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30. Synchronisation und ReWire

30.1 Synchronisieren über MIDI

Das MIDI-Protokoll definiert zwei Methoden zum Synchronisieren von Sequencern, die beide von Live unterstützt werden. Beide arbeiten mit einem Sync- Master, der ein Sync-Signal ausgibt, dem der oder die Sync- Slave(s) folgt/folgen.

MIDI-Clock. MIDI-Clock arbeitet wie ein schnell tickendes Metronom. Die Geschwindigkeit der Ticks ist Tempo-abhängig: Tempoänderungen beim Master (zum Beispiel einem Drumcomputer) veranlassen den Slave dazu, den Änderungen zu folgen. Das MIDI-Clock-Protokoll stellt auch Meldungen zur Verfügung, die Aufschluss über die Position im Song geben. Live kann wahlweise als MIDI-Clock-Master oder -Slave betrieben werden.

MIDI-Timecode. MIDI-Timecode ist die MIDI-Version des SMPTE-Protokolls, dem Standard zur Synchronisation von Bandmaschinen und Rechnern in der Audio- und Filmindustrie. Eine MIDI-Timecode-Nachricht gibt eine Zeit in Sekunden und Frames (Unterteilungen einer Sekunde an). Live wird eine solche Timecode-Nachricht als Position im Arrangement interpretieren. Timecode-Nachrichten enthalten keine Metrums-bezogenen Informationen; wenn Sie Live mittels MIDI-Timecode zu einem anderen Sequencer synchronisieren, werden Sie das Tempo manuell einstellen müssen. Tempoänderungen des Masters können nicht nachvollzogen werden. Die genauen Einstellungen für die Nutzung von MIDI-Timecode werden später in diesem Kapitel (siehe 30.1.3)erläutert. Live kann nur als MIDI-Timecode-Slave, nicht als Master betrieben werden.

30.1.1 Externe MIDI-Geräte zu Live synchronisieren

Live kann MIDI-Clock-Nachrichten zu einem externen MIDI-Sequencer (oder einem Drumcomputer oder dergleichen senden). Nachdem Sie den Sequencer mit Live verbunden und für den Empfang von MIDI-Sync vorbereitet haben, aktivieren Sie das MIDI-Gerät, über das er angeschlossen ist, als Sync-Ziel in Lives MIDI/Sync-Voreinstellungen.

MIDISyncOutput.png
Einen MIDI-Slave für Live wählen.

Die untere LED neben dem EXT-Schalter im Transportbereich blinkt, wenn Live Synchronisationsdaten an externe Sequencer sendet.

30.1.2 Live zu externen MIDI-Geräten synchronisieren

Live kann über MIDI zu einem externen Sequencer synchronisiert werden. Nachdem Sie den Sequencer an Live angeschlossen und sein Senden von Synchronisationsdaten aktiviert haben, informieren Sie Live in seinen MIDI/Sync-Voreinstellungen über diese Verbindung.

MIDISyncInput.png
Live als MIDI-Slave einrichten.

Wurde eine externe Sync-Quelle in den Voreinstellungen aktiviert, erscheint in der Transportleiste der EXT-Schalter. Sie können dann die externe Synchronisation entweder mit diesem Schalter oder durch Aktivieren von Externe Synchronisation im Optionen-Menü einschalten. Die obere "LED" neben dem EXT-Schalter blinkt, wenn Live ein brauchbares Synchronisationssignal empfängt.

ExtSwitch.png
Der Schalter für die externe Synchronisation.

Wenn Live zu einem externen MIDI-Gerät synchronisiert wird, kann es auch Song-Position-Pointer-Informationen von diesem Gerät verarbeiten, die nicht nur eine Synchronisation des Tempos, sondern auch der Position im Song ermöglichen. Wenn der Master zu einer neuen Position springt, wird Live das gleiche tun. Falls aber der Loop-Schalter im Transportbereich an ist, wird die Wiedergabe geloopt und die Song-Position-Pointer-Information einfach in den Loop-Bereich hinein "gefaltet".

30.1.3 MIDI-Timecode-Optionen (MTC)

Die Timecode-Optionen können separat für jedes MIDI-Gerät gewählt werden. Wählen Sie ein MIDI-Gerät aus der MIDI-Port-Liste auf der MIDI/Sync-Seite der Voreinstellungen, um Zugriff auf seine Timecode-Optionen zu erhalten.

Die Frame-Rate-Einstellung für den MIDI-Timecode ist nur dann relevant, wenn "MIDI Timecode" als Synchronisationstyp im Sync-Typ-Menü gewählt wurde. Das MIDI-Timecode-Rate-Ausklappmenü wählt den Timecode-Typ, zu dem Live sich synchronisieren soll. Alle der üblichen SMPTE-Frame-Rates sind hier verfügbar. Wird "SMPTE All" gewählt, versucht Live das Format der empfangenen Timecode-Nachrichten automatisch zu erkennen und seine Synchronisation entsprechend anzupassen. Beachten Sie, dass Sie das Timecode-Format für die Darstellung in der Arrangement-Ansicht frei wählen können: Gehen Sie ins Optionen-Menü und dort ins Untermenü "Darstellung des Zeitlineals".

Der MIDI Timecode Offset -Parameter ist ebenfalls nur relevant, falls "MIDI Timecode" im Sync-Typ-Menü gewählt wurde. Sie können hier einen zeitlichen Offset zum empfangenen SMPTE-Code eingeben. Live interpretiert diesen Wert als Startpunkt für das Arrangement.

30.1.4 Sync-Verzögerungen

Die Sync-Delay- Parameter, die separat für jedes verfügbare MIDI-Gerät verfügbar sind, erlauben es Ihnen, Lives interne Zeitbasis gegenüber dem Sync-Signal zu verschieben. Dies kann nützlich zum Ausgleichen von Verzögerungen sein, die eventuell bei der Übermittlung des Sync-Signals auftreten. Der Sync-Delay-Parameter für ein bestimmtes MIDI-Gerät erscheint nach Anwahl dieses Geräts in der Liste der aktiven MIDI-Geräte in den MIDI/Sync-Voreinstellungen. Lassen Sie zum Einstellen der Verzögerung sowohl Live, als auch den anderen Sequencer eine rhythmische Figur mit betonten, perkussiven Klängen spielen. Justieren Sie den Parameter für die Sync-Verzögerung dann während Sie die Ausgänge beider Sequencer abhören solange, bis beide Figuren perfekt synchronisiert zu hören sind.

MIDISyncDelay.png
Das Einstellen der Sync-Verzögerung.

30.2 ReWire verwenden

Live unterstützt die ReWire -Schnittstelle zur Kommunikation mit anderen ReWire-kompatiblen Audio-Programmen auf dem gleichen Rechner.

Die von Propellerhead Software entwickelte ReWire-Technologie ermöglicht ReWire-kompatiblen Programmen:

  • den gemeinsamen Zugriff auf die Audio-Hardware;
  • gemeinsame Transportfunktionen;
  • eine Synchronisation der Audio-Word-Clock und der Song-Positionierung;
  • den Austausch von Audiodaten.

Die Programme in einer ReWire-Verbindung haben unterschiedliche Rollen: Der ReWire-Master greift auf die Audio-Hardware zu und stiftet die Mischpult-Funktionalität; die ReWire-Slave(s) haben keinen direkten Zugriff zur Audio-Hardware, sondern senden ihre Audiosignale stattdessen an das Mischpult des Masters.

Verbreitete ReWire-Master-Anwendungen sind Pro Tools, Cubase, Nuendo, Logic, Digital Performer, Sonar und Max/MSP. Als ReWire-Slave-Anwendungen sind Reason, Rebirth, Storm, Project 5 und Max/MSP verbreitet. Live kann sowohl ReWire-Master als auch Slave sein.

Beachten Sie, dass das ReWire-Protokoll selbst keine hohe CPU-Last verursacht. Erwartungsgemäß verursacht aber der Betrieb zweier Audio-intensiver Programme eine höhere CPU-Last als der Betrieb eines einzelnen Programms.

30.2.1 Live als ReWire-Master betreiben

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Senden von MIDI zu und dem Empfangen von Audio von einem ReWire-Slave-Programm wird ausführlich im Routing-Kapitel (siehe 14.4) dargestellt.

30.2.2 Live als ReWire-Slave betreiben

Als ReWire-Slave kann Live Audio an den ReWire-Master senden, aber auch MIDI von ihm empfangen. Alle MIDI-Spuren von Live stehen dem Master als Ziele für MIDI-Signale zur Verfügung und alle Audio-Spuren und MIDI-Spuren mit Instrumenten darin als Audioquellen.

Falls Sie Live noch nicht verwendet haben, starten Sie das Programm bitte, damit es seine ReWire-Engine im System installieren kann.

Live schaltet in den ReWire-Slave-Modus, wenn es beim Starten einen aktiven ReWire-Master findet. Starten Sie deshalb immer zuerst das ReWire-Master-Programm, dann Live.

Entsprechend müssen Sie zuerst Live und erst danach den ReWire-Master beenden.

Lives Betrieb im ReWire-Slave-Modus unterscheidet sich vom normalen Betrieb in einigen Punkten:

  • Live hat keinen direkten Zugang zur Audio-Hardware; die Ein- und Ausgabe von Audio wird vom ReWire-Master verwaltet. Es stehen in Live keine Audio-Eingangssignale zur Verfügung.
  • Die Samplingrate wird vom ReWire-Master, nicht von Live bestimmt.
  • Die externe Synchronisation ist deaktiviert (synchronisieren Sie bei Bedarf den ReWire-Master). Live sendet keine Synchronisations-Daten oder Controller-Nachrichten an den MIDI-Ausgang. Die Kontrolle von Live über MIDI ist weiterhin möglich.
  • Ein gleichzeitiger Betrieb von Live als ReWire-Master ist nicht möglich. Sie können beispielsweise nicht Rebirth als ReWire-Slave von Live betreiben, während Live als ReWire-Slave von Cubase genutzt wird. Sie können allerdings Live und Rebirth gleichzeitig als ReWire-Slaves in Cubase nutzen.
  • Taktart und Tempo werden durch die Einstellungen im ReWire-Master vorgegeben. Enthält Ihr Set Tempo- oder Taktartwechsel, so werden diese ignoriert.

30.2.3 Mehr über ReWire

Zusätzliche Informationen darüber, wie Sie ReWire konfigurieren und nutzen, finden Sie auf den FAQ-Webseiten von Ableton*http://www.ableton.com/pages/faq/rewire.

Falls Sie dort keine Lösung für Ihr Problem finden, wenden Sie sich bitte an das Ableton-Support-Team*http://www.ableton.com/support.

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