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23. Referenzteil zu Lives MIDI-Effekten

Live wird mit einer Auswahl integrierter MIDI-Effekte ausgeliefert. Im "Kapitel über das Arbeiten mit Instrumenten und Effekten" (siehe Kapitel 17) werden die Grundlagen bei der Arbeit mit diesen Effekten in Live besprochen.

23.1 Arpeggiator

Arpeggiator.png
Der Arpeggiator-Effekt.

Lives Arpeggiator wird mit einzelnen oder im Akkord gespielten MIDI-Noten gespeist und erzeugt daraus ein rhythmisches Muster. Die Notenabfolge und Geschwindigkeit dieses Musters kann mit den Parametern des Arpeggiator-Effekts kontrolliert werden, der eine umfangreiche Ausstattung mit klassischen und einzigartig neuen Arpeggio-Funktionen bietet.

Arpeggiatoren sind ein typisches Element der Synthesizermusik aus den achtziger Jahren. Der Name entspringt dem musikalischen Konzept des "Arpeggios," bei dem die Noten eines Akkords nacheinander statt gleichzeitig gespielt werden. "Arpeggio" rührt von dem italienischen Wort "arpeggiare" her, das sich auf das Spielen von Noten auf einer Harfe bezieht.

23.1.1 Style- und Rate-Parameter

Im Style-Menü des Arpeggiators wird die Abfolge der Noten im rhythmischen Muster bestimmt.

ArpeggiatorUpWithDown.png
"Up" und "Down".
ArpeggiatorUpDownDownUp.png
"UpDown" und "DownUp".
ArpeggiatorDownUpUpDown.png
"Down & Up" und "Up & Down".
ArpeggiatorConvergeDiverge.png
"Converge" und "Diverge".
ArpeggiatorConvergeAndDiverge.png
"Con & Diverge".
ArpeggiatorPinkyUpPinkyUpDown.png
"Pinky Up" und "Pinky UpDown".
ArpeggiatorThumbUpThumbUpDown.png
"Thumb Up" und "Thumb UpDown".

Der Play-Order-Modus platziert die Noten im rhythmischen Muster in genau der Reihenfolge, in der sie gespielt wurden. Dies ist darum erst dann zu erkennen, wenn mehr als eine Note oder ein Akkord gespielt wird.

Zusätzlich zu den oben genannten Arpeggiator-Mustern gibt es einen "Chord Trigger"-Modus, der eingehende Noten als Block-Akkord wiederholt, sowie drei Einstellungen zum Erzeugen von zufälligen Arpeggios:

  • Das Wählen von Random erzeugt ein kontinuierliches Zufallsmuster aus den eingehenden MIDI-Noten.
  • Random Other erzeugt ebenfalls ein zufälliges Muster aus den eingehenden MIDI-Noten, wiederholt jedoch solange eine bestimmte Note nicht, bis alle anderen eingehenden Noten im Muster benutzt wurden.
  • Random Once erzeugt ein Zufalls-Muster aus den eingehenden MIDI-Noten und wiederholt dieses Muster solange, bis sich die eingehenden MIDI-Noten ändern, was auch der Zeitpunkt ist, an dem ein neues Muster erzeugt wird.

Der Arpeggiator spielt sein Muster in einer Geschwindigkeit, die von der Einstellung des Parameters Rate abhängt. Rate kann entweder in Millisekunden oder taktbezogen in Notenwerten eingestellt werden; die Umschaltung erfolgt mit dem benachbarten Sync/Free-Schalter. Bei aktivem Sync ist der Arpeggiator zum Songtempo synchronisiert.

Mit Gate rechts neben dem Rate-Parameter kann man die Länge der vom Arpeggiator erzeugten Noten in Prozent der gewählten Rate-Einstellung bestimmen. Ein Wert über 100% spielt folglich überlappende Noten (legato).

Die Rhythmik des vom Arpeggiator erzeugten Musters muss nicht unbedingt exakt einem Raster folgen. Eine Auswahl verschiedener Groove-Muster kann mit den entsprechenden Parametern unter dem Mode-Wahlschalter angewendet werden. Grooves im Arpeggiator verhalten sich ähnlich wie in Clips benutzte Grooves und die Intensität des Grooves wird mit dem Amount-Regler im Groove-Pool (siehe 12.1) bestimmt.

Ist der Hold-Schalter aktiv, spielt der Arpeggiator sein Muster auch nach dem Loslassen der Tasten weiter. Das Muster wird solange wiederholt, bis irgendeine andere Taste gedrückt wird. Ist Hold aktiv und werden Noten des ursprünglichen Musters gedrückt gehalten, kann man Noten zum Muster einfach hinzufügen, indem man sie spielt. Spielt man sie nochmal, werden sie in diesem Szenario wieder aus dem Muster entfernt. So kann man Notenfolgen nach und nach auf- und auch wieder abbauen.

Tipp : Wenn Sie die Wiedergabe des Musters abbrechen wollen, deaktivieren Sie kurz Hold.

Der Parameter Offset verschiebt die Notensequenz des Musters um die mit dem Regler wählbare Anzahl von Schritten. Das wird an einem Beispiel am besten deutlich: Eine Einstellung von "1" lässt die zweite Note im Muster zuerst erklingen und die erste Note zuletzt. Wenn Sie sich das Muster als einen Kreis von Noten vorstellen, der ausgehend von einem Startpunkt im Uhrzeigersinn abgespielt wird, dann rotiert der Offset-Parameter diesen Kreis Note für Note gegen den Uhrzeigersinn und verändert so den Punkt, an dem die Wiedergabe beginnt.

Mit dem Parameter Repeat kann man die Anzahl der Wiederholungen für das Muster festlegen, bis es neu getriggert wird. Eine Einstellung von "inf" wiederholt das Muster unendlich. Hinweis: Diese Funktion bietet eine exzellente Möglichkeit, das Anschlagen von Saiten bei einer Gitarre nachzubilden oder einen Akkord nur ein- oder zweimal als Arpeggio zu spielen. Eine weitere interessante Möglichkeit besteht im Kombinieren dieser Funktion mit dem Retrigger-Parameter, den wir gleich anschließend vorstellen. Diese Kombination kann für das Erzeugen rhythmischer Arpeggien genutzt werden, die durch Pausen getrennt sind.

Der Retrigger-Parameter setzt das Muster zurück, so dass es wieder von vorne gespielt, also neu getriggert wird. Das Retriggering kann deaktiviert werden (Off), durch neu gespielte Noten ausgelöst werden (Note) oder auch an einer Song-Position bzw. Taktangabe (Beat). Das Beat-Retriggering kann nach einer in Noten oder Takten wählbaren Zeit und damit an einer bestimmten Stelle des Songs erfolgen. Eine LED rechts über dem Regler im Retriggerbereich zeigt das Neutriggern des Musters an.

23.1.2 Transponierungs- und Velocity-Parameter

Die Transpose-Parameter des Geräts ermöglichen, dass bei der Transposition nur Töne einer bestimmten Dur- oder moll-Skala benutzt werden oder aber (wenn die Shift-Option des Transpose-Wahlmenüs benutzt wird) die Ausführung in Halbtönen. Der Abstand der Transpositions-Schritte wird in Skalen-Intervallen (bei Dur- oder moll-Transposition) oder in Halbtonschritten (bei der Shift-Transposition) mit dem Distance-Parameter eingestellt. Wird der Steps-Parameter benutzt, können Sie die Anzahlder Wiederholungen wählen, mit der das Muster jeweils transponiert wird. Wenn Distance auf einen positiven Wert gestellt ist, transponiert eine Einstellung auf 8 Steps die Sequenz insgesamt acht Mal. Sie wird also jedes Mal mit höheren Noten abgespielt. (Ist Distance auf einen negativen Wert eingestellt, wird die Sequenz jedes Mal nach unten transponiert).

Die Dynamik des Arpeggiators wird mit den Parametern in der Velocity-Abteilung kontrolliert. Steht Velocity auf "On" und Target beispielsweise auf 0, dann wird die Notenfolge zunehmend ausgeblendet, bis sie schließlich den Velocitywert 0 erreicht. Mit dem Parameter Decay wird bestimmt, wie lange der Arpeggiator braucht, um den Ziel-Velocitywert zu erreichen. Wenn Retrigger aktiviert ist, bewirkt das Neutriggern der Notensequenz auch ein Neutriggern des Velocityverlaufs.

Tipp : Um einen Velocity-Verlauf für die Noten in einer bestimmten Notenzeile zu zeichnen, drücken Sie SHIFT und klicken in die Piano-Rolle, um die Noten der gewünschten Zeile zu selektieren.

23.2 Chord

Chord.png
Der Akkord-Effekt "Chord".

Dieser Effekt erzeugt Akkorde aus der empfangenen Note sowie bis zu sechs weiteren, deren Tonhöhe vom Anwender gewählt werden kann. Die Regler Shift 1-6 bestimmen die Tonhöhen dieser zusätzlichen Akkordnoten in einem Bereich von +/- 36 Halbtönen relativ zur Tonhöhe der Originalnote. Indem man zum Beispiel Shift 1 auf +4 Halbtöne und Shift 2 auf +7 Halbtöne stellt, erhält man einen Dur-Akkord, bei dem die Originalnote der Grundton ist.

Unter der Voraussetzung, dass das verwendete Instrument die Lautstärke oder Klangfarbe der Noten abhängig von der Anschlagsgeschwindigkeit variieren kann, erlaubt der Velocity-Parameter unter jedem der Shift-Regler weitere harmonische Formungen. Es handelt sich dabei um einen relativen Parameter mit einem Regelbereich von 1 bis 200 Prozent; bei einer Einstellung von 100 Prozent entspricht die Velocity der betreffenden Note der empfangenen MIDI-Velocity. Verwenden Sie die Velocity-Parameter für Dinge wie das Hinzufügen von Obertönen oder das dynamische Umformen von Akkorden.

Die Reihenfolge, in der Tonhöhen zum Akkord hinzugefügt werden, ist unerheblich: Ob Sie zum Beispiel eine Note mit +12 Halbtönen mit Shift 1 oder Shift 6 zum Akkord hinzufügen ist egal, beides erzielt exakt das gleiche Ergebnis.

Beachten Sie, dass man zwei Noten mit gleicher Tonhöhe zum Akkord hinzufügen kann, und dass das Auswählen des gleichen Werts für zwei Shift-Parameter (z. B. +8 Halbtöne für Shift 2 und Shift 3) dazu führt, dass der zweite der beiden inaktiv wird. Tatsächlich kommen zwei Noten, die zur gleiche Zeit die gleiche Tonhöhe eines Klangs spielen, im Live-Universum nicht vor.

23.3 Note Length

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Der Note-Length-Effekt.

Note Length beeinflusst die Länge eingespeister MIDI-Noten. Er kann auch dazu verwendet werden, Noten durch die Note-Off-, statt wie üblich durch die Note-On-Befehle zu triggern.

Wenn als Trigger Note On gewählt ist, sind nur die Zeit-Parameter verfügbar. Die Länge der gehaltenen Noten kann in Millisekunden oder synchronisiert im Verhältnis zum Songtempo gewählt werden. Gate gibt in Prozent des gewählten Length-Werts an, wie lange die Note gehalten werden soll. Bei 200% verdoppelt der Gate-Parameter die Länge einer Note.

Wenn das Gerät so eingestellt ist, dass der Trigger durch einen Note-Off-Befehl erzeugt wird (das Loslassen einer gespielten Note), dann wird die Note um ihre Länge verzögert (da sie ja nun dort startet, wo sie andernfalls gestoppt hätte). Die Einstellung des Length-Parameters bestimmt dann die Dauer der neu getriggerten Note.

Im Note-Off-Trigger-Modus sind drei weitere Parameter verfügbar:

On/Off Balance -- Dieser Parameter bestimmt die Velocity der ausgegebenen Note. Die Note-On- und der Note-Off-Velocity der empfangenen Note wird dabei balanciert.. Sobald eine Gruppen-Spur erzeugt wurde, können Spuren in die Gruppe hinein oder aus ihr heraus gezogen werden.

Decay Time -- Die Zeit, die der Velocity-Wert einer empfangenen Note braucht, um auf Null abzufallen. Dieses Abfallen beginnt in dem Moment, in dem das Gerät eine MIDI-Note-On-Nachricht empfängt; Der Wert zum Zeitpunkt des Note Offs wird dann zum Velocity-Wert der ausgegebenen MIDI-Note. Decay Time Die Zeit, die der Velocitywert einer empfangenen Note braucht, um auf Null abzufallen.

Key Scale -- Die Tonhöhe der empfangenen Noten kann die Länge der ausgegebenen Noten beeinflussen. Mit positiven Werten werden die Noten unterhalb von C3 zunehmend länger und Noten über C3 zunehmend kürzer. Negative Werte kehren dieses Verhalten um.

23.4 Pitch

Pitch.png
Der Pitch-Effekt.

Pitch dient der Transponierung empfangener Noten um +/- 128 Halbtöne.

Die Parameter Range und Lowest legen dabei zusammen den Bereich fest, in dem die Transponierung wirksam wird. Noten außerhalb des definierten Bereichs werden abgeblockt; die LED des Effekts leuchtet, wenn das passiert.

Die Noten außerhalb des Transponierbereichs behalten ihre ursprüngliche Tonhöhe bei und werden von der Transponierung ausgeschlossen.

23.5 Random

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Der Random-Effekt.

Random fügt ein Zufallselement zu den ansonsten genau bestimmten Tonhöhen hinzu. Der Parameter Chance bestimmt die Wahrscheinlichkeit, mit der eine eingespeiste Tonhöheninformation zufällig variiert wird. Sie können sich diesen Parameter als eine Art Wet/Dry-Balance für die Zufälligkeit vorstellen.

Die Zufallsabweichung der Tonhöhe wird durch zwei Variablen bestimmt: Der Choices-Parameter wählt die maximale Anzahl möglicher Zufallsnoten in einem Bereich von 1 bis 24. Der Scale-Wert wird mit dem Choices-Wert multipliziert; das Ergebnis bestimmt die Tonhöhen, die die bearbeiteten Noten relativ zu der empfangenen Originaltonhöhe erhalten dürfen.

Spielen Sie zum Beispiel die Note C3 bei einem Chance-Wert von 50 %, einem Choices-Wert von 1 und einem Scale-Wert von 12, dann wird die Hälfte der resultierenden Noten C3 und die andere Hälfte C4 spielen. Bei einem Chance-Wert von 50 %, einem Choices-Wert von 12 und einem Scale-Wert von 1 wird die Hälfte der resultierenden Noten C3 und die andere Hälfte irgendeine Note zwischen C#3 und C4 spielen.

Die genannten Beispiele setzen voraus, dass der Sign-Schalter auf "Add" und der Mode-Schalter auf "Rnd" gestellt ist. Dieser Schalter bestimmt, ob die zufälligen Abweichungen zur ursprünglichen Tonhöhe addiert, von dieser abgezogen oder etwas von beidem werden. Die LEDs über dem Sign-Schalter vermitteln einen optischen Eindruck davon, wie sich die Ausgangs- zu den Originaltonhöhen verhalten.

Der Mode-Schalter bestimmt, ob die Änderungen zufällig sind oder, bei Auswahl von "Alt", zwischen den erlaubten Ausgangsnoten in einer festen Reihenfolge zirkulieren (das wird manchmal auch als "Cycle-Round-Robin" bezeichnet). Der Chance-Parameter verhält sich im Alt-Modus etwas anders - bei 100 % wird die nächste Ausgangsnote immer die nächste Note in der Folge sein. Bei 0 % wird die nächste Ausgangsnote immer die Eingangsnote sein.

Beispiel: Bei einem Chance-Wert von 100 %, einem Choices-Wert von 12 und einem Scale-Wert von 1, wird das erste gespielte C3 ein C3 erzeugen und jedes weitere gespielte C3 den nächsthöheren Halbton bis zum C4, wo die Folge wieder bei C3 beginnt. Steht Chance dagegen auf 100 %, Choices auf 2 und Scale auf 2, werden gespielte C3s abwechselnd ein C3 und ein D3 erzeugen. Diese Einstellung eignet sich ideal, um Aufstriche und Abstriche bei Saiteninstrumenten oder abwechselnd mit der rechten und der linken Hand gespielte Drum-Samples zu simulieren.

Hinweis: Eine Anregung: Setzen Sie den Scale- Effekt nach Random ein, um die erzeugten Noten auf eine bestimmte harmonische Skala zu zwingen. Indem Sie Randoms Alt-Modus mit dem Scale-Effekt verwenden, können Sie einen einfachen Step-Sequencer erzeugen.

23.6 Scale

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Der Scale-Effekt.

Scale verändert die empfangenen Tonhöhen gemäß einer wählbaren Skala. Jeder empfangenen Note wird im X-Y-Feld eine bestimmte Ausgangsnote zugeordnet: Alle empfangenen Cs können zum Beispiel in Ds konvertiert und ausgegeben werden.

Das X-Y-Feld misst 12 Quadrate in der Länge und in der Breite, die den 12 Noten einer Oktave entsprechen. Die dunkleren Quadrate repräsentieren die schwarzen Tasten auf einer Tastatur. Die Basis der diagonalen Skala im X-Y-Feld (das Quadrat ganz links unten) kann mit dem Base-Parameter gewählt werden. Die X-Achse des Feldes zeigt die empfangenen Noten an, die Y-Achse die ausgegebenen Äquivalente. Klicken Sie mit der Maus in das Feld, um die orangenen Quadrate zu verschieben oder zu löschen, die über die Ausgangstonhöhen der empfangenen Noten entscheiden. (Das Löschen einer Note im Feld bewirkt, dass diese Tonhöhe nicht mehr gespielt wird.)

Der Transpose-Regler kann empfangenen MIDI-Noten um +/- 36 Halbtöne nach oben oder unten verschieben. Sie können zum Beispiel eine in C-Dur geschriebene Melodie nach G-Dur transponieren, indem Sie Transpose auf +7 st stellen.

Fold erleichtert das Erzeugen von Skalen, indem Noten automatisch zurück "gefaltet" werden, wenn sie mehr als 6 Halbtöne von der Ausgangsnote abweichen. Ein Beispiel: würde Scale normalerweise ein C3 zu einem A3 ändern, wird bei Aktivierung von Fold das C3 stattdessen auf A2 gesetzt.

Die Parameter Range und Lowest bestimmen den Bereich, in dem die Skalenkorrektur wirksam wird. Außerhalb dieses Bereichs werden die Noten nicht verändert, sondern mit ihrer ursprünglichen Tonhöhe gespielt; die LED im Effekt leuchtet auf, wenn das passiert.

23.7 Velocity

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Der Velocity-Effekt.

Velocity kann Velocity-Werte (1-127) von empfangenen MIDI-Noten entweder auf kontrollierte oder auch zufällige Weise ändern. Abhängig von der Einstellung im Operation-Wahlmenü bezieht sich der Effekt nur auf MIDI-Note-On-Befehle (Velocity), nur auf Note-Off-Befehle (Rel. Vel.) oder auch beide (Both).

Die Parameter Out Low und Out Hi bestimmen den Bereich der ausgegebenen Werte (von 1 bis 127), der durch die Y-Achse des X/Y-Feldes repräsentiert wird. Die im Feld auf der X-Achse angezeigten Werte liegen innerhalb des mit den Parametern Range und Lowest bestimmten Bereichs. Die resultierende Kurve zeigt an, wie die Velocity-Werte durch den Effekt beeinflusst werden.

Wenn Lowest und Out Low beide auf Null sowie Range und Out Hi auf 127 gestellt werden, ist im Feld eine gerade diagonale Linie zu sehen, die einen Effekt-Bypass repräsentiert: Sanft angeschlagene Noten werden mit niedrigen Werten ausgegeben und andersrum. Wird stattdessen Out Hi auf Null und Out Low auf 127 gestellt, wird die Neigung der Linie umgekehrt; sanft gespielte Eingangs-Noten erzeugen dann die höchsten Velocity-Werte am Ausgang.

Was geschieht mit eingehenden Noten, die sich außerhalb des Bereichs befinden, der mit den Range- und Lowest-Parametern eingestellt wurde? Dies ist davon abhängig, welcher Modus gewählt wurde.

  • Der Clip-Modus macht genau das: Er begrenzt (clippt) eingehende Velocity-Werte, so dass sie im eingestellten Bereich bleiben.
  • Der Gate-Modus entfernt eingehende Noten, deren Velocity-Werte sich außerhalb des eingestellten Bereichs befinden. Die kleine LED unter der X-Y-Anzeige leuchtet auf, sobald eine Note vom Gate-Modus blockiert wird.
  • Im Fixed-Modus definiert der eingestellte Out Hi-Wert einen festen Velocity-Wert für alle ausgegebenen Noten, unabhängig von den Werten der empfangenen Noten.

Mit Random können zufällige Abweichungen zu den Velocity-Werten addiert oder von ihnen subtrahiert werden, der Zufallsbereich wird durch ein graues Feld auf der Kurve dargestellt.

Die Parameter Drive und Compand können zum Erzeugen komplexerer Kurven kombiniert werden. Compand bewirkt eine gleichzeitige Kompression und Expansion der Werte. Bei Einstellungen über Null zwingt dieser Parameter die empfangenen Noten weiter an die Grenzen der Kurve, lässt sie also entweder lauter oder leiser erklingen. Compand-Einstellungen unter Null zwingen andererseits die Werte mehr in die Mitte der Kurve. Drive verschiebt die Werte auf der Kurve in Richtung der Kurvengrenze. Verwenden Sie die beiden Parameter zusammen, um die dynamische Struktur umzuformen oder sogar neu zu definieren.

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