22. Referenzteil zu Lives Audio-Effekten

Live wird mit einer Auswahl integrierter Audio-Effekte ausgeliefert. Im "Kapitel √ľber das Arbeiten mit Instrumenten und Effekten" (siehe Kapitel 17)werden die Grundlagen bei der Arbeit mit diesen Effekten in Live besprochen.

22.1 Amp

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Der Amp-Effekt.

(Hinweis: Der Amp-Effekt ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Amp ist ein Effekt, der den Sound und Charakter von sieben klassischen Gitarren-Verstärkern emuliert. In Zusammenarbeit mit Softube entwickelt, setzt Amp Physical-Modelling-Technologie ein, um eine Vielzahl authentischer und ansprechender Klangfarben zu bieten. Durch einen konsistenten Parametersatz ist Amp dabei äußerst einfach zu bedienen.

Es stehen sieben verschiedene Verstärker-Modelle zur Wahl:

  • Clean basiert auf dem "Brilliant"-Kanal eines Amp-Klassikers aus den Sechzigern. Dieser Verst√§rker wurde h√§ufig von Gitarristen der "British Invasion" verwendet.
  • Boost basiert auf dem "Tremolo"-Kanal des gleichen Amps und ist hervorragend f√ľr markante Rock-Riffs geeignet.
  • Blues basiert auf einem Gitarren-Amp aus den Siebzigern mit eher hellem Sound-Charakter. Dieser Amp-Klassiker ist vor allem bei Country-, Rock- und Blues-Gitarristen beliebt.
  • Rock ist nach einem klassischen 45-Watt-Amp aus den Sechzigern modelliert. Wahrscheinlich der bekannteste Rock-Amp aller Zeiten.
  • Lead basiert auf dem "Modern"-Kanal eines High-Gain-Amps, der bei vielen Metal-Gitarristen popul√§r ist.
  • Heavy basiert auf dem "Vintage"-Kanal des gleichen Amps und eignet sich ebenfalls hervorragend f√ľr Metal und Grunge-Sounds.
  • Bass ist nach einer seltenen PA aus den Siebzigern modelliert, die wegen ihrer satten B√§sse und dem "Fuzz" bei hohen Lautst√§rken bei vielen Bassisten beliebt wurde.

Obwohl die echten Verst√§rker jeweils individuelle Regler und Parameter haben, verwendet Lives Amp-Effekt einen identischen Parametersatz f√ľr alle Modelle. Hierdurch kann der Gesamt-Sound einfach und schnell ge√§ndert werden, ohne zahllose Einstellungen machen zu m√ľssen.

Gain stellt den Eingangspegel zum Vorverst√§rker (Preamplifier) ein, w√§hrend Volume den Pegel der Ausgangsstufe des Verst√§rkers regelt. Zwar arbeiten Gain und Volume zusammen und bestimmen somit gemeinsam die Gesamtlautst√§rke des Amps, jedoch wird die St√§rke der Verzerrung prim√§r mit Gain bestimmt. H√∂here Gain-Werte ergeben entsprechend einen st√§rker verzerrten Klang. Bei den Amp-Modellen Blues, Heavy und Bass k√∂nnen jedoch auch hohe Volume-Werte dem Sound eine deutliche Verzerrung hinzuf√ľgen.

Die Parameter Bass, Middle und Treble sind EQ-Regler, mit denen die Klangfarbe angepasst werden kann. Wie bei Hardware-Amps interagieren auch die EQ-Parameter des Amp-Effekts miteinander - wie √ľbrigens auch alle anderen Parameter von Amp - auf nicht-lineare und manchmal sogar unvorhersehbare Weise. So kann z.B. auch das Anheben eines EQ-Pegels zu einer st√§rkeren Verzerrung f√ľhren.

Presence ist ein zus√§tzlicher Klangregler f√ľr mittlere/hohe Frequenzen in der Endstufe. Sein Klangeinfluss variiert stark, je nachdem, welches Amp-Modell verwendet wird. Mit ihm l√§sst sich dem Sound ‚ÄěSch√§rfe" oder "Knackigkeit" geben (oder auch wegnehmen).

Der Output-Schalter wechselt zwischen Mono-und Stereo-(Dual)-Prozessing. Beachten Sie bitte, dass Amp im Dual-Modus die doppelte CPU-Leistung verbraucht.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal.

22.1.1 Amp-Tipps

Da Amp nach echten analogen Geräten modelliert wurde, ist das genaue Effektverhalten manchmal schwer vorherzusagen. Hier nun einige Tipps, um das Meiste aus Amp herauszuholen:

Amps und Boxen (Cabinets)

Gitarrenverst√§rker werden oft f√ľr den Einsatz mit bestimmten zugeh√∂rigen Lautsprecher-Boxen konzipiert. Aus diesem Grund wird Amp von einem Effekt namens Cabinet (siehe 22.5) begleitet, der in einer Ger√§tekette nach dem Amp-Effekt eingesetzt werden sollte. Auf der Suche nach h√∂chster Authentizit√§t empfehlen wir diesen Signalfluss zu verwenden. Sie k√∂nnen jedoch auch interessante und au√üergew√∂hnliche Kl√§nge erzielen, indem Sie Amp und Cabinet unabh√§ngig voneinander verwenden.

Elektrizität

Die verschiedenen Schaltkreise in den Gitarren-Amps arbeiten mit stetigen und festen Strommengen. Aus diesem Grund kann das Aufdrehen eines bestimmten Parameters unbeabsichtigt die zur Verf√ľgung stehende Energie an anderer Stelle im Amp abziehen. So reduziert z.B. ein Aufdrehen von Treble auch die Lautst√§rke der tiefen und mittleren Frequenzen. Es kann deswegen notwendig sein, eine Anzahl scheinbar nicht miteinander verwandter Parameter einzustellen, um den gew√ľnschten Sound zu erzielen.

Mehr als nur Gitarren

Amp und Cabinet klingen nicht nur mit Gitarren hervorragend. Auch das "F√ľttern" mit anderen Soundquellen, wie Drums und Synthesizern liefert sehr interessante Ergebnisse. Probieren Sie z.B. Amp zusammen mit Operator (siehe 24.6) oder Analog (siehe 24.1), um Ihren digitalen Sounds etwas analogen Schmutz mitzugeben.

22.2 Auto Filter

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Der Auto-Filter-Effekt

Der Effekt Auto Filter bietet eine klassische Analogfilter-Emulation. Die Filterfrequenz kann durch einen H√ľllkurvenfolger und/oder einen LFO moduliert werden, wodurch automatische Filterbewegungen entstehen. Der H√ľllkurvenfolger kann entweder durch das gefilterte Signal selbst oder durch eine externe Sidechain-Quelle gespeist werden.

Auto Filter bietet verschiedene Filtertypen an, darunter Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und ein spezielles Morph-Filter. Jedes Filter kann zwischen 12 und 24 dB Flankensteilheit umgeschaltet werden, dazu kann das Verhalten mehrerer analog-modellierter, zusammen mit Cytomic entwickelter Schaltungen gewählt werden, die die Hardware-Filter einiger analoger Synthesizerklassiker emulieren.

Die Schaltungs-Option Clean hat ein CPU-effizientes Design mit hoher Qualit√§t, das auch bei den Filtern von EQ Eight (siehe 22.12) eingesetzt wird. Diese Option ist f√ľr alle Filter-Typen vorhanden.

Die OSR-Schaltungsoption ist ein State-Variable-Typ, bei dem die Resonanz von einer speziellen, hart clippende Diode begrenzt wird. Diese ist nach Filtern modelliert, die in einem sehr seltenen, britischen Monosynth zu finden sind und ist f√ľr alle Filtertypen vorhanden.

Die MS2-Schaltung nutzt ein Sallen-Key-Design und Soft Clipping, um die Resonanz zu begrenzen. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem ber√ľhmten, halbmodularen Synth aus Japan zu finden sind und f√ľr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die SMP-Schaltung ist ein spezielles Design, das keine bestimmten Hardware-Vorbilder hat. Es teilt den Charakter der beiden MS2- und PRD-Schaltungen und ist f√ľr die Tiefpass- und Hochpass-Filter vorhanden.

Die PRD-Filter nutzen ein Ladder-Design und haben kein ausgesprochene Begrenzung der Resonanz. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem alten Monosynth mit 2 Oszillatoren aus den USA eingesetzt werden und f√ľr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die wichtigsten Filter-Parameter sind die typischen Synthesizer-Regler Frequenz und Resonanz. Der Frequency-Parameter bestimmt dabei, wo im Frequenzspektrum das Filter wirksam wird, der Resonance-Parameter verstärkt die Frequenzen an diesem Punkt des Spektrums.

Werden die Tiefpass, Hochpass oder Bandpass-Filter eingesetzt, gibt es f√ľr jeden Schaltungstyp bis auf Clean einen zus√§tzlichen Drive-Parameter, mit dem das Signal vor dem Filtereingang verst√§rkt oder auch verzerrt werden kann.

Das Morph-Filter hat einen zus√§tzlichen Morph-Regler, mit dem der Filtertyp kontinuierlich von Tiefpass nach Bandpass nach Hochpass nach Notch und zur√ľck nach Tiefpass durchlaufen werden kann.

Tipp: springen Sie beim Morph-Parameter direkt zu einer reinen Tiefpass-, Bandpass-, Hochpass- oder Notch-Einstellung, indem Sie die jeweilige Option mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) im Kontextmen√ľ des Morph-Parameters w√§hlen.

Sie können Frequenz und Resonanz mit Klicken und Ziehen in das X/Y-Feld oder mit den Reglern einstellen. Nach einem Doppelklick auf die Werteanzeigen der beiden Parameter können Sie auch die exakten Werte eintippen.

Bei den nicht-Cleanen Schaltungstypen erm√∂glicht der Resonanz-Parameter Selbstoszillation. Bei Resonanz-Werten √ľber 100% schwingt das Filter unbestimmt lange weiter, selbst wenn das Eingangssignal gestoppt wurde. Die Tonh√∂he der Selbstoszillation h√§ngt von den eingestellten Frequenz- und Resonanz-Werten ab.

Die Envelope-Parameter bestimmen, wie die H√ľllkurve die Filterfrequenz steuert. Der Amount-Parameter regelt die Intensit√§t der H√ľllkurvenmodulation, w√§hrend Attack bestimmt, wie die H√ľllkurve auf ein lauter werdendes Eingangssignal reagiert: Der Attack-Regler entscheidet dar√ľber, wie schnell die H√ľllkurve einer Erh√∂hung des Signalpegels folgt. Niedrige Werte f√ľhren zu einer schnelleren, h√∂here Werte zu einer tr√§geren Reaktion auf einen Pegelanstieg. Sie k√∂nnen sich vorstellen, dass hohe Attack-Werte die Reaktionen der H√ľllkurve verschleifen.

Niedrige Release-Werte f√ľhren zu einer schnelleren, h√∂here Werte zu einer tr√§geren Reaktion auf einen Pegelabfall im Signal. Hohe Release-Werte sorgen also f√ľr ein l√§ngeres Ausklingen der Modulation.

Normalerweise ist das gefilterte Signal mit dem Signal identisch, das den H√ľllkurvenfolger speist. Mittels Sidechaining ist es jedoch m√∂glich, ein Signal auf der Basis des Pegels eines anderen Signals zu filtern. Klappen Sie das Filter-Fenster mit dem 32577.png Schalter in seiner Titelzeile aus, um Zugriff auf die Sidechaining-Parameter zu erhalten.

Wenn Sie diesen Bereich mit dem "Sidechain"-Schalter aktivieren, k√∂nnen Sie in den Men√ľs darunter jede andere Spur ausw√§hlen. Die so gew√§hlte Signalquelle speist nun anstelle des tats√§chlich gefilterten Signals den H√ľllkurvenfolger.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Dry/Wet-Regler erm√∂glicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Quelle f√ľr den H√ľllkurvenfolger zu w√§hlen. Steht Dry/Wet auf 100%, wird der H√ľllkurvenfolger ausschlie√ülich von der Sidechain-Signalquelle gespeist. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erh√∂hen von Gain nicht zu einer Erh√∂hung der Lautst√§rke des Originalsignals im Mix f√ľhrt. Das Sidechain-Signal dient nur dem Speisen des H√ľllkurvenfolgers und ist nie selbst h√∂rbar.

Auto Filter besitzt auch einen Low Frequency Oscillator (LFO) f√ľr die Modulation der Filterfrequenz. Der Amount-Parameter bestimmt, wie stark der LFO das Filter moduliert. Diese Funktion kann zusammen mit oder anstelle des Envelope Followers benutzt werden.

Der Rate-Parameter bestimmt die LFO-Geschwindigkeit. Sie kann in Hertz oder synchronisiert zum Songtempo eingestellt werden, was rhythmische Filterungen erlaubt.

Sie können zwischen den Schwingungsformen Sinus (weiche Modulationen mit runden Bergen und Tälern), Rechteck, Dreieck, Sägezahn aufwärts und abwärts und S\&H (Sample \& Hold; treppenförmige Zufallsmodulation mit positiven und negativen Werten) in mono und stereo wählen.

Es gibt zwei LFOs, je einen f√ľr jeden Stereokanal. Die Schalter Phase und Offset entscheiden √ľber das Zusammenspiel der beiden LFOs.

Phase betreibt beide LFOs bei genau gleicher Frequenz, ermöglicht es aber, die beiden Wellenformen gegeneinander in der Phase zu verschieben, wodurch eine Stereobewegung in der Filtermodulation entsteht. Steht der Wert auf "180", sind die LFO-Wellenformen um 180 Grad zueinander verschoben, sodass der eine LFO seinen Spitzenwert erreicht, wenn der andere an seinem Minimum angekommen ist.

Spin verstimmt die beiden LFOs gegeneinander. Jeder Stereokanal wird mit einer unterschiedlichen Frequenz moduliert, abhängig von der Einstellung des Spin-Werts.

Bei Verwendung von Sample & Hold (‚ÄúS&H‚ÄĚ) sind die Parameter Phase und Spin nicht relevant und haben keinen Einfluss auf den Klang. Daf√ľr bietet Auto Filter zwei verschiedene Sample-\&-Hold-Modulationen an: Der obere Sample-\&-Hold-Typ im Wahlmen√ľ stellt unabh√§ngige Modulationseinheiten f√ľr den linken und rechten Kanal bereit (stereo), der untere moduliert beide Kan√§le mit dem gleichen Signal (mono).

Der Quantize-Beat-Parameter wendet eine quantisierte Modulation auf die Filterfrequenz an. Ist Quantize Beat aus, folgt die Frequenz-Modulation der Modulationsquelle (H√ľllkurve, LFO oder der manuell eingestellte Cutoff-Wert.) Ist die Funktion eingeschaltet, aktualisiert sich die Filtermodulation in rhythmisch, zum Song-Tempo passenden Schritten. Die nummerierten Taster stellen Sechzehntelnoten dar, wenn Sie also ‚ÄĚ4‚ÄĚ als Taktwert einstellen, wird ein Modulationsschritt pro Viertelnote erzeugt.

Legacy-Filter

Wenn Sie ein Set √∂ffnen, das mit einer √§lteren Version als Live 9.5 erzeugt wurde, √∂ffnet jede Auto-Filter-Instanz im Set mit den alten Legacy-Filtern, anstelle der zuvor besprochenen neuen Filter. Das alte Filterset besteht aus Tiefpass-, Bandpass- und Hochpass-Filtern, jeweils mit 12 dB oder 24 dB, einem Notch-Filter, alle Filter ohne Drive-Parameter. Jedes Auto-Filter-Ger√§t, das mit diesen Legacy-Filtern geladen wird, zeigt eine Aktualisieren-Taste in der Titelzeile an.Mit Klick auf diese Taste, wird die Filter-Auswahl f√ľr diese Instanz von Auto-Filter dauerhaft auf die neuen Modelle umgeschaltet. Beachten Sie, dass Ihr Live-Set nach der Filter-Aktualisierung etwas anders klingen kann.

22.3 Auto Pan

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Der Auto-Pan-Effekt.

(Hinweis: Der Auto-Pan--Effekt ist in der Lite-Edition nicht verf√ľgbar.)

Auto Pan erlaubt es, die Amplitude und das Panorama des Signals mit einem LFO zu manipulieren, um automatische Panning-, Tremolo-, Amplitudenmodulations- und Beat-synchrone Zerhacker-Effekte zu erzeugen.

Der LFO von Auto Pan moduliert die Amplitude des linken und rechten Kanals eines Stereosignals mit einer Sinus-, Dreieck-, Sägezahn- oder Zufalls-Wellenform.

Der Shape-Parameter dr√ľckt die Wellenform in Richtung ihrer oberen und unteren Grenze und sorgt so f√ľr eine s√§ttigungs√§hnliche Verformung der Schwingung. Die Wellenform kann "Normal" oder "Invert" (invertiert) abgespielt werden. Verwenden Sie "Invert" beispielsweise, um aus der Aufw√§rts-Variante des S√§gezahns die Abw√§rts-Variante zu erzeugen.

Die Geschwindigkeit des LFOs lässt sich mit dem Rate-Regler in Hertz eingeben. Sie kann in Hertz oder synchronisiert zum Songtempo eingestellt werden.

Auch wenn beide LFOs die gleiche Frequenz haben, kann mit dem Phase-Parameter ein Stereo-Effekt erzeugt werden, indem man die Wellenformen mit seiner Hilfe gegeneinander verschiebt. Wenn Sie diesen Parameter auf "180" stellen, sind die beiden Wellenformen exakt gegenphasig (um 180 Grad verschoben), so dass die eine gerade das Maximum erreicht, wenn die andere am Minimum ist. Phase ist besonders f√ľr das Erzeugen von Vibrato-Effekten n√ľtzlich.

Der Offset-Parameter verschiebt den Startpunkt jedes LFO entlang der Wellenform.

Die Wirkung des Effekts auf das Eingangssignal wird mit dem Amount-Parameter bestimmt.

22.4 Beat Repeat

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Der Beat-Repeat-Effekt.

Der Beat-Repeat-Effekt erlaubt das Erzeugen von kontrollierten oder zufälligen Wiederholungen eines Eingangssignals.

Der Interval-Parameter bestimmt, wie oft Beat Repeat neues Material einfängt und zu wiederholen beginnt. Interval ist zum Projekt-Tempo synchronisiert und wird in entsprechenden Notenwerten eingestellt, die von "1/32" bis zu "4 Bars" reichen. Der Parameter Offset verschiebt den durch Interval definierten Startpunkt vorwärts in der Zeit. Ist Interval beispielsweise auf "1 Bar" und Offset auf "8/16" eingestellt, dann wird einmal pro Takt auf dem Beginn des dritten Beats (nach acht Sechzehnteln oder "auf halbem Wege") neues Material verarbeitet.

Chance definiert die Wahrscheinlichkeit, mit der Wiederholungen tatsächlich stattfinden, wenn sie gemäß Interval und Offset "fällig wären". Steht Chance auf 100%, findet die Wiederholung immer zu der eigestellten Interval/Offset-Zeit statt; bei einem Wert von "0%" findet sie nie statt.

Gate bestimmt die L√§nge aller Wiederholungen in Sechzehntelnoten. Steht Gate auf "4/16", erstrecken sich die Wiederholungen √ľber einen Zeitraum von einem Beat, beginnend zu dem mit Interval und Offset gew√§hlten Zeitpunkt.

Der Repeat-Schalter umgeht bei seiner Aktivierung die beschriebenen Parameter und beginnt augenblicklich mit dem Einfangen und Wiederholen des Signals, bis er wieder deaktiviert wird.

Der Grid-Parameter bestimmt die Rasterweite beziehungsweise die Gr√∂√üe jedes wiederholten Audioabschnitts. Ist er auf "1/16" gestellt, dann wird ein Abschnitt mit der L√§nge einer Sechzehntelnote eingefangen und f√ľr die eingestellte Gate-Dauer (oder bis Repeat wieder deaktiviert wird) wiederholt. Gro√üe Grid-Werte erzeugen rhythmische Loops, kleinere klangliche Artefakte. Der No-Triplets-Schalter l√§sst nur bin√§re Grid-Unterteilungen zu.

Der Grid-Wert kann zuf√§llig mit dem Variation-Parameter ver√§ndert werden. Steht Variation auf "0", ist die Grid-Gr√∂√üe fixiert. Erh√§lt Variation jedoch h√∂here Werte, variiert Grid um den eingestellten Wert herum. Variation bietet verschiedene Betriebsarten, die im Men√ľ unterhalb des Parameters w√§hlbar sind: Trigger erzeugt Grid-Variationen wenn Wiederholungen getriggert werden; 1/4, 1/8 und 1/16 triggern Variationen in regelm√§√üigen Abst√§nden; Auto veranlasst Beat Repeat, eine neue Zufallsvariation nach jeder Wiederholung zu w√§hlen -- das erzeugt die komplexesten Formen der Grid-Variation in Beat Repeat (besonders wenn auch Triolen erlaubt sind).

Die Wiederholungen von Beat Repeat k√∂nnen f√ľr spezielle Klangeffekte abw√§rts transponiert werden. Solche Pitch-Variationen werden in Beat Repeat durch Resampling erzeugt, wobei die durch das Herunterstimmen verl√§ngerten Segmente nicht wieder gestaucht werden, um die L√§ngen√§nderung zu kompensieren. Das bedeutet, dass die rhythmische Struktur bei h√∂heren Pitch-Werten etwas undurchsichtig werden kann... Der Pitch-Decay-Parameter sorgt f√ľr einen Verlauf bei der Abw√§rts-Transponierung, l√§sst also jede Wiederholung etwas tiefer als die n√§chste erklingen. Warnung: Dies ist der obskurste Parameter von Beat Repeat.

Beat Repeat integriert ein kombiniertes Tiefpass- und Hochpassfilter, um den durchgelassenen Frequenzbereich des Geräts zu bestimmen. Sie können das Filter ein- und ausschalten sowie die Mittenfrequenz und Breite des durchzulassenden Bandes mit den entsprechenden Parametern einstellen.

Das Originalsignal (das am Eingang von Beat Repeat empfangen wurde) wird mit den Wiederholungen von Beat Repeat auf eine von drei m√∂glichen Arten gemischt: Mix f√ľhrt das Signal durch das Ger√§t und mischt es mit den erzeugten Wiederholungen; Insert schaltet das Originalsignal w√§hrend der Wiederholungen stumm, l√§sst es sonst aber durch; Gate gibt nur die Wiederholungen, nie jedoch das Originalsignal aus. Der Gate-Modus ist besonders beim Einsatz des Effekts in einem Return-Track n√ľtzlich.

Sie können die Ausgangslautstärke des Geräts mit dem Volume-Regler bestimmen und mit Decay ein sukzessives Abklingen der Wiederholungen einstellen.

22.5 Cabinet

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Der Cabinet-Effekt.

(Hinweis: Der Cabinet-Effekt ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Cabinet ist ein Effekt, der den Klang f√ľnf klassischer Gitarren-Lautsprecherboxen emuliert. In Zusammenarbeit mit Softube entwickelt, setzt Cabinet Physical-Modelling-Technology ein, um authentische Sounds mit optimierter Mikrofon-Auswahl und -Positionierung zu liefern.

Das Speaker-Men√ľ erm√∂glicht Ihnen die Wahl aus verschiedenen Lautsprechergr√∂√üen und -kombinationen. Die Men√ľeintr√§ge zeigen die Anzahl der Lautsprecher und die Lautsprechergr√∂√üe in Zoll. So bedeutet z.B. "4x12", dass die Box vier 12-Zoll-Lautsprecher hat. In der realen Welt bedeuten mehr und gr√∂√üere Lautsprecher allgemein h√∂here Lautst√§rken.

Der Microphone-Wahlschalter √§ndert die Position des virtuellen Mikrofons im Verh√§ltnis zur Lautsprecher-Box. Near-On-Axis-Mikrofonierung ergibt einen hellen, fokussierten Klang, w√§hrend Near-Off-Axis resonanter und weniger hell ist. W√§hlen Sie die Far-Position f√ľr einen ausgewogenen Sound, der auch etwas vom Charakter des virtuellen "Raums" miteinbezieht.

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Cabinet Mikrofon-Positionen.

Mit dem Schalter unter dem Microphone-Wahlmen√ľ kann zwischen einem dynamischen- und einem Kondensator-Mikrofon gewechselt werden. Dynamische Mikrofone besitzen etwas mehr Biss und Charakter und werden sehr h√§ufig beim Close-Miking von Gitarrenboxen eingesetzt, da sie h√∂here Lautst√§rken besser bew√§ltigen k√∂nnen. Kondensator-Mikrofone sind pr√§ziser und werden h√§ufig bei gr√∂√üeren Aufnahmeabst√§nden eingesetzt. Nat√ľrlich kann Cabinets virtuelles Kondensator-Mikrofon nicht durch zu hohe Lautst√§rken besch√§digt werden, sie k√∂nnen also frei experimentieren.

Der Output-Schalter wechselt zwischen Mono-und Stereo-(Dual)-Prozessing. Beachten Sie bitte, dass Cabinet im Dual-Modus die doppelte CPU-Leistung verbraucht.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal.

22.5.1 Cabinet-Tipps

Hier einige Tipps f√ľr den Einsatz von Cabinet:

Amps und Boxen (Cabinets)

Gitarren-Boxen werden normalerweise von Gitarren-Verstärkern gespeist. Aus diesem Grund ist Cabinet mit dem Effekt Amp (siehe 22.1)kombiniert, da beide Effekte häufig zusammen verwendet werden. Sie können jedoch auch interessante und außergewöhnliche Klänge erzielen, indem Sie Amp und Cabinet unabhängig voneinander verwenden.

Multi-Mikrofonierung

Ein gebräuchliche Studiotechnik ist die Abnahme einer einzelnen Gitarren-Box mit mehreren Mikrofonen, deren Pegelverhältnis erst später in der Mix-Phase bestimmt wird. Diese Technik lässt sich sehr einfach mit den Audio-Effekt-Racks (siehe Kapitel 18) von Live erreichen. Gehen Sie einfach wie folgt vor:

  • konfigurieren Sie eine Instanz von Cabinet nach Belieben
  • setzen Sie diesen Cabinet-Effekt in ein Audio-Effekt-Rack
  • duplizieren Sie die Rack-Kette mit der urspr√ľnglichen Cabinet-Instanz so oft sie w√ľnschen
  • w√§hlen Sie bei den neu entstandenen Ketten andere Mikrofon-Einstellungen und/oder -Typen
  • Stellen Sie die Lautst√§rkeverh√§ltnisse der einzelnen Rack-Ketten mit dem Mixer des Racks ein

22.6 Chorus

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Der Chorus-Effekt

Chorus verwendet zwei modulierbare und seriell verschaltete Delays f√ľr das Erzeugen von "verdickenden" Chorus- und Flanging-Effekten.

Jedes Delay hat einen eigenen und in Millisekunden einstellbaren Parameter f√ľr die Verz√∂gerungszeit. Delay 1 besitzt ein Hochpassfilter, mit dem auf Wunsch tiefe Frequenzanteile aus dem Signal entfernt werden k√∂nnen. Je h√∂her der Highpass-Wert ist, desto weniger tiefe Frequenzen k√∂nnen passieren.

Delay 2 bietet drei Betriebsarten f√ľr eine Vielzahl von Effekten. Steht sein Wahlschalter auf Off, ist nur Delay 1 h√∂rbar. In der Fix-Betriebsart wird nur die Verz√∂gerungszeit von Delay 1 moduliert. Ist Mod aktiviert, wird Delay 2 genau wie Delay 1 moduliert.

Um beiden Delays auf die Verz√∂gerungszeit von Delay 1 zu stellen, aktivieren Sie den Link-Schalter ("= "). Dies ist besonders n√ľtzlich, wenn Sie beide Delay gemeinsam einstellen wollen.

Das Modulation-X/Y-Feld ermöglicht es, "Bewegung" in den Klang zu bringen: Klicken und Ziehen mit der Maus entlang der X-Achse ändert die Frequenz der Delayzeit-Modulation. Klicken und Ziehen entlang der Y-Achse verändert die Intensität der Modulation.

Sie k√∂nnen die gew√ľnschten Werte f√ľr diese beiden Parameter auch direkt in die entsprechenden Felder unter dem X/Y-Feld eintippen. Amount wird in Millisekunden, Frequency in Hertz angegeben.

Durch Aktivieren des Schalters *20 wird die Modulationsfrequenz zum Erzielen extremerer Klänge um diesen Faktor erhöht.

Mit dem Feedback-Regler kann der Anteil des vom Ausgang an den Eingang zur√ľckgef√ľhrten Signals bestimmt werden. Die Polarit√§t des r√ľckgekoppelten Signals kann (√úberraschung!) mit dem Polarity-Wahlschalter gew√§hlt werden.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100 Prozent, wenn Sie den Chorus in einer Return-Spur verwenden.

Das Aktivieren der Option Crisp mittels [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) kann besonders bei h√∂heren Frequenzen den Klang verbessern. Die Option ist standardm√§√üig aktiviert, au√üer bei Sets, die Chorus verwenden und mit fr√ľheren Versionen von Live erstellt wurden.

22.7 Compressor

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Der Effekt Compressor

Ein Kompressor reduziert den Pegel von Signalen, die einen vom Anwender w√§hlbaren Schwellenwert (Threshold) √ľberschreiten. Die Kompression reduziert den Pegel von Signalspitzen, erh√∂ht so den Headroom und erlaubt es in der Folge, das gesamte Signal st√§rker auszusteuern. Das Signal erh√§lt so einen h√∂heren Durchschnittspegel, was es subjektiv lauter und "druckvoller" als ein unkomprimiertes Signal wirken l√§sst.

Die beiden wichtigsten Parameter eines Kompressors sind der Schwellenwert (Threshold) und das Kompressionsverhältnis (Ratio):

Mit dem Threshold-Regler wird eingestellt, bei welchem Pegel die Kompression beginnt. Signale oberhalb des Threshold werden nach Ma√ügabe des Ratio-Parameters leiser geregelt, der das Verh√§ltnis zwischen Ein- und Ausgangspegel bestimmt. Mit einer Ratio-Einstellung von beispielsweise 3 wird ein Signal, das 3 dB √ľber dem Threshold liegt, am Ausgang des Kompressors nur um 1 dB lauter sein. Wird ein Signal √ľber dem Threshold um 6 dB lauter, dann ist es am Ausgang um 2 dB lauter. Eine Ratio von 1 bedeutet, dass keine Kompression angewendet wird, und zwar unabh√§ngig vom eingestellten Threshold.

Die orange-farbene Anzeige f√ľr Gain-Reduction zeigt an, um welchen Wert der Pegel in einem bestimmten Moment abgesenkt wird. Eine Pegelabsenkung von mehr als etwa 6 dB mag vielleicht die gew√ľnschte Zunahme der Lautheit bewirken, wird aber auch einen deutlichen Einfluss auf den Klang haben und kann sehr leicht seine dynamische Struktur zerst√∂ren. Dies kann in sp√§teren Produktionsschritten nicht mehr korrigiert werden. Ber√ľcksichtigen Sie dies besonders bei der Verwendung von Kompressoren, Limitern oder Lautheitsmaximierern im Master-Kanalzug. Weniger ist hier meistens mehr.

Da Kompression den Pegel von lauten Signalen vermindert und so den Headroom vergr√∂√üert, k√∂nnen Sie den Pegel mit dem Output-Parameter wieder soweit erh√∂hen, dass die Pegelspitzen den verf√ľgbaren Headroom ausnutzen. Die Output-Anzeige zeigt den Pegel des Ausgangssignals an. Wenn Sie den Makeup-Schalter unter dem Output-Parameter aktivieren, wird der Ausgangspegel bei √Ąnderungen der Threshold- und Ratio-Einstellungen automatisch angeglichen.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem komprimierten und unkomprimierten Signal. Bei 100% ist nur das komprimierte Signal zu hören, während sich das Gerät bei 0% praktisch im Bypass befindet.

Der Knee-Parameter bestimmt, wie weich oder hart die Kompression bei Erreichen des Thresholds einsetzt. Mit einer Einstellung von 0 dB erfolgt keine Kompression unterhalb des Thresholds und die volle Kompression bei allen Signalen √ľber dem Threshold. Mit hohen Ratio-Einstellungen kann dieses so genannte "Hard Knee"-Verhalten harsch klingen. Mit h√∂heren (oder "weicheren") Knee-Einstellungen steigt der Grad der Kompression in Richtung des Thresholds an. Mit einer Knee-Einstellung von beispielsweise 10 dB und einer Threshold-Einstellung von -20 dB beginnt bereits bei -30 dB eine sanfte Kompression, die dann weiter zunimmt, sodass Signale erst bei -10 dB vollst√§ndig komprimiert werden.

Compressors Anzeige-Modus kann mit den kleinen Schaltern in der Ecke unten der Anzeige bestimmt werden:

  • Die eingeklappte Ansicht zeigt nur die wichtigsten Parameter.
CompressorCollapsed.png
Compressors eingeklappte Anzeige
  • Die Transferkurve zeigt den Eingangspegel auf der horizontalen Achse und den Ausgangspegel auf der vertikalen. Diese Darstellung ist sehr n√ľtzlich beim Abstimmen des Knee-Parameters, der als gepunktetes Linienpaar links und rechts vom Threshold sichtbar ist.
CompressorTransferCurve.png
Compressors Transferkurve
  • Die Activity-Anzeige zeigt den Eingangspegel hellgrau an. In diesem Modus kann mit den Schaltern oben zwischen der Darstellung der Gain-Reduktion (GR) in orange und des Ausgangspegels in dunkelgrau gewechselt werden. Die Darstellungen sind sehr n√ľtzlich, um zu sehen, was mit dem Signal im Zeitverlauf passiert.
Compressor.png
Im Compression-Activity-Modus werden Eingang und Ausgang angezeigt.

Die Parameter Attack und Release sind wesentlich f√ľr das Verhalten von Compressor, da sie bestimmen, wie schnell die Kompression auf √Ąnderungen des Eingangspegels reagiert.

Attack regelt wie lange es dauert, bis nach dem Überschreiten des Thresholds die maximale Kompression wirksam wird. Release dagegen bestimmt, wie lange der Kompressor nach dem Unterschreiten des Thresholds braucht, um die Kompression wieder auf Null zu regeln. Ist Auto Release aktiviert, wird die Release-Zeit automatisch, abhängig vom Eingangssignal eingestellt.

Etwas Attackzeit (10--50 mS) erlaubt es den Pegelspitzen, den Kompressor unbearbeitet zu passieren. Das hilft die Dynamik des Signals zu bewahren, da es die Einschwingvorg√§nge betont. Falls diese Pegelspitzen √ľbersteuern, k√∂nnen Sie versuchen, die Attackzeit zu reduzieren. Sehr kurze Attackzeiten nehmen dem Signal jedoch die "Lebendigkeit" und k√∂nnen zu einer verzerrungsbedingten Rauheit im Signal f√ľhren. Kurze Releasezeiten k√∂nnen zum "Pumpen" f√ľhren, da der Kompressor versucht herauszufinden, ob er komprimieren soll oder nicht. Das wird im Allgemeinen als unerw√ľnschter Effekt angesehen; manche Tontechniker setzen ihn jedoch bei kompletten Drumkit-Spuren bewusst ein, um einen ungew√∂hnlichen "Ansaugeffekt" zu erzielen. Eine sorgf√§ltige Einstellung der Attack- und Releasezeiten ist bei der Komprimierung rhythmischen Materials wesentlich. Wenn Sie mit Kompressoren noch keine Erfahrung besitzen, sollten Sie mal einen Drumloop komprimieren und mit verschiedenen Einstellungen f√ľr Attack, Release, Threshold und Gain experimentieren. Das kann sehr spannend sein!

Ein Kompressor kann erst auf das Eingangssignal reagieren, sobald es ihn erreicht. Da er auch noch seiner Attack- und Release-H√ľllkurve folgen muss, erfolgt die Kompression immer etwas zu sp√§t. Ein digitaler Kompressor kann dieses Problem l√∂sen, indem der das Eingangssignal zwar gleich analysiert, aber etwas verz√∂gert bearbeitet. Compressor bietet drei verschiedene solcher "Lookahead"-Zeiten an: null mS, eine mS und zehn mS. Das Klangresultat kann in Abh√§ngigkeit dieser Werte stark variieren.

Compressor l√§sst Sie zwischen drei verschiedenen Grundbetriebsarten w√§hlen. Ist Peak ausgew√§hlt, reagiert Compressor auf kurze Pegelspitzen im Signal. Der Peak-Modus arbeitet aggressiver und pr√§ziser, er eignet sich darum gut f√ľr Pegelbegrenzungen, bei den Sie sicherstellen m√ľssen, dass absolut kein Signal √ľber dem eingestellten Threshold liegt. Im RMS-Modus verh√§lt sich Compressor weniger empfindlich gegen√ľber kurzen Signalspitzen und komprimiert erst, wenn das Eingangssignal etwas l√§nger √ľber dem Threshold liegt. Der RMS-Modus liegt der menschlichen Wahrnehmung von Lautheit n√§her und wird √ľblicherweise als "musikalischer" empfunden.

Die Ratio kann auch auf Werte kleiner 1 gesetzt werden. In diesem Zustand verh√§lt sich der Kompressor wie ein "Upward-Expander" und erh√∂ht die Anhebung, wenn das Signal den Threshold √ľberschreitet. Weitere Informationen zu den verschiedenen Arten Dynamik-Bearbeitung finden Sie im Kapitel Multiband Dynamics (siehe 22.24)).

Zus√§tzlich zu diesen Modi kann Compressor zwischen zwei verschiedenen Kurvenformen f√ľr den H√ľllkurvenfolger umschalten, die dazu weitere Optionen anbieten, wie das Ger√§t Signalpegel misst und auf diese reagiert. Im Linear-Modus (Lin) werden die Reaktionszeiten des Kompressors ausschlie√ülich vom Attack- und Release-Wert bestimmt. Im Logarithmic-Modus (Log) haben scharf komprimierte Pegelspitzen eine schnellere Release-Zeit als weniger komprimiertes Material. Hierduch kann die Kompression im Vergleich zum Lin-Modus weicher und weniger stark h√∂rbar ausfallen. Beachten Sie, dass der Lin/Log-Schalter nicht sichtbar ist, wenn Compressors Anzeige eingeklappt ist.

22.7.1 Sidechain-Parameter

CompressorSidechain.png
Der Compressor-Effekt mit den Sidechain-Parametern.

Normalerweise ist das komprimierte Signal mit dem Eingangssignal, das die Kompression auslöst, identisch. Bei Verwendung von Sidechaining ist es jedoch möglich, ein Signal basierend auf dem Pegel eines anderen Signals oder basierend auf einem bestimmten Frequenzband zu komprimieren. Die Sidechain-Parameter erreichen Sie, indem Sie das Compressor-Fenster durch Umschalten des Tasters 32783.png in seiner Titelleiste ausklappen.

Die Sidechain-Parameter sind in zwei Bereiche unterteilt. Links finden sich die External-Parameter. Wenn Sie diesen Bereich mit dem "Sidechain"-Schalter aktivieren, k√∂nnen Sie jeden von Lives internen Routing-Punkten (siehe 14.6.1) aus dem Men√ľ darunter ausw√§hlen. Die so gew√§hlte Signalquelle arbeitet nun anstelle des tats√§chlich komprimierten Signals als Ausl√∂ser f√ľr Compressor.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Dry/Wet-Regler erm√∂glicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Ausl√∂ser f√ľr den Kompressor zu w√§hlen. Steht Dry/Wet auf 100%, wird der Kompressor ausschlie√ülich von der Sidechain-Signalquelle ausgel√∂st. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erh√∂hen von Gain nicht zu einer Erh√∂hung der Lautst√§rke des Originalsignals im Mix f√ľhrt. Das Sidechain-Signal dient nur dem Ausl√∂sen des Kompressors und ist nie selbst h√∂rbar.

Beachten Sie, dass die automatische Ausgangspegelanpassung (Makeup) bei Verwendung einer externen Sidechain nicht zur Verf√ľgung stehen.

Rechts im External-Bereich finden sich die Parameter f√ľr den Sidechain-EQ. Wenn Sie diesen Bereich aktivieren, wird der Kompressor durch bestimmte Frequenzb√§nder und nicht durch das gesamte Signal ausgel√∂st. Das k√∂nnen entweder Frequenzen im komprimierten Signal selbst sein, oder in Kombination mit externem Sidechaining auch Frequenzen aus dem Signal einer anderen Spur.

Mit dem Kopfh√∂rerschalter zwischen dem Extern- und dem EQ-Bereich k√∂nnen Sie nur das Sidechain-Signal abh√∂ren und den Ausgang des Kompressors stummschalten. Da das Sidechain-Signal nicht zum Ausgang gelangt und nur als Ausl√∂ser f√ľr den Kompressor arbeitet, vereinfacht Ihnen diese tempor√§re Abh√∂rm√∂glichkeit, die Sidechain-Parameter einzustellen und das Signal zu √ľberpr√ľfen, das den Kompressor arbeiten l√§sst.

22.7.2 Tipps zur Kompression

Dieser Abschnitt bietet Ihnen einige Tipps zum effektiven Einsatz von Compressor und insbesondere der Sidechain-Optionen.

Mischen von Voiceovers

Sidechaining wird √ľblicherweise f√ľr sogenannte "Ducking"-Effekte verwendet. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, dass Sie eine Spur mit einer Sprecherstimme und eine Spur mit Hintergrundmusik haben. Sie m√∂chten, dass die Sprecherstimme immer die lauteste Signalquelle ist, die Musik sollte also immer dann leiser werden, wenn der Sprecher zu h√∂ren ist. Um dies automatisch zu erreichen, f√ľgen Sie einen Kompressor in die Musik-Spur ein, w√§hlen jedoch den Ausgang der Sprecher-Spur als Quelle f√ľr das externe Sidechaining.

Sidechaining in der Dance-Musik

Sidechaining/Ducking ist f√ľr einen Dance-Musik-Produzenten eine Geheimwaffe, da es helfen kann zu gew√§hrleisten, dass Basslinien (oder sogar ganze Mischungen) immer f√ľr die Kick-Drum Platz machen. Indem man einen Kompressor in die Bass-Spur (oder Master-Spur) einf√ľgt und die Kick-Drum-Spur als Sidechain-Eingang nutzt, kann man problematische tiefe Frequenzen in den Griff bekommen, die sich andernfalls mit dem Einschwingen der Kick-Drum "beissen" w√ľrden.

Indem Sie den Sidechain-EQ in Kombination mit dieser Technik verwenden, k√∂nnen Sie solche Ducking-Effekte selbst dann erzeugen, wenn Sie nur eine komplette Drum-Spur zum Arbeiten haben (und keine isolierte Kick-Drum). In diesem Fall f√ľgen Sie den Kompressor in die Spur ein, die Sie "ducken" wollen. W√§hlen Sie dann die Drum-Spur als externe Sidechain-Quelle. Aktivieren Sie den Sidechain-EQ und w√§hlen Sie das Tiefpassfilter aus. Indem Sie nun sorgf√§ltig die Parameter Frequency und Q justieren, sollten Sie in der Lage sein, die Kick-Drum vom Rest des Drumkits zu isolieren. Die Abh√∂rfunktion f√ľr das Sidechain-Signal kann Ihnen beim Finden einer geeigneten EQ-Einstellung helfen.

22.7.3 Upgrade vom Legacy-Modus

Kompressors interne Algoithmen sind mit Live 9 in Zusammenarbeit mit Dr. Joshua D. Reiss vom Centre for Digital Music der Queen Mary University of London, aktualisiert worden.

Bei Live Sets die Compressor verwenden und mit fr√ľheren Versionen von Live erzeugt wurden, erscheint in der Titelzeile jeder Compressor-Instanz ein "Upgrade-Taster", wenn das Set in Live 9 geladen wird. Dr√ľcken Sie diese Taste, um die entsprechende Compressor-Instanz auf die neuen, verbesserten Algorithmen upzugraden. Beachten Sie bitte, dass Ihr Set hierdurch anders klingen kann.

22.8 Corpus

Corpus.png
Der Corpus-Effekt.

(Hinweis: Der Corpus-Effekt ist in den Intro-, Standard- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Corpus ist ein Effekt, der die akustischen Eigenschaften resonanter Klangkörpern simuliert und dabei sieben verschiedene Typen bietet. In Zusammenarbeit mit Applied Acoustics Systems entwickelt, benutzt Corpus Physical-Modeling-Technologie, um eine Vielzahl von Parametern und Modulations-Optionen zu bieten.

Sowohl die Frequenz als auch die Abklingzeit der Resonanz lassen sich √ľber MIDI steuern, indem der Frequency- und/oder der Off-Decay-Schalter im Sidechain-Bereich von Corpus aktiviert wird. Verwenden Sie die 32825.png Taste in der Titelzeile von Corpus, um auf die Sidechain-Parameter zuzugreifen. Mit den MIDI-From-Wahlschaltern k√∂nnen Sie eine MIDI-Spur ausw√§hlen und den Abgriffpunkt bestimmen, von dem aus MIDI-Noten gesendet werden, die Corpus empfangen soll.

Wenn Frequency aktiviert ist, wird die Frequenz bzw. Tonhöhe der Resonanz von den eingehenden MIDI-Noten gesteuert. Werden mehrere Noten gleichzeitig gehalten, legt der Last/Low-Schalter fest, ob die zuletzt gespielte (Last) oder die tiefste Note (Low) Priorität haben soll. Die Transpose- und Fine-Regler ermöglichen es, eine grobe und feine Abweichung von der MIDI-modulierten Frequenz einzustellen. PB-Range bestimmt den Pitchbend-Umfang in Halbtönen.

Ist Frequency deaktiviert, kann mit dem Tune-Parameter die Grundfrequenz f√ľr die Resonanz in Hertz eingestellt werden. Die entsprechende MIDI-Noten-Nummer und abweichende Feinstimmung in Cent werden im Feld unter den Reglern angezeigt.

Ist Off Decay aktiviert, wird beim Loslassen einer MIDI-Keyboardtaste (MIDI-Note-Off-Befehl) die Resonanz abged√§mpft. Der Regler unter dem Schalter bestimmt das Ausma√ü der von dem MIDI-Note-off-Befehl verursachten D√§mpfung. Bei 0% werden Note-Offs ignoriert und die Decay-Zeit wird nur von dem eingestellten Wert des Decay-Parameters (unter dem Wahlschalter f√ľr den Resonanztyp) bestimmt. Dies entspricht dem Verhalten echter Stabspiel-Instrumente wie Marimba oder Glockenspiel. Bei 100% wird die Resonanz unabh√§ngig von der Decay-Zeit sofort nach einer Note-Off-Meldung abged√§mpft.

Sie können die Sidechain-Paramater anzeigen oder verbergen, indem Sie den 32838.png Schalter in der Titelzeile von Corpus umschalten. Dieser Schalter leuchtet auf, sobald die Sidechain aktiv ist.

Corpus besitzt einen Niederfrequenz-Oszillator (LFO), mit dem die Resonanzfrequenz moduliert werden kann. Der Amount-Parameter bestimmt, wie stark der LFO die Frequenz beeinflusst.

Der Rate-Parameter bestimmt die LFO-Frequenz. Sie kann in Hertz oder synchron zum Songtempo eingestellt werden, was rhythmische Modulationen erlaubt.

Als LFO-Wellenformen stehen Sinus (erzeugt gleichmäßige Modulationen mit abgerundeten Wellenformen) , Rechteck, Dreieck, Sägezahn aufsteigend, Sägezahn absteigend und zwei Arten von Rauschen (stufenförmig und abgerundet).

Obwohl immer nur ein Satz an LFO-Parametern sichtbar ist, gibt es tats√§chlich zwei LFOs, einen f√ľr jeden Stereokanal. Die Parameter Phase und Spin bestimmen die Beziehung dieser beiden LFOs zueinander.

Phase (nur vorhanden, wenn die LFOs zum Songtempo synchronisiert werden) lässt beide LFOs mit der gleichen Frequenz laufen, stellt jedoch den Phasenversatz der beiden LFO-Wellenformen zueinander ein und erzeugt somit eine Bewegung im Stereobild. Steht der Wert auf "180", sind die LFO-Wellenformen um 180 Grad zueinander verschoben, sodass der eine LFO seinen Spitzenwert erreicht, wenn der andere an seinem Minimum angekommen ist. Steht Phase auf "360" oder "0", laufen beide LFOs synchron.

Spin (nur vorhanden, wenn die LFOs im Hertz-Modus laufen) verstimmt die Geschwindigkeiten der beiden LFOs relativ zueinander. Jeder Stereokanal wird mit einer unterschiedlichen Frequenz moduliert, abhängig von der Einstellung des Spin-Werts.

Bei Benutzung der Rausch-Wellenformen zeigen die Parameter Phase und Spin keine Auswirkungen und beeinflussen somit auch nicht den Klang.

Spread verstimmt die beiden Resonatoren gegeneinander. Positive Werte heben die Tonhöhe des linken Resonators an, während die des rechten abgesenkt wird. Negative Werte verhalten sich umgekehrt.

Resonanz-Typ ermöglicht Ihnen die Auswahl aus sieben verschiedenen physikalischen Modellen resonanter Klangkörper:

  • Beam simuliert die Resonanzeigenschaften von Klangst√§ben aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Gr√∂√üen.
  • Marimba, eine Sondervariante des Beam-Modells, reproduziert die charakteristischen Obert√∂ne von Klangst√§ben des Marimbaphons, die sich aufgrund der starken Schnittw√∂lbung der Stabunterseite ergeben.
  • String simuliert den Klang von Saiten aus verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen St√§rken.
  • Membrane ist das Modell einer rechteckigen Membran (wie z.B Schlagzeugfell) mit unterschiedlicher Gr√∂√üe und Konstruktion.
  • Plate simuliert den Klang, der von einer rechteckigen, flachen Platte aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen Gr√∂√üen erzeugt wird.
  • Pipe simuliert ein zylinderf√∂rmiges Rohr, das an einem Ende vollst√§ndig ge√∂ffnet ist und am anderen Ende eine variable √Ėffnung besitzt (deren Gr√∂√üe mit dem Opening-Parameter eingestellt wird.)
  • Tube simuliert ein zylinderf√∂rmiges Rohr, das an beiden Enden vollst√§ndig ge√∂ffnet ist.

Mit dem Quality-Men√ľ kann die Klangqualit√§t des Resonator-Modells bestimmt, bzw. ein guter Kompromiss zwischen Klangqualit√§t und CPU-Bedarf gefunden werden, indem die Anzahl der berechneten Obert√∂ne reduziert wird. "Basic" braucht die geringsten CPU-Ressourcen, w√§hrend "Full" wesentlich komplexere Resonanzen erzeugt. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht verwendet.

Der Decay-Regler bestimmt die Stärke der internen Dämpfung im Resonator und damit die Decay-Zeit.

Der Material-Regler stellt die Abweichung des Dämpfungsverhaltens bei unterschiedlichen Frequenzen ein. Bei niedrigen Werten klingen tiefe Frequenzanteile länger nach als hohe (womit Klangkörper simuliert werden, die aus Holz, Nylon oder Gummi sind). Bei höheren Werten klingen hohe Frequenzanteile länger nach (womit Klangkörper aus Glas oder Metall simuliert werden). Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt.

Der Radius-Parameter ist nur bei den Pipe- und Tube-Resonatoren vorhanden. Er bestimmt bei beiden Rohr-Modellen den Radius des modellierten Rohrs. Wenn der Radius zunimmt, erh√∂hen sich f√ľr hohe Frequenzen sowohl die Decay-Zeit als auch die Sustain-Dauer. Bei sehr gro√üen Rohren ver√§ndert sich auch die Grundtonh√∂he des Resonators.

Die Decay- und Material/Radius-Parameter lassen sich auch √ľber das X-Y-Feld einstellen.

Ratio ist nur bei den Membrane- und Plate-Resonatoren vorhanden und bestimmt das Seitenverhältnis des Klangkörpers.

Der Brightness-Parameter bestimmt die Amplitude der unterschiedlichen Frequenzbestandteile. Bei höheren Werten sind hohe Frequenzen lauter. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt.

Inharm. Der Inharmonics-Regler ändert die Stimmung der vom Resonator erzeugten Obertöne bzw. ihr Obertonverhältnis. Bei negativen Werten werden die Frequenzen zusammengepresst, wodurch die Anzahl an tiefen Teiltönen zunimmt. Bei positiven Werten werden die Teilton-Frequenzen gedehnt, wodurch die Anzahl an oberen Teiltönen zunimmt. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt.

Opening ist nur bei dem Pipe-Resonator vorhanden und skaliert die Größe zwischen offenem und geschlossenem Rohr. Bei 0% ist das Rohr an einem Ende vollständig geschlossen, während bei 100% das Rohr an beiden Enden geöffnet ist.

Die Parameter Listening L und R bestimmen f√ľr den linken und rechten Resonator die Positionen, an denen die Vibrationen gemessen werden. Bei 0% werden die Resonanzen praktisch in der Mitte des Klangk√∂rpers abgeh√∂rt. H√∂here Werte verschieben den Abh√∂rpunkt n√§her zum Rand hin. Diese Parameter werden bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt, da bei diesen Modellen immer in der Mitte des dauerhaft ge√∂ffneten Endes gemessen wird.

Der Hit-Regler bestimmt die Stelle, an der der Klangkörper angeschlagen oder auf andere Weise zum Schwingen angeregt wird. Bei 0% wird der Klangkörper in der Mitte angeschlagen bzw. angeregt. Höhere Werte verschieben diesen Punkt näher zu den Randbereichen hin. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt.

Das Effektsignal wird in eine Filterkombination aus Tiefpass und Hochpass geleitet, die √ľber ein X-Y-Feld gesteuert werden kann. Um die Filterbandbreite zu bestimmen, klicken und ziehen Sie auf der vertikalen Achse. Um die Filterfrequenz einzustellen, klicken und ziehen Sie auf der horizontalen Achse. Das Filter kann mit dem Filter-Schalter ein- oder ausgeschaltet werden.

Width stellt die Stereobreite f√ľr den linken und rechten Resonator ein. Bei 0% werden beide Signale mit gleichem Pegel jeweils der anderen Stereoseite hinzugemischt, was zu einem Mono-Ausgangssignal f√ľhrt. Bei 100% wird jeder Resonator ausschlie√ülich auf einen Kanal geleitet.

Bleed mischt dem Resonanzsignal wieder einen Teil des unbearbeiteten Signals hinzu. Bei h√∂heren Werten ist also mehr vom Eingangssignal zu h√∂ren. Die Funktion ist sehr n√ľtzlich, um hohe Frequenzen zur√ľckzugewinnen, die oft abged√§mpft werden, wenn sehr tiefe Resonator-Frequenzen (Tonh√∂hen) eingestellt sind oder, wenn ein Modell mit einer geringeren Qualit√§t berechnet wird. Der Parameter ist bei den Resonatoren Pipe oder Tube nicht vorhanden.

Gain verstärkt oder verringert den Pegel des bearbeiteten Signals und der Dry/Wet-Parameter bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem unbearbeiteten Eingangssignal und dem Signal, das zur Bearbeitung an Corpus geschickt wird. Ein Herunterregeln von Dry/Wet schneidet die momentan erklingenden Resonanzen nicht ab, sondern verhindert die Bearbeitung von neuen Eingangssignalen.

Corpus hat einen Limiter integriert, der bei zu hohen Lautstärken automatisch eingeschaltet wird. Sobald der Limiter aktiv ist, leuchtet die LED in der oberen, rechten Ecke in der Anzeige von Corpus auf.

22.9 Drum Buss

DrumBuss.png

(Hinweis: Der Drum-Buss-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Drum Buss ist ein Audioeffekt, der Schlagzeuggruppen analoge Färbung, Charakter und Glue gibt, wodurch sie sich auch in einem dichten Mix durchsetzen.

Mit dem Trim-Regler können Sie den Eingangspegel reduzieren, bevor das Signal bearbeitet wird.

Der Comp-Schalter aktiviert einen fest stehenden Kompressor, der auf das Eingangssignal angewendet wird, bevor es weiter mit Distortion (Verzerrungen) bearbeitet wird. Der Kompressor ist f√ľr das Ausbalancieren von Drumgruppen optimiert, mit schnellem Attack, mittlerem Release und geeigneten Ratio-Einstellungen, sowie passendem Makup-Gain.

Es gibt drei Arten Verzerrungen, die auf das Eingangssignal angewendet werden k√∂nnen. Jeder Distortion-Typ f√ľgt (von oben nach unten) st√§rkere Verzerrungen hinzu und pr√§gt den Gesamtsound mit seinem Charakter:

  • Soft: Waveshaping-Verzerrung
  • Medium: Limiting-Verzerrung
  • Hard: Clipping-Verzerrung mit Bass Boost

Um die Intensität der Verzerrung zu steigern, kann der Eingangspegel vor der Verzerrung angehoben werden. Mit dem Drive-Regler bestimmen Sie, wie viel Verstärkung auf das Eingangssignal angewendet wird.

Drum Buss kombiniert h√§ufig verwendete Tools f√ľr die Bearbeitung von Drums, um die mittleren und hohen Frequenzen zu gestalten und um das Low-End anzureichern. Wir schauen uns diese Tools in den nachfolgenden Abschnitten n√§her an.

Gestaltung der mittleren und hohen Frequenzen

Die Tools zum Formen der Hochmitten können Drums wie Snares und Hihats Klarheit und Durchsetzungsvermögen geben.

Crunch bestimmt die Stärke sinusförmiger Verzerrung, die auf die mittleren und hohen Frequenzen angewendet wird.

Der Damp-Regler ist ein Tiefpass-Filter, das unerw√ľnschte hohe Frequenzen herausfiltert, die eventuell nach der Verzerrung auftreten k√∂nnen.

Der Transients-Regler dient zur Betonung oder Abschw√§chung der Transienten von Frequenzen √ľber 100 Hz. Positive Werte f√ľgen Attack hinzu und heben den Sustain an, wodurch einen massiver und, ‚Äědruckvoller‚Äú Sound entsteht. Negative Werte f√ľgen ebenfalls Attack hinzu, senken jedoch den Sustain-Anteil. Hierdurch werden die Drums griffiger und tighter, mit sch√§rferem, h√∂henreichem Sound und weniger Raumanteil und Nachschwingen.

Low-End-Enhancer

Der Low-End-Enhancer besteht aus zwei Tools: ein resonantes Filter, das die Bassfrequenzen sehr stark boostet, sowie ein Decay-Regler, mit dem die Decayphase sowohl f√ľr das Eingangssignal, als auch das vom Resonanzfilter bearbeitete Signal eingestellt werden kann. Diese Tools helfen Ihnen den Bassbereich Ihrer Drums fetter und druckvoller zu machen.

Der Boom-Regler bestimmt die St√§rke des Low-End-Enhancement, die das Resonanzfilter erzeugt. Die Bass-Pegelanzeige l√§sst Sie die Wirkung des Boom-Effekts auf das Signal sehen, was besonders bei ganz tiefen, weniger h√∂rbaren Frequenzen n√ľtzlich sein kann.

Der Freq-Regler bestimmt die Frequenz des Low-End-Enhancers. Force To Note lässt Sie den Low-End-Enhancer stimmen, indem die Frequenz des Resonanzfilters auf den Wert der nächstliegenden MIDI-Note gesetzt wird.

Der Decay-Regler bestimmt die Decayzeit der tiefen Frequenzen. Steht Boom auf 0% wirkt Decay nur auf das eingehende Audiosignal (nach Drive und Distortion). Wird der ‚ÄúBoom Level‚ÄĚ auf einen Wert √ľber 0% gestellt, beeinflusst Der Decay-Regler sowohl das eingehende als auch das bearbeitete Signal.

Um das Ergebnis des Low-Frequency-Enhancers solo zu hören, aktivieren Sie Boom Audition mit Klick auf das kleine Kopfhörersymbol.

Ausgang

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal.

Der Output-Gain-Regler bestimmt die Pegelanhebung, die auf das bearbeitete Signal angewendet wird.

22.10 Dynamic Tube

DynamicTube.png
Der Effekt Dynamic Tube.

(Hinweis: Der Dynamic- Tube-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Der Dynamic-Tube-Effekt veredelt Klänge mit den besonderen Eigenschaften der Röhren-Sättigung. Ein integrierter Envelope Follower erzeugt dynamische Klangvariationen, die vom Pegel des Eingangssignals abhängen.

Drei R√∂hrenmodelle A, B und C bieten verschiedene Verzerrungscharakteristiken, die von echten Verst√§rker-R√∂hren bekannt sind. Tube A produziert keine Verzerrungen, wenn Bias niedrig eingestellt ist, erzeugt aber helle Obert√∂ne, wenn das Signal einen bestimmten Schwellenwert √ľbersteigt. Tube C repr√§sentiert einen sehr schlichten R√∂hrenverst√§rker, der st√§ndig Verzerrungen erzeugt. Die Qualit√§t von Tube B liegt irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

Der Tone-Parameter bestimmt die spektrale Verteilung der Verzerrungen, indem er sie entweder in die Höhen, in das Mittenband oder darunter verschiebt.

Der Drive-Parameter bestimmt, mit welchem Pegel das Signal die R√∂hre erreicht; h√∂here Drive-Werte f√ľhren zu einem "schmutzigeren" Ausgangssignal. Die Intensit√§t der R√∂hre wird mit dem Bias-Regler gew√§hlt, der das Signal in die gefeierten Bereiche der nichtlinearen Verzerrung dr√ľckt. Bei sehr hohen Bias-Werten beginnt das Signal f√∂rmlich auseinanderzufallen.

Der Bias-Parameter kann positiv oder negativ durch einen Envelope Follower moduliert werden; die Intensität wird mit dem Envelope-Regler eingestellt. Je höher die Intensität dieser Modulation gewählt wird, desto stärker wird der Bias-Punkt durch den Pegel des Eingangssignals beeinflusst. Negative Envelope-Modulationen erzeugen Expansionseffekte, indem sie die Verzerrung bei lauten Signalen vermindern, während positive Modulationen laute Sounds noch verzerrter klingen lassen.

Attack und Release regeln, wie schnell der Envelope Follower auf Pegel√§nderungen im Eingangssignal reagiert. Zusammen bestimmen sie die Charakteristik der H√ľllkurve und damit die dynamische Natur der Verzerrungen. Beachten Sie: Wenn Envelope auf Null gestellt ist, sind sie wirkungslos.

Das Ausgangssignal des Geräts können Sie mit dem Output-Regler verstärken oder abschwächen.

Das Aliasing kann durch Aktivieren des Hi-Quality-Modus reduziert werden, auf den Sie mittels [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) Kontextmen√ľ Zugriff haben. Dies verbessert die Klangqualit√§t -- besonders im H√∂henbereich -- erh√∂ht aber auch die CPU-Last etwas.

22.11 Echo

Echo.png
Der Echo-Effekt.

(Hinweis: Der Echo-Effekt ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Echo ist ein Modulations-Delay, bei dem Sie die Delayzeit zwei unabh√§ngiger Delayllines einstellen k√∂nnen und die Kontrolle √ľber die H√ľllkurven- und Filtermodulation haben.

Mit der Channel-Mode-Taste können Sie aus drei verschiedenen Kanal-Modi wählen: Stereo, Ping Pong und Mid/Side.

Mit den Left-/Right-Delay-Parametern können Sie die Delayzeit als musikalischen Taktwert oder in Millisekunden eingeben, abhängig vom Status des Sync-Schalters. Wenn Sie den Mid/Side-Kanalmodus wählen, werden die Left-/Right-Delay-Regler durch die Mid- und Side-Regler ersetzt.

Sie k√∂nnen im Sync-Mode-Wahlmen√ľ einen der folgenden Takt-bezogenen Modi w√§hlen: Notes (Notenwert), Triplet (Triole), Dotted (Punktiert) und 16th (Anzahl 1/16tel Noten). Beachten Sie, dass das Umschalten des Sync-Modus nur h√∂rbar ist, wenn der Sync-Schalter auf der Einstellung Sync steht.

Ist Stereo-Link aktiviert, wird eine √Ąnderung der Delay-Parameter bei einem Kanal (Delay-Zeit, Sync-Schalter oder Sync-Mode-Einstellung ) auf beide Kan√§le √ľbertragen.

Eine √Ąnderung beim Delay-Offset-Regler verk√ľrzt oder verl√§ngert die Delayzeit um den gew√§hlten Prozentsatz und erzeugt so den aus Drumcomputern bekannten und mit "Swing" bezeichneten Timing-Effekt. Beachten Sie bitte, dass auch bei aktiviertem Stereo-Link der Delay-Offset individuell f√ľr beide Delays eingestellt werden kann.

Der Input-Regler bestimmt, wieviel Verst√§rkung auf das unbearbeitete Eingangssignal angewendet wird. Um das Eingangssignal (Dry) mit Distortion zu bearbeiten, dr√ľcken Sie die ‚ÄúD‚ÄĚ-Taste.

Mit dem Feedback-Parameter kann die St√§rke des Signals bestimmt werden, das vom Ausgang wieder zur√ľck in den Eingang geleitet wird. Die ‚Äú√ė‚Äú-Taste invertiert die Ausgangssignale beider Kan√§le, bevor sie zur√ľck in ihre jeweiligen Eing√§nge geleitet werden.

22.11.1 Echo-Reiter

Der Echo-Reiter bietet eine grafische Darstellung der Echos und Regelm√∂glichkeiten f√ľr die Delays und Filterparameter.

EchoTunnel.png
Echos Tunnel-Darstellung.

Die Kreise von Echos Tunnel-Darstellung repr√§sentieren die einzelnen Wiederholungen, und laufen vom √§u√üeren des Tunnels in die Mitte. Der Abstand zwischen den Kreisen zeigt die Zeit zwischen den Wiederholungen und die wei√üen Punkte in der Mitte stellen ein 1/8-tel Notenraster als Referenz dar. Sie k√∂nnen die Delayzeit f√ľr jedes Delay durch Klicken und Ziehen in der Grafik einstellen.

EchoFilter.png
Echos Filter.

Der Filter-Schalter aktiviert ein Highpass- und Lowpass-Filter. Der HP-Regler stellt die Cutoff-Frequenz des Highpass-Filters ein und der benachbarte Res-Regler bestimmt dessen Resonanz. Der LP-Regler bestimmt die Cutoff-Frequenz f√ľr das Lowpass-Filter und Sie k√∂nnen den Res-Regler ganz rechts zum Einstellen der Lowpass-Resonanz verwenden.

Die Filter-Anzeige ermöglicht die grafische Darstellung der Filterkurven. Um die Filter-Anzeige zu verbergen oder anzuzeigen, klicken Sie auf den dreieckigen Schalter. Sie können die Filter-Parameter auch durch Klicken und Ziehen der Filterpunkte in der Filter-Anzeige einstellen.

22.11.2 Modulation-Reiter

Echos Modulation-Reiter enth√§lt einen LFO, der die Filterfrequenz und Delay-Zeit modulieren kann, sowie eine H√ľllkurvenfolger, der mit dem LFO √ľbergeblendet werden kann.

EchoModulationTab.png
Echos Character-Reiter.

Echos Modulation-Reiter.

Sie können aus sechs verschiedenen Modulations-Wellenformen wählen, darunter Sinus, Dreieck, Sägezahn hoch, Sägezahn runter, Rechteck und Rauschen. Die gewählte Wellenform erscheint in der Anzeige, in der Sie auch ziehen können, um die Modulationsfrequenz einzustellen.

Ist Sync aktiviert, wird die Modulation passend zum Song-Tempo synchronisiert. Sie können den Rate-Regler verwenden, um die Frequenz des Modulations-Oszillators in musikalischen Taktwerten einzustellen. Wenn Sync deaktiviert ist, können Sie mit dem Freq-Regler die Frequenz des Modulations-Oszillators in Hertz eingeben.

Phase stellt den Phasenversatz zwischen den Wellenformen f√ľr den linken und rechten Kanal ein. Bei 180¬į sind die Kan√§le in der Phase komplett entgegengesetzt.

Mod Delay stellt die Intensit√§t der Modulation ein, die auf die Delay-Zeit angewendet wird. Modulation x4 skaliert die Modulationstiefe f√ľr die Delay-Zeit um den Faktor 4. Bei kurzen Delay-Zeiten produziert das einen starken Flanging-Effekt.

Mod Filter stellt die Stärke der Modulation ein, die auf das Filter angewendet wird.

Env Mix blendet zwischen Modulations-Oszillator und H√ľllkurvenfolger √ľber. Bei 100% ist nur die Modulation der H√ľllkurve zu h√∂ren. Bei 0% ist nur die Modulation durch den LFO zu h√∂ren.

22.11.3 Character-Reiter

Der Character-Reiter von Echo enthält Parameter, die die Dynamik des Effekts steuern und Ihrem Sound Ungenauigkeiten und Charakter geben.

EchoCharacterTab.png
Echos Character-Reiter.

Gate aktiviert ein Gate am Eingang von Echo. Es schaltet die Signalanteile, die unter seinem Threshold liegen ab. Threshold bestimmt den Pegel, den Eingangssignale √ľberschreiten m√ľssen, damit das Gate √∂ffnet. Release bestimmt, wie lange das Gate zum Schlie√üen braucht, nachdem das Signal unter den Threshold gefallen ist.

Ist das Ducking aktiviert, wird der Pegel des Effektsignals proportional abgesenkt, solange ein Eingangssignal vorhanden ist. Ducking beginnt das Ausgangssignal zu beeinflussen, sobald der Eingangspegel den eingestellten Threshold-Wert √ľberschreitet. Release bestimmt, wie lange das Ducking ben√∂tigt um aufzuh√∂ren, nachdem das Eingangssignal unter den Threshold f√§llt.

Noise, wenn eingeschaltet, f√ľgt Rauschen und St√∂rger√§usche hinzu, was den Klangcharakter von alten Vintage-Ger√§ten simuliert. Sie k√∂nnen einstellen, wieviel Rauschen dem Signal hinzugef√ľgt werden soll und zwischen verschiedenen Arten von Rauschen morphen.

Wenn eingeschaltet, f√ľgt Wobble der Delay-Zeit unregelm√§√üige Modulationen hinzu, um Bandechos zu simulieren. Sie k√∂nnnen die Intensit√§t des Wobble-Effekts einstellen und zwischen vier verschiedenen Arten von Wobble-Modulation morphen.

Repitch √§ndert die Tonh√∂he bei √Ąnderung der Delayzeit, √§hnlich dem Verhalten alter Hardware-Delay-Ger√§te. Wenn Repitch deaktiviert ist, wird bei einer √Ąnderung der Delay-Zeit zwischen der alten und neuen Delay-Zeit mit einem Crossfade √ľbergeblendet.

22.11.4 Globale Parameter

Der Reverb-Regler stellt ein, wieviel Hall hinzugegeben wird und mit dem Reverb-Location-Men√ľ bestimmen Sie, an welcher Stelle der Hall im Signalweg liegen soll: Pre-delay (vor dem Delay), Post-delay (hinter dem Delay) oder in der Feedback-Schleife. Verwenden Sie den Decay-Regler, um die Hallfahne zu verl√§ngern oder verk√ľrzen.

Der Stereo-Regler legt die Stereobreite des Effektsignals (Wet) fest. 0% ergibt ein Mono-Signal, w√§hrend Werte √ľber 100% ein verbreitertes Stereobild erzeugen.

Output bestimmt den Ausgangspegel des Effektsignals. Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf "100%", wenn Sie Echo in einer Return-Spur verwenden.

22.12 EQ Eight

EQEight.png
Der Effekt EQ Eight.

(Hinweis: Der EQ-Eight-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Der EQ-Eight-Effekt ist ein Equalizer mit bis zu acht parametrischen Filtern pro Eingangskanal, der n√ľtzlich f√ľr das Ver√§ndern des Klangs eines Eingangssignals ist.

Das Eingangssignal kann auf dreierlei Weise bearbeitet werden: Stereo, L/R und M/S. Der Stereo-Modus verwendet eine einzige Kurve, um beide Kan√§le des Stereosignals identisch zu filtern. Der L/R-Modus bietet unabh√§ngig einstellbare Filterkurven f√ľr den linken und rechten Kanal des Eingangssignals; der M/S-Modus (Mitte/Seite) bietet die gleiche Funktionalit√§t f√ľr Signale, die mit M/S-Kodierung aufgezeichnet wurden. In allen Modi wird das Frequenzspektrum des Ausgangs hinter der Filterkurve angezeigt, wenn der Analyze-Schalter aktiviert ist.

Bei Verwendung der Modi L/R und M/S werden beide Kurven gleichzeitig als Referenz angezeigt, bearbeitet werden kann jedoch nur der aktive Kanal. Der Edit-Schalter zeigt diesen aktiven Kanal an und kann zum Umschalten zwischen den beiden Kurven verwendet werden.

Jeder Filter bietet ein Wahlmen√ľ, das Ihnen erlaubt, zwischen acht verschiedenen Typen zu w√§hlen, Von oben nach unten im Wahlmen√ľ sind dies:

  • 48 oder 12 dB/Oktave Low-Cut (schneidet Frequenzen unterhalb der eingestellten ab);
  • Low-Shelf (senkt Frequenzen unterhalb der eingestellten ab oder hebt sie an);
  • Bell-Curve (senkt Frequenzen in einem bestimmten Bereich ab oder hebt sie an);
  • Notch (entfernt Frequenzen in einem schmalen Bereich);
  • High-Shelf (senkt Frequenzen oberhalb der eingestellten ab oder hebt sie an);
  • 48 oder 12 dB/Oktave HighC-ut (schneidet Frequenzen oberhalb der eingestellten ab);

Jedes Filterband kann unabh√§ngig mit dem Aktivierungs-Schalter unter dem Wahlmen√ľ ein oder ausgeschaltet werden . Schalten Sie nicht verwendete B√§nder ab, um die CPU-Last zu senken. Um ausgesprochen drastische Filter-Effekte zu erzielen, k√∂nnen Sie zwei oder mehr Filter mit den gleichen Einstellungen versehen.

Um die Filterkurve zu bearbeiten, klicken und ziehen Sie die Filter-Punkte in der Anzeige. Ziehen Sie mehrere beieinander liegende Filterpunkte gleichzeitig entweder mit der Maus oder den Pfeiltasten Ihrer Rechnertastatur. Horizontale Bewegungen stellen die Frequenz des bearbeiteten Bandes ein, vertikale die Pegelanhebung oder Pegelabsenkung. Um den Q-Wert (auch als Resonanz oder Bandbreite bezeichnet) des Filters zu ändern, halten Sie beim Ziehen mit der Maus die ALT(PC) / ALT(Mac) Taste. Beachten Sie, dass bei den Filtertypen Low-Cut, Notch und High-Cut der Gain-Wert nicht verändert werden kann. Bei diesen Typen ändert das vertikale Ziehen den Q-Wert.

Um eine noch bessere Darstellung zu erhalten, können Sie mit dem 32999.png Schalter in EQ Eights Titelzeile die Platzierung der Anzeige zwischen der Gerätekette und Lives Hauptfenster umschalten. Wird diese erweiterte Anzeige verwendet, lassen sich alle acht Filter gleichzeitig in der Geräte-Ansicht editieren.

EQEightExpandedView.png
EQ Eights Parameter mit erweiterter Anzeige.

Das Spektrum von EQ Eights Ausgangssignal ist standardmäßig in der Anzeige zu sehen. Wenn Sie lieber vollständig nach Gehör arbeiten möchten, können Sie die spektrale Darstellung mit der Analyze-Taste auch deaktivieren.

Ist Adaptive Q aktiviert, steigt der Q-Wert zusammen mit der Stärke der Anhebung/Absenkung des Bandes. Hierdurch bleibt die Ausgangslautstärke beim Einstellen der Filter konstanter. Adaptive Q basiert auf dem Verhalten von klassischen Analog-EQs.

Um ein Filter vor√ľbergehend solo zu h√∂ren, aktivieren Sie einfach den Audition-Modus mit dem Kopfh√∂rersymbol. Im Audition-Modus erm√∂glicht das Klicken und Halten eines Filterpunkts im Display nur die Auswirkungen des gew√§hlten Filters zu h√∂ren.

Sie können ein Band auch anwählen, indem Sie auf seine Ziffer (1-8) klicken und seine Parameter dann mit den Reglern Freq, Gain, und Q einstellen. Werte können auch direkt in die Felder unter den Reglern eingetippt werden.

Da eine Anhebung von Frequenzen den Pegel des Signals erhöhen und eine Absenkung ihn vermindern wird, können Sie den Ausgangspegel mit dem Gain-Regler wieder so anpassen, dass er möglichst hoch ist, ohne zu verzerren.

Der Scale-Parameter senkt das Gain aller Filter ab, die einen Gain-Parameter besitzen (das sind alle außer High-Cut, Low-Cut und Notch).

Parameter im Kontextmen√ľ

Einige Parameter von EQ Eight sind nur √ľber das Kontextmen√ľ [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) erreichbar. Diese sind:

  • Oversampling - das Aktivieren dieser Option l√§sst EQ Eight die Bearbeitung intern mit der doppelten Samplingrate durchf√ľhren, wodurch die Filterkurven bei hohen Frequenzen symmetrischer verlaufen. Der Oversampling-Modus belastet die CPU etwas st√§rker.
  • Shelf-Scaling-Legacy-Modus - In Live 9 wurde die Form von EQ-Eights Shelving-Filtern √ľberarbeitet und verbessert. Live Sets, die EQ Eight verwenden und mit Versionen vor Live 9 erzeugt wurden, k√∂nnten hierdurch leicht abweichend klingen. Um sicherzustellen, dass √§ltere Sets exakt gleich klingen, wird die Option Shelf-Scaling-Legacy-Modus standardm√§√üig beim Laden von alten Sets mit EQ Eight aktiviert. Sie k√∂nnen dieses Verhalten mit Hilfe des Eintrags im Kontextmen√ľ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) in EQ Eights Titelzeile deaktivieren.

Hinweis: Mit Live 9 wurde die Option ‚ÄúHi-Quality‚ÄĚ aus dem Kontextmen√ľ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) entfernt. EQ Eight arbeitet jetzt grunds√§tzlich in diesem Modus.

22.13 EQ Three

EQThree.png
Der Effekt EQ-Three

Wenn Sie mal einen guten DJ-Mixer verwendet haben, werden Sie so was kennen: Einen EQ, der das Einstellen unterschiedlicher Lautst√§rken f√ľr die B√§sse, die Mitten und die H√∂hen des Signals gestattet.

Die Lautstärke jedes der drei Bänder kann mit dem entsprechenden Gain-Regler zwischen unendlicher Absenkung und einer Pegelanhebung um 6 dB variiert werden. Das bedeutet, dass Sie beispielsweise die Bassdrum und den Bass eines Tracks komplett entfernen können, ohne die anderen Frequenzen zu beeinflussen.

Sie können auch jedes Band separat mit den On/Off-Schaltern unter den Gain-Reglern ein- und ausschalten. Diese Schalter sind besonders dann praktisch, wenn sie Tasten der Rechnertastatur zugewiesen werden...

EQ Three zeigt mit Hilfe dreier LEDs an, ob in den einzelnen Frequenzb√§ndern ein Signal vorhanden ist. Auch dann, wenn ein Band ausgeschaltet ist, gibt seine LED Aufschluss √ľber das Vorhandensein eines Signals. Der interne Schwellenwert f√ľr die LEDs liegt bei -24 dB.

Der Frequenzbereich der drei Bänder wird durch zwei Trennfrequenz-Parameter bestimmt: FreqLo und FreqHi. Wenn FreqLo auf 500 Hz und FreqHi auf 2000 Hz gestellt ist, dann reicht das tiefe Band von 0 Hz bis 500 Hz, das mittlere von 500 Hz bis 2000 Hz und das hohe von 2000 Hz bis zur höchsten Frequenz, die mit der eingestellten Samplingrate oder Ihrer Hardware erreicht werden kann.

Sehr wichtig ist der 24dB/48dB-Umschalter. Er bestimmt, wie steilflankig die Signale der Bänder an den Trennfrequenzen durch die Filterung beschnitten werden. Der höhere Wert bewirkt eine drastischere Filterung, benötigt aber auch etwas mehr Rechenleistung.

Hinweis: Die Filter in diesem Effekt wurden so optimiert, dass sie eher dem Klang einer leistungsf√§higen und guten analogen Filterkaskade als digitalen Filtern nahe kommen. Insbesondere im 48-dB-Modus gibt es keine perfekte lineare Signal√ľbertragung, was sich selbst dann in einem leicht gef√§rbten Klang √§u√üert, wenn alle Pegel auf 0.00 dB stehen. Das ist ein typisches Klangverhalten f√ľr Filter dieser Art und geh√∂rt zum speziellen Sound des EQ Three. Wenn Sie ein lineareres Klangverhalten ben√∂tigen, w√§hlen Sie bitte den 24-dB-Modus oder den EQ Eight.

22.14 Erosion

Erosion.png
Der Erosion-Effekt

Der Erosion-Effekt bearbeitet das Eingangsignal mit Hilfe eines kurzen Delays, das durch gefiltertes Rauschen oder eine Sinuswelle moduliert wird. Dadurch entsteht "Schmutz" im Signal, der nach Aliasing/Downsampling-Verzerrungen klingt und zu einem sehr "digitalen" Sound f√ľhrt.

Durch Klicken und Ziehen mit der Maus entlang der X-Achse im X/Y-Feld kann die Frequenz der Sinuswelle oder die Mittenfrequenz des Rauschbands geregelt werden. Die Y-Achse steuert die Modulationsintensit√§t. Wird ALT(PC) / ALT(Mac) beim Klicken ins X/Y-Feld gedr√ľckt, kontrolliert die Y-Achse die Bandbreite. Beachten Sie, dass sich die Bandbreite nicht √§ndern l√§sst, wenn Sine (Sinus) angew√§hlt ist.

Der Frequenz-Parameter bestimmt die Art oder "Farbe" der Verzerrung. Wenn Rauschen verwendet wird, arbeitet der Frequenz-Parameter in Kombination mit dem Width-Parameter, der die Bandbreite des Rauschens bestimmt. Kleine Werte bewirken ein eng begrenztes und damit selektives Band, große Werte ein breites Band, mit dem das gesamte Signal klanglich beeinflusst wird. Bei der Sinuswelle hat Width keine Funktion.

Noise und Sine verwenden einen einzelnen Modulationsgenerator. Wide Noise besitzt dagegen unabh√§ngige Noise-Generatoren f√ľr den linken und rechten Kanal, wodurch eine subtile Verbreiterung des Stereobildes entsteht.

22.15 External-Audio-Effekt

ExternalAudioEffect.png
Der External-Audio-Effekt.

(Hinweis: Der External-Audio-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Der External-Audio-Effekt unterscheidet sich etwas von den anderen Effekt-Geräten in Live. Statt das Audiosignal selbst zu bearbeiten, erlaubt er es externe (Hardware-)Effektprozessoren in die Gerätekette einer Spur einzubinden.

Im Audio-To-Men√ľ k√∂nnen Sie die Ausg√§nge Ihrer Audio-Hardware w√§hlen, die zu Ihrem externen Ger√§t leiten; im Audio-From-Men√ľ w√§hlen Sie die Eing√§nge, die das bearbeitete Signal zur√ľck in Live leiten. Wie bei den Eingangs/Ausgangs-Men√ľs der Spuren h√§ngt die Liste der verf√ľgbaren Eing√§nge und Ausg√§nge von den Audio-Voreinstellungen ab, die Sie mit der Option "Configure..." unten in jedem Men√ľ erreichen k√∂nnen.

Unter jedem Men√ľ befindet sich eine Spitzenpegel-Anzeige, die den h√∂chsten registrierten Pegel anzeigt. Klicken Sie auf die Anzeige, um sie zur√ľckzusetzen.

Die Gain-Regler neben den Men√ľs stellen die Pegel ein, die aus Live heraus und wieder hinein gef√ľhrt werden. Sie sollten sorgf√§ltig eingestellt werden, um √úbersteuerungen zu vermeiden -- sowohl in der externen Hardware als auch bei der R√ľckf√ľhrung des Signals in den Rechner.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie den External-Audio-Effekt in einer Return-Spur verwenden.

Der Invert-Schalter invertiert die Phase des bearbeiteten und in Live zur√ľckgef√ľhrten Signals.

Da Hardware-Effekte zu Latenzen f√ľhren, die Live nicht automatisch erkennen kann, k√∂nnen Sie entstehende Verz√∂gerungen manuell mit dem Hardware-Latenz-Regler kompensieren. Der Schalter neben diesem Regler erlaubt es Ihnen, die Kompensation wahlweise in Millisekunden oder Samples vorzunehmen. Ist Ihr externes Ger√§t √ľber eine Digitalverbindung an Live angeschlossen, werden Sie die Latenz in Samples einstellen wollen, da die Anzahl der eingestellten Samples auch bei einem Wechsel der Sampling-Rate erhalten bleibt. Ist Ihr externes Ger√§t √ľber eine Analogverbindung an Live angeschlossen, werden Sie die Latenz lieber in Millisekunden einstellen wollen, da bei einem Wechsel der Sampling-Rate in diesem Fall die eingestellte Zeitdauer konstant bleibt. Beachten Sie, dass die Einstellung in Samples eine feinere Justierung erlaubt. Sie werden diese daher auch beim Arbeiten mit analogen Ger√§ten verwenden wollen, um durch "Feintuning" eine m√∂glichst niedrige Latenz zu erzielen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt zur√ľck auf Millisekunden schalten, bevor Sie die Sampling-Rate √§ndern.

Hinweis: Ist die Option zur Latenzkompensation (siehe 17.5) im Optionen-Men√ľ deaktiviert, ist auch der Hardware-Latenz-Regler inaktiv.

Eine Anleitung zum exakten Einstellen der Latenzkompensation f√ľr Ihre Hardware finden Sie im Kurs "Kompensation des Treiberfehlers".

22.16 Filter Delay

FilterDelay.png
Der Filter-Delay-Effekt

(Hinweis: Der Filter-Delay-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Das Filter Delay bietet drei unabh√§ngige Delays, denen jeweils eine serielle Kombination von Hoch- und Tiefpassfilter nachgeschaltet ist. Sie k√∂nnen durch diese Anordnung jedes Delay auf bestimmte, durch die Filtereinstellung w√§hlbare Frequenzbereiche beschr√§nken. Auch das Feedback von jedem Delay wird wieder durch die Filter gef√ľhrt.

Jedes Delay kann separat aktiviert oder deaktiviert werden. Delay 1 ist dem linken Eingangskanal zugeordnet, Delay 2 der Summe aus linkem und rechtem Kanal und Delay 3 dem rechten Kanal. Mit den Pan-Reglern kann das Panorama f√ľr jedes Delay frei gew√§hlt werden; in der Standardeinstellung gibt jedes Delay sein Signal auf dem Kanal aus, auf dem es auch sein Eingangssignal erh√§lt.

Die Filterung kann in jedem Delay separat mit den On/Off-Schaltern links neben den X/Y-Feldern ein oder ausgeschaltet werden. Die X/Y-Felder steuern die Frequenzen der Hoch- und Tiefpassfilter f√ľr jedes Delay. Vertikal wird die Breite des durchgelassenen Frequenzbands eingestellt, horizontal seine Platzierung im Frequenzspektrum.

Der Wahlschalter Delay Time erlaubt es, die Delayzeit in Abh√§ngigkeit vom Songtempo einzustellen. Die Nummern repr√§sentieren dabei Sechzehntelnoten. Ein Wert von "4" erzeugt demnach eine Verz√∂gerung von vier Sechzehntelnoten, was einem Delay von einer Viertelnote entspricht. Ist der Sync-Modus aktiv, verk√ľrzt oder verl√§ngert das Delay-Time-Feld die Verz√∂gerung um den gew√§hlten Prozentsatz und erzeugt so den aus Drumcomputern bekannten und mit "Swing" bezeichneten Timing-Effekt.

Ist der Sync-Schalter deaktiviert, wird die Delayzeit in Millisekunden ausgedr√ľckt. In diesem Fall k√∂nnen Sie die Delayzeit durch Ziehen der Werte mit der Maus oder durch Klicken und Eintippen eingeben.

Mit dem Feedback-Parameter kann der Anteil des vom Ausgang an den Eingang zur√ľckgef√ľhrten Signals bestimmt werden. Hohe Werte k√∂nnen zu einem unendlichen Feedback f√ľhren - achten Sie auf Ihre Ohren und Lautsprecher, wenn Sie das ausprobieren!

Jeder Delay-Kanal besitzt einen eigenen Lautstärkeregler, mit dem der Pegel bis zu 12dB angehoben werden kann, um den Pegelverlust von sehr starken Filterbearbeitungen am Eingang auszugleichen.

Mit dem Dry-Regler kann das trockene, nicht verzögerte Signal beigemischt werden. Stellen Sie diesen Regler auf Minimum, wenn Sie das Filter Delay in einer Return-Spur nutzen.

22.17 Flanger

Flanger.png
Der Flanger-Effekt.

(Hinweis: Der Flanger-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verf√ľgbar.)

Der Flanger-Effekt verwendet zwei parallele zeitmodulierte Verzögerungen, um Flanger-Effekte zu erzeugen.

Die Verz√∂gerungszeit des Flangers wird mit dem Delay-Time-Parameter gew√§hlt. Der Feedback-Parameter sendet einen Teil des Ausgangssignals zur√ľck an den Eingang des Ger√§ts, wobei der Polarity-Schalter ("+" oder "-") die Polarit√§t dieses Signals bestimmt. Delay Time und Feedback k√∂nnen simultan mit dem X/Y-Bedienelement des Effekts eingestellt werden.

Die Verz√∂gerungszeit kann mit einem integrierten H√ľllkurvenfolger gesteuert werden. Justieren Sie die Intensit√§t der Modulation mit dem Envelope-Regler (negative Werte invertieren die H√ľllkurve) und stellen Sie dann den gew√ľnschten H√ľllkurvenverlauf mit den Parametern Attack und Release ein.

Flanger besitzt auch zwei LFOs zur Modulation der Verz√∂gerungszeit von rechtem und linkem Kanal. Sechs unterschiedliche Wellenformen stehen f√ľr diese Modulation zur Wahl: Sinus, Rechteck, Dreieck, S√§gezahn aufw√§rts, S√§gezahn abw√§rts und Zufall. Die Intensit√§t, mit der der LFO die Verz√∂gerungszeit moduliert, wird mit dem Amount-Regler eingestellt.

Die Geschwindigkeit des LFOs lässt sich mit dem Rate-Regler in Hertz eingeben. Alternativ kann Rate auch zum Songtempo synchronisiert und in Notenwerten (zum Beispiel Sechzehntelnoten) eingestellt werden.

Der Phase-Parameter erzeugt Stereo-Effekte, indem er die Wellenformen der mit gleicher Frequenz laufenden LFOs gegeneinander verschiebt. Wenn Sie diesen Parameter auf "180" stellen, sind die beiden Wellenformen exakt gegenphasig (um 180 Grad verschoben), so dass die eine gerade das Maximum erreicht, wenn die andere am Minimum ist.

Spin verstimmt die beiden LFOs gegeneinander. Jedes Delay wird dadurch mit einer unterschiedlichen Frequenz moduliert; der Frequenzunterschied hängt vom Spin-Wert ab.

Mit dem HiPass-Regler können tiefe Frequenzen aus dem verzögerten Signal gefiltert werden.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie den Flanger in einer Return-Spur verwenden.

Der Hi-Quality-Modus kann √ľber den Eintrag im [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) Kontextmen√ľ aktiviert/deaktiviert werden. Die Aktivierung von Hi-Quality f√ľhrt zu einem offeneren Klangbild. Der Modus verbraucht jedoch auch etwas mehr CPU-Leistung.

22.18 Frequency Shifter

FrequencyShifter.png
Der Frequency-Shifter-Effekt.

(Hinweis: Der Frequency Shifter-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Frequency Shifter verschiebt Frequenzen des eingehenden Audiosignals um einen benutzerdefinierten Wert in Hertz nach oben oder unten. W√§hrend kleine Shift-Werte zu subtilen Tremolo- oder Phasing-Effekten f√ľhren, erm√∂glichen gro√üe Werte die Erzeugung von dissonanten oder metallischen Klangfarben.

Die Coarse- und Fine-Regler bestimmen den Wert der Frequenzverschiebung, die auf dem Eingangssignal angewandt wird. Ist zum Beispiel das Eingangssignal eine Sinusschwingung mit 440 Hz und die Frequenzverschiebung auf 100 Hz gestellt, liegt am Ausgang eine Sinusschwingung mit 540 Hz an.

Durch Wechseln des Modus von Shift auf Ring schaltet Frequency Shifter von der klassischen Frequenzverschiebung auf Ringmodulation um. Im Ring-Modus wird der gew√§hlte Frequenzwert dem Eingangssignal hinzugef√ľgt und abgezogen. Ist zum Beispiel das eingehende Audiosignal (A) eine Sinusschwingung mit 440 Hz und die Frequenzverschiebung auf 100 Hz (B) gestellt, enth√§lt das Ausgangssignal Teilt√∂ne bei 340 Hz (A-B) und 540 Hz (A+B).

Der Drive-Schalter aktiviert/deaktiviert einen Verzerrer-Effekt, dessen Pegel (St√§rke) sich mit dem darunter liegenden Parameter bestimmen l√§sst. Drive steht ausschlie√ülich im Ring-Modus zur Verf√ľgung.

Die Aktivierung des Wide-Schalters erzeugt einen Stereoeffekt, indem die Polarit√§t des Spread-Werts f√ľr den rechten Kanal umgekehrt wird. Eine Erh√∂hung des Spread-Werts verschiebt die Frequenz im rechten Kanal nach unten, w√§hrend sie links nach oben verschoben wird. Beachten Sie bitte, dass der Wide-Parameter bei einem Spread-Wert von 0 keine Auswirkungen hat.

Frequency Shifter besitzt auch zwei LFOs zur Modulation der Frequenzen von linkem und rechtem Kanal. Sechs unterschiedliche Wellenformen stehen f√ľr diese Modulation zur Wahl: Sinus, Rechteck, Dreieck, S√§gezahn aufw√§rts, S√§gezahn abw√§rts und Zufall. Die Intensit√§t, mit der der LFO die Frequenzen moduliert, wird mit dem Amount-Regler eingestellt.

Die Geschwindigkeit des LFOs lässt sich mit dem Rate-Regler in Hertz eingeben. Alternativ kann Rate auch zum Songtempo synchronisiert und in Notenwerten (zum Beispiel Sechzehntelnoten) eingestellt werden.

Der Phase-Parameter erzeugt Stereo-Effekte, indem er die Wellenformen der mit gleicher Frequenz laufenden LFOs gegeneinander verschiebt. Wenn Sie diesen Parameter auf "180" stellen, sind die beiden Wellenformen exakt gegenphasig (um 180 Grad verschoben), so dass die eine gerade das Maximum erreicht, wenn die andere am Minimum ist.

Spin verstimmt die beiden LFOs gegeneinander. Jeder Stereokanal wird mit einer unterschiedlichen Frequenz moduliert, abhängig von der Einstellung des Spin-Werts.

Bei Benutzung der Zufalls-Wellenform zeigen die Parameter Phase und Spin keine Auswirkungen und beeinflussen somit auch nicht den Klang.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Beachten Sie, dass der Drive-Effekt im Signalfluss hinter dem Mix-Regler liegt. Daher können Sie Frequency Shifter auch als reinen Verzerrer-Effekt einsetzen, indem Sie Drive aktivieren und Mix auf 0% stellen.

Das Frequency-Shifting wird durch einfache Addition oder Subtraktion eines Wertes in Hertz zum/vom eingehenden Audiosignal erreicht. Dies unterscheidet es deutlich vom Pitch-Shifting, bei dem die Verh√§ltnisse der eingehenden Frequenzen (und somit auch der Bezug ihrer Harmonischen) erhalten bleiben. Stellen Sie sich zum Beispiel ein Eingangssignal vor, das aus den Sinusschwingungen 440 Hz und 880 Hz besteht, die eine Oktave auseinander liegen. Um dieses Signal nun eine Oktave nach oben zu transponieren, multiplizieren wir diese Frequenzen mit dem Faktor 2, was zu neuen Frequenzen von 880 Hz und 1760 Hz f√ľhrt.

22.18.1 Tipps zum Frequency-Shifter

Frequenzverschiebungen und Ringmodulation können sehr interessante Klangergebnisse liefern. Hier einige Tipps zum Einsatz des Frequency-Shifter-Gerätes.

Stimmen von Schlagzeugklängen

Das Stimmen von gesampeltem Akustik-Schlagzeug ist manchmal schwierig. Eine √ľber den Tonh√∂hen√§nderungs-Parameter eines Samplers vorgenommene Stimmung ver√§ndert oft auch den Klangcharakter auf unnat√ľrliche Weise und f√ľhrt zu "gequetscht" oder "muffig" klingenden Samples. Das Frequency-Shifting kann eine n√ľtzliche Alternative sein.

Probieren Sie den Shift-Modus mit einem Dry/Wet-Wert von 100% aus. Stellen Sie dann den Wert der Fine-Frequenz nicht h√∂her als 100 Hz nach oben oder unten ein. Hierdurch √§ndern sich scheinbare Gr√∂√üe und Stimmung des Schlagzeug-Sounds, w√§hrend die Klangqualit√§t des urspr√ľnglichen Samples erhalten bleibt.

Phasing

Satte Phasing-Effekte können mit extrem kleinen Shift-Werten (nicht mehr als ca. 2 Hz) erzeugt werden. Beachten Sie, dass das Phasing erst durch die Interaktion von Effekt- und Originalsignal entsteht. Sie können nur dann einen Effekt wahrnehmen, wenn die Dry/Wet-Balance beide Signale hörbar macht. Das stärkste Phasing ist bei einem Dry/Wet-Mischungsverhältnis von 50% zu hören.

Tremolo

Im Ring-Modus erzeugen Frequenzen unterhalb der H√∂rgrenze (ca. 20 Hz) einen Tremolo-Effekt. Durch Einschalten des Wide-Parameters und den Einsatz kleiner Spread-Werte k√∂nnen Sie dem Tremolo eine Stereo-Panoramabewegung hinzuf√ľgen.

Mehr lernen...

Schalten Sie versuchsweise ein Spectrum -Gerät (siehe 22.34) hinter den Frequency Shifter, um sich die Auswirkungen von Parameteränderungen nicht nur anhören, sondern auch ansehen zu können. Die Auswirkungen sind besonders gut zu erkennen, wenn Sie dabei einfache, statische Sinusschwingungen als Eingangsquelle benutzen.

22.19 Gate

Gate.png
Der Gate-Effekt

(Hinweis: Der Gate-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verf√ľgbar.)

Der Gate-Effekt leitet nur Signale weiter, deren Pegel √ľber einem vom Anwender gew√§hlten Schwellenwert (Threshold) liegen. Ein Gate kann benutzt werden, um St√∂rger√§usche (zum Beispiel Rauschen oder Brummen) zwischen Kl√§ngen zu entfernen. Man kann mit ihm einen Klang aber auch dadurch formen, dass man Threshold so einstellt, dass Hall- oder Delay-Fahnen beziehungsweise der nat√ľrliche Ausklang eines Instruments durch das Gate beschnitten werden.

Mit Live 9 wurde das interne Verhalten von Gate subtil verbessert. Obwohl das Gate nun "korrekter" arbeitet als in vorherigen Versionen von Live, k√∂nnten Live-Sets, die Gate verwenden und mit Versionen vor Live 9 erzeugt wurden, eventuell etwas abweichend klingen. Um sicherzustellen, dass √§ltere Sets exakt gleich klingen, wird die Option Gate-Legacy-Modus standardm√§√üig beim Laden von alten Sets, die den Gate-Effekt einsetzen, aktiviert. Sie k√∂nnen dieses Verhalten mit Hilfe des Eintrags im Kontextmen√ľ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) in Gates Titelzeile deaktivieren.

Der Display-Bereich von Gate zeigt fortlaufend die Eingangs-Pegel in hellgrau und die Ausgangspegel in dunklerem grau mit weißer Kontur an . So können Sie jederzeit die Stärke des auftretenden Gate-Effekts sehen, was Ihnen beim Einstellen der entsprechenden Parameter hilft.

Der Threshold-Regler bestimmt die Empfindlichkeit des Gates. Der Threshold-Wert wird als horizontale orange Linie dargestellt und kann durch Ziehen der Linie geändert werden.

Return (auch unter dem Begriff "Hysteresis‚ÄĚ bekannt) legt den Unterschied zwischen dem Pegel, der das Gate √∂ffnet und dem Pegel, der es schlie√üt, fest. H√∂here Hysteresis-Werte reduzieren den Flatter-Effekt, der beim schnellen √Ėffnen und Schlie√üen des Gates auftritt, wenn der Pegel des Eingangssignals nahe am Threshold-Pegel liegt. Der Return-Wert wird in der Anzeige von einer zus√§tzlichen orangefarbenen horizontalen Linie dargestellt.

Ist der Flip-Schalter aktiviert, arbeitet das Gate umgekehrt: das Signal wird nur durchgelassen, wenn sein Pegel unterhalb des Threshold ist.

Ein Gate kann erst auf das Eingangssignal reagieren, sobald es ihn erreicht. Da es auch noch seiner Attack- und Release-H√ľllkurve folgen muss, reagiert es immer etwas zu sp√§t. Ein digitales Gate kann dieses Problem l√∂sen, indem der das Eingangssignal zwar gleich analysiert, aber etwas verz√∂gert bearbeitet. Gate bietet drei verschiedene solcher "Lookahead"-Zeiten an: null mS, eine mS und zehn mS. Das Klangresultat kann in Abh√§ngigkeit dieser Werte stark variieren.

Die Attackzeit bestimmt, wie schnell das Gate √∂ffnet, wenn das Eingangssignal den Threshold-Wert √ľberschreitet. Sehr kurze Attackzeiten k√∂nnen scharf klickende Sounds erzeugen, w√§hrend lange Attackzeiten die Einschwingphasen der Kl√§nge weich klingen lassen.

Wenn das Eingangssignal unter den Threshold abfällt, kommt der Hold-Time-Parameter ins Spiel. Nach Ablauf der mit Hold eingestellten Zeit schließt das Gate mit der gewählten Release-Zeit.

Der Floor-Regler bestimmt die St√§rke der Pegelabsenkung, die beim Schlie√üen des Gates angewendet wird. Mit der Einstellung -INF unterdr√ľckt das geschlossene Gate das Eingangssignal v√∂llig. Eine Einstellung von 0.0 bedeutet, dass das Eingangssignal selbst bei geschlossenem Gate ohne Pegelabsenkung an den Ausgang gef√ľhrt wird. Einstellungen zwischen diesen beiden Extremen senken das Eingangssignal bei geschlossenem Gate mehr oder weniger im Pegel ab.

Normalerweise ist das gegatete Signal mit dem Signal identisch, das das Gate auslöst. Mittels Sidechaining ist es jedoch möglich, ein Signal auf der Basis des Pegels eines anderen Signals zu gaten. Klappen Sie das Gate-Fenster mit dem 33174.png Schalter in seiner Titelzeile aus, um Zugriff auf die Sidechaining-Parameter zu erhalten.

Wenn Sie diesen Bereich mit dem "Sidechain"-Schalter aktivieren, k√∂nnen Sie in den Men√ľs darunter jede andere Spur ausw√§hlen. Die so gew√§hlte Signalquelle arbeitet nun anstelle des tats√§chlich gegateten Signals als Ausl√∂ser f√ľr das Gate.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Dry/Wet-Regler erm√∂glicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Ausl√∂ser f√ľr das Gate zu w√§hlen. Steht Dry/Wet auf 100%, wird das Gate ausschlie√ülich von der Sidechain-Signalquelle ausgel√∂st. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erh√∂hen von Gain nicht zu einer Erh√∂hung der Lautst√§rke des Originalsignals im Mix f√ľhrt. Das Sidechain-Signal dient nur dem Ausl√∂sen des Gates und ist nie selbst h√∂rbar.

Sidechain-Gating kann benutzt werden, um den Rhythmus von einer Signalquelle auf eine andere zu √ľbertragen. So kann man zum Beispiel einen gehaltenen Fl√§chenklang im Rhythmus eines Drumloops triggern, indem man in die Fl√§chenklang-Spur ein Gate einf√ľgt, f√ľr das man die Drumloop-Spur als Sidechain-Eingang w√§hlt.

Rechts im External-Bereich finden sich die Parameter f√ľr den Sidechain-EQ. Wenn Sie diesen Bereich aktivieren, wird das Gate durch bestimmte Frequenzb√§nder und nicht durch das gesamte Signal ausgel√∂st. Das k√∂nnen entweder Frequenzen im zu gatenden Signal selbst oder, bei der Kombination mit dem externen Sidechaining, Frequenzen aus dem Signal einer anderen Spur sein.

Mit dem Kopfh√∂rerschalter zwischen dem Extern- und dem EQ-Bereich k√∂nnen Sie nur das Sidechain-Signal abh√∂ren und den Ausgang des Gates stummschalten. Da das Sidechain-Signal nicht zum Ausgang gelangt und nur als Ausl√∂ser f√ľr das Gate arbeitet, vereinfacht Ihnen diese tempor√§re Abh√∂rm√∂glichkeit, die Sidechain-Parameter einzustellen und das Signal zu √ľberpr√ľfen, das das Gate arbeiten l√§sst. Ist diese Taste eingeschaltet, zeigt der Display-Bereich den Eingangspegel der Sidechain in gr√ľn an.

22.20 Glue Compressor

Glue.png
Der Effekt Glue Compressor

(Hinweis: Der Glue CompressorEffekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Der Glue Compressor ist ein analog-modellierter Kompressor, der zusammen mit Cytomic entwickelt wurde. Er basiert auf dem klassischen BUS-Kompressor einer ber√ľhmten Mischkonsole aus den 80ern. Wie Lives originaler Compressor (siehe 22.7), kann auch der Glue Compressor zur Dynamik-Steuerung von Einzelspuren verwendet werden. Er ist jedoch haupts√§chlich f√ľr den Einsatz in einer Master- oder Gruppen-Spur gedacht, um verschiedene Klangquellen zu einem dichteren und stimmigen Gesamt-Sound "zusammenzuschwei√üen".

Mit dem Threshold-Regler wird eingestellt, bei welchem Pegel die Kompression beginnt. Signale oberhalb des Threshold werden nach Maßgabe des Ratio-Parameters leiser geregelt, der das Verhältnis zwischen Ein- und Ausgangspegel bestimmt. Anders als bei Compressor bietet Glue Compressor keine regelbare Knee-Charakteristik. Stattdessen wird die Knee steiler, wenn die Ratio erhöht wird.

Attack regelt wie lange es dauert, bis nach dem √úberschreiten des Thresholds die maximale Kompression wirksam wird. Der Wert des Attack-Reglers wird in Millisekunden angezeigt. Der Release-Regler bestimmt, wie lange der Kompressor ben√∂tigt, um in den Normalbetrieb zur√ľckzukehren, nachdem der Signalpegel unter den Threshold-Wert f√§llt. Der Wert des Release-Reglers wird in Sekunden angezeigt. Ist Release auf A (Auto) gestellt, wird die Release-Zeit automatisch, in Abh√§ngigkeit vom Eingangssignal eingestellt. Beim Auto Release von Glue Compressors werden sogar zwei verschiedene Zeiten eingesetzt - ein langsamer Wert f√ľr die Basiskompression und ein schneller, um auf Transienten im Signal reagieren zu k√∂nnen. Auto Release ist eventuell zu langsam, um auf sehr pl√∂tzliche Pegel√§nderungen zu reagieren. Die Funktion ist jedoch im Allgemeinen gut geeignet, um unterschiedlichstes Material sanft zu komprimieren.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverh√§ltnis zwischen dem komprimierten und unkomprimierten Signal. Bei 100% ist nur das komprimierte Signal zu h√∂ren, w√§hrend sich das Ger√§t bei 0% praktisch im Bypass befindet. Eine andere M√∂glichkeit die St√§rke der Kompression zu steuern, ist der Range-Parameter, der bestimmt, wie viel Kompression insgesamt auftreten kann. Werte zwischen ca. -60 und -70 dB emulieren die Original-Hardware, w√§hrend Werte zwischen -40 und -15 dB eine n√ľtzliche Alternative zum Dry/Wet-Regler sein k√∂nnen. Bei 0 dB tritt keine Kompression auf.

Makeup hebt den Signalpegel an und erm√∂glicht es Ihnen, die durch Kompression verursachte Pegelabsenkung wieder auszugleichen. Ein Makeup-Wert der grob der Position der Nadel in der Anzeige entspricht sollte ungef√§hr zu einem Pegel f√ľhren, den Sie vor der Kompression hatten.

Der Soft-Clip-Schalter aktiviert einen fest eingestellten Waveshaper, der sehr n√ľtzlich zum D√§mpfen von sehr lauten knalligen Transienten sein kann. Wird der Waveshaper aktiviert, liegt Glue Compressors maximaler Ausgangspegel bei - 0.5 dB. (Bitte beachten Sie, dass bei eingeschaltetem Oversampling vereinzelt sehr laute Pegelspitzen √ľber 0 dB auftreten k√∂nnen.) Der Soft Clipper ist kein transparenter Limiter und f√ľgt, wenn er aktiviert ist, Ihrem Signal Verzerrungen hinzu. Wir empfehlen ihn deaktiviert zu lassen, au√üer, wenn Sie bewusst nach solchen "f√§rbenden" Verzerrungen suchen.

Die Nadel von Glue Compressor zeigt den Wert der Pegelabsenkung in dB. Die Clip-LED leuchtet rot, sobald der Ausgangspegel des Ger√§ts 0 dB √ľbersteigt. Wenn Soft Clipping aktiviert ist, wird die LED gelb und zeigt an, dass Pegelspitzen beschnitten werden.

22.20.1 Sidechain-Parameter

GlueSidechain.png
Der Glue-Compressor-Effekt mit den Sidechain-Parametern.

Normalerweise ist das komprimierte Signal mit dem Eingangssignal, das die Kompression auslöst, identisch. Bei Verwendung von Sidechaining ist es jedoch möglich, ein Signal basierend auf dem Pegel eines anderen Signals oder basierend auf einem bestimmten Frequenzband zu komprimieren. Die Sidechain-Parameter erreichen Sie, indem Sie das Glue-Compressor-Fenster durch Umschalten des Tasters 33232.png in seiner Titelleiste ausklappen.

Die Sidechain-Parameter sind in zwei Bereiche unterteilt. Links finden sich die External-Parameter. Wenn Sie diesen Bereich mit dem "Sidechain"-Schalter aktivieren, k√∂nnen Sie jeden von Lives internen Routing-Punkten aus dem Men√ľ darunter ausw√§hlen. Die so gew√§hlte Signalquelle arbeitet nun anstelle des tats√§chlich komprimierten Signals als Ausl√∂ser f√ľr Glue Compressor.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Dry/Wet-Regler erm√∂glicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Ausl√∂ser f√ľr den Kompressor zu w√§hlen. Steht Dry/Wet auf 100%, wird Glue Compressor ausschlie√ülich von der Sidechain-Signalquelle ausgel√∂st. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erh√∂hen von Gain nicht zu einer Erh√∂hung der Lautst√§rke des Originalsignals im Mix f√ľhrt. Das Sidechain-Signal dient nur dem Ausl√∂sen von Glue Compressor und ist nie selbst h√∂rbar.

Rechts im External-Bereich finden sich die Parameter f√ľr den Sidechain-EQ. Wenn Sie diesen Bereich aktivieren, wird Glue Compressor durch bestimmte Frequenzb√§nder und nicht durch das gesamte Signal ausgel√∂st. Das k√∂nnen entweder Frequenzen im komprimierten Signal selbst sein, oder in Kombination mit externem Sidechaining auch Frequenzen aus dem Signal einer anderen Spur.

Mit dem Kopfh√∂rerschalter zwischen dem Extern- und dem EQ-Bereich k√∂nnen Sie nur das Sidechain-Signal abh√∂ren und den Ausgang von Glue Compressor stummschalten. Da das Sidechain-Signal nicht zum Ausgang gelangt und nur als Ausl√∂ser f√ľr Glue Compressor arbeitet, vereinfacht Ihnen diese tempor√§re Abh√∂rm√∂glichkeit, die Sidechain-Parameter einzustellen und das Signal zu √ľberpr√ľfen, das Glue Compressor arbeiten l√§sst.

Parameter im Kontextmen√ľ

Das Oversampling kann √ľber den entsprechenden Eintrag im Kontextmen√ľ mit [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick] (Mac) aktiviert/deaktiviert werden. Das Aktivieren dieser Option l√§sst Glue Compressor die Bearbeitung intern mit der doppelten Samplingrate durchf√ľhren, was Aliasing und harsch klingende Transienten reduzieren kann. Der Oversampling-Modus belastet die CPU etwas st√§rker. Bitte beachten Sie, dass bei eingeschaltetem Oversampling der Pegel 0 dB √ľberschreiten kann, selbst wenn Soft Clip aktiviert ist.

22.21 Grain Delay

GrainDelay.png
Der Grain-Delay-Effekt

(Hinweis: Der Grain-Delay-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verf√ľgbar.)

Das Grain Delay zerlegt das Eingangssignal in winzige Partikel (sogenannte "Grains"), die individuell verz√∂gert werden. Die Grains k√∂nnen au√üerdem unabh√§ngig vom Eingangssignal gestimmt werden. Sowohl die Tonh√∂he, als auch die Delayzeit k√∂nnen zuf√§llig variiert werden, wodurch sich komplexe Klang- und Rhythmus-Gebilde erzeugen lassen, die mit dem Eingangssignal nicht mehr viel zu tun haben m√ľssen. Das kann sehr n√ľtzlich zum Erzeugen neuer Kl√§nge und Klangtexturen sowie zum Vertreiben von ungebetenen G√§sten und noch viel ungebeteneren Insekten sein (ein Scherz...).

Jeder Parameter kann der vertikalen oder horizontalen Achse des X/Y-Feldes zugewiesen werden. Verwenden Sie die Wahlschalter unter dem X/Y-Feld, um einen Parameter der X-Achse zuzuordnen. Verwenden Sie den Wahlschalter links neben dem Feld, um einen Parameter der Y-Achse zuzuordnen.

Der Wahlschalter Delay Time erlaubt es, die Delayzeit in Abh√§ngigkeit vom Songtempo einzustellen. Die Nummern repr√§sentieren dabei Sechzehntelnoten. Ein Wert von "4" erzeugt demnach eine Verz√∂gerung von vier Sechzehntelnoten, was einem Delay von einer Viertelnote entspricht. Ist der Sync-Modus aktiv, verk√ľrzt oder verl√§ngert das Delay-Time-Feld die Verz√∂gerung um den gew√§hlten Prozentsatz und erzeugt so den aus Drumcomputern bekannten und mit "Swing" bezeichneten Timing-Effekt.

Ist der Sync-Schalter deaktiviert, wird die Delayzeit in Millisekunden ausgedr√ľckt. In diesem Fall k√∂nnen Sie die Delayzeit durch Ziehen der Werte mit der Maus oder durch Klicken und Eintippen eingeben.

Die Delay-Zeit lässt sich auch der horizontalen Achse des X-Y-Felds zuweisen.

Spray sorgt f√ľr zuf√§llige Variationen bei der Delayzeit. Niedrige Werte "verschmieren" das Signal zeitlich etwas und f√ľgen ihm dadurch eine Art Rauschanteil hinzu. Hohe Werte zerst√∂ren die zeitliche Struktur des Signals komplett und sorgen damit f√ľr mehr oder weniger viel rhythmisches Chaos - die bevorzugte Einstellung f√ľr Anarchisten. Spray sorgt f√ľr zuf√§llige Variationen bei der Delayzeit.

Die Größe und Dauer der Grains hängt von dem Frequency-Parameter ab. Auch die klangliche Auswirkung von Pitch und Spray wird stark von diesem Parameter beeinflusst.

Die Tonhöhe der Grains kann mit dem Pitch-Parameter eingestellt werden, der wie bei einem einfachen PitchShifter funktioniert.

Random Pitch variiert die Tonh√∂he mit Zufallswerten f√ľr jedes Grain. Niedrige Werte f√ľhren zu einer Art Chorus-Effekt, hohe Werte k√∂nnen dem Eingangssignal jegliche Tonalit√§t rauben. Dieser Parameter kann sinnvoll mit dem Pitch-Parameter gemeinsam benutzt werden, um gleichzeitig Stimmung und Tonalit√§t des Signals zu beeinflussen.

Mit dem Feedback-Parameter kann der Anteil des vom Ausgang an den Eingang zur√ľckgef√ľhrten Signals bestimmt werden. Hohe Werte k√∂nnen zu einem unendlichen Feedback f√ľhren - achten Sie auf Ihre Ohren und Lautsprecher, wenn Sie das ausprobieren!

Das Grain-Delay besitzt auch einen Dry/Wet-Parameter; er kann der Y-Achse des X/Y-Feldes zugeordnet werden.

22.22 Limiter

Limiter.png
Der Limiter-Effekt.

(Hinweis: Der Limiter-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verf√ľgbar.)

Limiter ist ein Dynamikprozessor in Masteringqualit√§t, der sicher stellt, dass das Ausgangssignal einen bestimmten Pegel nicht √ľberschreitet. Limiter wird idealerweise auf einer Summenspur eingesetzt, um √úbersteuerungen und Clipping zu vermeiden. Im Wesentlichen handelt es sich bei einem Limiter um einen Kompressor mit unendlicher Ratio. Weitere theoretische Informationen zum Thema Kompressor finden Sie im Handbucheintrag zum Compressor-Ger√§t (siehe 22.5).

Der Gain-Regler ermöglicht Ihnen den Pegel des Eingangssignals vor der Limiter-Bearbeitung anzuheben oder abzusenken.

Der Ceiling-Parameter bestimmt den absoluten, maximalen Ausgangspegel des Limiters. Wenn Ihr Eingangssignal keine √ľber dem Ceiling-Wert liegenden Pegelspitzen enth√§lt, nimmt Limiter auch keine Bearbeitung am Signal vor.

Der Stereo/L/R-Schalter legt fest, wie Limiter Pegelspitzen behandelt, die nur auf einer Seite im Stereopanorama auftreten. Im L/R-Modus arbeitet Limiter wie zwei einzelne Ger√§te mit unabh√§ngigem Limiting f√ľr jeden Kanal. Im Stereo-Modus wird das Limiting auf beiden Kan√§len angewendet, sobald auf einem der Kan√§le Pegelspitzen auftreten, die eine Kompression erforderlich machen. Der L/R-Modus erm√∂glicht Limiter eine st√§rkere Kompression, die jedoch auch Verschiebungen im Stereobild zur Folge hat.

Das Lookahead-Wahlmen√ľ beeinflusst die Reaktionsgeschwindigkeit des Limiters auf Pegelspitzen. K√ľrzere Lookahead-Zeiten erlauben eine st√§rkere Kompression, f√ľhren jedoch zu einem Anstieg von Verzerrungen, insbesondere im Bassbereich.

Der Release-Regler bestimmt, wie lange Limiter ben√∂tigt, um in den Normalbetrieb zur√ľckzukehren, nachdem der Signalpegel unter den Ceiling-Wert f√§llt. Ist Auto aktiviert, analysiert Limiter das Eingangssignal und stellt eine geeignete Release-Zeit automatisch ein.

Die Pegelanzeige erm√∂glicht eine optische Kontrolle √ľber die am Signal vorgenommene Pegelabsenkung (Gain Reduction).

Beachten Sie, dass Ger√§te oder Kanal-Fader, die im Signalfluss hinter Limiter liegen, weiteren Pegel hinzuf√ľgen k√∂nnen. Um sicherzustellen, dass Ihr abschlie√üendes Ausgangssignal absolut keine √úbersteuerung enth√§lt, setzen Sie Limiter als letztes Ger√§t in die Ger√§tekette der Masterspur ein und stellen Ihren Masterfader auf einen Wert kleiner oder gleich 0 dB.

22.23 Looper

Looper.png
Der Looper-Effekt.

(Hinweis: Der Looper-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verf√ľgbar.)

Looper ist ein Audio-Effekt, der auf der klassischen Echtzeit-Looper-Hardware basiert. Er erm√∂glicht Ihnen die Aufnahme und Schleifenwiedergabe (Looping) von Kl√§ngen und somit das Erzeugen von endlosen Overdubs, die synchron zu Ihrem Set abgespielt werden. Wenn das Set nicht wiedergegeben wird, kann Looper das eingehende Audiomaterial analysieren und Lives Tempo anpassen. Sie k√∂nnen vor der Aufnahme auch eine Loop-L√§nge vorbestimmen, sodass Live sein Tempo automatisch anpasst und Ihr Loop somit in die angegebene Taktzahl hineinpasst. Dar√ľberhinaus k√∂nnen Audiodateien in Looper importiert werden, z.B. als Basis f√ľr neues Overdub-Material. Auch lassen sich Audiodateien als neue Clips aus Looper exportieren.

In der oberen Hälfte von Loopers Oberfläche befindet sich eine große Anzeige, die Ihnen eine optimale Lesbarkeit während Ihrer Performance bietet. Bei der Aufnahme wird die gesamte Anzeige rot. Nach Abschluss der Aufnahme zeigt sie die aktuelle Position im Loop und die gesamte Looplänge in Takten und Schlägen an.

Loopers Transport-Taster arbeiten √§hnlich wie die anderen Transportsteuerungen in Live. Die Aufnahme-Taste startet die Aufnahme des Eingangssignals, solange bis eine andere Taste gedr√ľckt wird. Durch die Aufnahme werden alle momentan in Looper gespeicherten Audiodaten √ľberschrieben. Mit Overdub werden st√§ndig weitere Aufnahmelayer des Eingangssignals hinzugef√ľgt, die alle die L√§nge des urspr√ľnglich aufgenommenen Materials haben. Die Play-Taste gibt den momentanen Zustand von Loopers Pufferspeicher wieder, ohne neues Material aufzunehmen. Die Stop-Taste stoppt die Wiedergabe.

Das Verhalten der Transportsteuerung √§ndert sich abh√§ngig davon, ob Lives Wiedergabe l√§uft oder nicht. Bei laufender Wiedergabe verh√§lt sich Looper wie ein Clip und unterliegt der globalen Launch-Quantisierung, deren Wert im Quantisierungs-Wahlmen√ľ (siehe 4.11)eingestellt werden kann. Wird die Wiedergabe in Live gestoppt, schaltet sich sofort Loopers eigene Transportsteuerung ein, unabh√§ngig von der Quantisierungs-Einstellung.

Die Clear-Taste l√∂scht Loopers Puffer. Wenn Sie Clear im Overdub-Modus bei laufender Wiedergabe dr√ľcken, wird nur der Inhalt des Puffers gel√∂scht, Tempo und L√§nge bleiben jedoch erhalten. Das Dr√ľcken von Clear in irgendeinem der anderen Modi l√∂scht auch die Einstellungen f√ľr Tempo und L√§nge.

Die Undo-Taste l√∂scht alle Overdubs, die seit dem letzten Dr√ľcken der Overdub-Taste gemacht wurden. Ihre urspr√ľngliche Aufnahme und alle in vorherigen Durchl√§ufen gemachten Overdubs bleiben jedoch erhalten. Nach Dr√ľcken von Undo wechselt der Taster zu Redo. Der Redo-Speicher wird dann durch das Material ersetzt, das mit dem letzten Undo-Befehl gel√∂scht wurde.

Die gro√üe Taste unter der Transportsteuerung ist die Multi-Transport-Taste. Wie bei den normalen Transporttasten √§ndert sich das Verhalten dieser Taste abh√§ngig von Loopers momentanem Wiedergabe-Status und ob bereits Material aufgezeichnet wurde oder nicht. Ist der Puffer leer, startet ein einzelner Mausklick die Aufnahme. Befindet sich Looper im Aufnahme-, Overdub- oder Stop-Modus schaltet ein einzelnes Dr√ľcken des Pedals wieder auf den Play-Modus um. W√§hrend der Wiedergabe wechselt Looper durch einmaliges Dr√ľcken in den Overdub-Modus und erm√∂glicht so das einfache hin und her schalten zwischen Overdub und Wiedergabe, jeweils mit einem einzigen zus√§tzlichen Pedaldruck.

Schnelles zweifaches Dr√ľcken der Taste stoppt Looper entweder aus dem Play- oder Overdub-Modus. Das Dr√ľcken und Halten der Taste f√ľr zwei Sekunden im Wiedergabe-Modus aktiviert Undo oder Redo. Das Dr√ľcken und Halten des Pedals f√ľr zwei Sekunden im Stop-Modus hingegen l√∂scht Loopers Puffer.

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√úbersicht √ľber das Verhalten von Loopers Multi-Transport-Taste

Loopers Multi-Transport-Taste wurde f√ľr den Einsatz mit einem MIDI-Fu√üschalter optimiert. Um ein Pedal zuzuordnen, gehen Sie in den MIDI-Zuweisungs-Modus (siehe 26.2.1), klicken auf die Taste und dr√ľcken dann Ihr angeschlossenes Pedal. Danach verlassen Sie den MIDI-Zuweisungs-Modus.

Das Tempo-Control-Wahlmen√ľ beeinflusst den Zusammenhang zwischen Loopers Tempo und dem globalen Tempo von Live:

  • None: Loopers internes Tempo ist vollkommen unabh√§ngig von Lives globalem Tempo.
  • Follow song tempo: Loopers Wiedergabegeschwindigkeit wird so angepasst, dass das aufgenommene Material mit dem globalen Tempo von Live abgespielt wird.
  • Set & Follow song tempo: Hierbei wird das globale Tempo von Live an das Tempo des in Looper aufgenommenen Materials angepasst. Alle nachfolgenden √Ąnderungen an Lives globalem Tempo √§ndern auch die Geschwindigkeit von Loopers Wiedergabe, so dass das aufgenommene Material mit dem neuen globalen Tempo abgespielt wird.

Mit dem Record-Length-Wahlmen√ľ kann die Aufnahmel√§nge des Materials eingestellt werden. Seine Auswirkungen √§ndern sich abh√§ngig davon, ob Lives globaler Transport l√§uft oder nicht und k√∂nnen auch Lives globales Tempo bestimmen, abh√§ngig von der Einstellung im Tempo-Control-Wahlmen√ľ:

  • Bei laufendem Song: Ist Loopers Record-Length-Wahlmen√ľ auf den Standardwert "x bars" gestellt, nimmt Looper solange auf, bis eine andere Transport-Taste gedr√ľckt wird. Wenn Sie eine bestimmte Taktanzahl f√ľr die Aufnahmel√§nge festlegen, indem Sie eine andere Option im Wahlmen√ľ ausw√§hlen, nimmt Looper nur diese festgelegte Taktanzahl auf und schaltet dann auf Play oder Overdub um, je nachdem, was mit dem Taster neben dem Wahlmen√ľ festgelegt wurde.
  • Bei nicht laufendem Song: Wenn Loopers Record-Length-Wahlmen√ľ auf den Standardwert "x bars" gestellt ist, versucht Looper das Tempo des aufgenommenen Materials zu sch√§tzen, sobald Sie Overdub, Play oder Stop dr√ľcken. Dies kann jedoch dazu f√ľhren, dass das Tempo doppelt oder halb so schnell wie gew√ľnscht ist. Wenn Sie vorher zuerst eine feste Anzahl an Takten bestimmen, stellt Looper das Tempo so ein, dass Ihre Aufnahme genau in diese Zeitspanne hineinpasst.

Das Song-Control-Wahlmen√ľ bestimmt, wie Loopers Transportsteuerung den globalen Transport von Live beeinflusst:

  • None bedeutet, dass Loopers Transportsteuerung keinen Einfluss auf den globalen Transport von Live besitzt.
  • Start Song startet Lives globalen Transport, sobald Looper in den Play- oder Overdub-Modus geht. Loopers Stop-Taste hat jedoch keinen Einfluss auf den globalen Transport.
  • Start & Stop Song verkn√ľpft Lives globalen Transport fest mit der Transportsteuerung von Looper. Das Betreten des Play- oder Overdub-Modus startet Lives Transport, w√§hrend das Dr√ľcken von Loopers Stop-Taste den Transport von Live stoppt.

Wird Lives Wiedergabe √ľber Looper gestartet, wird die Wiedergabeposition bei allen Apps, die √ľber Ableton Link (siehe 29.1) verbunden sind, automatisch √ľbernommen. Dies stellt sicher, dass diese Apps tempo-synchron bleiben und die richtige Position innerhalb der musikalischen Phrase erhalten bleibt.

Die "\\2"-Taste verdoppelt die L√§nge des Aufnahme-Puffers in Looper. Das gesamte, bereits aufgenommene Material wird einfach dupliziert. Dies erm√∂glicht Ihnen zum Beispiel zun√§chst eine Serie mit eintaktigen Ideen aufzunehmen und dann eine zweitaktige Ideenfolge dar√ľberzulegen. L√§nge und Tempo von Loopers Puffer werden im Display-Bereich angezeigt.

Auf ähnliche Weise halbiert die ":2"-Taste die Länge des aktuellen Puffers. Das Material in der momentan wiedergegebenen Hälfte wird behalten, während die andere Hälfte gelöscht wird.

Der "Drag me!"-Bereich in der Anzeige erm√∂glicht Ihnen den Export von Loopers Pufferspeicher als neue Audiodatei. Sie k√∂nnen den Inhalt direkt in den Browser oder auf eine Spur ziehen und somit einen neuen Clip erzeugen. Der Warp-Modus des neu erzeugten Clips wird standardm√§√üig auf Re-Pitch (siehe 9.3.4) gestellt. Sie k√∂nnen auch Audio-Dateien in den "Drag me!"-Bereich ziehen, wodurch die Inhalte von Loopers Puffer ersetzt werden. Dieses Material l√§sst sich dann beispielsweise als Basis f√ľr weitere Overdubs verwenden.

Der Speed-Regler steuert Loopers Wiedergabegeschwindigkeit (und somit auch die Tonh√∂he des Material). Mit den Up- und Down-Pfeiltastern auf der linken Seite l√§sst sich die Tonh√∂he in Oktavschritten nach oben oder unten √§ndern (durch Verdopplung oder Halbierung der Wiedergabegeschwindigkeit). Diese Tasten unterliegen den Einstellungen des Quantisierungs-Wahlmen√ľs.

Eine Aktivierung des Reverse-Tasters spielt das bereits aufgezeichnete Material r√ľckw√§rts ab. Alle Overdubs, die Sie nach der Aktivierung von Reverse aufnehmen, werden dann vorw√§rts abgespielt. Beachten Sie bitte, dass ein nachfolgendes Deaktivieren von Reverse dieses Verhalten wieder umkehrt; das √ľrspr√ľngliche Material wird dann wieder vorw√§rts abgespielt, die mit aktiver Reverse-Funktion gemachten Overdubs hingegen r√ľckw√§rts. Das Aktivieren der Reverse-Funktion unterliegt den Einstellungen des Quantisierungs-Wahlmen√ľs.

Feedback legt die Lautst√§rke des bereits aufgenommenen Materials fest, das beim Overdub wieder zur√ľck in Looper geleitet wird. Steht der Wert auf 100%, wird die Lautst√§rke der bereits gemachten Aufnahmen nicht ge√§ndert. Bei 50% halbiert sich die Lautst√§rke mit jeder Wiederholung. S√§mtliche √Ąnderungen des Feedback-Werts zeigen bis zur n√§chsten Wiederholung keine Auswirkung. Beachten Sie, dass Feedback keinen Einfluss im Play-Modus besitzt; jede Wiederholung hat die gleiche Lautst√§rke.

Das Input -> Output-Wahlmen√ľ bietet vier Optionen, um den Eingang von Looper abzuh√∂ren:

  • Always erm√∂glicht das Eingangssignal immer abzuh√∂ren, unabh√§ngig von Loopers Wiedergabe- oder Aufnahme-Status. Always w√§hlen Sie normalerweise, wenn Looper als Effekt auf einer einzigen Spur eingesetzt wird.
  • Never bedeutet, dass das Eingangssignal nie zu h√∂ren ist. In der Regel wird Never gew√§hlt, wenn Looper als Effekt auf einer Return-Spur eingesetzt wird und dabei sein Eingang von den Sends mehrerer anderer Spuren gespeist wird.
  • Rec/OVR bedeutet, dass der Eingang nur im Aufnahme- und Overdub-Modus zu h√∂ren ist, jedoch nicht, wenn Looper im Play-Modus oder gestoppt ist. Dies ist n√ľtzlich, wenn das Eingangssignal √ľber mehrere Spuren verteilt werden muss, die jeweils einen eigenen Looper enthalten. Wird jeder dieser Looper von einem eigenen Fu√üpedal gesteuert, k√∂nnen Sie den Aufnahme- und Wiedergabe-Status umschalten, ohne sich w√§hrend des Spielens um die Monitoreinstellungen k√ľmmern zu m√ľssen.
  • Rec/OVR/Stop erm√∂glicht das Abh√∂ren des Eingangs, au√üer wenn sich Looper im Wiedergabe-Modus befindet. Die Funktion √§hnelt Beat Repeats (siehe 22.4) Insert-Modus und kann zum Aufnehmen von Material benutzt werden, das Ihr Live-Spielen pl√∂tzlich unterbricht.

22.23.1 Feedback-Routing

Looper kann sowohl Quelle als auch Ziel f√ľr das interne Routing (siehe 14.6) zu anderen Spuren sein. Hierdurch k√∂nnen Sie z.B. mit Looper Overdubs erzeugen, bei denen das Feedback-Signal immer wieder neu √ľber die Effekt-Ger√§te anderer Spuren l√§uft. Um dies zu erreichen:

  1. F√ľgen Sie Looper auf einer Spur ein.
  2. Nehmen Sie mindestens einen Durchgang mit Audio-Material in Looper auf.
  3. Erzeugen Sie eine neue Audio-Spur.
  4. In den oberen Audio From- und Audio To-Wahlmen√ľs dieser neuen Spur, w√§hlen Sie die Spur aus, die Looper enth√§lt.
  5. In den beiden unteren Eing√§nge/Ausg√§nge-Wahlmen√ľs der neuen Spur, w√§hlen Sie als Abgriffpunkt jeweils "Insert-Looper" aus.
  6. Schalten Sie den Monitor-Wahlschalter dieser Spur auf "In."
  7. F√ľgen Sie der Ger√§te-Kette dieser neuen Spur zus√§tzliche Effekt-Ger√§te hinzu.
  8. Aktivieren Sie in Looper den Overdub-Modus.

Loopers Ausgangssignal wird nun durch die Ger√§tekette der anderen Spur und wieder zu seinem eigenen Eingang zur√ľck geroutet. Hierdurch steigert sich mit jedem Durchgang die St√§rke der Effektbearbeitung f√ľr die Overdub-Layer.

22.24 Multiband Dynamics

MultibandDynamics.png
Der Multiband-Dynamics-Effekt.

(Hinweis: Der Multiband-Dynamics-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Das Multiband-Dynamics-Ger√§t ist ein flexibles Werkzeug zur √Ąnderung der Dynamik von Audiomaterial. Haupts√§chlich als Mastering-Effekt konzipiert, erm√∂glicht Multiband Dynamics die Anwendung verschiedener Kompressions- und Expansions-Arten mit maximal drei unabh√§ngigen Frequenzb√§ndern, von denen jedes Band eine regelbare √úbergangsfrequenz und eigene H√ľllkurven-Parameter besitzt. Jeder Frequenzbereich hat sowohl einen oberen als auch unteren Threshold, was die gleichzeitige Dynamikbearbeitung mit zwei Kompressionsarten pro Band erm√∂glicht.

22.24.1 Dynamikbearbeitung: Theorie

Um das Multiband-Dynamics-Gerät besser zu verstehen, hilft es, die vier verschiedenen Methoden zu kennen, mit denen die Dynamik eines Signals beeinflusst werden kann.

Normalerweise ist mit dem Begriff "Kompression" das Absenken von Signalpegeln gemeint, die einen Threshold √ľberschreiten. Auf diese Weise funktioniert Lives Compressor (siehe 22.7). Sie wird pr√§ziser auch als Downward-Kompression bezeichnet, da der Pegel von lauten Signalen verringert und der Dynamikbereich eingeschr√§nkt wird. Es ist jedoch auch m√∂glich, die Signaldynamik einzuschr√§nken, indem Signalpegel, die sich unter einem Threshold befinden, angehoben werden. Diese weitaus weniger gebr√§uchliche Kompressionsform wird auch Upward-Kompression genannt. Wie bei dem folgenden Diagramm ersichtlich, f√ľhrt die Anwendung von beiden Kompressionsarten zu einem Signal, das einen kleineren Dynamikumfang als das urspr√ľngliche Signal hat.

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Downward- und Upward-Kompression.

Das Gegenteil von Kompression ist Expansion. Ein typischer Expander verringert den Pegel von Signalen, die sich unter einem Threshold befinden. Nach diesem Prinzip arbeitet auch Lives Gate (siehe 22.19), was pr√§ziser auch als Downward-Expansion bezeichnet wird, da der Pegel von leisen Signalen weiter verringert und somit der Dynamikbereich erweitert wird. Es ist jedoch auch m√∂glich, den Dynamikbereich eines Signals zu erweitern, indem Signalpegel, die √ľber einem Threshold liegen, weiter angehoben werden. √Ąhnlich der Upward-Kompression wird diese Technik auch als Upward-Expansion bezeichnet und ist weitaus weniger verbreitet. Das folgende Diagramm zeigt, dass beide Expansionsarten zu einem Signal mit h√∂herem Dynamikumfang f√ľhren.

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Downward- und Upward-Expansion.

Eine Zusammenfassung:

  • Downward-Kompression (verbreitet): macht laute Signale leiser
  • Upward-Kompression (weniger verbreitet): macht leise Signale lauter
  • Downward-Expansion (verbreitet): macht leise Signale leiser
  • Upward-Expansion (weniger verbreitet): macht laute Signale lauter

Das Multiband-Dynamics-Ger√§t erm√∂glicht die Bearbeitung mit allen vier Methoden. Da das Ger√§t dar√ľberhinaus die Eingangssignale in drei Frequenzb√§nder aufteilen kann und jedes Band sowohl einen unteren als auch oberen Threshold besitzt, bietet eine Instanz des Multiband-Dynamics-Effekts insgesamt sechs Arten an Dynamikbearbeitung gleichzeitig.

22.24.2 Oberfläche und Parameter

Die High- und Low-Taster schalten die gleichnamigen High- und Low-B√§nder ein oder aus. Sind beide Eckb√§nder ausgeschaltet, funktioniert das Ger√§t als normaler, einbandiger Kompressor. In diesem Fall beeinflussen nur die Mid-Parameter das Eingangssignal. Mit den Frequency-Reglern unter den High- und Low-Tasten k√∂nnen die √úbergangsfrequenzen eingestellt werden, die wiederum den Frequenzbereich f√ľr jedes Band festlegen. Wenn Low-Frequency auf 500 Hz und High-Frequency auf 2000 Hz gestellt ist, dann reicht das tiefe Band von 0 Hz bis 500 Hz, das mittlere von 500 Hz bis 2000 Hz und das hohe von 2000 Hz bis zur h√∂chsten Frequenz, die mit der eingestellten Samplingrate oder Ihrer Hardware erreicht werden kann.

Jedes Band hat einen Aktivierungs- und Solo-Schalter. Wird ein Band auf diese Weise deaktiviert, werden seine Kompressions/Expansions- und Gain-Parameter umgangen. Das Solo-H√∂ren eines Bandes schaltet die anderen B√§nder stumm. Der Input-Regler erh√∂ht oder verringert den Eingangspegel f√ľr jedes Band getrennt, noch bevor die Dynamikbearbeitung durchgef√ľhrt wird. Die Output-Regler rechts von der Anzeige bestimmen hingegen den Ausgangspegel f√ľr die B√§nder nach der Bearbeitung.

Der Anzeige-Bereich erm√∂glicht Ihnen nicht nur eine optische Kontrolle √ľber Ihre Dynamikbearbeitung, sondern auch das Einstellen der relevanten Kompressions- bzw. Expansions-Parameter. F√ľr jedes Band wird der Ausgangspegel mit den gro√üen Balken und der Eingangspegel vor der Bearbeitung mit den kleinen gelben Balken angezeigt. Wird keine Dynamikbearbeitung ausgef√ľhrt, liegt die Eingangsanzeige auf einer Linie mit der Ausgangsanzeige. Die Skalierung im unteren Displaybereich zeigt einen dB-Wert. Wenn Sie den Pegel oder die Dynamikbearbeitung f√ľr ein Band einstellen, k√∂nnen Sie sehen, wie sich der Ausgangspegel im Vergleich zum Eingangspegel √§ndert.

Wenn Sie mit der Maus √ľber die Anzeige gehen, √§ndert sich der Cursor zur Klammer, sobald er sich den Seiten rechts oder links der Bl√∂cke n√§hert. Diese Bl√∂cke repr√§sentieren die Signalpegel unter dem unteren (Below, kurz B) und √ľber dem oberen (Above, kurz A) Threshold. Ein Ziehen nach links oder rechts an den Seiten dieser Bl√∂cke stellt somit den Threshold ein. Ein Halten von Shift w√§hrend des Ziehens stellt f√ľr alle B√§nder den gleichen Threshold ein. Halten Sie ALT, um gleichzeitig obere und untere Thresholds f√ľr ein einzelnes Band einzustellen.

Wenn Sie mit der Maus in die Mitte eines Blocks gehen, √§ndert sich der Cursor zu einem Pfeilsymbol. Klicken und ziehen Sie nach oben oder unten, um das Signal innerhalb des gew√§hlten Lautst√§rkebereichs lauter oder leiser zu machen. Ein Halten der Shift-Taste w√§hrend des Ziehens, stellt die Lautst√§rke des gleichen Blocks f√ľr alle B√§nder ein. Halten Sie ALT(PC) / ALT(Mac), um gleichzeitig obere und untere Thresholds f√ľr ein einzelnes Band einzustellen. Ein Doppelklick in den Bereich setzt die Lautst√§rke bzw. Ratio auf ihren Standardwert zur√ľck.

Fachsprachlich entspricht eine Verkleinerung des Pegels im Block √ľber dem Oberen Threshold (A) der Anwendung von Downward-Kompression und eine Vergr√∂√üerung der Anwendung von Upward-Expansion. Ebenso entspricht eine Verkleinerung des Pegels im Block unter dem Unteren Threshold (B) der Anwendung von Downward-Expansion, w√§hrend eine Vergr√∂√üerung der Anwendung von Upward-Kompression entspricht. In allen F√§llen stellen Sie in den Bl√∂cken die Ratio des jeweiligen Kompressors oder Expanders ein.

Die Threshold- und Ratio-Parameter f√ľr alle B√§nder lassen sich auch in der Spalte rechts von der Anzeige einstellen. Mit den "T", "B" und "A"-Tasten unten rechts im Anzeige-Bereich kann zwischen drei Anzeige-Modi umgeschaltet werden: Time (Attack und Release-Zeit), Below (unterer Threshold und Ratio-Wert) und Above (oberer Threshold- und Ratio-Wert), jeweils f√ľr jedes Band.

F√ľr die oberen Thresholds (A) bestimmt Attack, wie lange f√ľr das Erreichen der maximalen Kompression oder Expansion ben√∂tigt wird, sobald der Signalpegel den Threshold √ľberschreitet.

Release hingegegen bestimmt, wie lange das Ger√§t f√ľr die R√ľckkehr zum Normalbetrieb ben√∂tigt, nachdem der Signalpegel unter den Threshold f√§llt.

Ist Soft Knee aktiviert, setzt die Kompression oder Expansion eher sanft ein, sobald sich der Signalpegel dem Threshold nähert.

Der RMS/Peak-Schalter beinflusst ebenfalls wie schnell Multiband Dynamics auf Pegel√§nderungen reagiert. Ist Peak gew√§hlt, reagiert das Ger√§t eher auf kurze Pegelspitzen im Signal. Im RMS-Modus hingegen reagiert es auf sehr kurze Pegelspitzen weniger empfindlich und die Dynamikbearbeitung startet erst, wenn der Eingangspegel den Threshold bereits f√ľr eine etwas l√§ngere Zeit √ľberschritten hat.

Der globale Output-Regler bestimmt den Gesamt-Ausgangspegel des Geräts.

Der Time-Parameter skaliert die Zeitwerte aller Attack- und Release-Parameter. Dies erm√∂glicht Ihnen die Relation der H√ľllkurvenzeiten zueinander zu erhalten, jedoch alle Zeiten um den gleichen Wert schneller oder langsamer einzustellen.

Der Amount-Regler bestimmt die Stärke der auf allen Bändern angewendeten Kompression oder Expansion. Bei 0% besitzt jeder Kompressor/Expander eine effektive Ratio von 1, es wird also keine Bearbeitung am Signal vorgenommen.

22.24.3 Sidechain-Parameter

MultibandDynamicsSidechain.png
Der Multiband-Dynamics-Effekt mit den Sidechain-Parametern.

Normalerweise ist das komprimierte Signal mit dem Eingangssignal, das die Kompression auslöst, identisch. Bei Verwendung von Sidechaining ist es jedoch möglich, ein Signal basierend auf dem Pegel eines anderen Signals oder basierend auf einem bestimmten Frequenzband zu komprimieren. Die Sidechain-Parameter erreichen Sie, indem Sie das Multiband-Dynamics-Fenster durch Umschalten des Tasters 33448.png in seiner Titelleiste ausklappen.

Wenn Sie diesen Bereich mit dem "Sidechain"-Schalter aktivieren, k√∂nnen Sie jeden von Lives internen Routing-Punkten aus dem Men√ľ darunter ausw√§hlen. Die so gew√§hlte Signalquelle arbeitet nun anstelle des tats√§chlich komprimierten Signals als Ausl√∂ser f√ľr die Kompression.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Dry/Wet-Regler erm√∂glicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Ausl√∂ser f√ľr den Kompressor zu w√§hlen. Steht Dry/Wet auf 100%, wird das Ger√§t ausschlie√ülich von der Sidechain-Signalquelle ausgel√∂st. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erh√∂hen von Gain nicht zu einer Erh√∂hung der Lautst√§rke des Originalsignals im Mix f√ľhrt. Das Sidechain-Signal dient als Ausl√∂ser f√ľr das Ger√§t und ist nie selbst h√∂rbar.

Mit dem Kopfh√∂rerschalter k√∂nnen Sie nur das Sidechain-Signal abh√∂ren und den Ausgang des Gates stummschalten. Da das Sidechain-Signal nicht zum Ausgang gelangt und nur als Ausl√∂ser f√ľr das Ger√§t arbeitet, vereinfacht Ihnen diese tempor√§re Abh√∂rm√∂glichkeit, die Sidechain-Parameter einzustellen und das Signal zu √ľberpr√ľfen, das das Ger√§t arbeiten l√§sst.

22.24.4 Tipps zu den Multiband Dynamics

Multiband Dynamics ist ein m√§chtiges und mit umfangreichen Funktionen ausgestattetes Ger√§t, das gleichzeitig sechs unabh√§ngige Bearbeitungsarten ausf√ľhren kann. Aufgrunddessen gestaltet sich der Einstieg nicht gerade leicht. Hier einige Standardanwendungen, die Ihnen das Ger√§t n√§her bringen.

Grundlagen zur Multiband-Kompression

Indem nur die oberen Thresholds benutzt werden, kann Multiband Dynamics als traditioneller "Downward"-Kompressor eingesetzt werden. Stellen Sie die Übergangsfrequenzen passend zu Ihrem Audiomaterial ein und wenden dann die Downward-Kompression an (indem Sie in den oberen Blocks im Display nach unten ziehen oder durch numerische Eingabe eines Ratio-Wertes größer 1).

De-essing

Um Ihrem Klangmaterial Sch√§rfe zu nehmen, die durch √ľberm√§√üig laute, hohe Frequenzen (wie z.B. Zischlaute) verursacht wird, aktivieren Sie nur das obere Band und stellen die √úbergangsfrequenz auf ungef√§hr 5 kHz ein. √Ąndern Sie nach und nach Threshold und Ratio, um eine sanfte Downward-Kompression zu erhalten. Das Solo-Abh√∂ren des Bandes kann Ihnen helfen, Ihre Einstellungen besser einsch√§tzen zu k√∂nnen. Meistens funktioniert das De-essing mit schnellen Attack- und Release-Zeiten am besten.

Dekompression

Das Steigern von Druck und Lautheit bei bereits √ľberkomprimierten Mischungen, die fast keine verbleibenden Transienten zur Bearbeitung mehr bereitstellen, ist ein typisches Beispiel hierf√ľr. Meistens sind diese Mischungen bereits extrem in der Lautheit maximiert, sodass kein Headroom mehr vorhanden ist. Gl√ľcklicherweise kann Upward-Expansion in solchen Situationen helfen, dem "komplett an die Wand gefahrenen" Material wieder etwas Dynamik zu geben. Um dies zu machen:

  1. Verringern Sie den Eingangspegel mit dem Input-Regler, um zusätzlichen Headroom zu gewinnen.
  2. Stellen Sie die Above-Schwellwerte der Bänder so ein, dass sie unter den höchsten Pegelspitzen liegen.
  3. Stellen Sie f√ľr jedes Band eine kleine Menge an Upward-Expansion ein. Gehen Sie dabei jedoch vorsichtig vor - extreme Upward-Expansion l√§sst Transienten sehr laut werden.
  4. Stellen Sie vorsichtig die Attack- und Release-Zeiten f√ľr jedes Band ein. Beachten Sie, dass im Gegensatz zur normalen Downward-Kompression, sehr schnelle Attack-Zeiten die Wahrnehmung der Transienten steigert, w√§hrend langsamere Zeiten zu einem dumpferen Klang f√ľhren.

Hinweis: Wenn Sie nach Ihrer "Rettungsaktion" f√ľr die Pegelspitzen wieder einen Maximizer oder Limiter-Effekt zur Erh√∂hung der Lautst√§rke hinzuf√ľgen, kann die gewonnene Dynamik eventuell wieder verloren gehen.

22.25 Overdrive

Overdrive.png
Der Overdrive-Effekt.

(Hinweis: Der Overdrive-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Overdrive ist ein Verzerrer-Effekt, der sich an den klassischen Bodeneffektpedalen orientiert, die zumeist von Gitarristen eingesetzt werden. Entgegen den meisten Verzerrer-Effekten, kann Overdrive jedoch extrem hart in die Verzerrung gefahren werden, ohne dabei die Dynamik des Signals opfern zu m√ľssen.

Der Verzerrerstufe ist ein Bandpass-Filter vorgeschaltet, das mit einem X-Y-Feld gesteuert werden kann. Klicken und ziehen Sie die Maus entlang der vertikalen Achse, um die Bandbreite der Filterung einzustellen. Klicken und ziehen Sie die Maus entlang der horizontalen Achse, um die Mittenfrequenz der Filterung zu bestimmen. Beide Parameter lassen sich auch mit den Reglern unter dem X-Y-Feld einstellen.

Der Drive-Regler bestimmt die Stärke der Verzerrung. Beachten Sie bitte, dass auch bei einem Wert von 0% Verzerrungen vorhanden sind!

Bei Tone handelt es sich um eine Klangregelung, die dem Verzerrer nachgeschaltet ist. Bei höheren Werten werden hohe Frequenzen im Signal verstärkt, der Klang wird heller.

Der Dynamics-Regler bestimmt, wie viel Kompression angewendet wird, wenn die Verzerrung zunimmt. Bei niedrigen Werten f√ľhren st√§rkere Verzerrungen zu einer Zunahme der internen Kompression und der Aufholverst√§rkung. Bei h√∂heren Werten wird weniger Kompression angewendet.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf "100%", wenn Sie Overdrive in einer Return-Spur verwenden.

22.26 Pedal

Pedal.png
Der Pedal-Effekt.

(Hinweis: Der Pedal-Effekt ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Pedal ist ein Gitarrenverzerrer. Zusammen mit Lives Tuner- (siehe 22.35), Amp- (siehe 22.1) und Cabinet-(siehe 22.5)Effekten eignet sich Pedal hervorragend zur Bearbeitung von Gitarren-Sounds. Pedal l√§sst sich jedoch auch f√ľr untypische Signale einsetzen, zum Beispiel als alleiniger Effekt auf Vocals, Synths oder Drums.

Der Gain-Regler bestimmt die St√§rke der Verzerrung, mit der das Eingangssignal (Dry) bearbeitet wird. Beachten Sie, dass auch bei einem Wert von 0% Verzerrungen vorhanden sind. Wir empfehlen Gain zuerst auf 0% zur√ľckzusetzen und dann den Wert langsam zu erh√∂hen, bis der gew√ľnschte Ausgangspegel erreicht ist. Wird Pedal in einer Ger√§tekette als erstes Effektger√§t eingesetzt, kann Utilitys (siehe 22.36) Gain-Parameter verwendet werden, um den Signalpegel davor weiter abzusenken.

Der globale Output-Regler bestimmt den Gesamt-Ausgangspegel des Geräts.

Sie können drei verschiedenen Pedal-Typen wählen, jeder ist von einem bestimmten Distortion-Pedal inspiriert und hat seinen eigenen Klangcharakter.

  • Overdrive: warm und weich
  • Distortion: tight und aggressiv
  • Fuzz: instabil, mit den Sound eines kaputten Amps

Pedal hat einen Dreiband-EQ integriert, mit dem der Sound nach der Verzerrerstufe weiter geformt werden kann. Dieser EQ ist adaptiv, das hei√üt, dass die Resonanz (oder ‚ÄúQ‚ÄĚ) st√§rker wird, abh√§ngig von der Pegelanhebung/Absenkung des EQ-Bandes.

Der Bass-Regler ist ein Peak-EQ mit einer Mittenfrequenz von 100Hz. Er ist sehr n√ľtzlich, um B√§ssen und Drum-Sounds mehr Druck zu geben oder um die tiefen Frequenzen von Gitarren anzupassen.

Der Mid-Regler ist ein dreifach schaltbarer Boosting-EQ. Der Mid-Frequency-Schalter wählt die Mittenfrequenz und den Frequenzbereich des Mid-Reglers. Die Mittenfrequenz wird mit dem Mid-Regler eingestellt. Die Bandbreite des Filters ist in der unteren Stellung kleiner und in der oberen Stellung größer. Dies ist bei Gitarrenpedalen oft vorhanden, wo es normal ist, engere Absenkungen/Anhebungen in den tiefen Frequenzen zu machen und breitere in den hohen Frequenzen.

Die Mitten-Frequenzen f√ľr die jeweiligen Schalterstellungen sind:

  • Untere Einstellung, der Schalter steht links: 500 Hz
  • Mittlere Einstellung, der Schalter steht in der Mitte: 1 kHz
  • Hohe Einstellung, der Schalter steht rechts: 2 kHz

Der Treble-Regler ist ein Hishelf-EQ mit einer Eckfrequenz von 3,3 kHz. Er ist n√ľtzlich, um harsch klingende H√∂hen zu entfernen (oder auch zu boosten, wenn Sie das lieber m√∂gen).

Tipp: f√ľr feinere EQ-Einstellungen nach der Verzerrung, lassen Sie einfach die Regler in ihrer neutralen Stellung und verwenden stattdessen einen unabh√§ngigen EQ, wie z.B. EQ Eight (siehe 22.12).

Der Sub-Schalter aktviert ein Low-Shelving-Filter, das Frequenzen unter 250Hz boostet. Sie können Sub auch auf verschiedene Weise mit dem Bass-Regler kombinieren, indem Sie Sub einschalten und Bass auf -100% stellen oder umgekehrt Sub aus und Bass auf 100% stellen.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal.

22.26.1 Pedal Tipps und Tricks

Pedal in einer Gerätekette einsetzen

Die Beschaffenheit und Lautst√§rke des Eingangssignals hat eine starken Einfluss darauf, wie der Verzerrer reagiert. Wenn Sie z.B. in einer Ger√§tekette einen Kompressor vor Pedal einf√ľgen, erhalten Sie Sie in Hinblick auf die Dynamik ausgewogeneres Klangergebnis. Andererseits kann das Hinzuf√ľgen eines EQs oder Filters mit hoher Gain-Einstellung und Resonanz vor Pedal einen schreienden Distortion-Effekt ergeben.

Techno Kick

W√§hlen Sie eine geeignete Kick-Drum mit langem Decay (z.B. Kit-Core 909 mit aufgedrehtem Decay). W√§hlen Sie dann die ‚ÄúDistort‚ÄĚ-Einstellung, aktivieren den Sub-Schalter und w√§hlen den passenden Gain-Wert nach Geschmack.

F√ľr mehr ‚ÄúWhack‚ÄĚ setzen Sie einfach den Mid-Frequency-Schalter nach ganz rechts und drehen den Mid-Regler auf. F√ľr mehr ‚ÄúThump‚ÄĚ k√∂nnen Sie den Bass-Regler aufdrehen.

F√ľr weniger ‚ÄěAir‚ÄĚ reduzieren Sie den Treble-Regler.

Drum Group Fizzle

Um einer Drum-Gruppe mehr ‚ÄúFizzle‚ÄĚ zu geben , w√§hlen Sie Fuzz, erh√∂hen Gain auf 50% und stellen sicher, dass der Sub-Switch deaktiviert ist.

Reduzieren Sie den Bass- und Mid-Regler komplett auf -100% und stellen dann den Mid-Frequency-Schalter nach Geschmack ein. Erhöhen Sie Treble auf 100%.

Setzen Sie Output auf -20dB Setzen Sie dann den Dry/Wet-Regler komplett zur√ľck auf 0% und drehen ihn langsam wieder auf, bis die Drums den gew√ľnschten Schmutz in den H√∂hen haben.

Defekter Lautsprecher

W√§hlen Sie das ‚ÄúFuzz‚ÄĚ-Pedal und stellen sicher, dass der Sub-Schalter deaktiviert ist. Drehen Sie dann den Bass-Regler komplett runter und stellen Treble auf 25%.

Stellen Sie den Mid-Regler auf 100% und bewegen den Mid-Frequency-Schalter nach ganz rechts. Setzen Sie abschließend den Gain-Regler auf 100%.

Sub Warmer

Um einem einfachen Sub-Bass mehr Obert√∂ne und W√§rme zu geben, w√§hlen Sie ‚ÄúOD‚ÄĚ, aktivieren den Sub-Schalter und drehen den Bass-Regler auf. Erh√∂hen Sie dann langsam Gain bis der gew√ľnschte Effekt erreicht ist. Sie k√∂nnen anschlie√üend die mittleren Frequenzen mit dem Mid-Regler anheben oder absenken.

22.27 Phaser

Phaser.png
Der Phaser-Effekt.

(Hinweis: Der Phaser-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verf√ľgbar.)

Phaser verwendet eine Reihe von All-Pass-Filtern, um eine Phasenverschiebung im Frequenzspektrum des Klangs zu erzeugen.

Der Poles-Parameter erzeugt Kerben im Frequenzspektrum. Mit dem Feedback-Parameter kann man diesen Effekt invertieren und die Kerben in Betonungen umwandeln. Die Eckfrequenz der Filter kann mit dem Frequency-Parameter bestimmt werden, der gemeinsam mit dem Feedback-Parameter auch durch das X/Y-Bedienelement des Effekts gesteuert werden kann.

Der Effekt bietet die zwei Betriebsarten Space und Earth, die die Verteilung der Kerben im Frequenzspektrum und damit die "Farbe" des Klangs bestimmen. Dieser Effekt kann mit dem Color-Parameter weiter variiert werden.

Die Filterfrequenzen k√∂nnen mit einem integrierten H√ľllkurvenfolger gesteuert werden: Justieren Sie die Intensit√§t der Modulation mit dem Envelope-Regler (negative Werte invertieren die H√ľllkurve) und stellen Sie dann den gew√ľnschten H√ľllkurvenverlauf mit den Parametern Attack und Release ein.

Phaser besitzt auch zwei LFOs zur Modulation der Filterfrequenzen von rechtem und linkem Kanal. Sechs unterschiedliche Wellenformen stehen f√ľr diese Modulation zur Wahl: Sinus, Rechteck, Dreieck, S√§gezahn aufw√§rts, S√§gezahn abw√§rts und Zufall. Die Intensit√§t, mit der der LFO die Filterfrequenzen moduliert, wird mit dem Amount-Parameter eingestellt.

Die Geschwindigkeit des LFOs lässt sich mit dem Rate-Regler in Hertz eingeben. Alternativ kann Rate auch zum Songtempo synchronisiert und in Notenwerten (zum Beispiel Sechzehntelnoten) eingestellt werden.

Der Phase-Parameter erzeugt Stereo-Effekte, indem er die Wellenformen der mit gleicher Frequenz laufenden LFOs gegeneinander verschiebt. Wenn Sie diesen Parameter auf "180" stellen, sind die beiden Wellenformen exakt gegenphasig (um 180 Grad verschoben), so dass die eine gerade das Maximum erreicht, wenn die andere am Minimum ist.

Spin verstimmt die beiden LFOs gegeneinander. Die Filter jeder Seite werden dadurch mit einer unterschiedlichen LFO-Frequenz moduliert; der Frequenzunterschied hängt vom Spin-Wert ab.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie den Phaser in einer Return-Spur verwenden.

22.28 Ping Pong Delay

PingPongDelay.png
Der Ping-Pong-Delay-Effekt

(Hinweis: Der Ping-Pong-Delay-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verf√ľgbar.)

Der Ping-Pong-Delay-Effekt verwendet ein einzelnes Delay, um eine Echo zu erzeugen, dessen Wiederholungen abwechselnd auf dem linken und auf dem rechten Ausgang zu hören sind.

Dem Delay folgen ein Hoch- und ein Tiefpassfilter, die √ľber ein X/Y-Feld gesteuert werden. Klicken und ziehen Sie die Maus entlang der vertikalen Achse, um die Bandbreite der Filterung einzustellen. Klicken und ziehen Sie die Maus entlang der horizontalen Achse, um die Mittenfrequenz der Filterung zu bestimmen.

Der Wahlschalter Delay Time erlaubt es, die Delayzeit in Abh√§ngigkeit vom Songtempo einzustellen. Die Nummern repr√§sentieren dabei Sechzehntelnoten. Ein Wert von "4" erzeugt demnach eine Verz√∂gerung von vier Sechzehntelnoten, was einem Delay von einer Viertelnote entspricht. Ist der Sync-Schalter deaktiviert, wird die Delayzeit in Millisekunden ausgedr√ľckt. In diesem Fall k√∂nnen Sie die Delayzeit durch Ziehen der Werte mit der Maus oder durch Klicken und Eintippen eingeben.

Ist der Sync-Schalter deaktiviert, wird die Delayzeit in Millisekunden ausgedr√ľckt. In diesem Fall k√∂nnen Sie die Delayzeit durch Ziehen der Werte mit der Maus oder durch Klicken und Eintippen eingeben.

√Ąnderungen der Polarit√§t sind besonders gut bei hohem Feedback und kurzen Delayzeiten h√∂rbar. Mit dem Feedback-Parameter kann der Anteil des vom Ausgang an den Eingang zur√ľckgef√ľhrten Signals bestimmt werden.

Der Freeze-Schalter mit der Beschriftung "F" wiederholt das Audiomaterial unendlich lange, das beim Betätigen des Schalters gerade im Delay-Speicher ist und ignoriert jegliches neues Eingangssignal, solange Freeze aktiviert ist.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie Ping Pong Delay in einer Return-Spur verwenden.

Wenn Sie die Delayzeit √§ndern, w√§hrend Ping Pong Delay noch Signale bearbeitet, k√∂nnen beim verz√∂gerten Signal abrupte Klangver√§nderungen auftreten. Im [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) Kontextmen√ľ der Titelzeile des Ger√§ts k√∂nnen Sie aus drei Delay-Transition-Modi w√§hlen, die das √úbergangsverhalten beim √Ąndern der Delayzeit klanglich bestimmen:

  • Repitch variiert die Tonh√∂he, wenn die Delayzeit ge√§ndert wird, √§hnlich dem Verhalten alter Hardware-Delay-Ger√§te.
  • Fade erzeugt einen Crossfade zwischen der alten und neuen Delayzeit. Wird die Delay-Zeit allm√§hlich ge√§ndert, klingt dies √§hnlich wie Time-Stretching. Der Fade-Modus ist die Standardeinstellung.
  • Jump springt sofort zur neuen Delayzeit. Beachten Sie, dass bei dieser Einstellung h√∂rbare Klicks entstehen, wenn die Delayzeit, w√§hrend die Delays noch erklingen, ge√§ndert wird. Der Jump-Modus entspricht dem Standardverhalten vor Live 8. Beim Einladen von Sets, die mit fr√ľheren Versionen erzeugt wurden, wird Jump automatisch selektiert.

22.29 Redux

Redux.png
Der Redux-Effekt

Der LoFi-Sound eines Ensoniq Mirage, Fairlight CMI oder Commodore-64 l√§sst Sie nostalgisch werden? Kein Problem: Der Redux-Effekt f√ľhrt uns zur√ľck in die digitale Audio-Fr√ľhzeit, indem er die Samplingrate und die Bitaufl√∂sung des Eingangssignals reduziert.

Der Downsample-Bereich hat zwei Parameter: "Downsample" und einen Mode-Schalter.

Wenn der Downsample-Parameter auf "1" steht, wird jedes einzelne Samplewort an den Ausgang geleitet, wodurch keine Klangänderung entsteht. Mit der Einstellung "2" wird nur jedes zweite Samplewort durchgelassen, wodurch der Klang schon etwas "digitaler" wird. Je höher der gewählte Wert, desto niedriger ist die resultierende Samplingrate und desto "dekonstruierter" wirkt auch der Klang. Das Reduzieren der Samplingrate wirkt wie das Anwenden eines Mosaik-Effekts auf ein Bild: Es gehen Informationen verloren und es entstehen scharfe Ecken zwischen den einzelnen Blöcken.

Der Mode-Schalter bestimmt, ob beim Reduzieren der Samplingrate in einem kleineren Bereich interpoliert ("soft," bis zu 20 Samples) oder in einem größeren Bereich nicht interpoliert wird ("hard," bis zu 200 samples).

Während die Reduzierung der Samplingrate aber eine zeitliche Rasterung des Signals bewirkt, kommt es hier zu einer Rasterung der Amplitude.

Wenn der Parameter auf 8 gestellt wird, werden die Amplitudenwerte auf 256 Stufen quantisiert (8-Bit-Auflösung). Bei einer Einstellung von 1 ist das Ergebnis äußerst brutal: jedes Samplewort hat dann entweder die volle positive oder negative Aussteuerung, dazwischen gibt es nichts.

Die Reduzierung der Bitaufl√∂sung definiert ein Eingangssignal von 0dB als 16 Bit. Signale √ľber 0dB werden abgeschnitten, in einem solchen Fall leuchtet die rote LED.

Das Ausschalten der Bit Reduction vermindert etwas die CPU-Last.

22.30 Die Tuning-Parameter eines Resonators

Resonators.png
Der Resonator-Effekt

(Hinweis: Der Resonator-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Dieser Effekt besteht aus f√ľnf parallelen Resonatoren, die dem Eingangssignal einen tonalen Charakter aufpr√§gen. Er kann eine Vielzahl an Kl√§ngen erzeugen, von gezupften Saiten bis zu Vocoder-artigen Effekten. Die Resonatoren werden in Halbt√∂nen gestimmt, was eine musikalische Herangehensweise an ihre Einstellung erlaubt. Der erste Resonator bestimmt die Grundtonh√∂he, w√§hrend die anderen vier relativ dazu in musikalischen Intervallen gestimmt werden.

Das Eingangssignal passiert zuerst ein Filter und wird dann in die Resonatoren eingespeist. Beim Filter f√ľr das Eingangssignal stehen vier verschiedene Filtertypen zur Wahl: Tiefpass, Bandpass, Hochpass und Notch. Die Eckfrequenz kann mit dem Frequency-Parameter eingestellt werden.

Der erste Resonator wird mit dem kombinierten Signal des linken und des rechten Kanals gespeist, der zweite und vierte mit dem Signal des linken und der dritte und f√ľnfte mit dem des rechten Kanals.

Der Note-Parameter bestimmt die Grundtonh√∂he aller Resonatoren im Bereich von C-1 bis C5. Mit dem Fine-Parameter kann auch eine Feinstimmung in Schritten von hundertstel Halbt√∂nen vorgenommen werden. Der Decay-Parameter entscheidet dar√ľber, wie lange die Resonatoren nach dem Zuf√ľhren eines Eingangsignal nachklingen. Je l√§nger die Decayzeit ist, desto tonaler wird der das Ergebnis sein, √§hnlich wie bei einer unged√§mpften Klaviersaite. Wie bei einer echten Saite h√§ngt die Abklingzeit von der Tonh√∂he ab; bei hohen Noten ist sie k√ľrzer als bei tiefen. Mit dem Const-Schalter kann dieses Verhalten deaktiviert werden, die Resonatoren klingen dann unabh√§ngig von der Tonh√∂he immer gleich lang aus.

Der Resonator-Effekt bietet zwei verschiedene Betriebsarten: Mode A bietet eine realistischere Resonanz, während Mode B einen Effekt erzeugt, der besonders bei niedrigen Einstellungen des Note-Parameters von Resonator I interessant klingt.

Der Obertongehalt des Klangs kann mit dem Color-Parameter bestimmt werden.

Alle Resonatoren besitzen einen On/Off-Schalter und einen Gain-Parameter. Ein ausgeschalteter Resonator benötigt keine Rechenleistung. Das Ausschalten des ersten Resonators beeinflusst nicht die anderen Resonatoren.

Die Resonatoren II bis V folgen dem f√ľr Resonator I eingestellten Note-Wert, k√∂nnen aber mit den Pitch-Parametern individuell um +/- 24 Halbt√∂ne transponiert und mit den Detune-Parametern in Cents feingestimmt werden.

Im Ausgangsbereich findet sich der obligatorische Dry/Wet-Parameter sowie ein Width-Regler, der die Stereobreite des Effektsignals beeinflusst und bei einem Wert von Null die linke und die rechte Seite zu einem Monosignal zusammenmischt.

22.31 Reverb

Reverb.png
Der Reverb-Effekt

22.31.1 Vorbereitung des Eingangssignals

Das Eingangssignal passiert zuerst ein Tiefpass- und ein Hochpassfilter. Ein X/Y-Bedienelement erlaubt das Einstellen der Filtereckfrequenz (X-Achse) und der Bandbreite (Y-Achse). Um die CPU-Last zu vermindern, kann jedes Filter abgeschaltet werden, falls es nicht gebraucht wird.

Pre-Delay bestimmt die Verz√∂gerung bis zum Erklingen der Erstreflektionen (in Millisekunden) und damit auch des gesamten Halls gegen√ľber dem Eingangssignal. Der Eindruck von der Gr√∂√üe eines echten Raums h√§ngt zum Teil von dieser Verz√∂gerung ab. Typische Werte f√ľr "echte" R√§ume liegen im Bereich von 1ms bis 25 ms.

22.31.2 Erstreflektionen

Dies sind die ersten h√∂rbaren R√ľckw√ľrfe von den W√§nden eines Raums, bevor sich die diffuse Hall-"Fahne" aufbaut. Die Amplitude und Verteilung der Erstreflektionen gibt einen Eindruck von der Beschaffenheit des Raums.

Der Shape-Parameter "formt" die Betonung der fr√ľhen Reflektionen und ihre √úberlappung mit der diffusen Hallfahne. Kleinere Werte f√ľhren dazu, dass die Erstreflektionen langsamer ausklingen und die diffuse Hallfahne fr√ľher einsetzt, wodurch es zu einer l√§ngeren √úberlappung dieser beiden Komponenten kommt. Gr√∂√üere Werte lassen die Erstreflektionen schneller abklingen und die Hallfahne sp√§ter einsetzen. H√∂here Werte verbessern manchmal die Verst√§ndlichkeit des Signals, w√§hrend kleinere Werte ein sanfteres Ausklingen bewirken k√∂nnen.

Der Spin-Parameter moduliert die Erstreflektionen. Mit dem X/Y-Feld wird die Intensität und Frequenz der Modulation eingestellt. Eine stärkere Modulation neigt dazu, ein verfärbungsärmeres (spektral neutraleres) Ausklingen zu bewirken. Wenn die Modulationsfrequenz zu hoch ist, treten Dopplereffekte beim Eingangssignal auf, zusammen mit surrealen Panning-Effekten. Spin kann mit dem dazugehörigen Schalter deaktiviert werden, um die CPU-Last etwas zu vermindern.

22.31.3 Globale Einstellungen

In dem Quality-Flipmen√ľ kann ein Kompromiss zwischen Hallqualit√§t und Leistungshunger des Effekts gew√§hlt werden: Die Eco-Option belastet die CPU am wenigsten, die High-Einstellung liefert den besten Hall. Die Economy-Option (Eco) belastet die CPU am wenigsten, die First-Class-Einstellung "High" liefert den besten Hall.

Der Size-Parameter hat einen ma√ügeblichen Einfluss auf die Wahrnehmung der Raumgr√∂√üe. Eine extrem gro√üe Raumeinstellung verleiht dem Hall einen etwas verwaschenen, diffusen Delay-Charakter. Eine extrem kleine Raumgr√∂√üe f√ľhrt hingegen zu starken metallischen Klangf√§rbungen.

Der Stereo-Image-Parameter bestimmt die Stereobreite des Ausgangssignals. Bei der Maximaleinstellung von 120 Grad erhält jedes Ohr die Informationen eines individuellen Hallkanals, der nichts mit dem anderen Kanal zu tun hat. (Dies ist auch eine Eigenschaft der Diffusion in echten Räumen.)

22.31.4 Das Diffusions-Netz

Das Diffusions-Netzwerk erzeugt die Hallfahne, die auf die Erstreflektionen folgt. Die Decayzeit bestimmt, wie lange es dauert, bis die Hallfahne auf ein 1/1000stel (-60 dB) ihrer urspr√ľnglichen Amplitude abgeklungen ist.

Die Kuhschwanzfilter f√ľr H√∂hen und B√§sse erm√∂glichen ein frequenzabh√§ngiges Abklingverhalten des Halls. Das Absenken der H√∂hen ahmt die Absorption h√∂herer Frequenzen nach, die in echten R√§umen durch Luft, W√§nde, Menschen, Teppiche und so weiter verursacht wird. Das Absenken der B√§sse f√ľhrt zu einem d√ľnner werdenden Klang w√§hrend des Ausklingens. Jedes Filter kann separat ausgeschaltet werden, um die CPU-Last zu reduzieren.

Der Freeze-Schalter unterbindet auf Wunsch das Abklingen der Hallfahne. Ist er aktiviert, klingt der Hall ann√§hernd ewig aus. Der Cut-Schalter modifiziert diesen Effekt, indem er verhindert, dass das Eingangssignal weiter zu der eingefrorenen Hallfahne addiert wird; ist er ausgeschaltet, wird es weiterhin in den Hall eingespeist. Der Flat-Schalter umgeht auf Wunsch bei aktiver Freeze-Funktion die beiden Kuhschwanzfilter f√ľr das frequenzabh√§ngige Abklingen. Ist Flat ausgeschaltet, verliert die Hallfahne nach Ma√ügabe der beiden Filtereinstellungen Energie.

Die Parameter Echo Density und Scale bieten weitere Möglichkeiten, die Dichte und Rauheit des diffusen Hallanteils zu kontrollieren. Sie haben besonders bei sehr kleinen Raumgrößen einen starken Einfluss auf die klangliche Färbung während des Abklingens.

Die Chorus-Abteilung versieht die diffuse Hallfahne mit etwas zusätzlicher Modulation und Bewegung. Wie beim Spin-Effekt, können Sie die Frequenz und die Amplitude der Modulation einstellen und den Effekt gegebenenfalls ausschalten.

22.31.5 Ausgang

Mit den letzten drei Parametern des Reverbs können Sie das Mischungsverhältnis zwischen Eingangssignal und Hall (Dry/Wet) sowie die Lautstärken der Erstreflektionen (Reflect Level) und der diffusen Hallfahne (Diffuse Level) bestimmen.

22.32 Saturator

Saturator.png
Der Saturator-Effekt.

(Hinweis: Der Saturator-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verf√ľgbar.)

Saturator ist ein Waveshaping-Effekt, der Ihren Sounds die fehlende Portion Schmutz, Druck oder Wärme geben kann. Er kann Eingangssignale sanft anzerren oder sie in viele unterschiedliche Arten der Verzerrung fahren.

Eine XY-Anzeige visualisiert Saturators Shaping-Funktion. Die Eingangs- und Ausgangswerte des Shapers sind der X- beziehungsweise Y-Achse zugeordnet. Die Transferfunktion wird durch die Kurve definiert; sie zeigt, wie stark die Ausgangswerte im Verh√§ltnis zu den Eingangswerten ver√§ndert werden. Da dies √ľblicherweise ein nicht-linearer Prozess ist, wird das Eingangssignal in jedem Moment in Abh√§ngigkeit seines Pegels mehr oder weniger stark verformt.

Das Eingangssignal wird zunächst nach Maßgabe des mit Drive eingestellten dB-Werts geclippt. Die Pegelanzeige auf der rechten Seite des Displays zeigt, wie stark Saturator das Signal beeinflusst.

F√ľr das Clippen des Signals gibt es sechs feststehende Modi: Analog Clip, Soft Sine, Medium Curve, Hard Curve, Sinusoid Fold und Digital Clip. Zus√§tzlich gibt es einen flexiblen Waveshaper-Modus mit sechs automatisierbaren Waveshaping-Parametern.

Die Modi Analog Clip und Digital Clip clippen das Signal komplett und sofort. Die Modi Soft Sine, Medium Curve und Hard Curve lassen das Clipping in unterschiedlichen Stufen sanfter wirksam werden. Der Modus Sinusoid Fold kann sich f√ľr spezielle Effekte lohnen.

Die drastischsten Effekte können mit der Waveshaper-Kurve erzeugt werden, die ein eigenes Set an Parametern bietet. Diese sechs Parameter erreichen Sie, indem das Saturator-Fenster mit dem 33655.png Schalter in seiner Titelleiste ausklappen.

Die sechs zusätzlichen Parameter des Waveshaper-Modus sind: Drive, Lin, Curve, Damp, Depth und Period.

  • Drive bestimmt, wie stark das Signal von den Waveshaper-Parametern beeinflusst wird. Steht Drive auf Null, ist kein Effekt wirksam.
  • Lin wirkt zusammen mit den Parametern Curve und Depth und ver√§ndert den linearen Anteil der Kurve.
  • Curve addiert vor allem Harmonische dritter Ordnung zum Eingangssignal.
  • Damp senkt jegliches Signal in der N√§he des Ursprungs der Darstellung ab. Das funktioniert wie ein ultra-schnelles Noise Gate.
  • Depth kontrolliert die Amplitude einer Sinuskurve, die der Verzerrungskurve √ľbergest√ľlpt wird.
  • Period bestimmt die Anzahl der Wellen in der √ľbergest√ľlpten Sinuskurve.

Der DC-Schalter aktiviert ein Gleichsspanungsfilter in Saturators Eingangsstufe. Dies ist vor allem n√ľtzlich, um eventuell im Signal enthaltene Gleichspannungsanteile (DC Offsets) zu entfernen.

Mit dem Color-Schalter werden zwei Filter aktiviert. Der erste, der mit dem Base-Regler gesteuert wird, bestimmt wie stark der Effekt f√ľr sehr tiefe Frequenzen reduziert oder verst√§rkt wird. Das zweite Filter, im Wesentlichen ein Equalizer, wird f√ľr die Kontrolle der h√∂heren Frequenzen genutzt. Seine Wirkung wird mit den Parametern Freq (Eckfrequenz), Width (Weite) und Depth (Intensit√§t) geformt.

Der Pegel am Eingang wird mit dem Haupt-Drive-Parameter angepasst. Der Output-Parameter reduziert den Pegel am Ausgang des Geräts. ist der Soft-Clip-Schalter aktiviert, wendet Saturator eine Instanz seiner "Analog Clip"-Kurve auf den Ausgang an.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie den Saturator in einer Return-Spur verwenden.

Das Aliasing kann durch Aktivieren des Hi-Quality-Modus reduziert werden, auf den Sie mittels [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) Kontextmen√ľ Zugriff haben. Dies verbessert die Klangqualit√§t -- besonders im H√∂henbereich -- erh√∂ht aber auch die CPU-Last etwas.

22.33 Simple Delay

SimpleDelay.png
Der Simple-Delay-Effekt

Das Simple Delay bietet zwei unabh√§ngige Verz√∂gerungsleitungen, eine f√ľr den linken und eine f√ľr den rechten Kanal.

Ist Link eingeschaltet, werden die Delay-Parameter des rechten Kanals deaktiviert und die Einstellungen f√ľr den linken Kanal auf beiden Seiten angewendet.

Der Wahlschalter Delay Time erlaubt es, die Delayzeit in Abhängigkeit vom Songtempo einzustellen. Die Nummern repräsentieren dabei Sechzehntelnoten. Ein Wert von "4" erzeugt demnach eine Verzögerung von vier Sechzehntelnoten, was einem Delay von einer Viertelnote entspricht.

Ist der Sync-Schalter deaktiviert, wird die Delayzeit in Millisekunden angegeben. In diesem Fall können Sie die Delayzeit durch Ziehen der Werte mit der Maus oder durch Klicken und Eintippen eingeben.

Mit dem Feedback-Parameter kann der Anteil des vom Ausgang an den Eingang zur√ľckgef√ľhrten Signals bestimmt werden. Intern arbeitet dieses Delay mit zwei unabh√§ngigen Feedbackschleifen, so dass ein Signal auf dem linken Kanal nicht in den rechten eingespeist wird und umgekehrt.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie Simple Delay in einer Return-Spur verwenden.

Wenn Sie die Delayzeit √§ndern, w√§hrend Simple Delay noch Signale bearbeitet, k√∂nnen beim verz√∂gerten Signal abrupte Klangver√§nderungen auftreten. Im [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) Kontextmen√ľ der Titelzeile des Ger√§ts k√∂nnen Sie aus drei Delay-Transition-Modi w√§hlen, die das √úbergangsverhalten beim √Ąndern der Delayzeit klanglich bestimmen:

  • Repitch variiert die Tonh√∂he, wenn die Delayzeit ge√§ndert wird, √§hnlich dem Verhalten alter Hardware-Delay-Ger√§te.
  • Fade erzeugt einen Crossfade zwischen der alten und neuen Delayzeit. Wird die Delay-Zeit allm√§hlich ge√§ndert, klingt dies √§hnlich wie Time-Stretching. Der Fade-Modus ist die Standardeinstellung.
  • Jump springt sofort zur neuen Delayzeit. Beachten Sie, dass bei dieser Einstellung h√∂rbare Klicks entstehen, wenn die Delayzeit, w√§hrend die Delays noch erklingen, ge√§ndert wird. Der Jump-Modus entspricht dem Standardverhalten vor Live 8. Beim Einladen von Sets, die mit fr√ľheren Versionen erzeugt wurden, wird Jump automatisch selektiert.

22.34 Spectrum

Spectrum.png
Das Gerät Spectrum.

(Hinweis: Das Spectrum-Ger√§t ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Spectrum ermöglicht eine Echtzeit-Frequenzanalyse des Eingangssignals. Die Ergebnisse werden in einer Grafik dargestellt, deren vertikale Achse dB und deren horizontale Achse Frequenz/Tonhöhe anzeigt. Die Spitzenpegel in der Anzeige werden solange gehalten, bis der Song neu gestartet wird. Beachten Sie, dass Spectrum kein Audio-Effekt, sondern ein Messgerät ist - es verändert das durchgeleitete Signal in keiner Weise.

Im Block-Men√ľ kann gew√§hlt werden, wie viele Samples in einem Messdurchgang analysiert werden sollen. H√∂here Werte f√ľhren zu h√∂herer Genauigkeit, belasten aber auch die CPU st√§rker.

Channel bestimmt, welcher Kanal analysiert werden soll - Links, Rechts oder beide.

Der Refresh-Parameter gibt vor, wie oft Spectrum eine Analyse ausf√ľhren soll. Genau wie beim Block-Parameter gilt es auch hier, zwischen Genauigkeit und CPU-Last abzuw√§gen. Ein schnelleres Ansprechen ist genauer, belastet aber auch die CPU st√§rker.

Mit dem Avg-Parameter w√§hlen Sie, wie viele Sample-Bl√∂cke f√ľr jedes Auffrischen der Anzeige gemittelt werden sollen. Mit einer Einstellung von Eins wird jeder Block angezeigt. Dies f√ľhrt zu mehr Aktivit√§t in der Anzeige, was beim Finden kurzer Pegelspitzen im Spektrum hilfreich sein kann. Wird der Avg-Wert erh√∂ht, erfolgt das Auffrischen der Anzeige weicher, sie zeigt dann den Durchschnitt des Spektrums im Zeitverlauf an. Dies entspricht eher der Art und Weise wie wir wirklich h√∂ren.

Der Graph-Schalter wechselt bei der Anzeige des Spektrums zwischen einer einzelnen interpolierten Linie und mehreren separaten Frequenzanzeigen.

Max schaltet die Anzeige auf den akkumuliert maximalen Amplitudenwert um. Ist Max aktiviert, k√∂nnen Sie die maximale Amplitude mit Klick ins Display zur√ľcksetzen.

Der Scale-X-Schalter erlaubt es Ihnen, die Skalierung der Frequenzanzeige zwischen linear, logarithmisch und Halbt√∂nen umzuschalten. Beachten Sie, dass sich logarithmisch und in Halbt√∂nen eigentlich entsprechen, dass hier aber die Beschriftung oben in der Anzeige zwischen Hertz und Notennamen umgeschaltet wird. Die lineare Skalierung ist besonders f√ľr eine detaillierte Analyse der h√∂heren Frequenzen gut geeignet.

Wenn Sie die Maus √ľber Spectrums Anzeige bewegen, erscheint eine Infobox, mit der die Amplitude, die Frequenz und der Notennamen an der aktuellen Mausposition angezeigt wird. Mit den Schaltern Range/Auto unten links in Spektrums Oberfl√§che k√∂nnen Sie w√§hlen, ob der angezeigte Dynamikumfang manuell eingestellt werden kann, oder ob er automatisch ermittelt werden soll. Ist Range gew√§hlt, k√∂nnen Sie die Amplitudendarstellung scrollen und zoomen, indem Sie die Maus in der Legende an der linken Seite der Anzeige ziehen. Ziehen Sie vertikal zum Scrollen und horizontal zum Zoomen. Sie k√∂nnen auch die Range-Wertefelder √§ndern, um die h√∂chsten und niedrigsten angezeigten Amplitudenwerte zu bestimmen. Ist hingegen Auto gew√§hlt, skaliert sich die Anzeige automatisch, abh√§ngig vom eingehenden Audio-Pegel. Beachten Sie bitte, dass im Auto-Modus die Range-Wertefelder und das Zooming deaktiviert sind.

Um eine noch bessere Darstellung zu erhalten, können Sie mit dem Schalter 33704.png in Spectrums Titelzeile die Platzierung der Anzeige zwischen der Gerätekette und Lives Hauptfenster umschalten.

22.35 Tuner

Tuner.png
Das Gerät Tuner

Tuner analysiert und zeigt die monophone Tonh√∂he des Eingangssignals an, sowie dessen Abstand zum n√§chstliegenden Halbton. Angelehnt an klassische Gitarrenstimmger√§te wurde Tuners gro√üe Anzeige so gestaltet, dass sie auch auf der B√ľhne sehr gut lesbar ist, perfekt zum Stimmen von externen Instrumenten und Synthesizern. Beachten Sie, dass Tuner kein Audio-Effekt, sondern ein Messger√§t ist - es ver√§ndert das durchgeleitete Signal in keiner Weise.

Die zwei Tasten unten links wechseln zwischen den beiden Hauptansichten von Tuner. Die Classic-Ansicht √§hnelt der Anzeige konventioneller Stimmger√§te, w√§hrend die Histogramm-Ansicht die Tonh√∂he im Zeitverlauf darstellt. Beiden Ansichten nutzen im Display Farben zur Anzeige der Tuning-Genauigkeit. Gr√ľn bedeutet richtig gestimmt, Rot falsch gestimmt.

In der Classic-Ansicht wird die Tonhöhe des Eingangssignals als farbiger Ball entlang einer Kurve dargestellt. Der Name der nächstliegend erkannten Note erscheint in der Mitte der Anzeige. Die Pfeile auf jeder Seite des Notennamens leuchten auf, um anzuzeigen, ob das Signal höher oder tiefer gestimmt werden muss, damit die Ziel-Tonhöhe erreicht wird.

Im Target-Modus zeigt eine kreisförmige Umrandung in der Mitte der Kurve die Zieltonhöhe an. Ihr Signal ist richtig gestimmt, wenn sich der farbige Ball exakt in dieser Umrandung befindet. Ist das Eingangssignal zu hoch, erscheint der Ball rechts vom Ziel, während zu tiefe Signale links erscheinen.

TunerClassicSharp.png
Tuner im Target-Modus.

Im Strobe-Modus wird die Kurve zum rotierenden Lichtband. Dabei zeigt die Richtung der Rotation an, ob das Signal zu hoch oder zu tief liegt. Rotiert das Band nach rechts ist die Eingangstonhöhe zu hoch, während zu tiefe Signale das Band nach links rotieren lassen. Je mehr das Signal verstimmt ist, umso schneller rotiert das Band.

TunerStrobeFlat.png
Tuner im Strobe-Modus.

Der Hertz/Cents-Taster schaltet die Darstellung zwischen der absoluten Frequenz des Eingangssignals in Hertz oder dem Abstand von der Zieltonhöhe in Cent um.

In der Histogramm-Ansicht wird die Tonh√∂he im Zeitverlauf gezeigt. Die Skala rechts vom Display zeigt die m√∂glichen Notennamen und die horizontalen grauen Balken repr√§sentieren die perfekt gestimmte ‚ÄúMitte‚ÄĚ der jeweiligen Note. H√∂her gestimmte Noten erscheinen √ľber ihrer jeweiligen grauen Linie, w√§hrend tiefer gestimmte Noten darunter erscheinen.

TunerHistogram.png
Tuner in der Histogramm-Ansicht.

Ziehen Sie im Display hoch oder runter, um zu anderen Tonhöhen zu scrollen, oder ziehen Sie horizontal, um ein- oder auszuzoomen. Ist Auto aktiviert, passt sich die Anzeige automatisch an, sodass die Tonhöhe des Eingangssignals in der Mitte der Anzeige liegt.

Der Reference-Regler ermöglicht Ihnen die Referenztonhöhe zu ändern, die Tuner bei der Analyse des Eingangssignals verwendet. Der Standard liegt bei 440 Hz, der gebräuchlichen Konzertstimmung. Die Referenz kann jedoch auf beliebige Werte zwischen 410-480 Hz gestellt werden.

Hinweis: Tuner wurde gestaltet, um monophone Tonh√∂hen zu erkennen und funktioniert am besten mit einem sauberen, deutlichen Signal. Polyphone, rauschende oder sehr obertonreiche Signale k√∂nnen zu ungenauen Ergebnissen f√ľhren.

22.36 Utility

Utility.png
Der Vinyl-Distortion-Effekt

Der Utility-Effekt

Der Utility-Effekt kann gerade in Verbindung mit anderen Ger√§ten einige sehr n√ľtzliche Aufgaben erf√ľllen.

Es gibt zwei unabh√§ngige Phase-Schalter, einen f√ľr jeden Eingangskanal (Links und Rechts). Wie der Name annehmen l√§sst, dienen sie zum Invertieren der Phase des jeweiligen Kanals.

Der Kanal-Modus-Schalter erlaubt es wahlweise nur den rechten oder linken Kanal eines Stereosignals zu bearbeiten. Wenn beispielsweise Links ausgew√§hlt ist, wird der rechte Kanal ignoriert und der linke Kanal an beide Ausg√§nge geleitet. Das ist sehr n√ľtzlich, wenn Sie in einer Stereo-Datei links und rechts unterschiedliche Signale haben, von denen Sie nur eines benutzen wollen.

Der Width-Regler bestimmt die Stereobreite des bearbeiteten Signals. 0% ergibt eine Mono-Signal, Werte √ľber 100% erzeugen ein verbreitertes Stereo-Panorama. Der Parameter verbreitert das Stereobild, indem nur der Seitenkanal skaliert wird.

Sie k√∂nnen mit [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick] im Kontextmen√ľ zwischen dem Width-Regler f√ľr Stereo-Signale und dem M/S Balance-Regler f√ľr Mitten/Seiten-Signale umschalten. Der M/S-Balance-Parameter regelt den Ausgang stufenlos zwischen Mono und Stereo, wenn er von 0 auf 100 Prozent geregelt wird. Wird der Parameter auf 100M gesetzt, wird das Audiosignal zu einem Monosignal summiert. Jenseits von 100 Prozent wird das Monosignal immer weiter im Pegel reduziert, es klingt, also ob der Ausgang in sich selbst "eingefaltet" wird. Bei 200 Prozent enth√§lt das Ausgangssignal nur noch die Differenz zwischen dem linken und dem rechten Kanal. Bei dieser Einstellung sind der linke und rechte Ausgangskanal um 180 Grad in der Phase gegeneinander versetzt.

Wurde beim Kanal-Modus nur der Left- oder der Right-Schalter aktiviert, hat der Width- bzw. M/S-Balance-Regler keine Funktion und ist deshalb inaktiv.

Ist der Mono-Schalter aktiviert, wird das Stereoeingangssignal komplett in ein Monosignal umgewandelt.

Der Bass-Mono-Schalter konvertiert nur die tiefen Frequenzen des Eingangssignals nach Mono. Dies ist n√ľtzlich, um F√§rbungen in den B√§ssen zu vermeiden, die bei der Monowiedergabe entstehen k√∂nnen. Sie k√∂nnen den Bass-Mono-Frequency-Regler zum Finden der Cutoff-Frequenz zwischen 50-500 Hz einstellen.

Wenn Sie Bass-Mono-Audition aktivieren, sind nur die tiefen Frequenzen solo zu hören. Dies kann hilfreich beim Einstellen der Bass-Mono-Frequenz sein.

Der Gain-Parameter passt den Pegel des Eingangssignals im Bereich von -infinite dB (- unendlich) bis +35 dB an. Das ist besonders n√ľtzlich, um Lautst√§rke-Fades einer Spur zu automatisieren, wodurch der Lautst√§rkeregler im Mixer frei wird und zum Ausbalancieren der Mischung eingesetzt werden kann.

Der Balance-Regler bestimmt das Panorama des Signals im Stereofeld.

Der Mute-Schalter schaltet das Eingangssignal stumm, wenn er bet√§tigt wird. Hinweis: Der Mute-Schalter eines Tracks wirkt immer ganz am Ende des Signalwegs beziehungsweise der Effektkette. Da sich der Utility-Effekt an einer beliebigen Stelle der Effektkette einsetzen l√§sst, k√∂nnen Sie seinen Mute-Schalter beispielsweise nutzen, um das Eingangssignal f√ľr ein Delay oder einen Reverb stumm zu schalten, ohne das Ausgangssignal des Effekts ebenfalls stumm zu schalten.

Der DC-Schalter filtert Gleichspannungsversätze (DC-Offsets) und extrem niedrige Frequenzen, die weit unter dem Hörbereich liegen, heraus. Er zeigt nur dann klangliche Auswirkungen, wenn das Signal solche Frequenzen enthält und es nach dem Utility-Effekt mit nichtlinearen Effekten wie Kompressoren oder Waveshapern weiter bearbeitet wird.

22.37 Vinyl Distortion

VinylDistortion.png
Der Vinyl-Distortion-Effekt

(Hinweis: Der Vinyl-Distortion-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Der Effekt Vinyl Distortion emuliert einige der typischen Verzerrungen, die bei der Wiedergabe von Vinyl-Schallplatten entstehen. Sie sind durch das geometrische Verh√§ltnis von Nadel und Rille verursacht. Der Effekt bietet auch einen Crackle-Generator f√ľr Schallplatten-typische Knister-Effekte.

"Tracing Model" f√ľgt dem Signal durch Verzerrung geradzahlige Harmonische hinzu. Die Intensit√§t der Verzerrung wird mit Drive oder durch vertikales Verschieben des Punkts im Tracing-Model-X/Y-Feld bestimmt. Die Frequenz oder "Farbe" der Verzerrung kann durch horizontale Bewegung im X/Y-Feld oder im Freq-Feld bestimmt werden. Die Bandbreite wird mit gehaltener ALT(PC) / ALT(Mac) Taste durch vertikale Mausbewegung im X/Y-Feld eingestellt.

Pinch f√ľgt dem Signal durch Verzerrung ungeradzahlige Harmonische hinzu. Diese Verzerrungen sind um 180 Grad in der Phase verschoben und erzeugen so ein verbreitertes Stereobild. Der Pinch-Effekt hat die gleichen Parameter wie der Tracing-Model-Effekt, klingt aber ziemlich anders.

Der Drive-Parameter bestimmt den Anteil der Verzerrungen, der durch Tracing Model und Pinch erzeugt wird.

Es gibt zwei verschiedene Verzerrungsvarianten: Soft und Hard. Soft ahmt den typischen Dub-Plate-Sound nach, Hard klingt mehr nach einer normalen Vinyl-Platte.

Der Stereo/Mono-Schalter bestimmt, ob der Pinch-Distortion-Effekt in Stereo oder Mono ist. F√ľr eine realistische Simulation von Schallplattenknistern stellen Sie den Parameter auf Stereo.

Mit den Crackle-Parametern lässt sich Plattenknistern beimischen: Density bestimmt die Dichte des Knisterns, Der Volume-Parameter bestimmt seine Lautstärke.

22.38 Vocoder

Vocoder.png
Der Vocoder-Effekt.

(Hinweis: Der Vocoder-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verf√ľgbar.)

Ein Vocoder ist ein Effekt, der die Frequenzinformationen eines Audiosignals (genannt Carrier) mit der Amplituden-H√ľllkurve eines anderen Audiosignals (genannt Modulator) verkn√ľpft. Als Modulationsquelle dient allgemein ein Klang mit deutlich rhythmischem Charakter wie z.B. Sprache oder Schlagzeug, w√§hrend es sich beim Carrier normalerweise um einen harmonisch reichhaltigen Synthesizerklang wie z.B. Streicher oder Pad handelt. Die bekannteste Vocoder-Anwendung ist das Erzeugen von "sprechenden Synthesizern" oder roboterhaften Stimmeffekten.

Vocoder arbeiten folgendermaßen: zunächst werden sowohl das Carrier- als auch das Modulator-Signal durch jeweils eine Filterbank mit Bandpassfiltern bearbeitet. Der Ausgangspegel jedes einzelnen Modulator-Filterbandes wird analysiert und der resultierende Pegelwert zur Steuerung des entsprechenden Filterbandes beim Carrier-Signal benutzt.

Lives Vocoder sollte auf eine Spur mit Audiomaterial eingef√ľgt werden, das Sie als Modulator benutzen m√∂chten. Das Carrier-Wahlmen√ľ bietet dann eine Vielzahl von Optionen f√ľr das Carrier-Signal:

  • Noise benutzt Vocoders internen Rauschgenerator als Carrier-Quelle. Bei Auswahl dieser Option k√∂nnen Sie mit dem erscheinenden X-Y-Feld den Klangcharakter des Rauschens einstellen. Die horizontale Achse steuert den Downsampling-Wert. Klicken und ziehen Sie nach links, um die Samplingrate des Carrier-Ausgangs zu verringern. Die vertikale Achse stellt die Dichte des Rauschens ein. Klicken und ziehen Sie nach unten, um die Dichte zu verringern.
  • External erm√∂glicht Ihnen, jeden verf√ľgbaren Abgriff f√ľr das interne Routing mit dem Wahlmen√ľ darunter zuzuweisen. Diese Option eignet sich zum Erzeugen von klassischen "Roboter-Stimmen".
  • Modulator benutzt das Modulatorsignal selbst als Carrier. Haupts√§chlich wird hierdurch eine resynthetisierte Version des Modulatorsignals ausgegeben, bei der Sie alle Vocoder-Parameter zur Klangformung einsetzen k√∂nnen.
  • Pitch Tracking aktiviert einen monofonen Oszillator, dessen Tonh√∂he der Tonh√∂he des Modulators folgt. Die High- und Low-Parameter grenzen den Frequenzbereich ein, in dem der Oszillator versucht die Tonh√∂he zu erkennen. Sie k√∂nnen eine S√§gezahnwelle oder eine von drei Pulswellenformen w√§hlen und die grobe Stimmung des Oszillators mit dem Pitch-Parameter einstellen. Die Tonh√∂henerkennung gelingt besonders gut bei monophonen Modulatorquellen, wie z.B. melodischen Instrumenten oder Stimmen. Beachten Sie, dass der Oszillator seine Frequenz nur aktualisiert, wenn er eine klare Tonh√∂he erkennt. Diese Tonh√∂he wird dann solange beibehalten, bis eine neue erkannt wird. Dies bedeutet, dass Parameter-√Ąnderungen des Oszillators oder ein Zur√ľcksetzen der Parameter (zum Beispiel beim Integrieren der Vocoder-Spur in eine Gruppe (siehe 15.3) ) zu unerwarteten Klangver√§nderungen f√ľhren kann. Mit polyphonem Material oder Schlagzeug ist das Ergebnis des Pitch-Trackings eher unvorhersehbar (aber manchmal auch sehr interessant).

Insbesondere beim Einsatz von externen Carrier-Quellen kann das Ausgangssignal eines Vocoders manchmal zu viele H√∂hen verlieren. Die Aktivierung der Enhance-Taste sorgt f√ľr ein helleres Klangbild, indem Spektrum und Dynamik des Carriers normalisiert werden.

Der Unvoiced-Regler bestimmt die Lautstärke eines zusätzlichen Rauschgenerators, der zur Resynthese von stimmlosen Klanganteilen des Modulatorsignals benutzt wird, wie z.B. "f" und "s"-Lauten.

Sens. stellt die Empfindlichkeit des Erkennungs-Algorithmus von Unvoiced ein. Bei 100% ist der Unvoiced-Rauschgenerator immer zugeschaltet. Bei 0% wird ausschließlich die Carrier-Quelle benutzt. Der Fast/Slow-Schalter bestimmt, wie schnell Vocoder zwischen Unvoiced und Voiced-Erkennung umschaltet.

Das große, in der Mitte liegende Display von Vocoder zeigt die Pegel der einzelnen Bandpass-Filter an. Ein Klicken oder Ziehen bei gehaltener Maustaste innnerhalb des Anzeigefelds ermöglicht Ihnen die Pegelwerte einzuzeichnen.

Der Bands-Parameter bestimmt die Anzahl der benutzten Filterb√§nder. Je mehr B√§nder eingestellt werden, um so genauer wird die Analyse des Frequenzinhalts f√ľr den Modulator ausgef√ľhrt, was jedoch auch eine h√∂here CPU-Leistung erfordert.

Die beiden Range-Parameter bestimmen den Frequenzbereich in dem die Bandpass-Filter arbeiten. F√ľr die meisten Quellen ist eher ein gro√üer Bereich geeignet. Wenn der Klang jedoch zu schneidend oder basslastig wird, k√∂nnen die √§u√üeren Grenzfrequenzen angepasst werden. Der BW-Parameter bestimmt die Bandbreite der Filter. Bei niedrigen Prozentwerten behandelt jeder Filter eine einzelne Frequenz. Mit Erh√∂hung der Bandbreite, steigern Sie auch die √úberlappung der einzelnen Filterb√§nder. Eine Bandbreite von 100% besitzt die h√∂chste Pr√§zision, jedoch k√∂nnen gr√∂√üere oder kleinere Werte zu interessanten Klangeffekten f√ľhren.

Der Precise/Retro-Parameter ermöglicht das Umschalten zwischen zwei unterschiedlichen Filterverhalten. Im Precise-Modus besitzen alle Filter die gleiche Lautstärke und Bandbreite. Im Retro-Modus werden die Bänder mit höherer Frequenz zunehmend enger und lauter.

Gate bestimmt den Threshold f√ľr die Filterbank. Alle B√§nder, deren Pegel sich unter dem Threshold-Wert befinden, werden stumm geschaltet.

Der Level-Parameter erhöht oder verringert den Ausgangspegel von Vocoder.

Der Depth-Regler bestimmt die St√§rke, mit der die Amplituden-H√ľllkurve des Modulators auf das Carrier-Signal √ľbertragen wird. Bei 0% wird die H√ľllkurve des Modulators nicht ber√ľcksichtigt. Bei 200% werden nur hohe Amplitudenspitzen benutzt. Ein Wert von 100% f√ľhrt zum "klassischen" Vocoder-Effekt.

Die Attack- und Release-Regler bestimmen, wie schnell Vocoder auf Amplitudenveränderungen im Modulator-Signal reagiert. Bei sehr schnellen Zeiten bleiben die Transienten des Modulators erhalten, es können jedoch Verzerrungs-Artefakte entstehen.

Der Mono/Stereo-Schalter legt die Anzahl der benutzten Carrier- und Modulator-Kanäle fest. Im Mono-Modus werden sowohl Carrier als auch Modulator als Mono-Quellen behandelt. Stereo benutzt einen Mono-Modulator, bearbeitet das Carrier-Signal jedoch in Stereo. Die L/R-Einstellung bearbeitet sowohl das Carrier- als auch das Modulator-Signal in Stereo.

Die Frequenzen der Carrier-Filterbank k√∂nnen mit dem Formant-Regler nach oben oder unten verschoben werden. Wird zum Beispiel eine Stimme als Modulator benutzt, f√ľhren kleine Formant-√Ąnderungen zu einer scheinbaren √Ąnderung des Geschlechts (m√§nnlich <-> weiblich) beim Ursprungsmaterial.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal.

22.38.1 Tipps zum Vocoder

Dieser Abschnitt erklärt die gängigsten Anwendungen eines Vocoders.

Singender Synthesizer

Die klassische Vocoder-Anwendung √ľberhaupt ist der "singende Synthesizer." Um dies mit Live zu erreichen:

  1. Setzen Sie Vocoder in eine Spur ein, die eine Aufnahme mit Ihrer Stimme enth√§lt. Sie k√∂nnen entweder einen Clip mit bereits aufgenommenem Stimm-Material benutzen, oder ein live eingesprochenes Stimmsignal bearbeiten. Verbinden Sie hierzu ein Mikrofon mit einem Eingangskanal Ihrer Audio-Hardware und benutzen dann diesen Kanal als Eingangsquelle (siehe 14.2) f√ľr die Spur.
  2. Setzen Sie einen Synthesizer wie z.B. Analog (siehe 24.1) in eine zweite Spur ein. Auch hier können Sie wahlweise einen MIDI-Clip erzeugen, um den Synthesizer anzusteuern oder ihn live spielen.
  3. W√§hlen Sie im Carrier-Men√ľ von Vocoder die Einstellung External.
  4. W√§hlen Sie die Synthesizer-Spur als Quelle im Audio From-Men√ľ von Vocoder. (Die besten Ergebnisse liefert die Einstellung Post FX im unteren Men√ľ.)
  5. Wenn Sie Synthesizer-Material und Stimme live in Echtzeit erzeugen, stellen Sie sicher, dass beide Spuren mit den Schaltern zur Aktivierung der Aufnahmebereitschaft scharf geschaltet sind.
  6. Spielen Sie den Synthesizer und sprechen gleichzeitig in Ihr Mikrofon. Sie hören jetzt den Rhythmus Ihrer Sprache, jedoch mit der Klangfarbe und den Frequenzen des Synthesizers. Um nur das Vocoder-Signal zu hören, benutzen Sie die Solo-Funktion der Vocal-Spur, sodass die "normale" Synthesizer-Spur stumm geschaltet wird.

Hinweis: Allgemein erzielen Sie die besten Ergebnisse mit hellen und harmonisch reichhaltigen Synthesizerklängen. Versuchen Sie z.B. zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit Sägezahn-basierte Klänge zu benutzen. Um einen noch helleren oder durchsichtigeren Klang zu erhalten, probieren Sie andere Einstellungen des Unvoiced-Reglers aus und/oder aktivieren Sie die Enhance-Funktion.

Formant-Shifter

Ist Vocoder so eingestellt, dass der Modulator gleichzeitig auch als eigener Carrier benutzt wird, kann das Gerät als leistungsfähiger Formant-Shifter verwendet werden. Um dies zu machen:

  1. Stellen Sie das Carrier-Wahlmen√ľ auf Modulator.
  2. Stellen Sie Depth auf 100%.
  3. Aktivieren Sie Enhance.

Experimentieren Sie mit verschiedenen Einstellungen des Formant-Reglers, um den Klangcharakter der Quelle zu ver√§ndern. F√ľr noch weiter reichende M√∂glichkeiten zur Klangformung, probieren Sie auch andere Einstellungen der verschiedenen Filterbank-Parametern aus.

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