22. Referenzteil zu Lives Audio-Effekten

Live wird mit einer Auswahl integrierter Audio-Effekte ausgeliefert. Im "Kapitel ĂŒber das Arbeiten mit Instrumenten und Effekten" (siehe Kapitel 17)werden die Grundlagen bei der Arbeit mit diesen Effekten in Live besprochen.

22.1 Amp

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Der Amp-Effekt.

(Hinweis: Der Amp-Effekt ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Amp ist ein Effekt, der den Sound und Charakter von sieben klassischen Gitarren-VerstĂ€rkern emuliert. In Zusammenarbeit mit Softube entwickelt, setzt Amp Physical-Modelling-Technologie ein, um eine Vielzahl authentischer und ansprechender Klangfarben zu bieten. Durch einen konsistenten Parametersatz ist Amp dabei Ă€ußerst einfach zu bedienen.

Es stehen sieben verschiedene VerstÀrker-Modelle zur Wahl:

  • Clean basiert auf dem "Brilliant"-Kanal eines Amp-Klassikers aus den Sechzigern. Dieser VerstĂ€rker wurde hĂ€ufig von Gitarristen der "British Invasion" verwendet.
  • Boost basiert auf dem "Tremolo"-Kanal des gleichen Amps und ist hervorragend fĂŒr markante Rock-Riffs geeignet.
  • Blues basiert auf einem Gitarren-Amp aus den Siebzigern mit eher hellem Sound-Charakter. Dieser Amp-Klassiker ist vor allem bei Country-, Rock- und Blues-Gitarristen beliebt.
  • Rock ist nach einem klassischen 45-Watt-Amp aus den Sechzigern modelliert. Wahrscheinlich der bekannteste Rock-Amp aller Zeiten.
  • Lead basiert auf dem "Modern"-Kanal eines High-Gain-Amps, der bei vielen Metal-Gitarristen populĂ€r ist.
  • Heavy basiert auf dem "Vintage"-Kanal des gleichen Amps und eignet sich ebenfalls hervorragend fĂŒr Metal und Grunge-Sounds.
  • Bass ist nach einer seltenen PA aus den Siebzigern modelliert, die wegen ihrer satten BĂ€sse und dem "Fuzz" bei hohen LautstĂ€rken bei vielen Bassisten beliebt wurde.

Obwohl die echten VerstĂ€rker jeweils individuelle Regler und Parameter haben, verwendet Lives Amp-Effekt einen identischen Parametersatz fĂŒr alle Modelle. Hierdurch kann der Gesamt-Sound einfach und schnell geĂ€ndert werden, ohne zahllose Einstellungen machen zu mĂŒssen.

Gain stellt den Eingangspegel zum VorverstĂ€rker (Preamplifier) ein, wĂ€hrend Volume den Pegel der Ausgangsstufe des VerstĂ€rkers regelt. Zwar arbeiten Gain und Volume zusammen und bestimmen somit gemeinsam die GesamtlautstĂ€rke des Amps, jedoch wird die StĂ€rke der Verzerrung primĂ€r mit Gain bestimmt. Höhere Gain-Werte ergeben entsprechend einen stĂ€rker verzerrten Klang. Bei den Amp-Modellen Blues, Heavy und Bass können jedoch auch hohe Volume-Werte dem Sound eine deutliche Verzerrung hinzufĂŒgen.

Die Parameter Bass, Middle und Treble sind EQ-Regler, mit denen die Klangfarbe angepasst werden kann. Wie bei Hardware-Amps interagieren auch die EQ-Parameter des Amp-Effekts miteinander - wie ĂŒbrigens auch alle anderen Parameter von Amp - auf nicht-lineare und manchmal sogar unvorhersehbare Weise. So kann z.B. auch das Anheben eines EQ-Pegels zu einer stĂ€rkeren Verzerrung fĂŒhren.

Presence ist ein zusĂ€tzlicher Klangregler fĂŒr mittlere/hohe Frequenzen in der Endstufe. Sein Klangeinfluss variiert stark, je nachdem, welches Amp-Modell verwendet wird. Mit ihm lĂ€sst sich dem Sound „SchĂ€rfe" oder "Knackigkeit" geben (oder auch wegnehmen).

Der Output-Schalter wechselt zwischen Mono-und Stereo-(Dual)-Prozessing. Beachten Sie bitte, dass Amp im Dual-Modus die doppelte CPU-Leistung verbraucht.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal.

22.1.1 Amp-Tipps

Da Amp nach echten analogen GerÀten modelliert wurde, ist das genaue Effektverhalten manchmal schwer vorherzusagen. Hier nun einige Tipps, um das Meiste aus Amp herauszuholen:

Amps und Boxen (Cabinets)

GitarrenverstĂ€rker werden oft fĂŒr den Einsatz mit bestimmten zugehörigen Lautsprecher-Boxen konzipiert. Aus diesem Grund wird Amp von einem Effekt namens Cabinet (siehe 22.5) begleitet, der in einer GerĂ€tekette nach dem Amp-Effekt eingesetzt werden sollte. Auf der Suche nach höchster AuthentizitĂ€t empfehlen wir diesen Signalfluss zu verwenden. Sie können jedoch auch interessante und außergewöhnliche KlĂ€nge erzielen, indem Sie Amp und Cabinet unabhĂ€ngig voneinander verwenden.

ElektrizitÀt

Die verschiedenen Schaltkreise in den Gitarren-Amps arbeiten mit stetigen und festen Strommengen. Aus diesem Grund kann das Aufdrehen eines bestimmten Parameters unbeabsichtigt die zur VerfĂŒgung stehende Energie an anderer Stelle im Amp abziehen. So reduziert z.B. ein Aufdrehen von Treble auch die LautstĂ€rke der tiefen und mittleren Frequenzen. Es kann deswegen notwendig sein, eine Anzahl scheinbar nicht miteinander verwandter Parameter einzustellen, um den gewĂŒnschten Sound zu erzielen.

Mehr als nur Gitarren

Amp und Cabinet klingen nicht nur mit Gitarren hervorragend. Auch das "FĂŒttern" mit anderen Soundquellen, wie Drums und Synthesizern liefert sehr interessante Ergebnisse. Probieren Sie z.B. Amp zusammen mit Operator (siehe 24.6) oder Analog (siehe 24.1), um Ihren digitalen Sounds etwas analogen Schmutz mitzugeben.

22.2 Auto Filter

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Der Auto-Filter-Effekt

Der Effekt Auto Filter bietet eine klassische Analogfilter-Emulation. Die Filterfrequenz kann durch einen HĂŒllkurvenfolger und/oder einen LFO moduliert werden, wodurch automatische Filterbewegungen entstehen. Der HĂŒllkurvenfolger kann entweder durch das gefilterte Signal selbst oder durch eine externe Sidechain-Quelle gespeist werden.

Auto Filter bietet verschiedene Filtertypen an, darunter Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und ein spezielles Morph-Filter. Jedes Filter kann zwischen 12 und 24 dB Flankensteilheit umgeschaltet werden. Dazu kann das Verhalten mehrerer analog-modellierter Schaltungen gewÀhlt werden, die zusammen mit Cytomic entwickelt wurden. Diese emulieren die Filterschaltungen analoger Synthesizerklassiker.

Die Schaltungs-Option Clean bietet ein CPU-effizientes Design mit hoher QualitĂ€t, das auch bei den Filtern von EQ Eight (siehe 22.12)Verwendung findet. Diese Option ist fĂŒr alle Filter-Typen vorhanden.

Die OSR-Schaltungsoption ist ein State-Variable-Typ, bei dem die Resonanz von einer speziellen, hart clippende Diode begrenzt wird. Diese ist nach Filtern modelliert, die in einem sehr seltenen, britischen Monosynth zu finden sind und ist fĂŒr alle Filtertypen vorhanden.

Die MS2-Schaltung nutzt ein Sallen-Key-Design und Soft Clipping, um die Resonanz zu begrenzen. Sie ist nach Filtern modelliert, die in einem berĂŒhmten, halbmodularen Synth aus Japan zu finden sind und ist fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die SMP-Schaltung ist ein spezielles Design, das keine bestimmten Hardware-Vorbilder hat. Es teilt den Charakter der beiden MS2- und PRD-Schaltungen und ist fĂŒr die Tiefpass- und Hochpass-Filter vorhanden.

Die PRD-Filter nutzen ein Ladder-Design und haben keine ausgesprochene Begrenzung der Resonanz. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem alten Monosynth mit 2 Oszillatoren aus den USA eingesetzt werden und fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.

Die wichtigsten Filter-Parameter sind die fĂŒr Synthesizer typischen Regler Frequenz und Resonanz. Der Frequency-Parameter bestimmt dabei, wo im Frequenzspektrum das Filter wirksam wird, der Resonance-Parameter verstĂ€rkt die Frequenzen an diesem Punkt des Spektrums.

Werden die Tiefpass-, Hochpass- oder Bandpass-Filter eingesetzt, gibt es fĂŒr jeden Schaltungstyp außer Clean einen zusĂ€tzlichen Drive-Parameter, mit dem das Signal vor dem Filtereingang verstĂ€rkt oder auch verzerrt werden kann.

Das Morph-Filter hat einen zusĂ€tzlichen Morph-Regler, mit dem der Filtertyp kontinuierlich von Tiefpass nach Bandpass nach Hochpass nach Notch und zurĂŒck nach Tiefpass durchlaufen werden kann.

Tipp: springen Sie beim Morph-Parameter direkt zu einer reinen Tiefpass-, Bandpass-, Hochpass- oder Notch-Einstellung, indem Sie die jeweilige Option mit [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) im KontextmenĂŒ des Morph-Parameters wĂ€hlen.

Sie können Frequenz und Resonanz mit Klicken und Ziehen in das X/Y-Feld oder mit den Reglern einstellen. Nach einem Doppelklick auf die Werteanzeigen der beiden Parameter können Sie auch die exakten Werte eintippen.

Bei den nicht-Cleanen Schaltungstypen ermöglicht der Resonanz-Parameter Selbstoszillation. Bei Resonanz-Werten ĂŒber 100% schwingt das Filter unbestimmt lange weiter, selbst wenn das Eingangssignal gestoppt wurde. Die Tonhöhe der Selbstoszillation hĂ€ngt von den eingestellten Frequenz- und Resonanz-Werten ab.

Die Envelope-Parameter bestimmen, wie die HĂŒllkurve die Filterfrequenz steuert. Der Amount-Parameter regelt die IntensitĂ€t der HĂŒllkurvenmodulation, wĂ€hrend Attack bestimmt, wie die HĂŒllkurve auf ein lauter werdendes Eingangssignal reagiert: Der Attack-Regler entscheidet darĂŒber, wie schnell die HĂŒllkurve einer Erhöhung des Signalpegels folgt. Niedrige Werte fĂŒhren zu einer schnelleren, höhere Werte zu einer trĂ€geren Reaktion auf einen Pegelanstieg. Sie können sich vorstellen, dass hohe Attack-Werte die Reaktionen der HĂŒllkurve verschleifen.

Niedrige Release-Werte fĂŒhren zu einer schnelleren, höhere Werte zu einer trĂ€geren Reaktion auf einen Pegelabfall im Signal. Hohe Release-Werte sorgen also fĂŒr ein lĂ€ngeres Ausklingen der Modulation.

Normalerweise ist das gefilterte Signal mit dem Signal identisch, das den HĂŒllkurvenfolger speist. Mittels Sidechaining ist es jedoch möglich, ein Signal auf der Basis des Pegels eines anderen Signals zu filtern. Klappen Sie das Filter-Fenster mit dem 32087.png Schalter in seiner Titelzeile aus, um Zugriff auf die Sidechaining-Parameter zu erhalten.

Wenn Sie diesen Bereich mit dem "Sidechain"-Schalter aktivieren, können Sie in den MenĂŒs darunter jede andere Spur auswĂ€hlen. Die so gewĂ€hlte Signalquelle speist nun anstelle des tatsĂ€chlich gefilterten Signals den HĂŒllkurvenfolger.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Dry/Wet-Regler ermöglicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Quelle fĂŒr den HĂŒllkurvenfolger zu wĂ€hlen. Steht Dry/Wet auf 100%, wird der HĂŒllkurvenfolger ausschließlich von der Sidechain-Signalquelle gespeist. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erhöhen von Gain nicht zu einer Erhöhung der LautstĂ€rke des Originalsignals im Mix fĂŒhrt. Das Sidechain-Signal dient nur dem Speisen des HĂŒllkurvenfolgers und ist nie selbst hörbar.

Auto Filter besitzt auch einen Low Frequency Oscillator (LFO) fĂŒr die Modulation der Filterfrequenz. Der Amount-Parameter bestimmt, wie stark der LFO das Filter moduliert. Diese Funktion kann zusammen mit oder anstelle des Envelope Followers benutzt werden.

Der Rate-Parameter bestimmt die LFO-Frequenz. Sie kann als Wert in Hertz oder synchron zum Songtempo eingestellt werden, was rhythmisches Filtern erlaubt.

Sie können zwischen den Schwingungsformen Sinus (weiche Modulationen mit runden Bergen und TÀlern), Rechteck, Dreieck, SÀgezahn aufwÀrts und abwÀrts und S\&H (Sample \& Hold; treppenförmige Zufallsmodulation mit positiven und negativen Werten) in mono und stereo wÀhlen.

Es gibt zwei LFOs, je einen fĂŒr jeden Stereokanal. Die Schalter Phase und Offset entscheiden ĂŒber das Zusammenspiel der beiden LFOs.

Phase betreibt beide LFOs bei genau gleicher Frequenz, ermöglicht es aber, die beiden Wellenformen gegeneinander in der Phase zu verschieben, wodurch eine Stereobewegung in der Filtermodulation entsteht. Steht der Wert auf "180", sind die LFO-Wellenformen um 180 Grad zueinander verschoben, sodass der eine LFO seinen Spitzenwert erreicht, wenn der andere an seinem Minimum angekommen ist.

Spin verstimmt die beiden LFOs gegeneinander. Jeder Stereokanal wird mit einer unterschiedlichen Frequenz moduliert, abhÀngig von der Einstellung des Spin-Werts.

Bei Verwendung von Sample & Hold (“S&H”) sind die Parameter Phase und Spin nicht relevant und haben keinen Einfluss auf den Klang. DafĂŒr bietet Auto Filter zwei verschiedene Sample-\&-Hold-Modulationen an: Der obere Sample-\&-Hold-Typ im WahlmenĂŒ stellt unabhĂ€ngige Modulationseinheiten fĂŒr den linken und rechten Kanal bereit (stereo), der untere moduliert beide KanĂ€le mit dem gleichen Signal (mono).

Der Quantize-Beat-Parameter wendet eine quantisierte Modulation auf die Filterfrequenz an. Ist Quantize Beat aus, folgt die Frequenz-Modulation der Modulationsquelle (HĂŒllkurve, LFO oder der manuell eingestellte Cutoff-Wert.) Ist die Funktion eingeschaltet, aktualisiert sich die Filtermodulation in rhythmisch, zum Song-Tempo passenden Schritten. Die nummerierten Taster stellen Sechzehntelnoten dar, wenn Sie also ”4” als Taktwert einstellen, wird ein Modulationsschritt pro Viertelnote erzeugt.

Legacy-Filter

Wenn Sie ein Set öffnen, das mit einer Ă€lteren Version als Live 9.5 erzeugt wurde, öffnet jede Auto-Filter-Instanz im Set mit den alten Legacy-Filtern, anstelle der zuvor besprochenen neuen Filter. Das alte Filterset besteht aus Tiefpass-, Bandpass- und Hochpass-Filtern, jeweils mit 12 dB oder 24 dB, einem Notch-Filter, alle Filter ohne Drive-Parameter. Jedes Auto-Filter-GerĂ€t, das mit diesen Legacy-Filtern geladen wird, zeigt eine Aktualisieren-Taste in der Titelzeile an.Mit Klick auf diese Taste, wird die Filter-Auswahl fĂŒr diese Instanz von Auto-Filter dauerhaft auf die neuen Modelle umgeschaltet. Beachten Sie, dass Ihr Live-Set nach der Filter-Aktualisierung etwas anders klingen kann.

22.3 Auto Pan

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Der Auto-Pan-Effekt.

(Hinweis: Der Auto-Pan--Effekt ist in der Lite-Edition nicht verfĂŒgbar.)

Auto Pan erlaubt es, die Amplitude und das Panorama des Signals mit einem LFO zu manipulieren, um automatische Panning-, Tremolo-, Amplitudenmodulations- und Beat-synchrone Zerhacker-Effekte zu erzeugen.

Der LFO von Auto Pan moduliert die Amplitude des linken und rechten Kanals eines Stereosignals mit einer Sinus-, Dreieck-, SĂ€gezahn- oder Zufalls-Wellenform.

Der Shape-Parameter drĂŒckt die Wellenform in Richtung ihrer oberen und unteren Grenze und sorgt so fĂŒr eine sĂ€ttigungsĂ€hnliche Verformung der Schwingung. Die Wellenform kann "Normal" oder "Invert" (invertiert) abgespielt werden. Verwenden Sie "Invert" beispielsweise, um aus der AufwĂ€rts-Variante des SĂ€gezahns die AbwĂ€rts-Variante zu erzeugen.

Die LFO-Geschwindigkeit lÀsst sich mit dem Rate-Regler in Hertz eingeben. Sie kann in Hertz oder synchronisiert zum Songtempo eingestellt werden.

Auch wenn beide LFOs die gleiche Frequenz haben, kann mit dem Phase-Parameter ein Stereo-Effekt erzeugt werden, indem man die Wellenformen mit seiner Hilfe gegeneinander verschiebt. Wenn Sie diesen Parameter auf "180" stellen, sind die beiden Wellenformen exakt gegenphasig (um 180 Grad verschoben), so dass die eine gerade das Maximum erreicht, wenn die andere am Minimum ist. Phase ist besonders fĂŒr das Erzeugen von Vibrato-Effekten nĂŒtzlich.

Der Offset-Parameter verschiebt den Startpunkt jedes LFO entlang der Wellenform.

Die Wirkung des Effekts auf das Eingangssignal wird mit dem Amount-Parameter bestimmt.

22.4 Beat Repeat

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Der Beat-Repeat-Effekt.

Der Beat-Repeat-Effekt erlaubt das Erzeugen von kontrollierten oder zufÀlligen Wiederholungen eines Eingangssignals.

Der Interval-Parameter bestimmt, wie oft Beat Repeat neues Material einfÀngt und zu wiederholen beginnt. Interval ist zum Projekt-Tempo synchronisiert und wird in entsprechenden Notenwerten eingestellt, die von "1/32" bis zu "4 Bars" reichen. Der Parameter Offset verschiebt den durch Interval definierten Startpunkt vorwÀrts in der Zeit. Ist Interval beispielsweise auf "1 Bar" und Offset auf "8/16" eingestellt, dann wird einmal pro Takt auf dem Beginn des dritten Beats (nach acht Sechzehnteln oder "auf halbem Wege") neues Material verarbeitet.

Chance definiert die Wahrscheinlichkeit, mit der Wiederholungen tatsĂ€chlich stattfinden, wenn sie gemĂ€ĂŸ Interval und Offset "fĂ€llig wĂ€ren". Steht Chance auf 100%, findet die Wiederholung immer zu der eigestellten Interval/Offset-Zeit statt; bei einem Wert von "0%" findet sie nie statt.

Gate bestimmt die LĂ€nge aller Wiederholungen in Sechzehntelnoten. Steht Gate auf "4/16", erstrecken sich die Wiederholungen ĂŒber einen Zeitraum von einem Beat, beginnend zu dem mit Interval und Offset gewĂ€hlten Zeitpunkt.

Der Repeat-Schalter umgeht bei seiner Aktivierung die beschriebenen Parameter und beginnt augenblicklich mit dem Einfangen und Wiederholen des Signals, bis er wieder deaktiviert wird.

Der Grid-Parameter bestimmt die Rasterweite beziehungsweise die GrĂ¶ĂŸe jedes wiederholten Audioabschnitts. Ist er auf "1/16" gestellt, dann wird ein Abschnitt mit der LĂ€nge einer Sechzehntelnote eingefangen und fĂŒr die eingestellte Gate-Dauer (oder bis Repeat wieder deaktiviert wird) wiederholt. Große Grid-Werte erzeugen rhythmische Loops, kleinere klangliche Artefakte. Der No-Triplets-Schalter lĂ€sst nur binĂ€re Grid-Unterteilungen zu.

Der Grid-Wert kann zufĂ€llig mit dem Variation-Parameter verĂ€ndert werden. Steht Variation auf "0", ist die Grid-GrĂ¶ĂŸe fixiert. ErhĂ€lt Variation jedoch höhere Werte, variiert Grid um den eingestellten Wert herum. Variation bietet verschiedene Betriebsarten, die im MenĂŒ unterhalb des Parameters wĂ€hlbar sind: Trigger erzeugt Grid-Variationen wenn Wiederholungen getriggert werden; 1/4, 1/8 und 1/16 triggern Variationen in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden; Auto veranlasst Beat Repeat, eine neue Zufallsvariation nach jeder Wiederholung zu wĂ€hlen -- das erzeugt die komplexesten Formen der Grid-Variation in Beat Repeat (besonders wenn auch Triolen erlaubt sind).

Die Wiederholungen von Beat Repeat können fĂŒr spezielle Klangeffekte abwĂ€rts transponiert werden. Solche Pitch-Variationen werden in Beat Repeat durch Resampling erzeugt, wobei die durch das Herunterstimmen verlĂ€ngerten Segmente nicht wieder gestaucht werden, um die LĂ€ngenĂ€nderung zu kompensieren. Das bedeutet, dass die rhythmische Struktur bei höheren Pitch-Werten etwas undurchsichtig werden kann... Der Pitch-Decay-Parameter sorgt fĂŒr einen Verlauf bei der AbwĂ€rts-Transponierung, lĂ€sst also jede Wiederholung etwas tiefer als die nĂ€chste erklingen. Warnung: Dies ist der obskurste Parameter von Beat Repeat.

Beat Repeat integriert ein kombiniertes Tiefpass- und Hochpassfilter, um den durchgelassenen Frequenzbereich des GerÀts zu bestimmen. Sie können das Filter ein- und ausschalten sowie die Mittenfrequenz und Breite des durchzulassenden Bandes mit den entsprechenden Parametern einstellen.

Das Originalsignal (das am Eingang von Beat Repeat empfangen wurde) wird mit den Wiederholungen von Beat Repeat auf eine von drei möglichen Arten gemischt: Mix fĂŒhrt das Signal durch das GerĂ€t und mischt es mit den erzeugten Wiederholungen; Insert schaltet das Originalsignal wĂ€hrend der Wiederholungen stumm, lĂ€sst es sonst aber durch; Gate gibt nur die Wiederholungen, nie jedoch das Originalsignal aus. Der Gate-Modus ist besonders beim Einsatz des Effekts in einem Return-Track nĂŒtzlich.

Sie können die AusgangslautstÀrke des GerÀts mit dem Volume-Regler bestimmen und mit Decay ein sukzessives Abklingen der Wiederholungen einstellen.

22.5 Cabinet

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Der Cabinet-Effekt.

(Hinweis: Der Cabinet-Effekt ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Cabinet ist ein Effekt, der den Klang fĂŒnf klassischer Gitarren-Lautsprecherboxen emuliert. In Zusammenarbeit mit Softube entwickelt, setzt Cabinet Physical-Modelling-Technology ein, um authentische Sounds mit optimierter Mikrofon-Auswahl und -Positionierung zu liefern.

Das Speaker-MenĂŒ ermöglicht Ihnen die Wahl aus verschiedenen LautsprechergrĂ¶ĂŸen und -kombinationen. Die MenĂŒeintrĂ€ge zeigen die Anzahl der Lautsprecher und die LautsprechergrĂ¶ĂŸe in Zoll. So bedeutet z.B. "4x12", dass die Box vier 12-Zoll-Lautsprecher hat. In der realen Welt bedeuten mehr und grĂ¶ĂŸere Lautsprecher allgemein höhere LautstĂ€rken.

Der Microphone-Wahlschalter Ă€ndert die Position des virtuellen Mikrofons im VerhĂ€ltnis zur Lautsprecher-Box. Near-On-Axis-Mikrofonierung ergibt einen hellen, fokussierten Klang, wĂ€hrend Near-Off-Axis resonanter und weniger hell ist. WĂ€hlen Sie die Far-Position fĂŒr einen ausgewogenen Sound, der auch etwas vom Charakter des virtuellen "Raums" miteinbezieht.

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Cabinet Mikrofon-Positionen.

Mit dem Schalter unter dem Microphone-WahlmenĂŒ kann zwischen einem dynamischen- und einem Kondensator-Mikrofon gewechselt werden. Dynamische Mikrofone besitzen etwas mehr Biss und Charakter und werden sehr hĂ€ufig beim Close-Miking von Gitarrenboxen eingesetzt, da sie höhere LautstĂ€rken besser bewĂ€ltigen können. Kondensator-Mikrofone sind prĂ€ziser und werden hĂ€ufig bei grĂ¶ĂŸeren AufnahmeabstĂ€nden eingesetzt. NatĂŒrlich kann Cabinets virtuelles Kondensator-Mikrofon nicht durch zu hohe LautstĂ€rken beschĂ€digt werden, sie können also frei experimentieren.

Der Output-Schalter wechselt zwischen Mono-und Stereo-(Dual)-Prozessing. Beachten Sie bitte, dass Cabinet im Dual-Modus die doppelte CPU-Leistung verbraucht.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal.

22.5.1 Cabinet-Tipps

Hier einige Tipps fĂŒr den Einsatz von Cabinet:

Amps und Boxen (Cabinets)

Gitarren-Boxen werden normalerweise von Gitarren-VerstĂ€rkern gespeist. Aus diesem Grund ist Cabinet mit dem Effekt Amp (siehe 22.1)kombiniert, da beide Effekte hĂ€ufig zusammen verwendet werden. Sie können jedoch auch interessante und außergewöhnliche KlĂ€nge erzielen, indem Sie Amp und Cabinet unabhĂ€ngig voneinander verwenden.

Multi-Mikrofonierung

Ein gebrÀuchliche Studiotechnik ist die Abnahme einer einzelnen Gitarren-Box mit mehreren Mikrofonen, deren PegelverhÀltnis erst spÀter in der Mix-Phase bestimmt wird. Diese Technik lÀsst sich sehr einfach mit den Audio-Effekt-Racks (siehe Kapitel 18) von Live erreichen. Gehen Sie einfach wie folgt vor:

  • konfigurieren Sie eine Instanz von Cabinet nach Belieben
  • setzen Sie diesen Cabinet-Effekt in ein Audio-Effekt-Rack
  • duplizieren Sie die Rack-Kette mit der ursprĂŒnglichen Cabinet-Instanz so oft sie wĂŒnschen
  • wĂ€hlen Sie bei den neu entstandenen Ketten andere Mikrofon-Einstellungen und/oder -Typen
  • Stellen Sie die LautstĂ€rkeverhĂ€ltnisse der einzelnen Rack-Ketten mit dem Mixer des Racks ein

22.6 Chorus

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Der Chorus-Effekt

Chorus verwendet zwei modulierbare und seriell verschaltete Delays fĂŒr das Erzeugen von "verdickenden" Chorus- und Flanging-Effekten.

Jedes Delay hat einen eigenen und in Millisekunden einstellbaren Parameter fĂŒr die Verzögerungszeit. Delay 1 besitzt ein Hochpassfilter, mit dem auf Wunsch tiefe Frequenzanteile aus dem Signal entfernt werden können. Je höher der Highpass-Wert ist, desto weniger tiefe Frequenzen können passieren.

Delay 2 bietet drei Betriebsarten fĂŒr eine Vielzahl von Effekten. Steht sein Wahlschalter auf Off, ist nur Delay 1 hörbar. In der Fix-Betriebsart wird nur die Verzögerungszeit von Delay 1 moduliert. Ist Mod aktiviert, wird Delay 2 genau wie Delay 1 moduliert.

Um beiden Delays auf die Verzögerungszeit von Delay 1 zu stellen, aktivieren Sie den Link-Schalter ("= "). Dies ist besonders nĂŒtzlich, wenn Sie beide Delay gemeinsam einstellen wollen.

Das Modulation-X/Y-Feld ermöglicht es, "Bewegung" in den Klang zu bringen: Klicken und Ziehen mit der Maus entlang der X-Achse Àndert die Frequenz der Delayzeit-Modulation. Klicken und Ziehen entlang der Y-Achse verÀndert die IntensitÀt der Modulation.

Sie können die gewĂŒnschten Werte fĂŒr diese beiden Parameter auch direkt in die entsprechenden Felder unter dem X/Y-Feld eintippen. Amount wird in Millisekunden, Frequency in Hertz angegeben.

Durch Aktivieren des Schalters *20 wird die Modulationsfrequenz zum Erzielen extremerer KlÀnge um diesen Faktor erhöht.

Mit dem Feedback-Regler kann der Anteil des vom Ausgang an den Eingang zurĂŒckgefĂŒhrten Signals bestimmt werden. Die PolaritĂ€t des rĂŒckgekoppelten Signals kann (Überraschung!) mit dem Polarity-Wahlschalter gewĂ€hlt werden.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100 Prozent, wenn Sie den Chorus in einer Return-Spur verwenden.

Das Aktivieren der Option Crisp mittels [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) kann besonders bei höheren Frequenzen den Klang verbessern. Die Option ist standardmĂ€ĂŸig aktiviert, außer bei Sets, die Chorus verwenden und mit frĂŒheren Versionen von Live erstellt wurden.

22.7 Compressor

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Der Effekt Compressor

Ein Kompressor reduziert den Pegel von Signalen, die einen vom Anwender wĂ€hlbaren Schwellenwert (Threshold) ĂŒberschreiten. Die Kompression reduziert den Pegel von Signalspitzen, erhöht so den Headroom und erlaubt es in der Folge, das gesamte Signal stĂ€rker auszusteuern. Das Signal erhĂ€lt so einen höheren Durchschnittspegel, was es subjektiv lauter und "druckvoller" als ein unkomprimiertes Signal wirken lĂ€sst.

Die beiden wichtigsten Parameter eines Kompressors sind der Schwellenwert (Threshold) und das KompressionsverhÀltnis (Ratio):

Mit dem Threshold-Regler wird eingestellt, bei welchem Pegel die Kompression beginnt. Signale oberhalb des Threshold werden nach Maßgabe des Ratio-Parameters leiser geregelt, der das VerhĂ€ltnis zwischen Ein- und Ausgangspegel bestimmt. Mit einer Ratio-Einstellung von beispielsweise 3 wird ein Signal, das 3 dB ĂŒber dem Threshold liegt, am Ausgang des Kompressors nur um 1 dB lauter sein. Wird ein Signal ĂŒber dem Threshold um 6 dB lauter, dann ist es am Ausgang um 2 dB lauter. Eine Ratio von 1 bedeutet, dass keine Kompression angewendet wird, und zwar unabhĂ€ngig vom eingestellten Threshold.

Die orange-farbene Anzeige fĂŒr Gain-Reduction zeigt an, um welchen Wert der Pegel in einem bestimmten Moment abgesenkt wird. Eine Pegelabsenkung von mehr als etwa 6 dB mag vielleicht die gewĂŒnschte Zunahme der Lautheit bewirken, wird aber auch einen deutlichen Einfluss auf den Klang haben und kann sehr leicht seine dynamische Struktur zerstören. Dies kann in spĂ€teren Produktionsschritten nicht mehr korrigiert werden. BerĂŒcksichtigen Sie dies besonders bei der Verwendung von Kompressoren, Limitern oder Lautheitsmaximierern im Master-Kanalzug. Weniger ist hier meistens mehr.

Da Kompression den Pegel von lauten Signalen vermindert und so den Headroom vergrĂ¶ĂŸert, können Sie den Pegel mit dem Output-Parameter wieder soweit erhöhen, dass die Pegelspitzen den verfĂŒgbaren Headroom ausnutzen. Die Output-Anzeige zeigt den Pegel des Ausgangssignals an. Wenn Sie den Makeup-Schalter unter dem Output-Parameter aktivieren, wird der Ausgangspegel bei Änderungen der Threshold- und Ratio-Einstellungen automatisch angeglichen.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem komprimierten und unkomprimierten Signal. Bei 100% ist nur das komprimierte Signal zu hören, wÀhrend sich das GerÀt bei 0% praktisch im Bypass befindet.

Der Knee-Parameter bestimmt, wie weich oder hart die Kompression bei Erreichen des Thresholds einsetzt. Mit einer Einstellung von 0 dB erfolgt keine Kompression unterhalb des Thresholds und die volle Kompression bei allen Signalen ĂŒber dem Threshold. Mit hohen Ratio-Einstellungen kann dieses so genannte "Hard Knee"-Verhalten harsch klingen. Mit höheren (oder "weicheren") Knee-Einstellungen steigt der Grad der Kompression in Richtung des Thresholds an. Mit einer Knee-Einstellung von beispielsweise 10 dB und einer Threshold-Einstellung von -20 dB beginnt bereits bei -30 dB eine sanfte Kompression, die dann weiter zunimmt, sodass Signale erst bei -10 dB vollstĂ€ndig komprimiert werden.

Compressors Anzeige-Modus kann mit den kleinen Schaltern in der Ecke unten der Anzeige bestimmt werden:

  • Die eingeklappte Ansicht zeigt nur die wichtigsten Parameter.
CompressorCollapsed.png
Compressors eingeklappte Anzeige
  • Die Transferkurve zeigt den Eingangspegel auf der horizontalen Achse und den Ausgangspegel auf der vertikalen. Diese Darstellung ist sehr nĂŒtzlich beim Abstimmen des Knee-Parameters, der als gepunktetes Linienpaar links und rechts vom Threshold sichtbar ist.
CompressorTransferCurve.png
Compressors Transferkurve
  • Die Activity-Anzeige zeigt den Eingangspegel hellgrau an. In diesem Modus kann mit den Schaltern oben zwischen der Darstellung der Gain-Reduktion (GR) in orange und des Ausgangspegels in dunkelgrau gewechselt werden. Die Darstellungen sind sehr nĂŒtzlich, um zu sehen, was mit dem Signal im Zeitverlauf passiert.
Compressor.png
Im Compression-Activity-Modus werden Eingang und Ausgang angezeigt.

Die Parameter Attack und Release sind wesentlich fĂŒr das Verhalten von Compressor, da sie bestimmen, wie schnell die Kompression auf Änderungen des Eingangspegels reagiert.

Attack regelt wie lange es dauert, bis nach dem Überschreiten des Thresholds die maximale Kompression wirksam wird. Release dagegen bestimmt, wie lange der Kompressor nach dem Unterschreiten des Thresholds braucht, um die Kompression wieder auf Null zu regeln. Ist Auto Release aktiviert, wird die Release-Zeit automatisch, abhĂ€ngig vom Eingangssignal eingestellt.

Etwas Attackzeit (10--50 mS) erlaubt es den Pegelspitzen, den Kompressor unbearbeitet zu passieren. Das hilft die Dynamik des Signals zu bewahren, da es die EinschwingvorgĂ€nge betont. Falls diese Pegelspitzen ĂŒbersteuern, können Sie versuchen, die Attackzeit zu reduzieren. Sehr kurze Attackzeiten nehmen dem Signal jedoch die "Lebendigkeit" und können zu einer verzerrungsbedingten Rauheit im Signal fĂŒhren. Kurze Releasezeiten können zum "Pumpen" fĂŒhren, da der Kompressor versucht herauszufinden, ob er komprimieren soll oder nicht. Das wird im Allgemeinen als unerwĂŒnschter Effekt angesehen; manche Tontechniker setzen ihn jedoch bei kompletten Drumkit-Spuren bewusst ein, um einen ungewöhnlichen "Ansaugeffekt" zu erzielen. Das sorgfĂ€ltige Einstellen der Attack- und Releasezeiten ist sehr wichtig, wenn es um die Komprimierung rhythmischen Materials geht. Wenn Sie mit Kompressoren noch keine Erfahrung besitzen, sollten Sie mal einen Drumloop komprimieren und mit verschiedenen Einstellungen fĂŒr Attack, Release, Threshold und Gain experimentieren. Das kann sehr spannend sein!

Ein Kompressor kann erst auf das Eingangssignal reagieren, sobald es ihn erreicht. Da er auch noch seiner Attack- und Release-HĂŒllkurve folgen muss, erfolgt die Kompression immer etwas zu spĂ€t. Ein digitaler Kompressor kann dieses Problem lösen, indem der das Eingangssignal zwar gleich analysiert, aber etwas verzögert bearbeitet. Compressor bietet drei verschiedene solcher "Lookahead"-Zeiten an: null mS, eine mS und zehn mS. Das Klangresultat kann in AbhĂ€ngigkeit dieser Werte stark variieren.

Compressor lĂ€sst Sie zwischen drei verschiedenen Grundbetriebsarten wĂ€hlen. Ist Peak ausgewĂ€hlt, reagiert Compressor auf kurze Pegelspitzen im Signal. Der Peak-Modus arbeitet aggressiver und prĂ€ziser, er eignet sich darum gut fĂŒr Pegelbegrenzungen, bei den Sie sicherstellen mĂŒssen, dass absolut kein Signal ĂŒber dem eingestellten Threshold liegt. Im RMS-Modus verhĂ€lt sich Compressor weniger empfindlich gegenĂŒber kurzen Signalspitzen und komprimiert erst, wenn das Eingangssignal etwas lĂ€nger ĂŒber dem Threshold liegt. Der RMS-Modus liegt der menschlichen Wahrnehmung von Lautheit nĂ€her und wird ĂŒblicherweise als "musikalischer" empfunden.

Die Ratio kann auch auf Werte kleiner 1 gesetzt werden. In diesem Zustand verhĂ€lt sich der Kompressor wie ein "Upward-Expander" und erhöht die Anhebung, wenn das Signal den Threshold ĂŒberschreitet. Weitere Informationen zu den verschiedenen Arten Dynamik-Bearbeitung finden Sie im Kapitel Multiband Dynamics (siehe 22.24)).

ZusĂ€tzlich zu diesen Modi kann Compressor zwischen zwei verschiedenen Kurvenformen fĂŒr den HĂŒllkurvenfolger umschalten, die dazu weitere Optionen anbieten, wie das GerĂ€t Signalpegel misst und auf diese reagiert. Im Linear-Modus (Lin) werden die Reaktionszeiten des Kompressors ausschließlich vom Attack- und Release-Wert bestimmt. Im Logarithmic-Modus (Log) haben scharf komprimierte Pegelspitzen eine schnellere Release-Zeit als weniger komprimiertes Material. Hierduch kann die Kompression im Vergleich zum Lin-Modus weicher und weniger stark hörbar ausfallen. Beachten Sie, dass der Lin/Log-Schalter nicht sichtbar ist, wenn Compressors Anzeige eingeklappt ist.

22.7.1 Sidechain-Parameter

CompressorSidechain.png
Der Compressor-Effekt mit den Sidechain-Parametern.

Normalerweise ist das komprimierte Signal mit dem Eingangssignal, das die Kompression auslöst, identisch. Bei Verwendung von Sidechaining ist es jedoch möglich, ein Signal basierend auf dem Pegel eines anderen Signals oder basierend auf einem bestimmten Frequenzband zu komprimieren. Die Sidechain-Parameter erreichen Sie, indem Sie das Compressor-Fenster durch Umschalten des Tasters 32283.png in seiner Titelleiste ausklappen.

Die Sidechain-Parameter sind in zwei Bereiche unterteilt. Links finden sich die External-Parameter. Wenn Sie diesen Bereich mit dem Sidechain-Schalter aktivieren, können Sie jeden von Lives internen Routing-Punkten (siehe 14.6.1) aus dem MenĂŒ darunter auswĂ€hlen. Die so gewĂ€hlte Signalquelle arbeitet nun anstelle des tatsĂ€chlich komprimierten Signals als Auslöser fĂŒr Compressor.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Dry/Wet-Regler ermöglicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Auslöser fĂŒr den Kompressor zu wĂ€hlen. Steht Dry/Wet auf 100%, wird der Kompressor ausschließlich von der Sidechain-Signalquelle ausgelöst. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erhöhen von Gain nicht zu einer Erhöhung der LautstĂ€rke des Originalsignals im Mix fĂŒhrt. Das Sidechain-Signal dient nur dem Auslösen des Kompressors und ist nie selbst hörbar.

Beachten Sie, dass die automatische Ausgangspegelanpassung (Makeup) bei Verwendung einer externen Sidechain nicht zur VerfĂŒgung stehen.

Rechts im External-Bereich finden sich die Parameter fĂŒr den Sidechain-EQ. Wenn Sie diesen Bereich aktivieren, wird der Kompressor durch bestimmte FrequenzbĂ€nder und nicht durch das gesamte Signal ausgelöst. Das können entweder Frequenzen im komprimierten Signal selbst sein, oder in Kombination mit externem Sidechaining auch Frequenzen aus dem Signal einer anderen Spur.

Mit dem Kopfhörerschalter zwischen dem Extern- und dem EQ-Bereich können Sie nur das Sidechain-Signal abhören und den Ausgang des Kompressors stummschalten. Da das Sidechain-Signal nicht zum Ausgang gelangt und nur als Auslöser fĂŒr den Kompressor arbeitet, vereinfacht Ihnen diese temporĂ€re Abhörmöglichkeit, die Sidechain-Parameter einzustellen und das Signal zu ĂŒberprĂŒfen, das den Kompressor arbeiten lĂ€sst.

22.7.2 Tipps zur Kompression

Dieser Abschnitt bietet Ihnen einige Tipps zum effektiven Einsatz von Compressor und insbesondere der Sidechain-Optionen.

Mischen von Voiceovers

Sidechaining wird ĂŒblicherweise fĂŒr sogenannte "Ducking"-Effekte verwendet. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, dass Sie eine Spur mit einer Sprecherstimme und eine Spur mit Hintergrundmusik haben. Sie möchten, dass die Sprecherstimme immer die lauteste Signalquelle ist, die Musik sollte also immer dann leiser werden, wenn der Sprecher zu hören ist. Um dies automatisch zu erreichen, fĂŒgen Sie einen Kompressor in die Musik-Spur ein, wĂ€hlen jedoch den Ausgang der Sprecher-Spur als Quelle fĂŒr das externe Sidechaining.

Sidechaining in der Dance-Musik

Sidechaining/Ducking ist fĂŒr einen Dance-Musik-Produzenten eine Geheimwaffe, da es helfen kann zu gewĂ€hrleisten, dass Basslinien (oder sogar ganze Mischungen) immer fĂŒr die Kick-Drum Platz machen. Indem man einen Kompressor in die Bass-Spur (oder Master-Spur) einfĂŒgt und die Kick-Drum-Spur als Sidechain-Eingang nutzt, kann man problematische tiefe Frequenzen in den Griff bekommen, die sich andernfalls mit dem Einschwingen der Kick-Drum "beissen" wĂŒrden.

Indem Sie den Sidechain-EQ in Kombination mit dieser Technik verwenden, können Sie solche Ducking-Effekte selbst dann erzeugen, wenn Sie nur eine komplette Drum-Spur zum Arbeiten haben (und keine isolierte Kick-Drum). In diesem Fall fĂŒgen Sie den Kompressor in die Spur ein, die Sie "ducken" wollen. WĂ€hlen Sie dann die Drum-Spur als externe Sidechain-Quelle. Aktivieren Sie den Sidechain-EQ und wĂ€hlen Sie das Tiefpassfilter aus. Indem Sie nun sorgfĂ€ltig die Parameter Frequency und Q justieren, sollten Sie in der Lage sein, die Kick-Drum vom Rest des Drumkits zu isolieren. Die Abhörfunktion fĂŒr das Sidechain-Signal kann Ihnen beim Finden einer geeigneten EQ-Einstellung helfen.

22.7.3 Upgrade vom Legacy-Modus

Kompressors interne Algoithmen sind mit Live 9 in Zusammenarbeit mit Dr. Joshua D. Reiss vom Centre for Digital Music der Queen Mary University of London, aktualisiert worden.

Bei Live Sets die Compressor verwenden und mit frĂŒheren Versionen von Live erzeugt wurden, erscheint in der Titelzeile jeder Compressor-Instanz ein "Upgrade-Taster", wenn das Set in Live 9 geladen wird. DrĂŒcken Sie diese Taste, um die entsprechende Compressor-Instanz auf die neuen, verbesserten Algorithmen upzugraden. Beachten Sie bitte, dass Ihr Set hierdurch anders klingen kann.

22.8 Corpus

Corpus.png
Der Corpus-Effekt.

(Hinweis: Der Corpus-Effekt ist in den Intro-, Standard- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Corpus ist ein Effekt, der die akustischen Eigenschaften resonanter Klangkörpern simuliert und dabei sieben verschiedene Typen bietet. In Zusammenarbeit mit Applied Acoustics Systems entwickelt, benutzt Corpus Physical-Modeling-Technologie, um eine Vielzahl von Parametern und Modulations-Optionen zu bieten.

Sowohl die Frequenz als auch die Abklingzeit der Resonanz lassen sich ĂŒber MIDI steuern, indem der Frequency- und/oder der Off-Decay-Schalter im Sidechain-Bereich von Corpus aktiviert wird. Verwenden Sie die 32323.png Taste in der Titelzeile von Corpus, um auf die Sidechain-Parameter zuzugreifen. Mit den MIDI-From-Wahlschaltern können Sie eine MIDI-Spur auswĂ€hlen und den Abgriffpunkt bestimmen, von dem aus MIDI-Noten gesendet werden, die Corpus empfangen soll.

Wenn Frequency aktiviert ist, wird die Frequenz bzw. Tonhöhe der Resonanz von den eingehenden MIDI-Noten gesteuert. Werden mehrere Noten gleichzeitig gehalten, legt der Last/Low-Schalter fest, ob die zuletzt gespielte (Last) oder die tiefste Note (Low) PrioritÀt haben soll. Die Transpose- und Fine-Regler ermöglichen es, eine grobe und feine Abweichung von der MIDI-modulierten Frequenz einzustellen. PB-Range bestimmt den Pitchbend-Umfang in Halbtönen.

Ist Frequency deaktiviert, kann mit dem Tune-Parameter die Grundfrequenz fĂŒr die Resonanz in Hertz eingestellt werden. Die entsprechende MIDI-Noten-Nummer und abweichende Feinstimmung in Cent werden im Feld unter den Reglern angezeigt.

Ist Off Decay aktiviert, wird beim Loslassen einer MIDI-Keyboardtaste (MIDI-Note-Off-Befehl) die Resonanz abgedĂ€mpft. Der Regler unter dem Schalter bestimmt das Ausmaß der von dem MIDI-Note-off-Befehl verursachten DĂ€mpfung. Bei 0% werden Note-Offs ignoriert und die Decay-Zeit wird nur von dem eingestellten Wert des Decay-Parameters (unter dem Wahlschalter fĂŒr den Resonanztyp) bestimmt. Dies entspricht dem Verhalten echter Stabspiel-Instrumente wie Marimba oder Glockenspiel. Bei 100% wird die Resonanz unabhĂ€ngig von der Decay-Zeit sofort nach einer Note-Off-Meldung abgedĂ€mpft.

Sie können die Sidechain-Paramater anzeigen oder verbergen, indem Sie den 32334.png Schalter in der Titelzeile von Corpus umschalten. Dieser Schalter leuchtet auf, sobald die Sidechain aktiv ist.

Corpus besitzt einen Niederfrequenz-Oszillator (LFO), mit dem die Resonanzfrequenz moduliert werden kann. Der Amount-Parameter bestimmt, wie stark der LFO die Frequenz beeinflusst.

Der Rate-Parameter bestimmt die LFO-Frequenz. Sie kann in Hertz oder synchron zum Songtempo eingestellt werden, was rhythmische Modulationen erlaubt.

Als LFO-Wellenformen stehen Sinus (erzeugt gleichmĂ€ĂŸige Modulationen mit abgerundeten Wellenformen) , Rechteck, Dreieck, SĂ€gezahn aufsteigend, SĂ€gezahn absteigend und zwei Arten von Rauschen (stufenförmig und abgerundet).

Obwohl immer nur ein Satz an LFO-Parametern sichtbar ist, gibt es tatsĂ€chlich zwei LFOs, einen fĂŒr jeden Stereokanal. Die Parameter Phase und Spin bestimmen die Beziehung dieser beiden LFOs zueinander.

Phase (nur verfĂŒgbar, wenn die LFOs zum Songtempo synchronisiert werden) betreibt beide LFOs mit genau der gleichen Frequenz, ermöglicht es aber, beide Wellenformen gegeneinander in der Phase zu verschieben, wodurch eine Stereobewegung in der Filtermodulation entsteht. Steht der Wert auf "180", sind die LFO-Wellenformen um 180 Grad zueinander verschoben, sodass der eine LFO seinen Spitzenwert erreicht, wenn der andere an seinem Minimum angekommen ist. Steht Phase auf "360" oder "0", laufen beide LFOs synchron.

Spin (nur vorhanden, wenn die LFOs im Hertz-Modus laufen) verstimmt die Geschwindigkeiten der beiden LFOs relativ zueinander. Jeder Stereokanal wird mit einer unterschiedlichen Frequenz moduliert, abhÀngig von der Einstellung des Spin-Werts.

Bei Benutzung der Rausch-Wellenformen zeigen die Parameter Phase und Spin keine Auswirkungen und beeinflussen somit auch nicht den Klang.

Spread verstimmt die beiden Resonatoren gegeneinander. Positive Werte heben die Tonhöhe des linken Resonators an, wÀhrend die des rechten abgesenkt wird. Negative Werte verhalten sich umgekehrt.

Resonanz-Typ ermöglicht Ihnen die Auswahl aus sieben verschiedenen physikalischen Modellen resonanter Klangkörper:

  • Beam simuliert die Resonanzeigenschaften von KlangstĂ€ben aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸen.
  • Marimba, eine Sondervariante des Beam-Modells, reproduziert die charakteristischen Obertöne von KlangstĂ€ben des Marimbaphons, die sich aufgrund der starken Schnittwölbung der Stabunterseite ergeben.
  • String simuliert den Klang von Saiten aus verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen StĂ€rken.
  • Membrane ist das Modell einer rechteckigen Membran (wie z.B Schlagzeugfell) mit unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe und Konstruktion.
  • Plate simuliert den Klang, der von einer rechteckigen, flachen Platte aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen GrĂ¶ĂŸen erzeugt wird.
  • Pipe simuliert ein zylinderförmiges Rohr, das an einem Ende vollstĂ€ndig geöffnet ist und am anderen Ende eine variable Öffnung besitzt (deren GrĂ¶ĂŸe mit dem Opening-Parameter eingestellt wird.)
  • Tube simuliert ein zylinderförmiges Rohr, das an beiden Enden vollstĂ€ndig geöffnet ist.

Mit dem Resonator-Quality-MenĂŒ kann ein guter Kompromiss zwischen der KlangqualitĂ€t des Resonator-Modells und dem CPU-Bedarf gefunden werden, indem die Anzahl der berechneten Obertöne reduziert wird. ”Basic” verbraucht sehr wenig CPU-Ressourcen, wĂ€hrend ”Full” komplexere Resonanzen erzeugt. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht verwendet.

Der Decay-Regler bestimmt die StÀrke der internen DÀmpfung im Resonator und damit die Decay-Zeit.

Der Material-Regler stellt die Abweichung des DÀmpfungsverhaltens bei unterschiedlichen Frequenzen ein. Bei niedrigen Werten klingen tiefe Frequenzanteile lÀnger nach als hohe (womit Klangkörper simuliert werden, die aus Holz, Nylon oder Gummi sind). Bei höheren Werten klingen hohe Frequenzanteile lÀnger nach (womit Klangkörper aus Glas oder Metall simuliert werden). Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht verwendet.

Der Radius-Parameter ist nur bei den Pipe- und Tube-Resonatoren vorhanden. Er bestimmt bei beiden Rohr-Modellen den Radius des modellierten Rohrs. Wenn der Radius zunimmt, erhöhen sich fĂŒr hohe Frequenzen sowohl die Decay-Zeit als auch die Sustain-Dauer. Bei sehr großen Rohren verĂ€ndert sich auch die Grundtonhöhe des Resonators.

Die Decay- und Material/Radius-Parameter lassen sich auch ĂŒber das X-Y-Feld einstellen.

Ratio ist nur bei den Membrane- und Plate-Resonatoren vorhanden und bestimmt das SeitenverhÀltnis des Klangkörpers.

Der Brightness-Parameter bestimmt die Amplitude der unterschiedlichen Frequenzbestandteile. Bei höheren Werten sind hohe Frequenzen lauter. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht verwendet.

Inharm. Der Inharmonics-Regler Àndert die Stimmung der vom Resonator erzeugten Obertöne bzw. ihr ObertonverhÀltnis. Bei negativen Werten werden die Frequenzen zusammengepresst, wodurch die Anzahl an tiefen Teiltönen zunimmt. Bei positiven Werten werden die Teilton-Frequenzen gedehnt, wodurch die Anzahl an oberen Teiltönen zunimmt. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht verwendet.

Opening ist nur bei dem Pipe-Resonator vorhanden und skaliert die GrĂ¶ĂŸe zwischen offenem und geschlossenem Rohr. Bei 0% ist das Rohr an einem Ende vollstĂ€ndig geschlossen, wĂ€hrend bei 100% das Rohr an beiden Enden geöffnet ist.

Die Parameter Listening L und R bestimmen fĂŒr den linken und rechten Resonator die Positionen, an denen die Vibrationen gemessen werden. Bei 0% werden die Resonanzen praktisch in der Mitte des Klangkörpers abgehört. Höhere Werte verschieben den Abhörpunkt nĂ€her zum Rand hin. Diese Parameter werden bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt, da bei diesen Modellen immer in der Mitte des dauerhaft geöffneten Endes gemessen wird.

Der Hit-Regler bestimmt die Stelle, an der der Klangkörper angeschlagen oder auf andere Weise zum Schwingen angeregt wird. Bei 0% wird der Klangkörper in der Mitte angeschlagen bzw. angeregt. Höhere Werte verschieben diesen Punkt nÀher zu den Randbereichen hin. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht verwendet.

Das Effektsignal wird in eine Filterkombination aus Tiefpass und Hochpass geleitet, die ĂŒber ein X-Y-Feld gesteuert werden kann. Um die Filterbandbreite zu bestimmen, klicken und ziehen Sie auf der vertikalen Achse. Um die Filterfrequenz einzustellen, klicken und ziehen Sie auf der horizontalen Achse. Das Filter kann mit dem Filter-Schalter ein- oder ausgeschaltet werden.

Width stellt die Stereobreite fĂŒr den linken und rechten Resonator ein. Bei 0% werden beide Signale mit gleichem Pegel jeweils der anderen Stereoseite hinzugemischt, was zu einem Mono-Ausgangssignal fĂŒhrt. Bei 100% wird jeder Resonator ausschließlich auf einen Kanal geleitet.

Bleed mischt dem Resonanzsignal wieder einen Teil des unbearbeiteten Signals hinzu. Bei höheren Werten ist also mehr vom Eingangssignal zu hören. Die Funktion ist sehr nĂŒtzlich, um hohe Frequenzen zurĂŒckzugewinnen, die oft abgedĂ€mpft werden, wenn sehr tiefe Resonator-Frequenzen (Tonhöhen) eingestellt sind oder, wenn ein Modell mit einer geringeren QualitĂ€t berechnet wird. Dieser Parameter ist bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht vorhanden.

Gain verstÀrkt oder verringert den Pegel des bearbeiteten Signals und der Dry/Wet-Parameter bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem unbearbeiteten Eingangssignal und dem Signal, das zur Bearbeitung an Corpus geschickt wird. Ein Herunterregeln von Dry/Wet schneidet die momentan erklingenden Resonanzen nicht ab, sondern verhindert die Bearbeitung von neuen Eingangssignalen.

Corpus hat einen Limiter integriert, der bei zu hohen LautstÀrken automatisch eingeschaltet wird. Sobald der Limiter aktiv ist, leuchtet die LED in der oberen, rechten Ecke in der Anzeige von Corpus auf.

22.9 Drum Buss

DrumBuss.png

(Hinweis: Der Drum-Buss-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Drum Buss ist ein Audioeffekt, der Schlagzeuggruppen analoge FĂ€rbung, Charakter und Glue gibt, wodurch sie sich auch in einem dichten Mix durchsetzen.

Mit dem Trim-Regler können Sie den Eingangspegel reduzieren, bevor das Signal bearbeitet wird.

Der Comp-Schalter aktiviert einen fest stehenden Kompressor, der auf das Eingangssignal angewendet wird, bevor es weiter mit Distortion (Verzerrungen) bearbeitet wird. Der Kompressor ist fĂŒr das Ausbalancieren von Drumgruppen optimiert, mit schnellem Attack, mittlerem Release und geeigneten Ratio-Einstellungen, sowie passendem Makup-Gain.

Es gibt drei Arten Verzerrungen, die auf das Eingangssignal angewendet werden können. Jeder Distortion-Typ fĂŒgt (von oben nach unten) stĂ€rkere Verzerrungen hinzu und prĂ€gt den Gesamtsound mit seinem Charakter:

  • Soft: Waveshaping-Verzerrung
  • Medium: Limiting-Verzerrung
  • Hard: Clipping-Verzerrung mit Bass Boost

Um die IntensitÀt der Verzerrung zu steigern, kann der Eingangspegel vor der Verzerrung angehoben werden. Mit dem Drive-Regler bestimmen Sie, wie viel VerstÀrkung auf das Eingangssignal angewendet wird.

Drum Buss kombiniert hĂ€ufig verwendete Tools fĂŒr die Bearbeitung von Drums, um die mittleren und hohen Frequenzen zu gestalten und um das Low-End anzureichern. Wir schauen uns diese Tools in den nachfolgenden Abschnitten nĂ€her an.

Gestaltung der mittleren und hohen Frequenzen

Die Tools zum Formen der Hochmitten können Drums wie Snares und Hihats Klarheit und Durchsetzungsvermögen geben.

Crunch bestimmt die StÀrke sinusförmiger Verzerrung, die auf die mittleren und hohen Frequenzen angewendet wird.

Der Damp-Regler ist ein Tiefpass-Filter, das unerwĂŒnschte hohe Frequenzen herausfiltert, die eventuell nach der Verzerrung auftreten können.

Der Transients-Regler dient zur Betonung oder AbschwĂ€chung der Transienten von Frequenzen ĂŒber 100 Hz. Positive Werte fĂŒgen Attack hinzu und heben den Sustain an, wodurch einen massiver und, „druckvoller“ Sound entsteht. Negative Werte fĂŒgen ebenfalls Attack hinzu, senken jedoch den Sustain-Anteil. Hierdurch werden die Drums griffiger und tighter, mit schĂ€rferem, höhenreichem Sound und weniger Raumanteil und Nachschwingen.

Low-End-Enhancer

Der Low-End-Enhancer besteht aus zwei Tools: ein resonantes Filter, das die Bassfrequenzen sehr stark boostet, sowie ein Decay-Regler, mit dem die Decayphase sowohl fĂŒr das Eingangssignal, als auch das vom Resonanzfilter bearbeitete Signal eingestellt werden kann. Diese Tools helfen Ihnen den Bassbereich Ihrer Drums fetter und druckvoller zu machen.

Der Boom-Regler bestimmt die StĂ€rke des Low-End-Enhancement, die das Resonanzfilter erzeugt. Die Bass-Pegelanzeige lĂ€sst Sie die Wirkung des Boom-Effekts auf das Signal sehen, was besonders bei ganz tiefen, weniger hörbaren Frequenzen nĂŒtzlich sein kann.

Der Freq-Regler bestimmt die Frequenz des Low-End-Enhancers. Force To Note lÀsst Sie den Low-End-Enhancer stimmen, indem die Frequenz des Resonanzfilters auf den Wert der nÀchstliegenden MIDI-Note gesetzt wird.

Der Decay-Regler bestimmt die Decayzeit der tiefen Frequenzen. Steht Boom auf 0% wirkt Decay nur auf das eingehende Audiosignal (nach Drive und Distortion). Wird der “Boom Level” auf einen Wert ĂŒber 0% gestellt, beeinflusst Der Decay-Regler sowohl das eingehende als auch das bearbeitete Signal.

Um das Ergebnis des Low-Frequency-Enhancers solo zu hören, aktivieren Sie Boom Audition mit Klick auf das kleine Kopfhörersymbol.

Ausgang

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal.

Der Output-Gain-Regler bestimmt die Pegelanhebung, die auf das bearbeitete Signal angewendet wird.

22.10 Dynamic Tube

DynamicTube.png
Der Effekt Dynamic Tube.

(Hinweis: Der Dynamic- Tube-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Der Dynamic-Tube-Effekt veredelt KlÀnge mit den besonderen Eigenschaften der Röhren-SÀttigung. Ein integrierter Envelope Follower erzeugt dynamische Klangvariationen, die vom Pegel des Eingangssignals abhÀngen.

Drei Röhrenmodelle A, B und C bieten verschiedene Verzerrungscharakteristiken, die von echten VerstĂ€rker-Röhren bekannt sind. Tube A produziert keine Verzerrungen, wenn Bias niedrig eingestellt ist, erzeugt aber helle Obertöne, wenn das Signal einen bestimmten Schwellenwert ĂŒbersteigt. Tube C reprĂ€sentiert einen sehr schlichten RöhrenverstĂ€rker, der stĂ€ndig Verzerrungen erzeugt. Die QualitĂ€t von Tube B liegt irgendwo zwischen diesen beiden Extremen.

Der Tone-Parameter bestimmt die spektrale Verteilung der Verzerrungen, indem er sie entweder in die Höhen, in das Mittenband oder darunter verschiebt.

Der Drive-Parameter bestimmt, mit welchem Pegel das Signal die Röhre erreicht; höhere Drive-Werte fĂŒhren zu einem "schmutzigeren" Ausgangssignal. Die IntensitĂ€t der Röhre wird mit dem Bias-Regler gewĂ€hlt, der das Signal in die gefeierten Bereiche der nichtlinearen Verzerrung drĂŒckt. Bei sehr hohen Bias-Werten beginnt das Signal förmlich auseinanderzufallen.

Der Bias-Parameter kann positiv oder negativ durch einen Envelope Follower moduliert werden; die IntensitÀt wird mit dem Envelope-Regler eingestellt. Je höher die IntensitÀt dieser Modulation gewÀhlt wird, desto stÀrker wird der Bias-Punkt durch den Pegel des Eingangssignals beeinflusst. Negative Envelope-Modulationen erzeugen Expansionseffekte, indem sie die Verzerrung bei lauten Signalen vermindern, wÀhrend positive Modulationen laute Sounds noch verzerrter klingen lassen.

Attack und Release regeln, wie schnell der Envelope Follower auf PegelĂ€nderungen im Eingangssignal reagiert. Zusammen bestimmen sie die Charakteristik der HĂŒllkurve und damit die dynamische Natur der Verzerrungen. Beachten Sie: Wenn Envelope auf Null gestellt ist, sind sie wirkungslos.

Das Ausgangssignal des GerÀts können Sie mit dem Output-Regler verstÀrken oder abschwÀchen.

Das Aliasing kann durch Aktivieren des Hi-Quality-Modus reduziert werden, auf den Sie mittels [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ Zugriff haben. Dies verbessert die KlangqualitĂ€t -- besonders im Höhenbereich -- erhöht aber auch die CPU-Last etwas.

22.11 Echo

Echo.png
Der Echo-Effekt.

(Hinweis: Der Echo-Effekt ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Echo ist ein Modulations-Delay, bei dem Sie die Delayzeit zwei unabhĂ€ngiger Delayllines einstellen können und die Kontrolle ĂŒber die HĂŒllkurven- und Filtermodulation haben.

Mit der Channel-Mode-Taste können Sie aus drei verschiedenen Kanal-Modi wÀhlen: Stereo, Ping Pong und Mid/Side.

Mit den Left-/Right-Delay-Parametern können Sie die Delayzeit als musikalischen Taktwert oder in Millisekunden eingeben, abhÀngig vom Status des Sync-Schalters. Wenn Sie den Mid/Side-Kanalmodus wÀhlen, werden die Left-/Right-Delay-Regler durch die Mid- und Side-Regler ersetzt.

Sie können im Sync-Mode-WahlmenĂŒ einen der folgenden Takt-bezogenen Modi wĂ€hlen: Notes (Notenwert), Triplet (Triole), Dotted (Punktiert) und 16th (Anzahl 1/16tel Noten). Beachten Sie, dass das Umschalten des Sync-Modus nur hörbar ist, wenn der Sync-Schalter auf der Einstellung Sync steht.

Ist Stereo-Link aktiviert, wird eine Änderung der Delay-Parameter bei einem Kanal (Delay-Zeit, Sync-Schalter oder Sync-Mode-Einstellung ) auf beide KanĂ€le ĂŒbertragen.

Eine Änderung beim Delay-Offset-Regler verkĂŒrzt oder verlĂ€ngert die Delayzeit um den gewĂ€hlten Prozentsatz und erzeugt so den aus Drumcomputern bekannten und mit "Swing" bezeichneten Timing-Effekt. Beachten Sie bitte, dass auch bei aktiviertem Stereo-Link der Delay-Offset individuell fĂŒr beide Delays eingestellt werden kann.

Der Input-Regler bestimmt, wieviel VerstĂ€rkung auf das unbearbeitete Eingangssignal angewendet wird. Um das Eingangssignal (Dry) mit Distortion zu bearbeiten, drĂŒcken Sie die “D”-Taste.

Mit dem Feedback-Parameter kann die StĂ€rke des Signals bestimmt werden, das vom Ausgang wieder zurĂŒck in den Eingang geleitet wird. Die “Ø“-Taste invertiert die Ausgangssignale beider KanĂ€le, bevor sie zurĂŒck in ihre jeweiligen EingĂ€nge geleitet werden.

22.11.1 Echo-Reiter

Der Echo-Reiter bietet eine grafische Darstellung der Echos und Regelmöglichkeiten fĂŒr die Delays und Filterparameter.

EchoTunnel.png
Echos Tunnel-Darstellung.

Die Kreise von Echos Tunnel-Darstellung reprĂ€sentieren die einzelnen Wiederholungen, und laufen vom Ă€ußeren des Tunnels in die Mitte. Der Abstand zwischen den Kreisen zeigt die Zeit zwischen den Wiederholungen und die weißen Punkte in der Mitte stellen ein 1/8-tel Notenraster als Referenz dar. Sie können die Delayzeit fĂŒr jedes Delay durch Klicken und Ziehen in der Grafik einstellen.

EchoFilter.png
Echos Filter.

Der Filter-Schalter aktiviert ein Highpass- und Lowpass-Filter. Der HP-Regler stellt die Cutoff-Frequenz des Highpass-Filters ein und der benachbarte Res-Regler bestimmt dessen Resonanz. Der LP-Regler bestimmt die Cutoff-Frequenz des Lowpass-Filters, und Sie können den Res-Regler ganz rechts zum Einstellen der Resonanz des Lowpass-Filters verwenden.

Die Filter-Anzeige ermöglicht die grafische Darstellung der Filterkurven. Um die Filter-Anzeige zu verbergen oder anzuzeigen, klicken Sie auf den dreieckigen Schalter. Sie können die Filter-Parameter auch durch Klicken und Ziehen der Filterpunkte in der Filter-Anzeige einstellen.

22.11.2 Modulation-Reiter

Echos Modulation-Reiter enthĂ€lt einen LFO, der die Filterfrequenz und Delay-Zeit modulieren kann, sowie eine HĂŒllkurvenfolger, der mit dem LFO ĂŒbergeblendet werden kann.

EchoModulationTab.png
Echos Character-Reiter.

Echos Modulation-Reiter.

Sie können aus sechs verschiedenen Modulations-Wellenformen wÀhlen, darunter Sinus, Dreieck, SÀgezahn hoch, SÀgezahn runter, Rechteck und Rauschen. Die gewÀhlte Wellenform erscheint in der Anzeige, in der Sie auch ziehen können, um die Modulationsfrequenz einzustellen.

Ist Sync aktiviert, wird die Modulation passend zum Song-Tempo synchronisiert. Sie können den Rate-Regler verwenden, um die Frequenz des Modulations-Oszillators in musikalischen Taktwerten einzustellen. Wenn Sync deaktiviert ist, können Sie mit dem Freq-Regler die Frequenz des Modulations-Oszillators in Hertz eingeben.

Phase stellt den Phasenversatz zwischen den Wellenformen fĂŒr den linken und rechten Kanal ein. Bei 180° sind die KanĂ€le in der Phase komplett entgegengesetzt.

Mod Delay stellt die IntensitĂ€t der Modulation ein, die auf die Delay-Zeit angewendet wird. Modulation x4 skaliert die Modulationstiefe fĂŒr die Delay-Zeit um den Faktor 4. Bei kurzen Delay-Zeiten produziert das einen starken Flanging-Effekt.

Mod Filter stellt die StÀrke der Modulation ein, die auf das Filter angewendet wird.

Env Mix blendet zwischen Modulations-Oszillator und HĂŒllkurvenfolger ĂŒber. Bei 100% ist nur die Modulation der HĂŒllkurve zu hören. Bei 0% ist nur die Modulation durch den LFO zu hören.

22.11.3 Character-Reiter

Der Character-Reiter von Echo enthÀlt Parameter, die die Dynamik des Effekts steuern und Ihrem Sound Ungenauigkeiten und Charakter geben.

EchoCharacterTab.png
Echos Character-Reiter.

Gate aktiviert ein Gate am Eingang von Echo. Es schaltet die Signalanteile, die unter seinem Threshold liegen ab. Threshold bestimmt den Pegel, den Eingangssignale ĂŒberschreiten mĂŒssen, damit das Gate öffnet. Release bestimmt, wie lange das Gate zum Schließen braucht, nachdem das Signal unter den Threshold gefallen ist.

Ist das Ducking aktiviert, wird der Pegel des Effektsignals proportional abgesenkt, solange ein Eingangssignal vorhanden ist. Ducking beginnt das Ausgangssignal zu beeinflussen, sobald der Eingangspegel den eingestellten Threshold-Wert ĂŒberschreitet. Release bestimmt, wie lange das Ducking benötigt um aufzuhören, nachdem das Eingangssignal unter den Threshold fĂ€llt.

Noise, wenn eingeschaltet, fĂŒgt Rauschen und StörgerĂ€usche hinzu, was den Klangcharakter von alten Vintage-GerĂ€ten simuliert. Sie können einstellen, wieviel Rauschen dem Signal hinzugefĂŒgt werden soll und zwischen verschiedenen Arten von Rauschen morphen.

Wenn eingeschaltet, fĂŒgt Wobble der Delay-Zeit unregelmĂ€ĂŸige Modulationen hinzu, um Bandechos zu simulieren. Sie könnnen die IntensitĂ€t des Wobble-Effekts einstellen und zwischen vier verschiedenen Arten von Wobble-Modulation morphen.

Repitch Ă€ndert die Tonhöhe bei Änderung der Delayzeit, Ă€hnlich dem Verhalten alter Hardware-Delay-GerĂ€te. Wenn Repitch deaktiviert ist, wird bei einer Änderung der Delay-Zeit zwischen der alten und neuen Delay-Zeit mit einem Crossfade ĂŒbergeblendet.

Beachten Sie, dass das Echo-GerÀt, um CPU zu sparen, spÀtestens acht Sekunden nach dem letzten Audioeingangssignal, das einen Sound produziert, abschaltet. Echo schaltet sich jedoch nicht aus, wenn seine Noise und Gate-Parameter aktiviert sind.

22.11.4 Globale Parameter

Der Reverb-Regler stellt ein, wieviel Hall hinzugegeben wird und mit dem Reverb-Location-MenĂŒ bestimmen Sie, an welcher Stelle der Hall im Signalweg liegen soll: Pre-delay (vor dem Delay), Post-delay (hinter dem Delay) oder in der Feedback-Schleife. Verwenden Sie den Decay-Regler, um die Hallfahne zu verlĂ€ngern oder verkĂŒrzen.

Der Stereo-Regler legt die Stereobreite des Effektsignals (Wet) fest. 0% ergibt ein Mono-Signal, wĂ€hrend Werte ĂŒber 100% ein verbreitertes Stereobild erzeugen.

Output bestimmt den Ausgangspegel des Effektsignals. Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf "100%", wenn Sie Echo in einer Return-Spur verwenden.

22.12 EQ Eight

EQEight.png
Der Effekt EQ Eight.

(Hinweis: Der EQ-Eight-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Der EQ-Eight-Effekt ist ein Equalizer mit bis zu acht parametrischen Filtern pro Eingangskanal, der nĂŒtzlich fĂŒr das VerĂ€ndern des Klangs eines Eingangssignals ist.

Das Eingangssignal kann auf dreierlei Weise bearbeitet werden: Stereo, L/R und M/S. Der Stereo-Modus verwendet eine einzige Kurve, um beide KanĂ€le des Stereosignals identisch zu filtern. Der L/R-Modus bietet unabhĂ€ngig einstellbare Filterkurven fĂŒr den linken und rechten Kanal des Eingangssignals; der M/S-Modus (Mitte/Seite) bietet die gleiche FunktionalitĂ€t fĂŒr Signale, die mit M/S-Kodierung aufgezeichnet wurden. In allen Modi wird das Frequenzspektrum des Ausgangs hinter der Filterkurve angezeigt, wenn der Analyze-Schalter aktiviert ist.

Bei Verwendung der Modi L/R und M/S werden beide Kurven gleichzeitig als Referenz angezeigt, bearbeitet werden kann jedoch nur der aktive Kanal. Der Edit-Schalter zeigt diesen aktiven Kanal an und kann zum Umschalten zwischen den beiden Kurven verwendet werden.

Jeder Filter bietet ein WahlmenĂŒ, das Ihnen erlaubt, zwischen acht verschiedenen Typen zu wĂ€hlen, Von oben nach unten im WahlmenĂŒ sind dies:

  • 48 oder 12 dB/Oktave Low-Cut (schneidet Frequenzen unterhalb der eingestellten ab);
  • Low-Shelf (senkt Frequenzen unterhalb der eingestellten ab oder hebt sie an);
  • Bell-Curve (senkt Frequenzen in einem bestimmten Bereich ab oder hebt sie an);
  • Notch (entfernt Frequenzen in einem schmalen Bereich);
  • High-Shelf (senkt Frequenzen oberhalb der eingestellten ab oder hebt sie an);
  • 48 oder 12 dB/Oktave HighC-ut (schneidet Frequenzen oberhalb der eingestellten ab);

Jedes Filterband kann unabhĂ€ngig mit dem Aktivierungs-Schalter unter dem WahlmenĂŒ ein oder ausgeschaltet werden . Schalten Sie nicht verwendete BĂ€nder ab, um die CPU-Last zu senken. Um ausgesprochen drastische Filter-Effekte zu erzielen, können Sie zwei oder mehr Filter mit den gleichen Einstellungen versehen.

Um die Filterkurve zu bearbeiten, klicken und ziehen Sie die Filter-Punkte in der Anzeige. Ziehen Sie mehrere beieinander liegende Filterpunkte gleichzeitig entweder mit der Maus oder den Pfeiltasten Ihrer Rechnertastatur. Horizontale Bewegungen stellen die Frequenz des bearbeiteten Bandes ein, vertikale die Pegelanhebung oder Pegelabsenkung. Um den Q-Wert (auch als Resonanz oder Bandbreite bezeichnet) des Filters zu Àndern, halten Sie beim Ziehen mit der Maus die ALT(PC) / ALT(Mac) Taste. Beachten Sie, dass bei den Filtertypen Low-Cut, Notch und High-Cut der Gain-Wert nicht verÀndert werden kann. Bei diesen Typen Àndert das vertikale Ziehen den Q-Wert.

Um eine noch bessere Darstellung zu erhalten, können Sie mit dem 32497.png Schalter in EQ Eights Titelzeile die Platzierung der Anzeige zwischen der GerÀtekette und Lives Hauptfenster umschalten. Wird diese erweiterte Anzeige verwendet, lassen sich alle acht Filter gleichzeitig in der GerÀte-Ansicht editieren.

EQEightExpandedView.png
EQ Eights Parameter mit erweiterter Anzeige.

Das Spektrum von EQ Eights Ausgangssignal ist standardmĂ€ĂŸig in der Anzeige zu sehen. Wenn Sie lieber vollstĂ€ndig nach Gehör arbeiten möchten, können Sie die spektrale Darstellung mit der Analyze-Taste auch deaktivieren.

Ist Adaptive Q aktiviert, steigt der Q-Wert zusammen mit der StÀrke der Anhebung/Absenkung des Bandes. Hierdurch bleibt die AusgangslautstÀrke beim Einstellen der Filter konstanter. Adaptive Q basiert auf dem Verhalten von klassischen Analog-EQs.

Um ein Filter vorĂŒbergehend solo zu hören, aktivieren Sie einfach den Audition-Modus mit dem Kopfhörersymbol. Im Audition-Modus ermöglicht das Klicken und Halten eines Filterpunkts im Display nur die Auswirkungen des gewĂ€hlten Filters zu hören.

Sie können ein Band auch anwÀhlen, indem Sie auf seine Ziffer (1-8) klicken und seine Parameter dann mit den Reglern Freq, Gain, und Q einstellen. Werte können auch direkt in die Felder unter den Reglern eingetippt werden.

Da eine Anhebung von Frequenzen den Pegel des Signals erhöhen und eine Absenkung ihn vermindern wird, können Sie den Ausgangspegel mit dem Gain-Regler wieder so anpassen, dass er möglichst hoch ist, ohne zu verzerren.

Der Scale-Parameter senkt das Gain aller Filter ab, die einen Gain-Parameter besitzen (das sind alle außer High-Cut, Low-Cut und Notch).

Parameter im KontextmenĂŒ

Einige Parameter von EQ Eight sind nur ĂŒber das KontextmenĂŒ [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) erreichbar. Diese sind:

  • Oversampling - das Aktivieren dieser Option lĂ€sst EQ Eight die Bearbeitung intern mit der doppelten Samplingrate durchfĂŒhren, wodurch die Filterkurven bei hohen Frequenzen symmetrischer verlaufen. Der Oversampling-Modus belastet die CPU etwas stĂ€rker.
  • Shelf-Scaling-Legacy-Modus - In Live 9 wurde die Form von EQ-Eights Shelving-Filtern ĂŒberarbeitet und verbessert. Live Sets, die EQ Eight verwenden und mit Versionen vor Live 9 erzeugt wurden, könnten hierdurch leicht abweichend klingen. Um sicherzustellen, dass Ă€ltere Sets exakt gleich klingen, wird die Option Shelf-Scaling-Legacy-Modus standardmĂ€ĂŸig beim Laden von alten Sets mit EQ Eight aktiviert. Sie können dieses Verhalten mit Hilfe des Eintrags im KontextmenĂŒ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) in EQ Eights Titelzeile deaktivieren.

Hinweis: Mit Live 9 wurde die Option “Hi-Quality” aus dem KontextmenĂŒ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) entfernt. EQ Eight arbeitet jetzt grundsĂ€tzlich in diesem Modus.

22.13 EQ Three

EQThree.png
Der Effekt EQ-Three

Wenn Sie mal einen guten DJ-Mixer verwendet haben, werden Sie so was kennen: Einen EQ, der das Einstellen unterschiedlicher LautstĂ€rken fĂŒr die BĂ€sse, die Mitten und die Höhen des Signals gestattet.

Die LautstÀrke jedes der drei BÀnder kann mit dem entsprechenden Gain-Regler zwischen unendlicher Absenkung und einer Pegelanhebung um 6 dB variiert werden. Das bedeutet, dass Sie beispielsweise die Bassdrum und den Bass eines Tracks komplett entfernen können, ohne die anderen Frequenzen zu beeinflussen.

Sie können auch jedes Band separat mit den On/Off-Schaltern unter den Gain-Reglern ein- und ausschalten. Diese Schalter sind besonders dann praktisch, wenn sie Tasten der Rechnertastatur zugewiesen werden...

EQ Three zeigt mit Hilfe dreier LEDs an, ob in den einzelnen FrequenzbĂ€ndern ein Signal vorhanden ist. Auch dann, wenn ein Band ausgeschaltet ist, gibt seine LED Aufschluss ĂŒber das Vorhandensein eines Signals. Der interne Schwellenwert fĂŒr die LEDs liegt bei -24 dB.

Der Frequenzbereich der drei BÀnder wird durch zwei Trennfrequenz-Parameter bestimmt: FreqLo und FreqHi. Wenn FreqLo auf 500 Hz und FreqHi auf 2000 Hz gestellt ist, dann reicht das tiefe Band von 0 Hz bis 500 Hz, das mittlere von 500 Hz bis 2000 Hz und das hohe von 2000 Hz bis zur höchsten Frequenz, die mit der eingestellten Samplingrate oder Ihrer Hardware erreicht werden kann.

Sehr wichtig ist der 24dB/48dB-Umschalter. Er bestimmt, wie steilflankig die Signale der BÀnder an den Trennfrequenzen durch die Filterung beschnitten werden. Der höhere Wert bewirkt eine drastischere Filterung, benötigt aber auch etwas mehr Rechenleistung.

Hinweis: Die Filter in diesem Effekt wurden so optimiert, dass sie eher dem Klang einer leistungsfĂ€higen und guten analogen Filterkaskade als digitalen Filtern nahe kommen. Insbesondere im 48-dB-Modus gibt es keine perfekte lineare SignalĂŒbertragung, was sich selbst dann in einem leicht gefĂ€rbten Klang Ă€ußert, wenn alle Pegel auf 0.00 dB stehen. Das ist ein typisches Klangverhalten fĂŒr Filter dieser Art und gehört zum speziellen Sound des EQ Three. Wenn Sie ein lineareres Klangverhalten benötigen, wĂ€hlen Sie bitte den 24-dB-Modus oder den EQ Eight.

22.14 Erosion

Erosion.png
Der Erosion-Effekt

Der Erosion-Effekt bearbeitet das Eingangsignal mit Hilfe eines kurzen Delays, das durch gefiltertes Rauschen oder eine Sinuswelle moduliert wird. Dadurch entsteht "Schmutz" im Signal, der nach Aliasing/Downsampling-Verzerrungen klingt und zu einem sehr "digitalen" Sound fĂŒhrt.

Durch Klicken und Ziehen mit der Maus entlang der X-Achse im X/Y-Feld kann die Frequenz der Sinuswelle oder die Mittenfrequenz des Rauschbands geregelt werden. Die Y-Achse steuert die ModulationsintensitĂ€t. Wird ALT(PC) / ALT(Mac) beim Klicken ins X/Y-Feld gedrĂŒckt, kontrolliert die Y-Achse die Bandbreite. Beachten Sie, dass sich die Bandbreite nicht Ă€ndern lĂ€sst, wenn Sine (Sinus) angewĂ€hlt ist.

Der Frequenz-Parameter bestimmt die Art oder "Farbe" der Verzerrung. Wenn Rauschen verwendet wird, arbeitet der Frequenz-Parameter in Kombination mit dem Width-Parameter, der die Bandbreite des Rauschens bestimmt. Kleine Werte bewirken ein eng begrenztes und damit selektives Band, große Werte ein breites Band, mit dem das gesamte Signal klanglich beeinflusst wird. Bei der Sinuswelle hat Width keine Funktion.

Noise und Sine verwenden einen einzelnen Modulationsgenerator. Wide Noise besitzt dagegen unabhĂ€ngige Noise-Generatoren fĂŒr den linken und rechten Kanal, wodurch eine subtile Verbreiterung des Stereobildes entsteht.

22.15 External-Audio-Effekt

ExternalAudioEffect.png
Der External-Audio-Effekt.

(Hinweis: Der External-Audio-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Der External-Audio-Effekt unterscheidet sich etwas von den anderen Effekt-GerÀten in Live. Statt das Audiosignal selbst zu bearbeiten, erlaubt er es externe (Hardware-)Effektprozessoren in die GerÀtekette einer Spur einzubinden.

Im Audio-To-MenĂŒ können Sie die AusgĂ€nge Ihrer Audio-Hardware wĂ€hlen, die zu Ihrem externen GerĂ€t leiten; im Audio-From-MenĂŒ wĂ€hlen Sie die EingĂ€nge, die das bearbeitete Signal zurĂŒck in Live leiten. Wie bei den Eingangs/Ausgangs-MenĂŒs der Spuren hĂ€ngt die Liste der verfĂŒgbaren EingĂ€nge und AusgĂ€nge von den Audio-Voreinstellungen ab, die Sie mit der Option "Configure..." unten in jedem MenĂŒ erreichen können.

Unter jedem MenĂŒ befindet sich eine Spitzenpegel-Anzeige, die den höchsten registrierten Pegel anzeigt. Klicken Sie auf die Anzeige, um sie zurĂŒckzusetzen.

Die Gain-Regler neben den MenĂŒs stellen die Pegel ein, die aus Live heraus und wieder hinein gefĂŒhrt werden. Sie sollten sorgfĂ€ltig eingestellt werden, um Übersteuerungen zu vermeiden -- sowohl in der externen Hardware als auch bei der RĂŒckfĂŒhrung des Signals in den Rechner.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie den External-Audio-Effekt in einer Return-Spur verwenden.

Der Invert-Schalter invertiert die Phase des bearbeiteten und in Live zurĂŒckgefĂŒhrten Signals.

Da Hardware-Effekte zu Latenzen fĂŒhren, die Live nicht automatisch erkennen kann, können Sie entstehende Verzögerungen manuell mit dem Hardware-Latenz-Regler kompensieren. Der Schalter neben diesem Regler erlaubt es Ihnen, die Kompensation wahlweise in Millisekunden oder Samples vorzunehmen. Ist Ihr externes GerĂ€t ĂŒber eine Digitalverbindung an Live angeschlossen, werden Sie die Latenz in Samples einstellen wollen, da die Anzahl der eingestellten Samples auch bei einem Wechsel der Sampling-Rate erhalten bleibt. Ist Ihr externes GerĂ€t ĂŒber eine Analogverbindung an Live angeschlossen, werden Sie die Latenz lieber in Millisekunden einstellen wollen, da bei einem Wechsel der Sampling-Rate in diesem Fall die eingestellte Zeitdauer konstant bleibt. Beachten Sie, dass die Einstellung in Samples eine feinere Justierung erlaubt. Sie werden diese daher auch beim Arbeiten mit analogen GerĂ€ten verwenden wollen, um durch "Feintuning" eine möglichst niedrige Latenz zu erzielen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt zurĂŒck auf Millisekunden schalten, bevor Sie die Sampling-Rate Ă€ndern.

Hinweis: Ist die Option zur Latenzkompensation (siehe 17.5) im Optionen-MenĂŒ deaktiviert, ist auch der Hardware-Latenz-Regler inaktiv.

Eine Anleitung zum exakten Einstellen der Latenzkompensation fĂŒr Ihre Hardware finden Sie im Kurs "Kompensation des Treiberfehlers".

22.16 Filter Delay

FilterDelay.png
Der Filter-Delay-Effekt

(Hinweis: Der Filter-Delay-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Das Filter Delay bietet drei unabhĂ€ngige Delays, denen jeweils eine serielle Kombination von Hoch- und Tiefpassfilter nachgeschaltet ist. Sie können durch diese Anordnung jedes Delay auf bestimmte, durch die Filtereinstellung wĂ€hlbare Frequenzbereiche beschrĂ€nken. Auch das Feedback von jedem Delay wird wieder durch die Filter gefĂŒhrt.

Jedes Delay kann separat aktiviert oder deaktiviert werden. Delay 1 ist dem linken Eingangskanal zugeordnet, Delay 2 der Summe aus linkem und rechtem Kanal und Delay 3 dem rechten Kanal. Mit den Pan-Reglern kann das Panorama fĂŒr jedes Delay frei gewĂ€hlt werden; in der Standardeinstellung gibt jedes Delay sein Signal auf dem Kanal aus, auf dem es auch sein Eingangssignal erhĂ€lt.

Die Filterung kann in jedem Delay separat mit den On/Off-Schaltern links neben den X/Y-Feldern ein oder ausgeschaltet werden. Die X/Y-Felder steuern die Frequenzen der Hoch- und Tiefpassfilter fĂŒr jedes Delay. Vertikal wird die Breite des durchgelassenen Frequenzbands eingestellt, horizontal seine Platzierung im Frequenzspektrum.

Der Wahlschalter Delay Time erlaubt es, die Delayzeit in AbhĂ€ngigkeit vom Songtempo einzustellen. Die Zahlen auf den Schaltern reprĂ€sentieren die Delayzeit in 1/16tel Noten. Ein Wert von "4" erzeugt demnach eine Verzögerung von vier Sechzehntelnoten, was einem Delay von einer Viertelnote entspricht. Ist der Sync-Modus aktiv, verkĂŒrzt oder verlĂ€ngert das Delay-Time-Feld die Verzögerung um den gewĂ€hlten Prozentsatz und erzeugt so den aus Drumcomputern bekannten und mit "Swing" bezeichneten Timing-Effekt.

Ist der Sync-Schalter deaktiviert, wird die Delayzeit in Millisekunden angegeben. In diesem Fall können Sie die Delayzeit durch Ziehen der Werte mit der Maus oder durch Klicken und Eintippen eingeben.

Mit dem Feedback-Parameter kann der Anteil des vom Ausgang an den Eingang zurĂŒckgefĂŒhrten Signals bestimmt werden. Hohe Werte können zu einem unendlichen Feedback fĂŒhren - achten Sie auf Ihre Ohren und Lautsprecher, wenn Sie das ausprobieren!

Jeder Delay-Kanal besitzt einen eigenen LautstÀrkeregler, mit dem der Pegel bis zu 12dB angehoben werden kann, um den Pegelverlust von sehr starken Filterbearbeitungen am Eingang auszugleichen.

Mit dem Dry-Regler kann das trockene, nicht verzögerte Signal beigemischt werden. Stellen Sie diesen Regler auf Minimum, wenn Sie das Filter Delay in einer Return-Spur nutzen.

22.17 Flanger

Flanger.png
Der Flanger-Effekt.

(Hinweis: Der Flanger-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verfĂŒgbar.)

Der Flanger-Effekt verwendet zwei parallele zeitmodulierte Verzögerungen, um Flanger-Effekte zu erzeugen.

Die Verzögerungszeit des Flangers wird mit dem Delay-Time-Parameter gewĂ€hlt. Der Feedback-Parameter sendet einen Teil des Ausgangssignals zurĂŒck an den Eingang des GerĂ€ts, wobei der Polarity-Schalter ("+" oder "-") die PolaritĂ€t dieses Signals bestimmt. Delay Time und Feedback können simultan mit dem X/Y-Bedienelement des Effekts eingestellt werden.

Die Verzögerungszeit kann mit einem integrierten HĂŒllkurvenfolger gesteuert werden. Justieren Sie die IntensitĂ€t der Modulation mit dem Amount-Regler (negative Werte invertieren die HĂŒllkurve) und stellen Sie dann den gewĂŒnschten HĂŒllkurvenverlauf mit den Parametern Attack und Release ein.

Flanger besitzt auch zwei LFOs zur Modulation der Verzögerungszeit von rechtem und linkem Kanal. Die LFOs bieten sechs verschiedene Wellenformen an: Sinus, Rechteck, Dreieck, SÀgezahn aufwÀrts, SÀgezahn abwÀrts und Zufall. Die IntensitÀt, mit der der LFO die Verzögerungszeit moduliert, wird mit dem Amount-Regler eingestellt.

Die LFO-Geschwindigkeit lÀsst sich mit dem Rate-Regler in Hertz eingeben. Alternativ kann Rate auch zum Songtempo synchronisiert und in Notenwerten (zum Beispiel Sechzehntelnoten) eingestellt werden.

Der Phase-Parameter erzeugt Stereo-Effekte, indem er die Wellenformen der mit gleicher Frequenz laufenden LFOs gegeneinander verschiebt. Wenn Sie diesen Parameter auf "180" stellen, sind die beiden Wellenformen exakt gegenphasig (um 180 Grad verschoben), so dass die eine gerade das Maximum erreicht, wenn die andere am Minimum ist.

Spin verstimmt die beiden LFOs gegeneinander. Jedes Delay wird dadurch mit einer unterschiedlichen Frequenz moduliert; der Frequenzunterschied hÀngt vom Spin-Wert ab.

Mit dem HiPass-Regler können tiefe Frequenzen aus dem verzögerten Signal gefiltert werden.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie den Flanger in einer Return-Spur verwenden.

Der Hi-Quality-Modus kann ĂŒber den Eintrag im [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ aktiviert/deaktiviert werden. Die Aktivierung von Hi-Quality fĂŒhrt zu einem offeneren Klangbild. Der Modus verbraucht jedoch auch etwas mehr CPU-Leistung.

22.18 Frequency Shifter

FrequencyShifter.png
Der Frequency-Shifter-Effekt.

(Hinweis: Der Frequency Shifter-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Frequency Shifter verschiebt Frequenzen des eingehenden Audiosignals um einen benutzerdefinierten Wert in Hertz nach oben oder unten. WĂ€hrend kleine Shift-Werte zu subtilen Tremolo- oder Phasing-Effekten fĂŒhren, ermöglichen große Werte die Erzeugung von dissonanten oder metallischen Klangfarben.

Die Coarse- und Fine-Regler bestimmen den Wert der Frequenzverschiebung, die auf dem Eingangssignal angewandt wird. Ist zum Beispiel das Eingangssignal eine Sinusschwingung mit 440 Hz und die Frequenzverschiebung auf 100 Hz gestellt, liegt am Ausgang eine Sinusschwingung mit 540 Hz an.

Durch Wechseln des Modus von Shift auf Ring schaltet Frequency Shifter von der klassischen Frequenzverschiebung auf Ringmodulation um. Im Ring-Modus wird der gewĂ€hlte Frequenzwert dem Eingangssignal hinzugefĂŒgt und abgezogen. Ist zum Beispiel das eingehende Audiosignal (A) eine Sinusschwingung mit 440 Hz und die Frequenzverschiebung auf 100 Hz (B) gestellt, enthĂ€lt das Ausgangssignal Teiltöne bei 340 Hz (A-B) und 540 Hz (A+B).

Der Drive-Schalter aktiviert/deaktiviert einen Verzerrer-Effekt, dessen Pegel (StĂ€rke) sich mit dem darunter liegenden Parameter bestimmen lĂ€sst. Drive steht ausschließlich im Ring-Modus zur VerfĂŒgung.

Die Aktivierung des Wide-Schalters erzeugt einen Stereoeffekt, indem die PolaritĂ€t des Spread-Werts fĂŒr den rechten Kanal umgekehrt wird. Eine Erhöhung des Spread-Werts verschiebt die Frequenz im rechten Kanal nach unten, wĂ€hrend sie links nach oben verschoben wird. Beachten Sie bitte, dass der Wide-Parameter bei einem Spread-Wert von 0 keine Auswirkungen hat.

Frequency Shifter besitzt auch zwei LFOs zur Modulation der Frequenzen von linkem und rechtem Kanal. Die LFOs bieten sechs verschiedene Wellenformen an: Sinus, Rechteck, Dreieck, SÀgezahn aufwÀrts, SÀgezahn abwÀrts und Zufall. Die IntensitÀt, mit der der LFO die Frequenzen moduliert, wird mit dem Amount-Regler eingestellt.

Die LFO-Geschwindigkeit lÀsst sich mit dem Rate-Regler in Hertz eingeben. Alternativ kann Rate auch zum Songtempo synchronisiert und in Notenwerten (zum Beispiel Sechzehntelnoten) eingestellt werden.

Der Phase-Parameter erzeugt Stereo-Effekte, indem er die Wellenformen der mit gleicher Frequenz laufenden LFOs gegeneinander verschiebt. Wenn Sie diesen Parameter auf "180" stellen, sind die beiden Wellenformen exakt gegenphasig (um 180 Grad verschoben), so dass die eine gerade das Maximum erreicht, wenn die andere am Minimum ist.

Spin verstimmt die beiden LFOs gegeneinander. Jeder Stereokanal wird mit einer unterschiedlichen Frequenz moduliert, abhÀngig von der Einstellung des Spin-Werts.

Bei Benutzung der Zufalls-Wellenform zeigen die Parameter Phase und Spin keine Auswirkungen und beeinflussen somit auch nicht den Klang.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Beachten Sie, dass der Drive-Effekt im Signalfluss hinter dem Mix-Regler liegt. Daher können Sie Frequency Shifter auch als reinen Verzerrer-Effekt einsetzen, indem Sie Drive aktivieren und Mix auf 0% stellen.

Das Frequency-Shifting wird durch einfache Addition oder Subtraktion eines Wertes in Hertz zum/vom eingehenden Audiosignal erreicht. Dies unterscheidet es deutlich vom Pitch-Shifting, bei dem die VerhĂ€ltnisse der eingehenden Frequenzen (und somit auch der Bezug ihrer Harmonischen) erhalten bleiben. Stellen Sie sich zum Beispiel ein Eingangssignal vor, das aus den Sinusschwingungen 440 Hz und 880 Hz besteht, die eine Oktave auseinander liegen. Um dieses Signal nun eine Oktave nach oben zu transponieren, multiplizieren wir diese Frequenzen mit dem Faktor 2, was zu neuen Frequenzen von 880 Hz und 1760 Hz fĂŒhrt.

22.18.1 Tipps zum Frequency-Shifter

Frequenzverschiebungen und Ringmodulation können sehr interessante Klangergebnisse liefern. Hier einige Tipps zum Einsatz des Frequency-Shifter-GerÀtes.

Stimmen von SchlagzeugklÀngen

Das Stimmen von gesampeltem Akustik-Schlagzeug ist manchmal schwierig. Eine ĂŒber den TonhöhenĂ€nderungs-Parameter eines Samplers vorgenommene Stimmung verĂ€ndert oft auch den Klangcharakter auf unnatĂŒrliche Weise und fĂŒhrt zu "gequetscht" oder "muffig" klingenden Samples. Das Frequency-Shifting kann eine nĂŒtzliche Alternative sein.

Probieren Sie den Shift-Modus mit einem Dry/Wet-Wert von 100% aus. Stellen Sie dann den Wert der Fine-Frequenz nicht höher als 100 Hz nach oben oder unten ein. Hierdurch Ă€ndern sich scheinbare GrĂ¶ĂŸe und Stimmung des Schlagzeug-Sounds, wĂ€hrend die KlangqualitĂ€t des ursprĂŒnglichen Samples erhalten bleibt.

Phasing

Satte Phasing-Effekte können mit extrem kleinen Shift-Werten (nicht mehr als ca. 2 Hz) erzeugt werden. Beachten Sie, dass das Phasing erst durch die Interaktion von Effekt- und Originalsignal entsteht. Sie können nur dann einen Effekt wahrnehmen, wenn die Dry/Wet-Balance beide Signale hörbar macht. Das stÀrkste Phasing ist bei einem Dry/Wet-MischungsverhÀltnis von 50% zu hören.

Tremolo

Im Ring-Modus erzeugen Frequenzen unterhalb der Hörgrenze (ca. 20 Hz) einen Tremolo-Effekt. Durch Einschalten des Wide-Parameters und den Einsatz kleiner Spread-Werte können Sie dem Tremolo eine Stereo-Panoramabewegung hinzufĂŒgen.

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Schalten Sie versuchsweise ein Spectrum -GerÀt (siehe 22.34) hinter den Frequency Shifter, um sich die Auswirkungen von ParameterÀnderungen nicht nur anhören, sondern auch ansehen zu können. Die Auswirkungen sind besonders gut zu erkennen, wenn Sie dabei einfache, statische Sinusschwingungen als Eingangsquelle benutzen.

22.19 Gate

Gate.png
Der Gate-Effekt

(Hinweis: Der Gate-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verfĂŒgbar.)

Der Gate-Effekt leitet nur Signale weiter, deren Pegel ĂŒber einem vom Anwender gewĂ€hlten Schwellenwert (Threshold) liegen. Ein Gate kann benutzt werden, um StörgerĂ€usche (zum Beispiel Rauschen oder Brummen) zwischen KlĂ€ngen zu entfernen. Man kann mit ihm einen Klang aber auch dadurch formen, dass man Threshold so einstellt, dass Hall- oder Delay-Fahnen beziehungsweise der natĂŒrliche Ausklang eines Instruments durch das Gate beschnitten werden.

Mit Live 9 wurde das interne Verhalten von Gate subtil verbessert. Obwohl das Gate nun "korrekter" arbeitet als in vorherigen Versionen von Live, könnten Live-Sets, die Gate verwenden und mit Versionen vor Live 9 erzeugt wurden, eventuell etwas abweichend klingen. Um sicherzustellen, dass Ă€ltere Sets exakt gleich klingen, wird die Option Gate-Legacy-Modus standardmĂ€ĂŸig beim Laden von alten Sets, die den Gate-Effekt einsetzen, aktiviert. Sie können dieses Verhalten mit Hilfe des Eintrags im KontextmenĂŒ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) in Gates Titelzeile deaktivieren.

Der Display-Bereich von Gate zeigt fortlaufend die Eingangs-Pegel in hellgrau und die Ausgangspegel in dunklerem grau mit weißer Kontur an . So können Sie jederzeit die StĂ€rke des auftretenden Gate-Effekts sehen, was Ihnen beim Einstellen der entsprechenden Parameter hilft.

Der Threshold-Regler bestimmt die Empfindlichkeit des Gates. Der Threshold-Wert wird als horizontale blaue Linie dargestellt und kann durch Ziehen der Linie geÀndert werden.

Return (auch unter dem Begriff "Hysteresis” bekannt) legt den Unterschied zwischen dem Pegel, der das Gate öffnet und dem Pegel, der es schließt, fest. Höhere Hysteresis-Werte reduzieren den Flatter-Effekt, der beim schnellen Öffnen und Schließen des Gates auftritt, wenn der Pegel des Eingangssignals nahe am Threshold-Pegel liegt. Der Return-Wert wird in der Anzeige von einer zusĂ€tzlichen orangefarbenen horizontalen Linie dargestellt.

Ist der Flip-Schalter aktiviert, arbeitet das Gate umgekehrt: das Signal wird nur durchgelassen, wenn sein Pegel unterhalb des Threshold ist.

Ein Gate kann erst auf das Eingangssignal reagieren, sobald es ihn erreicht. Da es auch noch seiner Attack- und Release-HĂŒllkurve folgen muss, reagiert es immer etwas zu spĂ€t. Ein digitales Gate kann dieses Problem lösen, indem der das Eingangssignal zwar gleich analysiert, aber etwas verzögert bearbeitet. Gate bietet drei verschiedene solcher "Lookahead"-Zeiten an: null mS, eine mS und zehn mS. Das Klangresultat kann in AbhĂ€ngigkeit dieser Werte stark variieren.

Die Attackzeit bestimmt, wie schnell das Gate öffnet, wenn das Eingangssignal den Threshold-Wert ĂŒberschreitet. Sehr kurze Attackzeiten können scharf klickende Sounds erzeugen, wĂ€hrend lange Attackzeiten die Einschwingphasen der KlĂ€nge weich klingen lassen.

Wenn das Eingangssignal unter den Threshold abfĂ€llt, kommt der Hold-Time-Parameter ins Spiel. Nach Ablauf der mit Hold eingestellten Zeit schließt das Gate mit der gewĂ€hlten Release-Zeit.

Der Floor-Regler bestimmt die StĂ€rke der Pegelabsenkung, die beim Schließen des Gates angewendet wird. Mit der Einstellung -INF unterdrĂŒckt das geschlossene Gate das Eingangssignal völlig. Eine Einstellung von 0.0 bedeutet, dass das Eingangssignal selbst bei geschlossenem Gate ohne Pegelabsenkung an den Ausgang gefĂŒhrt wird. Einstellungen zwischen diesen beiden Extremen senken das Eingangssignal bei geschlossenem Gate mehr oder weniger im Pegel ab.

Normalerweise ist das gegatete Signal mit dem Signal identisch, das das Gate auslöst. Mittels Sidechaining ist es jedoch möglich, ein Signal auf der Basis des Pegels eines anderen Signals zu gaten. Klappen Sie das Gate-Fenster mit dem 32670.png Schalter in seiner Titelzeile aus, um Zugriff auf die Sidechaining-Parameter zu erhalten.

Wenn Sie diesen Bereich mit dem "Sidechain"-Schalter aktivieren, können Sie in den MenĂŒs darunter jede andere Spur auswĂ€hlen. Die so gewĂ€hlte Signalquelle arbeitet nun anstelle des tatsĂ€chlich gegateten Signals als Auslöser fĂŒr das Gate.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Dry/Wet-Regler ermöglicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Auslöser fĂŒr das Gate zu wĂ€hlen. Steht Dry/Wet auf 100%, wird das Gate ausschließlich von der Sidechain-Signalquelle ausgelöst. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erhöhen von Gain nicht zu einer Erhöhung der LautstĂ€rke des Originalsignals im Mix fĂŒhrt. Das Sidechain-Signal dient nur dem Auslösen des Gates und ist nie selbst hörbar.

Sidechain-Gating kann benutzt werden, um den Rhythmus von einer Signalquelle auf eine andere zu ĂŒbertragen. So kann man zum Beispiel einen gehaltenen FlĂ€chenklang im Rhythmus eines Drumloops triggern, indem man in die FlĂ€chenklang-Spur ein Gate einfĂŒgt, fĂŒr das man die Drumloop-Spur als Sidechain-Eingang wĂ€hlt.

Rechts im External-Bereich finden sich die Parameter fĂŒr den Sidechain-EQ. Wenn Sie diesen Bereich aktivieren, wird das Gate durch bestimmte FrequenzbĂ€nder und nicht durch das gesamte Signal ausgelöst. Das können entweder Frequenzen im zu gatenden Signal selbst oder, bei der Kombination mit dem externen Sidechaining, Frequenzen aus dem Signal einer anderen Spur sein.

Mit dem Kopfhörerschalter zwischen dem Extern- und dem EQ-Bereich können Sie nur das Sidechain-Signal abhören und den Ausgang des Gates stummschalten. Da das Sidechain-Signal nicht zum Ausgang gelangt und nur als Auslöser fĂŒr das Gate arbeitet, vereinfacht Ihnen diese temporĂ€re Abhörmöglichkeit, die Sidechain-Parameter einzustellen und das Signal zu ĂŒberprĂŒfen, das das Gate arbeiten lĂ€sst. Ist diese Taste eingeschaltet, zeigt der Display-Bereich den Eingangspegel der Sidechain in grĂŒn an.

22.20 Glue Compressor

Glue.png
Der Effekt Glue Compressor

(Hinweis: Der Glue CompressorEffekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Der Glue Compressor ist ein analog-modellierter Kompressor, der zusammen mit Cytomic entwickelt wurde. Er basiert auf dem klassischen BUS-Kompressor einer berĂŒhmten Mischkonsole aus den 80ern. Wie Lives originaler Compressor (siehe 22.7), kann auch der Glue Compressor zur Dynamik-Steuerung von Einzelspuren verwendet werden. Er ist jedoch hauptsĂ€chlich fĂŒr den Einsatz in einer Master- oder Gruppen-Spur gedacht, um verschiedene Klangquellen zu einem dichteren und stimmigen Gesamt-Sound "zusammenzuschweißen".

Mit dem Threshold-Regler wird eingestellt, bei welchem Pegel die Kompression beginnt. Signale oberhalb des Threshold werden nach Maßgabe des Ratio-Parameters leiser geregelt, der das VerhĂ€ltnis zwischen Ein- und Ausgangspegel bestimmt. Anders als bei Compressor bietet Glue Compressor keine regelbare Knee-Charakteristik. Stattdessen wird die Knee steiler, wenn die Ratio erhöht wird.

Attack regelt wie lange es dauert, bis nach dem Überschreiten des Thresholds die maximale Kompression wirksam wird. Der Wert des Attack-Reglers wird in Millisekunden angezeigt. Der Release-Regler bestimmt, wie lange der Kompressor benötigt, um in den Normalbetrieb zurĂŒckzukehren, nachdem der Signalpegel unter den Threshold-Wert fĂ€llt. Der Wert des Release-Reglers wird in Sekunden angezeigt. Ist Release auf A (Auto) gestellt, wird die Release-Zeit automatisch, in AbhĂ€ngigkeit vom Eingangssignal eingestellt. Beim Auto Release von Glue Compressors werden sogar zwei verschiedene Zeiten eingesetzt - ein langsamer Wert fĂŒr die Basiskompression und ein schneller, um auf Transienten im Signal reagieren zu können. Auto Release ist eventuell zu langsam, um auf sehr plötzliche PegelĂ€nderungen zu reagieren. Die Funktion ist jedoch im Allgemeinen gut geeignet, um unterschiedlichstes Material sanft zu komprimieren.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhĂ€ltnis zwischen dem komprimierten und unkomprimierten Signal. Bei 100% ist nur das komprimierte Signal zu hören, wĂ€hrend sich das GerĂ€t bei 0% praktisch im Bypass befindet. Eine andere Möglichkeit die StĂ€rke der Kompression zu steuern, ist der Range-Parameter, der bestimmt, wie viel Kompression insgesamt auftreten kann. Werte zwischen ca. -60 und -70 dB emulieren die Original-Hardware, wĂ€hrend Werte zwischen -40 und -15 dB eine nĂŒtzliche Alternative zum Dry/Wet-Regler sein können. Bei 0 dB tritt keine Kompression auf.

Makeup hebt den Signalpegel an und ermöglicht es Ihnen, die durch Kompression verursachte Pegelabsenkung wieder auszugleichen. Ein Makeup-Wert der grob der Position der Nadel in der Anzeige entspricht sollte ungefĂ€hr zu einem Pegel fĂŒhren, den Sie vor der Kompression hatten.

Der Soft-Clip-Schalter aktiviert einen fest eingestellten Waveshaper, der sehr nĂŒtzlich zum DĂ€mpfen von sehr lauten knalligen Transienten sein kann. Wird der Waveshaper aktiviert, liegt Glue Compressors maximaler Ausgangspegel bei - 0.5 dB. (Bitte beachten Sie, dass bei eingeschaltetem Oversampling vereinzelt sehr laute Pegelspitzen ĂŒber 0 dB auftreten können.) Der Soft Clipper ist kein transparenter Limiter und fĂŒgt, wenn er aktiviert ist, Ihrem Signal Verzerrungen hinzu. Wir empfehlen ihn deaktiviert zu lassen, außer, wenn Sie bewusst nach solchen "fĂ€rbenden" Verzerrungen suchen.

Die Nadel von Glue Compressor zeigt den Wert der Pegelabsenkung in dB. Die Clip-LED leuchtet rot, sobald der Ausgangspegel des GerĂ€ts 0 dB ĂŒbersteigt. Wenn Soft Clipping aktiviert ist, wird die LED gelb und zeigt an, dass Pegelspitzen beschnitten werden.

22.20.1 Sidechain-Parameter

GlueSidechain.png
Der Glue-Compressor-Effekt mit den Sidechain-Parametern.

Normalerweise ist das komprimierte Signal mit dem Eingangssignal, das die Kompression auslöst, identisch. Bei Verwendung von Sidechaining ist es jedoch möglich, ein Signal basierend auf dem Pegel eines anderen Signals oder basierend auf einem bestimmten Frequenzband zu komprimieren. Die Sidechain-Parameter erreichen Sie, indem Sie das Glue-Compressor-Fenster durch Umschalten des Tasters 32719.png in seiner Titelleiste ausklappen.

Die Sidechain-Parameter sind in zwei Bereiche unterteilt. Links finden sich die External-Parameter. Wenn Sie diesen Bereich mit dem Sidechain-Schalter aktivieren, können Sie jeden von Lives internen Routing-Punkten aus dem MenĂŒ darunter auswĂ€hlen. Die so gewĂ€hlte Signalquelle arbeitet nun anstelle des tatsĂ€chlich komprimierten Signals als Auslöser fĂŒr Glue Compressor.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Dry/Wet-Regler ermöglicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Auslöser fĂŒr den Kompressor zu wĂ€hlen. Steht Dry/Wet auf 100%, wird Glue Compressor ausschließlich von der Sidechain-Signalquelle ausgelöst. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erhöhen von Gain nicht zu einer Erhöhung der LautstĂ€rke des Originalsignals im Mix fĂŒhrt. Das Sidechain-Signal dient nur dem Auslösen von Glue Compressor und ist nie selbst hörbar.

Rechts im External-Bereich finden sich die Parameter fĂŒr den Sidechain-EQ. Wenn Sie diesen Bereich aktivieren, wird Glue Compressor durch bestimmte FrequenzbĂ€nder und nicht durch das gesamte Signal ausgelöst. Das können entweder Frequenzen im komprimierten Signal selbst sein, oder in Kombination mit externem Sidechaining auch Frequenzen aus dem Signal einer anderen Spur.

Mit dem Kopfhörerschalter zwischen dem Extern- und dem EQ-Bereich können Sie nur das Sidechain-Signal abhören und den Ausgang von Glue Compressor stummschalten. Da das Sidechain-Signal nicht zum Ausgang gelangt und nur als Auslöser fĂŒr Glue Compressor arbeitet, vereinfacht Ihnen diese temporĂ€re Abhörmöglichkeit, die Sidechain-Parameter einzustellen und das Signal zu ĂŒberprĂŒfen, das Glue Compressor arbeiten lĂ€sst.

Parameter im KontextmenĂŒ

Das Oversampling kann ĂŒber den entsprechenden Eintrag im KontextmenĂŒ mit [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick] (Mac) aktiviert/deaktiviert werden. Das Aktivieren dieser Option lĂ€sst Glue Compressor die Bearbeitung intern mit der doppelten Samplingrate durchfĂŒhren, was Aliasing und harsch klingende Transienten reduzieren kann. Der Oversampling-Modus belastet die CPU etwas stĂ€rker. Bitte beachten Sie, dass bei eingeschaltetem Oversampling der Pegel 0 dB ĂŒberschreiten kann, selbst wenn Soft Clip aktiviert ist.

22.21 Grain Delay

GrainDelay.png
Der Grain-Delay-Effekt

(Hinweis: Der Grain-Delay-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verfĂŒgbar.)

Das Grain Delay zerlegt das Eingangssignal in winzige Partikel (sogenannte "Grains"), die individuell verzögert werden. Die Grains können außerdem unabhĂ€ngig vom Eingangssignal gestimmt werden. Sowohl die Tonhöhe, als auch die Delayzeit können zufĂ€llig variiert werden, wodurch sich komplexe Klang- und Rhythmus-Gebilde erzeugen lassen, die mit dem Eingangssignal nicht mehr viel zu tun haben mĂŒssen. Das kann sehr nĂŒtzlich zum Erzeugen neuer KlĂ€nge und Klangtexturen sowie zum Vertreiben von ungebetenen GĂ€sten und noch viel ungebeteneren Insekten sein (ein Scherz...).

Jeder Parameter kann der vertikalen oder horizontalen Achse des X/Y-Feldes zugewiesen werden. Verwenden Sie die Wahlschalter unter dem X/Y-Feld, um einen Parameter der X-Achse zuzuordnen. Verwenden Sie den Wahlschalter links neben dem Feld, um einen Parameter der Y-Achse zuzuordnen.

Der Wahlschalter Delay Time erlaubt es, die Delayzeit in AbhĂ€ngigkeit vom Songtempo einzustellen. Die Zahlen auf den Schaltern reprĂ€sentieren die Delayzeit in 1/16tel Noten. Ein Wert von "4" erzeugt demnach eine Verzögerung von vier Sechzehntelnoten, was einem Delay von einer Viertelnote entspricht. Ist der Sync-Modus aktiv, verkĂŒrzt oder verlĂ€ngert das Delay-Time-Feld die Verzögerung um den gewĂ€hlten Prozentsatz und erzeugt so den aus Drumcomputern bekannten und mit "Swing" bezeichneten Timing-Effekt.

Ist der Sync-Schalter deaktiviert, wird die Delayzeit in Millisekunden angegeben. In diesem Fall können Sie die Delayzeit durch Ziehen der Werte mit der Maus oder durch Klicken und Eintippen eingeben.

Die Delay-Zeit lÀsst sich auch der horizontalen Achse des X-Y-Felds zuweisen.

Spray sorgt fĂŒr zufĂ€llige Variationen bei der Delayzeit. Niedrige Werte "verschmieren" das Signal zeitlich etwas und fĂŒgen ihm dadurch eine Art Rauschanteil hinzu. Hohe Werte zerstören die zeitliche Struktur des Signals komplett und sorgen damit fĂŒr mehr oder weniger viel rhythmisches Chaos - die bevorzugte Einstellung fĂŒr Anarchisten. Spray sorgt fĂŒr zufĂ€llige Variationen bei der Delayzeit.

Die GrĂ¶ĂŸe und Dauer der Grains hĂ€ngt von dem Frequency-Parameter ab. Auch die klangliche Auswirkung von Pitch und Spray wird stark von diesem Parameter beeinflusst.

Die Tonhöhe der Grains kann mit dem Pitch-Parameter eingestellt werden, der wie bei einem einfachen PitchShifter funktioniert.

Random Pitch variiert die Tonhöhe mit Zufallswerten fĂŒr jedes Grain. Niedrige Werte fĂŒhren zu einer Art Chorus-Effekt, hohe Werte können dem Eingangssignal jegliche TonalitĂ€t rauben. Dieser Parameter kann sinnvoll mit dem Pitch-Parameter gemeinsam benutzt werden, um gleichzeitig Stimmung und TonalitĂ€t des Signals zu beeinflussen.

Mit dem Feedback-Parameter kann der Anteil des vom Ausgang an den Eingang zurĂŒckgefĂŒhrten Signals bestimmt werden. Hohe Werte können zu einem unendlichen Feedback fĂŒhren - achten Sie auf Ihre Ohren und Lautsprecher, wenn Sie das ausprobieren!

Das Grain-Delay besitzt auch einen Dry/Wet-Parameter; er kann der Y-Achse des X/Y-Feldes zugeordnet werden.

22.22 Limiter

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Der Limiter-Effekt.

(Hinweis: Der Limiter-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verfĂŒgbar.)

Limiter ist ein Dynamikprozessor in MasteringqualitĂ€t, der sicher stellt, dass das Ausgangssignal einen bestimmten Pegel nicht ĂŒberschreitet. Limiter wird idealerweise auf einer Summenspur eingesetzt, um Übersteuerungen und Clipping zu vermeiden. Im Wesentlichen handelt es sich bei einem Limiter um einen Kompressor mit unendlicher Ratio. Weitere theoretische Informationen zum Thema Kompressor finden Sie im Handbucheintrag zum Compressor-GerĂ€t (siehe 22.5).

Der Gain-Regler ermöglicht Ihnen den Pegel des Eingangssignals vor der Limiter-Bearbeitung anzuheben oder abzusenken.

Der Ceiling-Parameter bestimmt den absoluten, maximalen Ausgangspegel des Limiters. Wenn Ihr Eingangssignal keine ĂŒber dem Ceiling-Wert liegenden Pegelspitzen enthĂ€lt, nimmt Limiter auch keine Bearbeitung am Signal vor.

Der Stereo/L/R-Schalter legt fest, wie Limiter Pegelspitzen behandelt, die nur auf einer Seite im Stereopanorama auftreten. Im L/R-Modus arbeitet Limiter wie zwei einzelne GerĂ€te mit unabhĂ€ngigem Limiting fĂŒr jeden Kanal. Im Stereo-Modus wird das Limiting auf beiden KanĂ€len angewendet, sobald auf einem der KanĂ€le Pegelspitzen auftreten, die eine Kompression erforderlich machen. Der L/R-Modus ermöglicht Limiter eine stĂ€rkere Kompression, die jedoch auch Verschiebungen im Stereobild zur Folge hat.

Das Lookahead-WahlmenĂŒ beeinflusst die Reaktionsgeschwindigkeit des Limiters auf Pegelspitzen. KĂŒrzere Lookahead-Zeiten erlauben eine stĂ€rkere Kompression, fĂŒhren jedoch zu einem Anstieg von Verzerrungen, insbesondere im Bassbereich.

Der Release-Regler bestimmt, wie lange Limiter benötigt, um in den Normalbetrieb zurĂŒckzukehren, nachdem der Signalpegel unter den Ceiling-Wert fĂ€llt. Ist Auto aktiviert, analysiert Limiter das Eingangssignal und stellt eine geeignete Release-Zeit automatisch ein.

Die Pegelanzeige ermöglicht eine optische Kontrolle ĂŒber die am Signal vorgenommene Pegelabsenkung (Gain Reduction).

Beachten Sie, dass GerĂ€te oder Kanal-Fader, die im Signalfluss hinter Limiter liegen, weiteren Pegel hinzufĂŒgen können. Um sicherzustellen, dass Ihr abschließendes Ausgangssignal absolut keine Übersteuerung enthĂ€lt, setzen Sie Limiter als letztes GerĂ€t in die GerĂ€tekette der Masterspur ein und stellen Ihren Masterfader auf einen Wert kleiner oder gleich 0 dB.

22.23 Looper

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Der Looper-Effekt.

(Hinweis: Der Looper-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verfĂŒgbar.)

Looper ist ein Audio-Effekt, der auf der klassischen Echtzeit-Looper-Hardware basiert. Er ermöglicht es Ihnen Audiomaterial aufzunehmen und im Loop wiederzugeben, sowie eine unbegrenzte Anzahl von Overdubs zu erzeugen, die synchron zu Ihrem Set sind. Wenn das Set nicht wiedergegeben wird, kann Looper das eingehende Audiomaterial analysieren und Lives Tempo anpassen. Sie können vor der Aufnahme auch eine Loop-LĂ€nge vorbestimmen, sodass Live sein Tempo automatisch anpasst und Ihr Loop somit in die angegebene Taktzahl hineinpasst. DarĂŒberhinaus können Audiodateien in Looper importiert werden, z.B. als Basis fĂŒr neues Overdub-Material. Auch lassen sich Audiodateien als neue Clips aus Looper exportieren.

In der oberen HĂ€lfte von Loopers OberflĂ€che befindet sich eine große Anzeige, die Ihnen eine optimale Lesbarkeit wĂ€hrend Ihrer Performance bietet. Bei der Aufnahme wird die gesamte Anzeige rot. Nach Abschluss der Aufnahme zeigt sie die aktuelle Position im Loop und die gesamte LooplĂ€nge in Takten und SchlĂ€gen an.

Loopers Transport-Taster arbeiten Ă€hnlich wie die anderen Transportsteuerungen in Live. Die Aufnahme-Taste startet die Aufnahme des Eingangssignals, solange bis eine andere Taste gedrĂŒckt wird. Durch die Aufnahme werden alle momentan in Looper gespeicherten Audiodaten ĂŒberschrieben. Mit Overdub werden stĂ€ndig weitere Aufnahmelayer des Eingangssignals hinzugefĂŒgt, die alle die LĂ€nge des ursprĂŒnglich aufgenommenen Materials haben. Die Play-Taste gibt den momentanen Zustand von Loopers Pufferspeicher wieder, ohne neues Material aufzunehmen. Die Stop-Taste stoppt die Wiedergabe.

Das Verhalten der Transportsteuerung Ă€ndert sich abhĂ€ngig davon, ob Lives Wiedergabe lĂ€uft oder nicht. Bei laufender Wiedergabe verhĂ€lt sich Looper wie ein Clip und unterliegt der globalen Launch-Quantisierung, deren Wert im Quantisierungs-WahlmenĂŒ (siehe 4.11)eingestellt werden kann. Wird die Wiedergabe in Live gestoppt, schaltet sich sofort Loopers eigene Transportsteuerung ein, unabhĂ€ngig von der Quantisierungs-Einstellung.

Die Clear-Taste löscht Loopers Puffer. Wenn Sie Clear im Overdub-Modus bei laufender Wiedergabe drĂŒcken, wird nur der Inhalt des Puffers gelöscht, Tempo und LĂ€nge bleiben jedoch erhalten. Das DrĂŒcken von Clear in irgendeinem der anderen Modi löscht auch die Einstellungen fĂŒr Tempo und LĂ€nge.

Die Undo-Taste löscht alle Overdubs, die seit dem letzten DrĂŒcken der Overdub-Taste gemacht wurden. Ihre ursprĂŒngliche Aufnahme und alle in vorherigen DurchlĂ€ufen gemachten Overdubs bleiben jedoch erhalten. Nach DrĂŒcken von Undo wechselt der Taster zu Redo. Der Redo-Speicher wird dann durch das Material ersetzt, das mit dem letzten Undo-Befehl gelöscht wurde.

Die große Taste unter der Transportsteuerung ist die Multi-Transport-Taste. Wie bei den normalen Transporttasten Ă€ndert sich das Verhalten dieser Taste abhĂ€ngig von Loopers momentanem Wiedergabe-Status und ob bereits Material aufgezeichnet wurde oder nicht. Ist der Puffer leer, startet ein einzelner Mausklick die Aufnahme. Befindet sich Looper im Aufnahme-, Overdub- oder Stop-Modus schaltet ein einzelnes DrĂŒcken des Pedals wieder auf den Play-Modus um. WĂ€hrend der Wiedergabe wechselt Looper durch einmaliges DrĂŒcken in den Overdub-Modus und ermöglicht so das einfache hin und her schalten zwischen Overdub und Wiedergabe, jeweils mit einem einzigen zusĂ€tzlichen Pedaldruck.

Schnelles zweifaches DrĂŒcken der Taste stoppt Looper entweder aus dem Play- oder Overdub-Modus. Das DrĂŒcken und Halten der Taste fĂŒr zwei Sekunden im Wiedergabe-Modus aktiviert Undo oder Redo. Das DrĂŒcken und Halten des Pedals fĂŒr zwei Sekunden im Stop-Modus hingegen löscht Loopers Puffer.

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Übersicht ĂŒber das Verhalten von Loopers Multi-Transport-Taste

Loopers Multi-Transport-Taste wurde fĂŒr den Einsatz mit einem MIDI-Fußschalter optimiert. Um ein Pedal zuzuordnen, gehen Sie in den MIDI-Zuweisungs-Modus (siehe 27.2.1), klicken auf die Taste und drĂŒcken dann Ihr angeschlossenes Pedal. Danach verlassen Sie den MIDI-Zuweisungs-Modus.

Das Tempo-Control-WahlmenĂŒ beeinflusst den Zusammenhang zwischen Loopers Tempo und dem globalen Tempo von Live:

  • None: Loopers internes Tempo ist vollkommen unabhĂ€ngig von Lives globalem Tempo.
  • Follow song tempo: Loopers Wiedergabegeschwindigkeit wird so angepasst, dass das aufgenommene Material mit dem globalen Tempo von Live abgespielt wird.
  • Set & Follow song tempo: Hierbei wird das globale Tempo von Live an das Tempo des in Looper aufgenommenen Materials angepasst. Alle nachfolgenden Änderungen an Lives globalem Tempo Ă€ndern auch die Geschwindigkeit von Loopers Wiedergabe, so dass das aufgenommene Material mit dem neuen globalen Tempo abgespielt wird.

Mit dem Record-Length-WahlmenĂŒ kann die AufnahmelĂ€nge des Materials eingestellt werden. Seine Auswirkungen Ă€ndern sich abhĂ€ngig davon, ob Lives globaler Transport lĂ€uft oder nicht und können auch Lives globales Tempo bestimmen, abhĂ€ngig von der Einstellung im Tempo-Control-WahlmenĂŒ:

  • Bei laufendem Song: Ist Loopers Record-Length-WahlmenĂŒ auf den Standardwert "x bars" gestellt, nimmt Looper solange auf, bis eine andere Transport-Taste gedrĂŒckt wird. Wenn Sie eine bestimmte Taktanzahl fĂŒr die AufnahmelĂ€nge festlegen, indem Sie eine andere Option im WahlmenĂŒ auswĂ€hlen, nimmt Looper nur diese festgelegte Taktanzahl auf und schaltet dann auf Play oder Overdub um, je nachdem, was mit dem Taster neben dem WahlmenĂŒ festgelegt wurde.
  • Bei nicht laufendem Song: Wenn Loopers Record-Length-WahlmenĂŒ auf den Standardwert "x bars" gestellt ist, versucht Looper das Tempo des aufgenommenen Materials zu schĂ€tzen, sobald Sie Overdub, Play oder Stop drĂŒcken. Dies kann jedoch dazu fĂŒhren, dass das Tempo doppelt oder halb so schnell wie gewĂŒnscht ist. Wenn Sie vorher zuerst eine feste Anzahl an Takten bestimmen, stellt Looper das Tempo so ein, dass Ihre Aufnahme genau in diese Zeitspanne hineinpasst.

Das Song-Control-WahlmenĂŒ bestimmt, wie Loopers Transportsteuerung den globalen Transport von Live beeinflusst:

  • None bedeutet, dass Loopers Transportsteuerung keinen Einfluss auf den globalen Transport von Live besitzt.
  • Start Song startet Lives globalen Transport, sobald Looper in den Play- oder Overdub-Modus geht. Loopers Stop-Taste hat jedoch keinen Einfluss auf den globalen Transport.
  • Start & Stop Song verknĂŒpft Lives globalen Transport fest mit der Transportsteuerung von Looper. Das Betreten des Play- oder Overdub-Modus startet Lives Transport, wĂ€hrend das DrĂŒcken von Loopers Stop-Taste den Transport von Live stoppt.

Wird Lives Wiedergabe ĂŒber Looper gestartet, wird die Wiedergabeposition bei allen Apps, die ĂŒber Ableton Link (siehe 30.1) verbunden sind, automatisch ĂŒbernommen. Dies stellt sicher, dass diese Apps tempo-synchron bleiben und die richtige Position innerhalb der musikalischen Phrase erhalten bleibt.

Die "\\2"-Taste verdoppelt die LĂ€nge des Aufnahme-Puffers in Looper. Das gesamte, bereits aufgenommene Material wird einfach dupliziert. Dies ermöglicht Ihnen zum Beispiel zunĂ€chst eine Serie mit eintaktigen Ideen aufzunehmen und dann eine zweitaktige Ideenfolge darĂŒberzulegen. LĂ€nge und Tempo von Loopers Puffer werden im Display-Bereich angezeigt.

Auf Àhnliche Weise halbiert die ":2"-Taste die LÀnge des aktuellen Puffers. Das Material in der momentan wiedergegebenen HÀlfte wird behalten, wÀhrend die andere HÀlfte gelöscht wird.

Der "Drag me!"-Bereich in der Anzeige ermöglicht Ihnen den Export von Loopers Pufferspeicher als neue Audiodatei. Sie können den Inhalt direkt in den Browser oder auf eine Spur ziehen und somit einen neuen Clip erzeugen. Der Warp-Modus des neu erzeugten Clips wird standardmĂ€ĂŸig auf Re-Pitch (siehe 9.3.4) gestellt. Sie können auch Audio-Dateien in den "Drag me!"-Bereich ziehen, wodurch die Inhalte von Loopers Puffer ersetzt werden. Dieses Material lĂ€sst sich dann beispielsweise als Basis fĂŒr weitere Overdubs verwenden.

Der Speed-Regler steuert Loopers Wiedergabegeschwindigkeit (und somit auch die Tonhöhe des Material). Mit den Up- und Down-Pfeiltastern auf der linken Seite lĂ€sst sich die Tonhöhe in Oktavschritten nach oben oder unten Ă€ndern (durch Verdopplung oder Halbierung der Wiedergabegeschwindigkeit). Diese Tasten unterliegen den Einstellungen des Quantisierungs-WahlmenĂŒs.

Eine Aktivierung des Reverse-Tasters spielt das bereits aufgezeichnete Material rĂŒckwĂ€rts ab. Alle Overdubs, die Sie nach der Aktivierung von Reverse aufnehmen, werden dann vorwĂ€rts abgespielt. Beachten Sie bitte, dass ein nachfolgendes Deaktivieren von Reverse dieses Verhalten wieder umkehrt; das ĂŒrsprĂŒngliche Material wird dann wieder vorwĂ€rts abgespielt, die mit aktiver Reverse-Funktion gemachten Overdubs hingegen rĂŒckwĂ€rts. Das Aktivieren der Reverse-Funktion unterliegt den Einstellungen des Quantisierungs-WahlmenĂŒs.

Feedback legt die LautstĂ€rke des bereits aufgenommenen Materials fest, das beim Overdub wieder zurĂŒck in Looper geleitet wird. Steht der Wert auf 100%, wird die LautstĂ€rke der bereits gemachten Aufnahmen nicht geĂ€ndert. Bei 50% halbiert sich die LautstĂ€rke mit jeder Wiederholung. SĂ€mtliche Änderungen des Feedback-Werts zeigen bis zur nĂ€chsten Wiederholung keine Auswirkung. Beachten Sie, dass Feedback keinen Einfluss im Play-Modus besitzt; jede Wiederholung hat die gleiche LautstĂ€rke.

Das Input -> Output-WahlmenĂŒ bietet vier Optionen, um den Eingang von Looper abzuhören:

  • Always ermöglicht das Eingangssignal immer abzuhören, unabhĂ€ngig von Loopers Wiedergabe- oder Aufnahme-Status. Always wĂ€hlen Sie normalerweise, wenn Looper als Effekt auf einer einzigen Spur eingesetzt wird.
  • Never bedeutet, dass das Eingangssignal nie zu hören ist. In der Regel wird Never gewĂ€hlt, wenn Looper als Effekt auf einer Return-Spur eingesetzt wird und dabei sein Eingang von den Sends mehrerer anderer Spuren gespeist wird.
  • Rec/OVR bedeutet, dass der Eingang nur im Aufnahme- und Overdub-Modus zu hören ist, jedoch nicht, wenn Looper im Play-Modus oder gestoppt ist. Dies ist nĂŒtzlich, wenn das Eingangssignal ĂŒber mehrere Spuren verteilt werden muss, die jeweils einen eigenen Looper enthalten. Wird jeder dieser Looper von einem eigenen Fußpedal gesteuert, können Sie den Aufnahme- und Wiedergabe-Status umschalten, ohne sich wĂ€hrend des Spielens um die Monitoreinstellungen kĂŒmmern zu mĂŒssen.
  • Rec/OVR/Stop ermöglicht das Abhören des Eingangs, außer wenn sich Looper im Wiedergabe-Modus befindet. Die Funktion Ă€hnelt Beat Repeats (siehe 22.4) Insert-Modus und kann zum Aufnehmen von Material benutzt werden, das Ihr Live-Spielen plötzlich unterbricht.

22.23.1 Feedback-Routing

Looper kann sowohl Quelle als auch Ziel fĂŒr das interne Routing (siehe 14.6) zu anderen Spuren sein. Hierdurch können Sie z.B. mit Looper Overdubs erzeugen, bei denen das Feedback-Signal immer wieder neu ĂŒber die Effekt-GerĂ€te anderer Spuren lĂ€uft. Um dies zu erreichen:

  1. FĂŒgen Sie Looper auf einer Spur ein.
  2. Nehmen Sie mindestens einen Durchgang mit Audio-Material in Looper auf.
  3. Erzeugen Sie eine neue Audio-Spur.
  4. In den oberen Audio From- und Audio To-WahlmenĂŒs dieser neuen Spur, wĂ€hlen Sie die Spur aus, die Looper enthĂ€lt.
  5. In den beiden unteren EingĂ€nge/AusgĂ€nge-WahlmenĂŒs der neuen Spur, wĂ€hlen Sie als Abgriffpunkt jeweils "Insert-Looper" aus.
  6. Schalten Sie den Monitor-Wahlschalter dieser Spur auf "In."
  7. FĂŒgen Sie der GerĂ€te-Kette dieser neuen Spur zusĂ€tzliche Effekt-GerĂ€te hinzu.
  8. Aktivieren Sie in Looper den Overdub-Modus.

Loopers Ausgangssignal wird nun durch die GerĂ€tekette der anderen Spur und wieder zu seinem eigenen Eingang zurĂŒck geroutet. Hierdurch steigert sich mit jedem Durchgang die StĂ€rke der Effektbearbeitung fĂŒr die Overdub-Layer.

22.24 Multiband Dynamics

MultibandDynamics.png
Der Multiband-Dynamics-Effekt.

(Hinweis: Der Multiband-Dynamics-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Das Multiband-Dynamics-GerĂ€t ist ein flexibles Werkzeug zur Änderung der Dynamik von Audiomaterial. HauptsĂ€chlich als Mastering-Effekt konzipiert, ermöglicht Multiband Dynamics die Anwendung verschiedener Kompressions- und Expansions-Arten mit maximal drei unabhĂ€ngigen FrequenzbĂ€ndern, von denen jedes Band eine regelbare Übergangsfrequenz und eigene HĂŒllkurven-Parameter besitzt. Jeder Frequenzbereich hat sowohl einen oberen als auch unteren Threshold, was die gleichzeitige Dynamikbearbeitung mit zwei Kompressionsarten pro Band ermöglicht.

22.24.1 Dynamikbearbeitung: Theorie

Um das Multiband-Dynamics-GerÀt besser zu verstehen, hilft es, die vier verschiedenen Methoden zu kennen, mit denen die Dynamik eines Signals beeinflusst werden kann.

Normalerweise ist mit dem Begriff "Kompression" das Absenken von Signalpegeln gemeint, die einen Threshold ĂŒberschreiten. Auf diese Weise funktioniert Lives Compressor (siehe 22.7). Sie wird prĂ€ziser auch als Downward-Kompression bezeichnet, da der Pegel von lauten Signalen verringert und der Dynamikbereich eingeschrĂ€nkt wird. Es ist jedoch auch möglich, die Signaldynamik einzuschrĂ€nken, indem Signalpegel, die sich unter einem Threshold befinden, angehoben werden. Diese weitaus weniger gebrĂ€uchliche Kompressionsform wird auch Upward-Kompression genannt. Wie bei dem folgenden Diagramm ersichtlich, fĂŒhrt die Anwendung von beiden Kompressionsarten zu einem Signal, das einen kleineren Dynamikumfang als das ursprĂŒngliche Signal hat.

32852.png
Downward- und Upward-Kompression.

Das Gegenteil von Kompression ist Expansion. Ein typischer Expander verringert den Pegel von Signalen, die sich unter einem Threshold befinden. Nach diesem Prinzip arbeitet auch Lives Gate (siehe 22.19), was prĂ€ziser auch als Downward-Expansion bezeichnet wird, da der Pegel von leisen Signalen weiter verringert und somit der Dynamikbereich erweitert wird. Es ist jedoch auch möglich, den Dynamikbereich eines Signals zu erweitern, indem Signalpegel, die ĂŒber einem Threshold liegen, weiter angehoben werden. Ähnlich der Upward-Kompression wird diese Technik auch als Upward-Expansion bezeichnet und ist weitaus weniger verbreitet. Das folgende Diagramm zeigt, dass beide Expansionsarten zu einem Signal mit höherem Dynamikumfang fĂŒhren.

32870.png
Downward- und Upward-Expansion.

Eine Zusammenfassung:

  • Downward-Kompression (verbreitet): macht laute Signale leiser
  • Upward-Kompression (weniger verbreitet): macht leise Signale lauter
  • Downward-Expansion (verbreitet): macht leise Signale leiser
  • Upward-Expansion (weniger verbreitet): macht laute Signale lauter

Das Multiband-Dynamics-GerĂ€t ermöglicht die Bearbeitung mit allen vier Methoden. Da das GerĂ€t darĂŒberhinaus die Eingangssignale in drei FrequenzbĂ€nder aufteilen kann und jedes Band sowohl einen unteren als auch oberen Threshold besitzt, bietet eine Instanz des Multiband-Dynamics-Effekts insgesamt sechs Arten an Dynamikbearbeitung gleichzeitig.

22.24.2 OberflÀche und Parameter

Die High- und Low-Taster schalten die gleichnamigen High- und Low-BĂ€nder ein oder aus. Sind beide EckbĂ€nder ausgeschaltet, funktioniert das GerĂ€t als normaler, einbandiger Kompressor. In diesem Fall beeinflussen nur die Mid-Parameter das Eingangssignal. Mit den Frequency-Reglern unter den High- und Low-Tasten können die Übergangsfrequenzen eingestellt werden, die wiederum den Frequenzbereich fĂŒr jedes Band festlegen. Wenn Low-Frequency auf 500 Hz und High-Frequency auf 2000 Hz gestellt ist, dann reicht das tiefe Band von 0 Hz bis 500 Hz, das mittlere von 500 Hz bis 2000 Hz und das hohe von 2000 Hz bis zur höchsten Frequenz, die mit der eingestellten Samplingrate oder Ihrer Hardware erreicht werden kann.

Jedes Band hat einen Aktivierungs- und Solo-Schalter. Wird ein Band auf diese Weise deaktiviert, werden seine Kompressions/Expansions- und Gain-Parameter umgangen. Das Solo-Hören eines Bandes schaltet die anderen BĂ€nder stumm. Der Input-Regler erhöht oder verringert den Eingangspegel fĂŒr jedes Band getrennt, noch bevor die Dynamikbearbeitung durchgefĂŒhrt wird. Die Output-Regler rechts von der Anzeige bestimmen hingegen den Ausgangspegel fĂŒr die BĂ€nder nach der Bearbeitung.

Der Anzeige-Bereich ermöglicht Ihnen nicht nur eine optische Kontrolle ĂŒber Ihre Dynamikbearbeitung, sondern auch das Einstellen der relevanten Kompressions- bzw. Expansions-Parameter. FĂŒr jedes Band wird der Ausgangspegel mit den großen Balken und der Eingangspegel vor der Bearbeitung mit den kleinen gelben Balken angezeigt. Wird keine Dynamikbearbeitung ausgefĂŒhrt, liegt die Eingangsanzeige auf einer Linie mit der Ausgangsanzeige. Die Skalierung im unteren Displaybereich zeigt einen dB-Wert. Wenn Sie den Pegel oder die Dynamikbearbeitung fĂŒr ein Band einstellen, können Sie sehen, wie sich der Ausgangspegel im Vergleich zum Eingangspegel Ă€ndert.

Wenn Sie mit der Maus ĂŒber die Anzeige gehen, Ă€ndert sich der Cursor zur Klammer, sobald er sich den Seiten rechts oder links der Blöcke nĂ€hert. Diese Blöcke reprĂ€sentieren die Signalpegel unter dem unteren (Below, kurz B) und ĂŒber dem oberen (Above, kurz A) Threshold. Ein Ziehen nach links oder rechts an den Seiten dieser Blöcke stellt somit den Threshold ein. Ein Halten von Shift wĂ€hrend des Ziehens stellt fĂŒr alle BĂ€nder den gleichen Threshold ein. Halten Sie ALT, um gleichzeitig obere und untere Thresholds fĂŒr ein einzelnes Band einzustellen.

Wenn Sie mit der Maus in die Mitte eines Blocks gehen, Ă€ndert sich der Cursor zu einem Pfeilsymbol. Klicken und ziehen Sie nach oben oder unten, um das Signal innerhalb des gewĂ€hlten LautstĂ€rkebereichs lauter oder leiser zu machen. Ein Halten der Shift-Taste wĂ€hrend des Ziehens, stellt die LautstĂ€rke des gleichen Blocks fĂŒr alle BĂ€nder ein. Halten Sie ALT(PC) / ALT(Mac), um gleichzeitig obere und untere Thresholds fĂŒr ein einzelnes Band einzustellen. Ein Doppelklick in den Bereich setzt die LautstĂ€rke bzw. Ratio auf ihren Standardwert zurĂŒck.

Fachsprachlich entspricht eine Verkleinerung des Pegels im Block ĂŒber dem Oberen Threshold (A) der Anwendung von Downward-Kompression und eine VergrĂ¶ĂŸerung der Anwendung von Upward-Expansion. Ebenso entspricht eine Verkleinerung des Pegels im Block unter dem Unteren Threshold (B) der Anwendung von Downward-Expansion, wĂ€hrend eine VergrĂ¶ĂŸerung der Anwendung von Upward-Kompression entspricht. In allen FĂ€llen stellen Sie in den Blöcken die Ratio des jeweiligen Kompressors oder Expanders ein.

Die Threshold- und Ratio-Parameter fĂŒr alle BĂ€nder lassen sich auch in der Spalte rechts von der Anzeige einstellen. Mit den "T", "B" und "A"-Tasten unten rechts im Anzeige-Bereich kann zwischen drei Anzeige-Modi umgeschaltet werden: Time (Attack und Release-Zeit), Below (unterer Threshold und Ratio-Wert) und Above (oberer Threshold- und Ratio-Wert), jeweils fĂŒr jedes Band.

FĂŒr die oberen Thresholds (A) bestimmt Attack, wie lange fĂŒr das Erreichen der maximalen Kompression oder Expansion benötigt wird, sobald der Signalpegel den Threshold ĂŒberschreitet.

Release hingegegen bestimmt, wie lange das GerĂ€t fĂŒr die RĂŒckkehr zum Normalbetrieb benötigt, nachdem der Signalpegel unter den Threshold fĂ€llt.

Ist Soft Knee aktiviert, setzt die Kompression oder Expansion eher sanft ein, sobald sich der Signalpegel dem Threshold nÀhert.

Der RMS/Peak-Schalter beinflusst ebenfalls wie schnell Multiband Dynamics auf PegelĂ€nderungen reagiert. Ist Peak gewĂ€hlt, reagiert das GerĂ€t eher auf kurze Pegelspitzen im Signal. Im RMS-Modus hingegen reagiert es auf sehr kurze Pegelspitzen weniger empfindlich und die Dynamikbearbeitung startet erst, wenn der Eingangspegel den Threshold bereits fĂŒr eine etwas lĂ€ngere Zeit ĂŒberschritten hat.

Der globale Output-Regler bestimmt den Gesamt-Ausgangspegel des GerÀts.

Der Time-Parameter skaliert die Zeitwerte aller Attack- und Release-Parameter. Dies ermöglicht Ihnen die Relation der HĂŒllkurvenzeiten zueinander zu erhalten, jedoch alle Zeiten um den gleichen Wert schneller oder langsamer einzustellen.

Der Amount-Regler bestimmt die StÀrke der auf allen BÀndern angewendeten Kompression oder Expansion. Bei 0% besitzt jeder Kompressor/Expander eine effektive Ratio von 1, es wird also keine Bearbeitung am Signal vorgenommen.

22.24.3 Sidechain-Parameter

MultibandDynamicsSidechain.png
Der Multiband-Dynamics-Effekt mit den Sidechain-Parametern.

Normalerweise ist das komprimierte Signal mit dem Eingangssignal, das die Kompression auslöst, identisch. Bei Verwendung von Sidechaining ist es jedoch möglich, ein Signal basierend auf dem Pegel eines anderen Signals oder basierend auf einem bestimmten Frequenzband zu komprimieren. Die Sidechain-Parameter erreichen Sie, indem Sie das Multiband-Dynamics-Fenster durch Umschalten des Tasters 32905.png in seiner Titelleiste ausklappen.

Wenn Sie diesen Bereich mit dem "Sidechain"-Schalter aktivieren, können Sie jeden von Lives internen Routing-Punkten aus dem MenĂŒ darunter auswĂ€hlen. Die so gewĂ€hlte Signalquelle arbeitet nun anstelle des tatsĂ€chlich komprimierten Signals als Auslöser fĂŒr die Kompression.

Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Dry/Wet-Regler ermöglicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Auslöser fĂŒr den Kompressor zu wĂ€hlen. Steht Dry/Wet auf 100%, wird das GerĂ€t ausschließlich von der Sidechain-Signalquelle ausgelöst. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erhöhen von Gain nicht zu einer Erhöhung der LautstĂ€rke des Originalsignals im Mix fĂŒhrt. Das Sidechain-Signal dient als Auslöser fĂŒr das GerĂ€t und ist nie selbst hörbar.

Mit dem Kopfhörerschalter können Sie nur das Sidechain-Signal abhören und den Ausgang des Gates stummschalten. Da das Sidechain-Signal nicht zum Ausgang gelangt und nur als Auslöser fĂŒr das GerĂ€t arbeitet, vereinfacht Ihnen diese temporĂ€re Abhörmöglichkeit, die Sidechain-Parameter einzustellen und das Signal zu ĂŒberprĂŒfen, das das GerĂ€t arbeiten lĂ€sst.

22.24.4 Tipps zu den Multiband Dynamics

Multiband Dynamics ist ein mĂ€chtiges und mit umfangreichen Funktionen ausgestattetes GerĂ€t, das gleichzeitig sechs unabhĂ€ngige Bearbeitungsarten ausfĂŒhren kann. Aufgrunddessen gestaltet sich der Einstieg nicht gerade leicht. Hier einige Standardanwendungen, die Ihnen das GerĂ€t nĂ€her bringen.

Grundlagen zur Multiband-Kompression

Indem nur die oberen Thresholds benutzt werden, kann Multiband Dynamics als traditioneller "Downward"-Kompressor eingesetzt werden. Stellen Sie die Übergangsfrequenzen passend zu Ihrem Audiomaterial ein und wenden dann die Downward-Kompression an (indem Sie in den oberen Blocks im Display nach unten ziehen oder durch numerische Eingabe eines Ratio-Wertes grĂ¶ĂŸer 1).

De-essing

Um Ihrem Klangmaterial SchĂ€rfe zu nehmen, die durch ĂŒbermĂ€ĂŸig laute, hohe Frequenzen (wie z.B. Zischlaute) verursacht wird, aktivieren Sie nur das obere Band und stellen die Übergangsfrequenz auf ungefĂ€hr 5 kHz ein. Ändern Sie nach und nach Threshold und Ratio, um eine sanfte Downward-Kompression zu erhalten. Das Solo-Abhören des Bandes kann Ihnen helfen, Ihre Einstellungen besser einschĂ€tzen zu können. Meistens funktioniert das De-essing mit schnellen Attack- und Release-Zeiten am besten.

Dekompression

Das Steigern von Druck und Lautheit bei bereits ĂŒberkomprimierten Mischungen, die fast keine verbleibenden Transienten zur Bearbeitung mehr bereitstellen, ist ein typisches Beispiel hierfĂŒr. Meistens sind diese Mischungen bereits extrem in der Lautheit maximiert, sodass kein Headroom mehr vorhanden ist. GlĂŒcklicherweise kann Upward-Expansion in solchen Situationen helfen, dem "komplett an die Wand gefahrenen" Material wieder etwas Dynamik zu geben. Um dies zu machen:

  1. Verringern Sie den Eingangspegel mit dem Input-Regler, um zusÀtzlichen Headroom zu gewinnen.
  2. Stellen Sie die Above-Schwellwerte der BÀnder so ein, dass sie unter den höchsten Pegelspitzen liegen.
  3. Stellen Sie fĂŒr jedes Band eine kleine Menge an Upward-Expansion ein. Gehen Sie dabei jedoch vorsichtig vor - extreme Upward-Expansion lĂ€sst Transienten sehr laut werden.
  4. Stellen Sie vorsichtig die Attack- und Release-Zeiten fĂŒr jedes Band ein. Beachten Sie, dass im Gegensatz zur normalen Downward-Kompression, sehr schnelle Attack-Zeiten die Wahrnehmung der Transienten steigert, wĂ€hrend langsamere Zeiten zu einem dumpferen Klang fĂŒhren.

Hinweis: Wenn Sie nach Ihrer "Rettungsaktion" fĂŒr die Pegelspitzen wieder einen Maximizer oder Limiter-Effekt zur Erhöhung der LautstĂ€rke hinzufĂŒgen, kann die gewonnene Dynamik eventuell wieder verloren gehen.

22.25 Overdrive

Overdrive.png
Der Overdrive-Effekt.

(Hinweis: Der Overdrive-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Overdrive ist ein Verzerrer-Effekt, der sich an den klassischen Bodeneffektpedalen orientiert, die zumeist von Gitarristen eingesetzt werden. Entgegen den meisten Verzerrer-Effekten, kann Overdrive jedoch extrem hart in die Verzerrung gefahren werden, ohne dabei die Dynamik des Signals opfern zu mĂŒssen.

Der Verzerrerstufe ist ein Bandpass-Filter vorgeschaltet, das mit einem X-Y-Feld gesteuert werden kann. Um die Filterbandbreite zu bestimmen, klicken und ziehen Sie auf der vertikalen Achse. Um die Filterfrequenz einzustellen, klicken und ziehen Sie auf der horizontalen Achse. Beide Parameter lassen sich auch mit den Reglern unter dem X-Y-Feld einstellen.

Der Drive-Regler bestimmt die StÀrke der Verzerrung. Beachten Sie, dass auch bei einem Wert von 0% Verzerrungen vorhanden sind.

Bei Tone handelt es sich um eine Klangregelung, die dem Verzerrer nachgeschaltet ist. Bei höheren Werten werden hohe Frequenzen im Signal verstÀrkt, der Klang wird heller.

Der Dynamics-Regler bestimmt, wie viel Kompression angewendet wird, wenn die Verzerrung zunimmt. Bei niedrigen Werten fĂŒhren stĂ€rkere Verzerrungen zu einer Zunahme der internen Kompression und der AufholverstĂ€rkung. Bei höheren Werten wird weniger Kompression angewendet.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf "100%", wenn Sie Overdrive in einer Return-Spur verwenden.

22.26 Pedal

Pedal.png
Der Pedal-Effekt.

(Hinweis: Der Pedal-Effekt ist in den Intro-, Lite- und Standard-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Pedal ist ein Gitarrenverzerrer. Zusammen mit Lives Tuner- (siehe 22.35), Amp- (siehe 22.1) und Cabinet-(siehe 22.5)Effekten eignet sich Pedal hervorragend zur Bearbeitung von Gitarren-Sounds. Pedal lĂ€sst sich jedoch auch fĂŒr untypische Signale einsetzen, zum Beispiel als alleiniger Effekt auf Vocals, Synths oder Drums.

Der Gain-Regler bestimmt die StĂ€rke der Verzerrung, mit der das Eingangssignal (Dry) bearbeitet wird. Beachten Sie, dass auch bei einem Wert von 0% Verzerrungen vorhanden sind. Wir empfehlen Gain zuerst auf 0% zurĂŒckzusetzen und dann den Wert langsam zu erhöhen, bis der gewĂŒnschte Ausgangspegel erreicht ist. Wird Pedal in einer GerĂ€tekette als erstes EffektgerĂ€t eingesetzt, kann Utilitys (siehe 22.36) Gain-Parameter verwendet werden, um den Signalpegel davor weiter abzusenken.

Der globale Output-Regler bestimmt den Gesamt-Ausgangspegel des GerÀts.

Sie können drei verschiedenen Pedal-Typen wÀhlen, jeder ist von einem bestimmten Distortion-Pedal inspiriert und hat seinen eigenen Klangcharakter.

  • Overdrive: warm und weich
  • Distortion: tight und aggressiv
  • Fuzz: instabil, mit den Sound eines kaputten Amps

Pedal hat einen Dreiband-EQ integriert, mit dem der Sound nach der Verzerrerstufe weiter geformt werden kann. Dieser EQ ist adaptiv, das heißt, dass die Resonanz (oder “Q”) stĂ€rker wird, abhĂ€ngig von der Pegelanhebung/Absenkung des EQ-Bandes.

Der Bass-Regler ist ein Peak-EQ mit einer Mittenfrequenz von 100Hz. Er ist sehr nĂŒtzlich, um BĂ€ssen und Drum-Sounds mehr Druck zu geben oder um die tiefen Frequenzen von Gitarren anzupassen.

Der Mid-Regler ist ein dreifach schaltbarer Boosting-EQ. Der Mid-Frequency-Schalter wĂ€hlt die Mittenfrequenz und den Frequenzbereich des Mid-Reglers. Die Mittenfrequenz wird mit dem Mid-Regler eingestellt. Die Bandbreite des Filters ist in der unteren Stellung kleiner und in der oberen Stellung grĂ¶ĂŸer. Dies ist bei Gitarrenpedalen oft vorhanden, wo es normal ist, engere Absenkungen/Anhebungen in den tiefen Frequenzen zu machen und breitere in den hohen Frequenzen.

Die Mitten-Frequenzen fĂŒr die jeweiligen Schalterstellungen sind:

  • Untere Einstellung, der Schalter steht links: 500 Hz
  • Mittlere Einstellung, der Schalter steht in der Mitte: 1 kHz
  • Hohe Einstellung, der Schalter steht rechts: 2 kHz

Der Treble-Regler ist ein Hishelf-EQ mit einer Filterfrequenz von 3,3 kHz. Er ist nĂŒtzlich, um harsch klingende Höhen zu entfernen (oder auch zu boosten, wenn Sie das lieber mögen).

Tipp: fĂŒr feinere EQ-Einstellungen nach der Verzerrung, lassen Sie einfach die Regler in ihrer neutralen Stellung und verwenden stattdessen einen unabhĂ€ngigen EQ, wie z.B. EQ Eight (siehe 22.12).

Der Sub-Schalter aktviert ein Low-Shelf-Filter, das Frequenzen unter 250Hz boostet. Sie können Sub auch auf verschiedene Weise mit dem Bass-Regler kombinieren, indem Sie Sub einschalten und Bass auf -100% stellen oder umgekehrt Sub aus und Bass auf 100% stellen.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal.

Das Aliasing kann durch Aktivieren des Hi-Quality-Modus reduziert werden, auf den Sie mittels [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ Zugriff haben. Dies verbessert die KlangqualitĂ€t -- besonders im Höhenbereich -- erhöht aber auch die CPU-Last etwas.

22.26.1 Pedal Tipps und Tricks

Pedal in einer GerÀtekette einsetzen

Die Beschaffenheit und LautstĂ€rke des Eingangssignals hat eine starken Einfluss darauf, wie der Verzerrer reagiert. Setzen Sie zum Beispiel einen Kompressor vor Pedal in der GerĂ€tekette ein, bekommen Sie ein ausgewogeneres Klangergebnis. Andererseits kann das HinzufĂŒgen eines EQs oder Filters mit hoher Gain-Einstellung und Resonanz vor Pedal einen schreienden Distortion-Effekt ergeben.

Techno Kick

WĂ€hlen Sie eine geeignete Kick-Drum mit langem Decay (z.B. Kit-Core 909 mit aufgedrehtem Decay). WĂ€hlen Sie dann die “Distort”-Einstellung, aktivieren den Sub-Schalter und wĂ€hlen den passenden Gain-Wert nach Geschmack.

FĂŒr mehr “Whack” setzen Sie einfach den Mid-Frequency-Schalter nach ganz rechts und drehen den Mid-Regler auf. FĂŒr mehr “Thump” können Sie den Bass-Regler aufdrehen.

FĂŒr weniger „Air” reduzieren Sie den Treble-Regler.

Drum Group Fizzle

Um einer Drum-Gruppe mehr zischende Höhen zu geben, wÀhlen Sie Fuzz, erhöhen Gain auf 50% und stellen sicher, dass der Sub-Switch deaktiviert ist.

Reduzieren Sie den Bass- und Mid-Regler komplett auf -100% und stellen dann den Mid-Frequency-Schalter nach Geschmack ein. Erhöhen Sie Treble auf 100%.

Setzen Sie Output auf -20dB Setzen Sie dann den Dry/Wet-Regler komplett zurĂŒck auf 0% und drehen ihn langsam wieder auf, bis die Drums den gewĂŒnschten Schmutz in den Höhen haben.

Defekter Lautsprecher

WĂ€hlen Sie das “Fuzz”-Pedal und stellen sicher, dass der Sub-Schalter deaktiviert ist. Drehen Sie dann den Bass-Regler komplett runter und stellen Treble auf 25%.

Stellen Sie den Mid-Regler auf 100% und bewegen den Mid-Frequency-Schalter nach ganz rechts. Setzen Sie abschließend den Gain-Regler auf 100%.

Sub Warmer

Um einem einfachen Sub-Bass mehr Obertöne und WĂ€rme zu geben, wĂ€hlen Sie “OD”, aktivieren den Sub-Schalter und drehen den Bass-Regler auf. Erhöhen Sie dann langsam Gain bis der gewĂŒnschte Effekt erreicht ist. Sie können anschließend die mittleren Frequenzen mit dem Mid-Regler anheben oder absenken.

22.27 Phaser

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Der Phaser-Effekt.

(Hinweis: Der Phaser-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verfĂŒgbar.)

Phaser verwendet eine Reihe von All-Pass-Filtern, um eine Phasenverschiebung im Frequenzspektrum des Klangs zu erzeugen.

Der Poles-Parameter erzeugt Kerben im Frequenzspektrum. Mit dem Feedback-Parameter kann man diesen Effekt invertieren und die Kerben in Betonungen umwandeln. Die Eckfrequenz der Filter kann mit dem Frequency-Parameter bestimmt werden, der gemeinsam mit dem Feedback-Parameter auch durch das X/Y-Bedienelement des Effekts gesteuert werden kann.

Der Effekt bietet die zwei Betriebsarten Space und Earth, die die Verteilung der Kerben im Frequenzspektrum und damit die "Farbe" des Klangs bestimmen. Dieser Effekt kann mit dem Color-Parameter weiter variiert werden.

Die Filterfrequenzen können mit einem integrierten HĂŒllkurvenfolger gesteuert werden: Justieren Sie die IntensitĂ€t der Modulation mit dem Amount-Regler (negative Werte invertieren die HĂŒllkurve) und stellen Sie dann den gewĂŒnschten HĂŒllkurvenverlauf mit den Parametern Attack und Release ein.

Phaser besitzt auch zwei LFOs zur Modulation der Filterfrequenzen von rechtem und linkem Kanal. Die LFOs bieten sechs verschiedene Wellenformen an: Sinus, Rechteck, Dreieck, SÀgezahn aufwÀrts, SÀgezahn abwÀrts und Zufall. Die IntensitÀt, mit der der LFO die Filterfrequenzen moduliert, wird mit dem Amount-Parameter eingestellt.

Die LFO-Geschwindigkeit lÀsst sich mit dem Rate-Regler in Hertz eingeben. Alternativ kann Rate auch zum Songtempo synchronisiert und in Notenwerten (zum Beispiel Sechzehntelnoten) eingestellt werden.

Der Phase-Parameter erzeugt Stereo-Effekte, indem er die Wellenformen der mit gleicher Frequenz laufenden LFOs gegeneinander verschiebt. Wenn Sie diesen Parameter auf "180" stellen, sind die beiden Wellenformen exakt gegenphasig (um 180 Grad verschoben), so dass die eine gerade das Maximum erreicht, wenn die andere am Minimum ist.

Spin verstimmt die beiden LFOs gegeneinander. Die Filter jeder Seite werden dadurch mit einer unterschiedlichen LFO-Frequenz moduliert; der Frequenzunterschied hÀngt vom Spin-Wert ab.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie den Phaser in einer Return-Spur verwenden.

22.28 Ping Pong Delay

PingPongDelay.png
Der Ping-Pong-Delay-Effekt

(Hinweis: Der Ping-Pong-Delay-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verfĂŒgbar.)

Der Ping-Pong-Delay-Effekt verwendet ein einzelnes Delay, um eine Echo zu erzeugen, dessen Wiederholungen abwechselnd auf dem linken und auf dem rechten Ausgang zu hören sind.

Dem Delay folgen ein Hoch- und ein Tiefpassfilter, die ĂŒber ein X/Y-Feld gesteuert werden. Um die Filterbandbreite zu bestimmen, klicken und ziehen Sie auf der vertikalen Achse. Um die Filterfrequenz einzustellen, klicken und ziehen Sie auf der horizontalen Achse.

Der Wahlschalter Delay Time erlaubt es, die Delayzeit in AbhĂ€ngigkeit vom Songtempo einzustellen. Die Zahlen auf den Schaltern reprĂ€sentieren die Delayzeit in 1/16tel Noten. Ein Wert von "4" erzeugt demnach eine Verzögerung von vier Sechzehntelnoten, was einem Delay von einer Viertelnote entspricht. Ist der Sync-Schalter deaktiviert, wird die Delayzeit in Millisekunden ausgedrĂŒckt. In diesem Fall können Sie die Delayzeit durch Ziehen der Werte mit der Maus oder durch Klicken und Eintippen eingeben.

Ist der Sync-Schalter deaktiviert, wird die Delayzeit in Millisekunden angegeben. In diesem Fall können Sie die Delayzeit durch Ziehen der Werte mit der Maus oder durch Klicken und Eintippen eingeben.

Änderungen der PolaritĂ€t sind besonders gut bei hohem Feedback und kurzen Delayzeiten hörbar. Mit dem Feedback-Parameter kann der Anteil des vom Ausgang an den Eingang zurĂŒckgefĂŒhrten Signals bestimmt werden.

Der Freeze-Schalter mit der Beschriftung "F" wiederholt das Audiomaterial unendlich lange, das beim BetÀtigen des Schalters gerade im Delay-Speicher ist und ignoriert jegliches neues Eingangssignal, solange Freeze aktiviert ist.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie Ping Pong Delay in einer Return-Spur verwenden.

Wenn Sie die Delayzeit Ă€ndern, wĂ€hrend Ping Pong Delay noch Signale bearbeitet, können beim verzögerten Signal abrupte KlangverĂ€nderungen auftreten. Im [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ der Titelzeile des GerĂ€ts können Sie aus drei Delay-Transition-Modi wĂ€hlen, die das Übergangsverhalten beim Ändern der Delayzeit klanglich bestimmen:

  • Repitch variiert die Tonhöhe, wenn die Delayzeit geĂ€ndert wird, Ă€hnlich dem Verhalten alter Hardware-Delay-GerĂ€te.
  • Fade erzeugt einen Crossfade zwischen der alten und neuen Delayzeit. Wird die Delay-Zeit allmĂ€hlich geĂ€ndert, klingt dies Ă€hnlich wie Time-Stretching. Der Fade-Modus ist die Standardeinstellung.
  • Jump springt sofort zur neuen Delayzeit. Beachten Sie, dass bei dieser Einstellung hörbare Klicks entstehen, wenn die Delayzeit, wĂ€hrend die Delays noch erklingen, geĂ€ndert wird. Der Jump-Modus entspricht dem Standardverhalten vor Live 8. Beim Einladen von Sets, die mit frĂŒheren Versionen erzeugt wurden, wird Jump automatisch selektiert.

22.29 Redux

Redux.png
Der Redux-Effekt

Der LoFi-Sound eines Ensoniq Mirage, Fairlight CMI oder Commodore-64 lĂ€sst Sie nostalgisch werden? Kein Problem: Der Redux-Effekt fĂŒhrt uns zurĂŒck in die digitale Audio-FrĂŒhzeit, indem er die Samplingrate und die Bitauflösung des Eingangssignals reduziert.

Der Downsample-Bereich hat zwei Parameter: "Downsample" und einen Mode-Schalter.

Wenn der Downsample-Parameter auf "1" steht, wird jedes einzelne Samplewort an den Ausgang geleitet, wodurch keine KlangÀnderung entsteht. Mit der Einstellung "2" wird nur jedes zweite Samplewort durchgelassen, wodurch der Klang schon etwas "digitaler" wird. Je höher der gewÀhlte Wert, desto niedriger ist die resultierende Samplingrate und desto "dekonstruierter" wirkt auch der Klang. Das Reduzieren der Samplingrate wirkt wie das Anwenden eines Mosaik-Effekts auf ein Bild: Es gehen Informationen verloren und es entstehen scharfe Ecken zwischen den einzelnen Blöcken.

Der Mode-Schalter bestimmt, ob beim Reduzieren der Samplingrate in einem kleineren Bereich interpoliert ("soft," bis zu 20 Samples) oder in einem grĂ¶ĂŸeren Bereich nicht interpoliert wird ("hard," bis zu 200 samples).

WĂ€hrend die Reduzierung der Samplingrate aber eine zeitliche Rasterung des Signals bewirkt, kommt es hier zu einer Rasterung der Amplitude.

Wenn der Parameter auf 8 gestellt wird, werden die Amplitudenwerte auf 256 Stufen quantisiert (8-Bit-Auflösung). Bei einer Einstellung von 1 ist das Ergebnis Ă€ußerst brutal: jedes Samplewort hat dann entweder die volle positive oder negative Aussteuerung, dazwischen gibt es nichts.

Die Reduzierung der Bitauflösung definiert ein Eingangssignal von 0dB als 16 Bit. Signale ĂŒber 0dB werden abgeschnitten, in einem solchen Fall leuchtet die rote LED.

Das Ausschalten der Bit Reduction vermindert etwas die CPU-Last.

22.30 Die Tuning-Parameter eines Resonators

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Der Resonator-Effekt

(Hinweis: Der Resonator-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Dieser Effekt besteht aus fĂŒnf parallelen Resonatoren, die dem Eingangssignal einen tonalen Charakter aufprĂ€gen. Er kann eine Vielzahl an KlĂ€ngen erzeugen, von gezupften Saiten bis zu Vocoder-artigen Effekten. Die Resonatoren werden in Halbtönen gestimmt, was eine musikalische Herangehensweise an ihre Einstellung erlaubt. Der erste Resonator bestimmt die Grundtonhöhe, wĂ€hrend die anderen vier relativ dazu in musikalischen Intervallen gestimmt werden.

Das Eingangssignal passiert zuerst ein Filter und wird dann in die Resonatoren eingespeist. Beim Filter fĂŒr das Eingangssignal stehen vier verschiedene Filtertypen zur Wahl: Tiefpass, Bandpass, Hochpass und Notch. Die Eckfrequenz kann mit dem Frequency-Parameter eingestellt werden.

Der erste Resonator wird mit dem kombinierten Signal des linken und des rechten Kanals gespeist, der zweite und vierte mit dem Signal des linken und der dritte und fĂŒnfte mit dem des rechten Kanals.

Der Note-Parameter bestimmt die Grundtonhöhe aller Resonatoren im Bereich von C-1 bis C5. Mit dem Fine-Parameter kann auch eine Feinstimmung in Schritten von hundertstel Halbtönen vorgenommen werden. Der Decay-Parameter entscheidet darĂŒber, wie lange die Resonatoren nach dem ZufĂŒhren eines Eingangsignal nachklingen. Je lĂ€nger die Decayzeit ist, desto tonaler wird der das Ergebnis sein, Ă€hnlich wie bei einer ungedĂ€mpften Klaviersaite. Wie bei einer echten Saite hĂ€ngt die Abklingzeit von der Tonhöhe ab; bei hohen Noten ist sie kĂŒrzer als bei tiefen. Mit dem Const-Schalter kann dieses Verhalten deaktiviert werden, die Resonatoren klingen dann unabhĂ€ngig von der Tonhöhe immer gleich lang aus.

Der Resonator-Effekt bietet zwei verschiedene Betriebsarten: Mode A bietet eine realistischere Resonanz, wÀhrend Mode B einen Effekt erzeugt, der besonders bei niedrigen Einstellungen des Note-Parameters von Resonator I interessant klingt.

Der Obertongehalt des Klangs kann mit dem Color-Parameter bestimmt werden.

Alle Resonatoren besitzen einen On/Off-Schalter und einen Gain-Parameter. Ein ausgeschalteter Resonator benötigt keine Rechenleistung. Das Ausschalten des ersten Resonators beeinflusst nicht die anderen Resonatoren.

Die Resonatoren II bis V folgen dem fĂŒr Resonator I eingestellten Note-Wert, können aber mit den Pitch-Parametern individuell um +/- 24 Halbtöne transponiert und mit den Detune-Parametern in Cents feingestimmt werden.

Im Ausgangsbereich findet sich der obligatorische Dry/Wet-Parameter sowie ein Width-Regler, der die Stereobreite des Effektsignals beeinflusst und bei einem Wert von Null die linke und die rechte Seite zu einem Monosignal zusammenmischt.

22.31 Reverb

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Der Reverb-Effekt

22.31.1 Vorbereitung des Eingangssignals

Das Eingangssignal passiert zuerst ein Tiefpass- und ein Hochpassfilter. Ein X/Y-Bedienelement erlaubt das Einstellen der Filtereckfrequenz (X-Achse) und der Bandbreite (Y-Achse). Um die CPU-Last zu vermindern, kann jedes Filter abgeschaltet werden, falls es nicht gebraucht wird.

Pre-Delay bestimmt die Verzögerung bis zum Erklingen der Erstreflektionen (in Millisekunden) und damit auch des gesamten Halls gegenĂŒber dem Eingangssignal. Der Eindruck von der GrĂ¶ĂŸe eines echten Raums hĂ€ngt zum Teil von dieser Verzögerung ab. Typische Werte fĂŒr "echte" RĂ€ume liegen im Bereich von 1ms bis 25 ms.

22.31.2 Erstreflektionen

Dies sind die ersten hörbaren RĂŒckwĂŒrfe von den WĂ€nden eines Raums, bevor sich die diffuse Hall-"Fahne" aufbaut. Die Amplitude und Verteilung der Erstreflektionen gibt einen Eindruck von der Beschaffenheit des Raums.

Der Shape-Parameter "formt" die Betonung der frĂŒhen Reflektionen und ihre Überlappung mit der diffusen Hallfahne. Kleinere Werte fĂŒhren dazu, dass die Erstreflektionen langsamer ausklingen und die diffuse Hallfahne frĂŒher einsetzt, wodurch es zu einer lĂ€ngeren Überlappung dieser beiden Komponenten kommt. GrĂ¶ĂŸere Werte lassen die Erstreflektionen schneller abklingen und die Hallfahne spĂ€ter einsetzen. Höhere Werte verbessern manchmal die VerstĂ€ndlichkeit des Signals, wĂ€hrend kleinere Werte ein sanfteres Ausklingen bewirken können.

Der Spin-Parameter moduliert die Erstreflektionen. Mit dem X/Y-Feld wird die IntensitÀt und Frequenz der Modulation eingestellt. Eine stÀrkere Modulation neigt dazu, ein verfÀrbungsÀrmeres (spektral neutraleres) Ausklingen zu bewirken. Wenn die Modulationsfrequenz zu hoch ist, treten Dopplereffekte beim Eingangssignal auf, zusammen mit surrealen Panning-Effekten. Spin kann mit dem dazugehörigen Schalter deaktiviert werden, um die CPU-Last etwas zu vermindern.

22.31.3 Globale Einstellungen

In dem Quality-FlipmenĂŒ kann ein Kompromiss zwischen HallqualitĂ€t und Leistungshunger des Effekts gewĂ€hlt werden: Die Eco-Option belastet die CPU am wenigsten, die High-Einstellung liefert den besten Hall. Die Economy-Option (Eco) belastet die CPU am wenigsten, die First-Class-Einstellung "High" liefert den besten Hall.

Der Size-Parameter hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Wahrnehmung der RaumgrĂ¶ĂŸe. Eine extrem große Raumeinstellung verleiht dem Hall einen etwas verwaschenen, diffusen Delay-Charakter. Eine extrem kleine RaumgrĂ¶ĂŸe fĂŒhrt hingegen zu starken metallischen KlangfĂ€rbungen.

Der Stereo-Image-Parameter bestimmt die Stereobreite des Ausgangssignals. Bei der Maximaleinstellung von 120 Grad erhÀlt jedes Ohr die Informationen eines individuellen Hallkanals, der nichts mit dem anderen Kanal zu tun hat. (Dies ist auch eine Eigenschaft der Diffusion in echten RÀumen.)

22.31.4 Das Diffusions-Netz

Das Diffusions-Netzwerk erzeugt die Hallfahne, die auf die Erstreflektionen folgt. Die Decayzeit bestimmt, wie lange es dauert, bis die Hallfahne auf ein 1/1000stel (-60 dB) ihrer ursprĂŒnglichen Amplitude abgeklungen ist.

Die Kuhschwanzfilter fĂŒr Höhen und BĂ€sse ermöglichen ein frequenzabhĂ€ngiges Abklingverhalten des Halls. Das Absenken der Höhen ahmt die Absorption höherer Frequenzen nach, die in echten RĂ€umen durch Luft, WĂ€nde, Menschen, Teppiche und so weiter verursacht wird. Das Absenken der BĂ€sse fĂŒhrt zu einem dĂŒnner werdenden Klang wĂ€hrend des Ausklingens. Jedes Filter kann separat ausgeschaltet werden, um die CPU-Last zu reduzieren.

Der Freeze-Schalter unterbindet auf Wunsch das Abklingen der Hallfahne. Ist er aktiviert, klingt der Hall annĂ€hernd ewig aus. Der Cut-Schalter modifiziert diesen Effekt, indem er verhindert, dass das Eingangssignal weiter zu der eingefrorenen Hallfahne addiert wird; ist er ausgeschaltet, wird es weiterhin in den Hall eingespeist. Der Flat-Schalter umgeht auf Wunsch bei aktiver Freeze-Funktion die beiden Kuhschwanzfilter fĂŒr das frequenzabhĂ€ngige Abklingen. Ist Flat ausgeschaltet, verliert die Hallfahne nach Maßgabe der beiden Filtereinstellungen Energie.

Die Parameter Echo Density und Scale bieten weitere Möglichkeiten, die Dichte und Rauheit des diffusen Hallanteils zu kontrollieren. Sie haben besonders bei sehr kleinen RaumgrĂ¶ĂŸen einen starken Einfluss auf die klangliche FĂ€rbung wĂ€hrend des Abklingens.

Die Chorus-Abteilung versieht die diffuse Hallfahne mit etwas zusÀtzlicher Modulation und Bewegung. Wie beim Spin-Effekt, können Sie die Frequenz und die Amplitude der Modulation einstellen und den Effekt gegebenenfalls ausschalten.

22.31.5 Ausgang

Mit den letzten drei Parametern des Reverbs können Sie das MischungsverhÀltnis zwischen Eingangssignal und Hall (Dry/Wet) sowie die LautstÀrken der Erstreflektionen (Reflect Level) und der diffusen Hallfahne (Diffuse Level) bestimmen.

22.32 Saturator

Saturator.png
Der Saturator-Effekt.

(Hinweis: Der Saturator-Effekt ist in der Lite-Edition nicht verfĂŒgbar.)

Saturator ist ein Waveshaping-Effekt, der Ihren Sounds die fehlende Portion Schmutz, Druck oder WĂ€rme geben kann. Er kann Eingangssignale sanft anzerren oder sie in viele unterschiedliche Arten der Verzerrung fahren.

Eine XY-Anzeige visualisiert Saturators Shaping-Funktion. Die Eingangs- und Ausgangswerte des Shapers sind der X- beziehungsweise Y-Achse zugeordnet. Die Transferfunktion wird durch die Kurve definiert; sie zeigt, wie stark die Ausgangswerte im VerhĂ€ltnis zu den Eingangswerten verĂ€ndert werden. Da dies ĂŒblicherweise ein nicht-linearer Prozess ist, wird das Eingangssignal in jedem Moment in AbhĂ€ngigkeit seines Pegels mehr oder weniger stark verformt.

Das Eingangssignal wird zunĂ€chst nach Maßgabe des mit Drive eingestellten dB-Werts geclippt. Die Pegelanzeige auf der rechten Seite des Displays zeigt, wie stark Saturator das Signal beeinflusst.

FĂŒr das Clippen des Signals gibt es sechs feststehende Modi: Analog Clip, Soft Sine, Medium Curve, Hard Curve, Sinusoid Fold und Digital Clip. ZusĂ€tzlich gibt es einen flexiblen Waveshaper-Modus mit sechs automatisierbaren Waveshaping-Parametern.

Die Modi Analog Clip und Digital Clip clippen das Signal komplett und sofort. Die Modi Soft Sine, Medium Curve und Hard Curve lassen das Clipping in unterschiedlichen Stufen sanfter wirksam werden. Der Modus Sinusoid Fold kann sich fĂŒr spezielle Effekte lohnen.

Die drastischsten Effekte können mit der Waveshaper-Kurve erzeugt werden, die ein eigenes Set an Parametern bietet. Diese sechs Parameter erreichen Sie, indem das Saturator-Fenster mit dem 33089.png Schalter in seiner Titelleiste ausklappen.

Die sechs zusÀtzlichen Parameter des Waveshaper-Modus sind: Drive, Lin, Curve, Damp, Depth und Period.

  • Drive bestimmt, wie stark das Signal von den Waveshaper-Parametern beeinflusst wird. Steht Drive auf Null, ist kein Effekt wirksam.
  • Lin wirkt zusammen mit den Parametern Curve und Depth und verĂ€ndert den linearen Anteil der Kurve.
  • Curve addiert vor allem Harmonische dritter Ordnung zum Eingangssignal.
  • Damp senkt jegliches Signal in der NĂ€he des Ursprungs der Darstellung ab. Das funktioniert wie ein ultra-schnelles Noise Gate.
  • Depth kontrolliert die Amplitude einer Sinuskurve, die der Verzerrungskurve ĂŒbergestĂŒlpt wird.
  • Period bestimmt die Anzahl der Wellen in der ĂŒbergestĂŒlpten Sinuskurve.

Der DC-Schalter aktiviert ein Gleichsspanungsfilter in Saturators Eingangsstufe. Dies ist vor allem nĂŒtzlich, um eventuell im Signal enthaltene Gleichspannungsanteile (DC Offsets) zu entfernen.

Mit dem Color-Schalter werden zwei Filter aktiviert. Der erste, der mit dem Base-Regler gesteuert wird, bestimmt wie stark der Effekt fĂŒr sehr tiefe Frequenzen reduziert oder verstĂ€rkt wird. Das zweite Filter, im Wesentlichen ein Equalizer, wird fĂŒr die Kontrolle der höheren Frequenzen genutzt. Seine Wirkung wird mit den Parametern Freq (Eckfrequenz), Width (Weite) und Depth (IntensitĂ€t) geformt.

Der Pegel am Eingang wird mit dem Haupt-Drive-Parameter angepasst. Der Output-Parameter reduziert den Pegel am Ausgang des GerÀts. ist der Soft-Clip-Schalter aktiviert, wendet Saturator eine Instanz seiner "Analog Clip"-Kurve auf den Ausgang an.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie den Saturator in einer Return-Spur verwenden.

Das Aliasing kann durch Aktivieren des Hi-Quality-Modus reduziert werden, auf den Sie mittels [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ Zugriff haben. Dies verbessert die KlangqualitĂ€t -- besonders im Höhenbereich -- erhöht aber auch die CPU-Last etwas.

22.33 Simple Delay

SimpleDelay.png
Der Simple-Delay-Effekt

Das Simple Delay bietet zwei unabhĂ€ngige Verzögerungsleitungen, eine fĂŒr den linken und eine fĂŒr den rechten Kanal.

Ist Link eingeschaltet, werden die Delay-Parameter des rechten Kanals deaktiviert und die Einstellungen fĂŒr den linken Kanal auf beiden Seiten angewendet.

Der Wahlschalter Delay Time erlaubt es, die Delayzeit in AbhÀngigkeit vom Songtempo einzustellen. Die Zahlen auf den Schaltern reprÀsentieren die Delayzeit in 1/16tel Noten. Ein Wert von "4" erzeugt demnach eine Verzögerung von vier Sechzehntelnoten, was einem Delay von einer Viertelnote entspricht.

Ist der Sync-Schalter deaktiviert, wird die Delayzeit in Millisekunden angegeben. In diesem Fall können Sie die Delayzeit durch Ziehen der Werte mit der Maus oder durch Klicken und Eintippen eingeben.

Mit dem Feedback-Parameter kann die StĂ€rke des Signals bestimmt werden, das vom Ausgang wieder zurĂŒck in den Eingang geleitet wird. Intern arbeitet dieses Delay mit zwei unabhĂ€ngigen Feedbackschleifen, so dass ein Signal auf dem linken Kanal nicht in den rechten eingespeist wird und umgekehrt.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal. Stellen Sie den Wert auf 100%, wenn Sie Simple Delay in einer Return-Spur verwenden.

Wenn Sie die Delayzeit Ă€ndern, wĂ€hrend Simple Delay noch Signale bearbeitet, können beim verzögerten Signal abrupte KlangverĂ€nderungen auftreten. Im [Rechts-Klick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) KontextmenĂŒ der Titelzeile des GerĂ€ts können Sie aus drei Delay-Transition-Modi wĂ€hlen, die das Übergangsverhalten beim Ändern der Delayzeit klanglich bestimmen:

  • Repitch variiert die Tonhöhe, wenn die Delayzeit geĂ€ndert wird, Ă€hnlich dem Verhalten alter Hardware-Delay-GerĂ€te.
  • Fade erzeugt einen Crossfade zwischen der alten und neuen Delayzeit. Wird die Delay-Zeit allmĂ€hlich geĂ€ndert, klingt dies Ă€hnlich wie Time-Stretching. Der Fade-Modus ist die Standardeinstellung.
  • Jump springt sofort zur neuen Delayzeit. Beachten Sie, dass bei dieser Einstellung hörbare Klicks entstehen, wenn die Delayzeit, wĂ€hrend die Delays noch erklingen, geĂ€ndert wird. Der Jump-Modus entspricht dem Standardverhalten vor Live 8. Beim Einladen von Sets, die mit frĂŒheren Versionen erzeugt wurden, wird Jump automatisch selektiert.

22.34 Spectrum

Spectrum.png
Das GerÀt Spectrum.

(Hinweis: Das Spectrum-GerĂ€t ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Spectrum ermöglicht eine Echtzeit-Frequenzanalyse des Eingangssignals. Die Ergebnisse werden in einer Grafik dargestellt, deren vertikale Achse dB und deren horizontale Achse Frequenz/Tonhöhe anzeigt. Die Spitzenpegel in der Anzeige werden solange gehalten, bis der Song neu gestartet wird. Beachten Sie, dass Spectrum kein Audio-Effekt, sondern ein MessgerÀt ist - es verÀndert das durchgeleitete Signal in keiner Weise.

Im Block-MenĂŒ kann gewĂ€hlt werden, wie viele Samples in einem Messdurchgang analysiert werden sollen. Höhere Werte fĂŒhren zu höherer Genauigkeit, belasten aber auch die CPU stĂ€rker.

Channel bestimmt, welcher Kanal analysiert werden soll - Links, Rechts oder beide.

Der Refresh-Parameter gibt vor, wie oft Spectrum eine Analyse ausfĂŒhren soll. Genau wie beim Block-Parameter gilt es auch hier, zwischen Genauigkeit und CPU-Last abzuwĂ€gen. Ein schnelleres Ansprechen ist genauer, belastet aber auch die CPU stĂ€rker.

Mit dem Avg-Parameter wĂ€hlen Sie, wie viele Sample-Blöcke fĂŒr jedes Auffrischen der Anzeige gemittelt werden sollen. Mit einer Einstellung von Eins wird jeder Block angezeigt. Dies fĂŒhrt zu mehr AktivitĂ€t in der Anzeige, was beim Finden kurzer Pegelspitzen im Spektrum hilfreich sein kann. Wird der Avg-Wert erhöht, erfolgt das Auffrischen der Anzeige weicher, sie zeigt dann den Durchschnitt des Spektrums im Zeitverlauf an. Dies entspricht eher der Art und Weise wie wir wirklich hören.

Der Graph-Schalter wechselt bei der Anzeige des Spektrums zwischen einer einzelnen interpolierten Linie und mehreren separaten Frequenzanzeigen.

Max schaltet die Anzeige auf den akkumuliert maximalen Amplitudenwert um. Ist Max aktiviert, können Sie die maximale Amplitude mit Klick ins Display zurĂŒcksetzen.

Der Scale-X-Schalter erlaubt es Ihnen, die Skalierung der Frequenzanzeige zwischen linear, logarithmisch und Halbtönen umzuschalten. Beachten Sie, dass sich logarithmisch und in Halbtönen eigentlich entsprechen, dass hier aber die Beschriftung oben in der Anzeige zwischen Hertz und Notennamen umgeschaltet wird. Die lineare Skalierung ist besonders fĂŒr eine detaillierte Analyse der höheren Frequenzen gut geeignet.

Wenn Sie die Maus ĂŒber Spectrums Anzeige bewegen, erscheint eine Infobox, mit der die Amplitude, die Frequenz und der Notennamen an der aktuellen Mausposition angezeigt wird. Mit den Schaltern Range/Auto unten links in Spektrums OberflĂ€che können Sie wĂ€hlen, ob der angezeigte Dynamikumfang manuell eingestellt werden kann, oder ob er automatisch ermittelt werden soll. Ist Range gewĂ€hlt, können Sie die Amplitudendarstellung scrollen und zoomen, indem Sie die Maus in der Legende an der linken Seite der Anzeige ziehen. Ziehen Sie vertikal zum Scrollen und horizontal zum Zoomen. Sie können auch die Range-Wertefelder Ă€ndern, um die höchsten und niedrigsten angezeigten Amplitudenwerte zu bestimmen. Ist hingegen Auto gewĂ€hlt, skaliert sich die Anzeige automatisch, abhĂ€ngig vom eingehenden Audio-Pegel. Beachten Sie bitte, dass im Auto-Modus die Range-Wertefelder und das Zooming deaktiviert sind.

Um eine noch bessere Darstellung zu erhalten, können Sie mit dem Schalter 33142.png in Spectrums Titelzeile die Platzierung der Anzeige zwischen der GerÀtekette und Lives Hauptfenster umschalten.

22.35 Tuner

Tuner.png
Das GerÀt Tuner

Tuner analysiert und zeigt die monophone Tonhöhe des Eingangssignals an, sowie dessen Abstand zum nĂ€chstliegenden Halbton. Angelehnt an klassische GitarrenstimmgerĂ€te wurde Tuners große Anzeige so gestaltet, dass sie auch auf der BĂŒhne sehr gut lesbar ist, perfekt zum Stimmen von externen Instrumenten und Synthesizern. Beachten Sie, dass Tuner kein Audio-Effekt, sondern ein MessgerĂ€t ist - es verĂ€ndert das durchgeleitete Signal in keiner Weise.

Die zwei Tasten unten links wechseln zwischen den beiden Hauptansichten von Tuner. Die Classic-Ansicht Ă€hnelt der Anzeige konventioneller StimmgerĂ€te, wĂ€hrend die Histogramm-Ansicht die Tonhöhe im Zeitverlauf darstellt. Beiden Ansichten nutzen im Display Farben zur Anzeige der Tuning-Genauigkeit. GrĂŒn bedeutet richtig gestimmt, Rot falsch gestimmt.

In der Classic-Ansicht wird die Tonhöhe des Eingangssignals als farbiger Ball entlang einer Kurve dargestellt. Der Name der nÀchstliegend erkannten Note erscheint in der Mitte der Anzeige. Die Pfeile auf jeder Seite des Notennamens leuchten auf, um anzuzeigen, ob das Signal höher oder tiefer gestimmt werden muss, damit die Ziel-Tonhöhe erreicht wird.

Im Target-Modus zeigt eine kreisförmige Umrandung in der Mitte der Kurve die Zieltonhöhe an. Ihr Signal ist richtig gestimmt, wenn sich der farbige Ball exakt in dieser Umrandung befindet. Ist das Eingangssignal zu hoch, erscheint der Ball rechts vom Ziel, wÀhrend zu tiefe Signale links erscheinen.

TunerClassicSharp.png
Tuner im Target-Modus.

Im Strobe-Modus wird die Kurve zum rotierenden Lichtband. Dabei zeigt die Richtung der Rotation an, ob das Signal zu hoch oder zu tief liegt. Rotiert das Band nach rechts ist die Eingangstonhöhe zu hoch, wÀhrend zu tiefe Signale das Band nach links rotieren lassen. Je mehr das Signal verstimmt ist, umso schneller rotiert das Band.

TunerStrobeFlat.png
Tuner im Strobe-Modus.

Der Hertz/Cents-Taster schaltet die Darstellung zwischen der absoluten Frequenz des Eingangssignals in Hertz oder dem Abstand von der Zieltonhöhe in Cent um.

In der Histogramm-Ansicht wird die Tonhöhe im Zeitverlauf gezeigt. Die Skala rechts vom Display zeigt die möglichen Notennamen und die horizontalen grauen Balken reprĂ€sentieren die perfekt gestimmte “Mitte” der jeweiligen Note. Höher gestimmte Noten erscheinen ĂŒber ihrer jeweiligen grauen Linie, wĂ€hrend tiefer gestimmte Noten darunter erscheinen.

TunerHistogram.png
Tuner in der Histogramm-Ansicht.

Ziehen Sie im Display hoch oder runter, um zu anderen Tonhöhen zu scrollen, oder ziehen Sie horizontal, um ein- oder auszuzoomen. Ist Auto aktiviert, passt sich die Anzeige automatisch an, sodass die Tonhöhe des Eingangssignals in der Mitte der Anzeige liegt.

Der Reference-Regler ermöglicht Ihnen die Referenztonhöhe zu Àndern, die Tuner bei der Analyse des Eingangssignals verwendet. Der Standard liegt bei 440 Hz, der gebrÀuchlichen Konzertstimmung. Die Referenz kann jedoch auf beliebige Werte zwischen 410-480 Hz gestellt werden.

Hinweis: Tuner wurde gestaltet, um monophone Tonhöhen zu erkennen und funktioniert am besten mit einem sauberen, deutlichen Signal. Polyphone, rauschende oder sehr obertonreiche Signale können zu ungenauen Ergebnissen fĂŒhren.

22.36 Utility

Utility.png
Der Vinyl-Distortion-Effekt

Der Utility-Effekt

Der Utility-Effekt kann gerade in Verbindung mit anderen GerĂ€ten einige sehr nĂŒtzliche Aufgaben erfĂŒllen.

Es gibt zwei unabhĂ€ngige Phase-Schalter, einen fĂŒr jeden Eingangskanal (Links und Rechts). Wie der Name annehmen lĂ€sst, dienen sie zum Invertieren der Phase des jeweiligen Kanals.

Der Kanal-Modus-Schalter erlaubt es wahlweise nur den rechten oder linken Kanal eines Stereosignals zu bearbeiten. Wenn beispielsweise Links ausgewĂ€hlt ist, wird der rechte Kanal ignoriert und der linke Kanal an beide AusgĂ€nge geleitet. Das ist sehr nĂŒtzlich, wenn Sie in einer Stereo-Datei links und rechts unterschiedliche Signale haben, von denen Sie nur eines benutzen wollen.

Der Width-Regler bestimmt die Stereobreite des bearbeiteten Signals. 0% ergibt eine Mono-Signal, Werte ĂŒber 100% erzeugen ein verbreitertes Stereo-Panorama.

Sie können mit [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick] im KontextmenĂŒ zwischen dem Width-Regler fĂŒr Stereo-Signale und dem M/S Balance-Regler fĂŒr Mitten/Seiten-Signale umschalten. Der M/S-Balance-Parameter regelt den Ausgang stufenlos von Mono nach Stereo, wenn er von 0 auf 100M eingestellt wird. Wird der Parameter auf 100M gesetzt, wird das Audiosignal zu einem Monosignal summiert. Werte zwischen 0 und 100S betonen die “gegenphasigen” Stereosignalanteile. Bei 100S ist nur noch das Seitensignal zu hören. Der linke und rechte Ausgangskanal sind in der Phase um 180 Grad versetzt.

Wurde beim Kanal-Modus nur der Left- oder der Right-Schalter aktiviert, hat der Width- bzw. M/S-Balance-Regler keine Funktion und ist deshalb inaktiv.

Ist der Mono-Schalter aktiviert, wird das Stereoeingangssignal komplett in ein Monosignal umgewandelt.

Der Bass-Mono-Schalter konvertiert nur die tiefen Frequenzen des Eingangssignals nach Mono. Dies ist nĂŒtzlich, um FĂ€rbungen in den BĂ€ssen zu vermeiden, die bei der Monowiedergabe entstehen können. Sie können den Bass-Mono-Frequency-Regler zum Finden der Cutoff-Frequenz zwischen 50-500 Hz einstellen.

Wenn Sie Bass-Mono-Audition aktivieren, sind nur die tiefen Frequenzen solo zu hören. Dies kann hilfreich beim Einstellen der Bass-Mono-Frequenz sein.

Der Gain-Parameter passt den Pegel des Eingangssignals im Bereich von -infinite dB (- unendlich) bis +35 dB an. Das ist besonders nĂŒtzlich, um LautstĂ€rke-Fades einer Spur zu automatisieren, wodurch der LautstĂ€rkeregler im Mixer frei wird und zum Ausbalancieren der Mischung eingesetzt werden kann.

Der Balance-Regler bestimmt das Panorama des Signals im Stereofeld.

Der Mute-Schalter schaltet das Eingangssignal stumm, wenn er betĂ€tigt wird. Hinweis: Der Mute-Schalter eines Tracks wirkt immer ganz am Ende des Signalwegs beziehungsweise der Effektkette. Da sich der Utility-Effekt an einer beliebigen Stelle der Effektkette einsetzen lĂ€sst, können Sie seinen Mute-Schalter beispielsweise nutzen, um das Eingangssignal fĂŒr ein Delay oder einen Reverb stumm zu schalten, ohne das Ausgangssignal des Effekts ebenfalls stumm zu schalten.

Der DC-Schalter filtert GleichspannungsversÀtze (DC-Offsets) und extrem niedrige Frequenzen, die weit unter dem Hörbereich liegen, heraus. Er zeigt nur dann klangliche Auswirkungen, wenn das Signal solche Frequenzen enthÀlt und es nach dem Utility-Effekt mit nichtlinearen Effekten wie Kompressoren oder Waveshapern weiter bearbeitet wird.

22.37 Vinyl Distortion

VinylDistortion.png
Der Vinyl-Distortion-Effekt

(Hinweis: Der Vinyl-Distortion-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Der Effekt Vinyl Distortion emuliert einige der typischen Verzerrungen, die bei der Wiedergabe von Vinyl-Schallplatten entstehen. Sie sind durch das geometrische VerhĂ€ltnis von Nadel und Rille verursacht. Der Effekt bietet auch einen Crackle-Generator fĂŒr Schallplatten-typische Knister-Effekte.

"Tracing Model" fĂŒgt dem Signal durch Verzerrung geradzahlige Harmonische hinzu. Die IntensitĂ€t der Verzerrung wird mit Drive oder durch vertikales Verschieben des Punkts im Tracing-Model-X/Y-Feld bestimmt. Die Frequenz oder "Farbe" der Verzerrung kann durch horizontale Bewegung im X/Y-Feld oder im Freq-Feld bestimmt werden. Die Bandbreite wird mit gehaltener ALT(PC) / ALT(Mac) Taste durch vertikale Mausbewegung im X/Y-Feld eingestellt.

Pinch fĂŒgt dem Signal durch Verzerrung ungeradzahlige Harmonische hinzu. Diese Verzerrungen sind um 180 Grad in der Phase verschoben und erzeugen so ein verbreitertes Stereobild. Der Pinch-Effekt hat die gleichen Parameter wie der Tracing-Model-Effekt, klingt aber ziemlich anders.

Der Drive-Parameter bestimmt den Anteil der Verzerrungen, der durch Tracing Model und Pinch erzeugt wird.

Es gibt zwei verschiedene Verzerrungsvarianten: Soft und Hard. Soft ahmt den typischen Dub-Plate-Sound nach, Hard klingt mehr nach einer normalen Vinyl-Platte.

Der Stereo/Mono-Schalter bestimmt, ob der Pinch-Distortion-Effekt in Stereo oder Mono ist. FĂŒr eine realistische Simulation von Schallplattenknistern stellen Sie den Parameter auf Stereo.

Mit den Crackle-Parametern lÀsst sich Plattenknistern beimischen: Density bestimmt die Dichte des Knisterns, Der Volume-Parameter bestimmt seine LautstÀrke.

22.38 Vocoder

Vocoder.png
Der Vocoder-Effekt.

(Hinweis: Der Vocoder-Effekt ist in den Intro- und Lite-Editionen nicht verfĂŒgbar.)

Ein Vocoder ist ein Effekt, der die Frequenzinformationen eines Audiosignals (genannt Carrier) mit der Amplituden-HĂŒllkurve eines anderen Audiosignals (genannt Modulator) verknĂŒpft. Als Modulationsquelle dient allgemein ein Klang mit deutlich rhythmischem Charakter wie z.B. Sprache oder Schlagzeug, wĂ€hrend es sich beim Carrier normalerweise um einen harmonisch reichhaltigen Synthesizerklang wie z.B. Streicher oder Pad handelt. Die bekannteste Vocoder-Anwendung ist das Erzeugen von "sprechenden Synthesizern" oder roboterhaften Stimmeffekten.

Vocoder arbeiten folgendermaßen: zunĂ€chst werden sowohl das Carrier- als auch das Modulator-Signal durch jeweils eine Filterbank mit Bandpassfiltern bearbeitet. Der Ausgangspegel jedes einzelnen Modulator-Filterbandes wird analysiert und der resultierende Pegelwert zur Steuerung des entsprechenden Filterbandes beim Carrier-Signal benutzt.

Lives Vocoder sollte auf eine Spur mit Audiomaterial eingefĂŒgt werden, das Sie als Modulator benutzen möchten. Das Carrier-WahlmenĂŒ bietet dann eine Vielzahl von Optionen fĂŒr das Carrier-Signal:

  • Noise benutzt Vocoders internen Rauschgenerator als Carrier-Quelle. Bei Auswahl dieser Option können Sie mit dem erscheinenden X-Y-Feld den Klangcharakter des Rauschens einstellen. Die horizontale Achse steuert den Downsampling-Wert. Klicken und ziehen Sie nach links, um die Samplingrate des Carrier-Ausgangs zu verringern. Die vertikale Achse stellt die Dichte des Rauschens ein. Klicken und ziehen Sie nach unten, um die Dichte zu verringern.
  • External ermöglicht Ihnen, jeden verfĂŒgbaren Abgriff fĂŒr das interne Routing mit dem WahlmenĂŒ darunter zuzuweisen. Diese Option eignet sich zum Erzeugen von klassischen "Roboter-Stimmen".
  • Modulator benutzt das Modulatorsignal selbst als Carrier. HauptsĂ€chlich wird hierdurch eine resynthetisierte Version des Modulatorsignals ausgegeben, bei der Sie alle Vocoder-Parameter zur Klangformung einsetzen können.
  • Pitch Tracking aktiviert einen monofonen Oszillator, dessen Tonhöhe der Tonhöhe des Modulators folgt. Die High- und Low-Parameter grenzen den Frequenzbereich ein, in dem der Oszillator versucht die Tonhöhe zu erkennen. Sie können eine SĂ€gezahnwelle oder eine von drei Pulswellenformen wĂ€hlen und die grobe Stimmung des Oszillators mit dem Pitch-Parameter einstellen. Die Tonhöhenerkennung gelingt besonders gut bei monophonen Modulatorquellen, wie z.B. melodischen Instrumenten oder Stimmen. Beachten Sie, dass der Oszillator seine Frequenz nur aktualisiert, wenn er eine klare Tonhöhe erkennt. Diese Tonhöhe wird dann solange beibehalten, bis eine neue erkannt wird. Dies bedeutet, dass Parameter-Änderungen des Oszillators oder ein ZurĂŒcksetzen der Parameter (zum Beispiel beim Integrieren der Vocoder-Spur in eine Gruppe (siehe 15.3) ) zu unerwarteten KlangverĂ€nderungen fĂŒhren kann. Mit polyphonem Material oder Schlagzeug ist das Ergebnis des Pitch-Trackings eher unvorhersehbar (aber manchmal auch sehr interessant).

Insbesondere beim Einsatz von externen Carrier-Quellen kann das Ausgangssignal eines Vocoders manchmal zu viele Höhen verlieren. Die Aktivierung der Enhance-Taste sorgt fĂŒr ein helleres Klangbild, indem Spektrum und Dynamik des Carriers normalisiert werden.

Der Unvoiced-Regler bestimmt die LautstÀrke eines zusÀtzlichen Rauschgenerators, der zur Resynthese von stimmlosen Klanganteilen des Modulatorsignals benutzt wird, wie z.B. "f" und "s"-Lauten.

Sens. stellt die Empfindlichkeit des Erkennungs-Algorithmus von Unvoiced ein. Bei 100% ist der Unvoiced-Rauschgenerator immer zugeschaltet. Bei 0% wird ausschließlich die Carrier-Quelle benutzt. Der Fast/Slow-Schalter bestimmt, wie schnell Vocoder zwischen Unvoiced und Voiced-Erkennung umschaltet.

Das große, in der Mitte liegende Display von Vocoder zeigt die Pegel der einzelnen Bandpass-Filter an. Ein Klicken oder Ziehen bei gehaltener Maustaste innnerhalb des Anzeigefelds ermöglicht Ihnen die Pegelwerte einzuzeichnen.

Der Bands-Parameter bestimmt die Anzahl der benutzten FilterbĂ€nder. Je mehr BĂ€nder eingestellt werden, um so genauer wird die Analyse des Frequenzinhalts fĂŒr den Modulator ausgefĂŒhrt, was jedoch auch eine höhere CPU-Leistung erfordert.

Die beiden Range-Parameter bestimmen den Frequenzbereich in dem die Bandpass-Filter arbeiten. FĂŒr die meisten Quellen ist eher ein großer Bereich geeignet. Wenn der Klang jedoch zu schneidend oder basslastig wird, können die Ă€ußeren Grenzfrequenzen angepasst werden. Der BW-Parameter bestimmt die Bandbreite der Filter. Bei niedrigen Prozentwerten behandelt jeder Filter eine einzelne Frequenz. Mit Erhöhung der Bandbreite, steigern Sie auch die Überlappung der einzelnen FilterbĂ€nder. Eine Bandbreite von 100% besitzt die höchste PrĂ€zision, jedoch können grĂ¶ĂŸere oder kleinere Werte zu interessanten Klangeffekten fĂŒhren.

Der Precise/Retro-Parameter ermöglicht das Umschalten zwischen zwei unterschiedlichen Filterverhalten. Im Precise-Modus besitzen alle Filter die gleiche LautstÀrke und Bandbreite. Im Retro-Modus werden die BÀnder mit höherer Frequenz zunehmend enger und lauter.

Gate bestimmt den Threshold fĂŒr die Filterbank. Alle BĂ€nder, deren Pegel sich unter dem Threshold-Wert befinden, werden stumm geschaltet.

Der Level-Parameter erhöht oder verringert den Ausgangspegel von Vocoder.

Der Depth-Regler bestimmt die StĂ€rke, mit der die Amplituden-HĂŒllkurve des Modulators auf das Carrier-Signal ĂŒbertragen wird. Bei 0% wird die HĂŒllkurve des Modulators nicht berĂŒcksichtigt. Bei 200% werden nur hohe Amplitudenspitzen benutzt. Ein Wert von 100% fĂŒhrt zum "klassischen" Vocoder-Effekt.

Die Attack- und Release-Regler bestimmen, wie schnell Vocoder auf AmplitudenverÀnderungen im Modulator-Signal reagiert. Bei sehr schnellen Zeiten bleiben die Transienten des Modulators erhalten, es können jedoch Verzerrungs-Artefakte entstehen.

Der Mono/Stereo-Schalter legt die Anzahl der benutzten Carrier- und Modulator-KanÀle fest. Im Mono-Modus werden sowohl Carrier als auch Modulator als Mono-Quellen behandelt. Stereo benutzt einen Mono-Modulator, bearbeitet das Carrier-Signal jedoch in Stereo. Die L/R-Einstellung bearbeitet sowohl das Carrier- als auch das Modulator-Signal in Stereo.

Die Frequenzen der Carrier-Filterbank können mit dem Formant-Regler nach oben oder unten verschoben werden. Wird zum Beispiel eine Stimme als Modulator benutzt, fĂŒhren kleine Formant-Änderungen zu einer scheinbaren Änderung des Geschlechts (mĂ€nnlich <-> weiblich) beim Ursprungsmaterial.

Der Dry/Wet-Regler bestimmt das MischungsverhÀltnis zwischen dem Original- und dem Effekt-Signal.

22.38.1 Tipps zum Vocoder

Dieser Abschnitt erklÀrt die gÀngigsten Anwendungen eines Vocoders.

Singender Synthesizer

Die klassische Vocoder-Anwendung ĂŒberhaupt ist der "singende Synthesizer." Um dies mit Live zu erreichen:

  1. Setzen Sie Vocoder in eine Spur ein, die eine Aufnahme mit Ihrer Stimme enthĂ€lt. Sie können entweder einen Clip mit bereits aufgenommenem Stimm-Material benutzen, oder ein live eingesprochenes Stimmsignal bearbeiten. Verbinden Sie hierzu ein Mikrofon mit einem Eingangskanal Ihrer Audio-Hardware und benutzen dann diesen Kanal als Eingangsquelle (siehe 14.2) fĂŒr die Spur.
  2. Setzen Sie einen Synthesizer wie z.B. Analog (siehe 24.1) in eine zweite Spur ein. Auch hier können Sie wahlweise einen MIDI-Clip erzeugen, um den Synthesizer anzusteuern oder ihn live spielen.
  3. WĂ€hlen Sie im Carrier-MenĂŒ von Vocoder die Einstellung External.
  4. WĂ€hlen Sie die Synthesizer-Spur als Quelle im Audio From-MenĂŒ von Vocoder. (Die besten Ergebnisse liefert die Einstellung Post FX im unteren MenĂŒ.)
  5. Wenn Sie Synthesizer-Material und Stimme live in Echtzeit erzeugen, stellen Sie sicher, dass beide Spuren mit den Schaltern zur Aktivierung der Aufnahmebereitschaft scharf geschaltet sind.
  6. Spielen Sie den Synthesizer und sprechen gleichzeitig in Ihr Mikrofon. Sie hören jetzt den Rhythmus Ihrer Sprache, jedoch mit der Klangfarbe und den Frequenzen des Synthesizers. Um nur das Vocoder-Signal zu hören, benutzen Sie die Solo-Funktion der Vocal-Spur, sodass die "normale" Synthesizer-Spur stumm geschaltet wird.

Hinweis: Allgemein erzielen Sie die besten Ergebnisse mit hellen und harmonisch reichhaltigen SynthesizerklÀngen. Versuchen Sie z.B. zur Verbesserung der SprachverstÀndlichkeit SÀgezahn-basierte KlÀnge zu benutzen. Um einen noch helleren oder durchsichtigeren Klang zu erhalten, probieren Sie andere Einstellungen des Unvoiced-Reglers aus und/oder aktivieren Sie die Enhance-Funktion.

Formant-Shifter

Ist Vocoder so eingestellt, dass der Modulator gleichzeitig auch als eigener Carrier benutzt wird, kann das GerÀt als leistungsfÀhiger Formant-Shifter verwendet werden. Um dies zu machen:

  1. Stellen Sie das Carrier-WahlmenĂŒ auf Modulator.
  2. Stellen Sie Depth auf 100%.
  3. Aktivieren Sie Enhance.

Experimentieren Sie mit verschiedenen Einstellungen des Formant-Reglers, um den Klangcharakter der Quelle zu verĂ€ndern. FĂŒr noch weiter reichende Möglichkeiten zur Klangformung, probieren Sie auch andere Einstellungen der verschiedenen Filterbank-Parametern aus.

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