9. Audio-Clips, Tempo und Warping

Anders als bei Musik auf Band oder in traditionellen Digital Audio Workstations, bleibt die Musik in Live immer "elastisch". Live ist in der Lage, Samples beim Abspielen von der Festplatte zeitlich zu warpen, um sie zum aktuellen Live Set-Tempo zu synchronisieren. Dies geschieht ohne √Ąnderungen der Tonh√∂he, die separat beeinflusst werden kann. Das Mischen und Kombinieren von Audiomaterial ganz unterschiedlicher Herkunft ist deswegen extrem einfach.

9.1 Tempo

9.1.1 Tempo einstellen

TempoControl.png
Das Tempo-Feld im Transportbereich.

Der Tempo-Parameter im Transportbereich erlaubt es Ihnen, das Wiedergabetempo Ihres Live Sets jederzeit in Echtzeit zu √§ndern. Sie k√∂nnen Tempo√§nderungen sogar automatisieren(siehe 19.5.5) um flie√üende oder abrupte Tempowechsel im Zeitablauf zu erzeugen. Um w√§hrend einer Performance maximale Kontrolle √ľber das Tempo zu haben, k√∂nnen Sie den beiden Wertefeldern links und rechts des Dezimalpunkts getrennte MIDI-Controller zuweisen(siehe Kapitel 26). Sie k√∂nnen das Tempo dadurch mit einem Regler grob in BPM und mit einem zweiten fein in hundertstel BPM einstellen und sich so pr√§zise live spielenden Musikern oder anderen unsynchronisierten Quellen anpassen.

Sie k√∂nnen einen externen Sequenzer (oder Drumcomputer) zu Live oder Live zu einem externen Sequenzer synchronisieren. Die entsprechenden Einstellungen werden in den Link/MIDI-Voreinstellungen gemacht. Genauere Informationen finden Sie im Kapitel √ľber Synchronisation (siehe Kapitel 29).

9.1.2 Tempo tappen

TapButton.png
Der Tap-Taster

Mit Lives Tapping-Funktion können Sie das Tempo jederzeit ändern. Klicken Sie einmal pro Beat auf den Tap-Taster im Transportbereich und das Tempo des Live-Sets richtet sich nach Ihrer Vorgabe.

KeyMapModeSwitch.png
Der KEY-Schalter f√ľr den Zuweisungs-Modus von Rechnertasten.

Anstatt die Maus zu benutzen, k√∂nnen Sie den Tap-Taster auch einer Taste Ihrer Rechnertastatur zuweisen. Klicken Sie dann auf den Tap-Taster und dr√ľcken Sie die Taste auf der Rechnertastatur, die Sie zum Tappen verwenden wollen. Klicken Sie dann erneut auf den KEY-Schalter, um den Tasten-Zuweisungs-Modus wieder zu verlassen. Die Zuweisung ist danach sofort aktiv. Der Tap-Taster kann auch auf eine sehr √§hnliche Weise einer MIDI-Note oder einem -Controller zugewiesen werden, zum Beispiel einem Fu√üpedal. Obwohl Live sofort auf Ihr Tapping reagiert, kommt eine gewisse Verz√∂gerung zum Einsatz, um ein ruckeliges Verhalten bei der Tempo-Anpassung zu vermeiden. Je mehr Taps Live nacheinander erh√§lt, desto pr√§ziser kann das gew√ľnschte Tempo eingestellt werden.

Wird die Option ‚ÄúWiedergabe bei Tap Tempo starten‚ÄĚ in Lives Record/Warp/Launch-Voreinstellungen aktiviert, k√∂nnen Sie das Tappen auch zum Einz√§hlen benutzen: Wenn Sie mit einem 4/4-Taktma√ü arbeiten, startet die Wiedergabe nach vier Taps in dem gew√ľnschten Tempo. Wird die Wiedergabe in Live mittels Tap-Tempo gestartet, wird die Wiedergabeposition bei allen Apps, die √ľber Ableton Link (siehe 29.1) verbunden sind, automatisch √ľbernommen. Dies stellt sicher, dass diese Apps tempo-synchron bleiben und die richtige Position innerhalb der musikalischen Phrase erhalten bleibt.

9.1.3 Tempo mit Nudge-Tasten einstellen

TempoNudge.png
Die Nudge-Taster.

Obwohl sich Live leicht √ľber Link oder zu externen MIDI-Ger√§ten (siehe Kapitel 29) synchronisieren l√§sst, kann es Situationen geben, in denen Sie sich an Quellen anpassen m√ľssen, die nicht an ein festes Tempo gebunden sind, etwa an Live-Musiker oder an Plattenspieler. Stimmt das Tempo Ihres Sets grunds√§tzlich mit dem des unsynchronisierten Materials √ľberein, k√∂nnen Sie die Nudge-Taster verwenden, um Live kurzfristig etwas zu beschleunigen oder abzubremsen und sich so der Quelle anzupassen. Wie der Tap-Taster sind auch diese Taster deutlich angenehmer zu benutzen, wenn sie MIDI-Controllern zugewiesen werden.

9.2 Warpen von Samples

Lives F√§higkeit, jedes Sample synchron zu einem gew√§hlten Tempo abzuspielen, ist eine spezielle und wichtige Funktion. Zus√§tzlich k√∂nnen Sie den rhythmischen Fluss eines St√ľcks "warpen" und so sein Feeling √§ndern oder sogar Noten auf andere Z√§hlzeiten verschieben.

Die Warping-Eigenschaften eines Clips werden in der Sample-Box (siehe 8.2) eingestellt, die ein Unterbereich der Clip-Ansicht ist.

SampleBoxWarpControls.png
Die Warp-Parameter in der Sample-Box.

Das entscheidende Bedienelement hier ist der Warp-Schalter, der das Warpen eines Clips aktiviert oder deaktiviert. Im Warp-Bereich von Lives Voreinstellungen k√∂nnen die Standardeinstellungen f√ľr neue Clips bestimmt werden, aber diese lassen sich jederzeit f√ľr jeden Clip hier √§ndern.

Wenn der Warp-Schalter ausgeschaltet ist, spielt Live das Sample mit seinem originalen, "normalen" Tempo und unbesehen des aktuellen Song-Tempos ab. Dies ist n√ľtzlich bei Samples, die keine innere rhythmische Struktur haben: Percussion-Kl√§nge, Atmosph√§ren, Sound-Effekte, gesprochene W√∂rter und √Ąhnliches. Schalten Sie den Warp-Schalter ein, um Samples mit rhythmischem Gehalt (wie Loops, Musikaufnahmen, ganze Musikst√ľcke, etc.) im Sync mit dem aktuellen Song-Tempo wiederzugeben.

Auf der Record/Warp/Launch-Seite der Voreinstellungen können Sie bestimmen, welche Annahmen Live bei neuen Clips treffen soll. Wenn die "Lange Samples automatisch warpen"-Option an ist, nimmt Live an, dass lange Samples Musik enthalten, die synchron zum Tempo des Live Sets abgespielt werden soll. Wenn Sie es vorziehen, dass Live lange Samples wie sie sind abspielt, deaktivieren Sie diese Voreinstellung.

9.2.1 Tempo-Master/Slave

Alle gewarpten Clips in der Arrangement-Ansicht haben eine weitere Option: Sie können mit Ihren Master/Slave-Schaltern als Tempo-Master definiert werden. Eine beliebige Anzahl von Clips kann auf Tempo-Master geschaltet werden, aber nur einer davon kann zu einem gegebenen Zeitpunkt tatsächlich der Tempo-Master sein. Diese Rolle kommt immer dem untersten der in der Arrangement-Ansicht spielenden Clips zu.

Der als Tempo-Master fungierende Clip spielt so, als sei sein Warp-Schalter deaktiviert, aber mit einem wichtigen Unterschied -- der Rest des Live Sets wird so gewarpt, dass er synchron mit dem aktuellen Tempo-Master wiedergegeben wird.

Dies wird erreicht, indem f√ľr die Dauer des Tempo-Master-Clips eine Tempo-Automation zum Master-Track hinzugef√ľgt wird. Sie werden bemerken, dass das Tempofeld in Lives Transportleiste w√§hrenddessen inaktiv ist; das ist deswegen so, weil die gesamte Tempo-Steuerung durch den Tempo-Master-Clip erfolgt.

Wenn der Master-Status eines Clips mit dem Master/Slave-Schalter deaktiviert oder der als Master fungierende Clip gel√∂scht wird, so wird die Automation aufgehoben und das richtige Tempo der Region wiederhergestellt. Wollen Sie stattdessen die erzeugte Tempo-Automation behalten, um weiter mit ihr zu arbeiten, dann √∂ffnen Sie mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) das Kontextmen√ľ auf dem Tempofeld der Transportleiste und w√§hlen Sie den Befehl Tempo-Automation freisetzen. Alle Clips werden dadurch auf Slave gestellt, aber die Tempo-Automation wird beibehalten.

Bitte beachten Sie: Wenn Lives externe Synchronisation mit dem EXT-Schalter aktiviert wurde (siehe 29.3.1), haben die Master/Slave-Schalter keine Funktion und erscheinen deaktiviert.

9.2.2 Warp-Marker

Stellen Sie sich ein Sample als eine Art Gummiband vor, das Sie mit Stecknadeln an ein (musikalisches Zeit-)Lineal befestigen wollen. In Live werden diese "Stecknadeln" als Warp-Marker bezeichnet. Ein Warp-Marker verbindet einen bestimmten Punkt im Sample mit einer bestimmten Taktposition. Sie k√∂nnen eine beliebige Anzahl von Warp-Markern benutzen, um die gew√ľnschten Stellen in der rhythmischen Struktur des Samples an die gew√ľnschten musikalischen Z√§hlzeiten des Lineals zu "pinnen".

Warp-Marker k√∂nnen mit Doppelklick in die obere H√§lfte der Sample-Darstellung in der Clip-Ansicht erzeugt werden. Sie k√∂nnen dann durch Ziehen oder mit den Pfeiltasten der Rechnertastatur auf eine andere Zeitpositionen bewegt werden. Gel√∂scht werden sie durch einen Doppelklick oder indem man sie selektiert und dann Backspace oder Delete auf der Rechnertastatur dr√ľckt.

WarpMarker.png
Doppelklick in das Sample erzeugt einen Warp Marker.

Wenn Sie mit Ihrem Sample arbeiten, können Sie Live anweisen, die Sample-Darstellung automatisch so zu scrollen, dass sie der Wiedergabeposition folgt. Verwenden Sie den Folgen-Schalter im Transportbereich, um diese Funktion zu aktivieren. (Das Folgen pausiert, wenn Sie eine Bearbeitung im Sample-Editor machen. Das Folgen wird wieder aufgenommen, sobald Sie die Wiedergabe stoppen oder wieder starten oder, wenn Sie in das Arrangement oder den Scrub-Bereich des Clips klicken.)

Es kann auch hilfreich sein, die Sample-Darstellung vertikal durch Ziehen der Trennlinie zwischen Clip-Ansicht und Spurbereich der Session-Ansicht zu vergrößern.

FollowSwitch.png
Der "Folgen"-Schalter im Transportbereich

Transienten und Pseudo-Warp-Marker

Wenn Sie ein Sample zum ersten Mal in Live laden, analysiert Live automatisch die Audiodatei und findet dabei ihre Transienten. Hierbei handelt es sich um Stellen in der Audiodatei, an denen Noten oder Klangereignisse starten, was sie zu optimalen Punkten f√ľr das Setzen der Warp-Marker werden l√§sst. Transienten erscheinen als kleine Marker oben in der Sample-Darstellung, nachdem in das Sample hinein gezoomt wurde.

Transients.png
Transienten-Marker.

Wenn Sie mit der Maus √ľber die angezeigten Transienten gehen, erscheinen tempor√§re "Pseudo"-Warp-Marker. Diese haben die gleiche Form wie regul√§re Warp-Marker, werden jedoch grau angezeigt. Das Doppelklicken oder Ziehen eines Pseudo-Warp-Markers erzeugt einen tats√§chlichen Warp-Marker oder √§ndert das Tempo des nachfolgenden Clip-Abschnitts, falls sich keine Warp-Marker sp√§ter im Clip befinden. Wenn Sie die CTRL(PC) / CMD(Mac)-Taste beim Erzeugen eines Warp-Markers aus einer Transiente gedr√ľckt halten, werden auch die direkt benachbarten Transienten links und rechts in Warp-Marker umgewandelt. Das Halten der Shift-Taste beim Ziehen eines Pseudo-Warp-Markers erm√∂glicht Ihnen das Verschieben der Transiente auf eine neue Stelle. Sobald ein Warp-Marker einmal erzeugt wurde, bewegt das Ziehen des Warp-Markers mit gehaltener Shift-Taste die Wellenform unter dem Marker und nicht den Marker selbst.

Sie können auch einen Zeitabschnitt auswählen und alle in diesem Zeitabschnitt enthaltenen Transienten zu Warp-Markern umwandeln, indem Sie den "Warp-Marker einsetzen"-Befehl benutzen. Sollte Ihr gewählter Zeitabschnitt keine Transienten enthalten, wird ein Warp-Marker am Ende der Auswahl erzeugt.

Obwohl Live hervorragende Arbeit beim Setzen der Transienten an die geeigneten Stellen leistet, k√∂nnen Sie Transienten auch selbst erzeugen oder l√∂schen. Benutzen Sie hierf√ľr die entsprechenden Befehle im Erzeugen-Men√ľ.

Warp-Marker sichern

Ihre Warp-Marker werden automatisch mit dem Live Set gesichert, aber Sie werden sie möglicherweise auch direkt mit dem Sample sichern wollen, so dass sie automatisch wiederhergestellt werden, wenn Sie die Datei in Live ziehen. Klicken Sie dazu in der Clip-Ansicht auf den Save-Taster (siehe 8.2.5).

Beachten Sie, dass Auto-Warp bei einem Sample mit gesicherten Warp-Markern (siehe 5.2.2)keine Wirkung hat. In einem solchen Fall k√∂nnen Sie einen der mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) im Kontextmen√ľ erreichbaren und weiter oben beschriebenen Befehle zum Ausl√∂sen des Auto-Warpings nutzen.

9.2.3 Warp-Marker einsetzen

In den folgenden Abschnitten werden wir einige Anwendungen f√ľr das Zeit-Warpen von Samples vorstellen. Das Warpen ist nat√ľrlich nur eine optionale Eigenschaft von Clips.

Das Synchronisieren gerader Loops

Wenn Sie ein Sample importieren, das sauber geschnittenes Musikmaterial mit einer L√§nge von 1,2,4, oder 8 usw. Takten L√§nge repr√§sentiert, wird Live √ľblicherweise das korrekte Tempo des Samples ermitteln und es synchron mit dem aktuellen Song-Tempo wiedergeben. Es werden zwei Warp-Marker erzeugt, einer am Anfang und einer am Ende des Samples.

TwoBarLoopInClipView.png
Ein zweitaktiger Loop, wie er standardmäßig in der Clip-Ansicht erscheint

In der Wertebox Seq. BPM ist das von Live ermittelte Tempo des Samples abzulesen; falls Sie das Tempo des Loops kennen, können Sie es hier eingeben. Manchmal wird das ermittelte Tempo fälschlicherweise dem doppelten oder halben Originaltempo entsprechen. Sollte das passieren, können Sie es durch Anklicken der Taster *2 und :2 korrigieren. Wenn Sie :2 klicken, wird das Sample mit doppeltem Tempo wiedergegeben, da Sie ja Lives Interpretation des Sample-Tempos korrigieren, die lediglich als Referenz zum Ermitteln des benötigten Time-Stretch-Faktors dient.

Beachten Sie, dass der Seg. BPM-Wert auch fein eingestellt werden kann:

  • Indem Sie den Wert durch Ziehen des Reglers direkt in der Sample-Box √§ndern
  • oder im Arrangement, durch Halten von Shift, w√§hrend Sie die Clip-Enden ziehen

Das Synchronisieren ungeschnittener Loops

Wird ein Loop importiert, der nicht sauber geschnitten wurde, kann Live diesen Loop nicht synchron abspielen. Nehmen wir an, dass etwas Stille vor dem ersten Beat am Anfang des Samples ist. Sie können das sehr einfach korrigieren, indem Sie einen Warp-Marker an den tatsächlichen Anfang des Loops setzen. Ziehen Sie diesen Warp-Marker dann so, dass er genau auf dem ersten Takt im Zeitlineal liegt. Entsprechend können Sie die Stille nach dem tatsächlich klingenden Loop beseitigen, indem Sie einen Warp-Marker an das Ende des Samples setzen.

UnCutLoopCorrected.png
Das Setzen der Warp-Marker bei einem unsauber geschnittenen Loop

Das Synchronisieren von Loops mit ungeraden Längen

Wenn Sie ein Sample importieren, das einen siebentaktigen Loop enth√§lt, nimmt Live zun√§chst an, dass der Loop acht Takte lang ist (oder vier, je nachdem welche L√§nge das Sample hat) und spielt es nicht synchron ab. F√ľr eine korrekte Wiedergabe m√ľsste der letzte Marker des Samples sich am Anfang von Takt Acht befinden, und nicht Takt Neun. Um das Problem zu l√∂sen, ziehen Sie einfach den letzten Marker auf die richtige Position.

Sollte Live urspr√ľnglich einen viertaktigen Loop angenommen haben, wird der achte Takt wahrscheinlich noch nicht angezeigt. In diesem Fall k√∂nnen Sie den Warp Marker in Richtung Ende nach rechts ziehen, bis die Acht sichtbar wird.

Grooves manipulieren

Sie können beliebig viele Warp-Marker erzeugen, indem Sie in das Sample oder auf die Transienten-Marker doppelklicken. Importieren Sie einen rund laufenden Loop, erzeugen Sie ein paar Warp-Marker, verschieben Sie sie und beachten Sie, was passiert. Warp-Marker haben zwei wichtige Aufgaben:

  1. eine "korrekte" Interpretation des musikalischen Zeitablaufs in einem Sample zu ermöglichen;
  2. den Zeitablauf in einem Sample nach Belieben zu verbiegen.

Sollte in einem Percussion-Loop einmal ein einzelner Schlag zu sp√§t kommen, k√∂nnen Sie einfach einen Warp-Marker an der Problemstelle erzeugen und diesen dann auf die richtige Taktposition ziehen. Eventuell m√ľssen Sie zus√§tzlich noch den benachbarten Schl√§gen Warp-Marker zuweisen, um zu vermeiden, dass diese benachbarte Abschnitte im Sample zeitlich ebenfalls beeinflusst werden.

LoopWithOffBeatCorrected.png
Den Groove mit Warp-Markern manipulieren

Das "Entfernen" des nat√ľrlichen Grooves bei einem Sample durch das Anlegen von Warp-Markern ist eine interessante kreative Methode, besonders in Verbindung mit Lives M√∂glichkeit, Samples in Echtzeit einen k√ľnstlichen Groove aufzupr√§gen (siehe Kapitel 12).

L√§ngere Musikst√ľcke synchronisieren

Lives Auto-Warp-Algorithmus macht l√§ngere Samples und ganze Songs f√ľr den direkten Einsatz in Ihrem Projekt verf√ľgbar. Sie k√∂nnen den Browser oder den Audio-Datei-importieren...-Befehl aus dem Erzeugen-Men√ľ verwenden, um lange Samples oder MP3-, AAC-, Ogg-Vorbis-, Ogg-FLAC- und FLAC-Dateien zu laden. (Bitte beachten Sie, dass mit den Intro- und Lite-Editionen nicht alle dieser Formate abgespielt werden k√∂nnen.)

Beachten Sie, dass bei Verwendung des Befehls Audio-Datei importieren... in der Arrangement-Ansicht die Datei an die Position des Einf√ľge-Markers gesetzt wird. Wenn Sie den Befehl in der Session-Ansicht nutzen, wird die Datei in den zurzeit ausgew√§hlten Clip-Slot eingesetzt.

Wenn Sie eine Datei in Live ziehen, die zu lang ist um die Annahme zu rechtfertigen, es handele sich dabei um einen Loop oder ein One-Shot-Sample, wird Live den Clip standardmäßig auto-warpen (dies kann jedoch in den Record/Warp/Launch-Voreinstellungen deaktiviert werden).

Damit der Auto-Warp-Mechanismus funktionieren kann, m√ľssen Dateien bei ihrem ersten Import in das Programm einen Analyse-Prozess durchlaufen, vor dessen Beendigung sie nicht wiedergegeben oder bearbeitet werden k√∂nnen.

AutoWarpedClip.png
Das Ergebnis des Auto-Warpens in der Clip-Ansicht.

Wenn die Annahmen des Auto-Warping stimmen, ist der Clip sofort bereit f√ľr die perfekt synchrone Wiedergabe im Tempo des Live Sets. Sollte das Auto-Warping jedoch nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, k√∂nnen Sie seine Ergebnisse beeinflussen. Im Folgenden wollen wir die verschiedenen Verfahren zur Unterst√ľtzung von Lives Auto-Warping vorstellen. Erinnern Sie sich bitte an das Metronom im Transportbereich, das Ihnen beim Warpen l√§ngerer St√ľcke wahrscheinlich n√ľtzlich sein wird.

Metronome.png
Der Metronom-Schalter

Es kann passieren, dass Auto-Warp zwar das Tempo korrekt ermittelt, die Eins aber nicht richtig setzt. Um das zu korrigieren, können Sie eines der folgenden Dinge tun:

  • Halten Sie die Shift-Taste beim Ziehen des ersten Warp-Markers gedr√ľckt. Dies erm√∂glicht Ihnen die Position der Wellenform unter dem Warp-Marker zu √§ndern.
  • Zoomen Sie in die Darstellung und erzeugen einen Warp-Marker auf dem ersten Schlag im Sample. Ziehen Sie dann den Marker im Taktlineal an den Anfang von Takt 1;
  • Rufen Sie mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) das Kontextmen√ľ des Start-Markers und benutzen dann den Befehl Hier 1.1.1 setzen.
GridMarkerContextMenu.png
Das Kontextmen√ľ zum Korrigieren von Auto-Warp verwenden.

Das Korrigieren von Auto-Warp ist auch relativ einfach, wenn Sie einen perfekt geschnittenen Loop geladen haben. Dann können Sie Auto-Warp mit dem Befehl "Als ...-Taktigen-Loop warpen" anweisen, entsprechend vorzugehen. Live wird eine Loop-Länge vorschlagen, die in Bezug auf das aktuelle Live Set-Tempo sinnvoll erscheint. Das Vermindern des Projekt-Tempos kann Live beispielsweise veranlassen anzunehmen, dass ein Loop 8 Takte bei 90 BPM statt 16 Takte bei 180 BPM lang ist.

Sie k√∂nnen Auto-Warp auch anweisen, nur mit einem bestimmten Abschnitt eines Samples zu arbeiten. Eine n√ľtzliche Funktion, wenn Sie z.B. nur einen Breakbeat aus einem kompletten Song warpen und loopen m√∂chten. Ziehen Sie hierf√ľr zuerst eine Selektion im Hintergrund des Sample-Editors auf, um den Abschnitt auszuw√§hlen, den Sie warpen m√∂chten. Setzen Sie dann den Befehl Auswahl als ...-taktigen Loop warpen ein. Live versucht die korrekte Loopl√§nge so gut wie m√∂glich zu ermitteln, stellt die Loop-Marker passend ein und warpt dann die Auswahl zeitlich passend.

WarpSelectionAs.png
Warpen eines ausgewählten Sample-Abschnitts.

Manchmal erfordert das Auto-Warping eine etwas detailliertere Kontrolle. Die beste Methode, um einen problematischen Clip zu warpen ist, in einzelnen Abschnitten vom Anfang bis zum Ende vorzugehen. Sie k√∂nnen einen Warp-Marker setzen, indem Sie in das Sample rechts neben jedem korrekt gewarpten Abschnitt doppelklicken und diesen damit an der richtigen Stelle "festpinnen". Die Tastaturbefehle f√ľr das Arbeiten mit der Clip-Loop-Klammer und den Start/End-Markern k√∂nnen diesen Vorgang stark beschleunigen (siehe 8.2.2).

Sehr hilfreich ist auch die M√∂glichkeit, mit der gedr√ľckten Taste Shift oder CTRL(PC) / CMD(Mac) mehrere Warp-Marker zu selektieren, um sie gemeinsam zu bewegen.

Die vier Warpen-ab-hier-Befehle bieten verschiedene Optionen zum Setzen der Warp-Marker rechts vom gerade selektierten Warp- oder Raster-Marker, wobei Warp-Marker links davon nicht angetastet werden. Diese Befehle sind auch beim Start-Marker verf√ľgbar.

  • ‚ÄěWarpen ab hier" wendet den Auto-Warp-Algorithmus auf das Material rechts neben dem selektierten Marker an.
  • Warpen ab hier (beginne mit ...) weist Auto-Warp an, das aktuelle Tempo des Live-Sets als Ausgangspunkt f√ľr die Tempoerkennung zu nutzen. Die Vorgehensweise ist hier die Folgende:
  1. Deaktivieren Sie den Warp-Schalter f√ľr den Clip, so dass er ohne Warping erklingt;
  2. Verwenden Sie den Tap-Tempo-Taster im Transportbereich um parallel zur Clip-Wiedergabe das Live Set-Tempo so anzugeben, dass es zum Clip passt;

Schalten Sie das Warping wieder ein und verwenden Sie den Befehl "Warpen ab hier (beginne mit ...)", um Auto-Warp anzuweisen, ihr eingetapptes Tempo als Referenz zu verwenden.

  • Warpen ab hier (gerade) teilt dem Auto-Warping mit, dass der Clip keine Tempo-Variationen enth√§lt (was bei elektronisch produziertem Material h√§ufig der Fall ist). Das Auto-Warping setzt dann einen einzelnen Warp-Marker basierend auf seiner Einsch√§tzung des Original-Tempos der Datei.
  • Warp ... BPM ab hier setzt ebenfalls nur einen einzigen Warp-Marker, in diesem Fall wird Auto-Warp aber gezwungen, das St√ľck als exakt zum aktuellen Live Set-Tempo passend zu interpretieren. Dies ist n√ľtzlich, wenn Sie den exakten BPM-Wert eines elektronisch produzierten St√ľcks kennen und vor dem Warpen im Transportbereich angeben k√∂nnen.

Multi-Clip-Warping

Wenn mehrere Clips gleicher L√§nge selektiert sind, versieht das Setzen oder √Ąndern von Warp-Markern bei einem Clip alle anderen Clips ebenfalls mit den gleichen Warp-Markern. Das ist dann bequem, wenn mehrere Spuren den gleichen Rhythmus haben und Sie das Timing aller Aufnahmen auf die gleiche Weise ver√§ndern wollen. Ein typisches Beispiel w√§re die Mehrspuraufnahme einer Band, bei der alle Musiker synchron zueinander spielen, bei der aber das Timing insgesamt noch nicht optimal ist.

9.2.4 Audio quantisieren

Im vorigen Abschnitt haben Sie gelernt, wie Sie das Timing von Ereignissen in einer Audio-Datei √§ndern k√∂nnen, indem Sie die Warp-Marker manuell entlang dem Zeitlineal "ziehen". Es ist jedoch auch m√∂glich, das gesamte Sample auf einmal auf ein gew√ľnschtes Raster einrasten zu lassen, indem der Quantisieren-Befehl benutzt wird. Klicken Sie hierf√ľr in den Hintergrund des Sample-Editors und w√§hlen den Quantisieren-Befehl aus dem Bearbeiten-Men√ľ oder benutzen das CTRL-U(PC) / CMD-U(Mac) Tastenk√ľrzel. Hierdurch wird die Quantisierung mit den Standardeinstellungen oder Ihren im Vorfeld gemachten Einstellungen angewendet.‚Ä©Um Ihre Quantisierungs-Parameter zu √§ndern, √∂ffnen Sie den Quantisierungs-Einstellungen-Dialog √ľber das Bearbeiten-Men√ľ.

QuantizeAudio.png
Das Quantisieren von Audio-Samples

Mit den hier gezeigten Optionen k√∂nnen Sie entweder die aktuelle Rastergr√∂√üe (Current Grid) oder einen bestimmten Notenwert f√ľr die Quantisierung ausw√§hlen. Ferner k√∂nnen Sie mit dem Amount-Parameter sich einer vollst√§ndigen, exakten Quantisierung auch nur ann√§hern, indem die Warp Marker nur um einen bestimmten Prozentwert in Richtung des eingestellten Quantisierungswerts verschoben werden.

9.3 Anpassungen f√ľr eine optimale Stretching-Qualit√§t vornehmen

Live bietet verschiedene Verfahren f√ľr die Zeitdehnung an, um alle Arten von Audiomaterial gut bearbeiten zu k√∂nnen. Das Warp-Verfahren eines Clips sowie die zugeh√∂rigen Parameter werden in der Sample-Box der Clip-Ansicht eingestellt.

Die verschiedenen Warp-Modi stellen unterschiedliche Varianten eines granularen Resyntheseverfahrens dar. Granulare Resynthese erzielt Zeitstauchungen und Dehnungen durch das Wiederholen beziehungsweise √úberspringen von kleinen Abschnitten des Samples (den "Grains"). Die verschiedenen Warp-Modi unterscheiden sich durch die Auswahl der Grains und durch verschiedene Details der √úberlappung und √úberblendung der Grains.

Lassen Sie uns nun untersuchen, welcher Warp-Modus am besten f√ľr welche Art von Audiomaterial geeignet ist und wie die Warp-Parameter am besten f√ľr ein m√∂glichst "sauberes" Dehnen und Stauchen eingestellt werden. Es kann auch sehr lohnend sein, diese Parameter "zu missbrauchen" um interessante Artefakte statt einer sauberen Zeitmanipulation zu erzielen.

9.3.1 Beats-Modus

Beats arbeitet am besten bei Material mit rhythmischer Betonung, beispielsweise bei Drumloops und den meisten St√ľcken elektronischer Tanzmusik. Die Granulation ist hier darauf optimiert, die Klangqualit√§t der Transienten im Audiomaterial zu erhalten.

Benutzen Sie den Preserve-Parameter, um Unterteilungen im Sample festzulegen, an denen sich das Warpen orientiert. F√ľr besonders pr√§zise Ergebnisse, insbesondere mit perkussivem Material, w√§hlen Sie Transients. Diese Einstellung verwendet die Positionen der analysierten (oder vom Anwender erzeugten) Transienten zur Bestimmung des Warping-Verhaltens. Um bestimmte Takt-Unterteilungen zu erhalten, die unabh√§ngig vom Inhalt des Samples sind, w√§hlen Sie einen der festen Notenwerte. Hierbei k√∂nnen interessante, rhythmische Artefakte entstehen, wenn z.B. gro√üe Notenwerte zusammen mit einer Transponierung der Tonh√∂he angewendet werden.

Der Schalter Transienten-Loop-Modus bestimmt die Loop-Eigenschaften f√ľr die Transienten eines Clips:

SamplerLoopNo.pngLoop Aus ‚ÄĒ Jedes Audio-Segment zwischen den Transienten wird bis zu seinem Ende abgespielt und stoppt dann. Eventuell noch verbleibende Zeit vom Ende eines Segments bis zur folgenden Transiente enth√§lt kein Audiomaterial und ist somit still.

SamplerLoopEnabled.pngLoop Vorw√§rts ‚ÄĒ Jedes Audio-Segment zwischen den Transienten wird bis zu seinem Ende abgespielt. Die Wiedergabe springt dann auf einen Nulldurchgang ungef√§hr in der Mitte des Segments zur√ľck und loopt solange kontinuierlich weiter, bis im Zeitablauf die folgende Transiente auftritt.

SamplerLoopBack.pngLoop Vorw√§rts und R√ľckw√§rts ‚ÄĒ Jedes Audio-Segment zwischen den Transienten wird bis zu seinem Ende abgespielt. Die Wiedergabe kehrt dann um (Material wird r√ľckw√§rts abgespielt) bis ein Nulldurchgang ungef√§hr in der Mitte des Segments erreicht wird. Dieses Muster wiederholt sich solange, bis im Zeitablauf die folgende Transiente auftritt. Mit diesem Modus kann zusammen mit einer geeigneten Einstellung des Preserve-Parameters oft eine sehr gute Klangqualit√§t bei langsamen Tempi erzielt werden.

Der Transienten-H√ľllkurven-Parameter versieht jedes Audiosegment mit einem Lautst√§rke-Fade. Bei 100 wird kein Fade ausgef√ľhrt. Bei 0 f√§llt die Lautst√§rke jedes Segments sehr schnell ab. Lange H√ľllkurvenzeiten k√∂nnen dabei helfen, die √úberg√§nge zwischen den Segmenten zu gl√§tten und eventuelle Klicks am Ende der Segmente in der Lautst√§rke zu verringern.

9.3.2 Tones-Modus

Tones funktioniert am besten bei Material mit einer mehr oder weniger klaren Tonalität, beispielsweise bei Gesang, monophonen Instrumenten und Bass-Linien.

Grain Size bietet eine grobe Kontrolle √ľber die durchschnittliche Gr√∂√üe der verwendeten Grains. Die tats√§chliche Grain-L√§nge wird aus dem Audiomaterial abgeleitet. Bei Signalen mit einer deutlichen Tonalit√§t klingen kleine Grain-L√§ngen am besten. Gr√∂√üere Grain-L√§ngen helfen bei undeutlicher Tonalit√§t Artefakte zu vermeiden, k√∂nnen daf√ľr aber h√∂rbare Wiederholungen erzeugen.

9.3.3 Texture-Modus

Texture arbeitet gut bei Klangtexturen mit vieldeutiger Tonalit√§t (beispielsweise bei polyphoner orchestraler Musik, Ger√§uschen, atmosph√§rischen Fl√§chenkl√§ngen, etc.). Diese Variante bietet auch ein gro√ües Potenzial f√ľr kreative Klangmanipulationen.

Grain Size bestimmt die Grain-L√§nge; anders als im Tone-Modus verwendet Live diese Einstellung jeodch unver√§ndert, also ohne Ber√ľcksichtigung der Signaleigenschaften.

Fluctuation sorgt f√ľr Zufallsabweichungen bei den Grains. Je h√∂her der Wert, desto gr√∂√üer die Zufallsvariationen.

9.3.4 Re-Pitch-Modus

Im Re-Pitch-Modus dehnt oder staucht Live die Musik nicht wirklich, sondern variiert die Wiedergabegeschwindigkeit, um die gew√ľnschte Tempoanpassung zu erzielen. In anderen Worten: Um das Wiedergabetempo um den Faktor zwei zu erh√∂hen, wird die Musik um eine Oktave nach oben transponiert. Dies entspricht der "DJ-Stretching-Methode", bei der Plattenspieler mit variablem Abspieltempo verwendet werden, um zwei Platten zu synchronisieren.

Die Transpose- und Detune-Parameter haben im Re-Pitch-Modus keine Wirkung.

9.3.5 Complex-Modus

Complex ist ein Warping-Modus, der speziell f√ľr gemischtes Material entwickelt wurde und die Eigenschaften der anderen Warp-Modi kombiniert; er arbeitet gut bei ganzen Titeln, die √ľblicherweise Beats, melodisches Material und klangliche Texturen gemischt enthalten.

Der Complex-Modus ist relativ CPU-intensiv und benötigt etwa zehn mal so viel Rechenleistung wie die anderen Warp-Modi. Sie werden darum bei entsprechend gewarpten Clips die Spur einfrieren (siehe 30.1.3) oder das Ergebnis der Bearbeitung als neuen Clip aufnehmen (siehe Kapitel 16) wollen.

Beachten Sie bitte, dass der Complex-Modus in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar ist.)

9.3.6 Complex-Pro-Modus

Der Complex-Pro-Modus ist eine Variante des Complex-Algorithmus, mit dem sich abh√§ngig vom Material sogar noch bessere Ergebnisse erzielen lassen (jedoch mit erh√∂hter CPU-Last). Wie der Complex-Modus eignet sich Complex Pro besonders gut zum Warping von polyfonem Material oder ganzen St√ľcken.

Der Formants-Regler bestimmt, wie stark √Ąnderungen an den Formanten eines Samples bei einer Transposition kompensiert werden. Bei 100% bleiben die urspr√ľnglichen Formanten erhalten, wodurch Transpositionen mit gr√∂√üerem Umfang m√∂glich werden, bei denen die Original-Klangqualit√§t erhalten bleibt. Beachten Sie bitte, dass dieser Regler keine Wirkung zeigt, wenn das Sample untransponiert abgespielt wird.

Der Envelope-Regler beeinflusst ebenfalls die spektrale Charakteristik des Materials. Die Standardeinstellung von 128 ist f√ľr die meisten Audiosignale gut geeignet. F√ľr Samples, die extrem hoch transponiert sind, erzielen Sie eventuell mit kleineren Envelope-Werten bessere Ergebnisse. Ebenso kann nach unten transponiertes Material mit gr√∂√üeren Werten besser klingen.

Beachten Sie bitte, dass der Complex -Pro-Modus in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar ist.)

9.3.7 REX-Modus

Der REX-Modus unterscheidet sich von den anderen Warp-Modi in mehrfacher Hinsicht. Am auffälligsten ist, dass er nicht in der Sample-Box der Clip-Ansicht ausgewählt werden kann, sondern beim Laden einer Datei im REX-Format automatisch aktiviert wird. REX-Dateien sind durch das Programm ReCycle von Propellerhead Software bekannt, sie enthalten Tempo- und Timing-Informationen und synchronisieren sich zum Tempo Ihres Sets genau wie alle anderen Audiodateien.

Obwohl auch REX-Dateien Audiodateien sind, k√∂nnen sie mit dem Befehl Auf neue MIDI-Spur slicen (siehe 11.1)aus dem Erzeugen-Men√ľ oder dem [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) Kontextmen√ľ eines Clips sehr schnell in ein spielbares Instrument verwandelt werden.

Warp-Marker/Parameter und Clip-H√ľllkurven (siehe Kapitel 20) , die Warping-Eigenschaften betreffen, sowie die Clip-Nudge-Funktion (siehe 8.1.5)stehen bei REX-Dateien nicht zur Verf√ľgung.

Beachten Sie bitte, dass REX-Dateien in den Intro- und Lite-Editionen nicht unterst√ľtzt werden.)

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