14. Das Starten von Clips

Das Besondere an Lives Session-Ansicht ist, dass Sie Ihnen eine spontan nutzbare Umgebung bietet, die zum Spielen und Improvisieren einlÀdt. Ein wichtiger Aspekt beim möglichst lohnenden Einsatz der Session-Ansicht ist die Konfiguration der verschiedenen Session-Clips. In diesem Kapitel werden die Parameter beschrieben, die das Verhalten eines Clips bestimmen, wenn er gestartet wird.

14.1 Die Start-Parameter von Clips

Sie erinnern sich, dass Clips in der Session-Ansicht durch Anklicken ihrer Clip-Start-Taster (siehe 7.1) oder ferngesteuert (siehe Kapitel 29) gestartet werden. Das Clip-Verhalten beim Starten wird in der Clip-Box (siehe 8.1) bestimmt. Die Launch-Einstellungen fĂŒr das Starten sind nur bei Clips in der Session-Ansicht verfĂŒgbar, da Clips im Arrangement nicht gestartet, sondern einfach gemĂ€ĂŸ ihrer Position im Arrangement abgespielt werden.

Um die Einstellungen fĂŒr den Clip-Start sehen zu können, öffnen Sie einfach die Clip-Ansicht eines Session-Clips mit Doppelklick auf den Clip und klicken dann auf den Dreieck-Schalter in der Titelzeile der Clip-Box.

Klicken Sie auf den Dreieck-Schalter, um die Clip-Start-Einstellungen zu sehen.

Beachten Sie, dass Sie die Start-Einstellungen fĂŒr mehrere Clips gleichzeitig bearbeiten können, indem Sie diese zuerst anwĂ€hlen und dann die Clip-Ansicht öffnen.

14.2 Start-Varianten eines Clips

Das Flip-MenĂŒ fĂŒr den Launch-Modus des Clips

Das Launch-Mode-MenĂŒ bietet verschieden Optionen dafĂŒr, wie Clips sich beim Anklicken, beim Starten mit Tasten der Rechnertastatur oder beim Starten mit MIDI-Noten verhalten:

  • Trigger: runter startet den Clip; hoch wird ignoriert.
  • Gate: runter startet den Clip; hoch stoppt ihn.
  • Toggle: runter startet den Clip; hoch wird ignoriert. Der Clip wird beim nĂ€chsten runter gestoppt.
  • Repeat: Solange die Maus-, MIDI- oder Rechnertastatur-Taste gehalten wird, wird der Clip wiederholt mit der eingestellten Quantisierung getriggert.

14.3 Legato-Modus

Der Legato-Schalter.

Nehmen wir an, dass Sie in einer Spur verschiedene Loops gesammelt haben, zwischen denen Sie ohne Verlust der Synchronisation umschalten wollen. Sie könnten dafĂŒr eine recht große Quantisierung von zum Beispiel einem Takt oder mehr verwenden, jedoch wird Sie das möglicherweise in Ihrem musikalischen Ausdruck einschrĂ€nken.

Eine andere Option, die sogar bei ausgeschalteter Quantisierung funktioniert, besteht im Aktivieren des Legato-Modus fĂŒr die betroffenen Clips. Wenn ein Clip im Legato-Modus gestartet wird, ĂŒbernimmt er die Wiedergabeposition des vorher in der gleichen Spur gespielten Clips. Sie können deswegen Clips jederzeit und in beliebigem Tempo umschalten, ohne die Synchronisation dabei zu verlieren.

Der Legato-Modus ist sehr nĂŒtzlich fĂŒr das Erzeugen von Breaks, da Sie jederzeit zu alternativen Loops wechseln und dann nahtlos wieder zum vorher gespielten Loop zurĂŒck schalten können.

Sofern nicht alle beteiligten Clips das gleiche Sample (mit unterschiedlichen Clip-Parametern) spielen, können bei Nutzung des Legato-Modus' Aussetzer hörbar werden. Dies passiert, weil Sie an unvorhersehbaren Stellen zu anderen Samples umschalten können und Live deswegen keine Chance hat, die gefragten Audiodaten von der Festplatte vorzuladen. Sie können diese Aussetzer durch Aktivieren des RAM-Modus' (siehe 8.2.3) fĂŒr die betroffenen Clips beseitigen.

14.4 Start-Quantisierung von Clips

Das Flip-MenĂŒ fĂŒr die Quantisierung des Clips

Das Flip-MenĂŒ fĂŒr die Quantisierung des Clips erlaubt es Ihnen, eine individuelle Zeitquantisierung fĂŒr das Einstarten des Clips zu wĂ€hlen. WĂ€hlen Sie "None", um die Quantisierung ganz auszuschalten.

WĂ€hlen Sie "Global", um den global im Transportbereich gewĂ€hlten Quantisierungswert fĂŒr den Clip zu verwenden. Die globale Quantisierung kann schnell mit den Tastaturkommandos CTRL-6(PC) / CMD-6(Mac), 7, 8, 9, und 0 geĂ€ndert werden.

Beachten Sie, dass eine andere Wahl als "None" ein Quantisieren des Clip-Starts beim Triggern durch die Follow Actions (siehe 14.7) bewirkt.

14.5 Velocity

Der Parameter fĂŒr die Velocity-Empfindlichkeit.

Der Parameter fĂŒr die Velocity-Empfindlichkeit erlaubt es Ihnen, die Auswirkung der AnschlagsstĂ€rke von MIDI-Noten auf die LautstĂ€rke des Clips zu bestimmen: Ist er auf Null gestellt, hat die Velocity keinen Einfluss auf die Clip-LautstĂ€rke, bei 100 Prozent spielen leicht angeschlagene Noten den Clip ganz leise. Mehr ĂŒber das Abspielen von Clips ĂŒber MIDI erfahren Sie im entsprechenden Abschnitt (siehe Kapitel 29).

14.6 Clip-Offset und Nudge

Mit den Nudge-RĂŒckwĂ€rts/VorwĂ€rts-Tasten können Sie in einem spielenden Clip mit der Schrittweite der globalen Quantisierung vorwĂ€rts oder rĂŒckwĂ€rts springen.

Mit den Nudge-RĂŒckwĂ€rts/VorwĂ€rts-Tasten durch einen Clip springen.

Die Tasten lassen sich auch durch MIDI oder Rechnertasten fernsteuern (siehe Kapitel 29). Im MIDI-Zuweisungs-Modus erscheint ein Scrub-Bedienelement zwischen den Nudge-RĂŒckwĂ€rts/VorwĂ€rts-Tasten, das fĂŒr kontinuierliches Scrubbing einem Endlosdrehregler zugewiesen werden kann.

Die Scrub-Bedienelemente im MIDI-Zuweisungs-Modus.

Bei Quantisierungswerten unter einem Takt ist es einfach, Clips durch das Starten, mit den Nudge-RĂŒckwĂ€rts/VorwĂ€rts-Tasten oder durch das Scrubben gegenĂŒber Lives Master-Clock zu verschieben (siehe 8.1.3).

14.7 Follow-Aktionen

Follow-Aktionen erlauben es, Verkettungen von Clips zu erzeugen, bei denen ein Clip einen anderen auf vorbestimmte oder zufÀllige Weise (oder beides) startet. Mit der Follow-Action eines Clips bestimmt man, was mit anderen Clips in der gleichen Gruppe nach der Wiedergabe des Clips passiert. Eine Gruppe wird durch Clips definiert, die sich in aufeinanderfolgenden Slots eine Spur befinden. Spuren können eine beliebige Anzahl von Gruppen besitzen, die durch leere Slots voneinander getrennt sind.

Beachten Sie bitte, dass Sie Follow-Aktionen mit den Parametern in der Szene-Ansicht (siehe 7.2.2) auch fĂŒr ganze Szenen (siehe 7.2) nutzen können.

Die Follow-Action-Parameter.
  1. Die Follow Action-Taste aktiviert oder deaktiviert die Follow-Aktionen fĂŒr den gewĂ€hlten Clip oder die gewĂ€hlte Szene. In der Grundeinstellung ist diese Taste deaktiviert und kann mit dem TastenkĂŒrzel Shift-Enter ein- und ausgeschaltet werden.
  2. Die Follow-Action-WahlmenĂŒs ermöglichen zwei verschiedene Follow-Aktionen A und B auszuwĂ€hlen. Die möglichen Follow-Aktionen werden unten genauer beschrieben.
  3. Mit Chance A und Chance B bestimmt man die Wahrscheinlichkeit, mit der jede der beiden Follow Actions eintritt. Wenn bei einem Clip oder einer Szene Chance A auf 100% und Chance B auf 0% steht, wird die Follow Action A bei jeden Start des Clips bzw. der Szene eintreten. Wie aus diesem Beispiel ersichtlich wird, bedeutet eine Chance-Einstellung von 0%, dass die zugehörige Follow Action nie eintritt. VerĂ€ndern wir in unserem Beispiel Chance B auf 90%, so bedeutet das, dass die Follow Action A deutlich seltener eintritt - etwa bei jedem zehnten Starten des Clips oder der Szene. Beachten Sie bitte, dass Sie zum Einstellen der Parameter Chance A und Chance B auch den darunterliegenden Regler ziehen können, um die gewĂŒnschten Chance-Werte zu Ă€ndern.
  4. Der Linked/Unlinked-Schalter ist nur bei Clips vorhanden und bietet zwei verschiedene Modi. StandardmĂ€ĂŸig steht der Wert auf "Linked". Im Linked-Modus wird die Follow-Aktion am Ende des Clips ausgelöst oder nach der Anzahl Loop-Wiederholungen, die im Feld Follow Action Multiplikator eingestellt ist. Im Unlinked-Modus wird die Follow-Aktion ausgelöst, nachdem der Clip fĂŒr die unter Follow Action Time eingestellte Dauer gespielt hat. Der Follow Action Time-Parameter, der sowohl bei Clips als auch Szenen vorhanden ist, bestimmt in Takten/Vierteln/Sechzehntelnoten, wann die Follow Action nach dem Einstarten des Clips bzw. der Szene stattfinden soll. Die Standardeinstellung fĂŒr den Parameter betrĂ€gt einen Takt. Im Sample-/MIDI-Noten-Editor zeigt ein Marker die Follow Action Time eines Clips an und das Ziehen dieses Markers Ă€ndert entsprechend die Follow Action Time des Clips.

Neun Follow Actions stehen zur Wahl:

"Stop" stoppt den Clip einfach, nachdem die eingestellte Follow-Action-Zeit abgelaufen ist. Beachten Sie, dass dies Vorrang vor den Clip-Loop/Region-Einstellungen hat.

"Play Again" startet den Clip neu.

"Previous" triggert den vorangegangenen Clip einer Gruppe (den oberhalb des aktuellen Clips).

"Next" triggert den nÀchsttieferen Clip in der Gruppe. Ist ein Clip mit dieser Einstellung der letzte in einer Gruppe, so triggert er den ersten Clip.

"First" startet den ersten (obersten) Clip in einer Gruppe.

"Last" startet den letzten (untersten) Clip in einer Gruppe.

"Any" spielt irgendeinen Clip in der Gruppe.

"Other" Àhnelt "Any", aber solange der aktuelle Clip nicht alleine in der Gruppe ist, wird kein nachfolgender Clip zweimal hintereinander gespielt.

“Jump” lĂ€sst Sie einen Ziel-Clip-Slot oder eine Ziel-Szene wĂ€hlen, zu der die Follow-Aktion springt. Ist Jump ausgewĂ€hlt, erscheint neben dem Follow-Action-MenĂŒ ein kleiner Jump-Target-Regler. Um den Wert fĂŒr den Ziel-Clip-Slot oder die Ziel-Szene einzugeben, können Sie im Feld nach oben oder unten ziehen, oder darauf klicken und direkt eine Zahl eingeben.

Man kann sich auch entscheiden keine Follow Action auszuwÀhlen, indem man "No Action" wÀhlt.

Clips und Szenen bei denen Follow Actions zugewiesen sind, haben eine gestreifte Clip-/Szene-Start-Taste, wodurch sie leichter zu identifizieren sind.

Das Zuweisen einer Follow-Aktion zu einem Clip Àndert seine Clip-Start-Taste.

Beachten Sie, dass eine Follow Action bei Clips exakt nach der unter Follow-Action-Time eingestellten Dauer eintritt, falls nicht fĂŒr die Clip-Quantisierung ein anderer Wert als "None" oder "Global" gewĂ€hlt wurde. Follow Actions umgehen die globale Quantisierung, jedoch nicht die Clip-Quantisierung.

Neben der ZurĂŒck zum Arrangement-Taste können Sie mit der Taste „Follow Actions global aktivieren“ alle Follow-Aktionen fĂŒr alle Clips und Szenen im Live Set aktivieren/deaktivieren. Durch Deaktivieren der Follow Actions global aktivieren-Taste können Sie z.B. spielende Clips bearbeiten, ohne dass die Wiedergabe unterbricht und plötzlich zu anderen Clips weiterspringt. Beachten Sie, dass bei Live Sets ohne Clip- oder Szene-Follow-Aktionen die Follow Actions global aktivieren-Taste ausgegraut erscheint.

Die Follow Actions global aktivieren-Taste.

Beachte Sie bitte auch, dass Follow-Aktionen in Clips weiter spielen, wenn eine Follow-Aktion fĂŒr eine Szene erzeugt oder geplant ist, Follow-Aktionen von Szenen jedoch nachdem Sie gestartet sind, immer Vorrang haben.

Wozu aber brauchen Sie Follow-Aktionen? Musik ist Wiederholung und VerĂ€nderung. Auf Loops oder kurzen Melodiefragmenten basierende Musik neigt dazu, statisch zu klingen. Follow Actions ermöglichen es Ihnen, sich wiederholende Strukturen zu erschaffen, die aber auch ĂŒberraschend sein können. Bitte erinnern Sie sich daran, dass Sie jederzeit die Resultate Ihrer Experimente aufnehmen (siehe Kapitel 17) können, was eine gute Quelle fĂŒr neues Material sein kann.

In den folgenden Abschnitten wollen wir ein paar praktische Einsatzmöglichkeiten und Ideen fĂŒr die Follow Actions vorstellen.

14.7.1 Abschnitte eines Clips loopen

Nehmen wir an, dass Sie einen lÀngeren Clip abspielen möchten, von dem Sie nur die letzten acht Takte loopen wollen. Sie können das mit Hilfe der Follow Actions realisieren:

  1. Ziehen Sie den Clip in die Arrangement-Ansicht und stellen Sie sicher, dass der Loop in der Clip-Ansicht nicht aktiviert ist. Verwenden Sie den Befehl Teilen (siehe 6.11) aus dem Bearbeiten-MenĂŒ um den Clip zwischen dem nicht zu loopenden und dem zu loopenden Teil zu trennen.
  2. Selektieren Sie die beiden resultierenden Clips und ziehen Sie sie in die Session-Ansicht, indem Sie den Mauspfeil ĂŒber den Wahlschalter der Session-Ansicht bewegen. Legen Sie die beiden Clips in einer Spur ab. Dort bilden Sie nun eine Follow-Action-Gruppe.
    Das Erzeugen einer Gruppe mit den beiden Clips.
  3. Stellen Sie die Follow Actions fĂŒr den ersten Clip ein. Sie werden die Follow-Action-Zeit der Clip-LĂ€nge anpassen wollen. WĂ€hlen Sie aus dem AuswahlmenĂŒ fĂŒr die Follow Action A "Next" und stellen Chance auf 100% und stellen Follow Action B auf “No Action“ (Keine Aktion). Dieser Clip ist nun so eingestellt, dass er nach seiner Wiedergabe zu dem geloopten Clip weiter schaltet.
  4. Aktivieren Sie den Loop des zweiten Clips.

Nachdem er ganz abgespielt wurde, schaltet der erste Clip nun zum zweiten um; dieser spielt einfach im Loop, bis er gestoppt wird.

14.7.2 Das Erzeugen von Zyklen

Eine der offensichtlichsten Möglichkeiten, die Follow Actions bieten, ist das Verwenden einer Gruppe von Samples fĂŒr einen musikalischen Zyklus. Wenn wir mehrere Clips oder Szenen als Gruppe anlegen und bei jedem Clip die Follow-Aktion "Next" wĂ€hlen, werden sie unendlich lange oder bis wir sie stoppen nacheinander abgespielt.

Solche Zyklen können durch gelegentliche Variationen interessanter gemacht werden, die man dadurch erzielt, dass man eine weitere Follow-Aktion wie zum Beispiel "Any" mit kleineren relativen Chance-Einstellungen nutzt.

Sie können Follow Actions auch so einrichten, dass alle ausgewĂ€hlten Clips im Loop spielen, indem Sie den Befehl Follow-Action-Kette erzeugen aus dem KontextmenĂŒ des Clips wĂ€hlen. Beachten Sie bitte, dass Ihre Clip-Auswahl hierbei nicht durchgĂ€ngig aufeinander folgende Clips enthalten muss.

14.7.3 TemporÀres Loopen von Clips

Eine weitere interessante Anwendungsmöglichkeit fĂŒr Follow Actions ist das Erzeugen temporĂ€rer Loops.

Stellen Sie sich eine Gruppe vor, die aus nur einem Clip besteht. Follow Action A ist mit einer Chance von 80% auf "Play Again" gestellt, Follow Action B mit einer Chance von 20% auf "No Action". Der Clip verwendet ein langes Sample, die Follow-Action-Zeit ist auf einen Takt gestellt. Das Klicken auf den Clip wird den ersten Takt spielen, und danach ist es sehr wahrscheinlich, dass wieder der erste Takt gespielt wird. Nach ein paar Wiederholungen wird es wahrscheinlich zur Follow Action B - "No Action" - kommen, wodurch der Rest des Samples im Clip abgespielt wird.

Ein Clip kann auch vom Beginn bis zu einem Punkt abgespielt werden, wo seine Follow Action mit "Next" zum nÀchsten Clip wechselt. Im nÀchsten Clip der Gruppe kann das gleiche Sample verwendet werden, diesmal allerdings geloopt. Der zweite Clip kann eine beliebige Follow-Action-Einstellung haben, so dass er beispielsweise unendlich lange weiterspielt oder nach einer bestimmten Zeit oder mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit zum nÀchsten Clip der Gruppe wechselt.

14.7.4 Synchronisierte Variationen erzeugen

Im Zusammenspiel mit den Clip-HĂŒllkurven (siehe Kapitel 22) und dem Warping (siehe 9.2) können die Follow Actions zum Erzeugen allerlei interessanter Variationen bei einer Gruppe Ă€hnlicher Clips verwendet werden. Sie könnten Follow Actions beispielsweise nutzen, um zufĂ€llig Clips mit verschiedenen MIDI-Controller-HĂŒllkurven zu starten, die dann feine Variationen bei Pitch Bend oder den Modulationen eines Instruments oder Synthesizers erzeugen. Audio-Clips könnten zwischen verschiedenen Effekt- oder Clip-Transpositionen morphen.

Zusammen mit dem Legato-Modus bieten die Follow Actions sehr leistungsfĂ€hige Möglichkeiten fĂŒr das allmĂ€hliche Ändern einer Melodie oder eines Beats. Stellen Sie sich vor, dass Sie mehrere Clips mit der gleichen Melodie haben, die zusammen eine Gruppe bilden und so eingestellt sind, dass sie im Legato-Modus spielen. Wenn eine Follow Action den Wechsel zu einem anderen Clip der Gruppe bewirkt, wird sich die Melodie nicht verĂ€ndern, da bei aktiviertem Legato-Modus die Abspielposition beim Wechsel der Clips beibehalten wird. Die Einstellungen und Clip-HĂŒllkurven jedes Clips (oder sogar die Notes in einem MIDI-Clip) können dann nach und nach verĂ€ndert werden, so dass die Melodie eine allmĂ€hliche Metamorphose vollzieht.

14.7.5 Melodien oder Beats mixen

Sie können die Follow Actions dazu verwenden, unvorhersehbare Remixes und Solos fĂŒr Sie zu erzeugen: Verwenden Sie einen Clip, der einen Beat oder eine Melodie enthĂ€lt, und kopieren Sie ihn mehrfach, so dass Sie eine Gruppe aus mehreren Instanzen erhalten. Alternativ können Sie verschiedene Beats oder Melodien verwenden, die Sie mixen wollen. Start- und Endpunkt (siehe 8.2.5) können fĂŒr jeden Clip unterschiedlich eingestellt werden, ebenso die Clip-HĂŒllkurven (siehe Kapitel 22) und die anderen Clip-Parameter. Sofern die Follow-Action-Zeit in jedem Clip der LĂ€nge des abzuspielenden Clips entspricht, können Sie zwei Follow Actions mit unterschiedlichen Chance-Werten in jedem Clip einsetzen, einen Clip starten und sich ĂŒberraschen lassen.

14.7.6 Sich nicht wiederholende Strukturen erzeugen

Follow Actions eignen sich sehr gut fĂŒr Klanginstallationen, da sie das Erzeugen von Strukturen ermöglichen, die fĂŒr Wochen oder Monate spielen können ohne sich exakt zu wiederholen. Sie können die Follow-Action-Zeiteinstellungen bei einer Reihe von Clips auf ungerade Werte stellen, so dass die Clips dergestalt miteinander interagieren, dass sie nie in der gleichen Reihenfolge und zu identischen ZĂ€hlzeiten erklingen. Erinnern Sie sich daran, dass jeder Clip zwei verschiedene Follow Actions mit unterschiedlichen Einstellungen fĂŒr die Eintrittswahrscheinlichkeit haben kann... viel Spaß!