalte des von Ihnen gewählten Labels der Seitenleiste direkt bei der Eingabe des Suchbegriffs filtert. Um über alle Speicherorte und - medien hinweg zu suchen, drücken Sie [STRG] F (PC) / CMD - F (Mac).

BrowserSearch.png
Das Suchfeld des Browsers.

Das Ergebnis wird die Dateien enthalten, die alle Suchbegriffe enthalten, nicht jene mit irgendeinem davon. Suchen Sie zum Beispiel nach "Acoustic Bass," wird die Suche alle "Acoustic Bass"-Sounds zu Tage fördern -- und nicht alle "Acoustic"- und alle "Bass"-Sounds.

Für eine Maus-freie Suche empfehlen wir diese Abfolge von Tastenbefehlen:

  1. [STRG] F (PC) / CMD - F (Mac) um einen Cursor in das Suchfeld zu platzieren;
  2. Tippen Sie Ihre Suchbegriffe ein;
  3. [Pfeiltaste runter], um zu den Suchergebnissen zu springen;
  4. [Pfeiltaste hoch/runter], um durch die Suchergebnisse zu blättern;
  5. ESC um das Suchfeld frei zu machen, wodurch alle Inhalte des gewählten Labels der Seitenleiste angezeigt werden.

Dateien vorhören

Live ermöglicht Ihnen das Vorhören von Audiodateien und Clips im Datei-Browser, bevor sie in das aktuelle Live-Set importiert werden. Um das Vorhören einzuschalten, aktivieren Sie den Vorhör-Schalter neben dem Vorhör-Bereich, der sich unten im Browser befindet.

PreviewSwitch.png
Der Vorhörschalter

Hinweis: Sie können Dateien auch bei ausgeschalteter Vorhör-Funktion probehören, indem Sie Shift - Enter oder die Pfeiltaste Rechts drücken.

Klicken Sie auf eine Datei, um sie auszuwählen oder nutzen Sie die [Pfeiltasten hoch/runter]. Klicken Sie in die Wellenform-Darstellung des Vorhör-Bereichs, um die Wiedergabe von diesem Punkt aus zu starten. (Beachten Sie, dass das Scrubben von Clips in der Wellenform-Darstellung nicht möglich ist, wenn sie mit deaktivierter Warp-Option gespeichert worden sind.)

Sie können Live-Clips im Browser auswählen und sie damit in den Vorhör-Bereich laden. Sie werden jedoch nicht automatisch abgespielt. Klicken Sie auf den Vorhör-Bereich oder drücken Sie die rechte Pfeiltaste um die Clips vorzuhören.

Im Vorhör-Bereich können Sie auch Lives Instrument-Presets vorhören. Beim Auswählen hören Sie ein kurzes Audio-Beispiel des Presets, so dass Sie vor dem Einladen einen Klangeindruck bekommen,

Ist der Raw-Schalter aktiviert, werden Dateien beim Vorhören mit ihrem Originaltempo und nicht geloopt wiedergegeben. Ist Raw deaktiviert, versucht Live beim Vorhören die Dateien zum momentanen Set zu synchronisieren, so dass Sie besser beurteilen können, welche Audiodateien passen. Beachten Sie bitte, dass das Scrubben bei aktivierter Raw-Funktion nicht möglich ist.

Die Vorhör-Lautstärke kann mit dem Lautstärkeregler für das Vorhören im Mixer gewählt werden.

PreviewVolumeKnob.png
Der Regler für die Vorhör-Lautstärke.

Wenn Sie eine Audio-Hardware mit mehreren Audioausgängen besitzen, können Sie Dateien über einen Kopfhörer, der an einen separaten Ausgang angeschlossen ist, vorhören - während die Musik weiterspielt. Bitte schlagen Sie im entsprechenden Abschnitt (siehe 15.6) des Mischen-Kapitels nach, um zu erfahren, wie Sie Live für das Vorhören einrichten.

Clips aus dem Browser hinzufügen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einem Live-Set Clips hinzuzufügen:

  • Dateien können aus dem Browser in Spuren der Session- oder Arrangement-Ansicht gezogen werden. Das Ziehen und Loslassen von Material aus dem Browser auf die freie Fläche rechts neben den Session-Spuren oder unter die Arrangement-Spuren erzeugt eine neue Spur und platziert den oder die Clip(s) dort.
EmptySpaceTrick.png
Das Ziehen eines Clips hierhin erzeugt eine neue Spur.
  • In der Session-Ansicht bewirkt das Doppelklicken einer Datei im Browser oder das Drücken von Enter auf einer Datei im Browser, dass automatisch eine neue Spur rechts neben den anderen Spuren erzeugt und der Clip dort eingefügt wird.
  • Dateien können direkt aus dem Explorer (Windows)/Finder (Mac) in Live gezogen werden.

Hot-Swap-Modus

Zusätzlich zur Möglichkeit Samples per Drag'n'drop aus dem Browser zu laden, bietet Live einen Hot-Swap-Modus an, der Maus-Wege sparen hilft. Der Hot-Swap-Modus kann mit der Taste Q ein- und ausgeschaltet werden und stellt vorübergehend eine Verknüpfung zwischen Browser und z.B. einem virtuellen Instrument her. Ist der Hot-Swap-Modus aktiv, können Sie Samples oder Presets direkt im Zusammenhang hören, das bedeutet: innerhalb des spielenden Instruments. Das Hot-Swappen von Presets wird im Abschnitt über Lives Geräte-Presets (siehe 17.1.1) besprochen. Im Folgenden geben wir ein Beispiel für das Hot-Swappen von Samples:

Das in Live integrierte Instrument Impulse besitzt acht Sample-Player-Slots, die per Drag'n'drop mit Samples gefüllt werden können. Alternativ kann man den Hot-Swap-Schalter aktivieren, der beim Überstreichen eines Slots mit der Maus sichtbar wird.

ImpulsePadHotSwapButton.png
Der Hot-Swap-Schalter in einem Slot von Impulse.

Klick auf die Hot-Swap-Taste oder Drücken der Taste Q aktiviert den Hot-Swap-Modus:

BrowserHotSwapForImpulseSlot.png
Der Browser im Hot-Swap-Modus.

Während Sie im Hot-Swap-Modus sind, gehen Sie mit Pfeiltaste hoch/runter zur nächsten Datei im Inhaltsfenster, die dann automatisch in den Slot von Impulse geladen wird (vermutlich während Impulse empfangene MIDI-Noten spielt). Die Verbindung zwischen Browser und Instrument wird durch das Anwählen einer anderen Ansicht oder durch Drücken der Taste Q oder durch nochmaliges Betätigen des Hot-Swap-Schalters wieder getrennt. Das Hot-Swappen lässt sich auch abbrechen, indem die ESC -Taste oder der Schließen-Taster in der Hot-Swap-Leiste oben im Browser gedrückt wird.

Wird der Hot-Swap-Modus erneut betreten, zeigt der Browser den Speicherort des aktuell geladenen Sounds und wählt diesen im voraus aus.

5.2 Sample-Dateien

Ein Sample ist eine Datei, die Audiodaten enthält. Live kann sowohl unkomprimierte (WAV, AIF und Sound Designer II für Mac), als auch komprimierte Audio-Dateiformate (MP3, AAC, Ogg Vorbis, Ogg FLAC und FLAC) wiedergeben. (Bitte beachten Sie, dass mit der Lite-Edition nicht alle dieser Formate abgespielt werden können.)

Eine Anmerkung zu Dateien im Format Variable Bit Rate (VBR): Bitte installieren Sie zum Dekodieren solcher Dateien QuickTime, falls Sie es noch nicht auf Ihrem System haben. Sie finden es auf der Apple-Website*http://www.apple.com/quicktime/download.

Da Live die Samples direkt von Festplatte abspielt, können Sie mit einer großen Anzahl langer Samples arbeiten, ohne befürchten zu müssen, dass der Arbeitsspeicher knapp wird. Beachten Sie aber bitte, dass der Datendurchsatz von der Festplatte zum Flaschenhals werden kann, falls Ihre Festplatte fast voll oder (auf Windows-Systemen) stark fragmentiert ist. Die Rotationsgeschwindigkeit der Festplatte hat ebenfalls Auswirkungen auf ihre Leistungsfähigkeit. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie im Abschnitt über Probleme mit der Festplatte (siehe 31.2).

Live kann unkomprimierte Mono- und Stereo-Samples beliebiger Länge, Samplerate und Bitauflösung ohne vorherige Konvertierung miteinander kombinieren. Um ein komprimiertes Sample abzuspielen, dekodiert Live das Sample und schreibt das Ergebnis in ein temporäres unkomprimiertes Sample. Dies findet üblicherweise so schnell statt, dass Sie die Datei direkt abspielen können, ohne auf das Beenden des Dekodiervorgangs warten zu müssen.

Hinweis: Wenn Sie ein langes Sample zu einem Projekt hinzufügen, wird Live möglicherweise melden, dass die Datei erst nach Beendigung der Analyse abgespielt werden kann. Im Abschnitt über die Analyse (siehe 5.2.2) finden Sie Erläuterungen hierzu.

5.2.1 Der Dekodier-Cache

Um die CPU-Ressourcen möglichst sparsam zu nutzen, behält Live dekodierte Samples von komprimiertem Audio-Material im Cache . Eine Pflege des Cache ist üblicherweise nicht nötig, da Live ältere Dateien automatisch löscht, um für neuere Platz zu schaffen. Sie können jedoch im Dekodier-Abschnitt auf der Dateien/Ordner-Seite der Voreinstellungen eine Größenbeschränkung für den Cache vornehmen. Er wird dann nie größer als es die Maximale Cache-Größe, bzw. die Einstellung für den minimalen freien Festplattenspeicherplatz zulässt. Durch Drücken des benachbarten "Leeren"-Tasters werden alle Dateien im Cache gelöscht, die nicht zum aktuellen Live Set gehören.

DecodingCachePrefs.png
Einstellungen für den Dekodier-Cache.

5.2.2 Analysedateien (.asd)

Eine Analysedatei ist eine kleine Datei, die von Live erzeugt wird, wenn ein Sample zum ersten Mal im Programm verwendet wird. Die Analysedatei enthält Daten, die von Live gewonnen werden, um die Qualität bei der Audiodehnung/-stauchung zu erhöhen, die Wellenform schneller darstellen zu können und um automatisch das Tempo von langen Dateien ermitteln zu können (siehe “Längere Musikstücke synchronisieren”).

Wenn Sie ein langes Sample zu einem Projekt hinzufügen, wird Live möglicherweise melden, dass die Datei erst nach Beendigung der Analyse abgespielt werden kann. Dies wird nicht passieren, wenn das Sample bereits analysiert wurde (Live also eine Analyse-Datei für dieses Sample findet), oder wenn in den Record/Warp/Launch-Voreinstellungen die Option Auto-Warp langer Samples (siehe 9.2) deaktiviert wurde.

Eine Analyse-Datei kann auch Standard-Einstellungen für den Clip eines Samples speichern:

Das Klicken auf den Taster Save (siehe 8.2.5) in der Clip-Ansicht speichert die aktuellen Clip-Einstellungen in der Analyse-Datei des Samples. Wenn das Sample zum nächsten Mal in Live gezogen wird, werden diese Clip-Einstellungen automatisch wiederhergestellt. Besonders nützlich ist das, um Einstellungen der Warp-Marker beizubehalten. Das Speichern von Clip-Standard-Einstellungen in der Analyse-Datei ist etwas anderes als das Speichern eines Clips als Live-Clip.

Während Analyse-Dateien eine praktische Möglichkeit bieten, Informationen über die Standardeinstellungen für ein bestimmtes Sample zu speichern, sollten Sie nicht vergessen, dass Sie unterschiedliche Einstellungen für jeden Clip innerhalb eines Live Sets verwenden können - auch wenn diese Clips auf das gleiche Sample auf der Festplatte verweisen. Ziehen Sie jedoch eine neue Version des Samples in ein Live Set, wird Live die in der Analyse-Datei gespeicherten Einstellungen für den neuen Clip verwenden.

Der Name der Analysedatei entspricht dem des Samples, hat jedoch die Namenserweiterung ".asd". Live speichert die Analysedatei im gleichen Ordner wie das Sample.

SampleWithASDInBrowser.png Samples, die eine .asd -Datei besitzen, werden so im Browser angezeigt.

SampleWithoutASDInBrowser.png Samples ohne eine .asd -Datei sehen so aus.

Die Analyse-Dateien selbst sind nicht in Lives Browser sichtbar.

Bitte beachten Sie, dass Sie das Erzeugen der Analysedateien unterbinden können, indem Sie die Option Analyse-Dateien erzeugen auf der File/Folder-Seite der Voreinstellungen deaktivieren. Alle Daten (außer den Standard-Einstellungen für einen Clip) können von Live bei Bedarf rekonstruiert werden, falls die .asd -Datei fehlt, dies wird für längere Samples allerdings eine Weile dauern.

5.2.3 Audio und Video exportieren

Der Befehl Audio/Video exportieren aus dem Datei-Menü erlaubt es Ihnen, Lives Audio-Ausgabe als neue Samples zu exportieren. Die resultierende Datei kann beispielsweise zum Anhören auf eine Audio-CD oder zwecks Backup/Archivierung oder Verwendung mit anderer Audio-Software auf eine Daten-CD gebrannt werden. Enthält Ihr Set Video, können Sie den Befehl Audio/Video exportieren auch zum Exportieren einer Videodatei nutzen, die im gleichen Verzeichnis wie die gerenderten Audiodateien erzeugt wird. (Hinweis: Video-Export ist in den Lite- und Intro-Editionen nicht verfügbar.) Sie können Ihre exportierten Audiodateien auch direkt auf Ihren SoundCloud-Account hochladen.

Auswahl-Optionen

RenderDialogSelectionOptions.png
Das Menü für die zu rendernde Spur.

Die Auswahl-Optionen des Render-Dialogs

Das Menü für die zu rendernde Spur im Exportieren-Dialogfenster bietet verschiedene Optionen dafür, welches Audiosignal exportiert werden soll.

RenderDialogRenderedTrackMenu.png
Das Menü für die zu rendernde Spur.
  • Master — das hinter dem Fader abgegriffene Signal von Lives Master-Ausgang. Wenn Sie diesen Ausgang abhören, können Sie sicher sein, dass das exportierte Signal exakt dem entspricht, was Sie hören.
  • Alle Spuren — das hinter dem Fader abgegriffene Signal am Ausgang jeder einzelnen Spur, einschließlich Return- und MIDI-Spuren mit Instrumenten. Live wird für jede Spur ein separates Sample erzeugen. Alle Samples werden die gleiche Länge besitzen, was es einfach macht, sie in anderen Mehrspur-Programmen anzulegen und weiter zu verwenden.
  • (einzelne Spuren) — das hinter dem Fader abgegriffene Signal der gewählten Spur.

Die anderen Eingabefelder bestimmen den Startpunkt und die Länge des zu exportierenden Materials:

  • Rendering-Start — bestimmt die Position an dem das Rendering beginnt.
  • Rendering-Länge — bestimmt die Länge des zu rendernden Samples.
  • Als Loop rendern -- Wenn diese Option aktiviert ist, erzeugt Live ein Sample, das als Loop verwendbar ist. Nehmen wir zum Beispiel an, dass Ihr Live Set einen Delay-Effekt verwendet. Wenn die Option "Als Loop rendern" aktiviert ist, vollzieht Live den Render-Vorgang zweimal: Der erste Durchgang schreibt noch keine Audiodaten auf die Festplatte, erzeugt aber den Delay-Effekt. Da beim zweiten Durchgang die Audio-Aufzeichnung beginnt, enthält diese zu Beginn die Delay-Fahne aus dem ersten Durchgang.

Tipp — Eine schnelle Möglichkeit die Werte für Rendering-Start und -Länge einzugeben ist es, den gewünschten Zeitabschnitt in der Arrangement-Ansicht auszuwählen, bevor Sie den Befehl Audio/Video exportieren aufrufen. Bitte denken Sie daran - eine gerenderte Audiodatei enthält immer nur das, was Sie vor dem Rendern hören. Spielen Sie zum Beispiel eine Kombination von Session-Clips und Arrangement-Material ab, dann ist dies genau das, was auch in der gerenderten Datei aufgezeichnet wird - unabhängig davon, welche Ansicht beim Rendern aktiv ist.

Optionen beim Rendern von Audio

RenderDialogRenderingOptions.png
Die Optionen beim Rendern von Audio.

Der Exportieren-Dialog bietet verschieden Optionen für das Rendern von Audio:

  • Datei-Typ, Bit-Tiefe, Sampling-Frequenz — Diese Optionen bestimmen das Format der zu erzeugenden Audiodatei. Die Wahl der Samplingrate hat dabei Auswirkungen auf den Export: wenn Sie eine Samplingrate wählen, die gleich oder höher ist als die, die Sie in Ihrem aktuellen Projekt verwenden (wie in den Audio-Voreinstellungen festgelegt), exportiert Live in einem Schritt mit der Samplingrate, die Sie im Export-Dialog bestimmt haben. Wenn Sie mit einer Samplingrate exportieren, die niedriger als die aktuelle Samplingrate in Ihrem aktuellen Projekt ist, exportiert Live zunächst mit der derzeitigen Projekt-Samplingrate und konvertiert dann in einem zweiten Schritt mit einem hochwertigen Algorithmus die Rate nach unten. Dieser Vorgang kann einige Zeit dauern.
  • Dither-Optionen -- Wählen Sie einen der Dither-Modi, wenn Sie Dateien mit einer Bitauflösung von weniger als 32 Bit exportieren. Dithering fügt dem gerenderten Audiomaterial einen kleinen Rauschanteil hinzu, reduziert so aber Artefakte beim Verringern der Bit-Auflösung. Standardmäßig ist Triangular ausgewählt; das ist der "sicherste" Modus, falls Sie an der exportierten Datei eventuell weitere Bearbeitungen vornehmen. Der Modus Rectangular bewirkt ein geringeres Dither-Rauschen, das jedoch um den Preis größerer Quantisierungsfehler. Die drei Pow-r-Modi bieten eine ansteigende Dither-Intensität, sie verschieben das Rauschen in Frequenzbereiche oberhalb des normalen Hörbereichs. Beachten Sie, dass Dithering nur einmal auf eine bestimmte Datei angewendet werden sollte. Wollen Sie die gerenderte Datei weiter bearbeiten, ist es empfehlenswert sie mit 32 Bit zu rendern, um das Dithering bei diesem Zwischenschritt überflüssig zu machen. Insbesondere die Pow-r-Modi sollten nie auf Material angewendet werden, das weiteren Mastering-Bearbeitungen unterzogen wird -- sie sind nur für die finale Ausgabe des Materials gedacht. (Bitte beachten Sie, dass die Pow-r-Modi in den Intro- und Lite-Editionen nicht zur Verfügung stehen.)
  • Analyse-File schreiben -- Falls aktiviert, erzeugt Live zusätzlich eine .asd -Datei mit Analyse-Informationen über das gerenderte Sample. Aktivieren Sie diese Option, falls Sie das Sample in Live verwenden wollen.
  • Normalisieren -- Wenn diese Option aktiviert ist, wird das gerenderte Sample normalisiert (der Pegel wird erforderlichenfalls so verstärkt, dass die lauteste Stelle Vollaussteuerung erreicht).
  • zu Mono konvertieren -- Wenn diese Option aktiviert ist, erzeugt Live ein Mono- statt ein Stereo-Sample.
  • Audio bei Soundcloud hochladen -- Falls aktiviert, startet eine Hilfsanwendung, mit der Sie Ihre exportierten Audiodateien bei SoundCloud hochladen können.

Video-Rendering-Optionen

RenderDialogVideoOptions.png
Die Optionen für das Rendern von Video.

(Hinweis: Video-Rendering ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfügbar.)

Zusätzlich zu den Optionen für das Rendern von Audio bietet der Exportieren-Dialog auch Optionen für das Rendern von Video:

  • Video erzeugen — Ist diese Option aktiviert, wird im Verzeichnis der gerenderten Audiodatei auch eine Videodatei erzeugt. Beachten Sie, dass diese Option nur dann verfügbar ist, wenn Sie Video-Clips im Arrangement haben. Ferner ist es nicht möglich, nur Video zu rendern — das Aktivieren der Video-Rendern-Option wird ein Video immer zusätzlich zum gerenderten Audio erzeugen.
  • Video-Encoder — In diesem Menü können Sie den Encoder für das Video-Rendern wählen. Die Optionen hier hängen von den Encodern ab, die Sie installiert haben.
  • Video-Encoder-Einstellungen — Dieser Taster öffnet ein Fenster mit den Einstellungen für den gewählten Encoder. Die genauen Einstellmöglichkeiten hängen vom Encoder ab, den Sie gewählt haben. Manche Encoder besitzen keine vom Anwender einstellbaren Parameter. In diesem Fall erscheint der Taster deaktiviert.

Nachdem Sie Ihre Einstellungen gemacht und auf Exportieren geklickt haben, um das Rendern zu starten, wird zunächst Audio gerendert. Ist dieser Vorgang beendet, beginnt das Rendern von Video. Beachten Sie, dass in Abhängigkeit des verwendeten Encoders das Video-Rendern in mehreren Durchgängen erfolgen kann. Live zeigt Ihnen den Status des Vorgangs mit einem Fortschrittbalken an.

Falls Sie keine besonderen Encoder-Einstellungen für Fenstergröße oder Seitenverhältnis vorgenommen haben, wird das gerenderte Video bei seiner Wiedergabe genau wie bei der Wiedergabe in Live aussehen. Das Video wird auch das gerenderte Audio enthalten.

Ausführliche Informationen zum Arbeiten mit Video finden Sie im entsprechenden Kapitel (siehe Kapitel 21).

Rendern in Echtzeit

Normalerweise erfolgt das Rendern als Offline-Prozess. Enthält Ihr Set jedoch External-Audio-Effect- (siehe 22.13) oder External-Instrument-Geräte (siehe 24.4), die Signale zu Hardware-Effekten oder -Synthesizer routen, funktioniert das Rendern etwas anders. In diesem Fall wird der Hauptausgang in Echtzeit gerendert. Rendern Sie individuelle Spuren, so werden zunächst alle Spuren offline gerendert, die nicht irgendwo in ihrem Signalfluss ein Signal an ein externes Gerät routen. Danach werden alle Spuren in Echtzeit gerendert, die zu solchen Geräten geroutet sind. Live wird automatisch den Signalfluss jeder Spur überprüfen und registrieren, ob ein Rendern in Echtzeit nötig ist. Beim Starten des Renderns werden Ihnen dann verschiedene Optionen angezeigt:

RenderRealTimeWaiting.png
Das Warten auf das Ausklingen externer Geräte.
  • Skip -- Standardmäßig wartet Live 10 Sekunden, bevor das Rendern beginnt. Diese Zeit sollte reichen, um die Signale aller externen Geräte ausklingen zu lassen. Benötigt es mehr Zeit (etwa wegen einer langen Hallfahne), können Sie die Wartezeit durch Eintippen einer anderen Anzahl von Sekunden in das Wertefeld erhöhen. Sind Sie sich dagegen sicher, dass die externen Geräte bereits ausgeklungen sind, können Sie den Vorgang beschleunigen, indem Sie durch Anklicken von "Skip" das Rendern sofort starten.

Nach dem Beginn des Renderns wechselt der Dialog zur Anzeige eines Fortschrittbalkens:

RenderRealTimeRecording.png
Das Rendern in Echtzeit wurde gestartet.
  • Automatischer Neustart bei Drop-outs -- Das Rendern in Echtzeit belastet die CPU etwas stärker als das normale Rendern und manchmal können dabei Drop-outs (kleine Lücken oder Störungen im Audiosignal) auftreten. Live registriert solche Drop-outs und beginnt mit dem Rendern noch mal von vorne, falls diese Option aktiviert ist.
  • Neustart - startet das Rendern manuell erneut.
  • Abbrechen - bricht das Rendern ab und löscht die teilweise aufgezeichnete Datei.

Die Anzahl der Render-Versuche (falls es mehr als einen gab) wird ebenfalls in der Dialogbox angezeigt. Falls die Drop-outs und Neustarts nicht aufhören, sollten Sie andere Programme schließen, um mehr Rechenleistung für das Rendern zur Verfügung zu stellen. Bitte schlagen Sie im Kapitel über den CPU-Leistungsbedarf (siehe Kapitel 31) nach, um Tipps für ein Erhöhen der Leistung zu erhalten.

5.3 MIDI-Dateien

Eine MIDI-Datei enthält Befehle, die einen MIDI-kompatiblen Synthesizer oder ein anderes MIDI-Instrument, beispielsweise Lives Simpler, dazu veranlassen, bestimmte musikalische Dinge zu tun. MIDI-Dateien können aus Hardware- und Software-MIDI-Sequenzern exportiert werden. Das Importieren von MIDI-Dateien in Live unterscheidet sich vom Importieren von Samples: MIDI-Dateien werden ein Bestandteil des Live Sets und die resultierenden MIDI-Clips haben keinen Bezug mehr zu der Original-Datei. MIDI-Dateien werden im Browser mit einem speziellen Symbol angezeigt.

MIDIFileInBrowser.png
Eine MIDI-Datei im Browser.

5.3.1 MIDI-Dateien exportieren

Lives MIDI-Clips können als "Standard MIDI Files" exportiert werden. Wählen Sie dazu aus dem Datei-Menü den Befehl "Ausgewählten MIDI-Clip exportieren". Der Befehl öffnet eine Dateiauswahlbox, in der Sie einen Speicherort für die neue MIDI-Datei wählen können.

Das Exportieren einer MIDI-Datei ist etwas anderes als das Sichern eines Clips als Live-Clip.

5.4 Live-Clips

Einzelne Clips können im "Live-Clip"-Format aus der Session-Ansicht auf die Festplatte exportiert werden und stehen dadurch für die einfache Wiederverwendung in anderen Projekten zur Verfügung. Da Live-Clips nur Verweise auf die verwendeten Samples (und nicht die Audiodaten selbst) enthalten, sind sie sehr klein. Das macht es einfach, eine eigene Sammlung aufzubauen und zu pflegen.

Um einen Clip aus dem geöffneten Live Set auf die Festplatte zu speichern, ziehen Sie ihn einfach in den Datei-Browser und lassen ihn über einem Ordner fallen. Enthält die Spur dabei Audio-Clips, sorgt Live für das Kopieren der referenzierten Samples an den neuen Speicherort, basierend auf der Einstellung der Option Dateien beim Export kopieren (siehe 5.8.1). Sie können dann einen neuen Namen für den Clip eingeben oder den von Live vorgeschlagenen mit Enter bestätigen.

LiveClipInBrowser.png
Ein Live-Clip im Browser.

Live-Clips stellen eine leistungsfähige Möglichkeit dar, Ihre Ideen für die spätere Verwendung oder Weiterentwicklung zu sichern, denn sie speichern nicht nur den ursprünglichen Clip mit allen seinen Clip- und Hüllkurveneinstellungen, sondern auch die Geräte des Original-Tracks. Um die Geräte-Kette eines Live-Clips zu rekonstruieren, importieren Sie ihn entweder in einen Track, der noch keine Clips oder Geräte enthält oder ziehen ihn auf die von Tracks freie Fläche in der Session- oder Arrangement-Ansicht. Wenn Sie Live-Clips in Tracks importieren, die bereits Geräte oder Clips enthalten, erscheinen nur die Clips mit ihren Einstellungen, aber ohne die Geräte. Sie könnten beispielsweise einen Live-Clip mit einer Basslinie in eine existierende Spur ziehen die ein Bass-Instrument ansteuert, statt eine neue Spur dafür zu erzeugen.

Clips die zu beliebigen bereits auf der Festplatte befindlichen Live Sets gehören, sind ebenfalls Live-Clips. Bitte lesen Sie den Abschnitt über das Verschmelzen von Sets (siehe 5.5.2) für nähere Informationen zu diesem Thema.

Beachten Sie, dass das Speichern von Standardeinstellungen für einen Clip in der Analyse-Datei des Samples etwas anderes als das Speichern eines Live-Clips ist. Die Standardeinstellungen in der .asd -Datei ergänzen das Sample um sinnvolle Grundeinstellungen (zum Beispiel für Warp, Lautstärke und Pitch), so dass es auf eine definierte Weise abgespielt wird, wenn zu einem Set hinzugefügt wird. Live-Clips werden dagegen als separate musikalische Ideen auf der Festplatte gespeichert. So könnten Sie beispielsweise eine Reihe von Variationen des gleiche Audio-Clips erzeugen, indem Sie unterschiedliche Warp-, Pitch-, Hüllkurven- und Effekteinstellungen verwenden und diese Variationen alle als separate Live-Clips speichern. Im Browser könnten Sie diese Clips dann unabhängig voneinander sortieren und vorhören, und das sogar, obwohl alle davon auf das gleiche externe Ursprungs-Sample verweisen.

5.5 Live-Sets

Der Dokumententyp den Sie in Live erzeugen und mit dem Sie arbeiten heißt Live-Set . Stellen Sie sich das als einen einzelnen "Song" vor. Sets müssen innerhalb von Projekten gesichert werden, damit Live die verschiedenen Komponenten des Live Sets registrieren und verwalten kann: Live Clips, Geräte-Presets, alle verwendeten Samples usw.

5.5.1 Sets erzeugen, öffnen und sichern

Verwenden Sie den Befehl "Neues Live-Set" aus dem Datei-Menü, um ein neues Live-Set zu erzeugen, und den Befehl "Live-Set öffnen..." oder das Untermenü "Zuletzt benutzte Sets", um ein bestehendes Set zu öffnen. Im Datei-Browser können Sie ein Live-Set doppelklicken oder selektieren und Enter betätigen, um es zu öffnen.

Der Befehl "Live Set sichern" aus dem Datei-Menü sichert das aktuelle Live Set genau so wie es ist, einschließlich aller Clips und Einstellungen.

Sie können auch den Befehl "Live Set sichern unter" benutzen, um das aktuelle Live Set unter einem anderen Namen und/oder in ein anderes Dateiverzeichnis zu sichern. Oder Sie benutzen den Befehl "Live Set sichern als Kopie", um eine Kopie des aktuellen Live Sets mit einem neuen Namen und/oder unter einem neuen Verzeichnis zu speichern.

5.5.2 Das Verschmelzen von Sets

Live macht es einfach, Sets miteinander zu verschmelzen, was sehr praktisch sein kann, wenn man Arbeit aus unterschiedlichen Versionen oder Stücken kombinieren will. Um alle Spuren (außer den Return-Spuren) aus einem Live-Set in ein anderes zu bekommen, ziehen Sie das Set aus dem Datei-Browser in das aktuelle Set und lassen es auf der Titelzeile irgendeiner Spur oder auf dem freien Bereich unter/neben den Spuren los. Die Spuren aus dem losgelassenen Set werden vollständig wiederhergestellt, einschließlich ihrer Clips in Session- und Arrangement-Ansicht, ihrer Geräte und ihrer Automationen.

SessionViewDropZonesForLiveSet.png
Der Drop-Bereich in der Session-Ansicht für das Importieren von Live-Sets.
ArrangementViewDropZonesForLiveSet.png
Der Drop-Bereich in der Arrangement-Ansicht für das Importieren von Live-Sets.

Wenn Sie einzelne Spuren aus einem Set importieren wollen, können Sie das Live-Set im Datei-Browser genau wie einen Ordner aufklappen.

LiveSetUnfoldedShowingTracks.png
Das Aufklappen eines Sets zeigt seine Inhalte an.

Sie können nun die einzelnen Spuren wie am Anfang dieses Abschnitts beschrieben in das Set ziehen und loslassen. Alle Grooves (siehe Kapitel 12), die mit Ihrem Set zusammen gespeichert wurden, sind ebenfalls als Ordner im ausgeklappten Set verfügbar.

Zusätzlich zum Ausklappen von Sets, können sie auch noch einzelne Spuren im Set ausklappen, um auf die individuellen Clips der Session-Ansicht, die auf der Spur verwendet wurden zuzugreifen:

LiveSetUnfoldedShowingClips.png
Das Anzeigen der in einem Set enthaltenen Session-Ansicht-Clips.

Sie können die Session-Clips des Sets genau so sichten, vorhören und importieren wie wenn diese als individuelle Live-Clips gespeichert worden wären. Dies bedeutet, dass jedes Live-Set als Sound-Pool für jedes andere dienen kann, was zur kreativen Wiederverwertung und zum Verknüpfen von Inhalten einlädt.

5.5.3 Session-Clips als neue Sets exportieren

Sie können eine Auswahl von Clips aus der Session-Ansicht als neues Live Set speichern, indem Sie sie zum Datei-Browser ziehen. Um ein Set so zu exportieren, klicken und ziehen Sie oder verwenden die Tasten Shift oder [STRG](PC) / ALT (Mac), um mehr als einen Session-Clip zu selektieren. Ziehen Sie die Clips dann einfach zu einem Ordner im Browser, wo Sie entweder den von Live vorgeschlagenen Namen bestätigen oder einen neuen eingeben können.

5.5.4 Set als Schablone

Verwenden Sie den Taster "Aktuelles Set als Standard sichern" in den File/Folder-Voreinstellungen, um das aktuelle Live Set als Standard-Schablone zu sichern. Live wird die gemachten Einstellungen dann als Grundeinstellungen für neue Live Sets verwenden. Sie können diese Möglichkeit nutzen, um beispielsweise Folgendes vorzukonfigurieren:

  • Ihre Mehrkanal-Eingangs-/Ausgangs-Konfiguration.
  • Eine Vorauswahl von Effekten, beispielsweise EQs und Kompressoren in jede Spur.
  • Zuweisungen von Tasten der Rechnertastatur (siehe 26.2.5).
  • MIDI-Zuweisungen (siehe 26.1).

Die Schablone für Live Sets heißt "Template.als" und wird im "Preferences"-Ordner von Live abgelegt, von wo aus sie kopiert oder gelöscht werden kann. Die einfachste Möglichkeit diesen Ordner zu finden besteht darin, die Festplatte nach "Template.als" durchsuchen zu lassen.

5.5.5 Das Ansehen und Ändern der Datei-Referenzen in einem Live Set

Um eine Liste mit allen Dateien zu sehen, die vom aktuellen Live-Set referenziert werden, wählen Sie bitte den Dateien-verwalten-Befehl aus dem Datei-Menü, klicken auf den Set-verwalten-Schalter und dann auf den Dateien-ansehen-Schalter. Live zeigt jeweils einen Eintrag für jede im Live-Set benutzte Datei an. Wenn Sie alle Clips oder Instrumente des Live-Sets auflisten möchten, in denen die Datei auch tatsächlich benutzt wird, klicken Sie bitte auf das Dreieck, um die Zeile aufzuklappen. Sie haben nun folgende Möglichkeiten:

  • Eine Datei ersetzen — Indem Sie eine Datei aus dem Datei-Browser auf einen Eintrag der Liste ziehen, veranlassen Sie das Live-Set, die neue Datei statt der alten zu referenzieren. Bei in Audio-Clips verwendeten Samples behält Live die Clip-Einstellungen bei; die Warp-Marker werden ebenfalls beibehalten, falls das neue Sample gleich lang oder länger als das alte ist oder andernfalls verworfen. Bitte beachten Sie, dass das Ersetzen eines Samples alle Clips in Ihrem Set ändern wird, die auf dieses Sample verweisen.
SamplesUseBySetListOneLine.png
Jeder Eintrag in der Liste der referenzierten Dateien ist ein Drop-Ziel für Dateien.
  • Dateien Hot-Swappen — Indem Sie den Hot-Swap-Schalter links bei einem Eintrag betätigen, können Sie bequem Alternativen für die gerade referenzierte Datei testen. Das funktioniert wie das Ziehen von Dateien auf die Einträge, nur schneller.
SamplesUseBySetListBrowseButton.png
Der Hot-Swap-Schalter in der Liste der referenzierten Dateien.
  • Ein referenziertes Sample editieren — die Bearbeitung erfolgt mit einem externen Programm (das in den File/Folder-Voreinstellungen gewählt werden kann). Das Anklicken des Edit-Tasters öffnet das referenzierte Sample in der externen Anwendung. Das Sample bleibt so lange offline, wie sein Edit-Schalter aktiv ist. Bei Samples aus Audio-Clips werden die aktuellen Warp-Marker nur beibehalten, wenn sich die Länge des Samples durch die Bearbeitung nicht ändert. Beachten Sie bitte, dass die Edit-Taste nur bei Samples vorhanden ist und nicht bei anderen Dateitypen, wie z.B. Max-Geräten (siehe Kapitel 25).
SamplesUseBySetListEditSwitch.png
Der Edit-Schalter in der Liste der referenzierten Dateien.
  • Speicherort einer Datei anzeigen -- Die Spalte Ort gibt an, ob eine Datei fehlt (siehe 5.7)oder ob sie sich in der Live-Library, einem Projekt oder an anderer Stelle ("Extern") befindet. Ausgeklappt zeigt der Eintrag die genauen Stellen im Set, an denen die Datei benutzt wird.
SamplesUseBySetListLocationColumn.png
Die Ort-Spalte in der Liste der referenzierten Dateien.

5.6 Live-Projekte

Ein Live-Projekt ist ein Ordner, der Live-bezogene Dateien enthält, die zusammengehören. Denken Sie beispielsweise an die Arbeit an einem Musikstück: Sie beginnen mit einem leeren Live-Set; Sie nehmen Audio auf und erzeugen so neue Dateien; Sie ziehen Samples aus Librarys hinein; Sie speichern unterschiedliche Versionen des Live-Sets, so dass Sie verschiedene Stadien der Arbeit vergleichen können. Vielleicht speichern Sie auch Live-Clips oder Geräte-Presets, die zu diesem Musikstück "gehören". Der Projekt-Ordner dieses Live-Projekts enthält alle Dateien, die zu dem Musikstück in Verbindung stehen -- und Lives Datei-Manager bietet Ihnen die Werkzeuge, die Sie zu ihrer Verwaltung benötigen (siehe 5.6.3).

5.6.1 Projekte und Live-Sets

Wenn Sie ein Live-Set unter einem neuen Namen oder an einem neuen Ort sichern, erzeugt Live einen neuen Projekt-Ordner und sichert das Live Set darin -- außer wenn Sie das Live Set in ein bestehendes Live-Projekt sichern. Lassen Sie uns ein Beispiel betrachten, um das zu illustrieren:

Wir haben etwas Audio in ein neues Live-Set aufgenommen. Wir sichern das Live-Set unter dem Namen "Tango" auf dem Schreibtisch. Der Schreibtisch ist im Browser vorhanden, weil wir ihn zuvor als User-Ordner hinzugefügt haben. So wird das Ergebnis in Lives Browser angezeigt:

ProjectTangoInLiveBrowser.png
Ein Live-Set und seine Aufnahmen in einem Live-Projekt-Ordner.

Der Projekt-Ordner ("Tango Project") enthält das Live Set ("Tango.als") und einen Ordner "Samples", der wiederum einen Ordner "Recorded" mit zwei Samples darin enthält. Beachten Sie, dass das aktuelle Projekt auch in der Titelleiste von Lives Programmfenster angezeigt wird.

Nun nehmen wir eine neue Spur in unser Projekt auf. Wir sichern die modifizierte Version des Live-Sets unter einem neuen Namen, so dass wir die vorherige Version nicht verlieren. Wir akzeptieren den Benennungsvorschlag der Sichern-als-Funktion und speichern die neue Version des Songs im Tango-Projekt-Ordner.

ProjectTangoWithPiano.png
Eine zweite Version des Live-Sets wurde zu dem Projekt hinzugefügt.

Das Tango-Projekt enthält nun zwei Live-Sets, und seine Samples/Recorded-Ordner enthalten die von beiden benutzten Samples.

Und nun zu etwas ganz anderem: Wir rufen den Befehl Neues Live-Set aus dem Datei-Menü auf und nehmen ein Samba-Stück auf. Da das nichts mit unserem Tango zu tun hat, beschließen wir es außerhalb des Tango-Projekt-Ordners zu sichern, nämlich auf dem Schreibtisch. Live erzeugt einen neuen Projekt-Ordner namens Samba Project neben dem Tango-Project.

ProjectSamba.png
Ein neues Projekt wurde neben dem Tango-Projekt erzeugt.

Bisher haben wir erfahren, wie man Live-Projekte erzeugt und Versionen von Live-Sets darin sichert. Und wie wird ein Projekt geöffnet? Einfach durch Öffnen eines der enthaltenen Live-Sets. Das Doppelklicken von "Tango with Piano.als" öffnet das Set und das dazugehörige Projekt -- wie in der Titelzeile von Live zu sehen.

Nehmen wir an, dass wir bei der Arbeit an "Tango with Piano.als" abdriften: Das Stück entwickelt sich zu etwas ganz anderem, und wir haben das Gefühl, dass es ein eigenes Projekt werden sollte. Wir sichern es mit "Sichern als..." unter einem neuen Namen und an einem Ort außerhalb des aktuellen Projekts, zum Beispiel auf dem Schreibtisch:

ProjectElectroWithPiano.png
Durch das Sichern eines Live-Set außerhalb seines Original-Projekts wurde ein neues Projekt erzeugt.

Beachten Sie, dass der neue Projekt-Ordner (noch) keinen Samples-Ordner hat. "Electro with Piano.als" referenziert immer noch das Piano-Sample aus dem ursprünglichen Tango-Projekt. Das ist kein Schaden, solange das Tango-Projekt nicht woanders hinbewegt oder gelöscht wird; dann würde "Tango with Piano.als" sein Sample vermissen. Dem können Sie mit Externe Dateien sammeln (siehe 5.8) vorbeugen. Wenn das Sample bereits verschollen ist, können Lives Funktionen für das Suchen fehlender Dateien (siehe 5.7) bei der Lösung des Problems helfen.

Es ist nicht nötig, das Live-Set eines Projekts exakt eine Hierarchieebene unter dem Projekt selbst abzuspeichern. Sie können innerhalb eines Projekt-Ordners eine beliebige Anzahl von Unterordnern erzeugen und die Dateien darin wie gewünscht organisieren; Sie werden aber unter Umständen von der Dateiverwaltung Gebrauch machen müssen, um das Projekt über Ihre Änderungen "zu informieren" (siehe 5.12.2).

Im Allgemeinen wird Live tun was es kann, um verwaiste (Projekt-lose) Live-Sets (und Live-Clips und Presets) zu vermeiden, die das Potenzial haben, sowohl den Anwender als auch Lives Dateiverwaltungs-Funktionen zu verwirren. Live kann allerdings nichts in Fällen ausrichten, in denen Sets oder Dateien mit dem Explorer (Windows)/Finder (Mac) aus ihrer Ordnung gebracht werden.

Eine Anmerkung für Anwender älterer Versionen von Live: Um Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden, erlaubt Live es nicht, mit älteren Versionen erzeugte Live-Sets zu überschreiben. Stattdessen werden Sie aufgefordert, mit "Sichern als..." zu speichern. Hierdurch wird sichergestellt, dass die neu gespeicherten Live-Sets in Projekt-Ordnern abgelegt werden.

5.6.2 Projekte und Presets

Standardmäßig werden neue Instrumente und Effekt-Presets in Ihrem aktuellen Projekt gespeichert. Hin und wieder kann es jedoch sinnvoller sein ein Preset in einen anderen Ordner oder in Ihre User-Library zu sichern, so dass Sie auf das Preset auch von anderen Projekten aus zugreifen können. Sie können ein abgespeichertes (siehe “Presets speichern”) Preset in einen anderen Ordner ziehen, oder einfach die Titelzeile des Geräts über einen Ordner der Seitenleiste im Browser ziehen und sobald das Inhaltsfenster geöffnet ist, es im Inhaltsfenster fallen lassen, wodurch es dem Ordner hinzugefügt wird.

Werden Presets, die Samples enthalten, an einen neuen Ort gespeichert, kopiert Live eventuell die Samples, abhängig von den Einstellungen der Option Dateien beim Export kopieren, die Sie unter dem File/Folder-Reiter der Voreinstellungen finden. Sie können dann einen neuen Namen für das Gerät eingeben oder den von Live vorgeschlagenen Namen mit RETURN bestätigen.

5.6.3 Dateien in einem Projekt verwalten

Lives Datei-Manager bietet mehrere komfortable Funktionen zum Verwalten von Projekten. Nachdem Sie ein Live Set geladen haben, das Teil des Projekts ist das Sie verwalten wollen, wählen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-Menü und klicken dann auf den Taster Projekt verwalten. Der Datei-Manager zeigt Ihnen daraufhin eine Übersicht der Projekt-Inhalte und der Funktionen dafür an. Sie können:

  • fehlende Dateien des Projekts lokalisieren;
  • externe Dateien in das Projekt sammeln (siehe 5.8);
  • sich unbenutzte Dateien des Projekts anzeigen lassen (siehe 5.10);
  • ein Projekt in ein Live-Pack packen (siehe 5.11);

5.7 Fehlende Dateien lokalisieren

Wenn Sie ein Live Set, einen Live-Clip oder ein Preset laden, dessen Dateien am referenzierten Speicherort nicht gefunden werden können, zeigt Lives Statuszeile (unten im Hauptfenster) eine Warnmeldung an. Clips und die Sample-Slots von Instrumenten, die fehlende Samples referenzieren, werden als "Offline" markiert und Live wird Stille anstelle der fehlenden Samples abspielen.

Lives Datei-Manager bietet Funktionen, um solche fehlerhaften Referenzen zu reparieren. Klicken Sie auf die Statuszeile, um Zugriff darauf zu erhalten. (Das ist eine Abkürzung dazu, Dateien verwalten aus dem Datei-Menü aufzurufen, den Set-verwalten-Taster anzuklicken und dann den Lokalisieren-Taster im Bereich Fehlende Dateien zu betätigen.) Der Datei-Manager zeigt Ihnen daraufhin in einer Liste die fehlenden Dateien und zugehörige Bedienelemente an.

FileManagerMissingFilesForCurrentSet.png
Die Liste fehlender Dateien im Datei-Manager.

5.7.1 Manuelle Reparatur

Um eine fehlerhafte Referenz manuell zu reparieren, lokalisieren Sie die fehlende Datei im Browser, ziehen sie zum Dateiverwaltungsfenster und dort auf die entsprechende Zeile in der Liste der fehlenden Dateien. Beachten Sie bitte, dass Live nicht überprüft, ob die von Ihnen vorgeschlagene Datei auch tatsächlich die fehlende ist.

5.7.2 Automatische Reparatur

Live bietet eine bequeme automatische Suchfunktion zum Reparieren von Datei-Referenzen. Klicken Sie im Bereich Automatische Suche den Go-Taster an, um Live auf die Suche zu schicken. Klicken Sie den benachbarten dreieckigen Schalter an, um Zugriff auf einige detaillierte Optionen zu erhalten, mit denen Sie die automatische Suche unterstützen können.

FileManagerMissingFileSearchOptions.png
Die Optionen für das automatische Reparieren im Datei-Manager.
  • Ordner durchsuchen -- bezieht einen bestimmten Ordner einschließlich seiner Unterordner in die Suche ein. Klicken Sie den Ordner-wählen-Taster, um einen Ordner zu bestimmen.
  • Projekt durchsuchen -- schließt den Projekt-Ordner des aktuellen Sets in die Suche ein.
  • Library durchsuchen -- schließt die Live-Library in die Suche ein.

Für jede fehlende Datei kann die automatische Suchfunktion eine beliebige Anzahl von Kandidaten finden. Nehmen wir mal die folgenden Fälle an:

  • Keine Kandidaten gefunden -- Sie können einen anderen Ordner wählen und es noch mal probieren oder das fehlende Sample / die fehlende Datei manuell lokalisieren.
  • Es wurde ein Kandidat gefunden -- Live akzeptiert den Kandidaten und betrachtet das Problem als gelöst.
  • Es wurden mehrere Kandidaten gefunden -- Live benötigt Ihre Hilfe: Klicken Sie den Hot-Swap-Schalter an (das Symbol ganz links bei jedem Eintrag in der Liste fehlender Dateien), um den Datei-Browser die Kandidaten im Hot-Swap-Modus anzeigen zu lassen. Sie können nun auf Wunsch auch bei laufender Musik die Kandidaten im Datei-Browser doppelklicken, um sie zu laden und anzuhören.

5.8 Das Sammeln externer Dateien

Um fehlerhafte Datei-Referenzen in einem Live Set möglichst wirksam zu vermeiden, bietet Live die Möglichkeit an, die Dateien zu sammeln, das heißt, sie in den Projekt-Ordner des aktuellen Sets zu kopieren. Das wird mit dem Datei-Manager gemacht:

  • Wählen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-Menü
  • Klicken Sie auf den Taster Set verwalten
  • Klappen Sie mit dem dreieckigen Schalter den Bereich Externe Dateien aus
FileManagerCurrentSetExternalFiles.png
Die Optionen für das Sammeln externer Dateien.

Getrennt nach Speicherort (andere Projekte, User-Library, installierte Factory-Packs, andere Speicherorte -- zum Beispiel Sample-Sammlungen auf externen Festplatten) zeigt die Dateiverwaltung an:

  • Die Anzahl der Dateien und deren benötigter Speicherplatz;
  • Einen Zeigen-Taster, der die Dateien im Browser auflistet;
  • Ein Schalter zum Ein- oder Ausklappen einer Ansicht

Hinweis: Vergewissern Sie sich, dass Sie Ihre Auswahl mit dem Taster Sammeln und sichern im Datei-Manager bestätigen!

FileManagerCollectAndSaveButton.png
Der Taster Sammeln und sichern im Datei-Manager.

Der Alle-sammeln-und-sichern-Befehl im Datei-Menü ist eine Abkürzung; er sammelt und sichert alle vom aktuellen Set referenzierten Dateien, einschließlich solcher aus Lives Core-Library oder anderen installierten Packs. Beachten Sie, dass dadurch erhebliche Datenmengen kopiert werden können, besonders dann, wenn Ihr Live-Set viele große Multisamples benutzt!

5.8.1 Dateien beim Export kopieren

Wenn Sie Live-Clips, Geräte-Presets oder Spuren speichern, indem Sie sie in den Browser ziehen, verwaltet Live das Kopieren der dazugehörigen Dateien, abhängig von der Einstellung der Option Samples beim Export kopieren, die Sie auf der Library-Seite der Voreinstellungen finden. Dieser Wahlschalter bietet die folgenden Optionen:

  • Immer , die Standardeinstellung, kopiert Dateien in den gleichen Ordner wie den Clip, das Preset oder die Spur, ohne Benachrichtigung.
  • Wird Fragen gewählt , öffnet Live eine Dialog-Box mit Optionen für das Kopieren von Dateien.
  • Nie bedeutet, das die Dateien beim Speichern nicht kopiert werden.

5.9 Übergreifendes Lokalisieren und Sammeln

Statt sich in einer kreativen Phase mit Problemen zu beschäftigen, könnten Sie es vorziehen, Hausmeistertätigkeiten auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und dann die Probleme in einem Rutsch zu erledigen. Mit Lives Datei-Manager können Sie das Finden fehlender Dateien und das Sammeln externer Dateien nicht nur für das aktuelle Live Set erledigen, sondern auch für:

  • Die User-Library -- wählen Sie den Dateien-verwalten-Befehl aus dem Datei-Menü; klicken Sie dann den Taster User-Library verwalten an.
  • Das aktuelle Live-Projekt -- wählen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-Menü; klicken Sie dann den Taster Projekt verwalten an.
  • Jedes Live-Projekt -- wählen Sie nach [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf einem Projekt im Inhaltsfenster des Browsers den Befehl Projekt verwalten.
  • Alle Projekte in einem bestimmten Ordner (und seinen Unterordnern) -- wählen Sie nach [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf einem Ordner im Browser den Befehl Projekte verwalten.
  • Jede Selektion von Live Sets, Live-Clips und Live-Presets -- wählen Sie nach [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf den betreffenden Einträgen im Browser den Befehl Dateien verwalten.

Denken Sie daran, den Taster Sammeln und sichern unten im Datei-Manager anzuklicken, wenn Sie fertig sind. Tun Sie das nicht, werden Ihre Änderungen verworfen.

5.10 Nicht benutzte Dateien finden

Lives Datei-Manager kann die nicht benutzten Dateien in einem Projekt für Sie suchen. Sie können diese dann sichten und sich entscheiden, einzelne davon oder alle gemeinsam zu löschen. Beim Suchen nach "nicht benutzten" Dateien inspiziert Live jede Datei im Projekt-Ordner und prüft, ob sie von einem der Live Sets, Live-Clips oder Geräte-Presets im Projekt referenziert wird. Falls nicht, wird die Datei als nicht benutzt angesehen -- auch dann, wenn andere Projekte oder Programme sie noch benutzen.

Um die nicht benutzten Dateien des gerade geöffneten Projekts zu suchen, rufen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-Menü auf, klicken den Taster Projekt verwalten an und dann den dreieckigen Schalter neben "Nicht benutzte Dateien", um Zugriff auf die Zusammenfassung und den Zeigen-Taster zu erhalten. Mit Klick auf den Zeigen-Taster zeigt der Datei-Browser die nicht benutzten Dateien an; dort können Sie sie vorhören (siehe “Dateien vorhören”) und löschen.

Beachten Sie, dass Sie auch die nicht benutzten Dateien in der Library suchen können: Rufen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-Menü auf, klicken Sie den Taster Dateien verwalten und dann den Taster Library verwalten an, um den Bereich mit den nicht benutzten Dateien zu sehen.

Schließlich können Sie auch die nicht benutzten Dateien für alle Projekte in einem bestimmten Ordner (und seinen Unterordnern) suchen: Nach [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) auf einem Ordner im Browser wählen Sie den Befehl Projekte verwalten und gehen dann zum Bereich Nicht benutzte Dateien. Live untersucht jedes einzelne Projekt und weist eine Datei auch dann als nicht benutzt aus, wenn sie von einem anderen Projekt im gleichen Ordner verwendet wird. Um den Verlust von Dateien zu vermeiden, sollten Sie zuerst die Dateien in ihren jeweiligen Projekten sammeln und erst dann die Projekte von nicht benutzten Dateien erleichtern.

5.11 Projekte in Live-Packs packen

Lives Datei-Manager bietet Ihnen die Option, Live-Projekte für das bequeme Archivieren oder den Transfer im Live-Pack-Format zu speichern. Dazu rufen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-Menü auf, klicken den Taster Projekt verwalten an und dann den dreieckigen Schalter neben "Packen". Klicken Sie den Taster Live-Pack erzeugen an, der ein Sichern-Fenster öffnet, in dem Sie den Namen und den Speicherort der neuen Live-Pack-Datei wählen können. Das Erzeugen eines Live-Packs aus einem Projekt ändert nichts am Projekt selbst. Wollen Sie das Projekt löschen, können Sie das im Browser tun.

Live verwendet eine verlustfrei Kompressionstechnik, um die Dateigröße von Live-Packs zu verringern. In Abhängigkeit vom Audiomaterial im Projekt ergeben sich so Reduzierungen der Dateigröße um bis zu 50%.

Um ein Live-Pack auszupacken (und das original Live-Projekt wieder herzustellen), doppelklicken Sie die Live-Pack-Datei (.alp), ziehen sie in Lives Hauptfenster oder lokalisieren sie mit dem Befehl Live-Pack installieren aus dem Datei-Menü. Live installiert dann das Pack unter seinem Standard-Speicherort und es erscheint unter dem Live-Packs- Label im Browser.

5.12 Häufig gestellte Fragen zur Dateiverwaltung

5.12.1 Wie erzeuge ich ein Projekt?

Ein Projekt wird beim Sichern eines Live Sets automatisch erzeugt, außer beim Sichern in die Library oder in ein bestehendes Projekt.

5.12.2 Wie kann ich Presets in mein aktuelles Projekt sichern?

Sie können Presets auch direkt in das aktuelle Projekt sichern, indem Sie die Titelleiste des Geräts greifen und zum aktuellen Projekt ziehen. Danach können Sie die Dateiverwaltung verwenden, um referenzierte Samples einzusammeln etc.

5.12.3 Kann ich an verschiedenen Versionen meines Sets arbeiten?

Wenn Sie an mehreren Versionen eines Live Set arbeiten wollen, dann sichern Sie diese einfach in das gleiche Projekt. Dies wird üblicherweise das Projekt sein, das Sie mit der ersten Version des Live Sets erzeugt haben. Enthält ein Projekt mehrere Live Sets, wird es nur eine Kopie der Samples einsammeln, die von den unterschiedlichen Versionen verwendet werden. Dies kann Festplattenplatz sparen und die Organisation vereinfachen.

5.12.4 Wo soll ich meine Live Sets sichern?

Sie können Ihre Live Sets sichern wo sie wollen. Das Sichern in die Library oder bestehende Projekte kann allerdings Probleme bereiten und sollte nur in speziellen Fällen erfolgen. Entsprechend sollten Sie Live Set nur in ein bestehendes Projekt sichern, wenn sie einen Bezug zu diesem Projekt haben - zum Beispiel alternative Versionen eines Songs, der sich bereits in dem Projekt befindet.

5.12.5 Kann ich meine eigene Ordner-Struktur innerhalb eines Projekt-Ordners verwenden?

Sie können Ihre Dateien in einem Projekt verwalten wie Sie wollen, aber Sie müssen die Dateiverwaltung verwenden, um die verschobenen Dateien wieder mit dem Projekt zu verknüpfen:

5.12.6 Wie exportiere ich ein Projekt unter Beibehaltung meiner eigenen Ordner-Struktur in die Library?

Wenn Sie ein Projekt in die Library sichern, wird Live überprüfen, ob die Ordnernamen dort mit den Ordnernamen Ihres Projekts übereinstimmen und die fehlenden Ordner bei Bedarf erzeugen. Enthält Ihr Projekt zum Beispiel Samples in "Samples/Meine Samples," sucht Live in der Library nach einem Ordner "Samples" (den es finden wird, da er Teil der Standard-Library ist) und darin nach einem Unterordner "Meine Samples" (den es nicht finden und deshalb erzeugen wird).

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