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8. Clip-Ansicht

Die Clip-Ansicht bietet Zugriff auf die Parameter des Clips.

ClipView.png
Die Clip-Ansicht.

Durch Anklicken der Clip-Übersicht oder Doppelklicken auf einen Clip in der Session- oder Arrangement-Ansicht öffnet die Clip-Ansicht. Bei zwei Fenstern öffnet die Clip-Ansicht in dem Fenster, in das Sie geklickt haben. Um die Clip-Ansicht auf das andere Fenster zu legen, drücken Sie Shift - Tab . (Tipp: einmaliges Klicken auf einen Clip zeigt den Clip in der Clip-Ansicht, die Clip-Ansicht wird dabei jedoch nicht aus ihrem aktuellen Fenster verschoben. Dies ermöglicht Ihnen zum Beispiel ein komplettes Fenster nur für das Clip-Editing zu nutzen, während das andere Fenster für die Arbeit in der Session oder im Arrangement eingesetzt wird.)

OpeningTheClipView.png
Das Anklicken der Clip-Übersicht öffnet die Clip-Ansicht.

In der Session-Ansicht bewirkt das Klicken auf das Statusfeld einer Spur, dass die Clip-Ansicht für den gerade in der Spur gespielten Clip geöffnet wird.

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Das Anklicken des Statusfelds in einer Spur der Session-Ansicht öffnet die Clip-Ansicht.

In der Clip-Ansicht können nicht nur die Eigenschaften einzelner Clips, sondern auch die einer Mehrfachselektion von Clips verändert werden. Klicken und ziehen Sie, ausgehend von einem leeren Clip-Slot, um eine solche Mehrfachselektion zu erzeugen, oder wählen Sie einen Clip und verwenden Sie CTRL (PC) / CMD (Mac) oder Shift , um weitere Clips zur Selektion hinzuzufügen. Die Eigenschaften, die bei Mehrfachselektionen von Clips in der Clip-Ansicht verfügbar sind, hängen vom Inhalt der Clips ab; es sind nur solche Eigenschaften verfügbar, die alle selektierten Clips gemeinsam haben.

MultiSelection.png
Das Erzeugen einer Mehrfach-Clip-Selektion.

Bedienelemente wie Schieberegler oder Drehknöpfe verhalten sich etwas anders, wenn sie Teil einer Mehrfachselektion sind. Wenn die Clips in einer Mehrfachselektion verschiedene Werte für einen bestimmten Schieberegler oder Drehknopf haben (zum Beispiel für die Clip-Transposition), wird der Bereich dieser Werte angezeigt und kann mit dem Bedienelement geändert werden. Indem man den Drehknopf oder Schieberegler zu seinem absoluten Maximum oder Minimum bewegt, stellt man die Werte aller Clips identisch ein und kann sie dann wie einen einzelnen Wert verstellen.

MIDI-Clips und Audio-Clips in Live haben unterschiedliche Einstellmöglichkeiten und deswegen auch unterschiedliche Bedienelemente in der Clip-Ansicht. Folgende Eigenschaften haben die beiden Clip-Typen gemeinsam:

  • Das Clip-Rähmchen enthält einige Grundeinstellungen des Clips.
  • Das Hüllkurven-Rähmchen und der Hüllkurven-Editor verwalten die Hüllkurven des Clips, die zum Modulieren der Effekt-, Mixer- und Clip-Parameter oder zum Erzeugen von MIDI-Controllern verwendet werden. Clip-Hüllkurven und ihre Parameter in der Clip-Ansicht werden ausführlich in einem separaten Kapitel dieser Anleitung besprochen (siehe Kapitel 20).
  • Die Parameter des Launch-Rähmchens bestimmen das Startverhalten des Clips und sind deswegen nur bei Clips in der Session-Ansicht zu finden. Das Einstellen dieser Start-Parameter für Session-Clips wird ausführlich in einem separaten Kapitel dieser Anleitung besprochen (siehe Kapitel 13).

Audio-Clips besitzen die folgenden zusätzlichen Parameter in der Clip-Ansicht:

  • Die Sample-Darstellung ist alternativ zum Hüllkurven-Editor auf der rechten Seite der Clip-Ansicht zu sehen und dient der Kontrolle von Lives Sample-Warping-Möglichkeiten und den Clip-Wiedergabe-Einstellungen (siehe 8.2.2).
  • Das Sample-Rähmchen enthält Einstellungen, die bestimmen, wie das Sample abgespielt wird und was in der Sample-Darstellung zu sehen ist.
ClipViewAudioClip.png
Die Clip-Ansicht bei einem Audio-Clip.

MIDI-Clips besitzen die folgenden zusätzlichen Parameter in der Clip-Ansicht:

  • Der MIDI-Editor ist alternativ zum Hüllkurven-Editor auf der rechten Seite der Clip-Ansicht zu sehen und dient dem Erzeugen und Bearbeiten von MIDI-Noten und dem Bearbeiten ihrer Anschlagsgeschwindigkeit (siehe Kapitel 10).
  • Das Notes-Rähmchen enthält Einstellungen, die bestimmen, wie Live einen MIDI-Clip abspielt, sowie mehrere Werkzeuge um die Noten im Clip zu transformieren.
ClipViewMIDIClip.png
Die Clip-Ansicht bei einem MIDI-Clip.

Um den Bildschirmplatz bestmöglich auszunutzen, können Sie die Launch-, Envelopes- und Sample- beziehungsweise MIDI-Rähmchen mit den Wahlschaltern im Clip-Rähmchen ausblenden. Sie können auch zwischen der Sample-Darstellung/dem MIDI-Editor und dem Hüllkurven-Editor umschalten, indem Sie in die Titelzeile des Sample/Notes- beziehungsweise Hüllkurven-Rähmchens klicken.

ClipViewBoxesSelector.png
Der Rähmchen-Wahlschalter zeigt oder verbirgt verschiedene Komponenten der Clip-Ansicht.

8.1 Das Clip-Rähmchen

ClipBox.png
Das Clip-Rähmchen.

8.1.1 Clip-Aktivierungsschalter

Mit diesem Schalter können Sie einen Clip deaktivieren, so dass er nicht gespielt wird, wenn man ihn in der Session-Ansicht oder bei der Arrangement-Wiedergabe startet. Clips können auch direkt in der Session- oder Arrangement-Ansicht durch [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) und Auswahl des entsprechenden Befehls aus dem Kontextmenü deaktiviert/aktiviert werden.

8.1.2 Clip-Name und -Farbe

Das Namensfeld erlaubt ein Benennen des Clips. Standardmäßig entspricht der Name eines Clips dem Namen der verwendeten Datei, er ist von diesem aber unabhängig und kann jederzeit geändert werden.

Sie können einen Clip auch benennen, indem Sie ihn im Session-Raster oder der Arrangement-Ansicht auswählen und den Umbenennen-Befehl aus dem Bearbeiten-Menü oder aus dem [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) Kontextmenü des Clips wählen. Mit dem Befehl Infotext bearbeiten können Sie auf die gleiche Weise auch Ihren eigenen Info-Text für den Clip eingeben.

Das Umbenennen eines Audio-Clips benennt nicht die verwendete Audiodatei um. Um eine Datei umzubenennen, selektieren Sie sie in Lives Datei-Browser und wählen dann den Umbenennen-Befehl aus dem Bearbeiten-Menü.

Das Farbwahl-Menü erlaubt das Auswählen einer Farbe für einen Clip.

8.1.3 Taktmaß des Clips

Im Taktart-Feld des Clips können Sie die Taktart eines MIDI- oder Audio-Clips angeben. Diese Angabe ist nur für die Anzeige relevant, sie beeinflusst nicht die Wiedergabe. Bitte beachten Sie, dass die Clip-Taktart völlig losgelöst von der Taktart des Projekts ist und unabhängig für jeden Clip gewählt werden kann. Dies macht es einfach, komplexe polymetrische Texturen zu erzeugen, indem man Clips mit unterschiedlichem Metrum und/oder unterschiedlichen Loop-Längen startet.

8.1.4 Clip-Groove-Wahlmenü

Das Clip-Groove-Wahlmenü lässt Sie den beim Clip verwendeten Groove aus allen im Groove Pool (siehe 12.1) vorhandenen Grooves wählen.

ClipGrooveChooser.png
Das Clip-Groove-Wahlmenü.

Der Eintrag "Groove-Pool öffnen" in diesem Wahlmenü kann zum Öffnen des Groove-Pools benutzt werden, falls dieser geschlossen sein sollte. Wenn Sie schnell eine Anzahl verschiedener Grooves ausprobieren möchten, können Sie den Hot-Swap Schalter über dem Wahlmenü aktivieren und dann die Grooves nacheinander im Browser durchgehen, während der Clip abgespielt wird.

Die Commit-Taste unter dem Wahlmenü überträgt die aktuellen Groove-Einstellungen dauerhaft auf den Clip und deaktiviert den zugeordneten Groove. Wird beim Groove der Velocity-Parameter benutzt, erzeugt die Commit-Funktion bei Audio-Clips eine neue Clip-Hüllkurve (siehe Kapitel 20) für die Lautstärke, damit die Velocity-Informationen des Grooves in hörbare Lautstärkeänderungen umgewandelt werden. Beachten Sie bitte, dass hierdurch alle vorherigen, im Clip enthaltenen Lautstärke-Hüllkurven überschrieben werden.

8.1.5 Clip-Offset und Nudging

Mit den Nudge-Tastern im Clip-Rähmchen können Sie in einem laufenden Clip mit der Schrittweite der globalen Quantisierung vorwärts oder rückwärts springen.

NudgeButtons.png
Mit den Nudge-Tastern durch einen Clip springen.

Diese Taster können auch durch MIDI-Daten oder Rechnertasten ferngesteuert (siehe Kapitel 26) werden. Im MIDI-Zuweisungs-Modus erscheint ein Scrub-Bedienelement zwischen den Nudge-Tastern und kann für ein kontinuierliches Scrubbing einem Endlosdrehregler zugewiesen werden.

MidiMapModeScrubControl.png
Die Scrub-Bedienelemente im MIDI-Zuweisungs-Modus.

Bei Quantisierungswerten unter einem Takt ist es einfach, Clips durch das Starten, mit den Nudge-Tastern oder durch das Scrubben gegenüber Lives Master-Clock zu verschieben (siehe “Wiedergabe und Scrubbing von Clips”).

8.2 Das Sample-Rähmchen

8.2.1 Die Warp-Parameter

SampleBoxWarpControls.png
Die Warp-Bedienelemente im Sample-Rähmchen

Wenn der Warp-Schalter ausgeschaltet ist, spielt Live das Sample mit seinem originalen, "normalen" Tempo und unbesehen des aktuellen Song-Tempos ab. Dies ist nützlich bei Samples, die keine innere rhythmische Struktur haben: Percussion-Klänge, Atmosphären, Sound-Effekte, gesprochene Wörter und Ähnliches. Schalten Sie den Warp-Schalter ein, um Samples mit rhythmischem Gehalt (wie Loops, Musikaufnahmen, ganze Musikstücke, etc.) im Sync mit dem aktuellen Song-Tempo wiederzugeben.

TempoControl.png
Das Tempo-Feld im Transportbereich.

Verstellen Sie den Tempo-Parameter im Transportbereich, um sich davon zu überzeugen, dass das gewarpte Sample seine Wiedergabegeschwindigkeit in Abhängigkeit des Song-Tempos ändert.

Live bietet einige Parameter, um die Arbeitsweise des Warping für eine optimale Klangqualität anzupassen (siehe 9.3). Für ein akkurates Warping muss Live die metrische Struktur des Samples kennen. Bei sauber geschnittenen Loops werden Tempo und Dauer automatisch berechnet; meistens sind die Ergebnisse exakt genug, so dass das Sample in Live sofort einsatzbereit ist. Bei anderen Samples müssen Sie ein paar Hilfestellungen geben. Wir werden diese Dinge ausführlich im Kapitel über Tempo-Kontrolle und Warpen (siehe Kapitel 9)besprechen.

8.2.2 Sample-Loop / -Region und Darstellung

Zoomen und scrollen

SampleDisplayZoomingArea.png
Der Zoom/Scroll-Bereich eines Clips.

Das Zoomen und Scrollen in der Sample-Darstellung funktioniert sehr ähnlich wie in der Arrangement-Ansicht. Wenn die Warp-Option ausgeschaltet ist, kann der gesamte Bereich der Sample-Anzeige zum Zoomen und Scrollen benutzt werden. Ist die Warp-Option jedoch eingeschaltet, kann nur mit dem Takt/Zeit-Lineal und in der unteren Hälfte der Wellenform gezoomt bzw. gescrollt werden.

Klicken und ziehen Sie vertikal, um stufenlos den Zoom zu bestimmen und horizontal, um die Anzeige zu scrollen.

OpeningTheClipView.png
Die Clip-Übersicht.

Die Clip-Übersicht bietet zusätzliche Zoom/Scroll-Funktionalität. Sie zeigt immer den kompletten Clip von seinem Beginn bis zu seinem Ende an. Der schwarze Rahmen repräsentiert den gerade angezeigten Teil des Clips. Sie können in den schwarzen Rahmen klicken und vertikal oder horizontal zum Zoomen beziehungsweise Scrollen ziehen.

Um die Darstellung des Samples automatisch der wiedergegebenen Position folgen zu lassen, betätigen Sie den "Darstellung folgt der Wiedergabe-Position"-Schalter oder aktivieren den entsprechenden Menüeintrag im Optionen-Menü.

FollowSwitch.png
Darstellung folgt der Wiedergabe-Position-Schalter

Wiedergabe und Scrubbing von Clips

Der Teil eines Samples, der beim Starten eines Clips abgespielt werden soll, wird mit den Region- und Loop-Parametern (siehe “Das Loopen von Clips”)des Clips bestimmt. Bei einem nicht geloopten Clip erfolgt die Wiedergabe von seinem Start-Marker bis zu seinem End-Marker oder bis er gestoppt wird.

StartAndEndMarkers.png
Die Start- und End-Marker eines Clips.

Diese Marker können angeklickt und zu neuen Positionen in der Sample-Darstellung gezogen werden, alternativ kann man sie auch mit ARROWLEFT und ARROWRIGHT bewegen. Um die ganze Clip-Region (also Start- und End-Marker simultan) zu bewegen, wählen Sie den Start-Marker an, halten Shift und verwenden die Pfeiltasten.

ClipStartAndEnd.png
Das Ändern der Clip-Länge mit den Start- und End-Parametern.

Sie können den Start- und End-Punkt auch numerisch mit den entsprechenden Wertefeldern links neben der Sample-Darstellung wählen. Bei gewarpten Clips zeigen diese Felder Werte im Format Takte-Beats-Sechzehntelnoten an; bei ungewarpten Clips im Format Minuten-Sekunden-Millisekunden. Beachten Sie, dass Sie mit den "Set"-Tastern die Marker während der Wiedergabe setzen können. Das Setzen der Marker wird dabei gemäß der globalen Quantisierung quantisiert.

Ist die Scrub-Bereiche-immer-aktiv-Option in Lives Look/Feel-Voreinstellungen eingeschaltet, können Sie mit dem Klicken in die untere Hälfte der Wellenform oder in das Takt/Zeitlineal die Wiedergabe an diesen Punkt springen lassen.

SampleDisplayScrubArea.png
Der Scrub-Bereich eines Clips.

Die Schrittweite der Sprünge hängt von der globalen Quantisierung ab, die mit den Tasten CTRL - 6 (PC) / CMD - 6 (Mac), 7 , 8 , 9 , und 0 schnell geändert werden kann. Hält man die Maus über dem Scrub-Bereich fest, wird ein Abschnitt des Clips mit der Länge des globalen Quantisierungswerts wiederholt abgespielt. Mit kleinen Quantisierungswerten oder einer Einstellung von "None" können Sie so durch Ihre Musik scrubben.

Sie können auch bei ausgeschalteter Scrub-Bereiche-immer-aktiv-Option scrubben, indem Sie mit gehaltener Shift -Taste auf eine beliebige Stelle im Scrub-Bereich oder im Takt/Zeitlineal klicken.

Das Loopen von Clips

Um den Clips als permanent wiederholten Loop zu spielen, schalten Sie den Loop-Schalter ein. Das Aktivieren des Loops aktiviert auch das Warping; ungewarpte Clips können nicht im Loop gespielt werden.

Sie können auf die Loop-Klammer in der Sample-Darstellung klicken und ziehen, um ihre Position und Länge zu ändern, Sie können dazu aber auch exakte Werte in die Loop-Length- und -Position-Felder links neben der Sample-Darstellung eingeben.

ClipLoopControls.png
Die Clip-Loop-Parameter.

Die Loop-Klammer kann mit der Maus selektiert und dann mit Hilfe von Tastaturkommandos positioniert werden:

  • [Pfeiltaste links] und [Pfeiltaste rechts] verschieben die Loop-Klammer mit der aktuellen Rasterweite (siehe 6.9)nach links/rechts.
  • [Pfeiltaste hoch] und [Pfeiltaste runter] verschieben die Loop-Klammer um die Loop/Region-Länge nach links/rechts.
  • CTRL (PC) / CMD (Mac) in Kombination mit den [Links/Rechts-Pfeiltasten] verkürzt/verlängert den Loop um die aktuelle Rasterweite.
  • CTRL (PC) / CMD (Mac) in Kombination mit den [Auf/Ab-Pfeiltasten] verdoppelt oder halbiert die Loop-Länge.
  • (nur MIDI-Clips) Loop-Länge und Inhalt können zugleich mit dem "Loop duplizieren"-Befehl dupliziert werden . All Noten rechts vom Loop werden verschoben, so dass sie Ihre Positionen relativ zum Loop-Ende behalten.

Die Clip-Wiedergabe beginnt unabhängig von der Position der Loop-Klammer immer an der Position des Start-Markers. Das bedeutet, dass Sie einen Clip in einen Loop hinein laufen lassen können.

ClipWithLoop.png
Ein Clip läuft in einen Loop hinein.

Die Wertefelder für Loop-Länge und -Position besitzen Set-Taster, mit denen das spontane Erzeugen von Loops während der Wiedergabe möglich ist:

Klickt man den Set-Taster der Loop-Position während der Wiedergabe an, so wird der Loop an die aktuelle Wiedergabeposition bewegt (gerundet nach Maßgabe der globalen Quantisierung) und aktiviert. Klickt man dann den Set-Taster der Loop-Länge an, so wird das Ende des Loops an die aktuelle Wiedergabeposition bewegt. So können Sie beliebige Abschnitte der Musik spontan währende der Wiedergabe loopen.

Klickt man Set-Taster der Loop-Länge an, während der Loop noch deaktiviert ist, so setzt man sein Ende an die aktuelle Wiedergabeposition, ohne jedoch seine voreingestellte Länge zu ändern. Gleichzeitig wird der Loop aktiviert.

Die Set-Taster, der Loop-Schalter, die Loop-Klammer und die Start/End-Marker können alle durch MIDI-Daten ferngesteuert werden (siehe Kapitel 26). Sie können beispielsweise einen Endlosdrehregler verwenden, um den Loop in Schritten der gewählten globalen Quantisierung durch ein Sample zu schieben.

8.2.3 Transponierung und Lautstärke des Clips

ClipTransposeAndDetune.png
Die Parameter für Tonhöhe und Lautstärke des Clips.

Mit dem Transpose-Parameter kann die Tonhöhe des Clips in Halbtönen geändert werden.

Mit dem Detune-Parameter kann der Clip in Cents (100 Cents = 1 Halbton) feingestimmt werden.

Der Gain-Regler kontrolliert die Lautstärke des Clips und besitzt eine dB-Skala.

8.2.4 Destruktive Sample-Bearbeitung

ClipEditButton.png
Der Taster zum Starten eines Sample-Editors.

Der Edit-Schalter öffnet das Sample in einem externen Sample-Editor-Programm, das Sie in den File/Folder-Voreinstellungen auswählen können. Um ein Sample in einem externen Sample-Editor bearbeiten zu können, müssen Sie die Wiedergabe in Live stoppen. Wenn Sie zu Live zurückkehren, wird die bearbeitete Version des Samples abgespielt. Die aktuell vergebenen Warp-Marker werden nur beibehalten, wenn die Länge des Samples seiner Länge vor der Editierung entspricht. Bedenken Sie, dass Änderungen an einem Sample auch andere Clips betreffen können, die das gleiche Sample spielen.

8.2.5 Clip-Grundeinstellungen mit dem Sample sichern

ClipSaveButton.png
Der Save-Default-Clip-Taster

Der Save-Default-Clip-Taster sichert die aktuellen Clip-Einstellungen mit dem Sample. Sind mehrere Clips ausgewählt, sichert der Taster die Einstellungen für alle Clips gleichzeitig. Einmal gesichert, wird Live die aktuellen Clip-Einstellungen jedes Mal wieder herstellen, wenn das Sample in ein Live Set gezogen wird. Dies ist besonders im Hinblick auf die Warp-Marker nützlich, die korrekt gesetzt sein müssen, damit Live lange Samples korrekt im Sync abspielt. Beachten Sie, dass Sie den Save-Button verwenden können, ohne dass bereits existierende Clips dadurch geändert werden; die Funktion sichert lediglich Grundeinstellungen für die zukünftige Verwendung des Samples in Clips.

Die Clip-Daten werden Bestandteil der Analyse-Datei, die das Sample (siehe 5.2.2)begleitet.

Beachten Sie, dass das Speichern von Standard-Clip-Einstellungen etwas anderes als das Speichern eines Clips als Live-Clip (siehe 5.4)ist, welches auch die Geräte-Kette und die Einstellungen der Geräte sichert.

8.2.6 Hochwertige Interpolation

ClipHiQButton.png
Der High-Quality-Schalter

Wenn der High-Quality-Schalter aktiviert ist, verwendet Live einen hochwertigeren Algorithmus zur Sampleraten-Konvertierung, der eine bessere Klangqualität bietet, dafür aber auch die CPU stärker belastet. Mit dem Hi-Q-Algorithmus abgespielte Samples erzeugen eine geringere Verzerrung, besonders in den Höhen und wenn sie transponiert und/oder ihre Samplingrate an die System-Samplingrate angeglichen wird. Ist der Hi-Q-Modus aktiviert, können Samples etwa 19 Halbtöne in beide Richtungen transponiert werden, bevor das Auftreten von Aliasing wahrscheinlich wird.

Hinweis: Seit Live 7 verwendet der Hi-Q-Modus einen Algorithmus, der weitaus weniger hörbare Artefakte als der Algorithmus älterer Versionen erzeugt. Wir sind der Meinung, dass mit ihm die Klangqualität deutlich gesteigert wurde. Aus diesem Grund gibt es die Option Legacy-Hi-Q-Modus, die immer dann standardmäßig aktiviert ist, wenn Sie ein altes Set laden bei dem für einige Clips Hi-Q aktiviert war. Deaktivieren Sie einfach diese Option, wenn Sie den neuen Modus verwenden wollen.

8.2.7 Ein- und Ausblenden eines Clips

ClipFadeButton.png
Der Fade-Schalter

Der Fade-Schalter, sofern aktiviert, versieht Clip-Anfang und Ende mit einer kurzen Fade-In bzw. Fade-Out, um Knackser an den Clip-Grenzen zu vermeiden. Die Länge dieser Fades ist Signal-abhängig und bewegt sich im Bereich von 0 bis 4 Millisekunden.

Dieser Schalter ist nur bei Clips in der Session-Ansicht vorhanden. In der Arrangement-Ansicht werden die Fades von Clips über Hüllkurven (siehe 6.7)eingestellt.

Der Fade-Schalter wird bei allen neuen Clips standardmäßig eingeschaltet, wenn die Option "Fades automatisch an Clip-Grenzen erzeugen" in den Record/Warp/Launch-Voreinstellungen aktiviert ist.

CreateFadesOnClipEdges.png
Option zum automatischen Einblenden/Ausblenden an den Clip-Grenzen.

8.2.8 RAM-Modus eines Clips

ClipRAMButton.png
Der RAM-Schalter.

Wenn der RAM-Schalter aktiviert ist, lädt Live den Clip in den Arbeitsspeicher, statt ihn in Echtzeit von der Festplatte zu laden. Der-RAM-Modus kann bei folgenden Problemen helfen:

  • Die Festplatte Ihres Rechners ist zu langsam, um die Audiodaten für die gewünschte Anzahl von Spuren in Echtzeit anzuliefern. Nähere Informationen zu Festplatten-bezogenen Problemen finden Sie im Absatz Probleme mit der Festplattengeschwindigkeit (siehe 31.2).
  • Es treten Audioaussetzer auf, wenn Sie Clips im Legato-Modus (siehe 13.5)spielen.
  • Benutzen Sie den RAM-Modus mit Bedacht, da RAM üblicherweise ein knappes Gut ist. Ihr Rechner lagert RAM-Inhalte auf die Festplatte aus, wenn sie eine Weile nicht verwendet wurden. Je mehr Clips Sie im RAM-Modus betreiben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ausgelagert werden. Live kann Überlastungen der Festplatte besser verkraften als die späte Verfügbarkeit ausgelagerter RAM-Inhalte: Überlastungen der Festplatte äußern sich in unerwünschten Aussetzern, wohingegen RAM-Überlastungen sich in Aussetzern und rhythmischem "Schluckauf" äußern.

8.2.9 Samples umkehren

ClipReverse.png
Der Umkehr-Schalter.

Diese Funktion erzeugt ein neues Sample, indem sie das vom Clip verwendete Sample umkehrt. Sie wendet dann die alten Clip-Einstellungen an (entsprechend einiger Regeln, die wir gleich erläutern werden) und ersetzt das Original-Sample in der Clip-Ansicht durch das umgekehrte. Das neue Sample kann nach dem Sichern des Live Sets in seinem Project-Ordner unter Samples/Processed/Reverse gefunden werden. Solange das Set nicht gesichert wurde, verbleiben neue Samples am Speicherort, der für den Temporären Ordner angegeben wurde.

Beim Umkehren gibt es einige Regeln. So bleiben alle Warp-Marker an ihrer jeweiligen Position im Sample . Das bedeutet, dass ein Warp-Marker auf der Eins des zweiten Taktes in einem Clip nach dem Umkehren auf der Eins des vorletzten Taktes zu liegen kommt. Einstellungen für Loops und Regions werden entsprechend behandelt. Es bedeutet auch, dass Clip-Hüllkurven ihre zeitliche Position beibehalten . Eine Hüllkurve, die den Mixer steuert und die Lautstärke in der ersten Hälfte des Clips absenkt, wird das nach der Umkehrung des Samples weiterhin tun.

Der Prozess der Umkehrung ist recht schnell (etwa so schnell wie das Kopieren des Samples), kann für sehr lange Samples aber ein Weilchen benötigen. Wenn das der Fall ist, zeigt der Statusbalken im unteren Teil von Lives Fenster den Fortschritt an und andere Aktionen im Programm werden vorübergehend unterbunden (obwohl laufende Clips weiterhin abgespielt werden). Sie können den umgekehrten Clip abspielen und auch wieder andere Dinge im Programm tun, sobald Live beginnt, die neue Wellenform in der Sample-Darstellung zu zeichnen. Nach dem Umkehren eines Samples wird bis zum Verlassen des Programms eine Verbindung zum umgekehrten Sample bestehen bleiben, so dass ein erneutes Umkehren des Clips (oder einer Kopie) augenblicklich erfolgt.

Wir empfehlen nicht, Clips während einer Live-Aufführung umzukehren, da gelegentlich kleinere Störungen der Wiedergabe auftreten können, wenn Live die Warp- und Loop-Einstellungen wieder anwendet.

8.2.10 Samples stutzen

Das Kontextmenü [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) der Sample-Anzeige enthält den Sample-stutzen-Befehl. Diese Funktion erzeugt, ähnlich der Reverse-Funktion, ein neues Sample, indem das gerade verwendete Sample kopiert wird - allerdings nur der tatsächlich verwendete Ausschnitt. Das neue Sample kann nach dem Sichern des Live Sets in seinem Projekt-Ordner unter Samples/Processed/Crop gefunden werden. Solange das Set nicht gesichert wurde, verbleiben neue Samples am Speicherort, der für den Temporären Ordner angegeben wurde.

8.2.11 Das Sample ersetzen und bearbeiten

Um das Sample eines Clips durch ein anderes zu ersetzen, ziehen Sie das neue Sample einfach aus dem Datei-Browser direkt in die Clip-Ansicht. Clip-Einstellungen für die Tonhöhe und die Lautstärke werden beibehalten. Die Warp-Marker werden nur behalten falls das neue Sample exakt die gleiche Länge wie das alte hat.

Das [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) Kontextmenü der Sample-Anzeige enthält den Befehl Sample-Datei verwalten. Er öffnet die Dateiverwaltung für das Set, wo das vom ausgewählten Clip referenzierte Sample selektiert ist. Sie können dort das Sample ersetzen oder destruktiv bearbeiten (siehe 5.5.5), wodurch alle Clips und Instrumente, die das Sample referenzieren, von den Änderungen betroffen werden. Sie können auch den Befehl Im Browser zeigen des [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) Kontextmenüs verwenden, um die Sample-Datei im Browser anzuzeigen.

8.3 Das Notes-Rähmchen

NotesBox.png
Das Noten-Rähmchen.

8.3.1 Transformierungs-Werkzeuge

Die Transformierungs-Werkzeuge im Notes-Rähmchen ermöglichen die schnelle Manipulation der Inhalte eines MIDI-Clips. Die Parameter wirken sich auf selektierte Noten oder die selektierte Zeitspanne aus. Ist nichts selektiert, betreffen sie den gesamten Clip.

  • Der Transpose -Regler transponiert die Auswahl. Geben Sie eine Zahl ein, um in Halbtonschritten zu transponieren. Geben Sie einen Noten-Namen ein, um die niedrigste Note zu bestimmen. Ein zusätzliches “-” vor dem Noten-Namen legt die höchste Note fest.
  • Mit den Tasten :2 und x2 kann die Wiedergabe-Geschwindigkeit der Auswahl verdoppelt bzw. halbiert werden.
  • Rev kehrt die Auswahl um, so dass letzte und erste Note ihre Position tauschen.
  • Inv vertauscht bei der Auswahl "von-Oben-nach-unten", sodass die höchste Note mit der niedrigsten vertauscht wird.
  • Legato verlängert (oder verkürzt) jede der gewählten Noten, sodass sie lang genug ist, um bis zum Anfang der folgenden selektierten Note zu reichen.
  • Dupl. Loop verdoppelt das Material in der Loop-Klammer (wie die Länge der Loop-Klammer selbst) und zoomt passend, um den gesamten Loop darzustellen. All Noten rechts vom Loop werden verschoben, so dass sie Ihre Positionen relativ zum Loop-Ende behalten.

Weitere Informationen und Anregungen zum Editieren von MIDI finden Sie im entsprechenden Kapitel (siehe Kapitel 10).

8.3.2 Bank- und Programmwechselbefehle

Live kann MIDI-Bank/Programmwechselbefehle an externe Geräte und Plug-Ins senden, die solche Befehle verstehen. Je nach Einstellung dieser Parameter kann auch das Starten eines Clips zum Senden seiner Bank/Programmwechselbefehle führen. Wenn Sie Live verwenden, um MIDI an Ihren Synthesizer zu senden, so bedeutet das, dass jeder Clip Ihres Live Set einen anderen Sound Ihres Synthesizers spielen kann. Live bietet Befehle für 128 Bänke mit 128 Sub-Bänken, die jeweils 128 Programme enthalten. Bitte schlagen Sie in der Dokumentation Ihres Synthesizers nach, um herauszufinden, wie viele dieser Befehle er verarbeiten kann. Wenn Sie nicht wünschen, dass ein Clip MIDI-Bank/Programmwechselbefehle sendet, wählen Sie einfach "None" (---) aus dem Menü.

8.3.3 MIDI-Loop/Region

Diese Parameter bestimmen, wie der Inhalt eines MIDI-Clips abgespielt und im MIDI-Editor angezeigt wird. Sie funktionieren genau so wie bei Audio-Clips (siehe 8.2.2).

Im MIDI-Editor ist der Zoom/Scroll-Bereich über dem Takt/Zeitlineal zu finden, der Scrub-Bereich genau darunter.

8.4 Clip-Standards und Aktualisierungsrate

Sie können die Häufigkeit wählen, mit der Live Änderungen von Einstellungen in der Clip-Ansicht auf einen laufenden Clip anwendet. Änderungen dieser Einstellungen werden im Takt der Rate wirksam, die im Clip-Update-Rate-Ausklappmenü auf der Record/Warp/Launch-Seite der Voreinstellungen zu finden ist. Verschiedene Clip-Einstellungen wie das Startverhalten oder der Warp-Modus können als Standard-Voreinstellung für alle neuen Clips gewählt werden. Dies erfolgt ebenfalls in den Record/Warp/Launch-Voreinstellungen.

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